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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ..Nach Feierabend",Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage«

Marburg

Reklamen die Zeile SV 4* Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt.

197 die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen2 M frei ins Haus. - »erlag von Dr. T. Hitzeroth. - Druck der Univ^.

1913.

Sonnabmd, 23. August s*9tot* «* ÄWÄ** 6015

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Erstes Blatt

die Herren.

Türken und Bulgare«.

Sofia, 22. Aug. Ein Spezialkurier mit dem ratifizierten Friedensvertrag ist heute nach Bukarest abgereist.

keit, der Selbstverantwortlichkeil, die die Arbeiterverficheiungs- gesetzgebung im Gefolge gehabt hat, ins Ungemessene steigen, ste könnte zu einem volkswirtschaftlichen Krebsschaden werden. Ueber die Schwierigkeit, den ohne sein Verschulden Arbeitslosen von dem Arbeitsscheuen zu unterscheiden, kann allein die Arbeits­beschaffung hinweghelfen, die auch allein die im Dienste der Arbeitslosenfürforge aufgewandten Mittel zu rechtfertigen ver­mag. Allein die Arbeitsbeschaffung bietet die Gewähr, daß nicht der Glaube sich einnistet, auch ohne Arbeit sei im Gegenwarts­staate eine Existenz möglich.

Der B u k a r e st e r Frieden, den zu ratifizieren sich alle Beteiligten anschicken, hatte in das gute Bundesverhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn insofern einen Miß- klang gebracht, als sich Deutschland von einer Revision des Frie­dens durch die Mächte, wie sie Oesterreich-Ungarn verlangte, keinen Erfolg versprach und deshalb die österreichischen For­derungen nicht unterstützte. Vielfach waren diese politischen Mei­nungsverschiedenheiten als der Beginn eines ernsten Zerwürfnisies zwischen den nun schon seit Jahrzehnten so eng verbundenen Kaiserreichen hingestellt werden. Diese Annahme wurde mit aller Deutlichkeit und gewiß mit einer bestimmten Absicht durch die Worte des Kaisers widerlegt, dasalterprobte Bündnis" werde auch weiterhin unerschütterlich seine Kraft und segensreiche Wir­kung bewahren.

Da, solange die Frage, was aus Adrianopel wird, nicht endgültig entschieden ist und die Türkei ihr Heer nicht demobili­siert hat, kriegerische Zusammenstöße nicht ausgeschlossen sind, da ferner der Bürgerkrieg in China weiter andauert und aus dem Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko sich immer noch ein Waffengang entwickeln kann, wird man dem Haager Friedenskongreß, der aus Anlaß der Ein­weihung des Friedenspalastes veranstalten wird, keine große praktische Bedeutung beilegen können.

nächst lernten wir hier die verschiedenen Urgesteinsarten: Granit und Gneis (vor allem auch den Kinzigft mit seinen Granaten) und den Ein­flug ihrer verschiedenen Härte auf Enge oder Breite des Tales kennen. Die Beobachtung von Talterrasicn legt die Vermutung eines früheren anderen Talverlaufs nahe. Möglich, daß das Talsystem, zu dem die heutige obere Kinzig gehört, einst in SW.-Richtung verlies (wie der Unterlauf der Elz), und erst durch eine Tieserlegung des Erosionsniveaus des Rheines (es ist vielleicht an den Durchbruch des Rheins durch das rheinische Schiefergebirge zu denken) das NW. verlaufende untere Kin­zigtal, das keine Terrassen zeigt, entstand, und in rückschreitender Erosion das obere Kinzigtal erreichte (anzapfte", wie der Fachausdruck lautet). Auch beim Marsch im großen Kinzigtal nach Alpirsbach konnten wir noch Terrassen und in einem seitlichen Steinbruch eruptive Eang- porphyre im Granit beobachten.

