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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gelpalten« Zeil« oder .ß <x deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 *Z, für 4Ö,
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn
1913.
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das ent» was
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die Erlaubnis zur Rückkehr. Er ließ einige verhaften und vor Kriegsgericht führen. Einer Anzahl Muselmanen gelang es zu kommen. Sie erzählten, daß die griechischen Offiziere ihnen alles, sie bei sich gehabt hätten, sortnahmen.
Belgrad, 24. Sept. Die heutige „Prawda" erfährt
Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
stört, nachdem die ganze Einwohnerschaft tirbte Bajonette bet Serben getrieben worden war.
Da» albanisch« „Heer" und der albanisch« Kriegsschauplatz.
Hebet die Gröhe der albanischen Streitkräfte gegen Serbien und über den Kriegsschauplatz bei den Kämpfen gegen die Serben wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Hebei die Gröhe bet Streitkräfte kann man nur Vermutungen haben, da über die Ausdehnung der Kämpfe kein« genaue Nachrichten vorliegen. Immerhin kann gran annehmen, da- 8 bis 10000 Albanesen unter Waffen stehen. Auch über di« Bewaffnung weih man genaues nicht. Es wird zwar behauptet, dah Essad Pascha über 24 Geschütze und 36 Maschinengewehre verfügt, man darf aber diese Angabe bezweifeln. Wahrscheinlich verfügen die Albanesen nur über Gew-Hre, so dah st« also in einem Kampf gegen Serbien weit unterlagen wären, wenn st« nicht, was vermutet wird, bulgarische Hnterstützung hinter stch haben. Di« bisherigen Zusammenstörh« haben stch auf drei verschiedenen Kriegsschauplätzen abgespielt, bei Dibra nahe der serbischen Grenze, bei Djakova und Prizrend ebenfalls an der serbischen Grenze und tn der Gegend von Tuzi und Eusinje. Die Kämpfe von Dibra, Djakova und Prizrend spielen stch auf einem Raum ab, der eine Länge von nahezu 100 Kilometer hat. Die Serben haben also keine leichte Arbeit. Allerdings stnd die serbischen Erenzgarnisonen und Posten stark und gut bewaffnet. Die Kämpfe bei Tuzi haben zum Schauplatz das Gebiet, auf dem im ersten Balkankriege. schwere Kämpfe stattfanden. Hier handelt es stch um die Rückeroberung eines Landestetles, der nach den Londoner Bestimmungen an Montenegro fallen sollte. Die Aussichten auf albanisch« Erfolge stnd nur sehr gering. Serbien kann, abgesehen davon, dah sein« Erenzbesatzung schon an stch stärker ist als die Zahl der zunächst vorhandenen albanischen Kämpfer, bedeutende Truppenmasten aufbringen, gegen die ein Kampf sinnlos wär«. Besonders fällt dabei ins Gewicht, dah di« albanischen Streitkräfte keine ausgebildeten Truppen unter mili» tärifcher Leitung find, sondern nur unvorbereitete und schlecht bewaffneie Männer aus dem Volk, während Serbien über ein wohlausgebildetes und schlagbereites Heer verfügt. Die Albanier sind allerdings überaus mutig, ihr Fanatismus kann aber die anderen Mängel nicht entfernt ausgleichen. Das haben die albanischen Aufstände der letzten Zahre hinreichend bewiesen.
„Es wünscht Sie jemand zu sprechen, Herr Zustizrat."
„Jetzt, so früh! Sie 'wissen doch, dah meine Tochter in der Kirch« ist und dah ich tn ihrer Abwesenheit für niemand zu sprechen bin." —
Er sprach sehr laut und langsam, wie es seine Schwerhörigkeit mit stch brachte.
Birkner sah ihn bittend an.
„Machen Sie nur heute einmal eine Ausnahme, Herr Zustizrat. Die junge Dam« wird sehr laut und deutlich sprechen und ich kann ja auch helfen, wenn es nicht gehen will."
„Eine Dame? Ja, zum Donnerwetter, Birkner, sind Sie denn r«in des Teufels. Jetzt beim Frühkaffee empfange ich doch keine junge Dame."
„Sie bringt wichtige Botschaft; es ist sehr dringend. Ach, Herr Justiz- rat, bitte, lasten Sie die Dame vor."
Schröter stutzte.
