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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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Die ^»berhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä» die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- | Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 30. August

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 «S, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Bestellungen - für de« Monat September aus di«Oberhes fische Zeitung" nebst ihren S::'":« »erden von unserer Expedition (Markt 21), unseren sämtlichen Ausgabestellen sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern «ntgegengenommen.

Ak Mnroraiie de; 6. Ameelm;.

Die große Parade des 6. Armeekorps auf dem Eandauer Exerzierplatz bei Breslau begann gestern um 9% Uhr. Das Wetter war schön und recht warm. Zu Wagen und zu Fuß hatte sich eine ungeheure Menschenmenge auf dem Paradeplatze an­gesammelt. Auf dem rechten Flügel der Truppenaufstellung ver­sammelte sich die höhere Generalität, der italienische General­stabschef Generalleutnant Pollio, der italienische Marineattachee Graf Calderari di Palazzolo, Kriegsminister von Falkenhayn. Um 9% Uhr traf der Kaiser, der die Uniform des Leibkürassier- regiments angelegt hatte, auf dem Paradefelde ein und stieg zu Pferde, mit ihm der Kronprinz und seine vier anwesenden Brü­der, ferner Prinz Friedrich Wilhelm, der König von Sachsen in der Uniform seines Ulanenregiments, der Kronprinz und Prinz Friedrich Christian von Sachsen, Prinz Rupprecht von Bayern, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und Fürst zu Fürstenberg. Ebenso stiegen zu Pferde die Kronprinzessin und die Erbprinzessin von Sachsen- Meiningen, beide Damen in den Uniformen ihrer Regimenter. Die Kaiserin fuhr in einem sechsspännigen ä. la Daumont ge­fahrenen Wagen. Die Parade wurde befehligt vom General der Infanterie v. Pritzelwiß? Anwesend war der General der In­fanterie v. Heeringen als Eeneralinspekteur der 2. Armeeinspek­tion. Beim Abreiten der Truppenfronten wurde das zweite Treffen vom linken Flügel gesehen. Es folgte das Abreiten der Fronten der Kriegervereine (4000 Mann) und der Sanitäts­kolonnen (1000 Mann), die vor der Tribüne Aufstellung genom­men hatten. Hierbei bereitet? das Publikum dem Kaiserpaar die herzlichsten Ovationen. Es wurde nur e i n Vorbeimarsch be­fehlen, bei dem die Fußtruppen in Regimentskolonnen und die berittenen Truppen im Schritt vorllbergingen. Unter allgemeiner Begeisterung führte der Kaiser sein Leib-Kürasster-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Rr. 1 der Kaiserin und dem König von Sachsen vor.

Rach der Parade hielt der Kaiser eine Besprechung ab und nahm militärische Meldungen entgegen. Hierauf setzte er sich an die Spitze der Feldzeichen und führte diese nach Breslau zurück. Nach der Parade kehrte die Kaiserin um 11.20 Uhr zu Wagen mit Geleiteskadron vom Dragonerregiment König Friedrich Wil­helm IIL Nr. 8 und der Kaiser gegen 12 Uhr zu Pferde an der Spitze des Leibkürassier-Negiments Nr. 1, das die Standarten ge­leitete, und der Fahnenkompagnie vom Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm II. Nr. 10. zum Schloß zurück. Die Kronprinzessin und Prinzessin August Wilhelm ritten in Uniform mit. Auf dem ganzen Wege vom Paradefelde bis zum Palais-* platz bildeten Kriegervereine und Sanitätskolonnen in der Stärke von 14 000 Man, sowie Innungen und Schulen in der Stärke von 13 000 Personen Spalier. Auf dem Palaisplatz nahm der Kaiser

lNachdruck verboten ).

Ben Krpenlacen durch das dänijche Reich.

Bon Dr. Eduard Rolf Uderstädt.

