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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage".
J3 214
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Gonn- unö Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der llnio^ Buchdruckerei Z. A. Koch (Znh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Freitag, 12. September
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48. Jahrg°
1913.
Erttes Blatt
Flugimglück im lothringischen Mmiövergelände.
Wie wir gestern Nachmittag schon durch Sonderausgaben bekannt machen konnten, hat sich bei den Manövern des 16. Armeekorps ein bedauerliches Flugunglück ereignet, das vier Personen das Leben kostete. Ueber die näheren Umstände erfahren wir fol- gendes:
Berlin, 11. Sept. (Amtlicher Bericht an das Kriegsmini- sterium.) Um 9 Uhr vormittags wolli. Leutnant Schneider vom Fußartillerieregiment Nr. 12 mit dem Beobachtungsoffizier Oberleutnant von Teubern auf einem Militärdoppeldecker bei Büchenbeuren im Hunsrück zu einem Aufklärungsflug aufsteigen. Infolge außerordentlich heftiger und böiger Seitenwinde mißlang der Start, und das Flugzeug kam nicht hoch und wurde mit dem linken Rad zur Erde niedergedrückt. Hierdurch wurde der Apparat aus seiner ursprünglichen Richtung gerissen, machte eine scharfe Wendung und r a st e, die Erde entlang rollend, d i r e k t i n die zahlreichen Zuschauer hinter der durch Gendarmen gebildeten Absperrungslinie. Die Wirkung war entsetzlich. Im nächsten Augenblick wälzten sich sechs Personen in ihrem Blute. Sofort tot waren der Eendarmeriewachtmeister Schmidt aus Blankenrath, Landwirt Schneider aus Sohren, Frau Meurer aus Büchenbeuren und der Knabe Wilhelm Jost aus Hahn. Schwerverletzt wurde desien Vater und ein kleiner Junge aus Sohren, desien Name nicht festgestellt worden ist. Die beiden Fliegeroffiziere kamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. Der Apparat wurde erheblich beschädigt.
Büchenbeuren, 12. Sept. Die Untersuchung über das Flugzeug-Unglück ist abgeschlossen. Man ist allgemein der Ansicht, daß den Flieger-Offizier keine Schuld an der Katastrophe trifft. Ueber das Unglück selbst wird noch berichtet: Als das Flugzeug landen wollte, drängten sich die Neugierigen, etwa 200 Personen, ganz nahe an die Landestelle heran. Der Gendarm Schmidt, der die Neugierigen zurückhalten wollte, wurde, als er mit ausgebreiteten Armen die Menge abhielt, durch einen Propellerschlag auf den Kopf getötet. Jetzt drängte das Publikum erst recht vor. Der Fliegeroffizier konnte erst nach einer Minute seine Maschine ganz vbstellen. In etwa 40 Sekunden wurde dann, wie berichtet, der Landwirt Schneider und Frau Maurer sowie der 10jährige Knabe Wilhelm Jost durch Propellerschläge getötet. Der Vater des getöteten Knaben erhielt eine lebensgefährliche Verletzung. Als das Publikum merkte, daß vier Personen auf dem Platze lagen und hörte, wie die Schwerletzten um Hilfe schrieen, drängte es panikartig zurück. Im Gedränge kamen viele zu Fall und etwa 15 Personen wurden verletzt, zum Teil erheblich.
(Nachdruck verboten.)
Friede Sörrensen.
Roman von H. Eourths-Mahler.^
(Fortsetzung.)
Lizzi seufzte. Sie hatte im stillen schon sehr stark an derartige Wiederholungen gedacht. Damit war es nun fteilich nichts.
„Natürlich, Friede, es wird sicher nicht wieder vorkommen" sagte sie sehr kleinlaut.
Lizzi war sehr deprimiert. Die erwartete glänzende Erbschaft, auf die man wohl gelegentlich eine hübsche Summe aufnehmen konnte, erwies sich als sehr bescheiden. Das war eine bittere Enttäuschung. Nun hatte sie die sehnlichst gewünschte Aufklärung.
