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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilaaen: ..Nack Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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Der Anzeigenpreis betrügt für die 7gespaltene Zeil« oder .Q deren Raum 15 <8, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für. yuylße

1913

Tireffe lürkisch-bulaarifche Verhandlungen.

Sofia, 31. Aug. Die Regierung hat beschlossen, in direkte Verhandlungen mit der Türkei einzutreten. Die Delegierten werden unverzüglich ernannt.

Konstantinopel, 31. Aug. Der bulgarische Delegierte Ratschewitsch stattete heute mittag dem Eroßwesir einen Besuch ab. Der Pforte wurde mitgeteilt, daß die Ankunft der offiziellen bulgarischen Abgesandten, die mit direkten Verhandlungen beauf« tragt find, unmittelbar bevorstehe.

Reklamen die Zeile 60 J>. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich^ buttb

Marburg

Montag, 1. September

Ende her WntW in her MM.

Am Sonnabend um 10 Uhr trafen der Kaiser und die Kai­serin, von der Volksmenge jubelnd begrüßt, vor dem Hauptportal der Jahrhundert-Ausstellung ein. Das Kaiserpaar begab sich sofort in die historische Ausstellung. Die Führung übernahm Pro­fessor Dr. Mahner und Professor Dr. Seger. Der Kaiser machte nach der Besichtigung der historischen Ausstellung noch einen kur­zen Gang nach der Terrasie des Hauptrestaurants bis zum Wein­hausen Rheingold, wo die Automobile warteten, und trat von hier um 12.40 Uhr die Fahrt nach dem Palaisplatze an. In einem offenen Viereck hatten sich dort gegen 24 000 Mitglieder der Jugendvereinigungen der Stadt Breslau und der Regierungs­bezirke Breslau, Oppeln und Liegnitz aufgestellt: Iung-Deutsch- land-Eruppen, Pfadfinder und andere Jugendvereinigungen, auch solche beider Konfessionen. Die Gruppen wurden von Lehrern und Offizieren geführt und hatten ihre Fahnen mit. Der Kaiser fuhr im Automobil langsam die Fronten ab und begab sich auf die sonnenbeschienene Schloßrampe, aus die di« Kaiserin und die Erbprinzessin von Meiningen heraustraten.

Oberpräsident v. Euenther hielt folgende Ansprache:

Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät bitten über 20 000 junge Schlesier, ihre jugendfrisch blühend« Huldigung darbringen zu dürfen. Sie stehen vor Eurer Majestät, Zubel auf den Lippen, Be­geisterung in den Augen, die Herzen von Dank erfüllt: von Dank für das Allergnädigste Jnteresie an der Jugendpflege, von Dank, heißestem Dank für die besondere Gnade, di« gerade ihnen durch die Ueberweisung des Silberberges und des doppelten Geschenkes für desien Errichtung zuteil geworden ist, von Dank namentlich für diese Stunde, in der sie Eurer Majestät ihre stolze Freude über die Allerhöchste Auszeichnung von An­gesicht zu Angesicht bezeugen können. Ihre heiße Sehnsucht läßt sie kaum erwarten, daß ihnen vergönnt wird, das, was sie gelernt haben und so eifrig üben, für Euere Majestät zum Dienst« des Vaterlandes in ernste Arbeit umzusetzen und sich damit des geliebten Silberberges würdig zu erweisen. Ihr jungen Schlesier aber vergeßt nie diesen weihevollen Tag und bleibt immer dessen eingedenk, was euch heute alles beseelt. Zur Kräftigung solchen Gelübdes, fordere ich euch auf, eure jubelnde Begeisterung erschallen zu lasten in dem Rufe: Seine Majestät, unser gnädiger Kaiser und König, hurra, hurra, hurra!"

