mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: ..Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage". <
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Die „Lberhrssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn, und Fnertoge. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durcb die Post 2 25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 X frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Unlo.» «uchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Sonnabend, 27. September
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespalten« Zeile oder .Q <x deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, ffit 48.
1913
Reklamen die Zeile 60 4- Lei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. SR.
KrKes Blatt.
Tie Lage auf dem Balkan.
Ueber die albanischen Kämpfe liegen folgende Meldungen vor: Belgrad, 26. Sept. Das Serbische Pretzbüro meldet: Wir find ermächtigt, die Meldung der „Agence Bulgare" über die angebliche Auswanderung von Hunderten von Personen nach Bul» garien auf das entschiedenste zu dementieren. Desgleichen entbehren die Nachrichten, daß der Kriegsminister dem König sein Entlassungsgesuch unterbreitet habe, jeder Begründung.
Weiter veröffentlicht das Pressebüro folgende Communiquös: Wie wir bereits gestern meldeten, ordnete die Regierung die Mobilisierung der ersten Aufgebote und der Morawadivision an. Die Meldungen über die Mobilisierung anderer Divisionen sind nicht zutreffend. Durch einen heute veröffentlichten Ukas wird die Einberufungsorder für eine Uebungsperiode bestätigt. Die Reservisten leisten die Uebung nicht außerhalb der alten Grenzen ab. Zur Verteidigung des Gebietes gegen die Albaner werden die bereits entsandten aktiven Truppen verwendet.
Die von der „Agence Bulgare" verbreiteten Nachrichten über angebliche Angriffe serbischer Abteilungen auf bulgarische Posten an der serbisch-bulgarischen Grenze sind falsch, im Gegenteil verursachten die Bulgaren Störungen an der alten und neuen Grenze; die Regierung brachte die Sachen bereits der russischen Gesandtschaft in Belgrad zur Kenntnis.
Sofia, 26. Sept. Der Minister des Aeußern Ehenadiew stellt in einem Interview kategorisch in Abrede, daß sich unter den albanischen Aufständischen bulgarische Offiziere befänden und Bulgaren an der Vorbereitung und Durchführung der albanischen Bewegung irdgendeinen Anteil hätte.
Budapest, 26. Sept. Der „Pester Lloyd" meldet aus Wien: Die Nachricht, Serbien habe in Wien gebeten, auf Albanien einzuwirken, habe aber eine abschlägige Antwort erhalten, ist unwahr. Serbien wandte sich nicht speziell an Oesterreich-Ungarn, sondern nach Wien gelangte nur jene bekannte Rote, btt- Serbien an sämtliche Großmächte gerichtet hat.
B e l g r a d, 26. Sept. Das serbische Preffebüro meldet: Die Lage in den Gebieten an der albanischen Grenze ist wegen der Angriffe, die die Albaner in sehr großen Massen auf serbischem Gebiet unternehmen, sehr ernst. Die Albaner setzen die Einfälle an verschiedenen Orten fort. Es werden fortgesetzt militärische Verstärkungen entsandt. Sobald die serbische Armee in den angegriffenen Gebieten angekommen ist, wird die Ordnung wieder hergeftellt sein. Die Meldung, daß die Albaner Kitschewo besetzt hätten, ist nicht richtig. Movrovo ist von den Albanern besetzt. Was Ealitschnik betrifft, so liegen keine amtlichen Nachrichten darüber vor, aebr es ist wahrscheinlich, daß es in die Hände der Albaner gefallen ist.
Belgrad, 27. Sept. Nach dem Eintreffen der ersten Verstärkungen, besonders an Artillerie bei den serbischen Truppen gelang es, ein weiteres Vordringen der Albaner zu verhindern. Vor Struga und Mawrowo wird gekämpft. In Dibra sind aus Elbaffan. noch 5000 Albaner angekommen. Für Ochrida ist die notwendige Unterstützung abgegangen. Immer neue Banden kommen aus Albanien an. Bisher betragen die serbischen Verluste gegen 300 Tote und Verwundete. Gestern wurde wieder den ganzen Tag bei Djakowitza, wo starke albanische Massen versammelt sind, gekämpft. Dibra wird jetzt von den Albanern befestigt.
