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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn

Marburg

und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertelsäbrlich dürft'

224 die Post 2.25 .« (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.-

1913

Mittwoch, 24. September j 3*««* 6015 be9

Buchdruckerei Z. A Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

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und Djakova waren die Angriffe besonders heftig. Die Grenz« kommandos verlangten dringend Verstärkungen, welche bereits abgegangen sind. Die Blätter bringen sensationell gefärbte Be­richte über die Grenzkämpfe.

Belgrad, 23. Sept. Gestern abend und heute vormittag hat unter dem Vorsitz des Königs ein Ministerrat stattgefunden, der die Mahnahmen behufs Herstellung der Ruhe und Ordnung an der albanischen Grenze und Rückweisung der in serbisches Ge­biet eingefallenen Albaner beriet. Wie verlautet, soll die Ein­berufung eines Teil der Reservisten und deren soforttge Entsen­dung an die albanische Grenze beschloßen worden sein. Die Re­gierung lieh heute den Großmächten eine ausführliche Darstellung über den Einfall der Albaner in serbisches Gebiet sowie über die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung an der Grenze übermitteln. Die Nachricht von dem Einfall der Albaner in Dibra ruft große Erregung hervor.

Paris, 23. Sept. Offiziös wird gemeldet, daß die Ver­tagung der internationalen Finanzkonferenz von den Mächten zu einem Meinungsaustausch über verschiedene Balkanfinanzfragen benutzt werden wird.

London, 23. Sept. Die Admiralität kündigt an, daß sie beschloßen habe, anfangs November ein Detachement der ersten Flotte, welches vier Linienschiffe des dritten Geschwaders, die Kreuzer des ersten Geschwaders und die leichten Kreuzer der dritten Flotille umfaßt, unter dem Kommando des Kontre- admirals Colville zu einer Kreuzfahrt im Mittelmeer zu ent- senden. Die Rückkehr wird Weihnachten erfolgen. Das vierte Schlachtgeschwader wird sich mit dem Detachement bei Gibraltar vereinigen. Im Anschluß daran sollen Manöver mit der Mittel­meerflotte im westlichen Teil des Mittelmeers abgehalten wer­den. Nach Schluß dieser Uebung wird die vereinigte Flotte, die dann acht Linienschiffe, drei Schlachtkreuzer, acht Kreuzer und acht leichte Kreuzer umfaßt, bis Alexandria kreuzen und verschiedene Häfen besuchen. Die dritte Flotille, bestehend aus 16 Torpedo­bootszerstörern, wird im Mittelmeer bleiben. Die Torpedoboots­zerstörer, die sich gegenwärtig dort befinden, werden nach England zurückkehren.

B e l g r a d, 24. Sept. Ministerpräsident Samu Prava sprach seine Verwunderung darüber aus, daß die Großmächte sich an­scheinend gleichgültig gegen die neuen Wirren in Albanien ver­halten, da doch die Großmächte erst Albanien geschaffen hätten. Die Großmächte wären moralisch verpflichtet, gegen derartige Uebergriffe der Albaner, die leicht zu einer neuen Balkanverwick­lung führen könnten, energisch vorzugehen. Die serbische Regie­rung hat eine Darstellung der Lage den Großmächten zukommen laßen.

W i e n, 24. Sept. DieAlbanische Korrespondenz" veröffent­licht einen Brief des Jßa Boljetinaz, in dem es heißt: An dem Blut, das nun vergoßen wird, ist die Ungerechtigkeit Europas schuld. Es war ein furchtbares Unrecht, Koßowo, das Herz Alba­niens, in die Hände unserer Feinde zu geben. Was in unserer Heimat seit Monaten vor sich geht, ist unsagbar. Viele unserer besten Männer haben auf dem Galgen oder unter den Kugeln und Bajonetten der Serben geendet. Unseren Brüdern in der Ma- lissia haben die Serben die Märkte gesperrt und ihnen gesagt: Entweder verlangt Eure Einverleibung in Serbien oder ver­hungert. Bis ins Herz der Maliffia sind serbische Truppen ge­drungen. Auf allen Gebirgswegen haben sie den Malißoren auf­gelauert und sie niedergeknallt. Europa wollte unsere Klagen nicht hören. Wir greifen jetzt zu den Waffen, um unsere Feinds zu verjagen oder zu sterben.

