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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage"

M 222

DieObrrhrWche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.. Buchdruckeret I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Martt 21. Tel. 65.

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Montag, 22. September

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gejpaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg«

1913.

Ter Fall Schleinitz.

Die Aera der K o l o n i a l s k a n d a l e, die vor der Auflösung des Reichstages im Jahre 1906 die Gemüter in Deutschland be- wegte und der kolonialen Sache nichts weniger als förderlich war, liegt zwar hinter uns und hat heute einer ruhigeren Beurteilung kolonialer Dinge und Vorkommnisse Platz gemacht. Man wird flbtt lebhaft an diese Zeit erinnert, wenn man das militärische Disziplinarverfahren betrachtet, das der Kommandeur der ost- afrikanischen Schutztruppe Oberstleutnant Freiherr v. Schleinitz gegen sich selbst angestrengt hat, um sich von Verdächtigungen zu reinigen, die die Abg. Erzberger und Dr. Waldstein im März d. I. öffentlich im Reichstage gegen ihn ausgesprochen haben. Das Ver­fahren hat mit einer glänzenden Rechtfertigung dieses in der Kolonie allseitig beliebten und verdienten Offiziers geendet, und die Beschuldigungen, die als Ursache das gespannte Verhältnis zwischen ihm und dem damaligen Gouverneur v. Rechenberg hatten, sind in nichts zerflossen.

Herrn v. Rechenberg weint man in Ostafrika keine Träne nach, aber über den Oberstleutnant v. Schleinitz ist die gesamte ostafri- kanische öffentliche Meinung voll des B e d a u e r n s darüber, daß er nicht mehr als Kommandeur der ostafrikanischen Schutztruppe nach der Kolonie zurückkehren soll. Man möchte wünschen, daß gerade jetzt nach dem Ergebnis des Disziplinarverfahrens Herr v. Schleinitz noch recht lange das Kommando der ostafrikanischen Schutztruppe behält.. Ein gerader, pflichteifriger Offizier, der in 13jährigem Tropendienst Land und Leute in vorzüglicher Weise kennen gelernt hat, ist für eine Kolonie von besonderem Werte. Sein Ansehen und sein Ruf, seine Persönlichkeit wiegen in jenen wenig entwickelten und keineswegs beruhigten Gebieten ganze Kompagnien auf, wie die Beispiele v. Deimlings, v. Eftorffs (des alten Römers"), Frankes (derweißen Schlange") in Südwest, Dominiks in Kamerun und Johannes' in Ostafrika gezeigt haben. Das Scheiden des Oberstleutnants v. Schleinitz von seinem Wir- kur.gskreis wäre gerade jetzt höchst bedauerlich, wenn nicht sogar gefährlich für unsere größte Kolonie, da sie in kurzer Zeit hinter einander ihre ältesten und erfahrensten Offiziere verloren hat und noch verlieren wird. Der jüngst erfolgte Tod des 20 Tropendienst, fahre zählenden bewährten Oberstleutnants Johannes und der neulich gemeldete Rücktritt des ebenfalls den Ehrennamen eines alten Afrikaners" verdienenden Majors Charistus waren be­dauerliche Verluste für Ostafrika. Wie verlautet, werden außer- dem bald mit Ablauf ihrer nicht erneuerten Verpflichtung aus der Schutztruppe ausscheiden Major v. Grawert, die Hauptleute v. Stuemer, Baumstark,.». Grawert und Styx, alles erfahrene und in ihrem Wirken höchst erfolgreiche Offiziere.

Man muß derTägl. Rundschau" durchaus beipflichten, wenn sie nach dem Kommando der Schutztruppen im Reichskolonialamt fragt, an deren Spitze der verdiente und aus dem Hererofeldzuge bekannte Generalmajor v. Elasenapp steht, der die Aufgabe hat, in sachgemäßer Weise die militärischen Interessen der Schutzgebiete zu vertreten. Das Blatt bezweifelt es mit vollem Rechte, ob in dieser schwierigen Uebergangsperiode in Afrika Generalmajor von Elasenapp die Verantwortung für einen Kommandeurwechsel vor dem Staatssekretär Dr. Solf, dem Reichstag und der Oeffentlich- keit übernehmen könne. Die Zukunft wird ja bald zeigen, welchen Lauf die Dinge in diesem Fall nehmen. Im Interesse unserer Ko­lonien liegt es auf jeden Faall, wenn Oberstleutnant v. Schleinitz

(Nachdruck verboten.)

