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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieOberhessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- | und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich burA die Post 2.25 «.« lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 «A frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.» Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Freitag, 15 August

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 L. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahr-, 1913.

Erstes Blatt.

20 Milliarden deutjchen Außenhandels.

Die ständig wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Deutschen Reiches auf dem Weltmärkte zeigt sich am besten in dem Auf­schwünge des deutschen Außenhandels. Betrug dessen Wert in Ein- und Ausfuhr vor wenigen Jahren erst 15 Milliarden Mark, so dürfte es in diesem Jahre 20 Milliarden erreichen. Damit wäre das deutsche Volk in seinem Außenhandel dem englischen Vetter dicht auf die Versen gerückt. Es ist gar nicht unmöglich, daß es ihn eines Tages überflügelt. Das deutsche Volk kann auf solche Erfolge stolz sein. Die große wirtschaftliche und politische Bedeu-' tung des Jahres 1870/71 und der nachfolgenden 42 Friedensjahre kann gar nicht besser gewürdigt werden als durch den Blick auf unsere Handelsentwicklung. Worauf beruht diese?

Mancher wird sagen, die großen wirtschaftlichen Erfolge haben wir der deutschen Bildung oder der deutschen Tatkraft oder dem plötzlich erwachten Wagemut zu verdanken. Ganz gewiß haben diese Güter einen hohen Anteil an den wirtschaftlichen Fort­schritten. Indessen Bildung, Fleiß, Wagemut, selbst Kapital sind draußen in der Welt wenig erfolgreich,, wenn das Mutterland nicht mit starkem Arme dahinter steht und allen Friedensstörern und Neidköpfen ein gebieterischesHalt" entgegenruft. Das ist doch wohl jedem, auch wenn er nichts mit dem Handel zu tun hat, klar, daß in demselben Maße, in dem Deutschlands Einfluß auf dem Weltmärkte wächst, auch die Schar der Mißgünstigen zunimmt, die versuchen, dem deutschen Kaufmann Schwierigkeiten zu bereiten, wo es nur irgend geht. Volkswirtschaftliche Fragen sind in der Welt Machtfragen. Und wenn das Mutterland nicht mächtig ist, wie sollen seine Söhne draußen zur Macht sich enwickeln?

So führt denn die Betrachtung der deutschen Handelsersolge auf dem Weltmärkte ganz von selbst auf unsere Wehrmacht zu Lande und zu Wasser. Ohne sie wäre Deutschland auf dem Weltmärkte nie groß geworden. Und wenn unsere Feinde sie nicht fürchteten sie würden dem deutschen Außenhandel längst das Lebenslicht ausgeblasen haben. Daran ändern auch die hoch­tönenden Redensarten unserer Friedenstaumler nichts. Was Nützt die stolzeste Handelsflotte und hätte sie die neuesten und größten Schiffe mit den leistungsfähigsten Maschinen wenn sie nicht durch eine starke Kriegsflotte davor geschützt ist, gekapert zu werden! Wenn darum in weiten Volkskreisen über die Ver­mehrung unserer Kriegsflotte gewettert wird, dann ist das töricht. Was ist denn besser, etliche Millionen jährlich, die das deutsche Volk ohne Mühe tragen kann, vorher und rechtzeitig bezahlen, als vielleicht Milliarden nachher, wenn es zu spät ist. Nichts ist zu allen Zeiten schwerer gestraft worden als nicht rechtzeitige Sorge für Eerüstetsein. Was das deutsche Volk für seine Kriegs­flotte ausgibt, ist nichts weiter als eine Versicherungsprämie.

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Die Laqe auf dem Balkan.

Peterburg, 14. Aug. Wie derRjetfch" aus Regierungs- kreifen erfährt, wird Rußland keine Schritte zur Ver­treibung der Türken aus Adrianopel unternehmen, wenn es kein europäisches Mandat dazu erhält. Es wird nicht isoliert vorgehen, damit internationale Verwickelungen vermieden werden.