In Alpirsbach fand die Exkursion ein treffliches Unterkommen. Die Entschuldigung der Wirtinbei uns geht's halt schwäbisch zu", als wir einmal etwas länger warten mußten, erregte bei den Norddeutschen, die zum ersteiynal schwäbischen Boden betraten, große Heiterkeit. Der Abschied von dem traulichen Städtchen und dem schönen Kinzigtal wurde allen am andern Morgen schwer. Die herrliche alte romanische Kirche und das Kloster haben wir zuvor noch besichtigt die Preußen unter den Exkursionsteilnehmern freuten sich, unter den Wappen der Gründer auch das schwarzweiße Geviert der Hohenzollern zu treffen. Dann führte der Marsch durch Aifchbachtal aufs heiße A i s ch f e l d herauf. Beim Rück­blick aufs Städtchen wurde wieder dem Beachtung geschenkt, was uns die geologische Karte unser unentbehrlicher Mentor lehrte, dem Auf­lagern der rundlichen Buntsandsteinkuppen auf den schrofferen Eranit- bänken. Durch Buntsandstein führte der Aufstieg und damit durch Tannenforst, da» einzige kurze Stückchen Schwarzwald", da» wir durch«

gäbe von Adrianopel wohl nirgends mehr erwartet werden. Die türkische Abordnung in Berlin.

Berlin, 22. Aug. Im Auswärtigen Amt empfing Dirigent-der politischen Abteilung, v. Stumm, die türkische

Athen, 22. Aug. Die griechischen und muselmanischen Ein­wohner von Eümüldschina haben durch Vermittelung des Metro­politen von Saloniki die Staatsoberhäupter der sechs europäischen Großmächte in einer Adresse gebeten, dafür sorgen zu wollen, daß die Stadt nicht unter bulgarische Herrschaft zurückkehre, andern­falls würden sich die Einwohner genötigt sehen, ihre Wohnstätten zu zerstören und auszuwandern. Aus absolut sicherer Quelle wird gemeldet, daß die bulgarischen Truppen bei Eornjoardwitza unter den Augen ihrer Offiziere 200 kriegsgefangene Türken niedermetzelten. Man bezweckt mit dieser tierischen Grau­samkeit offenbar, die Türkei zum Kriege zu reizen, um hierdurch eine Intervention der Mächte zu veranlasien.

Der Anzeigenprei» beträgt für die 7gespaltene Zeile ober | .Q deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für. ^ZllljlA»

DieObrrhessijchr Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dura»

Wochenschau.

Run steht das Getreide überall in Garben, soweit es nicht von voraussehenden Landwirten schon in die Scheuern gebracht worden ist. Die das noch nicht getan haben oder wegen man­gelnder Reise noch nicht tun konnten, werden sorgenvoll nach dem dichten Wolkenschlei er gesehen haben, der Tag für Tag die Sonne verbarg und ab und zu durch neue Regengüsse die ohnehin reichlich vorhandene Bodenfeuchtigkeit noch erhöhte. Zum Glück blieb unsere Provinz von den andauernden Niederschlägen verschont, die der Draht in dieser Woche aus Schlesien, Sachsen, Hannover und Oesterreich meldete und die unheilvolle Hochwasser hervorriefen. Die Talsperrenbauten haben sich bei dieser Gelegen­heit wieder als außerordentlich segensreich erwiesen; ohne sie wäre der angerichtete Schaden ungleich bedeutender gewesen. Immerhin hat die Ernte in jenen Gegenden sehr gelitten, und im übrigen Mitteleuropa dürfte sie infolge des fehlenden Sonnenscheins und der allgemein ungünstigen Witterung auch nicht so ausfallen, daß ste gut genannt werden könnte.

Auf eine Verbilligung der Lebenrmittelpreise wird also auch weiterhin nicht zu rechnen sein. So bedauerlich das ist, muffen wir uns doch mit der Tatsache trösten, daß die Teuerung international ist. Aus ihr Angriffe auf unsere Schutzzoll­politik herzuleiten, wie das immer wieder von sozial- und bürger­lich-demokratischer Seite versucht wird, ist völlig unhaltbar. In den vorjährigen parlamentarischen Aussprachen über die Fleisch­teuerung ist schon von einzelnen Rednern darauf aufmerksam ge­macht worden, daß die Teuerung sich nicht auf Deutschland be­schränke, sondern sich auch in anderen, darunter in Freihandels­ländern, bemerkbar macht. Dafür liegen nun zahlenmäßige Be­weise und authentische amtliche Verlautbarungen vor, aus denen hervorgeht, daß eine Steigerung der Preise für fast alle Lebens­bedürfnisse seit dem vergangenen Jahre oder seit noch früher in Großbritannien, Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Un­garn, Rußland, Schweden und Dänemark zu verzeichnen ist. In den Ländern, in denen Zölle bestellen, haben die Sachverständigen- ausschiiffe festgestellt, daß die Teuerung nicht von dem Vorhanden­sein dieser Zölle herrühre und eine Beseitigung oder Milderung keinen Erfolg verspreche, weil eben dieselbe Notlage auch in Län­dern ohne Zölle vorliege.

