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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 221

DieOberheßifchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich butth die Post 2.25 A (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 A frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei 3. A. Koch (Inh. Dr. T. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 20. September

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Wochenschau.

Am vergangenen Sonntag haben sich die Genoßen zu dem diesjährigen sozialdemokratischen Parteitag in dem Mlich g^chmückten Jena versammelt, um eine ganze Woche lang all die Fragen zu erörtern, die bisweilen in ihrer stark gegensätz­lichen Behandlung die Gemüter oft heftig bewegt haben. Ein ganzes Bündel von zum Teil bis jetzt noch gar nicht erledigten Anträgen und Entschließungen sind gestellt und gefaßt worden, die sich mit allen Gebieten der sozialistischen Propaganda, Organi­sation und Tätigkeit befasien wie x.it der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit durch eine Arbeitslosenversicherung seitens des Reiches, mit dem Ausbau der proletarischen Jugendbewegung, mit der Lösung der sozialdemokratischen Agrarfrage, mit dem Still­stand in der gesamten Organisation und mit dem ziffernmäßigen Rückgang der roten Presse, mit der viel angefeindeten Maifeier und noch vielen anderen Dingen mehr. Weitaus am wichtigsten war die Stellungnahme zu der Frage des Massenstreiks, hinter der selbst die zur Haltung der Reichs­tagsfraktion bei der Erledigung der Wehr- und Deckungsvorlage an Bedeutung zurücktrat. Die von der extremradikalen Rosa Luxemburg und ihrem Anhang befürwortete Entschließung, die die baldigste Inszenierung des Allgemeinausstandes durch weitere Auspeitschung der Volksleidenschaft fordert, ist, wie mitgeteilt, ab­gelehnt und die vorsichtigere Entschließung des Parteivorstandcs angenommen worden. Mit Ausnahme der Gewerkschaftsführer, die von einem Masienstreik nichts wisien wollten, waren sich alle, sowohl Radikale wie Revisionisten über die Notwendigkeit des Masienstreiks einig. Rur legen die letzteren dem Wörtchen wann" eine größere Bedeutung bei. Es wäre durchaus verkehrt, mit unserer Eroßblockpresie aus der Ablehnung der extremen Ent­schließung und der Annahme des Vorschlags des Parteivorstandes schließen zu wollen, daß nunmehr der Gedanke des politischen Generalstreiks keine praktische Bedeutung mehr habe. In Wirk­lichkeit verfolgt das Bremsen der Parteileitung doch in erster Linie nur den Zweck, zu verhüten, daß mit diesem letzten Gewalt­mittel der Partei ein Versuch unternommen werde, bevor besten Anwendung ausreichend vorbereitet ist. Nicht gegen die An­wendung dieses Kampfmittels selbst, sondern gegen desten vor­zeitigen und nicht ausreichend vorbereiteten Gebrauch richtet sich der Beschluß des sozialdemokratischen Parteitages. Daher gilt es unter dem staatserhaltenden Gesichtspunkte, sich nicht in der Ab­sicht beirren zu lasten, alle Abwehrmittel gegenüber dem politischen Massenstreik sorgsam vorzubereiten. Das Bürgertum darf sich nicht durch die einem baldigen Mastenstreik wenig günstigen Ergebniste des roten Parteitages zu einer optimistischen Auffas­sung dieser Gefahr verleiten lasten' auch deswegen nicht, weil der Kurs der sozialistischen Bewegung nur noch zu einem Teile in den Händen der verantwortlichen Führer liegt. Die Masten und ihre geheimen Triebkräfte haben mit ihren Stimmungen und Ein­gebungen ein gewichtiges Wort mitzusprechen, und die Möglichkeit ist nicht von der Hand zu weisen, daß trotz aller offiziellen Paistei- politik aus der aufgewiegelten großen Maste heraus der Gedanke des politischen Massenstreiks überraschend in die Tat umgesetzt wird. Alle noch so klug mahnenden Reden der Parteiführer dür­fen im übrigen nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß auch sie dem Eegenwartsstaat, wenn sie dazu in der Lage wären, so schnell als möglich den Garaus machen würden.