Friede Sörrensen.

Roman von H. Tourths-Mahler.

(Schluß.)

, -« Frau Lizzi war soeben erst aufgestanden und saß bei ihrer Schokolade, : als Friede bei ihr eintrat.

1 Ohne Umschweife, fest und bestimmt ging sie auf ihr Ziel los. Lizzi wollte erst revoltieren, wollte nicht leiden, daß die Verlobung zwischen Ellen und Georg gelöst wurde. Als sie aber hotte, unter welchen Bedingungen das geschehen sollte, und als ihr Fttede kurzerhand die Wahl stellte, sich entweder in alles zu fügen und einen erhöhten Zuschuß zu bekommen, oder aber auf jede Zulage zu verzichten, wenn sie sich weigerte, da wählte sie das, was ihrer egoistischen Natur am meisten zusagte. Sie fügte sich.

Es wurde dann sofort zur Abreise gerüstet, und mit dem Nachmit- taoszuge fuhren die beiden Damen nach Berlin zurück. Sowohl Georg, der um die angemeldete Zeit kam, als auch Ruth erfuhren nur, daß eine dringende Angelegenheit die Abreise nötig gemacht habe. Friede sagte Georg, daß Ellen ihm sofort schreiben würde nach ihrer Ankunft in Berlin.

Georg wunderte sich zwar über den hastigen Aufbruch, aber im Grunde fühlte er sich wie befreit. Am liebsten hätte er sein Bündel ge­schnürt und wäre wieder auf lange, lange Zeit verreist. Aber das ging fteilich nicht.

Ruth hatte er gar nicht zu sehen bekommen. Sie brachte Mutter und Schwester zur Bahn und sollte noch allerlei für Friede in der Stadt besorgen.

Als er sich von Friede verabschiedet hatte, um allein den Spazier­gang zu machen, zu dem er Ellen hatte abholen wollen, sah sie ihm lächelnd nach. Ein stilles Glück lag auf ihren Zügen. Und dann nahm sie schnell Hut und Handschuhe und ging durch den Wald nach Villa Volkmar.

1 Dort hatte sie eine lange heimliche Unterredung mit ihrer Freundin. Und Frau von Volkmars Gesicht hatte danach einen genau so glücklichen Ausdruck wie das Friedes.

Mit einem langen Blick und festen Händedruck trennten sich die beiden.

Und das alles bleibt zwischen dir und mir, Anna", sagt« Fried« zuletzt.

Mein Wort darauf, Friede. Ach Gott bin ich ftoh. Du glaubst nicht, wie es mich gequält hat, daß mein Georg diese übereilte Der-

weiter an der Spitze der ostafrikanischen Schutztrupp» bleiben würde.

*

DieGermania" veröffentlicht folgende Erklärung des Abg. Erzberger:

Zum Fall Schleinitz erklärt der Abg. Erzberger gegenüber der Mit­teilung derTäglichen Rundschau", daß man im Reichskolonialamt zum Oberstleutnant Frhrn. v. Schleinitz gesagt habe, er müsse gehen, da man vordemZentrumRuhehaben wolle, diese Behauptung für eine glatte Erfindung. Der Kolonial-Staatssekretär Solf hab« eine solche Aeußerung nie getan."

Eine solche Ableugnung der Worte Dr. Golfs kann doch eigent­lich nur von diesem ausgehen. Woher weiß Herr Erzberger so genau, was Dr. Solf gesagt hat?

«*--

Vom Balkan.

