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Marburg

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derungen gemäß beendet würden. Bor der Ankunft der Delegier­ten erklärte Natfchewrtfch sich im Laufe der Vorbesprechungen da­mit einverstanden, derTürkeidas Maritzaufer und das Gebiet um Adrianopel zu überlassen. Das genügte für die Verteidi­gung der Grenzlinie, die von einem südlich von Adrianopel gelege­nem Punkte ausgehen und an der alten Grenze enden solle. Bon hier würde sich di« Grenzlinie dem Schwarzen Meer zuwenden, wo­bei Kirkkilisse den Türken überlassen würde. Die Delegierten werden sich jetzt mit diesen unverbindlichen Abmach­ungen beschäftigen. Die Verhandlungen find bereits eröffnet worden.

Kta-e ter zu 8507

6, I.

- Die türkisch-bulgarische Verständigung.

Konstantinopel, 8. Sept. Aus unterrichteter türkischer Quelle wird verfichert, daß trotz der Erklärungen der bulgarischen Delegierten in der Prefie die Verhandlungen den türkischen For-

thr Frühstück nahm."

.Und Ellen?"

.Die war eben hier bei mir.'

Der weinende Sultan.

Konstantinopel, 8. Aug. Der Sultan empfing den Mufti von Adrianopel, der ihm für die Spende von zweitausend Pfund zu Gunsten der Armen Adrianopels dankte. Der Sultan erklärte, er habe Adrianopel, das in ihm bei seinem Besuche un­vergeßliche Erinnerungen zurückgelafien habe, in sein Herz geschlos­sen. Er sei durch die Einnahme Adrianopels seitens der Bulgaren lebhaft erschüttert worden, habe mehrere Tage geweint undnichtsgegessen. Der Sultan empfahl der Bevölkerung, die Stadt nicht zu beunruhigen, denn Adrianopel werde unter seinem Zepter bleiben.

Bin neuer Befehlshaber der deutschen Mittelmeerdioifion.

Berlin, 8. Sept. Gemäß dem im Herbst in der Marine üblichen Stellenwechsel ist Kontreadmiral Souchon, 2. Admiral des 2. Geschwaders, zum Chef der anläßlich der Kriegs­wirren auf dem Balkan aus Schiffen der Hochseeflotte gebildeten Mittelmeerdioifion ernannt worden. Er löst den Kontreadmiral Trummler ab, der zur Dienstleistung bei der Inspektion der Küsten, artillerie und des Minenwesens kommandiett ist.

Georg war wieder dagewesen. Ellen hatte es ärger getrieben denn je mit süßen lockenden Blicken, reizenden Schelmereien und rührend hilf- losen Posen. Das ganze Register durchtriebener Koketterie hatte sie aufgezogen, und Georg hatte sich schließlich mit einem roten Kopf und unstet flackernden Augen wie geistesabwesend verabschiedet. Er kannte sich selbst nicht mehr und wußte nicht, was er tat. Wie ein betäubendes Eist raste es durch seine Adern, und er konnte nur eins denken und füh. len: daß er Ellens roten Mund küssen müht«, wenn er nicht an dem Brande zugrunde gehen sollte, den fie in ihm entfacht hatte.

Run war er gegangen. Eine Weile sahen die vier Frauen noch stumm beieinander. Dann erhob sich FranMzzi, um zu Bett zu gehen.

Ruth begleitete fie wie ftden Abend in ihr Zimmer, um ihr beim Auskleiden behilflich zu sein.

Ellen räkelte fich noch eta Weilchen im Wohnzimmer in einem be- «weinen Sessel. Sie hatte ihre Lieblingsstellung eingenommen, die Hände hinter dem Kopfe verschräntt und die zierlichen Führ übereinander gelegt.

Sie blinzelte zu Tante Fttede hinüber, die mit ernstem Gesichts, ausdruck auf dem Sofa sah.

Bist du müde, Tante Friede? SoO ich mich zurückziehen oder darf ich noch ein Weilchen bei dir bleiben?" frug Ellen mit süßer, schmeich- lerischer Stimme.

Friede hob die Augen und sah forschend in das liebreizende, be- zaubernde Mädchengesicht. _ .

Du darfst mir gern noch ein Weilchen Gesellschaft leisten. Ellen. Hast du dich gut unterhalten heut abend?"