Daß die Reden, die in Jena gehalten wurden, reichlich mit radikalen Phrasen und Schlagwörtern gespickt waren, ist natürlich. Beachtenswert ist aber wieder die Offenheit, mit der man sich zu dem republikanischenEedanken bekannte und wie einer der besonnensten Revisionisten wenn man von Besonnenheit hier überhaupt reden kann Dr. Frank, auffällig in einen radi­kalen Ton verfiel. Eine humoristische Note brachte, wie üblich, der Zehn-Eebote-Hoffmann in die Verhandlungen, dem man ob seiner witzigen Ader trotz allen echten Genostentums nicht böse sein kann.

Wie bedeutsam und gefährlich unseren Freihändlern und De­mokraten das auf dem Leipziger Mittelstandstag angebahnte Kartell der schaffenden Arbeit" erscheint, beweist deutlich die Bekämpfung dieser Arbeitsgemeinschaft. Zunächst wurde in der Versammlung des Bundes der Industriellen und in der ihm nahestehenden Preste behauptet, daß Industrie und auch Mittelstand sich einseitig in das Fahrwasser des Bundes der Land­wirte begeben hätten. Als der besonders angegrisfene Zentral­verband Deutscher Industrieller dann auf seiner jüngsten Dele­giertenversammlung die völlige Haltlosigkeit dieser Behauptung klarlegte und sich gegen den lückenlosen Zolltarif aussprach, wurde ihm unterstellt, daß er von demKartell der schaffenden Arbeit" wieder zurücktrete. Aus dieser Art der Bekämpfung seitens der Freihändler und Demokraten kann man nur den schlagenden Be­weis dafür erkennen, auf wie richtigem Wege die Vertreter der Landwirtschaft, Industrie und des Gewerbes mit ihrer Annähe­rung sind. Wenn es weiter den Tatsachen entspricht, daß jene Leipziger Verständigung ausschließlich von politischen Gesichts­punkten geleitet war, so führt der gemeinsame nationale, staats­erhaltende Charakter der Eesamtauffastung der beteiligten wirt­schaftlichen Verbände notwendig zu einer ebenso gemeinsamen Gegnerschaft gegen die antinationale Sozialdemokratie. Daß diese vom vaterländischen Standpunkte durchaus erwünschte Folge­erscheinung desKartells der schaffenden Arbeit" unseren Demo­kraten jene Verständigung nur umso gefährlicher und unerwünsch­te, macht, liegt auf der Hand. Denn für diese tft das Endziel ihrer

Bestrebungen der Eroßblock mit der Sozialdemokratie oder, wie sich dasBerliner Tageblatt" ausdrückt, das Zusammengehen der großen Linken" oderaller reformfreundlichen Elemente", das durch die Stellung des roten Parteitages in Jena zum Gesamtaus- stand erleichtert werde.