Nur eine Ergänzung des Bukarester Vertrages.

Paris, 14. Aug. DasEcho de Paris" schreibt:Man setzt aus Wien eine Idee in Umlauf, die verdient, sofort erörtert zu werden, obgleich sie noch nicht das Stadium einer bloßen Anregung überschritten zu haben scheint. Oesterreich-Ungarn würde, ohne irgend eine territoriale Frage zu erörtern, den Wunsch aus­sprechen, einen Meinungsaustausch zwischen den Mächten herbci- zuführen, um der Bevölkerung, die von einem Staate mit anderer Nationalität oder Religion als die ihrige annektiert werde, ge­wiße Garantien zu verschaffen. Es wird sich jetzt also nicht darum handeln, den Bukarester Vertrag zu revidieren, sondern ihn zu ergänzen. Frankreich setzt dieser Anregung keine vorgefaßten Feindseligkeiten entgegen. Sie könnte insbesondere den Griechen und Mohammedanern in Bulgarien unverdiente Leiden ersparen."

Tagesbefehl König Karols an fein Heer.

Bukarest, 14. Aug. König Karol richtete an die Armee folgenden Tagesbefehl:

D-r begeisterte Elan, mit dem Ihr dem Aufrufe in schwerer Stunde entsprochen habt, bewies mir von neuem, daß Ihr bereit seid, in jeder Stunde das Leben für das Vaterland zu opfern. Ihr zöget fröhlich und vertrauensvoll von Haus und Hof auf das Feld der Ehre, entschlossen, kraftvoll allen Kesahren des Krieges zu trotzen. Viele Kameraden fielen jenseits der Donau unbarmherzig Krankheiten zum Opfer. Ihr schmerz­licher Verlust verwundete mein Herz tief. Nie werde ich die Beweise der Liebe vergessen, mit dem Ihr mich auf beiden Ufern der Donau um­geben habt. An dem Tage, da die Armee unter meinen Augen zum zweiten Male über den mächtigen Strom setzte, fanden die begeisterten Rufe ein mächtiges Echo von den Karpathen bis zum Balkan. Mein Herz ist mit tiefer Freude erfüllt. Ueber alles Erwarten kamt Ihr bis zu den hohen bulgarischen Bergen. Euer Erscheinen errang den Frieden ohne Blutvergießen, unser Land ist um ein bedeutendes Gebiet, das Unseren Glanz erstarken lassen soll, vergrößert und Rumäniens Ansehen in aller Augen gehoben worden. In der Erinnerung an die Taten werdet Ihr in Ehren auf der Brust das sichtbare Zeichen Eurer Tapfer­keit tragen können und werdet demnächst zu Eurem Herd zurückkehren können, mit hoher Befriedigung, eine Pflicht erfüllt und auf die stolzesten Seiten in den Blättern der Geschichte des Vaterlandes geschrieben zu haben. Laßt uns in Ehrfurcht neigen und heiße Dankgebete zum All- «äcktiren emporsenden, der uns beschieden hat, so schöne Tage zu er­

leben. Laßen wir unseren Nachfolgern Rumänien zurück, st.ä r k e r denn je und vertrauender denn je in die Tapferkeit seiner Söhne. Von ganzem Herzen danke ich der treuen Armee, die ich immerdar mit väterlicher Liebe umgeben will."

Abgesehen von den durch die Cholera und andere Krankheiten verursachten Opfern, hat das rumänische Heer bekanntlich an Ver­lusten in demFeldzug" zu verzeichnen: ein Kavallerie­sergeant verwundet.

König Konstantin in Saloniki.

Saloniki, 14. Aug. König Konstantin ist heute früh, be­gleitet von der gesamten Flotte, an Bord des Panzerkreuzers Aweroff" hier eingetroffen. Der Bürgermeister sprach dem König den Dank der Bevölkerung für die Errettung von fremder Jnva« sion aus. Der König dankte hierauf und fuhr sodann zur Sofien- kirche, in der der Metropolit von Saloniki ein Tedeum zelebrierte.