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Deutsches Reich.

Konsul Schlieben in Belgrad ist, wie die Blätter berichten, nicht nach Ecuador versetzt, sondern in Pension gegangen. Konsul Schlieben beabsichtigt, in Belgrad, das ihm eine zweite Heimat geworden ist, und wo er einen bedeutenden Wirkungskreis besitzt, ansässig zu bleiben und dort eine industrielle Agentur zu begrün­den, für die ihm eine Subvention der serbischen Regierung in Aus­sicht steht. Diese Agentur, für deren Begründung gerade jetzt, am Anfang einer Periode wirtschaftlichen Aufblühens, ein besonders günstiger Zeitpunkt ist, soll die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Serbien fördern und den beiderseitigen Liefe­ranten und Konsumenten als Mittelstelle dienen. Die bewährte Kraft des Konsuls Schlieben wird also auch nach seinem Aus­scheiden den deutschen Handelsintereßen in Serbien gesichert blei­ben. Bei der weitverzweigten Tätigkeit, die der Konsul jetzt im Dienst der Regierung hat, darf man natürlich für seine weitere Wirksamkeit bedeutenden Nutzen für die deutschen Interessen in Serbien erwarten. Uebrigens wird die Angelegenheit des Kon­suls demnächst im Reichstage zur Sprache kommen, wobei man eine genaue Klärung der Angelegenheit erwarten darf und erfahren wird, welche Gründung für die Pensionierung des Konsuls auf Seiten der Regierung maßgebend waren.

Günstige Befördernugsverhältniß« für Offizier«. Berlin, 23. Sept. DerNorddeutschen Allgem. Zeitung" geht folgende Mitteilung zu: Die durch die umfangreiche Heeresvermehrung für 1913 gestalteten Beförderungsverhältnisse der Offiziere sind, wie aus einer allerhöchsten Kabinettsorder ersichtlich ist, bedeutend günstiger. Hier treten bei unseren afrikanischen Schutztruppen wesentliche Veränderungen ein. Dementsprechend sind Berschte bungen notwendig. Am 1. Oktober verfügen die Schutztruppen Deutsch-Ostafrika, über 25 Hauptleute, in Deutsch-Südwestafrika über 25 Hauptleute, in Kamerun über 20 Hauptleute. Es müßen deswegen, da für die Schutztruppen In Deutsch-Ostafrika nur 17 Hauptleute, für Deutsch-Südwestafrika 13 Hauptleute und für Ka­merun 15 Hauptleutz zuständig sind, »ukünstig au- staat-rechtliche»

Vom Balkan.

1 Wien, 23. Sept. DieSüdffawische Korrespondenz" meldet »UL Belgrad: Albanische Streitkräfte in Kolonnen von 300 bis IpO Mann find seit Freitag nacht längs der ganzen Grenze in Kämpfe mit den serbischen Grenztruppen verwickelt. $4 Libra

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes nur mit der deutlichen QuellenangabeOberheß. Ztg." gestattet.)

Marburg, 24. September.

* UniversttSt. Die feierliche Einführung des neugewählten Rektors der Universität für das Amtsjahr 1913/14, Geh. Justizrat Prof. Dr. Ludwig Traeger, findet am 19. Oktober statt.