In einem gewißen Zusammenhang mit der Teuerung steht die große Anzahl der A r b e i t s l o s e n. Jeder Arbeitgeber sucht Naturgemäß mit möglichst wenig Hilfskräften auszukommen und beschäftigt nur so viel, wie zur Aufrechterhaltung des vielleicht ein­geschränkten Betriebes gerade nötig sind. Damit wird, nament­lich in den Großstädten, die Frage der Arbeitslosenversicherung wieder brennend. Nicht nur, daß die Sozialdemokratie auf ihrem bevorstehenden Parteitag anscheinend eine größere Aktion in dieser Frage plant, vielmehr beschäftigen sich angesichts der nach den letzten statistischen Veröffentlichungen unverhältnismäßig zu­nehmenden Arbeitslosigkeit auch bürgerliche Organe erneut mtt dem Problem. Da sind denn die von den Kommunen, die bisher eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit eingeführt haben, ge­machten Erfahrungen von besonderem Jnteresie. Aus ihnen geht hervor, daß die Frage der Versicherung leichter aufgeworfen als ausgeführt ist. Es wird bemerkt, daß, solange der Zwang, sei es der gesetzliche oder der gewerkschaftliche, fehlt und es dem freien Willen des Einzelnen überlasten ist, sich für die Zeit der Arbeits­losigkeit zu versichern, die große Maste ausbleibt. Abgesehen von den wenig ermutigenden Erfolgen spricht aber noch ein anderer Umstand dagegen.

Unser Wirtschaftsleben verlangt nach der äußerst frucht­baren sozialpolitischen Eesetzgebungsperiode vor allem nach Ruhe «nd Stetigkeit. Es hat sich auch gezeigt, daß es sehr schwierig war, zutreffend zwischen Arbeitslosen und Arbeitsscheuen zu unterscheidem Ferner: würde von Reichswegen eine allgemeine Arbeitslosenversicherung ins Leben gerufen, fo würde die all­gemein beklagte Herabsetzung der Arbeitsenergie, der Strebsam-

Deutsches Reich.

Angebliche KaiserSnßernng. Berlin, 22. Aug. DerMa- tin" veröffentlicht einen Brief, den Bebel angeblich an den Herausgeber derPall Mall Gazette" gerichtet haben soll. Bebel soll diesem geschrieben haben, der Deutsche Kaiser habe während des Balkankrieges festgestellt, daß die deutsche Armee nicht auf der Höhe sei und daß das Kriegsmaterial nicht mehr genüge. Wenn die Franzosen uns zu jener Zeit angegriffen hätten, so wären wir nicht stark genug gewesen, das habe auch der verstorbene Herr von Kiderlen selbst eingestehen mästen. .Der Deutsche Kaiser habe weiter gewußt, daß die Schuld der türkischen Niederlagen zum Teil an den deutschen Jnstrutteuren der türkischen Armee gelegen habe, während die französischen Waffen den Serben und Bulgaren ihre Ueberlegenheit gesichert hätten. Obwohl die Unwahrheit oder Unrichttgkeit dieser Meldung offensichtlich ist, da Bebel kaum über Aeußerungen des Kaisers genau unterrichtet gewesen sein dürfte, geben wir ste doch wieder, da sich daran zweifellos eine öffentliche Polemik schließen wird.

Fünfzig Fliege, bei de« Kaisermanövern. Breslau, 21. Aug. An den Kaisermanövern werden, wie verlautet, voraus­sichtlich drei Zeppeline und das neue bl-Luftschiff, derM IV", teilnehmen, ferner fünfzig Flugzeuge.

Adrianopel.