Bulgaren und Griechen.

Paris, 14. Aug. Der Pariser Deputierte Berry erklärte in einem an den Minister des Aeußern gerichteten Brief unter Be­zugnahme auf die Meldungen über Greueltaten der bulgarischen Soldaten:Nicht nur Europa, sondern die gesamte Welt hat die Pflicht, Zustände zu vermeiden, die an die schlimmsten der Ge­schichte erinnern und sich nicht erneuern dürfen. Glauben Sie nicht unter diesen Umständen, Herr Minister, daß die Regierung der Re­publik sich selbst eine Ehre erweisen würde, wenn sie, wie sie es öfter unter anderen Umständen getan hat, die Initiative zu einem wirksamen Einspruch gegen solche Verletzungen des Völker­rechtes aufgreift?"

Sofia, 14. Aug. Die Athener Nachrichten über die Aus­wanderung von Griechen und Mohammedanern aus dem Bul­garien zufallenden Teile Mazedoniens und Thraziens sind voll­ständig falsch. Es ist tendenziös in der zu deutlichen Absicht ver­breitet, die bulgarische Verwaltung herabzuwürdigen und ge­wissermaßen die grauenhaften Ausschreitungen der Eriechen- truppen und Baschibozuks zu rechtfertigen. Uebrigens zählt jener Teil Mazedoniens kaum Griechen. Die mohammedanische Bevöl­kerung ist weit entfernt, zu den Griechen zu flüchten, sucht vielmehr Schutz bei den bulgarischen Trupepn, um den Grausamkeiten der griechischen zu entgehen. Es sind auch neue türkische Flüchtlinge hier angekommen. Wenn übrigens sich griechische Elemente aus Thrazien in Griechenland ansiedeln wollen, so ist daran nichts be­sonders. Die Griechen können der Welt kaum glauben machen, daß es eine allgemeine Auswanderung sei.

Deutsches Reich»

Die Amnestie. Berlin, 14. Aug. Die 24 000 Begnadi­gungen anläßlich des Regierungsjubiläums umfassen nach Blätter­meldungen nur Personen, die von preußischen Zivilgerichten verurteilt worden sind. Die durch den Amnestieerlaß begnadigten Militärpersonen des Heeres und der Flotte sind in diese Zahl nicht einbegriffen. Unter den 24 000 begnadigten Zivilpersonen befinden sich Leute, die zu Geldstrafen, zu Gefängnis und zu Zucht­haus verurteilt worden waren. Die Amnestie erstreckt sich ferner auch aus Preßvergehen.

Wahleinspruche gegen die Landtagswahlen. Berlin, 14. Aug. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, sind gegen die preußischen Landtagswahlen 17 Wahleinsprüche rechtzeitig ein­gegangen. Sie richten sich gegen die Wahl von 22 Abgeordneten, von denen 5 den Konservativen, 5 den Freikonservativen, 7 den Nationalliberalen, 2 der Fortschrittlichen Volkspartei, 1 dem Zen­trum und je 1 der Wirtschaftlichen Vereinigung und den Christlich- Sozialen angehören.

Bebels Beisetzung. Berlin, 14. Aug. Aus Zürich wird ge­meldet: Bebels Leiche wurde heute vormittag 11 Uhr von der Churer sozialdemokratischen Arbeiterschaft mit trauerumflorten Fahnen von der Friedhofskapelle nach dem Bahnhof geleitet. Dort hielt der Präsident der kantonalen sozialdemokratischen Partei, Keller, die Trauerrede. An dem feierlichen Akte beteiligten sich etwa 250 Personen. Die Leiche wurde in Zürich nach dem Volks­hause gebracht, wo sie in dem prächtig geschückten Saale auf­gebahrt wurde. Sie wird von Freitag vormittag dem Publikum zur Besichtigung ausgestellt. Durch ein Schiebefenster können die Besucher auf das Gesicht des Toten einen Blick werfen. Wie die Züricher Post" mitteilt, hat Bebel in feinem Testament feinen Freund Ullmann als Testamentsvollstrecker bezeichnet. Die deutsche sozialdemokratische Partei wird mit einem namhaften Betrage be­dacht; außerdem ist ihr von einem bestimmten Zeitpunkt an das ausschließliche Verlagsrecht der von Bebel publizierten Werke über­tragen. Für die Trauerfeierlichkeiten für Bebel werden von Deutschland außer dem Parteivorstand die meisten sozialdemo­kratischen Reichstagsabgeordneten erwartet, von denen bereits einige eingetroffen sind. Auch aus Oesterreich, Frankreich und England liegen zahlreiche Anmeldungen vor.