Belgrad, 27. Sept. Die Aufrührer müssen alle vernichtet werden, so lautet das Leitmotiv in den Artikeln der serbischen d Bläter. In einem Strome von Blut, schreibt z. B. die Piemont, muß der Aufstand erstickt werden. „Polititia" sagt, der strafende Arm Serbiens müsse erbarmungslos niederfallen. Nichts wäre verfehlter als diplomatisieren.
. ^..ß".nbon- 26’ Sept. Reuter erfährt: Die Gerüchte in der festländischen Presse über die britische Regierung und ihre Besatz- ang in Skutari sind unzutreffend. Vor einiger Zeit schlug Kontre- Ldmiral Vurney eine Erweiterung der unter der Jurisdiktion der internationalen Streitkräfte stehenden Zone vor. Seine Anschauung wurde jedoch nicht von allen Vertretern der Mächte geteilt Es besteht durchaus nicht die Absicht, aus Albanien ein zweites Kreta zu machen, noch sollen die internationalen Streitkräfte dort bleiben. Der Augenblick, da die internationale Kontrollkommission zu arbeiten beginnt, wird der geeignete Moment zur Zurückzieh- lng der internationalen Marinebesatzung sein.
Eine offiziöse Ansicht.
>^öln. Ztg. meldet: Die Pressemeldungen über eine Kote, bte Serbien auch in erlin hätte überreichen lassen, sind nicht genau. Der Vertreter Serbiens hat nicht eine Note überreicht; er hat aber mündlich auf die durch die Einfälle der Albaner in serbisches Gebiet geschaffenen Schwierigkeiten hingewiesen und dabei bemerkt, Serbien müsse sich geeignete Eegenmaßregeln vor- behalten. Worin im einzelnen diese Maßregeln bestehen werden ist bisher nicht mitgeteilt worden. Zn ausländischen Blättern soll bereits wieder der Hinweis auf llnstimmigkxiten zwischen den Großmächten in der Behandlung der albanischen Dinge zu finden
& «.^n^nbigung ist mindestens stark verfrüht. Die Großmächte haben bisher zu den neuen Vorgängen in Albanien noch nicht gemeinsam Stellung genommen. Es ist aber wahrscheinlich, mrß, wenn sie darüber ihre Gedanken austaufchen, dies von dem Boden der Londoner Beschlüsse aus geschehen wird. Der Gedanke, I ©erbten tn die Arme zu fallen, so lange es nichts tut, als die Un- ? Verletzlichkeit des ihm von den Mächten zugebilligten Gebietes z» verteidigen, konnte selbstverständlich nirgendwo auttauchen. |
Aber auch der griechisch-türkische Gegensatz ist noch nicht behoben. So meldet die „Frkf. Ztg." aus Konstantinopel: Beträchtliche türkische Streitkräfte sollen, wie hiesigen diplomatischen Kreisen gemeldet wird, aus Eümüldschina in das neugriechische Gebiet vorgedrungen sein und Melnik, Newrokop bedrohen. Eine direkte Bestätigung steht noch aus.
Ferner wird aus Salonik gemeldet, daß in den letzten Tagen ansehnliche Truppennachschübe dort angelangt sind, die ins Innere transportiert werden. Man glaubt, daß Griechenland für alle Eventualitäten Vorsorge trifft. Man hat in Athen, ebenso wie hier, immer geringere Hoffnung für den Abschluß des griechisch- türkischen Friedens. Es kann heute als feststehend angesehen werden, daß die Pforte das Zustandekommen des Friedens von der Erledigung der Znselfrage abhängig macht, während es vor einiger Zeit noch schien, als ob der Frieden unabhängig von der Znselfrage geschlossen weredn könnte.
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Deutsches Reich.
— Der Dank der Kronprinzessin. Berlin, 26. Sept. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß: „Der Frau Kronprinzessin sind auch in diesem Zahle zu ihrem Geburtstage aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes und darüber hinaus so außerordentlich viele Glückwünsche zugegangen, daß Hochstderselben die Beantwortung jedes einzelnen unmöglich ist. Zhre kaiserliche und königliche Hoheit lassen daher allen, die ihrer so freundlich gedacht haben, auf diesem Wege Höchstihren besten Dank für die erwiesene Aufmerksamkeit ausdrücken. Danzig-Langfuhr, 25. Sept. 1913. Im höchsten Auftrag v. Behr, Kammerherr."