„Wichtige Botschaft? Birkner, Sie wissen, was da los ist; 'raus mit der Sprache!"
„Ich möchte Sie nicht aufregen."
In das blaffe Ereisenantlitz stieg eine leise Röte.
Ein unruhig forschender Blick ruhte auf Birkners aufgeregtem Gesicht.
„Botschaft von — von meiner Tochter Klara am Ende?"
Birkner nickte eifrig.
Schröter legte die Hand über die Augen.
„Endlich ein Lebenszeichen", murmelte er. Dann winkte er Birkner, die Dame hereinzulassen.
Wenige Sekunden später stand Regina vor ihrem Großvater.
Ihre kindlich schmalen Formen sahen tn dem schwarzen Kleidchen noch schlanker aus und aus dem Gesicht hatte die innere Aufregung jeden Blutstropfen vertrieben.
Der Zustizrat erhob stch langsam und sah starr und erschrocken in das blasse Gesicht, das ihn doch so sehr an sein verschollenes Kind gemahnte. Dann sah er zu Birkner hinüber.
„Klaras Kind?"
Er fragte es tonlos.
Birkner neigte nur stumm den Kopf.
Da brach der alte Herr fassungslos in seinem Stuhl zusammen.
„Sie trauern — um Zhre Mutter?" frug er das Mädchen.
Sie bejahte durch ein Zeichen und sah ergriffen, daß heiß« Tränen über da» durchfurcht« Antlitz de» Großvater» rannen.
(Fortsetzung jÄO)
mehrerer Regimenter ist in vollem Zuge.
Paris, 25. Sept. Rach einer Blättermeldung aus Konstantinopel soll die türkisch« Regierung entschlossen sein, dem albanischen Abenteper fernzubleiben. In den letzten Tagen sollen zahlreiche Albaner aus Konstantinopel ausgewiesen worden sein.
W i e n, 25. Sept. Die serbische Regierung hat an die Mächte eine Rote gerichtet, in der sie sich darüber beschwert, daß bulgarische Offiziere die Albaner anführen.
B e l g r a d, 26. Sept. Rach den letzten Meldungen haben die Albaner Ealitschnik genommen. Kitschowo, Eostiwar und Kal- kandelen sind von Flüchtlingen überfüllt. Wie gemeldet wird, sollen auch schon Struga und Ochrida in den Händen der Albaner, sein. — Die Albaner haben nach erbittertem Kampfe gegen schwache serbische Truppenabteilungen Ealitschnik und Mawrrn genommen. Dienstag haben starke Abteilungen Djakowitza angegriffen, wurden aber zurückgeworfen. Sie hatten gegen 400 Tote und 600 Verwundete. Die Albaner bereiten von zwei Seiten den Vormarsch auf Monastir vor, von Dibra und Elbassan.
W i e n, 26. Sept. Die „Albanische Korrespondenz" teilt mit, daß der Kampf gegen die Serben nur von den Bewohnern der Gebiete geführt werde, die von den Serben besetzt gehalten worden waren. Die albanische provisorische Regierung in Valona habe nichts damit zu tun. Als Valona wird gemeldet, daß Flüchtlinge aus dem Stamm der Hast und Krasnici erzählten, der Aufstand sei durch die Gewalttätigkeiten der Serben hervorgerufen. Diese hätten z. B. die Einwohner dtzs Dorfes Fachny köpfen wollen. Als sie stch widersetzten, wurde das ganze Dorf vernichtet. 73 Personen, darunter Frauen und Kinder, wurden in ein Haus gesperrt und lebendig verbrannt. Mehrere andere Dörfer wurden ebenfalls zer-
PoMsche Umschau.
Die Welfenftage.