Wenn doch nur nun wenigstens Ellens Hoffnung sich erfüllt« und Doktor Volkmar um ihre Hand anhielt l
Nach einer Weile sagte sie plötzlich: „Volkmars sind wohl sehr reiche Leuts, Friede?"
Dies« nickte bejahend.
„Sie haben beide ein großes Vermögen mit in di« Eh« gebracht, klußerdem hat Herr von Volkmar ein bedeutendes Einkommen. Warum fragst du danach?"
„Oh — nur so ein Gedanke. Ist dir nicht ausgefallen, daß Doktor Volkmar Ellen sehr auszeichnet? Es wäre doch ein großes Glück, wenn kas Kind eine so gute Partie machte."
Friede zog die Stirn zusammen.
„Ach so — du hast das auch schon bemerkt?"
Lizzi lächelte überlegen.
„Welche Mutter würde das nicht bemerken, Friede. Man hat doch fas Glück seiner Kinder im Auge."
In Friede stieg herbe Bitterkeit empor.
„Wenn ich dir nun sage, daß Doktor Volkmar die Absicht hatte, Ruth fu heiraten, ehe Ellen hierherkam?"
„So — wirklich? Ach, das ist mir ja sehr interesiant. Also hat ft doch wirklich ernste Heiratsgedanken? Nun das ist mir lieb zu ftiren. Wenn er sich auch von Ruth abgewendet hat, seit er ihre schönere Pchwester kennt, so hat Ellen um so mehr Chancen."
ellnb Ruth?" frug Friede mit verhaltener Stimm«.
Beileidskuudlstbungen zum Unterf ang des „L. 1".
München, 11. Sept. Der Prinz-Regent hat an den Kaiser anläßlich des Unglücks des Marineluftschiffes aus Hohenschwangau folgendes Beileidstelegramm gerichtet:
„Die Nachricht, daß das Marineluftschiff bet Helgoland einem Orkan zum Opfer gefallen ist, hat mich aufs tiefst« 'ewegt, erinnere mich doch .noch lebhaft der Besichtigung des imposante Luftschiffes, zu der Du mir im heurigen Frühjahr in Johannistal Gelegenheit gabst. Mit
inniger Anteilnahme beklage ich den Tod des mir von dieser Besichtigung her persönlich bekannten Führers Kapitänleutnants Hann« und all der Wackeren, di« in getreuer Pflichterfüllung ihr Leben verloren. Eez. Ludwig."
Weiter drückten ihr Beileid aus der Präsident des Reichstags, der Reichskanzler, der Oberbürgermeister von Berlin, Graf Zeppelin, der König von Italien, der österreichisch-ungarisch« Kriegsminister, der französische Geschäftsträger in Berlin, die englische Admiralität, der italienische und schwedische Kriegsminister, der Marineattachö der Vereinigten Staaten von Nordamerika u. a.
Englische «nd französisch« Preßstimmen.
London, 11. Sept. Die „Times" schreibt zu dem Unglück des deutschen Marineluftschiffes „L. 1":
„Es besteht kein Grund, das Unglück vor Helgoland anders anzu- fehen', als einen regelrechten Betriebsunfall in der Lustschiffahrt. Wir haben noch kein« Erfahrungen mit Luftschiffen, welche weite Strecken über die Meere zurücklegen. Sobald wir «ine Luftflotte besitzen, werden wir gelegentliche Unfälle von derselben Art zu erwarten haben."
Der „Standard":
„Nicht weniger als 14 tapfere Offiziere und Mannschaften der deutschen Wehrmacht haben di« große Zahl der Opfer der Luftschiffahrt vermehrt. Alle Ehre gebührt ihnen und den anderen unerschrockenen Pionieren der neusten praktischen Wissenschaft. War diese schmerzliche Erfahrung lehrt, sollte sehr beachtet werden, nämlich, daß die Entwickelung der Luftschiffe mit dem Auftrieb nicht gleichen Schritt gehalten hat mit den Flugzeugen, die schwerer als die Luft sind."