Kopenhagen hatte auch auf uns seinen ewig jugendlichen Reiz ausgeübt und länger als ursprünglich beabsichtigt, hatten wir den Auf­enthalt gedehnt, aber die abgehetzten Erotzstadtnerven verlangten endlich die ersehnte Landruhe. DerHolger Danske" brachte uns durch den fchifisbelebten Sund, an den bekannten Seebädern Skodsberg und Klampenberg vorüber, nach Helsingör, dem schwedischen Helsinborg gegenüber. Helsingör schmiegt sich unter dem Schutze der starken Kron­berg, der Residenz Holger Danskes, der in einer der dumpfen, waffer- triefenden labyrintartig angelegten Kasematten schlummert, bis ihn, den dänischen Barbarossa einst die Not des Landes zur rettenden Tat ruft.

In dem, hinter Wall und Graben in rechteckigem Grundriffe angeleg­ten Renaiffancegebäude lebte einst Hamlets Familie, und auf der, dem Kattegatt zugewandten Bastion, von der aus, durch die Salut­batterie die Flaggen der fremden Souveräne gegrüßt werden, mag dem unglücklichen Prinzen der Geist des erschlagenen Vaters erschienen sein. Die Erinnerung, daß wir uns hier auf einem durch Shakespeare klassisch gewordenen Boden befinden, wird durch ein" Denkmal des träumerischen Prinzen im Kurpark des benachbarten Marienlyst wachgehalten. Sonst aber hat Marienlyst nichts Schwermütiges. Als der fashionabelste Badeort Dänemarks ist es der Tummelplatz einer vornehmen, eleganten Welt, und die sprödsüßen Frauen, jene Frauen, deren Anmut es nichts schadet, daß sie Zigarren rauchen, dicke schwere Havannas, entfalten die Pracht und den Geschmack ihrer vornehmen Sommerkleidung.

Auf dem Rückweg wurde in Hillaröd kurze Rast gemacht,um Frederiksborg Slot einen kurzen Besuch abzustatten. Durch Tortürme nb Mauern geschützt, am fischreichen See und am alten, weiten Tier­park gelegen, ist dieses noch heute eine mittelalterliche Sommerrefldenz reicher Fürsten, die hier neben den Freuden des Landlebens nicht den ästhetischen Genuß an einem reichen, architektonisch wertvollen Bauwerk wissen wollten.

Am nächsten Nachmittag verlebten wir in dem dänischen National­heiligtum des gotisch-romanischen Backsteindomes zu Roskild« einigt

noch einen Vorbeimarsch des Leibkürassier-Regiments und der Fahnenkompagnie entgegen.

Abends fand in den Festräumen des Zwingers die i Paradetafel

statt. Zur Tafel führte der König von Sachsen die Kaiserin, der Kaiser die Kronprinzessin. Der Kaiser trug die Uniform der Leib­kürassiere mit dem grünen Ordensbands der sächsischen Rauten­krone, der König von Sachsen die Uniform seines lllanenregiments Nr. 16 mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens. Die Tafel­musik führte die Kapelle des Grenadier-Regiments Nr. 11 aus. DieRededesKaisers lautete:

An dem heutigen Tage bringe ich mein Wohl auf da» 6. Armee­korps aus, um ihm meine Zufriedenheit mit der heutigen Parade kund zu tun. Es ist ein beweglicher Augenblick, wenn gerade 100 Jahre nach der großen Zeit, die hier ihren Ursprung nahm, eine Reihe der Regi­menter vorbei defilieren, die ruhmreichen Anteil an jenen Kämpfen genommen haben. Beweglich auch von dem Standpunkt aus, daß zwei Regimenter hier vorbei kamen, die die Ehre haben, die Ehifft« meine» hochseligen Herrn Vaters zu tragen: Das eine, das er selbst kommandiert hat und an das ihn von seiner Dienstzeit liebe Erinnerungen feffelten, das andere, das sich unter seinen Augen vor dem Feinde ausgezeichnet hat und in deffen Uniform das deutsche Volk den Kronprinzen Friedrich Wilhelm so oft zu sehen gewohnt war. Ich erwarte und hoffe, daß da» 6. Korps den glorreichen Traditionen, die es in Krieg und Frieden stet» bewahrt hat, auch fernerhin treu bleiben wird. Das 6, Armeekorps Hurra! Hurra! Hurra!"