Ausgezeichnet, Tante Friede. Dottor Volkmar weih brillant zu erzählen. Er ist ein geistvoller, amüsanter Gesellschafter."

Ja, das ist et, Ellen. Und auherdem ein prächtiger, ehrenhafter Mensch.

Das glaube ich. Ich mag ihn sehr, sehr gern und freue mich immer, wenn er kommt."

Friede richtete fich gerade empor und sah Men fest an.

Es freut mich, daß et dir sympathisch ist. Ganz unter uns, Ellen, ich will dir anverttauen, dah uns Doktor Volkmar bald noch näher trete« wird als bisher. Sobald das Trauerjahr um deinen Vater zu Ende ist, gibt es eine Verlobung. Ruth und Georg Volkmar lieben fich und ma die Rücksicht auf die Trauer hat Ne Verlobung verzögert,"

Gelände östlich der Hohenfriedeberger Höhen. Das Wettet wat herrlich. Der Kaier in Leibkürafsteruniform passierte mit dem König der Hellenen um 7 Uhr Freiburg im Automobil, begrüßte auf dem Neumartt den Eeneralstabschef v. Moltke und wurde vom Publikum stürmischbejubelt. Um 7y2 Uhr stieg der Kaiser zwischen Oelse und Ullersdorf zu Pferde und hielt später auf den Töpferbergen westlich von Striegau. Die fremdherrlichen Offiziere find in derselben Gegend versammelt; sie wurden hier vom Kriegs­minister v. Falkenhayn begrüßt. Die LuftschiffeZ. 1 undZ. 4 sowie mehrere Flugzeuge find an der Arbeit. Die blauen Erenz- schutztruppen besetzten die Linie Hohenfriedeberg-Striegau, um den Anmarsch der blauen Haupttruppen zu verschleiern. Bei Halben­dorf und Teichau lag das blaue Jägerbataillon Nr. 5 und andere Truppenteile mit der Front gegen Südost. Auf diese stteß von Schweidnitz her die gegen Norwesten anrückende rote Kavallerie. Um 8 Uhr wechselten sie die ersten Schüsie. Drei rote Kavallerie­brigaden rückten allmählich nach, durchbrachen die schwache blaue Kette und drangen weiter westlich von Striegau in nord­westlicher Richtung auf Günthersdorf vor, während das rote- gerbataillon Nr. 6 auf die standhaltenden Teile der blauen Kette von Königszelt her einen Angriff machte.

Bei dem Vorgehen der roten 8. Kavallerie-Diviston wurden die ihr zugeteilten Jäger im Kraftwagen befördert. Die Kaval­lerie attackierte die blauen Erenzschutztruppen, bestehend aus dem Jägerbataillon Nr. 5 und Teilen des 3. Garderegiments zu Fuß, zunächst erfolgreich. Die Absicht der roten Kavallerie, fich den an. rückenden blauen Kolonnen vorzulegen, mißlang aber, weil die Kolonnen der 10. blauen Division vom 5. Armeekorps bereits in der linken Flanke der roten Kavallerie auftraten. Die rote Kavallerie ging deshalb zurück, wobei sie bereits von der Artik- lerie der blauen 10. Division befeuert wurde.