P a r i s, 11. Sept. Der „Temps" äußert sich folgendermaßen:
„Man kann annehmen, daß di« gestrig« Katastrophe einen schweren Schlag für das System Zeppelin bedeutet. Vis jetzt war es eine allgemeine Ansicht, daß das starre System in der Lust unzerstörbar sei und in der Tat haben sich bisher all« Unfälle der Zeppelinschen Luftschiffe bei Landungen ereignet. Die gestrige Katastrophe hat gezeigt, daß diese These nicht aufrecht zu erhalten ist. Das Gerüst der Zeppelinschen Schiffe scheint doch zu schwach zu sein und zu gebrechlich, um einem starken Windstoß« Widerstand zu leisten. Natürlich wird das Kriegsministerium und der Staatssekretär der Marine nicht sofort ihre Bestellungen bei Zeppelin einschränken; man kann aber annehmen, daß sie später wesentlich eingeschränkt werden."
Sowohl die Voraussetzungen wie die Schlußfolgerungen des „Temps" find falsch. Die amtliche deutsche Erklärung besagt ja auch klar und deutlich, daß das Unglück an der Einschätzung des starren Luftschiffes als Kriegsinstrument nichts ändert.
Frankreich und König Konstantin.
Der ganze Haß, mit dem die Franzosen alles, was Deutschland Freude macht, verfolgen, zeigt sich wieder einmal bei der Hetze gegen König Konstantin, der den Mut gehabt hat, laut und deutlich zu sagen, was er der deutschen Armee verdankt. Als die Türken besiegt wurden, da jubelte es in Frankreich. Für sie war es eine Niederlage der deutschen Kriegskunst. Alle amtlichen Darstellungen über die wahren Ursachen der Niederlagen fruchteten nichts. Jetzt hat der siegreiche Eriechenkönig seine Siege auf die Kriegskunst der Deutschen hingeführt. Das muß gerochen werden. Der „Matin" setzt fortgesetzt seine Angriffe gegen die Rede des Königs Konstantin mit solcher Hartnäckigkeit und Heftigkeit fort, daß man darin die Absicht erblicken muß, die öffentliche Meinung Frankreichs zu Kundgebungen bei der bevorstehenden Anwesenheit des Königs iil Paris aufzuwiegeln. Daß griechische offizielle Stellen sich die L^che nehmen, die aufgeregte französische Volksseele im „Mattn" zu beruhigen, hilft ihnen gar nichts. Diese Stellen weisen darauf hin, daß der König nur seiner Bewunderung für die deutsche Taktik, die doch auch in Frankreich viele Bewunderer habe, Ausdruck verlieh, daß er doch auch nach Frankreich kom-
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Ach Ruth — um die sorg ich mich nicht. Sie ist so anspruchslos und leicht zufriedengestellt. Wirklich, meine beiden Töchter sind grundverschieden. Ruth mit ihrem kühl zurückhaltenden Wesen ist ja längst nicht so viel umschwärmt worden wie Ellen. Si« macht sich auch, glaube ich, nichts daraus." '
„Und deshalb meinst du, es ist selbstverständlich, daß fi« hinter Ellen zurücktritt?" ftug Friede bitter.
Za natürlich, Friede. Zch bitte dich, wenn sich Doktor Volkmar für Ellen entscheidet ,so ist es sicher selbstverständlich, wenn Ruth zurücktritt. Es ist doch bester, er heiratet eine, als daß einschließlich auf beide DCTät5riebe stützte den Kopf in die Hand. Antworten könnt« sie nicht. Einst hatte es Lizzi ebenso selbstverständlich gefunden, daß si« selbst zurücktrat hinter ihrer schöneren — und koketteren Schwester. Aber hier entschied sie doch als Mutter — über das Glück ihrer beiden Kinder. Hätte si« nicht fühlen müsien, daß es bei Ruth um das Höchste ging, während bei Ellen nur Aeußerlichkeiten in Frage kamen?