Das Kaiserhoch wurde von der begeisterten Jugend aus­genommen. Alles sangHeil dir, im Siegerkranz!" Es folgte ein Vorbeimarsch, zu dem zwei Militärkapellen abwechselnd spiel­ten. Der Vorbeimarsch dauerte bei flottem Tempo und strammem Schritt über % Stunden. Der Kaiser und die Kaiserin grüßten andauernd freundlichst. Das Kaiserpaar war überaus erfreut über die Huldigung der Jugend, die in einem solchen Umfange wohl noch nicht stattgefunden hat. Um 2 Uhr begab sich der Kaiser aüf das Generalkommando, wo er frühstückte. Von 3l/2 Uhr nach­mittags ab war im Schloß D a m e n e m p f a n g bei der Kaiserin. Um 7 Uhr war bei dem Kaiserpaar in den Räumen des Zwingers

Tafel für die Provinz.

Der Kaiser hielt folgende Ansprache:

Meine Herren von der Provinz Schlesien! Roch ganz unter dem Eindruck der festlichen Tage stehend, die ich bei Ihnen verleben durfte, begrüße ich Sie zugleich im Namen der Kaiserin und Königin hier aufs wärmst«. Die patriotische Begeisterung, die uns in so freundlicher Weise allenthalben entgegengetretcn ist, hat unserem Herzen wohlgetan, und ich bitte Sie, unseren innigsten Dank für diese Bekundung

schlesischer Treue

selbst entgegenzunehmen und zugleich der Dolmetsch unserer Gefühl« für die hier nicht anwesenden Schlesier zu sein. Zn der reichgegltederte« Kette von ernsten und frohen vaterländischen Gedenkfeiern, di« Gotte« Güte uns in diesem Jahre geschentt hat, bilden die schlesischen Berans staltungen gewistermaßen das Schlußstück, das Kleinod. Die reichen Schätze der Erinnerung an die rühm- und opferreiche Zeit der Erhebung des Preußenvolkes, di« ich in der hiesigen Jahrhundert-Ausstellung heut« bewundern konnte, reden eine gewaltige Sprache und lasten di« Bet« gangenheit mit ihren einzig in der Geschichte dastehenden Zeugnisten von unerschütterlichem Mut und Eottvertrauen, von unwiderstehlicher Volks- kraft, Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit wieder lebendig vor unser geistiges Auge treten. Wer gedächte dabei nicht mit besonderem Stolz und Dank der Ereigniste auf schlesischem Boden und aller der Helden de« Schwertes, der Feder und der Leier, die an dem glücklichen Ausgang der schweren Heimsuchung unseres Volkes einen so wesentlichen Anteil haben. Hier in Breslau war es, wo der tiefgebeute König den Entschluß zur Befreiung des Vaterlandes von den schwer auf ihm lastenden Fesseln de« Bedrückers faßte und sein Volk zum heiligen Krieg« aufrief. Hier stellte« sich di« ersten Freiwilligen, freudig bereit, Gut und Blut für Ehre und Freiheit des Vaterlandes einzusetzen. Auf Schlesiens Gefilden wurden im Kampfe wider den Eroberer die ersten Großtaten von dem Bolk'i« Waffen verrichtet. Erst vor wenigen Tagen konnten wir die hundert­jährig« Erinnerung der Ruhmestaten an der Katzbach und der Neiße begehen, wo

die schlesische Landwehr «it Bajonett und Kolbe«

den Feind und die Ungunst der Witterung bezwang und die Kraft ihre» Wahlspruches:Mit Gott für König und Vaterland!" betätigte. Daß Treue und Mannesmut unserer Vorfahren auch heute noch im schlesische« Volke eine fest« Stätte haben, das habe ich in diesen Tagen »lebet er­kennen können aus den freudig bewegten Mienen der alten Beteranen, die in ihren Kriegervereinen von Rah und Fern zur Parade vor ihrem obersten Kriegsherrn herbeigeeilt waren, aus der vorttefflichen Haltung der Regimenter meines schlesischen Korps und aus der Begeisterung der schlesischen Jugend, deren Ausstellung und Vorbeimarsch heute mein tarn desväterliches Herz mit besonderem Stolz und Freude erfüllt haben. 6w lange solche Gesinnung bei Alt und Jung gehegt und gepflegt wird, brauchen wir uns den Blick in die Zukunft nicht trübe« zu lassen. Ich trinke auf das fernere Wohl und Gedeihen meiner treuen Provinz und ihrer Bewohner. Die Provinz Schlesien, hurra, hurra, hurra!"