Konstantinopel, 21. Sept. Der türkisch-bul­garische Friedensvertrag beginnt mit den Worten: Beide Souveräne in dem Wunsche auf fester, dauernder Unter­lagen den Frieden herzustellen" usw. In der Einleitung wird nicht, wie im Londoner Vertrage von ewigerFreundschaft gesprochen. Artikel 1 setzt die bekannten Grenzen fest. Artikel 2 erörtert die Nationalitätenfrage. Hiernach wird den Bewohnern der den Bulgaren verbleibenden Gebiete eine Frist von 4 Jahren gewährt, nach deren Ablauf sie entweder auswandern oder die bulgarische Nationalität annehmen können. Während dieser "Jahre werden die Muselmanen nicht zum Militärdienst heran­gezogen werden. Artikel 3 behandelt die Rechte der Muselmanen und ihrer Gemeinden. Die Muselmanen sollen dieselben politi­schen Rechte genießen wie die christlichen Bulgaren. Nach Artikel 4 werden die Kaufgüter von den muselr.ranischen Gemeinden ver­waltet. In Artikel 5 wird der allgemeine Waffenstillstand fest­gestellt. Nach Artikel 6 findet die Räumung der den Bulgaren verbleibenden Gebiete in zwei Monaten statt. Artikel 7 enthält die Bestimmungen über den Austausch der Gefangenen. Ein anderer Artikel spricht aus, daß der Friede von London in Kraft bleibt, soweit er nicht durch den gegenwärtigen Vertrag ab- geändert erscheint.

Konstantinopel, 21. Sept. Der Jahresbericht des Generalsekretärs des j u n g t ü r k i s che n Kongresses tadelt das Waffenstillstandsprotokoll von Tschataldscha, das die Verprovian­tierung Adrianopels verboten habe. Der Bericht schließt mit der Ankündigung, daß sich das Komitee in eine politische Par- t e i umbilden werde.

Die Bevölkerung von Epirus gegen die Albaner.

I a n i n a, 20. Sept. Wie derAgence d'Athänes" gemeldet wird, verursacht die Ernennung des früheren österreichischen Generalkonsuls in Janina, Bilinski, zum Mitglied der Abgren- zungskommisston unter der epirotischen Bevölkerung große Er­regung, da Bilinski wegen seiner antihellenischen Gesinnung be­kannt ist. Die griechische Regierung werde die epirotische Bevöl­kerung nicht zwingen können, einen Beschluß anzunehmen, der gegen die politischen Anschauungen der Landesbewohner verstoße. Sie seien entschlossen, bis zum äußersten zu kämpfen, wenn ihnen zugemutet werden sollte, sich den türkisch-albanischen Banden zu unterwerfen.

Serbisch-albanische Spannung.

B e l g r a d, 21. Sept. Die Regierung ermächtigte ihre Ver-

lobung schloß. Nun mag Gott helfen daß Ruth ihn nicht zurückweist, wenn er jetzt noch zu ihr kommt."

Friede schüttelte lächelnd den Kopf.

Keine Sorge sie liebt ihn. Wahre Liebe verzeiht alles.

Georg verbrachte die nächsten Tage in einer gedrückten, gequälten Stimmung. Jetzt, da Ellen fort war und ihre Gegenwart keinen Zauber mehr ausüben konnte, erkannte er erst recht, wie sehr er sich mit dieser Verlobung übereilt hatte. Sein Herz zog ihn zu Ruth, und sein« Ee- danken beschäftigten sich immerfort mit ihr. Wäre es nicht ehrlicher, er sagte Ellen die Wahrheit und löste ein Band, welches sie beide nicht beglücken konnte? , ' ,

Aber dann machte er sich selbst den Vorwurf, unritterlich zu denken. Hatte er sich in blinder Leidenschaft «ine Fessel auferlegt, so mußt« er sie auch mannhaft tragen.

Aber wohl war ihm nicht bei alledem.

Eines Morgens, als Georg in trostloser Stimmung an seinem Schreibttsch saß und nicht arbeiten konnte, wie jetzt so oft, kam Ellens Brief. Sie gab ihm sein Wort zurück, er war frei.