Al» verfahrene Angelegenheit wird von nationalen Blättern die Regelung der Welfenftage betrachtet, so schreibt die „Rhein.-Westf. Ztg.": „Diese Begründung (es gebe keinen hannoverschen Thron) ist so albern al» möglich. Sollte sich ein Regierungsvertreter mit einer solchen Erklärung auf dir Tribüne des Reichstages wagen, so verdiente et wie ein Hanswurst ausgelacht zu werden. Daß es kein „Recht" der Welfen auf Hannover gibt, wissen wir alle, und diese Tatsache bestreiten nut di« Welfen. Aber der Cumberländer und sein Sohn, neuerdings auch noch di« Kaisertochter selber, erheben Ansprüche auf Hannover. Und um dies« Ansprüche auf den hannoverschen Thron handelt es sich. Dieser Ansprüche der Welfen auf Hannover wegen hat Kaiser Wilhelm I. im Verein mit Bismarck den Bundesratsbeschluß von 1885 herbeigesührt und aus dem gleichen Grunde hat Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1907 durch den Fürsten Bülow den Bundesrat bearbeiten lassen, damit er abermals den Welfen den Zugang zu Braunschweig versage. Wenn diese feierlichen BeschlLff« heute für nicht» erachtet werden, so darf man wohl fragen, ob die Bundesräte etwa chinesische Wackelköpfe sind, die 1907 noch auf Befehl des Kaisers „Nein!" wackelten, und 1913 auf Befehl desselben Kaisers „3a“ wackeln werden, obwohl die Voraussetzungen ihres Beschlusses von 1907 ebenso wenig erfüllt stnd, wie jene von 1885."
Dem „B. T." wird zu der Angelegenheit aus Braunschweig geschrieben: „In den Kreisen der welfischen Parteileitung versichert man, bet Reichskanzler habe in langwierigen Verhandlungen mit dem Herzog von Eumberland und seinem Sohn vergeblich einen Verzicht, beziehungsweise die Erlaubnis, die Erklärung des Prinzen Ernst August vom 20. April 1907 im Sinne eines Verzichtes zu deuten, durchzusehen gesucht. Die Sache habe so gestanden, daß der Prinz drauf und dran gewesen sei, feine
Marburg
Freitag, 26. September
Belgrad, 24. Sept. Die für die Operationen gegen die Albaner aus acht Regimentern gebildete Drindtvision befindet sich auf dem Marsche nach der albanischen Grenze.
S o f i a, 24. Sept. Rach einer Meldung der „Agence Bulgare" stnd die bulgarischen Grenzposten bei den Dörfern Dladovtzi und Ritsch im Bezirke Strumitza von serbischen Soldaten und türkischen Baschibozuks angegriffen worden. Das Eewehrfeuer dauerte mehrere Stunden.
Sofia, 24. Sept. Eine Meldung der „Agence Bulgare" besagt: Die serbischen Behörden führen in den Ortschaften des Bezirks Rado- vischte und im ganzen übrigen Mazedonien, dessen Bevölkerung massenweise flüchtet, ein Schreckensregiment ein. Hundert Flüchtlinge sind au» dem Strumnitzabezirk hier eingetroffen und vermehren die schon sehr große Zahl von Flüchtlingen. Die bulgarische Regierung Übermittelte deshalb der russischen Gesandtschaft, welche die serbische Regierung ver- tritt, eine Note. Die griechischen und türkischen Rinwohner von Melnik, welch« die griechischen Militärbehörden nach der Zerstörung ihres Eigen- tums gewaltsam mitsichführten, um sie angeblich vor der bulgarischen Herrschaft zu retten und die in die kleine Stadt Kruschovo im Bezirk« Serres gebracht roortfen waren, wollten nach Bulgarien zurückkehren. Der Kommandant von Kruschovo, Leutnant Dimitri Djiba, verweigert«
„O, Sabina, so gut ist's mir lange nicht geworden. Ich danke Ihnen tausendmal."
„Nicht nötig, Kindchen. Nun schlafen Sie tüchtig aus, morgen hilft Gott weiter. Gute Nacht!" _
„Gute Nacht, liebe, gute Sabina.“
Arn andern Morgen trat Birkner, in eine Art Livree gekleidet, in das Schlafzimmer des Justizrats. Er trug Anzug und Stiefel an das Bett, in dem der alte Herr noch lag.
Dieser sah nach seiner Taschenuhr, di« neben ihm auf dem Nachttischchen lag.
„Sie kommen fünf Minuten zu früh, Birkner."
„Mag sein, Herr Justizrat, meine Uhr geht wohl falsch."
„Dann stellen Sie sie nur gleich richtig. Pünktlichkeit ist das halbe Leben."
Birkner drehte gehorsam an seinem Chronometer, obwohl er ganz richtig ging. Er wollte nur möglichst viel Zeit für seinen Schützling et» übrigenn, denn Luis« rüstete sich schon zum Kirchgang.
