I
II
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder
deren Raum 15 4. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 für 48. ^JUylg.
uiiu lugt. — u y 3 p n v
Jeo 220 die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. — Verlag von Dr. C, Hitzeroih. — Druck der Ilniv.-
1913
Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Erstes Blatt
auf die
aca
*
- K
di« in allen Kreifen «ingeführt und wegen ihrer großen Verbreitung zugleich das zugkräftigste Znfertionsorgan ist.
Die „Oberhessische Zeitung" mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und der landwirtjchastlichen, sowie den beiden Unterhaltungsbeilagen kostet vierteljährlich bei den Agenturen 2 M, durch die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 M.
Oberhefsifche Zeitung«,
neue welthistorische Formel zu prägen und daß nicht diejenigen Blätter als Führer sich empfehlen, die erst die Ereignisse des Tage» zu Sensationen aufbauschen und dann sofort mit weltgeschichtlichen Orakelsprüchen zur Hand sind. Die Aufgabe der Zeitung ist, richtig ver- standene Tagesgeschichte zu schreiben und die Ereignisse vorsichtig in die Zusammenhänge der letzten Zeit einzureihen: Weltgeschichte zu schreiben, überläßt sie besser der Zukunft und anderen Federn,
Reklamen die Zeile 60 «J. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 de» Postscheckamtes Frankfurt a. M.
sozialdemokratischen Flugblättern
zu füttern. Di« beiden ersten Redner wiesen der Debatte die Richtung an. Eie drehte sich um die beiden Pole: Linderung und agitatorisch« Ausnützung der Arbeitslosigkeit. Das letztere schien bei weitem da» wichtigere zu sein. Hauptredner der Debatte war der Parteitagsvor- sitzende Bock (Gotha), der alle fünf Minuten die Parteigenossen ermahne« mußte, doch wenigstens den einzelnen Redner anzuhören: aber sein« Mahnungen blieben ohne großen Erfolg. Gegen den Antrag Hoch, der eine gemeinschaftliche Aktion von Partei und Gewerkschaften gegen di« Arbeitslosigkeit forderte, wandte sich Molkenbuhr. Die Eeneralkom- Misston sei eine vollständig unpolitische Organisation, die nur für di« Linderung der Arbeitslosigkeit unter den den Gewerkschaften angehörenden Arbeitern zu wirken habe. Die Arbeitslosenversicherung sei nicht nur eine Kulturaufgabe, sondern sie rufe auch einen Widerstreit der Klassengegensätze hervor, wie er schlimmer nicht gedacht werden könnte. Di« Kapitalisten hätten ein großes Interesse daran, die Arbeitslosigkeit zu erhalten, denn eine große Arbeitlosenarmee sei für sie rin Werkzeug, di« Arbeiter in ihrer Lebenshaltung herabsetzen. Hoch zog seinen Antrag auf die Aufforderung Molkenbuhrs zurück, ebenso di« anderen Antragsteller, so daß nur noch die Entschließung des Referenten übrig blieb, die dann einstimmig angenommen wurde.
In der Rachmittagsfitzung sollte die Maifeier drankommen. Man vertagte P« aber, um zunächst di«
Eteuerfragen
zu behandeln. Al» erster Referent spricht dazu Wurm über die theoretisch« Seite der Frag«. Wann dürfen wir, erklärt der Redner, einem kapitalistischen Staate Steuern bewilligen? Die Antwort, nationalökonomisch, nicht politisch, lautet: Nur dann, wenn sie verwendet werden zur (Entroidlung der wirtschaftlichen Produktionskräfte oder zur Erhaltung der besteheichen; wenn die Steuern verwendet werden im Interesse der Arbeiterklaste und zu Lasten der Besitzenden. Im einzelnen ist die Formel, daß wir für direkt« und gegen indirekte Steuern seien, nicht mehr in dem Sinne festzuhalten, daß die Unterscheidung in der Form der Erhebung liege. E» kommt nicht darauf an. wer di« Steuern zuerst bezahlt, sondern darauf, wie die Steuer abgewälzt wird. Bei uns ist das Arbeitseinkommen viel zu hoch belastet, das steuerfreie Existenz- minimum ist durchweg zu niedrig angesetzt. Notwendig sind Vermögenssteuern mit richtiger Progression und richtiger Beranlagung. Die Ver- mögenszuwachssteuer ist eine schlechte Steuer, weil sie den kleinen Kapitalisten stärker belastet als die großen. Aber was geht uns das an? Uns kann es nur recht sein, wenn di« verschiedenen Kapitalistenkreise sich gegenseitig in di« Haare geraten. Die Annahme der