Um 9 Uhr brachte der Gesangverein Breslauer Lehrer und der Spitzersche Gesangverein dem Kaiserpaar im Garten eine Serenade.

Seda« 1913.

Das Sedanfest soll in diesem Jahre nationaler Festtage nicht »erblassen hinter anderen großen geschichtlichen Erinnerungen un­seres Volkes. Im Gegenteil gerade in diesem doppelten Jubel­jahr fällt auch auf dieses Volksfest ein erneuter Glanz, der die daran sich knüpfenden Erinnerungen doppelt hell erstrahlen läßt. Fügt es sich doch in die Reihe der Hundertjahrtage als not­wendiges Schlußglied einer langen Entwicklung von selbst ein. Es ist ein gewaltiger Weg von 1813 bis 1870, ein Weg auch voll von Kämpfen und Irrtümern. Aber wie derselbe Fürst, der einst als junger Prinz aus die Türme von Paris herniederschaute, her­nach auf den Höhen vor Sedan, als greiser König, den Zusammen­bruch des französischen Kaiserreichs erlebte, so ist es im Grunde dieselbe Begeisterung der Ration, die aufopfernde Liebe und hin­gebende Treue des Volkes, die den Erfolg möglich machten. Einst schenkte das deutsche Volk Preußen jene großen Männer: Stein, Scharnhorst, Eneisenau jetzt führten die Preußenpaladine, Bis­marck, Moltke und Roon im Verein mit dem ehrwürdigen Könige Deutschland zu seiner Größe und seinem Glanze empor. Hatten sie 1813 gesungen:Das Volk steht auf, der Sturm bricht los", so erklang jetzt begeistert und begeisternd:Lieb Vaterland, magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein". Gelöst war die Frage, die man noch in der Mitte des Jahrhunderts gestellt hatte:Was ist des Deutschen Vaterland?" Jetzt wohnt das Volk im großen, fest begründeten und, will's Gott, sich immer schöner ausbauenden Hause des Deutschen Reiches und eines blühenden Vaterlandes. Wahrlich, es ist wie ein prophetisches, ahnungsvolles Empfinden, wenn das oft zitierte Kaiserwort von Sedan von einer göttlichen Fügung spricht sie erscheint noch vielmehr als solche, wenn man 1813 und 1870 vergleicht, wenn man diese ganze Entwicklung überschaut.

Auf dem Ereignis von Sedan ruht das neue Deutsche Reich, und das 25jährige Regierungsjubilüum unseres Kaisers, das andere dieses Jahres, läßt uns empfinden, welche groß­artigen F ol g e n der Sieg der deutschen Waffen damals ge­habt hat. Diesem Siege im Kranze der anderen hauptsächlich verdanken wir die achtunggebietend: Stellung, die dos Reich ein­nimmt, diesem Erfolge die goldene Feiedenszeit seither, in der es niemand gewagt hat, diese Kämpfer zu neuem Waffengange herauszufordern. Alle die im wahrsten Sinne des Wortes bei­spiellosen Fortschritte auf allen Lebensgebieten des zu einheit­lichem Handeln zusammengeschlossenen deutschen Volkes ruhen auf dem Tage von Sedan.

Wieder hat das deutsche Volk in diesem Jahre gezeigt, daß es durch erneute Opferwilligkeit seine Machtstellung in der Welt wahren und der Gottesgabe« seiner Geschichte sich wert zeigen will. Es ist ein Angeld und Unterpfand zu dem fröhlichen Glauben, daß die großen Erinnerungen und das Be­wußtsein der gottgeschenkten Ersolge stärker sein werden im deut­schen Volksleben als alle Bestrebungen, die im Inneren des Volkes auflösend und zersetzend wirken wollen. Darum können wir doch allen äußeren und inneren Feinden zum Trotz gerade das Sedanfest von 1913 in dem fröhlichen und dankbar frohen Be­wußtsein feiern:

Lieb Vaterland, magst ruhig sein!"

Abreise des Kaiserpaares.