Die Exchange Telegraph Company meldet aus Konstantinopel, daß der Pforte durch die Vertreter der Großmächte auf diplomati­schem Wege die Mitteilung gemacht worden ist, daß die Mächte beschlosten haben, Adrianopel in den Händen der Türkei zu belasten. Zwischen der Türkei und Bulgarien finden zurzeit direkte Verhandlungen statt, in denen man sich über einen Aus­gleich schlüssig zu machen sucht. Dazu verlautet in unterrichteten Kreisen, es sei n i ch t zutreffend, daß die Mächte in Konstantinopel bereits Erklärungen ihres Einverständnistes mit der Wieder­einverleibung Adrianopels in die Türkei abgegeben haben sollen. Die Lösung dieser Frage kann sich nur langsam entwickeln. Eine Klärung scheint aber bereits insoweit erzielt zu sein, als mili­tärische Zwangsmaßnahmen gegen die Türkei wegen der Heraus-

^hb jion des Marburger geographischen Instituts ins südliche Württemberg.

Uni:-: Führung von Herrn Profestor Dr. Schultze Jena und Herrn Pi o.udo-ent Dr. Obst unternahm das geographische Institut der Universität vom 1. bis 4 August eine Exkursion ins südliche Württem­berg. deren Ziel es war, die Landschaftsformen und den Ausbau Südwest- deuischlands in einigen charakteristischen Zügen kennen zu lernen. Eine Schar von mehr als zwanzig Studenten und Studentinnen verließen wir am 1. August mit unfern Lehrern mit dem Frühzug unser Marburg.

Auf der weiten Fahrt von Frankfurt bis Offenburg hatten wir bequem Gelegenheit, Anschauung von der oberrheinischen Erabeiisenke zu gewinnen. Wo heute das breite Rheintal liegt, erhob sich einst ein Eebirgsgewölbe, von dem in gewaltigen Brüchen sich das Scheitelstück zum heutigen Rbeintal senkte. Links und rechts blieben Gewölbeschenkel stehen, deren Reste Vogesen und Schwarzwald sind. Der Einbruch erfolgte zur geologischen Zeit des Tertiär, damals waren die Eewölbe- fchenkel noch von den mesozoischen Schichten Trias (Vuntstandstein, Mu­schelkalk, Keupers und Jura bedeckt (das Kreidemeer überflutete das Ge­wölbe nicht.) Diese Schichten wurden im sortwährenden Nivellierungs­prozeß der Erosion: durch die Kraft des fließenden Wasters vom Kamm der beiden Gewölbeschenkel abgetragen, so daß heute die höchsten Teile des Schwarzwaldes (und der Vogesen) von Urgestein gebildet werden und nur im Nückland die jüngeren Schichten noch anstehen. Diese Ab­tragung und ihre Ergebnisse kennen zu lernen, war eine der Hauptauf­gaben der Exkursion. Zunächst führte uns von Offenburg aus die Bahn durch den Schwarzwald bis Schenkenzell. Von dort aus bot ein Gang in» kleine Kinzigt«! mancherlei des Jnterestanten. Zu-

der Ab­ordnung aus Adrianopel und nahm deren Darlegungen sowie die schriftliche Aufzeichnung entgegen, die er dem Staatssekretär zur Kenntnis bringen zu wollen erklärte. Nach einer Unterhaltung mit den einzelnen Mitgliedern der Abordnung verabschiedeten sich

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen QuellenangabeOberhest. Ztg." gestattet.)

Marburg, 23. August.

* Jahrhundertfeier des Tage» der Bölkerschlacht bei Leipzig. Die zum Rathaus für den 22. d. M. zur Besprechung einer Er­innerungsfeier der Schlacht bei Leipzig geladene Versammlung war von etwa 40 Herren besucht, Vertretern von Behörden und Vereinen. Fast einstimmig sprach man sich dahin aus, den Sonn­abend, den 18. Oktober, zu einem nationalen Fe st tag zu machen. Vorgeschlagen und angenommen wurde folgendes Pro­gramm: Feldgottesdienst am Vormittag des 18. Oktober; mittags Konzerte auf drei Plätzen der Stadt; nachmittags Schauturnen von Schülern, Schülerinnen und Turnvereinen, Zug zum abzubrennenden Holzstoß, Einzug in die Stadt, All­gemeine Illumination. Die Marburger Geschäftsleute sollen gebeten werden, an diesem Tage ihre Geschäfte zu schließen, damit auch den Angestellten Gelegenheit gegeben wird, sich an dem Fest zu beteiligen. Es wurde ein- Arbeitsausschuß gewählt und die Arbeiten für das Wetturnen dem Ausschuß für Jugendpflege übertragen.