Schröter kümmerte sich aber nicht um seine Ungeduld. Gemächlich, wie jeden Morgen, machte er seine Toilette.
Er war groß und hager. Den Kopf trug er ein wenig vornüber geneigt, sonst hielt er sich aber stramm Ein langer, schneeweißer Vollbart fiel in zwei Spitzen über die Brust herab und den scharfgeschnittenen Kopf bedeckte dichtes, weißes Haar.
Er war ein schöner, alter Herr. Sein Anzug bestand stets in einem langen, schwarzen Tuchrock und gleichem Beinkleid, blütenweißer Wäsch« und Halsbinde. Er liebte die größte Akkuratesse und Sauberkeit tn seinem Aerßern und litt kein Stäubchen an sich.
Als et fertig war, brachte ihm Birkner auf einer Platte das Frühstück, stellte ihm Zigarren und Feuerzeug zurecht und legte die Zeitung vor ihm hin.
Schröter ließ sich behaglich in einen großen Lehnstuhl nieder und faßte nach der Zeitung.
Da» war sonst für Birkner das Zeichen, sich zurückzuziehen. Heute holte er vom Schreibtisch das Hörrohr des alten Herrn herüber, das dieser im Verkehr mit Menschen zu benutzen pflegte, die nichts von seinem Leiden wußten oder nicht laut genug sprachen. Er legte es hin und blieb bann vor ihm stehen.
Schröter sah ihn verwundert ftagenb an. - -->! •
„Was soll ba»t* ,
„Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
aus
Regierungskreisen, daß die gesamten Truppen in den neuen serbischen Gebieten bereits gegen die Albaner marschieren. Eine weitere Verstärkung werde in spätestens drei Tagen an Ort und Stelle eintreffen. Man hoffe, daß der Aufstand, dem man keine große Bedeutung beilege, in kürzester Frist niedergeschlagen sein werde. Ministerpräsident Pasitsch wurde telegraphisch heilr» berufen. Sämtliche aktiven Offiziere, die in Belgrad weilen, wurden zu ihren Kommandos einberufen. Die Mobilmachung
i - (Nachdruck verboten.)
Das Recht auf Glück.
Roman von Hedwig Contths-Mahlet.
(Fortsetzung.)
„Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, ich habe die Zeit versäumt. Dafür will ich mich nun beeilen.“
„Daß wir wieder halbrohe Beeffteaks bekommen."
„Der Herr Justizrat wünscht sie englisch."
„Ich will aber meines durchgebraten haben."
„Schön, gnädiges Fräulein."
Eilig streifte sie die Aerrnel des sauberen Waschkleides auf, schürte bas Feuer und hantierte eifrig am Herd.
„Hier ist ein Ei zur Abendsuppe und diese Rester wärmen Sie auf für stch und Minna."
„Sehr wohl."
„Die Meiern kriegt Wurst und Brot, ich hab'» auf den Tisch gelegt. Rusen Sie Minna, damit sie den Tisch deckt."
Auch dies besorgt« die alte Frau und Minna, das Zimmermädchen, (egte das Tischgeschirr auf ein großes Tablett und trug es hinauf in das Speisezimmer.
Luise Schroter schaute noch «in« Weile verdrossen zum Küchenfenster hinaus, dann schloß sie die Speisekammer ab und verschwand.
Frau Birkner tummelte sich rührig und war in kurzer Zeit fertig.
Sie setzte die fertigen Speisen für die Herrschaft auf das Tablett, welches Minna leer wieder heruntergebracht hatte, und ließ si« hinauftragen. Dann teilte sie Minna und der Scheuerfrau ihr Abendbrot zu und nahm für sich und ihren Mann das Uebrige mit.
Schnell breitete sie in ihrem Wohnzimmer dann ein Tischtuch auf, fetzte di« Suppe und das gewärmte Gemüse vom Mittag darauf und leb Regina und ihren Mann zum Essen ein.
Die beiden Alten sahen erfreut, wie es dem jungen Mädchen schmeckte, And heuchelten kolossales Sattsein, damit sie tüchtig zulangte.
Nach dem Essen überzog Babina ihr Bett mit frischem Binnen und frtadjte da» junge Mädchen zur Ruhe. Als diese in den weichen, weißen Kiffen lag und sich das alte,guteFrauengesicht über st« beugte, schlang st« B» schlank Arme um den Hal» der alten Frau. ,.