Der Kaiser und die Kaiserin reisten dann um 10% Uhr mit Sonderzug nach Berlin ab. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden die Majestäten von andauernden stürmischen Kundgebungen der Publikums begleitet. Die Ankunft in Berlin erfolgte Sonntag früh 7% Uhr.

Jlo 904 die Post 2.25 M lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen i 2 M frei ins Haus. - Verlag von Dr. E. Hitzeroth - Druck der Un,°^- Buchdruckerei I. A. Koch (Znh. Dr. E. Hrtzeroth). Markt 21. Tel. 55.

(Nachdruck verbeten.)

Friede Sönensen

Roman von H. Courths-Mahler.

lFortsetzung.l

War'denn darüber einZwei sei möglich?" frug Friede lachend.

Bei mir nicht, Tante Friede, aber dieses vorwitzige Persönchen, das seit gestern meine Braut ist, behauptete eben, daß ich elend unter den Pantoffel geraten würde, das darf ich ihr doch nicht durchgehen lassen."

Auf keinen Fall," bestätigte Friede sehr ernsthaft.Ich finde, du hast sie für diesen Unfug noch nicht genug gestraft."

Siehst du wohl, Maus. Komm her, ich will die Strafe verschärfen."

Aber Trudi entfloh lachend und machte ihm an bei Türe eine lange Rase.

Georg und Fried« gingen nun wieder hinüber zu den anderen. Eine Weile wurde die Unterhaltung allgemein. Aber dann vertieften sich die Mütter mit Friede in die Avsstattungsangelegenheit, die Vöter saßen wieder bei einer Flasche mit Spinnweben, und das Brautpaar zog sich kosend in eine Ecke zurück.

Georg und Ruth sahen sich lächelnd an.

Mir scheint, wir sind hier sehr überflüssig, Fräulein Ruth. Jeden­falls hat man uns einfach kaltgestellt. Wollen Sie mit mir hinüber- kommen? Ich möchte Ihnen eine wundervolle Versteinerung zeigen."

Sie willigte freundlich ein, und er führte sie durch die nächsten beiden Zimmer in ein Kabinett, in der er seine Sammlungen unterge­bracht hatte. Sie kannte hier schon fast jedes Stück und fand sich bei­nahe so gut zurecht wie Georg selbst.

Er schob ihr einen Sessel an den Eichentisch und legte wortlos ein etwa faustgroßes Steingebilde vor sie hin.

Eine seltsame Pflanze war an der glatten Fläche des Gesteins im Durchschnitt zu sehen. Er beugte sich über sie und brachte ihr dann ein Vergrößerungsglas. Bald waren sie in eine angeregte Unterhaltung über diese Versteinerung vertieft

Ruth sah mit lebhaft geröteten Wangen zu ihm auf. Ihre Augen strahlten, und plötzlich unterbrach er sich mitten in einer interessanten Auseinandersetzung und blickte eine Weile stumm, mit einem verlorenen Ausdruck in ihr liebes Gesicht. Ein ganz eigenartiges Gefühl nahm ihn gefangen und hinderte ihn am Weitersprechen. Und plötzlich ertappte et sich bei dem Wunsch, den rotleuchtenden Mädchenmund vor sich z« küssen. Ganz heiß und unruhig machte ihn diese Entdeckung.

Ruth sah zu ihm auf und wartete auf die Fortsetzung seiner Red«. And da fiel ihr der eigenartig« Ausdruck seiner sonst so ruhig blickende« Augen <mf. Dieser Ausdruck trieb ihr da» Blut in die Wangen und »et«

aBnBfiimi umiri irihiijii iimmbmbmbwwii i

setzte sie in eine beklommene Unruhe. Trotzdem vermochte sie den Blick nicht von ihm abzuwenden. Wie gebannt sahen sie sich an. Eine Weile herrschte tiefes Schweigen. .

Endlich raffte sich Georg auf.

Meine Auseinandersetzungen sind Ihnen doch nicht langweilig, Fräulein Ruth? frug er hastig.

Rnth tat einen zitternden Atemzug und lächelte so traumverloren, so weltentrückt und lieb, daß er sie mit Entzücken betrachtete.