Sozialdemokratische Unverfrorenheit. Berlin, 14. Aug. Kürzlich wurde mitgeteilt, daß das sozialdemokratische Wahl­komitee im Kreise Solingen einen bürgerlichen Landtagswähler wegen Fernbleibens von der Wahl vor die Schranken einer sozial­demokratischen Versammlung gefordert habe, damit er sich dort rechtfertigen solle. DerVorwärts" bemerkte dazu, daß es sich bei diesem Wähler um einen eingeschriebenen Genossen gehandelt habe, der selbstverständlich vor ein sozialdemokratisches Partei-' gericht gefordert werden könne. Nun stellt die Walder Zeitung, die die ursprüngliche Meldung zuerst brachte, ausdrücklich fest, daß der Emfänger des Schreibens nach seiner bestimmten Versicherung niemals d e m so z i ald e m o kr a t i sche n Verein an­geh ö r t hat und in keiner Beziehung zur Sozialdemokratie steht. Damit wird das Vorgehen des sozialdemokratischen Wahlkomitees

Koloniales.

Die Pfarrer von Südwest gegen die Mischehe. In der Juli» Nummer desEvangelischen Gemeinde-Blattes in Deutsch-Süd­westafrika" nimmt Pastor Hasenkamp im Namen der evangelischen Pfarrer der Kolonie in einem sehr beachtenswerten Aufsatz mit erfreulicher Deutlichkeit Stellung gegen die Rassenmischehe. Seine Ausführungen richten sich insbesondere gegen die Entschließung des Ausschusses der deutschen evangelischen Missionsgesellschaften, die das gesetzliche Verbot der Mischehe als schwer vereinbar mit der, christlichen Schätzung der Ehe hinstellte.

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Ausland.

** Neuer Winzerausruhr in Frankreich? Paris, 14. Aug. Die Aufregung bei den Winzern des Aube-Departements, deren Weine nicht zur Fabrikation des Champagners zugelassen werden, ist wiederum im Wachsen begriffen, weil das Parlament auseinandergegangen ist, ohne', ihrem Wunsche Rechnung zu tragen. Die Bewegung gewinnt nahezu; revolutionären Charavtor. In der Gemeinde Varoville nahmen die Winzer eine Tagesordnung an, in der sie erklärten, daß sie sich als außerhalb der bürgerlichen und wirtschaftlichen Gesellschaft stehend und aller ihrer polittschen Rechte beraubt betrachten, den Ee- meinderat zur Niederlegung seines Amtes und alle Gemeinden des Departements zur Nachahmung des Beispiels auffordern. Der Ee- meinderat von Baroville trat zurück, so daß jetzt keine Eemeindever- waltung besteht. , .

« Terrorismus Ausständiger i« Britisch-Kolumbien. Victoria. 14. Aug. Auf der Vancouverinsel und in den Bergwerksbezirken, wo 3000 Mann ausständig sind, herrschen ernste Unruhen. In Nanaimo griffen Ausständige die Polizei an und verwundeten mehrere Beamte. 400 Soldaten mit zwei Maximgeschützen sind nach Nanaimo und nach Ladysmith gesandt, um die gestörte Ordnung wieder herzustellen. Die Ausständigen sind Herren der Stadt und verjagten alle nicht syndikali- sierten Arbeiter. Der Materialschaden ist beträchtlich.