Der Kaiser erhielt vormittags, während er die Kämpfe an der Zerle beobachtete, die Meldung des Grafen Zeppelin. Dieser war früh um 4 Uhr nach Liegnitz gefahren, hatte von dort die Fahrt auf demZ 1 mitgemacht und eine Meldung in der Nähe des Kaisers abgeworfen. Das Luftschiff fuhr am Gebirge entlang, hatte bei Reichenbach einen roten Luftschiffhafen zer­stört und wurde bei Reichenbach durch Flieger verfolgt, die ihm aber nicht beikommen konnten. Der Kaiser nahm am Vormittag in Gegenwart des Königs von Sachsen, des Königs der Hellenen und des Kronprinzen von Griechenland den Borttag des Hauptmanns Prausnitzer vom Großen Eeneralstab über bte Schlacht bei Hohenfriedeberg entgegen. Der österreichische Eeneral­stabschef v. Hötzendorff und der italienische Generalstabschef Pollio verweilten meistens bei Striegau. Die Fußtruppen biwakiere« sämtlich, die berittenen Truppen beziehen zum Schutze des Pferde- Materials enge Quartiere. Gegen Abend arbeiteten wieder zahl­reiche Flugzeuge. Die rote Armee besteht aus fünf Armeekorps und weiteren Truppenkörpern. Hiervon stick vorhanden das 6. Armeekorps unter dem General v. Pritzelwitz: 24 Bataillone, 7 Schwadronen, 24 Batterien, Spezialwaffen, ferner die 6. Kaval- leriedivifion mit 24 Schwadronen, berittenen Pionieren, rad­fahrenden Jägern, reitender Feldarttllerie, Maschinengewehren, Fliegern. Die blaue Armee hat ebenfalls 5 Armeekorps, Erenz­schutztruppen und die Festung Breslau. Hiervon find vorhanden das 5. Armeekorps unter General v. Strantz: 24 Bataillone, 8 Schwadronen, 23 Batterien, Spezialwaffen, ferner 43. Infanterie­division. Erenzschutzabteilungen.

DieOberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich bunt die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M tret ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Unio.« Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

erren» Stiefel, Art, Slatin, schirr, rmmi, Ibisse.

und Wunsch

(Nachdruck verboten

Friede Sörrensen.

Roman von H. Courths-Mahler.

(Fortsetzung.)

Als Friede mit dem Abrechnen fertig wat und in das Wohnzimmer trat, war Ruth allein. Fried« bemerkte fofort, daß Ruths Augen ge­tötet waren, als hätte sie eben erst geweint. Das Hetz tat ihr weh vor Erbarmen mit demarmenKinde,und ihr Groll gegen Ellen bekam neue Nahrung. Aber sie sagte kein Wort darüber, streichelte nur zättlich Ruths Haar und sagte liebevoll:

Noch immer so fleißig, kleines HausmLtterchenl Komm, leg di« Arbeit zusammen, es ist bald Tischzeit. Hast du dein« Mutter schon gesehen heute morgen?"

Ruth sah mit einem tapferen Lächeln zu Friede auf.

Ja, Tante Friede, ich habe ein wenig mit ihr geplaudert, als fie

Friede zog die Augenbrauen finster zusammen.

Eie langweilt sich wohl hier bei uns?

Ich weiß es nicht, Tantchen. Gesagt hat fie mir nichts."

Friede trat ans Fenster. Sie konnte Ruths trauriges Gesicht nicht mehr sehen.

Wieder zerbrach fie sich den Kops, wie fi« in den Lauf der Ding« Eingreifen und Georg aus den Schlingen der koketten Ellen befreien konnte. Und da fiel ihr ein, ob es nicht bas beste wäre, wenn fi« einmal mit Ellen selbst ein ernstes Wort sprach. Wenn sie ihr einfach sagte, daß Georg die Absicht habe, Ruth zu heiraten? Vielleicht bestimmte Ellen diese Mitteilung, ihre Bemühungen um Georg aufzugeben. Frei­lich nur vielleicht. Mit Gewißheit ließ sich das bei Ellens Eharatter nicht voraussagen. Aber der Versuch mußte gemacht werden. Ganz tatenlos mochte sie nicht mehr zusehen, wie hier das Glück ihrer Itebften Menschen in Trümmern ging.

Noch an demselben Abend sollte sich für Friede Gelegenheit finden, ihr Voibaben «uszuführen.

ibent, rhtig- e, wie Sliit- 50 Pf. :omm, mann.

Bit MekmMer in Wesm.

Die allgemeine Kriegslage ist folgende: Die rote Armee, etwa sechs Armeekorps, dringt aus Oberschlesien über die Oder in Schlesien ein. Die Maste erreichte am 6. abends die Linie Etrehlen-Patschkau in der Gegend südöstlich von Breslau. Vor ihrer Front gelangte die rote Kavallerie am 7. bis Koberwitz- Echweidnitz-Fricdland, nachdem sie im Laufe des Tages bei Schweidnitz im Gebirge blaue Erenzschutztruppen zurückgeworfen hatte, die aus Oberschlesien vor dem Anmarsch der roten Armee zu- rückgewichen waren. Die blauen Erenzschutztruppen gingen am 7. auf die Linie Landeshut-Hohenfriedeberg, hinter das Striegauer Master im Anschluß an die armierte blaue Festung Breslau bis Canih zurück. Hinter ihnen ist die blaue Armee zwischen dem Rie­sengebirge und der Oder in einer Stärke von etwa fünf Armee­korps in der Versammlung begriffen. Ihre Maste hatte am 6. ihren Vormarsch noch nicht angetrcten. Das 5. Armeekorps kämpft im Verbände der blauen, das 6. Armeekorps im Verbände der roten Armee. Die rechts und links von ihnen anzunehmenden Aufchluß- truppcn werden durch Volltruppen anderer Armeekorps, am 8. und v. auch durch Flaggen dargestellt.