Ich bin wirklich unrettbar verliebt", dachte er einigermaßen er­staunt.Und wenn das liebe Ding mich noch einmal so anfleht und anlächelt dann stehe ich für nichts. Dann nehme ich sie aller Trauer zum Trotz beim Kopf und küsse fie regelrecht ab."

Ruth hatte inzwischen ihre Haltung wiedergewonnen und sagt« ihm in der alten, ruhig freundlichen Art, daß fie flch sehr für seine Arbeit interessiere.

Ich habe nur manchmal Angst, daß ich Ihnen mit meinen Fragen lästig fallen könnte."

Nie," beteuerte er eindringlich und führte ihr« Hand an die Lippen. Ich bin Ihnen dankbar, baß Sie alles mit Ihrem warmen Verstehen beleben. Ost ist mir mitten in einet Arbeit, als müßte ich zu Ihnen laufen und dies oder das mit Ihnen besprechen. Ist da« nicht sonder­bar?"

Ruth wandte ihr Gesicht von ihm ab.

Allerdings. Aber ich glaube, Tante Fried« wird bald aufbrechen wollen. Es ist schon spät."'

Wirklich schon elf Uhr", betätigte er, nach der Uhr sehend.Der Abend ist so schnell vergangen. Ich begleite Sie und Tante Friede nach Hause. Aus den Weg durch den Stadtwald freue ich mich. Es ist Rauh­reif. und der Mond scheint taghell."

Sie sah zum Fenster hinaus und erhob sich. Er ging neben ihr 'zu den anderen zurück.

Fried« Sörrensen sah ihn«n mit einem stillen, lächelnden Blick entgegen. Eie allein bemerkt« den erhöhten Glanz ihrer Augen und bas versonnene Lächeln um Ruths Munb. Und ihr war zumute, als sei ihr etwas Köstliches begegnet.

Georg begleitete die beiden Frauen. Friede ging in bet Mitte, und die beiden jungen Leute führten sie, damit sie auf dem frostglatten Weg« nicht ausglitt. Sie sprachen wenig zusammen, ließen nut bi« mond- scheinhelle Rauhreifpracht des Walbes auf sich einwirken. Friede fühlte fast körperlich, wie die Hetzen bet beiben jungen Leute an ihrer Sette einanber entgegendrängten.

11. Kapitel.

In diesem Jahre wat der Frost anhaltend, U«b stark genug, «m volle Ausübung de» (Etefports zu ^statten. .]

Ruth war eine vorzügliche Schlittschuhläuferin unb versäumst keinen Tag, bi« Eisbahn aufzusuchen.

Stiebe freute sich, wenn Ruth froh unb mit strahlenden Augen voll bet Eisbahn kam. Sie bulbete es auch nicht, baß Ruth btefe fröhlicher Stunden im Freien versäumte, mochten auch noch so notwendige Atbest ten zu verrichten sein.

Manchmal kam Friede selbst auf ein halbe« Stündchen an da« Afet, und sobald fie erschien, drängt« stch eine Meng« junget Leute hetz«, «m ein paar launige Wort« mit Fräulein Sörrensen zu wechseln.

Durch Heinz hatte auch Georg erfahren, daß Ruth jeden Tag Ml vier bis sechs Uhr auf dem Fluß laufe und von Betehrern umringt wetdst

(Fortsetzung folgt.) --

Seda« 1913.

Sedan im Erinnerungsjahr?>.

Fahnen hoch und Flammen!

Heute hieb der deutsche Aar

Seinen Feind zusammen. ' .

Leipzig gab den Todesstoß

Schnödem welschen Glücke;

Wurden wir den Würger los Blieb uns seine Tücke.

Dort auf Sedans blut'ger A«

Schrieb die Tat Geschichte, Ward ein stolzer Wolkenba« Jäh zum Hochgerichte.

Ewig unvergeßlich sei,

Was man uns errungen:

Deutschland frei!Auf ewig frei!"

. Schwören wir, die Jungen.

: '< Sedan im Erinnerungsjahr!

Legt die Segenshände,

Vätergeister, uns aufs Haar,

Sprecht: »Zu gutem Ende!"

Marburg. - . ' H