Wahrlich, Fritz Steinbach hatte nur zu recht gehabt, als «r ihr fein bestes und geliebtestes Kind ans Herz legte, damit sie es voll Liebe umschließen konnte. Diese Mutter würde nie ein Kind verstehen, wie Ruth eins warl
Friede fühlte, daß der heiße Zorn auf diese oberflächliche, gedankenlose Mutter sie zu Überwältigen drohte. Mit einer hastigen Entschuldigung erhob sie sich und ging hinaus. —
Hans war einige Tage auf Urlaub bei Tante Friede gewesen. Niemand hatte unter den obwaltenden Umständen so recht Zeit und Lust, sich mit ihm abzugeben. Nur Heinz, der in Vorbereitungen zu seiner Hoch- zeit steckte, machte sich einige Abend« frei, um mit Hans und einigen Kameraden Abschied vom Junggesellenstand zu feiern.
Hans fand sein« Mutter sehr verstimmt, und diese verhehlte ihm nicht, was sie von Friede in Erfahrung gebracht hatte über deren Ver- Mögensverhältnisse. Da nahm sich denn der jung« Mann noch einmal ernstlich vor, keine Dummheiten mehr zu machen und mit seiner Zulage auszukommen.
Ellen hatte kein« Zeit für d«n Bruder. Sie war intensiv mit Georg beschäftigt, der wider Erwarten noch immer nicht das entscheidende Wort gesprochen hatte. So war Han« stft nur auf Friede und Ruth angewiesen, di« sich ihm denn auch so viel wie möglich widmete«. Ab«
men wolle, und schon dies« Absicht bedeute doch, daß der König auch der französischen Militärmisfion in Griechenland seinen Dank zolle« Es nutzt nichts. Der „Matin" meint, es handle sich um Frankreichs Würde und Stolz. „Wenn des Königs Worte nicht seine« ganzen Gedanken aussprechen, so solle man es sagen, wenn sie nicht Oie Meinung seiner Regierung ausdrückten, so soll man es kundtun." Wenn ein Mißverständnis vorliege, so solle es beseitigt sein, ehe man sich im Elysse zu Tische setze. „Trinksprüche, welche ma« nach dem East mahl ausspricht, wo kein Vertrauen herrscht, verhallen ungehört." Die Verbeugungen offizieller Stellen Griechenlands gehen inzwischen weiter. Co schreibt die „Agence d'Athtznes":
„Griechenland wird niemals die großen Verdienste, da» Wohlwollen und die kostbare Mitarbeit vergessen, die Frankreich jederzeit Griechenland geleistet hat und ebensowenig die Dienste des Generals Eydoux und der französischen Militärmission. Der König habe nur von dem Werte der griechischen Armee gesprochen und zwar zum Generalstab, der seine militärische Erziehung in Deutschland leitete."
Ja selbst der Minister des Aeutzern, Ponas, hat der „Agence Havas" erklärt: „Der König sprach inmitten von Generalen in • einer besonderen Umgebung, er hielt eine militärische Rede ohne jede Beziehung zur Politik. Eine gegen Frankreich gerichtete Absicht würde von der griechischen Nation nicht gebilligt werden, die einmütig der Großmacht Frankreich dankbar ist für die Dienste, welche sie ihr, insbesondere in der letzten Zeit geleistet hat. An- Herr Pichon hat in Parts den Gesandten Romanos empfange^ der Aehnliches sagte. Auch Herr Venizelos wird, wenn er nach Athen zurückkehrt, sich noch melden. — Man darf in dem Ganzen eine höchst törichte Pression auf Griechenland erblicken. Uns kann'» recht sein«
Politische Umschau.
Der Dank de» Kaiser» an die Schlester.