In der auswärtigen Politik ist diese Woche ein schon mehrfach erörtertes Thema von neuem durch französische und spanische amt­liche Stellen und Blätter angeschnitten worden: ein franzö­sisch-spanisches Bündnis. Die französischen Befürworter dieses Bündnisses haben sich dafür einen sehr passenden Augenblick gewählt; denn die Spanier sind in Marokko gegenwärtig in alles anderer als guter Lage und erleiden Schlappen, trotzdem eine ganz beträchtliche Truppenmacht auf afrikanischem Boden steht. Man ist daher in Madrid erfreut über das Anerbieten Frankreichs, in Marokkofest zusammenstehen" zu müßen, merkt jedoch dabei nicht die Hintergedanken der Franzosen, die hoffen, daß die Spanier mit den Mauren niemals zu Rande kommen werden und daß das spa­nische Marokko über kurz oder lang, zum mindesten in wirtschaft­licher Beziehung, Frankreich zufallen wird. Ein Bündnis hat da­neben natürlich noch andere erstrebenswerte Vorteile für Frank­reich. So stärkt es u. a. besten Stellung im Mittelmeer Italien und dem Dreibund gegenüber. Freilich hat England dabei ein Wörtchen mitzureden, da ein bereits bestehendes englisch-spanisches Abkommen der britischen Flotte im Krieg und Frieden die freie Benutzung aller spanischen Häsen und Küsten gestattet. Es heißt also sich mit Albion gut stellen, was ja weiter nicht schwer fallen wird. Am besten wäre beiden gedient, wenn man Spanien der Tripleentente angliederte, was sich jetzt zwanglos bewerkstelligen lassen könnte. Deutschland kann das natürlich nicht gleichgültig fein; es wird daher die Augen offen halten müssen, um gegebenen­falls diesen Plan zu durchkreuzen.

Auf dem Balkan beginnen nach und nach klare Verhältnisse einzutreten. Die Türkei und Bulgarien sind jetzt so gut wie handelseinig, und zwar unter Verzicht Bulgariens auf Adrianopel wie auf Kirkiliste. Sogar ein türkisch-bulgarisches Bündnis winkt int Hintergründe. Auch zwischen Griechenland und der Türkei ist eine Verständigung gesichert, und die serbisch-montenegrinischen Grenzsragen gelten als so untergeordneter Natur, daß daraus keine Schwierigkeiten entstehen dürften. Die internationale Kom­mission zur Festsetzuna der Grenzen des künftigen Fürstentums Albanien hat ihre Arbeiten begonnen; sie werden voraussichtlich anderhalb Monate beanspruchen. Inzwischen fehlt es aber keines­wegs an dem gewohnten Blutvergießen auf dem Balkan. Serben und Albaner bekriegen sich, und den Monten^rinern machen die Malistoren zu schaffen. Es wird noch eine Weile dauern, bis dort alles im Reinen ist. ,

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Deutfchss Reich.

Kein Konflikt über die Kongo-Frage. Berlin, 19. Sept. Wie von zuverlässiger Berliner Seite verlautet, ist von einem Konflikt zwischen der deutschen und der französischen Regierung in Bezug auf die Abgrenzung von Neu-Kamerun keine Rede. Die noch bestehenden geringfügigen Unstimmigkeiten würden sich durch direkte Verhandlungen zwischen Berlin und Paris ohne weiteres erledigen lasten.

Abgeordnetenwahl. Neubeckum, 19. Sept. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhause im Wahlkreise Westfalen 5 Lüdinghausen- Beckum-Warendorf wurde Graf Max zu Droste-Vischering (Ztr.) mit 430 von 433 abgegebenen Stimmen gewählt.

Verurteilung eines sozialdemokratischen Gewerkschaftssekre­tärs wegen Majestätsbeleidigung. Oels, 18. Sept. Die hiesige Strafkammer hat den sozialdemokratischen Eewerkschaftssekretär Schneidewind aus Breslau wegen Majestätsbeleidigung zu 2 Mo­naten Gefängnis verurteilt. Da bei Vergehen dieser Art bekannt­lich ganz erhebliche Milderungen eingetreten find, muß die Be­leidigung schon sehr stark gewesen fein, wenn auf eine solche Strafe erkannt worden ist.

Die sofortige Bestellung

derOberhestischen Zeitung" ist nötig! Zn allen Orten des Kreises und weit über seine Grenzen zeigt die wirksame Verbreitung, daß es un­nötig ist, die »Oberhessfich« Zeitung" im einzelnen durch lange Aus­führungen noch besonders zu empfehlen. DieOberheßische Zeitung" bleibt was sie war, ein preiswertes, reichhaltiges, nationales Blatt für die Bewohner Oberhestens. Wer für die langen Abende ein gutes Unter­haltungsblatt wünscht, bestelle sofort bei der Geschäftsstelle, bei der Post oder bei der Agentur seines Ortes die

Oberhesfische Zeitung".