— Bedeutsame Wertsteigerung für Moor- und Heideländerelen. Der beste Beweis für den enormen Nutzen, den die Kultivierung von Moor und Oedland der Bevölkerung bringt, ist die Entwickelung der Bodenpreise in den, der Kultivierung unterzogenen Gebieten. Wo früher unfruchtbares Heideland und nicht nutzbarer Moorboden war, auf dem die einfachen, manchmal sogar sehr ärmlichen Wohnstätten der Bewohner jener Gegenden, standen, erstrecken sich heute fruchtbare Felder und prachtvolles Weideland. Natürlich steigt dadurch der Bodenmeri sehr bedeutend, und der Wohlstand der Bevölkerung hebt sich zusehends. So kostet heute beispielsweise im Kreise Osnabrück der Hektar des kultivierten früheren Moorlandes 450 und 500 M, und im Kreise Hümmling ist der Wert eines Grundstückes, das früher mit 6000 Jl bewertet war, auf 25 000 M in kurzer Zeit gestiegen. Diese Zahlen reden eine sehr deutliche Sprache. Sie beweisen, daß man mit der Moorkultur auf dem richtigen Wege ist, und zeigen, wie große Strecken deutschen Landes noch weiterhin für die Kultur gewonnen werden können, die früher als nutzlose Wüste galten.
— Zum Kampf in der Zigarettenindustrie über die Trustfrage wird gemeldet, daß auf ein Schreiben des Hansabundes der Staatssekretär des Innern mitgeteilt, daß die Bewegung der deutschen Zigarettenindustrie gegen den amerikanischen Tabaktrust von den Behörden schon seit langem mit Aufmerksamkeit verfolgt wird und daß bereits vor mehreren Monaten die beteiligten Ressorts wegen Einleitung einer im Reichsamt des Innern abzuhaltenden Enquete über diese Frage in Verbindung getreten sind.
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Ausland.
* * Bom italienischen Ministerrat. Rom, 26. Sept. Der Ministerrat ist heute nachmittag zusammengetreten, um über die Auflösung der Deputiertenkammer, über die Einberufung der Wähler und über bas Expose zu beraten, bas bie Gründe der Auflösung darlegt und gleichzeitig mit dem Auflösungsdekret veröffentlicht werden soll. Nach der „Tribuna" findet der erste Wahlgang am 26. Oktober, die Stichwahlen am 2. November statt. Die Kammer wird auf den 26. November einberufen werden.
* * Die französischen Manöver. Paris, 26. Sept. Der „Matin" bespricht heute die letzten französischen Manöver und sagt, daß sie keinen guten Eindruck hinterlassen hätten. Die meisten Regimenter hätten eine ungenügende militärische Ausbildung gezeigt. Wie könne es aber auch anders sein. Es fehle bei fast allen Regimentern eine größere Anzahl Offiziere und den Korps fehle es an Uebungslagern. Das 17. Armeekorps habe überhaupt (eins. Das 16. und 18. französische Korps hätten zwei Uebungsplätze, die jedoch von sehr problematischem Wert wären. Das 12. Armeekorps hätte ein einziges Uebungslager, auf dem die Truppen auch einexerziert würden, und diese Truppen hätten sich als die bestausgebildeten erwiesen. Der „Matin" macht die Generale und ihre Stäbe hierfür verantwortlich. Diejenigen, welche den letzten Manövern beiwohnten, hätten Gelegenheit gehabt, zu sehen, daß General Joffrö außer sich war und den Chefs der Truppenabtei- lungen strenge Vorwürfe machte. Ein ungetrübtes Urteil könne man sich aber erst bilden, wenn die Kritiken und Berichte beim Kriegsgericht alle eingelaufen und von ihm studiert worden feien. Auf technischem Gebiete habe sich gezeigt,, daß die Uebermittelung der Befehle von dem einen Truppenteil zum andern viel zu viel Zeit in Anspruch nahm und auch zu vielen Mißverständnissen führte. Häufig seien die Befehle irttümlich in das gerade Gegenteil verwandelt worden.
