mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
M 199
Die „Oberhessijchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä> die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 «M. frei ins Haus. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Dienstag, 26. August
SH
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48. Ja lag
1913.
Erstes Blatt
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Sie Meimet WuiMier.
Um 11.35 Uhr vormittags trafen gestern in Kelheim mit Sonderzug Prinzregent Ludwig und Prinz Rupprecht mit den übrigen Prinzen des Königlichen Hauses ein. Der Regent, der bayrische Eeneralsuniform mit dem Marschallstab trug und das Band des Hub ertusordens angelegt hatte, schritt die Front der Ehrenkompagnie des 10. bayr. Infanterieregiments „Prinz Ludwig" ab. Er begab sich sodann wieder zum Empfangszelt zurück, um dort die Ankunft der Bundesfürsten und der Bürgermeister der Freien und Hansestädte abzuwarten, die in drei Sonderzügen eintrafen. Der Sonderzug des Kaisers lief um 11.50 Uhr in den Bahnhof ein. Der Empfang und die Begrüßung des Kaisers durch den Prinzregenten waren äußerst herzlich; sie begrüßten sich mit wiederholtem Händedruck. Rach kurzer Vorstellung und Begrüßung der gegenseitigen Gefolge schritten Kaiser und Regent die Front der Ehrenkompagnie des 10. Infanterie-Regiments ab. Hierauf bestiegen der Kaiser, der Regent und die übrigen Fürstlichkeiten die Automobile und fuhren unter stürmischen Hochrufen der Menge zum Marktplatz von Kelheim. Am Stadttore wurden sie von Fanfarenklängen begrüßt und trafen um 12 Uhr am Marktplatz ein. Hier standen die Eemeindebhörden, umgeben von Ehrenjungfrauen, in der historischen Tracht des Jahres 1813, und festlich gekleidete Knaben und Mädchen. Bürgermeister Unterker trat vor die Fürstlichkeiten und überbrachte ihnen den Willkommgruß der Stadt Kelheim. Seine Begrüßungsansprache schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und den Prinzregenten. Der Kaiser winkte den Bürgermeister zu sich heran und reichte ihm freundlich die Hand. Hierauf wurde die Fahrt nach dem Hügel, auf dem die Befreiungshalle liegt, unter dem tosenden Jubel der Menge fortgesetzt. Der Kaiser und der Prinzregent trafen bald nach 12 Uhr vor der Banketthalle ein, lebhaft begrüßt von der Menge. Eine Ehrenkompagnie des 6. Infanterieregiments „Kaiser Wilhelm, König von Preußen" erwies die militärischen Ehrenbezeugungen. In dem reich mit Gobelins und Girlanden geschmückten Vorraum der Banketthalle begrüßten der Kaiser und der Regent die versammelten Bundesfürsten und Bürgermeister der Freien Städte. Dann ordnete sich der feierliche Zug der Fürstlichkeiten zur Befreiungshalle unter Vorantritt von Jünglingen und Mädchen in der Tracht von 1813 durch ein Spalier von Veteranen- und Kriegervereinen, Wehrvereinen, Flottenvereinen und Jung- Deutfchland-Truppen.
Die Rede de» Peinzregenten Ludwig
In der Befreiungshalle lautete:
Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät, dem erhabenen Oberhaupt des Deutschen Reichs, den Hohen Bundessärsten des Reichs und den präsidierenden Herren Bürgermeistern der Freien und Hansestädte sei zuvörderst freudiger Willkomm geboten und wärmster Dank für Ihr gnädiges Erscheinen, das der heutigen Feier so reichen Glanz verleiht Den Deutschen Befreiungskämpfern von Bayerns König Ludwig I. gewidmet, ist diese hehre Halle so recht der Ort, um jetzt, da sich ein Jahrhundert seit dem gewaltigen Ringen um Deutschlands Unabhängigkeit vollendet, das Gedächtnis jener opferreichen Zeiten zu begehen und zugleich dem Deutschen Sinn des Königlichen Stifters zu huldigen.