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urhebergesetzes mit mit der deutlichen QuellenangabeOberhest. Ztg." gestattet.)

Marburg, 20. Sept.

Unsere Kronprinzessin vollendet heute am 20. September I ihr 27. Lebensjahr. Alle guten Deutschen bringen der hohen Frau I* an diesem Tage die herzlichsten Glückwünsche dar. Möge ihr auch weiterhin an der Seite ihres Gemahls und im glücklichen Fa­milienkreise nur reich« Freude beschieden fein!

* Universität. Wie wir hören, ist Profestor Dr. Albert Brack­mann als Nachfolger des Profestors Werminghoff als ordent­licher Profestor für mittlere und neuere Geschichte an die Universi­tät Königsberg i. Pr. berufen. Dr. Brackmann gehört seit 1903 dem Lehrkörper der hiesigen Universität als a. o. Profestor der historischen Hilfswissenschaften und Nachfolger von Prof. Haller an. Profestor Dr. Hans K ö p p e hat die an ihn ergangene Be­rufung auf die neubegründete ordentliche Profestur für National! Ökonomie an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag abge­lehnt.

* Unser JSgerbataillon trifft nächste Nacht kurz vor 2 Uhr aus dem Manöver hier ein.

* Som nächstjährigen Kaisermanöver. Das Kaisermanöver 1914 wird auf demselben Gelände abgehalten, in dem jetzt die Ma­növer des 18. Armeekorps stattfanden, und zwar in dem Gebiet, das begrenzt wird von der Linie Fulda-Schlüchtern, Schlüchtern- Caub, Fulda-Grünberg-Eießen-Niederlahnstein. Das 18., 11., 8., 13., 14. und das 2. König!. Bayrische Armeekorps werden zu diesem Manöver herangezogen werden.

* Ueberlandzentrale. Am nächsten Mittwoch nachmittag y2.5 Uhr findet auf Beranlastung des Bürgervereins in den Stadt­sälen eine öffentliche Versammlung für die Bewohner von Stadt und Land statt, in welcher über die Versorgung des Kreises Mar­burg mit Elektrizität und die mit dem Staat abzuschließenden Verträge gesprochen werden soll.

* Die Stadt Cassel «nd die Elektrizitätsfrage. Unserer gestri­gen Mitteilung betreffs des Abfchlustes der Stadt Castel mit dem Staat wegen der Entnahme von Elektrizität aus der Edertal­zentrale fügen wir noch folgendes hinzu: Der Vertrag ist auf die Dauer von 10 Jahren abgeschlossen, lautend vom 1. April 1915 ab. Die vom Staate zu liefernde Strommenge beträgt für das erste Jahr 1 Million Kilowattstunden und steigert sich jährlich um etwa 200 000 Kilowattstunden auf 3 Millionen Kilowattstunden als Endsumme. Der Strom ist in der Zeit von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens zu liefern. Die Stadt verpflichtet sich ihrerseits, bei geringer Wasterabgabe aus dem Sammelbecken der Edertalsperr« innerhalb der Leistungsfähigkeit ihres Elektrizitätswerkes Strom an den Staat abzugeben. Straßen und Plätze stellen sich Staat und Stadl gegenseitig zur Verfügung. Das Stromversorgungsge- biet der Stadt ist dahin abgegrenzt, daß das städtische Elektrizi­tätswerk die Stadt und diejenigen Ortschaften, mit denen die Stadt bereits Verträge abgefchlosten hat oder in Vertragsverhand­lungen steht, es sind dies die Orte Wolfsanger, Ihringshausen, Harleshausen, Oberzwehren, Niederzwehren, Eutsbezirk Wil- helmshöhe, die Papierfabrik bei Niederkaufungen und Zierenberg mit Strom zu versorgen hat Dagegen bleiben dem Staate die­jenigen Kreise zur Stromversorgung überlasten, mit denen er be­reits Verträge vereinbart hat. Im Uebrigen behalten beide Ver­tragschließenden betreffs des Absatzes ihrer Elektrizität freie Hand. Der Landkreis Castel ist dem Vertrage bezüglich der Abgrenzung des Versorgungsgebietes und bezüglich der Gewährung des Recktes der Straßenbenutzung, soweit das Gebiet des Landkreises in Be­tracht kommt, durch einen besonderen Vertrag, der als Ergänzung zum Staatsvertrag zu betrachten ist, beigetreten. Die Verträge wurden in der Sitzung der Stadtverordneten, die vertraulich ge­führt wurde, mit großer Mehrheit angenommen.