* Zur Aufführung der Sophokleischen Spürhunde im Marburger Gymnasium. Von Dr. E. M.-L. Das alte Märchenland Aegypten hat uns wieder ganz unerhoffte Schätze beschert. Diesmal war es nicht die fruchtbare Nilgegend, sondern grade die vom Fluß verschonten Gebiet« brachten den modernen Ausgräbern reichen Gewinn. Fand man doch hier in Mumien, ausgestopften Krokodilen, Kehrichthaufen und ver­schütteten Häusern jenen Schreibstoff der Alten, wonach wir noch heute unser Papier nennen, den Papyrus, und auf diesem Schreibstoff stehen jene nieerhofften Wunder: Griechische Literatur! Gewiß bietet di« Mehrzahl der gefundenen Papyri alles andere als literarische Werte; Rechnungen, Prozeßakten, Privatbriefe und dergl. finden sich in über­wiegender Menge. Wohl ist ihre Bedeutung für Theologie, Juris­prudenz, Geschichte und Philologie unbestreitbar, aber Ewigkeitswert« bieten uns erst die Funde griechischer Dichtung, die hier aus dem Wüsten­sand« aufersteht. Der wichtigste dieser Funde war bis vor kurzem der Menanderpapyrus, der endlosen Akten als Einwickelpapier gedient hat und so in einem Keller gefunden worden ist. Aber dieser, vor allem arg fragmentattsche Fund wurde im Vorjahr in Schatten gestellt durch die Entdeckung eines neuen Papyrus, den Spürhunden des Sophokles. Beide Papyrusfunde sollen nun bei der Gymnasialversammlung den bevorstehenden Philologentag gewißermaßen einleiten, und wenn auch bei der Tagung selbst kein Papyrologe zu Worte kommt einen größeren Erfolg hätte die junge Forschung mit der schönsten Rede nicht erreichen können sie läßt uns eben Taten sehen. Unserem Marburger Gymnasium aber gebühtt der wärmste Dank, daß es sich der schweren Aufgabe unterzogen hat, beide Stücke hier vorzuführen, das Sophokleische in der meisterhaften Ueberfetzung Earl Roberts (2. Auflage bei Weid­mann, Berlin 1913; 1.20 M mit vielen Bildern), den Menander in einer noch unveröffentlichten. Und während der Menander schon über viele Bühnen, vor Jahren auch über die Marburger gegangen ist, steht Marburg mit der Sophokles Aufführung mit an erster Stelle. Nur der berühmte Lauchstedter Theaterverein hat die Spürhunde unter der sachkundigen Leitung seines genialen Leiters Carl Robert im Juni dieses Jahres mit ungeheurem Erfolg aufgeführt, und nun in zuvor­kommender Liebenswürdigkeit seine kostbaren Kostüme den Marburgern überlaßen. Di« Spürhund« find keine Tragödie, sondern ein Satyrspiel. Solch ein Satyrspiel wurde bei den Griechen am Abend eines jeden Theatertages gespielt, nachdem der Hörer bereits drei ernste, wuchtige Dramen auf sich hatte wirken laßen. Da wollte man dann gewißermoßen als harmonischen Schlußakkord ein Spiel sehen, das mit leichtem Humor aus dem Ernst der Tragödie in den Alltag zurückführte. Darum er­warte niemand ein Drama, wie di« Antigone, auch keine übermütige Poße, di« ein Sophokles nie und nimmer hätte dichten können, und die auch niemals drei ernste, feierliche Tragödien hätte beschließen können. Nein, ein zartes, feines Spiel bekommt ihr zu sehen, ganz anspruchslos, und doch von Meisterhand gedichtet, fröhlich, ja oft bis zur Ausqelaßen- heit werden die Satyrlein tanzen und Hüpfen, aber keine Pointen er­hofft, keine satyrischen Witze eben keine Poße, sonderen ein heiteres Spiel. Und der Inhalt? Der kleine, kaum geborene Hermes hat die Rinder seines großen Bruders Apoll gestohlen, aber mit Hilfe der ge­schwänzten Satyrn und ihres zottigen Vaters Silen findet der Lichtgott sie wieder. Freilich überläßt er sie dann doch dem diebischen Götter­kind, weil es ihm die eben erfundene Kithara schenkt. Dies genügt zum Verständnis vollauf und nun kommt, und seht euch das Spiel an!

Born deutschen Hugenotten-Berein. Am Sonntag, den 5. Oktober findet in Rohrbach in Hessen die 9. General-Versammlung des deutschen Hugonotten-Vereins statt. Auch aus unserer Gegend dürften sich Nach­kommen jener ftanzösischen Einwanderer, die wegen ihrer Religion ihr Vaterland verlaßen mußten, an den Veranstaltungen beteiligen.