* * Verschwörung in Portugal. Madrid, 26. Sept. Die Zeitungen veröffentlichen eine Nachricht aus Badajoz, wonach portugiesische Verschwörer sich anschickten, Unruhe leichterer Art in ganz Portugal hervorzurufen, um die Aufmerksamkeit bet Regierung abzulenken, währenb bte Streikräfte ber Royalisten tn bas nördliche Portugal eindringen. Die Nachrichten stammen von in Portugal festgenommenen Monarchisten. Die Regierung in Lissabon fyit diejenige in Madrid gebeten, Monarchistenanwerbungen in Spanien unmöglich zu machen. — Die Zeitung „O Mundo" ver
öffentlicht aus dem Geständnis der Verhafteten folgende Einzelheiten: Fünf Syndikalisten waren ausersehen, nachts in Vintttk in den Park des Ministerpräsidenten Affonso Costa einzudringen und eine Bombe gegen das Haus zu werfen. Sobald der Minister am Fenster erscheinen würde, sollten sie ihn mit RevolverschüffeiT töten. Dies sollte das Zeichen zum Ausbruch einer Revolte fein. Nach den Aussagen der anderen Verhafteten sollte der Kriegs- mtnister Pereira Bastos auf die gleiche Weise ermordet werden. Radikale Republikaner und Monarchisten sollen den Verschwörern angehören.
* • yat Ferdinand. Sofia, 26. Sept Der König der Bulgaren wird demnächst ins Ausland reisen, um sich einer Kur von kurzer Dauer zn unterziehen.
• • Das türkisch-bulgarische Uebereinkoinmen betr. die Muftis bestes aus einer Sonderkonvention mit neun Artikeln, die auf der Grundlage der Konvention von 1909 die Art der Wahl der Muftis und des Ober- musti regelt, der die Investitur von dem Scheich uel Islam erhalten rotrb. Die neue Verfügung befttmmt, daß in jedem Difttikte ein« muselmanische Gemeinde gebildet werden soll, die von der bulgarischen Regierung als moralische Person anerkannt wird und tle Bakusgiiter auf ihren Namen wird eintragen und auch anderes Eigentum wird besitzen können. Die bulgarischen Gemeinden in der Türkei werden alle Rechte anderer, nicht muselmanischer Gemeinden genießen. Die türkischen Delegierten beharrten auf der endgültigen Lösung der Frage des Vakufs. Die Kapitalisierung dürste eine Summe von 1% Millionen Pfund ergeben.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Ztg." gestattet.)
Marburg, 27. September.
* Kreisausschuß und Ueberlandzentrale. Zn ber heute im Fürstenhaus abgehaltenen Sitzung bes Kreisausschusses gaben bei ber Beratung ber Frage bet Versorgung bes Kreises Marburg mit Elektrizität bie Vertreter Marburgs bie Erklärung ab, baß bi« Stabt bereit sei, bte Versorgung bes ganzen Kreises mit Elektrizität zu übernehmen. Der Kretsausschuß beschloß beshalb, von wei- teern Schritten Abstand,zu nehmen und bie genauere Offerte bet Stobt abzuwarten.
• Di« Oberrealschule nebst Realgymnasium beging heute die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Am Freitag nachmittag unternahmen die Schüler einen Ausflug in Gestalt eines Kriegsspiels, der mit einer Ansprache des Professors Jänecke auf dem Frauenberg feinen Abschluß fand. Heute morgen entwickelte der Direktor in kurzer Ansprache die Geschichte der Anstalt, die am 8. Oktober 1838 hier als Realschule in dem alten Lazaretthaus« am Grün eröffnet worden ist und ging besonders auf den Zweck, die Aufgabe und die Erfolge der Schule ein. Zum Schluß übergab er ein von dem Lehrerkollegium gestiftetes, prächtiges Oelgemälde, den ersten deutschen Hohenzollernkaiser im Krieg« 1870/71 darstellend. Dann wurde den Schülern eine von Professor Dr. Hauck verfaßte Zusammenstellung: „Lehrer und Abiturienten der Marburger Oberrealschule von 1901—1913" eingehändigt.