Al- er die Botschaft gelesen und begriffen hatte, sprang er auf, von einem schweren Bann befteit. Er reckte die Glieder, warf die Arme empor und atmete aus voller Brust. *

Dann plötzlich eilte er hinaus, nahm feinen Hut und stürmte, an seiner im Garten promenierenden Mutter vorbei, wortlos davon.

Sie sah ihm lächelnd nach.

Fttede sah Georg kommen vom Fenster des Wohnzimmers aus. Ruth saß hinter ihr bei einer Handarbeit. Fttede ging ohne ein Wort zu sagen, hinaus. ,.

Im Hausflur ttaf sie auf Georg.

Er umarmte sie stürmisch.

Wo ist Ruth?" frug er hastig. Nichts weiter.

Friede zeigte still nach der Tür des Wohnzimmers. Da ließ et sie los, ohne sich Zeit zu einem erklärenden Wort zu lassen, und trat voll ungestümer Hast ins Zimmer.

Ruth sah erschrocken von ihrer Arbeit auf und wurde dunkelrot. Aber ehe sie sich erheben oder ein Wort sprechen konnte, war er an ihrer Seite, kniete vor ihr nieder und umfaßte sie mit einem halbunterdrückten ^""^Ruth^^iebe, geliebte Ruth ich bin frei frei! Ellen löst unsere Verlobung. Sie liebt mich gar nicht uiü> ich ach Ruth meine liebe, lieb« Ruth du mußt ja wissen, daß es ein Irrtum war «in Fieber ein Rausch eine Krankheit! Dich liebe ich. dich allein und du liebst mich, das weiß ich. Und es macht mich so glücklich, daß ich dir das alle» Jagen darf. Verzeihe mir, daß ich mich für kurze

tretet im Auslande, die Regierung, bei der sie beglaubigt sind, auf die Gefahr hinzuweisen, der die Grenze gegen Albanien, das noch ohne die elementarste Organisation ist, und wo vollständige Anarchie herrscht, ausgesetzt ist, falls nicht in allerkürzester Zeit die Ordnung und Sicherheit wieder hergestellt wird. Die serbisch» Regierung hat die lleberzeugung gewonnen, daß die Albaner in den an Serbien grenzenden Gebieten die Bevölkerung bewaffnen und einen Angriff auf unser Gebiet vorbereiten. Außerdem über« chreiten Albaner die Grenze, um die serbischen Albaner aufzu- :eizen, ihnen Waffen zu geben und sie gegen die serbischen Be« ijötben und die serbische Armee aufzuwiegeln. Da die Versuche von albanischer Seite sich täglich immer zahlreicher wiederholen, hat die serbische Regierung die notwendigen Schritte unternom­men, um den Frieden in diesem Teil Serbiens zu sichern und glet^eitig erklärt, daßfieenergischeMaßregelnzur Ver­teidigung ihres Gebietes ergreife. Hiernach kann niemand über­rascht sein, wenn sich Serbien im Zustande berechtigter Verteidi­gung befindet. Sobald den Albanern der Gedanke kommt, An­griffsversuche in den serbischen Gebieten zu machen, bann wird Serbien, obwohl es seinen guten Willen zeigte und den Wünschen der Großmächte zuvorkommend, seine Truppen von albanischem Boden zurückzog, sich gezwungen sehen, die wichtigsten strategischen Punkte auf albanischem Gebiet, wenn auch nur provisorisch wieder zu besetzen.

Segen Essad Pascha.

V a l o n a, 20. Sept. In einer stark besuchten Versammlung wurde gestern gegen die Haltung, die Essad Pascha gegen die pro­visorische Regierung einnahm, entschieden Stellung genommen. Die Teilnehmer der Versammlung zogen später vor das öster­reichisch-ungarische und bas italienische Konsulat und brachten Hochrufe auf beide Mächte aus.