* Neuerungen im Postverkehr mit Oesterreich und Ungarn. Im Ver­kehr zwischen Deutschland, Oesterreich und Ungarn dürfen die Aufschriften von Einschreibsendungen und Paketen ohne Wertangabe mit Tinten- sttst geschrieben sowie auf der Vorder- und Rückseite des Abschnitts der Postpaketadreße und Postanweisungen Zettel mit Mitteilungen, Ee- schäftsanzeigen, Abbildungen usw. aufgeklebt werden. Die Zustellung von Eilsendungen in den Nachtstunden von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh kann der Absender dadurch verlangen, daß er auf der Sendung den Vermerkauch nachts" oder einen ähnlichen Vermerk anbringt. Ferner ist es im Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich (nicht auch Un­garn) statthaft, Anentwertet« odo- entwertet« Postsreimarken gegen

Rundschau.

Zur Welfenfrag«

erfährt dieTägl. Rundschau", daß die Verhandlungen in den ersten Tagen des Oktober zum Abschluß gelangen werden. Die Grundlage bilde der Brief des Prinzen Ernst August an den Kanzler. Nach Ansicht der maßgebenden Stellen, die auch von dem kaiserlichen Schwiegervater des Prinzen voll geteilt wird, biete dieses Schreiben eine vollständige Sicherheit für die loyale Ee- finnung des Prinzen. Der Herzog habe seine reichstreue und preußenfreundliche Gesinnung in vertraulichem Kreise oft betont und alle Gemeinschaft mit den Bestrebungen auf Wiederherstellung Hannovers abgelehnt. Zudem habe die Bevölkerung Braun­schweig allezeit treu zu Preußen gestanden. Vom 70jährigen Her­zog von Cumberland werde man eine ausgesprochene Ver­zicht l e i st u n g auf Hannover nicht verlangen, aus rein mensch­lichen Gründen nicht.Er muß sich aber verpflichten, sich jedes Versuches, in den Besitz von Hannover zu gelangen, zu enthalten, und alle Schritte zu unterlaßen, die die territoriale Integrität Preußens gefährden könnten. Auch soll es dem Herzog künftighin nicht gestattet fein, Bestrebungen zu unterstützen, die Preußens Ruhe und Frieden antasten. Ferner verzichtet der Herzog auf alle seine Rechte zugunsten seines Sohnes, scheidet als staatsrechtliche Persönlichkeit für Deutschland vollständig aus und hat künftighin nur mehr den Charakter einer Privatperfon." Die Frage werde dem Bundesrat im Oktober vorgelegt werden, und es fei zweifel­los, daß dieser sich einstimmig für die Thronbesteigung des Prinzen Ernst August in Braunschweig aussprechen werde.

Der Besuch König Konstantins.

Paris, 23. Sept. Präsident Poincarö hat dem griechischen Ministerpräsidenten Venizelos das Großkreuz der Ehrenlegion ver­liehen.

Paris 23. Sept. König Konstantin besuchte heute nachmit­tag den Minister Pichon und hatte eine lange Unterredung mit ihm.

Paris, 23. Sept. DerMatin" erfährt aus der Umgebung des Königs Konstantin, der König, der geglaubt habe, daß die am Sonntag im Elysee gewechselten Trinksprüche das von ihm beklagte Mißbehagen zerstreuen würde, zeige sich überrascht, daß die Toaste von der französischen Preße nicht so ausgenommen worden seien, wie er gehofft habe. Wenn er auch bedauere, daß seine Worte kein volles Verständnis (!) gefunden hätten, so habe er doch zum min­desten die Gewißheit, daß die Handlungen seiner Regierung be- jweisen, daß er gleich seinem Vater die engsten freundschaftlichen 'Beziehungen zu Frankreich unterhalten wolle. Aus Athen wird gemeldet, daß Venizelos dem französischen Geschäftsträger gestern für den dem König Konstantin in Paris bereiteten Empfang sei­nen Dank ausgesprochen habe.

Bald fängt übrigens die von anfang an lächerliche Geschichte französischer Bocksprünge an, dumm zu werden, bisher war sie we­nigstens heiter.

Die aufgeregten Franzosen.