* Südschule. Heute vormittag um 8 Uhr versammelten sich die Mitglieder der Stadtschuldeputation, das Lehrerkollegium der Anstalt und die Schüler der drei oberen Knaben- und Mädchenklassen in der Aula, um dem in den Ruhestand tretenden Herrn Lehrer Karl Trusheim einen festlichen Abschied zu bereiten. Die Feier wurde durch erhebend« Gesänge des Schülerchors der Anstalt eingeleitet und geschlossen. Zuerst richtete Herr Oberbürgermeister Troje als Vorsitzender der Stadtfchul- deputation eint ehrenvolle Ansprache an den Scheidenden, dem er als ) Zeichen der allerhöchsten Anerkennung feiner Verdienste den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens an die Brust heftete. Hieraus entrollte Herr Rektor Hentz« als Leiter der Schule in warmempfundenen Worten ein treues Bild von der 43jährigen amtlichen Tätigkeit des Herrn Trusheim tn Uchtdorf, Dreihausen und Marburg, während der et Über 2000 Kinder nicht nur unterrichtet, sondern auch innerlich bereichert und gefestigt habe. Die in Uchtdorf und Drethausen zugebrachten Jahr« müßten eigentlich als Kriegsjahre doppelt gerechnet werden, weil er dort unter besonders schwierigen Verhältnissen in übergroßen Klassen habe unterrichten müssen. Hier in Marburg habe er manchen Fortschritt int Schulleben entstehen sehen und weiterverfolgen können. Er selbst hab« das Seinige dazu beigetragen, daß nützliche Kenntnisse und gute Zucht in Marburgs Kinderwelt eingezogen seien, stets erfüllt von dem Geist« Luthers. Eine Statue dieses Eottesmannes Überreichte der Redner als Gabe des Lehrerkollegiums, das seinem verehrten Senior die besten Wünsche in den beginnenden Ruhestand nachrufe. Die Schülerinnen der obersten Mädchenklasse überreichten dem scheidenden Lehrer ihr prächtig gerahmtes Bild. Ties bewegt dankte Herr Trusheim für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen. Er habe stets das Beste gewollt, und er fei Gott dankbar dafür, wenn seine Tätigkeit nicht vergeblich gewesen sei. — Wit wünschen dem verehrten Herrn Lehrer Trusheim von Herzen, daß es ihm vergönnt sein möge, noch recht viele Früchte aus den Samenkörnern heranreifen zu sehen, die seine Hand in den lockeren Boden der (inblidjen Herzen streuen durfte. Schüler und Eltern, Kollegen und Vorgesetzt« werden ihm ein treues, dankbares Andenken bewahren.
• Ein« Anleihe für die Landstraßen de« Bezirksvtrbandes Cassel. Der Landesausschuß hat sich, wie das „Cass. Tgbl. erfährt, in seiner vor» gesttigen Sitzung nochmals mit der im vorigen Jahre beschlossenen Aufnahme einer Anleihe von 500 000 X befaßt. Diese Anleihe, die di« Mittel zur Belegung der Landstraßen des Bezirksverbandes Eassel mit Kleinpflaster beschMen sollte, ist vom Minister des Innern nicht ge- nehmigt worden^^edenfalls ist der vorgesehene TUgungssatz als zu gering erachtet worden. Der Landesausschuß hat nunmehr beschlossen, einen höheren Tilgungssatz vorzusehen.
X. Der Landesausschuß des Regierungsbezirks Eassel hat in seiner Sitzung vom 24. d. Mts. auch den Plan über die Verteilung der Dotationssumme von 91177.33 X für das Etatsjahr 1913 nach ß 7 des Reglements über die Gewährung von Unterstützungen an leistungsschwache Kreise und Gemeinden im Regierungsbezirk EaM beraten und nach dem Vorschlag« genehmigt. Es sind hiernach folgende Unterstützungen bewilligt worden: A. Für Armenzwecke 62 680.76 X, und zwar: 1. für Wander- arbeitsstätten: Für die im Regierungsbezirk Eassel errichteten Wanderarbeitsstätten für bas Etatsjahr 1913 : 34 930.76 X. (Diese Summe berechnet sich wie folgt: Zuschüsse zu den Kosten der Wanderarbeits- ftätten Eassel 11335 X, Debra 18950 X. Hanau 18000 X, Marbur»