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Politische Umschau

Der Besuch König Konstantins in Paris

vollzieht sich unter eigenartigen Begleitumständen. Kein Empfang fand statt, durch einen Seitenausgang verließ er den Bahnhof, durch eine Seitentür betrat er das Hotel, um eventuellen miß­billigenden Kundgebungen aus dem Wege zu gehen. Abend ver­suchte der König auszugehen, wurde jedoch von der vor dem Hause wartenden Menschenmenge erkannt, worauf et sich in das Hotel zurückbegab. Endlich zerstreute Polizei die Menge, und der König bestieg darauf ein Privatauto, in dem er eine Rundfahrt

durch Paris unternahm.

Schlimmer kann beinahe ein steckbrieflich verfolgter Uebel- tätet nicht daran sein als der König der Hellenen in Paris, weil er eine feststehende Tatsache geäußert hat, die den eitlen und selbstsüchtigen Franzogen nicht behagte. Mit welchem Recht da derMatin" die stolzen Worte schreibt:Es wäre passender ge­wesen, sich auf den T a k t des französischen Volkes zu verlassen, als feine Leidenschaften zu fürchten" ist unerfindlich. Nachdem der König dem erregten Volke glücklich entgangen ist, konnte er sich wieder ganz als König geben. Er empfing vormittags den Minister des Aeußern Pichon. Die Unterredung dauernte etwa 40 Minuten. Hieraus frühstückte der König im Elysöe, wo ihm militärische Ehren erwiesen und die Königshymne gespielt wurde. Der König überreichte dem Präsidenten Poincari; das Eroßkreuz des Erlöserordens. An dem Frühstück nahmen der

von dir entfernte ich habe schwer gebüßt. Meine Ruth, meine teure SRutb!

Das junge Mädchen wollte sich zitternd aus seinen Armen befreien. Sie wußte sich das alles nicht zu deuten. Aber er hielt sie mit dem einen Arm fest und zog Ellens Brief hervor. -

Da lies selbst ,Ruth hier siehst du alles. Nun sag - kannst du mir verzeihen? Trotz allem vertrauen? Hast du mich noch lieb,. Ruth^^

Diese sah fassungslos wie in einem Traum und konnte roeb.r etroaj fernen noch denken. Aber sie war auch zu schwach, sich zu wehren, als et fte fest an sich zog und sie innig und andachtsvoll küßte, auf die Augen, auf die Stirn und auf den zuckenden Mund.

Das waren andere Küsse als die, die et Ellen an jenem Abend ge­geben. Als Ruth endlich wieder zu sich kam, da war sie viel zu glück­lich, um nicht willig an oem Platze zu bleiben, an dem er sie festhrelt an feinem Herzen. L

Als Friede nach langer Zeit eintrat, fand sie die beiden noch immer in zärtlicher Umarmung. Sie trat vor sie hin.

Nun, du dummer Georg, hast du nun endlich den rechten Weg zum "Glück gefunden? Weißt du nun endlich genau, daß das, was du für Ruth empfindest, zum Heiraten ausreicht?" fragte sie, um ihrs Rührung zu verbergen.

Ruth sagt es ihr genügt es, Tante Friede. Sieh nur, tote gan- anders sie jetzt aussieht."

Friede nickte.

So gefallt ihr mir besser alle beide."

Georg blickte plötzlich erstaunt auf. __

Za wie ist mir denn weshalb wunderst du dich gar nicht

mein lieber Junge, alles. Du glaubst nicht, wie klug sie tft' A wmd!*fi?E'"zwei Seiten innig umfaßt, und auf jeder ihrer Wangen brannte ein heißes junges Lippenpaar.

Erst viel später, als Ruth schon langjt Georgs Frau war und Ellen fast eÄnsolange Frau von Salten hieß, erfuhren Ruth und Georg von Ellen selbst, in welcher Weise Tante Friede einst in ihr Schicksal etng-* ^^Elkn besuchte Xante Friede jedes Jahr, um sich, wie sie selbst sagte, den Pelz gründlich waschen zu lassen. Niemand verstünde d

QlS Wenn Hans, Ellen oder Ruth einer liebevollen Mutter bednrftn, dann wenden sie sich dahin, wo sie immer herzliches - i-1 *-

an Friede Sörrensen,