Militärvorlage
stand fest: hätten wir da die Arbeiter auch noch möglichst viel bezahlen lasten sollen? Wenn das im „Wahren Jakob" steht, dann ist es ein schlechter Witz. Wenn das aber ein Politiker tut, so ist das einfach eine riesige Dummheit. (Heiterkeit.) Hätten wir gegen die Besitzsteuer gestimmt, so hätten sie die anderen mit Jubel abgelehnt. Deshalb haben wir dafür gestimmt. Wir stimmen doch auch für einen Ee- treidezoll von 3)4 Mark, wenn wir keinen niedrigeren bekommen können und ohne unsere Stimmen «inen höheren bekämen. Wir sind in alle« Parlamenten in der Minderheit, in der Notwehr — und in der Notwehr ist sogar nach dem Strafgesetzbuch manches erlaubt. Die Opponenten sagen: Ja, aber der Verwendungszweck! Nun, erstens war der Ver- wendungszweck erledigt und er mußte ausscheiden, denn es handelte sich nur noch darum, wer bezahlen sollt«. Außerdem aber: Sie find doch auch dafür, bestehende indirekte Steuern durch direkt« zu ersehen. Wi« steht es denn dann mit dem Verwaltungszweck? (Lebhafte Heiterkeit.) und Zustimmung.) Wurm hat annähernd 3 Stunde gesprochen. Ein Antrag der Radikalen will die Partei darauf festlegen, daß alle Vorlagen zur Stärkung des Militarismus, auch di« Steuervorlag« zur Deckung der Kosten des Militarismus, gleichviel, ob st« direkte oder indirekte Steuern fordern, abzulehnen sind. Dagegen liegen auch ein« Reihe von Anträgen vor, die das Verhalten der Fraktion in der Deck« ungsftage ausdrücklich billigen.
Die „Oberhesfisch« Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch
Marburg
Freitag, 19. September
Sofia, 18. Sept. Der Austausch der bulgarischen und serbischen Kriegsgefangenen wird fortgesetzt. Die Zahl der bulgarischen Gefangenen beläuft sich auf 2893, die der serbischen auf 3901, darunter 28 Offiziere.
Janina, 18. Sept. Eine Depesche aus Parga an den griechischen Ministerpräsidenten und die Vertreter der Mächte in Athen bittet namens der Bevölkerung der Stadt und Umgebung ohne Unterschied der Religion, die reingriechischen Teile von Epirus nicht vom Mutterlands trennen zu lasten, da die Bevölkerung andernfalls entschlossen sei, gegen jeden Feind der nationalen hellenischen Idee bis auf das äußerste zu kämpfen.
Die Ereuelkommisston.
S o f i a, 18. Sept. Die Mitglieder der Earnegie-Kommisston sahen gestern die Originale der seinerzeit den Bulgaren in die Hände gefallenen Briefschaften des zur 7. Division gehörigen 19. griechischen Infanterieregiments ein. Die Kommission gewann den klaren Eindruck, daß die griechischen Soldaten aufden Befehl ihrer Vorgesetzten Brandstiftungen verübt und Mastakres angerichtet hätten.
Essad Pascha.
V a l o n a, 18. Sept. Estad Pascha hat, obwohl er Mitglied der provisorischen Regierung ist, eine gegen diese gerichtete Aktion eingeleitet. Der Regierung gehen aus allen Landesteilen Telegramme zu, in denen das Vorgehen Estad Paschas getadelt und die Solidarität mit der Regierung unter der Versicherung betont wird, das Land gegen jeden inneren und äußeren Feind schützen zu wollen. In Regierungskreisen verlautet, Estad Pascha habe in Durazzo eine größere Summe Staatsgelder beschlagnahmt.
Der neu« Wrst von Albani««?
Wien, 18. Sept. Wie die Wiener „Reue Freie Presse" mitteilt, verlautet in diplomatischen Kreisen, daß di« Frage der Besetzung des Thrones von Albanien endgültig geregelt sei. Prinz Wilhelm zu Wied soll mit Zustimmung Italiens und Oesterreich- Ungarns zum Fürsten von Albanien ausersehen sein. Der Prinz und seine Gemahlin sind beide evangelisch-lutherisch.