* Die Marburger Fleischerinnung erläßt im dritten Blatt unserer heutigen Zeitung eine längere Erklärung zu der Anschul­digung, daß in aus hiesigen Fleischereien bezogener Wurst Pferde­fleisch enthalten gewesen sei. Wir machen auf diese Erklärung hiermit noch besonders aufmerksam.

* Die Umzugszeit ist wieder herangekommen. In den Straßen sieht man bereits hier und da die Möbelwagen auttauchen. Wer das zweifelhafte Vergnügen hat, ziehen zu müßen, tut gut, bei­zeiten ans Packen zu gehen. Lieber einige Tage der Ungemütlich­keit ertragen, als bei hastigem Umzuge Schaden erleiden! Dann wird das Sprichwort zu Schanden gemacht: Dreimal umziehen ist so gut wie einmal abbrennen. Der 1. Oktober ist auch ein wich­tiger Zahlungstermin, denn für die Geschäftswelt beginnt mit ihm meist die Winterkampagne. Was die Steuerpslicht an­belangt, so beginnt die Pflicht zur Zahlung der Cemeinde- einkornmensteuer mit dem ersten Tage des auf die Begründung des Wohnsitzes folgenden Monats und endet mit dem Ablauf des Monats, in dem der Wohnsitz tatsächlich aufgegeben ist. Wenn aber bis zu diesem Zeitpunkte der Gemeindebehörde eine Anzeig» hiervon nicht erstattet ist, so erlischt die Steuerpflicht erst mit dem Ablauf des folgenden Monats. Ist ein steuerpflichtiger Mieter am 30. September verzogen und seine Abmeldung vom Verzugs­orte erfolgt erst nach dem Umzugstage, also am 1. Oktober, so wür­den nicht nur der neue, sondern auch der alte Wohnort die Ge­meindesteuer für den Monat Oktober beanspruchen. Daher ver­säume es niemand, spätestens am Tage des Umzugs die Abmeldung bei der zuständigen Behörde zu bewirken, um sich beim Fortzug in einen anderen Ort vor doppelter Steuerzahlung zu schützen.

Unfall. Gestern ereignete sich an der abschüssigen Hosstadt ein Unfall dadurch, daß beim Transport von Eerüststangen der Wagen ins Lausen kam. Ein Lehrling kam unter diesen zu liegen und erlitt Verletzungen, die seine Uebersührung durch die Sani­tätskolonne in die Klinik nötig machten. Der Wagen beschädigte in der Untergaße eine Mauer.

Die Zwetschen haben infolge des in den letzten Tagen nieder­gegangenen Regens sehr gelitten und find soweit sie die Vollreife erlangt hatten, durchweg geplatzt. Zum Versandt sind sie deshalb nur noch wenig geeignet.

* Obstbanmzählung. Gelegentlich der Viehzählung am 1. Dezember findet auch zugleich eine Zählung der Obstbäume statt. Es empfiehlt sich schon jetzt, besonders diejenigen Bäume, welche tragfähig sind, zu vermerken.