Breslau, 11. Sept. Der Oberpräsident bei Provinz Schlesien bringt folgenden Erlaß des Kaisers zur öffentlichen Kenntnis:
Meine Schlesier haben mich und die Kaiserin und Königin, mein» Gemahlin, anläßlich der großen Parade des 6-Armeekon-s und der von mir abgehaltenen Manöver allerotten in echter Tr«u« und hoher Begeisterung bewillkommnet, insonderheit bekundeten die festlichen Veranstaltungen meiner Haupt- und Residenzstadt Breslau für unseren Empfang und di« jubelnden Grüße der Bevölkerung eine liebevolle An- Häuslichkeit und treue Ergebenheit an mein Haus. Unseren Dank dafür will ich der Bevölkerung und der Provinz hiermit nochmals versichern. Besonders hat es mich auch gefteut, daß bei der Parade am LS. August meine alten Soldaten und die Angehörigen der Sanitäts- kolonnen mir in so Überaus stattlicher Zahl ihren Gruß entboten Zch danke den wackeren Männern herzlich für dies« Bekundung ihrer patrio- tischen Gesinnung. Aus den mir erstatteten Meldungen Über die Unter- kunftsoerhältnisse während der Manöver habe ich zu meiner Befriedb gung ersehen, daß ttotz der erheblichen Anforderungen infolge der ge- drängten Unterbringung zweier Ameekorps den Truppen von der Be- völkerung Überall «ine fteudige und fürsorgliche Aufnahme zuteil ge- worden ist. Allen Beteiligten spreche ich hiermit meine Anerkennung und meinen Dank gern aus und beauftrage Sie, dies ^Provinz so- aleicb bekannt zu geben. Bad Salzbrunn, den 10. Sept. Wilhelm I. R.
Die „Schlesische Zeitung" bringt einen Erlaß des Kaisers an den Kommandierenden General des 6. Armeekorps v. Pritzel- witz in dem es heißt: „ ., -
Aus dem Verlauf der diesjährigen Manöver habe ich di« Hebet« zeugung gewonnen, daß das Armeekorps großen Aufgaben in ernster Zeit gewachsen sein wird. Die Truppen haben überall vortreffliche Leistungen gezeigt und damit meirwn Erwartungen voll entsprochen Für diesen Erfolg kriegsmäßiger Ausbildung spreche ich
einmal hatten sie beide viel zu tun, und dann hatten sie mit ihrer traurigen Stimmung zu kämpfen. So war Hans im ©runbe froh, al» sein Urlaub zu End« war und er wieder abreisen konnte.
Friede tat es leid, ihn so unfroh und unbefriedigt ziehen zu lasten, immerhin hatte sich Hans bei näherer Bekanntschaft nicht so herzen, kalt und berechnend erwiesen wie Ellen und ihre Mutter. Et zeigte 5ttets eine herzliche Ergebenheit und Dankbarkett und war auch Ruth gegen- Über wärmer und fteundlicher. . ,<
So konnte es Friede nicht Über ihr gutes Her, bringen ihn -h« eine kleine Freude zu verabschieden. Als er vor der Abreise noch mal zu ihr ins Zimmer trat, um ihr mit warmen Worten für alles zu danken drückte sie ihm zweihundert Mark in die Hand.
SJas sind Reisespesen, Hans. Ein« kleine Extrazulage. Damit sonst"du dir in Berlin einiges Vergnügen bereiten, ^er bei uns hast du es damit geradejetzt schlecht getroffen. Wit sind durch die bevorstehende Hochzeit bei Volkmars etwas sehr in Anspruch genommen und konnten dir nicht viel bieten. Ein anderes Mal wird es besser Jein. Ruth und ich, wir werden uns immer freuen, dich zu sehen. mußt später, vielleicht nach dem Manöver, einmal wiederkommen.
Hans tat etwas Unerhörtes — et wollte das Geld SUtÜckwelfen.
Du tust ja schon so viel für mich, Tante Friede Mama hat e» mir gesagt, wie schwer es dir wird, uns so viel zu opfern.
Sie nahm ihn lächelnd beim Kopf und küßte ihn auf di« Wang«.
„Nimm es nur ohne Gewissensbisse, Hans. Ab und su kann ich mit schon noch eine kleine Extraspende erlauben. Mach nur nie Schulden, _ bann bin ich schon zufrieden mit Dir." !
Ei küßte ihre Hanb unb steckte bas Geld mit strahlenden Auge» j *“ sollst mit mir zufrieden sein, das verspreche ich dir fest und heilig", sagte et ernst.
Sie nickte ihm yi. . ..
„Cs ist gut, Hans. Aber nun mutzt du gehen, sonst erreichst ou deinen Zug nicht mehr." ... «
Da wat er gegangen. Friede war froh, daß ihr Herz sich nicht «g gegen ihn zu verbittern brauchte, daß et ein klein wenig Fritz Steinbach» Sohn wat, nicht nur der seiner Mutter.-- , , ,
(Forifetning c< )