Das heutige Datum, der 25. August, hat feine besondere festliche Bedeutung dadurch, daß es der Gebürte« und Namenstag König Ludwig I. ift, der heute vor 127 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Seine Gedanken und Absichten bei Errichtung dieses Denkmals hat der Königliche Erbauer zusammengesatzt in die Worte: „Möchten die Teut- schen nie vergessen, was den Befreiungskampf notwendig gemacht und wodurch sie gesiegt." Diese Mahnung glänzt uns als Inschrift aus den Marmorfliesen der Halle ent- gegen und mit diesen Worten hat König Ludwig auch am 50. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig die Mitkämpfer der Befreiungskriege begrüßt, die er zur Einweihung des Baues noch um sich versammeln konnte. Deutschlands Uneinigkeit und Zerrissenheit als Ursache seines tiefen Falles,
de» Deutschen Bereinigung und festes Zusammenhalten als Voraussetzung ihrer Wiedererhebung, als unerläßliche Bedingung für das Blühen und Gedeihen des großen Deutschen Vaterlandes, das ist es, was die heutige Feier uns vor Augen führen soll.
In den letzten Jahrhunderten des römischen Kaisertums Deutscher Ration war der Glanz und die Herrlichkeit dieses alten Reichs immer mehr verblichen. Was in den Deutschen Territorialstaaten geleistet wurde, war vielfach bewunderungswürdig und von bleibendem Wert; aber diese Entwicklung vollzog sich doch im wesentlichen nicht für sondern gegendasReichals Ganzes. Als nun der Sturm vom Westen losbrach, da versagte nicht nur die ohnmächtige Wehrverfassung des Reiches, auch die beiden Deutschen Großmächte, Oesterreich und Preußen, vermochten nicht angesichts der drohenden Gefahr die geschichtlich gewordene Gegnerschaft zu überwinden und sich zu kräftigem, gemeinsamem Handeln gegen den gemeinsamen Feind aufzurassen. Der größte Teil der übrigen Fürsten Deutschlands schloß sich, um die Existenz ihrer Staaten aus dem allgemeinen Schiffbruch zu retten, unter dem Protektorate des Franzosenkaisers zum Rheinbund zusammen und wurde so der französischen Politik dienstbar. Da» alte Reich löste sich auf, rühmlos und kaum beklaat.
In diesen Zeiten tiefer Erniedrigung Deutschlands war es ein Sproß aus dem Kreise der Rheinbundfürsten, der Bayerische Kronprinz Ludwig, der
das heilige Feuer des Deutschtums
in begeisterten Herzen pflegte und aus feinem Zorn und feiner Trauer um Deutschlands Fall, aus seinen Hoffnungen auf eine bessere nationale Zukunft kein Hehl machte. Bekannt sind seine Worte, die im Jahre 1805 die Begehung einer Siegesfeier am Hofe der Kaiserin Josephine in Straßburg ihm inmitten französischer Umgebung entlockte: „Das sollte mir die teuerste Siegesfeier sein, wenn diese Stadt, in welcher ich geboren bin, wieder eine deutsche Stadt Jein wird." Von einem Aufenthalt in dem von den Franzosen besetzten Berlin im Jahre 1807 stammen seine Verse: „Aus ihr Deutschen! Aus und sprengt die Ketten, die ein Korse euch hat angelegt!" Ebendort, im gleichen Jahre, hat Kronprinz Ludwig die ersten Schritte getan zu einem Ehrentempel deutscher Größe, den er dann später in der Walhalla bei Regensburg errichtete und der nach seiner Ansicht vor allem zur Erstarkung deutschen Sinnes beitragen sollte. Es konnte nicht fehlen, daß derartige Worte und Gesinnungen dem damaligen Zwingherrn Deutfchlands zu Ohren kamen und von diesem mit Feindseligkeit vergolten wurden, einer Feindseligkeit, die sich bis zu der Drohung verstieg: „Wer hindert mich diesen Prinzen erschießen zu lasten?"
Früher als viele gehofft und gedacht, brach die Zeit der Entscheidung an. Der Untergang der großen Armee auf den russischen Schneefeldern brachte dem Bau der Napoleonischen Weltherrschaft die erste schwere Erschütterung.