Die Stadt ist illuminiert. Um 9y2 Uhr begann vor dem« nigsschloffe der große Zapfenstreich unter der Leitung de» ersten Armee-Mufik-Jnspizienten Profeffors Erawert. Dem Gre­nadier-Regiment König Friedrich III., Nr. 11, deffen Chef die Erb­prinzessin von Meiningen ist, wurde bei der Parade zum Helm der Eardeadler ohne Stern verliehen, zu den Kragen und Aermel- platten wurden den Offizieren goldene Stickerei und den Mann­schaften weiße Litzen verliehen. , ...

Französische Uebergriffe und Anmaßungen.

Zn derMetzer Zeitung" berichtet ein junger selbständiger Kaufmann Erlebniffe, die er am vorigen Sonntag auf französi­schem Gebiet auf dem Bahnhof von Battilly (Dep. Meurthe et Moselle) hatte. Zn Battilly hatte am Vormittag eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal stattgefunden, und es waren viele Menschen dort zusammen geströmt. Soldaten und eine große Anzahl Metzer waren auch herbeigekommen. Der junge Kaufmann war in Be­gleitung zweier Herren und einer Dame ungefähr um 8 Uhr auf dem Bahnhof Battilly angekommen, um den 9 llhr-Zug nach Metz zu benutzen. Er wurde von seinen Gefährten getrennt und ließ sich im Warteraum auf einer Bank nieder. Neben ihn setzte sich ein anständig gekleideter Mann und begann sofort eine Flut ge­mein st e r Schimpfworte über ihn zu ergießen, wieSale Cochon,Espece",Sauerkrautfreffer",Sale Prussien", und suchte ihn zu Tätlichkeiten zu veranlassen. Der junge Deutsche verließ darauf den Warteraum, sah sich aber auf dem Bahnsteig sofort von einem wüsten Haufen von Eesinnungsgenoffen seines Skrfolger» bedrängt. Schließlich kamen zwei Gendarmen hinzu, nahmen den Kaufmann in Schutzhaft und geleiteten ihn dann in ein Ab­teil des Zuges, wo er auch seine Gefährten wieder fand. Diesen war es ähnlich ergangen. Sie hatten sich vor der Menge in den Abort des Bahnhofes geflüchtet. Der junge Kaufmann will unter feinen Bedrängern eine Anzahl junger Leute aus Metz bemerkt haben. Einer von ihnen identifizierte ihn auch, indem er sagte: Das ist ein Kaufmann aus Metz!" Der Erzähler bemerkt noch, daß der eine Gendarm ihm ausdrücklich sagte:Sie haben nichts übles getan, sind auch nicht angeheitert."

ernste weihevolle Stunden. Roskilde selbst ist ein kleines stilles Land­städtchen; hierleben" nur die erlauchten Toten aus Dänemarks Fürstengeschlechtern, die in der Kathedrale, deren patinisierten Türme und Dächer über den Fjord leuchten, Ruhe gefunden haben vor kriege­rischen Sorgen und all der anderen Lebenspein, die auch den Thronen nicht fernbleibt. Sarg an Sarg reiht sich in den zahlreichen Kapellen des riesenhaften Mausoleums, prunkende aus Marmor, von hohen Bal­dachinen beschattete, an denen Ritter in steinerner Ruhe die loten« wacht halten oder silberne und bronzene Sarkophage, an denen Engel für die Seelenruhe der stillen Herrscher beten; dazwischen rührend zart und einfach die Totenbetten ruhender Königinnen, mit schwarzem Sanrmt bezogen, hier und da mit einen» goldenen Stern oder Emblem geschmückt: die schwarze Nacht des bangen Todes, in die der goldene Auferstehungsstern leuchet. Das alles ist ein erhabenes Memento mori, dem auch die Größten und Höchsten sich beugen muffen, jene Hochfürst­lichen, deren Körpermaße durch Kerbe an einer berühmten Steinsäule im Dom der Nachwelt überliefert werden.