Serbien und Albanien.
In dem „Neuen" Serbien ist fast Über Nacht ein neuer Balkan- ffampf entstanden, der wiederum neue Verwickelungen herbeiführen kann. Daß die Großmächte bereits dem Kampfe ihre Aufmerksam- teit widmen, geht aus folgender Berliner Meldung der „Köln. Ztg." hervor: „Bei dem Jntereffe, das die Mächte an der Gestaltung der Verhältnisse in Albanien nehmen, läßt sich erwarten, daß diese die Gefahren, welche der neue Zwist für den mühevoll hergestellten Balkanfrieden verursachen könnte, rechtzeitig beschwören werden." Die „Times" erklärt, daß die Unruhen in Albanien wesentlich die Folge der Verzögerung der Einsetzung der von Sir Edward Grey angekündigten internationalen Kontrollkommission seien und daß diese Verzögerung wiederum auf das merkwürdige Zaudern Oesterreichs in der Ernennung eines Vertreters in der Kommission zurückgehe. Die „Albanische Korrespondenz" erfährt von maßgebender Seite aus Valona: „Bei der albanischen Bewegung handelt es sich ausschließlich um Kämpfe, welche die an Serbien abgetretenen Albaner infolge der serbischen Unterdrückung in den abgetretenen Gebieten führen, also rein innere Wirren in Serbien, die mit dem albanischen Staate und dessen leitenden Männern in gar keinem Zusammenhänge stehen."
Ueber die Stellung einzelner Großmächte liegt eine Aeußerung Uber Oesterreichs Haltung vor:
Wien, 25. Sept. Gegenüber den Berichten über den Albaneraufstand in Reuserbten empfiehlt das „Reue Wiener' Tagblatt" möglichste Reserve, Kühle und Nüchternheit bei der Beobachtung der weiteren Entwicklung. Nirgends mehr als in Oesterreich-Ungarn habe man Grund, diese Vorgänge aufmerksam zu verfolgen und nirgends mehr als in Wien und Rom werde die Störung der ruhigen Konstituierung des neuen Albanien bedauert. Oesterreich-Ungarn und Italien hätten dem europäischen Frieden anerkanntermaßen einen großen Dienst geleistet, als sie trotz großen Unbehagens ihre Unterschrift unter das Londoner Protokoll setzten. Die Durchführung der Londoner Beschlüsse sei jetzt aber auch die Grundlage für die Haltung Oesterreich-Ungarns; ebenso habe Serbien seine Verpflichtungen zu erfüllen. Oesterreich- Ungarn werde den Albanern die Wahrung der Ruhe aufs dringendste nahelegen. Serbien aber solle bei den Bemühungen zur Herstellung der Ruhe das in London abgegrenzte Albanien respektieren. Jeder Schritt über das unbedingt Nötige hinaus könne für Serbien nur neue Schwierigkeiten verursachen. Gegenüber der etwaigen Neigung in manchen politischen Zentren des Auslandes, die Lage sehr pessimistisch aufzufassen, um den großen militärischen Vorkehrungen Serbiens Nachdruck und Berechtigung zu geben, könne nur neuerlich konstatiert werden, daß Oesterreich-Ungarn auf den Londoner Abmachungen beharre, und vorläufig eine internationale Komplikationen nicht zu besorgen sei.
Weiter wird gemeldet:
Paris, 25. Sept. Das „Echo de Paris" meldet aus Saloniki: Effad Pascha hat eine eigene Verwaltung eingerichtet. Er erklärt, daß die provisorische Regierung verschiedene ihrer Verpflichtungen nicht beachtet habe. Man sagt, daß gestern 20 000 türkische Pfund, welche bei der Zollbehörde in Durazzo lagerten, mit Beschlag belegt worden sind. Da Essad Pascha von dem katholischen Erzbischof unterstützt wird, so ist sein Einfluß in der Pro- vinz Durazzo sehr groß und im Wachsen begriffen.
und den Beilagen: „Nach Feierabend",
««« und Feiertage. - Der Bezugspreis betragt m-rteliahrlich durck JI8 226 die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren 3eitungsffellen 2
frei ins Haus. - Verlag von Dr. C. Hitzeroth. - Druck der Hnrv - Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.