Paris, 23. Sept. DerMatin" bespricht die in deutschen Blättern verbreitete Meldung, wonach bei den Manövern von Bit­burg ein französischer Journalist und ein anderer Auslänber, wahrscheinlich ein Offizier vom 141. Infanterie-Regiment in Epi- nal unter Spionage-Verdacht verhaftet worden seien. In Epinal liege, so meint derMatin", nur das 149. Infanterie-Regiment, von dem ein Major namens Gay sich augenblicklich auf einer Aus­landsreise befinde. Er habe sich in Berlin und auch an anderen , Orten Deutschlands aufgehalten. DerMatin" sagt, daß, wenn es sich bewahrheite, daß Major Gay verhaftet worden sei, die fran­zösische Regierung scharf gegen die deutschen Offiziere, die sich massenhaft in Frankreich und in den Gegenden der Erenzbezirke aufhalten und dort alles auskundschaften, vorgehen müße. Major ^Eay habe nichts anderes getan, als was tatsächlich in Frankreich Fon deutschen Offizieren gemacht würde, was man tagtäglich be­obachten könne. Der Major kannte die deutschen Sitten und die Strenge, mit der alle Diejenigen behandelt werden, die deutschen Manövern beizuwohnen wünschen, nicht. Bei dem Verhalten Deutschlands sei es die Pflicht der französischen Regierung, die Freiheit der sich in Frankreich aufhaltenden deutschen Offiziere be­trächtlich einzuschränken.

Es ist ja immerhin intereßant, durch denMatin" zu erfahren, daß Major Gay in Deutschland reist ! in welcher Eigenschaft?? Inzwischen wird außerdem bekannt, daß gar keine Verhaftung von Spionen in dem Manöver bei Bitburg vorgekommen ist, einem französischen Studenten wurde der photographische Apparat kon­fisziert, als er marschierende Truppen photographierte. Sehr richtig bemerkt dieTägl. Rundschau":Wir wollen nicht erst darauf eingehen, ob, was derMatin" von der Freiheit deutscher Offiziere in Frankreich behauptet, auch nur einen Funken von Wahrscheinlichkeit für sich hat, aber darauf Hinweisen wollen wir, rvie hellseherisch derMatin" ist. Er weiß ganz genau im voraus, was sein oder seine Landsleute getan haben. Es gibt aber eigent« jlich keinen größeren Narren, als so einen aufgeregten Franzosen,"

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

Der Anzeigenpreis beträgt für die "gehaltene Zeile oder f deren Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für 48. Reklamen die Zeile 60 4 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.

Gründen aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 8, für Deutsch« Südwestafrika 9 und für Kamerun 5 Hauptleute bezw. in Haupt­mannstellen befindliche Majors aus den Schutztruppen ausscheiden und in die Armee zurücktreten.

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Ausland.

Marokko. Patts, 23. Sept. Nach einer Blättermeldung au» Tetuan wurden die spanischen Truppen während der Erbauung von Schanzwerken auf den Höhen von Beni Jder von aufständischen Kabylen angegriffen. Die letzteren wurden mit schweren Verlusten zurückge­schlagen. Die Verluste der Spanier betrugen 20 Tote und Verwundete.

Kundgebungen gegen die 3jährige Dienstzeit. Paris, 23. Sept. In Firminy (Dep. Haute et Loire) fanden anläßlich der Gestellung der Zwanzigjährigen Sttaßenkundgebungen gegen die dreijährige Dienstzeit statt. Schutzleute und Gendarmen entrißen den Ruhestörern mehrere Tafeliu mit der AufschriftNieder mit den drei Jahren!", woraus die Manifestanten kleine Luftballons auffteigen ließen, die di« gleiche Auf­schrift trugen. Als di« Offiziere der Gestellungskommißion das Bürger­meisteramt verliehen, wurden in ihrer Nähe feindselige Rufe laut.

** Flottenneuorganisation. Paris, 23. Sept. Nach einer Blätter­meldung verlautet, daß infolge der Indienststellung der neuen Dread­noughtsJean Bart" undKourbet" eine Neuorganisation der Kriegs- flotte sich als. notwendig erweise. U. a. werde von dem Oberbefehlshaber der Marine verlangt, daß die Schlachfflotte nunmehr aus zwei Geschwa­dern bestehe, von denen das eine 8 Schlachtschiffe (Jean Bart" und Kourbet" und 6 Schiffe vom Danton-Typ), das andere 5 Schlachtschiffe vom Typ des PanzerkreuzersPattie" umfaßen solle.

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