Von Preußen leuchtete das Feuerzeichen zur Erhebung aus. Man war sich bewußt, daß es sich nicht nur um Preußen, sondern um ganz Deutschland und seine Errettung handelte. Durch Oesterreichs entgegengestreckte Hand vermittelt, erfolgte auch die Abwendung Bayerns und weiterhin der übrigen süddeutschen Staaten von Napoleon, die Vereinigung ganz Deutschlands zur Abschüttelung des fremden Joches. Von den Erzschildern der Siegesgöttinnen, die uns hier umgeben, grüßen die Namen und Daten der im Befreiungskampf gewonnenen Schlachten und Treffen, von den Marmortafeln über den Nischen die Namen der hervorragendsten Feldherrn der verbündeten Deutschen Heere. Unvergesten sind aber die Tausende und Abertausende, bfe auf dem Felde der Ehre geblieben sind, die Leben unb' Gesundheit, Gut und Blut für des Vaterlandes Befreiung dahingegeben haben. _ <-
Erreicht ist worden mit allen diesen Opfern das nächste und größte Ziel des Kampfes, die Niederwerfung der Fremdherrschaft, die Wiederherstellung der Unabhängigkeit und Freiheit Deutschlands nach Außen — nicht erreicht aber wurde eine politische Eesamtorganisa- tion Deutschlands, wie sie zur wirksamen Geltendmachung der deutschen Interessen im Wettbewerb der Nation erforderlich gewesen wäre.
Es war noch ein schmerzlicher Bruderkampf notwendig, um zunächst die Frage der Vorherrschaft in Deutschland zwischen Oesterreich und Preußen auszutragen, und erst ein neuer Angriff des westlichen Nachbarn und die unter der unvergleichlichen Führung König Wilhelms I. und feiner Paladine erfochtenen glorreichen Siege der vereinigten deutschen Waffen führten zum Abschluß der Verträge, durch die aus Nord und Süd
das neue Deutsch« Reich,
das neue Deutsche Kaisertum entstand. Da erwies sich der nationale Gedanke, zu dessen Weckung und Erstarkung König Ludwig I. so viel bei« getragen hatte, als eine Macht, die auch die letzten .Hindernisse überwinden half. Die großen nationalen Ausgaben, vor allem nach außen, aber auch im Innern wurden dem Ganzen übertragen, zugleich wurde jedoch bei dem Aufbau der Verfastung die Bedeutung der Einzelstaaten und die Erhaltung ihres Wirkungskreises mit weisem Bedacht berücksichtigt.
Groß und mächttg steht das Deutsche Reich im Rate der Völker da, stets erprobt als ein Faktor der Mäßigung und des Friedens, stets aber auch bereit, für die Ehre und Jnteresien des Deutschtums einzutreten, wo immer sie bedroht würden. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Teile des Reichs in Freud und Leid ist immer mehr erstarkt, und wer gleichwohl im Auslande je mit der Uneinigkeit, der Eifersucht der Reichsglieder rechnen würde, wie dies wohl früher geschehen, würde diese Rechnung grausam enttäuscht sehen. So möchte es denn manchem scheinen, daß der Mahnspruch König Ludwigs in dieser Halle für das heutige Geschlecht nicht mehr die gleiche ernste Bedeutung hätte, wie ehedem. Allein im Leben der Völker kann und darf es für eine Nation, die sich behaupten will, fein Ausrasten auf errungenen Erfolgen geben. Hier trifft noch mehr wie für den einzelnen das Wort des Dichters zu: „Nur der verdient sich Freiheit, wie das Leben, der täglich sie erobern muß."
In immer erneuten Anstrengungen gilt es für Deutschland, sich gewappnet zu halten gegen alle Gefahren, die seinen Bestand bedrohen können, die Kräfte zu stählen für alle Aufgaben, di« die Entwicklung der Zeiten uns stellt. Erst die letzten Monate haben wieder erwiesen, daß das deutsche Volk in seiner Gesamtheit auch vor großen Opfern nicht zurückscheut, wenn die Weltlage es erheischt. Hohe Pflicht und Notwendigkeit ist es aber. auch heute, vor allem darüber zu wachen, daß Keime der Zwietracht und V e r d r os f e n he i t nicht überwuchern, daß unter dem Hader der Klasiengegensätz«, unter der Ueberfpannung der Jnteressenkämpse das Einigende,
die Freude am Ganzen
nicht leide. Einmütiges Arbeiten in diesem Sinne, Einsetzen des besten Könnens für das Blühen und Gedeihen der engeren und weiteren Heimat, festes Zusammen stehen zu Kaiser und Reich, das sei das Gelöbnis dieser feierlichen Stunde. Mit diesem Gelöbnis ist es zugleich ein Bekennen zu den Gedanken und Mahnungen dieser Halle und ihres Stifters, wenn wir uns nun vereinigen zu dem freudigen Rufe: „Unser großes Deutsches Vaterland, das Deutsche Reich, es lebe Hoch! Hoch! und abermals Hoch!"