Kommisfionsrat Wilhelm Braun f. Nach langem Kranken­lager ist heute der Kgl. Kommissionsrat, Universitäts- und Vcr- lagsbuchhändler Wilhelm Braun verschieden, eine der bekann­testen Persönlichkeiten unserer Stadt, und weit darüber hinaus bekannt, geachtet und geehrt; hatte doch sein Name und der seiner Firma, der N. E. Elwertschen Universitäts- und Verlagsbuchhand­lung guten Klang in ganz Deutschland und weit darüber hinaus. Geboren zu Reutlingen am 29. Mai 1842, wurde er 1873 nach dem Tode seines Onkels N. E. Elwert Inhaber der N. E. Elwertschen Univ.-Buchhandlung nebst Buchdruckerei, während der Verlag von ihm gemeinschaftlich mit seinem Schwager Carl Theile über­nommen wurde. Am 18. Januar 1883 wurde er Alleininhaber der Firma, nachdem sein Schwager bereits 1878 gestorben und die Buchdruckerei verkauft worden war. So sind es fast 40 Jahre, daß er die bedeutende Firma allein zu leiten hatte. In dieser Zett wurde sie von ihm aus einem kleinen Provinzial-Sortiment zu einer weltbekannten Buchhandlung emporentwickelt. Besondere Pflege widmete er dem Verlag, in dem Werke von weittragender Bedeutung erschienen sind. Aus dem stattlichen Verlagskatalog seien nur einige Werk genannt: vor allem Könneckes Bilderatlas, das Lehrbuch des bürgerlichen Rechts von Enneccerus, Kipp und Wolff u. a.. Vilmars Nationolliteratur ist mit dem Namen

kreuzten Oben ging bann der Marsch auf der säst waldlosen Hochebene in der Richtung auf Oberndorf. Bei Fluorn lernten mir die erste, der für die Abtragung so charakteristifchen, durch Unterschiede in bei Ee- steinsbeschaffenheit ber einzelnen Schichten bedingten Stufen kennen: die Stufe des Hauptmuschelkalks. Ein Steinbruch zeigte besten schon ge­schichtete Lagerung. Eine Mestung ergab Einsallen bet Schichten r« SO.-Richtung. Froh belebt warb bet Schritt in heißer Mittagszeit als bie Kette ber Albberge am Horizont auftauchte, bet Hohenzollern her­übergrüßte. Auf der Höhe vor Oberndorf bietet sich ein prächtiger Blick auf das Neckartal bat. Dem Geographen sinb babei wichtig bie Talformen: bie steilen Hänge, bie schmale Talanx und doch baber bie starken Windungen (Mäander) des Flustes. Wir haben es (»ter mit einem cingefenften Tal zu tun, denn bie Mäander können sich nut in einer Ebene (wie z. B. ber oberrheinischen Ebene) btlben. _ Der Graben­einbruch des Oberrheintals war bann ber Anlaß zur Tieferlegung und zum Einschneiden des Flustes in das heutige Plateau, auf dem einst bei Neckar floß. Am Nachmittag biefes Tages lernten wir im Neckartal interessante Umlaufberge kennen, die bei Verlegung eines Flußbetts isoliert stehen bleiben, und eine Vorstufe zu ihnen: den Epotenberg bei Neckarbuig. Vor Rottweil galt es noch einen interessanten Gyps- steinbruch zu besichtigen. In R o 11 ro e i l übernachteten wir. Die reich« Steinernte aus ben Rucksäcken bet Sammler wurde hier zur Post gegeben, und eine fröhliche Kneipe schloß wie in Alpirsbach ben heißen Tag. Einige wenige glaubten am Abend noch anthropogeographische «tubien treiben zu mästen. Um Schwabenvolkes Art näher kennen zu lernen, ließen sie sich von einemEingeborenen" bie ergötzlichen Geschichten von berFuierwehr vo Plattaharbt" und demDundl em Azaberg EH« bringen. ih X '

(Fortsetzung folgt.)