Deutsches Reich.
— Die Kronprinzessin auf threm Patenschift. Bremerhaven, 18. Sept. Kronprinzessin Cecilie mit Gefolge ist heute vormittag hier eingetroffen. Der Zug hielt direkt vor dem Schnelldampfer „Kronprinzessin Cecilie". Präsident Achelis und Direktor Heineken vom Norddeutschen Lloyd, sowie Bürgermeister Barckhausen begrüßten die Prinzessin am Zuge. Die Kronprinzessin ging sogleich unter dem Jubel der nach Hunderten zählenden Menschenmenge an Bord des Patenschiffes. Um 12% Uhr ging das Schiff in See. Das Wetter ist prächtig.
— Uebersiedelung der Prinzessin Viktoria Luise nach Potsdam. Rathenow, 18. Sept. Dis Prinzessin Viktoria Luise siedelt heute nach Potsdam ins Reue Palais über. Von Potsdam aus begibt sich der Herzog sofort ins Manövergelände.
— Erhöhung der badischen Zivilliste? Hechingen, 18. Sept. Wie die Zeitung „Der Zoller" von sehr zuverlässiger Seite erfahren haben will, besteht in badischen Hofkreisen die bestimmte Absicht, vom nächsten Landtag eine beträchtliche Erhöhung der Zivilliste des Eroßherzogs zu fordern. Man spricht von einer Summe von 700 000 J*.. „Der Zoller" fügt der Meldung hinzu, daß er seine Nachricht aufrecht erhalte, auch wenn eine offiziell« oder offiziöse Ableugnung erfolgen sollte.
— Rückkehr des Kanzlers. Berlin, 18. Sept. Der Reichskanzler ist aus der Schweiz hierher zurückgekehrt.
— Die lleb«rgabe des neuen Kammergerichtsgebäudes. Berlin, 18. Sept. Das neue Gebäude des Kammergerichts im Kleist- park wurde heute vormittag in Gegenwart des Prinzen August Wilhelm feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die Uebergab« des Gebäudes erfolgte durch den Justizminister Dr. Beseler mit einer Ansprache, die mit den Worten schloß: „Unwandelbar« Treue zum Kaiser und König und unbeugsamer Gerechtigkeitssinn werden hier immer heimisch sein. Mit diesem Gelöbnis wollen wir unserm kaiserlichen und königlichen Herrn unseren Dank darbringen für den Schutz, den das Recht stets bei ihm findet, dessen auch sein höchstes Landesgericht für alle Zeiten sicher sein kann." In seiner Erwiderung auf die Rede des Justizminister» schilderte her Präsident Heinroth die Aufgaben des
Eine vehre der Balkankriege.
Noch in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts pflegte in einem großen Teile Deutschlands der Geschichtsunterricht der höheren Schüler mit dem Jahre 1815 abzuschließen. Das ist seitdem, namentlich unter dem Einflustc des Kaisers selbst, anders geworden, und es ist auch nicht zu verkennen, daß es nicht nur unter vaterländischem Gesichtspunkte unerträglich, sondern auch sachlich absolut unrichtig wäre, wollte man heutzutage die Einführung der Heranwachsenden Geschlechter in den Gang und die Lehren der Weltgeschichte nicht bis zum Jahre 1871, diesem großen Jahre der Erfüllung, forisetzen. Aber eine richtige Erkenntnis und e i n richtiger Gedanke lag jener Zurückhaltung gegenüber der Behandlung der neuesten Geschichte doch zu Grunde, die Erkenntnis nämlich, daß erst eine gewisse, nicht zu kurz bemessene Entfernung von den Ereignissen ein zuverlässiges endgiltiges Urteil über den Zusammenhang und die Bedeutung der Dinge ermöglicht. Ist diese Entfernung zu knapp, der Standpunkt nicht frei und hoch genug, so läuft man Gefahr, Legende für Geschichte zu nehmen und an die Stell« des Geschichtsunterrichts eine politische Unterweisung zu setzen. Der jüngst verstorbene ehemalige fran- zösifche Minister Ollivier hat allerdings trotz der Riesenhaftigkeit seines Werkes über den deutsch-französischen Krieg die deutsch!- Auffassung und Darstellung des geamltigen Kampfes, der die französif c Hegemonie in Europa zerbrach, in keinem wesentlichen Punkte zu erschüttern vermocht, aber er hat immerhin nachgewiesen, daß er persönlich doch nicht der „Mann mit dem leichten Herzen" war, als der er zunächst gebrandmarkt erschien. Und das deutsche Eeneralstabswerk über den Krieg mit seiner musterhaften Klarheit und Objektivität hat doch die etwas oberflächliche und politisch gefährliche Auffassung von der absoluten Ueberlcgenheit und Unwiderstehlichkeit der deutschen Waffen, die in der Jubelstimmung des glänzendsten Sieges und feiner herrlichen Früchte entstand, in einigen Punkten berichtigt.