Ewig wie das eherne Gesetz des Todes ist auch das des ewigen Lebens, das sich in dem Sprudeln der vielen Quellen offenbart, die in der Stadt, zum Teil am Gemäuer des Domes entspringen; am bekann­testen ist die Maglekilde (Große Quelle), in deren Baffin unaufhörlich das klare Waffer durch den weißen Scrnb emporwirbelt. An geologisch intereffanten Gebilden sind ferner die ringförmigen, korallenriffartigen Inseln im Fjord zu erwähnen.

Golden tauchte die Abendsonne unter, als wir uns im Kopenhagener Hafen an Bord des Dampfers der Vereinigten Dampfschifffahrtsgesell­schaften einschifsten. Diese Gesellschaft, die ihre Flagge, das weiße Malteserkreuz auf blauem Grunde, in fast allen Meeren zeigt, hat ein vorzügliches System von Verkehrswegen an den Kiksten des Landes selbst organisiert. Lau war die Sommernacht, sodaß wir vorzogen, an Deck zu bleiben. Mit den Sternen funkelten die Leuchtfeuer an der schwedischen Küste und am Saum von Seeland, später von Jütland um die Wette, alle aber überstrahlte da» Tagesgestirn, als wir in Ran­ders die Anker warfen.

Randers bietet wenig; wir fuhren deshalb weiter nach Aalborg am Limfjord, der Jütland quer durchschneidet und die Nordsee mit dem Ostmeer verbindet. I»Afhold» Hotelet" belegt«, wir Quartier. In

(Ente Herausforderung des französischen Publikum» durch ben deutschen Kaufmann wird man also bei dem besten Willen nicht herauskonstruieren können. Bleibt nur noch der hohe Grad der deutschfeindlichen Stimmung in Frankreich, wenigstens im deutsch­französischen Grenzgebiet, wo schon der bloße Anblick eines Deut­schen genügt, um harmlose Reisende in unerhörter Weise zu be­schimpfen und tätlich anzugreifen, während sich in Deutschland auf­haltende Franzosen mit der ausgesuchtesten Höflichkeit und Zuvor­kommenheit behandelt werden. Geradezu festlich empfängt man bei uns die französischen Flieger, die fast wöchentlich auf deutschem Boden landen und über deutsches Gebiet hunderte von Kilometern weit fliegen. Mit Recht weist die nationale Preffe auf die großen Gefahren hin, die daraus für die Landesverteidigung erwachsen können, daß französische Flieger ungehindert unter der Flagge de» Wettbewerbs um den Pommerypokal die deutsche Seeküste entlang und über deutsche Festungen hinweg ihren Weg nehmen können. Eine Zuschrift an dieKölnische Zeitung" scheint durchaus da» Richtige zu treffen, wenn sie betont, daß die Inszenierung de» Wettbewerbs um den Pommerypokal nichts geringeres bezwecke, als französische Flieger auf ein im Ernstfälle mutmaßliches Feld ihrer Tätigkeit einzufliegen. Der Verfaffer des Artikels erklärt, nicht behaupten zu wollen, daß die Bewerber um den Pommery­pokal bewußt Erkundungen betreiben, unbewußt aber zum min­desten fei jeder Flug eines französischen Fliegers über deutsches Ge- * biet ein Spionageflug. Das sei die Gefahr des Pommery- Ausschreibens, daß es unter dem Deckmantel des Sporte» eine größere Anzahl guter Flieger über die Rheinlinie schickt.