Es handelt sich also um den Kampf zweier auf beiden Seiten angelehnter Armeekorps gegen einander. Daher werden die beiden kommandierenden Generäle durch Armeebefehle in der Leitung vor begrenzte Aufgaben gestellt. Zum Ausdruck kommen wird die Kunst des Führers, in dem engbegrenzten Raume seine Truppen in rücksichtslosester Offensive restlos an den Feind zu bringen und in frontalem Kampf den Sieg zu erzwingen. Oberster Schiedsrichter ist der Kaiser und Oberschiedsrichter Freiherr v. d. Goltz. Die Anlage des Manövers läßt erkenen, daß es sich nicht an kriegsgeschichtliche Vorgänge anlehnt, wenn es sich auch auf dem Boden glorreicher Taten der preußischen Waffen abspielt. Einzelheiten über die Lage des Gegners werden bei dem 5. bezw. 6. Korps erst heute abend bekannt. Die Jnfanteriebataillone find durch Reservisten in den erhöhten Stand gebracht worden. Die Bataillone der Anschlußtruppen haben di« Friedensstärke. Bei der Kavallerie werden Radfahr-Abteilungen auftreten, und es werden Eefechtsbagagen, FernsprechgerLte und Brückentrains verwendet. Ausgedehnte Versuche auf den Gebieten der Verpflegung, des Mu- nitionsersatzcs und der Bekämpfung der Luftfahrzeuge stehen be- vor. Blau erhältZ. 1" und Rot erhältZ. 4. Beide Korps er­halten Flugzeuge in erheblicher Zahl. Auch Eeneralstabsoffiziere werden als Beobachter von Flugzeugen Verwendung finden. Di« feindlichen Luftfahrzeuge werden bei den Begegnungen sich kriegs- mäßig benehmen. Der Abwurf von Bomben kann zur Darstellung gelangen. Dem Manöver wohnt auch der Chef des bayerischen Generalstabes, Generalmajor Krafft von Dellmensingen bei.

Das Armee-Oberkommando der blauen Armee hatte für heute den Vormarsch in der Linie Nieder-Wernersdorf-Hohenfriede- berg-Rauske und Pörne befohlen, der in zahlreichen Kolonnen zum Teil durch Gebirge angetreten wurde, Erenzschutzabteilungen soll­ten den Vormarsch verschleiern. Das 5. (blaue) Armeekorps traf gestern morgen um 8 Uhr mit vier Kolonnen den Vormarsch auf der Linie Jauer-Mertsche auf Hohenfriedeberg-Halbendorf-Strie- gau an. Die rote Armee rückte in die Linie Schweidnitz-Vraunau an. Die Sicherung gegn die Festung Breslau ist dem gedachten 12. Armeekorps übertragen. Bei dem heute beabsichtigten Angriffe soll der blaue rechte Flügel umfaßt werden. Das 6. (rote) Armeekorps ging gestern nachmittag in zwei Kolonnen vor.

Die erste« Zusammenstöße

zwischen den feindlichen Parteien erfolgte auf dem landschaftlich fthtznen und historisch interesianten Gelände der Schlacht bei Hohenfriedeberg vor den Spitzbergen b. Striegau in dem hügeligen

dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschaWche Beilage".

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Politische Umschau

Di« bewährte« preußische« Kriegsgrundsätze.

DerNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge richtete bet Kaiser bei der lleberreichung des Feldmarschallstabes an de« König der Hellenen folgende Ansprache:

Eure Majestät heiße ich von Herzen hier willkommen. Zugleich gebe 'ich meiner Freude Ausdruck, daß ich Eurer Majestät in Eegenwatt meiner Generale, als Vertreter meines Heeres, den auf dem Schlachtfeld erworbenen Stab der Feldmarschälle nunmehr persönlich Übergeben darf. Eure Majestät haben die Gnade gehabt, während und nach dem Kttege wiederholt und öffentlich zu bekunden, daß die großen Erfolge, di« Eurer Majestät zu erringe« mit Gottes Hilfe vergönnt war, nächst der heroischen lapfetteit und der opferfreudigen Hingabe aller griechischen Truppen, den bewährten preußischen Grundsätzen über di« Kriegführung zu verdanken feien. Diese seien von Eurer Majestät und den Offizieren allerhöchst Ihres Stabes in Berlin beim 2. Garde- Regiment zu Fuß und auf der preußischen Kriegsakademie erworben worden und hätten, in die Praxis umgesetzt, sich glänzend be­währt. Mein Heer ist stolz auf dieses Urteil Eurer Majestät, welches eine Anerkennung für unsere militärische Geistesarbeit enthält, und zu­gleich dafür einen schlagenden Beweis erbringt, baß bie von unseren Generalen unb unseren Truppen gepflegten Prinzipien bei richtiger An­wendung stets den Sieg verbürgen. Wollen Eure Majestät nunmehr aus meinen Händen den Feldmarschallstab entgegennehmen."

Der König der Hellenen erwiderte:

Eurer Majestät spreche ich mit bewegtem Herzen meinen Dank für die große Ehre aus, bie mir zuteil wird durch bie Verleihung des Feld- marschallstabes. (Zu den Generalen gewendet): Ich stehe nicht an, noch einmal laut und öffentlich auszusprechen, daß unsere Siege nächst der unüberwindlichen Tapferkeit meiner Griechen den Grundsätzen Über Ktteg und Kriegführung zu banken sinb, welche ich unb meine Herren hier in Berlin bei meinem lieben 2. Garde-Regiment zu Fuß, der Kttegsakademie und in dem Verkehr mit dem preußischen Generalstab uns angeeignet haben. Ich baute Seiner Majestät bem hochseligen

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In Ellens Augen flackerte ein unruhiges, böses Licht. Mit einem lauernben Seitenblick streifte sie Friedes gerötetes Gesicht. Sie fühlte klug bie feindliche Gegenströmung heraus, war aber keineswegs gewillt, sich beeinflußen ober einschüchtern zu lasten.

Mit einem übermütigen Lachen schmiegte fie fich in ihren Sessel.

Ach Tantchen, bas ist köstlich. Da hast du dich aber in einen großen Irrtum verfangen. Die beiden denken ja gar nicht daran, sich zu ver­loben. Das weiß ich bester. Ruth selbst hat es mir gesagt. Ich habe fie erst heute mittag drum gefragt."

Friede sah starr in ihr Gesicht.

Was hast du sie gefragt?"

Ob Ruth ihn Hebt Weißt du, Tantchen, ich finde ihn so reizend, daß nun, daß mir um mein eigenes Herz bange ist. Und da frug ich Ruth, ob sie ihn liebt. Ich wollte doch meiner Schwester auf keinen Fall ins Gehege kommen. Aber Ruth hat mich nur ausgelacht. Sie empfindet nichts, gar nichts als Freundschaft für ihn. Siehst du wohl, daß du im Irrtum bist?"

Friedes Augen verdunkelten sich, und ein herber Zug umgab ihren Mund. Wahrlich, Ellen war ihrer Mutter echte Tochter.

Rein, Ellen, das sehe ich durchaus nicht. Wenn Ruth wirklich etwas derartiges gesagt hat, so ist das nicht ernst zu nehmen. Sie ge­hört nicht zu den Charakteren, die ihre Gefühle zu Markte tragen. Es ist doch natürlich, baß sie nicht über ihre Neigung spricht, bevor bas ent« scheibenbe Wort gefallen ist."

Ach Tantchen, Ruth und ich, wir haben doch keine Geheimniste vor« einander. Ich habe Ruth auch ganz offen gesagt, daß nun, ich bi« einmal sehr offenherzig daß ich Georg Volkmar liebe. Sie würde er mir ebenso selbstverständlich verraten haben. IFortsetzung folgt.)

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