Von dem Urteil des Tages wird man ein« solche Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit weder erwarten noch verlangen dürfen. Aber daß man sich doch wenigstens hüten sollte, jedes Tagesereignis sofort mit einer geschichtlichen Etikette zu versehen, darüber haben uns die kuriosen Wendungen der Valkankrieg« in eindringlicher Weise belehrt. Was ist im Verlauf des letzten Jahres nicht alles als weltgeschichtlich« Tatsache und Gewißheit ausposaunt worden! Daß die Türkei selbst mit ihren vier Gegnern wenn auch nicht spielend, so doch gründlich fertig würde, dann — nach den ersten überraschenden Kriegs- ereignifsen — daß die Bulgaren innerhalb der nächsten 14 Tage in Konstantinopel einmarschieren würden, daß die Erstürmung Adrianopels das Ende der europäischen Türkei und damit die Auslöschung der Ereignisse von 1453 auf den Tafeln der Geschichte bedeute, daß Bulgarien auch seine widerhaarigen Verbündeten von ehedem in die Pfanne hauen, daß Zar Ferdinand dann selbstverständlich mit der Krone des Paläologen sich schmücken werde, um nach kurzer Frist in ihrem Glanze in „Zarigrad" einzuziehen, das alles ist in dem kurzen Zeitraum von wenigen Monaten als so gut wie weltgeschichtlich feststehend behandelt worden, wie man auch jetzt wieder ankündigt, daß die Rolle nun selbstverständlich von Ferdinand auf Konstantin „den Großen" übergegangen sei. Wieder andere wollen nun alles als gründlichen Irrtum betrachten, was über den Niedergang der Türkei gesagt und geschrieben worden ist. So hat fast jeder Tag seine „neuen Tatsachen" gehabt, und am Ende ist nichts davon übrig geblieben als gründliche Ungewißheit über den weiteren Gang der Dinge. „Die Tage folgen einander, aber sie gleichen sich nicht!" — Die Tage folgen einander und dementieren einander! Aus der fast beschämenden Erfahrung, die darin sich ausdrückt, wird oder sollte man wenigstens für di« Zukunft lernen, daß e» nicht gut ist, jeden Tag ein«
Sozlaldemokcatischer Parteitag.
I « n a, 18. Sept. Das Programm des heutigen Vormittags ist di« Arbeitslosigkeit. Die Sozialdemokratie will für ihr« Annahme, daß ein« bevorstehende Wirtschaftskrise eine ungewöhnlich große Arbeitslosigkeit herbeiführen werde, eine Forderung des Parteiparlaments herbeiführen, die arbeitslosen und deshalb für die radikale Phrase emp- fänglichern Arbeiter mit kräftigster Agitation zu bearbeiten. Das Referat über die Arbeitslosenfürsorge ist dem Genossen Timm übertragen, der folgende Entschließung empfahl:
„Die zurzeit herrschende und noch ansteigende ungewöhnlich große Arbeitslosigkeit erfordert schleunige Maßnahmen zur Linderung der Rot der Arbeitslosen. In allen öffentlichen Körperschaften int Reiche, in den Einzelstaaten, in den Gemeinden, ist deshalb auf sofortige Ausführung noch unerledigter Arbeitsausträge, auf planmäßige Schaffung von Arbeitsgelegenheit zu tarifmäßigen Sätzen zu dringen. Von den Organisationen wird erwartet, daß sie durch Veranstaltung von Massenversammlungen das Wirken ihrer Vertreter in den Gemeinden und den Parlamenten nachdrücklich unterstützen. Da nun die ständige und die periodisch stärker auftretende Arbeitslosigkeit eine untrennbare Begleiterscheinung und Folge der kapitalistischen Produktionsweise ist, kann eine dauernde Hilfe für die von der Arbeitslosigkeit Betroffenen nur durch entsprechende Erweiterung der Sozialgesetzgebung erreicht werden. Die öffentlich rechtliche Arbeitslosenversicherung kann vollständig nur durch die Reichsgesetzgebung herbeige- führt werden. Bis zur Verwirklichung der allgemeinen öffentlich rechtlichen obligatorischen Arbeitslosenversicherung ist das System der Zahlung gemeindlicher Zuschüsse zu den gewerkschaftlichen Arbeitslosenunter- stübungen in den Gemeinden zu fordern. Zu diesem Zwecke muß überall die"Heranziehung der Einzelstaaten zu den erforderlichen Zuschußleistun- gen verlangt werden. Die Förderung der öffentlich rechtlichen Arbeits- losenfürsorge ist nur möglich durch die tatkräftige Stärkung unserer politischen und gewerkschaftlichen Organisationen. Der Parteitag fordert daher alle Arbeiter auf, sich diesen Organisationen anzuschließen."