Der Kaiser erwiderte:
„(Euerer Königlichen Hoheit bitte Ich im Namen der Deutschen Bundesfürsten und präsidierenden Bürgermeister den wärmsten Dank barbringen zu dürfen für die weihevolle Stunde, die wir soehen in der hehren, von Euerer Königlichen Hoheit unvergeßlichem Herrn Großvater gestifteten Gedächtnishalle mit einander durchlebt haben. Es war, als rauschte
der eherne Flügelschlag deutscher Geschichte
über uns, als Euere Königliche Hoheit inmitten dieser feierlichen Stätte das Bild jener gewaltigen Zeiten vor unser Auge stellten, deren unvergänglicher Rlihrn deutsche Herzen stets aufs neue ergreifen wird. Wo könnten wir das Wesen und die fortwirkende Bedeutung der Befreiungskriege tiefet erfassen, als hier, wo der Deutschesten Fürsten Einer in Erz und Marmor ba» Gedächtnis her Heldentaten unserer Väter auf»
gerichtet hat, das Eedächnis zugleich seiner eigenen glühenden Vaterlandsliebe I
Euere Königliche Hoheit haben in ergreifenden Worten betont, worin der Sinn der Erinnerungsfeiern liegt, die überall, wo Deutsche wohnen, in diesem Jahr« begangen werden. Dem lebenden Geschlechte sollen sie die Lehren einprägen, die im Laufe unserer Geschichte mit so viel kostbarem Blute erlauft worden find, daß unsere Stärke auf unserer
Eintracht und Einigkeit
beruht, daß es für unser Volk kein Nachlaßen geben darf, wenn e» seinen hohen Platz behaupten will. Die begeisterte Teilnahme aller Kreise unseres Volkes an den Feiern dieses Jahres, die fich auch heute wieder so kraftvoll und warmherzig hier an der Donau bekundet, legt Zeugnis davon ab, wie tiefe Wurzeln das vaterländische Empfinden geschlagen hat, wie innig sich das Deutsche Volk mit seinen Fürste« verbunden fühlt. Euere Königliche Hoheit haben durch die Anregung der Zusammenkunft der Deutschen Bundesfürsten und der Vertreter der Freien und Hansestädte in der Befreiungshalle die heutige Feier zu einem erhebenden Feste ganz Deutschlands gestaltet, so wie es dem Sinne dessen entspricht, der dies Denkmal dem Deutschen Volke, dem Bayernlande und dem Hause Wittelsbach zum Ruhme erbaut hat. Mit herzlicher Dankbarkeit für Euere Königliche Hoheit werden wir alle dieses erhebenden Tages stets gedenken. Wir bitten zu Gott, Er möge Euerer Königlichen Hoheit noch viele segensreiche Tage schenken zum Wohle Bayerns und des Deutschen Vaterlandes. Diesem Gedanken bitte Ich Ausdruck zu geben in dem Rufe: Seine Königliche Hoheit der Ptinz- regent Ludwig und das Erlauchte Haus Wittelsbach leben hoch, hoch, hoch!"