Da die deutschen Behörden ängstlich darüber wachen, daß kein deutscher Zivilflieger über Festungsgelände fliegt, wäre es nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern eine selbstverständliche Notwendigkeit, ausländische Flieger erst recht daraufhin zu über­wachen. Da» geschieht aber nicht immer mit der nötigen Energie. Und wenn da» nun einmal der Fall ist, so erheben die betreffenden Flieger ein großes Geschrei über unwürdige und schikanöse Be­handlung durch die Behörden, wie z. B. neuerdings der Ftteger Guilleaume, der nach der Landung in Brakel bei Hamburg festge­halten und untersucht wurde, weil er die nach dem deutsch-französi­schen Abkomme« nötigen Papier nicht bei sich hatte. Die Darstel­lung des Franzosen hat sich als ganz übertrieben herausgestellt. Auf Grund einer vom Kriegsministerium angeordneten Unter­suchung ist durch einen Offizier des zuständigen Generalkom­mandos festgestellt worden: Der Flieger erklärte, daß er noch keineKenntni» von den zwischen Deutschland und Frankreich geschloffenen Abmachungen über den Luftverkehr gehabt hätte. Znfolgedeffen haben ihm die vorgeschriebenen Papiere, der amtliche Zulaffungsschein sowie der von einem diplomatischen oder konsula­rische Vertreter signierte Paß gefehlt. Die Ortsbehörde war daher durchaus verpflichtet, das Militärkommando zu benachrich­tigen, zumal bei dem Flieger Photographien vorgefunden wurden. Die polizeiliche Ueberwachung des Fliegers war durch­aus berechtigt und entsprach den gegebenen Vorschriften." Wie würde wohl ein deutscher Flieger unter den gleichen Umstiin- den in Frankreich behandelt worden sein?

Deutsches Reich.

Die Albaner in Berlin. Berlin, 29. Aug. Die albanische Mission, an ihrer Spitze der Minister des Aeußern, ist hier ein* getroffen.

Die Ersatzwahl für Bebel. Hamburg, 29. Aug. Die Reichstagsersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten Bebel ist auf den 17. Oktober angesetzt.

Ernste Folgen eines Streiks. Mülhausen l. Els., 29. Aug. In der heutigen Ferienstrafkammer kamen die anläßlich des

wie es scheint, ziemlich begründeter Reaktion macht sich tn den dänischen Landen ein starker Mäßigkeitsverein geltend, der das Land mit einem Netz wie wir sagen würdenalkoholfreier" Gasthöfe überzogen hat. In diesen erhält man gegen Tarifpreise vorzügliche Betten und ausgezeichnetes Effen, das wir uns redlich schmecken ließen. Auf dem Nordufer des Fjordes, auf dem Berge von Nörresundby, der einen imposanten Rundblick auf Stadt und Waffer bietet, fanden wir aber auch einen lauschigen Winkel, aus dem man Eambrinus nicht ver­bannt hat:

Ja, hier ist gut zu rasten. Auf diesem Strand so frei, Wenn unsere Nerven gingen In Werktagshast entzwei. Ich blase auf die Nerven, Die kennt man hier doch nicht, Wo zweier Meere Winde Uns blasen ins Gesicht, Sich stärken, sich erfrischen, Das ist der Zug der Zeil, Drum sei der volle Becher, O, Skagen, dir geweiht!"

So singt Holger Drachmann, deffen Muse die wilde Schönheit Skagcns war, der nun hier inmitten der Dünen in einer Steinkammer wie di« alten Skalden den ewigen Schönheitstraum träumt.

Der, deffen geistige und körperliche Waffen im Lebenskämpfe stumpf geworden sind, kann sie hier, im täglichen Kampfe mit ben Elemente« wieder schärfen. Brausend ziehen ständig die Winde um Ereenen, die äußerste Spitze Jütlands, die sich noch einige Kilometer weit unter Waffer fortsetzt, und das immer tätige Waffer hier spornt den Menschen an und gibt ihm Lust zu neuem Schassen. Mit dem Kosen der Verliebten hat der Dichter die Bewegungen des Skageraks und Kattegats ver­glichen: die kräftigere Nordsee stürmt männlich kühn heran und die Frau, die Ostsee gibt sich dem Geliebten hin. Aber so ist es nur, wenn das Wetter verhältnismäßig ruhig ist; steigt aber die Windstärke, dann drängen die Waffer wild gegeneinander und wo sie sich treffen, da steigt «in« hohe Gischtsäul« «nrpor, e«b landeinwärts sprühen die Funken de»