Den Abschnitt von der Veranstaltung von Massenversammlungen will ein Antrag des Reichstagsabgeordneten Hoch
im agitatorischem Sinn« schärfer gefaßt
haben. Der Referent Timm, ein Führer der bayrischen Gewerkschaften, begründet« in einer zweistündigen Red« die einzelnen Teile der Entschließung, ohne daß der Parteitag seinen im einzelnen nicht uninterssan- ten Darlegungen sonderlich Gehör schenkt. Timm griff heftig die bürgerlichen Parteien an. Sie täten nichts für eine Linderung der Arbeitslosigkeit. Am ärgsten wurde das Zentrum zerzaust, das so operiere, daß die Arbeiter gar nicht mertten, daß es gegen die Linderung der Arbeitslosigkeit sei. Eine Arbeitslosenfürsorge ohne Mitwirkung der Gewerkschaften lehnt« der Referent auf» allerentschiedenste ab. Eine Arbeitslosenversicherung auf der Grundlage des staatlichen bureaukratischen Apparates werd« keinen prakttschen Erfolg erzielen können. Dem Referat Timms wurde eine kleine Anerkennung dadurch zuteil, daß ein Genosse den Antrag stellte, es drucken zu lassen. In der Diskussion ging zunächst Fritz Zubeil aufs Praktische. Man solle nicht erst warten, bi- der Reichstag zusammengetreten fei, und dann Anträge stellen; dann würde bestenfalls der ganz« hart« Winter erst vergehen, «he etwas für di« Arbeitslosen geschehe. Man solle vielmehr sofort den Kommunen energisch auf den Leib rücken. Schon der nächste Redner hatte für solch« praktischen Singe kein Verständnis. Er hielt e» für di« Hauptsache, di« Arbeitslosen rott möglichst schön ««»gestattete» ... -„j2
Siir die langen Abende
ist es für jeden eine Notwendigkeit
sich von einer reichhalttgen und schnell und sicher unterrichtenden Zeitung auf dem Laufenden halten zu lassen. Das tut di«
, „Merhcsstsche Zeitung".
Daß unser Blatt überall und in allen Kreisen unserer engeren Heimat festen Fuß gefaßt hat und allen Anforderungen an ein leistungsfähiges Provinzblatt gerecht wird, geht vor allem aus der nachweislich sehr starken Verbreitung in Marburg und den umliegenden Kreisen hervor, di« allgemein bekannt ist.
Die „Oberhessische Zeitung" unterrichtet schnell und ausreichend Über alle Ereignisse im Reich und Ausland. Stadt, Umgebung und Provinz • «nd nimmt zu ihnen sofort und selbständig Stellung. Mehrere >
Miterhciltunqs - Beilagen
und ein interessantes Feuilleton ergänzen den Nachrichtenteil bestens, lieber die Reichstags- und Landtagsverhandlungen wird fortlaufend und ausführlich berichtet, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.
Die „Oberhessische Zeitung" steht auf monarchischem Boden und vertritt eine nationale Politik. Sie verzichtet darauf, sich in den Dienst einer bestimmten Partei zu stellen und legt besonderen Wert darauf, die Interessen unserer Stadt und engeren hessischen Heimat mit besonderem Nachdrucke wie von jeher zu fördern.
Wer eine gut unterrichtete Zeitung lesen will, abonniere sofort
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".