Die Fürsten traten dann vor die Rampe der großen Freitreppe, Fahnenabordnungen bildeten hinter ihnen einen Halbkreis; Kinder streuten Blumen und ein Mafienchor von 1800 Mitgliedern des bayrischen Sängerbundes, begleitet von den Musikkapellen des 11. und 13. Infanterie-Regiments trug Beethovens Hymne: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" vor. Während des Gesangs begannen die Glocken zu läuten, Kanonenschläge fielen und Eeschützfeuer aus zwei Batterien dröhnte beiderseits der Donau. In dieses^ Meer von Tönen klangen wie eine unaufhaltsam anschwellende Flut die Hochrufe der Menge. Als sich der Zug der Fürsten unter dem Vorantritt der Edelknaben zur Banketthalle in Bewegung setzte und die Sänger, von den Militärkapellen begleitet, die „Wacht am Rhein" anstimmten, sangenallemit. In der Banketthalle lag das historische Fremdenbuch der Befreiungshalle, in das sich die Bundesfürsten eintrugen. Um y22 Uhr begann die Hoftafel in der Vanketthalle, die mit kostbaren Gobelin» geschmückt war. Die berühmten Aufsätze aus dem bäurischen Kronschatz zierten die Tafel. Die Jahreszahl 1813 bis 19 3 leuchtete von den Wänden. Im Verlaufe des Mahles erhol siw der Prinzregent und brachte folgenden Trinkspruch aus:
„Mit dem erhabenen Oberhaupte des Reiches, Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser an der Spitze, haben die hohen Bundesfürsten, vereint mit den präsidierenden Herren Bürgermeistern der Freien und Hansestädte, meiner Einladung Folge leistend, fich zu dieser vaterlän- dischen Gedächtnisfeier eingefunden. Sie legen durch ihre Anwesenheit, für die ich nochmals meinen tiefgefühlten Dank ausspreche, Zeugnis ab von dem
Gefühl starke» Zusammengehörigkeit,
das fie unter sich und mit dem Deuschen Reiche verbindet, mit dem Reich, dessen Ehre ihre Ehre, besten Wohlfahrt ihre Sorge, dessen Aufschwung und Ansehen unter den Völkern das Ziel ihres vereinten und treuen Strebens ist. Wie fie mit dem Deutschen Volk gemeinsam das Gedächtnis einet großen Vergangenheit feiern, so tragen sie mit ihm in Treuen die Sorgen der Gegenwart und teilen mit ihm die Zuversicht auf eine glückliche und gesegnete Zukunft unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Den Deutschen Bundesfürsten und den Senaten der Freien und Hansestädte, den Trägern alter und heiliger Rechte, den Bürgen einet starken und stetigen Entwicklung Deutscher Größe und Wohlfahrt gilt mein Segenswunsch in dem Rufe: Seine Majestät Kaiser Wilhelm, die Hohen Bundesfütsten, die präsidierenden Herten Bürgermeister der Freien und Hansestädte leben hoch, hoch, hoch!"
Die Musik spielte „Deutschland, Deutschland über alles". Unmittelbar daraus erwiderte der Kaiser. Die Musik spielte die Regentenhymne. Um 4 Uhr erfolgte die Abreise des Kaisers nach Posen.
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Kelheim, 25. Aug. Kaiser Franz Josef richtete an den Prinz-Regenten zu seinem heutigen Namenstage folgendes Glückwunsch-Telegramm: „In treuer Freundschaft bringe ich Dir meinen herzlichsten Glück- und Segenswunsch zu Deinem heutigen Namensfeste. Franz Josef." Dieses Telegramm erreichte den Regenten in Kelheim, der folgendes Antworttelegramm sandte: „Versammelt in Kelheim gedenken wir in Treue des Anteil» Oesterreichs an den Befreiungskriegen und der innigen erprobten Freundschaft, die Oesterreich-Ungarn mit Deutschland verbindet. Ludwig." Darauf ging von Kaiser Franz Josef neuer- dings folgendes Telegramm in Kelheim ein: „Herzlich danke ich Dir für Dein freundliches Telegramm. Meine Gedanken sind den dort Versammelten geweiht. Ich gedenke gerne und mit Genug- tuung der Teilnahme Oesterreichs an den Befreiungskriegen sowie der zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden erprobten Freundschaft. Franz Josef."
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Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Obethess. Zig." gestattet.)
Marburg, 28. August.
* Zur Einweihung des hessischem Landesmuseums in Cassel ist noch nachzutragen: Der Kultusminister v. Trott zu Solz überreichte mit einer Ansprache folgende Orden: Den Stern zum Kronenorden 2. Klasse dem Kammerherrn Rabe von Pappenheim; den Roten Adlerorden 8. Klasse Professor Fischer in München; dem Roten Adlerorden 4, Klasse Bankier Fiorino, Regierungrrmt