Sunjatsen gegen den Präsidenten der chinesischen Republik. Lon- don, 14. Aug. Der Vater der chinesischen Revolution Dr. Sunjatsen, der nach Mißlingen des siidchinesischen Ausstandes nach Japan geflüchtet ist, hat von dort aus einen Brief mit äußerst heftigen Angriffen gegen den Präsidenten Yuanfckikai gerichtet, den er des Verrates an der Sach« des Volkes und der Republik beschuldigt. In dem Briese heißt es: Das Volk, das sich von der Herrschaft der Mandschus befreit hat, hat Ihnen Vertrauen geschentt und Ihnen die oberste Stelle der Republik anverttaut. In der letzten Zeit hat das Volk Ihnen deutlich gezeigt, daß es Sie nicht mehr dieses Vertrauen für würdig hält. Wäre es Ihnen ernst um die Sache des Volkes, so hätten Sie, als ein wahrer Diener des öffentlichen Wohles, sofort abdanken müssen. Wie können Sie nun, gestützt auf die Werkzeuge der Tyrannei, die wir mit zahllosen Opfern abgeschütelt haben, Leben und Blut des Volkes opfern, nur um Ihrem Drange nach Macht Genüge zu tun und Ihre Stellung zu be­haupten? Es ist eines großen Mannes unwürdig, als Fundament feiner Herrschaft die Leichen Unschuldiger zu benützen. Die Sache des Volkes ist diesmal unterlegen, aber das Volk wird nicht ruhen, und es wird die neue Tyrannei stürzen, wie es die Tyrannei der Mandschus zu Falle gebracht hat."

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Nachträgliches zum Jägerjubiläum.

Auf vielseitigen Wunsch bringen wir in Ergänzung unserer früheren Mitteilungen noch nachträglich im Wortlaut die Aus­führungen des Kommandeurs unseres Jägerbataillons, Herrn Oberstleutnants v. Buttlar, bei der Parade:

Kameraden! Das für ganz Deutschland so unglückliche Jahre 1806 hatte auch in Hessen der Regierung des angestammten Herrscherhauses und zugleich dem altberühmten hessischen Heere ein Ende bereitet. Del Gewaltmensch auf Frankreichs Throne hielt 7 Jahre lang das ganz« westliche Europa unter eisernem Druck, bis Gott feine Zeit für gekommen erachtete und das riesige, von Napoleon errichtete Menfchenwerk zu­sammenschmetterte in dem blutigen Ringen der 3tägigen Völkerschlacht bei Leipzig.

Die alte Staatenordnung trat wieder in ihre Rechte. Die ver­triebenen Herrscher kehrten zurück, und eine der ersten Regierungs­handlungen war es, in Hessen, wie überall in deutschen Landen, ein« neue Armee zu schaffen zum wetteren Vernichtungskampfe gegen den Erbfeind. So wurde das Jahr 1813 das Geburtsjahr auch unsere« Bataillons. Und bald knallten die Jägerbüchsen lustig auf französische« Boden, es schlichen sich die Patrouillen nachts an die belagerten Fest­ungen, und manch kühnes Jägerstückchen wurde vollbracht unter de«

als eine Unverfrorenheit gekennzeichnet, wie sie allerdings zu den . Merkmalen sozialdemokratischer Taktik gehört. j

Zur Jesuitenfrage. Leipzig, 14. Aug. Dir halbamtliche Leipziger Zeitung" schreibt zu der Meldung, daß in kürzester Zeit der Bundesrat sich mit der endgültigen Aufhebung des Jesuiten­gesetzes beschäftigen werde:An keiner deutschen amtlichen Stelle findet diese Nachricht Bestätigung."

Beschimpfung des Christentums. Berlin, 14. Aug. Die Germania" schreibt:Eine Beschimpfung der christlichen Religion, die einer Gotteslästerung gleichkommt, leistet sich derSimplizis- simus" in seiner neuesten Nummer. Auf dem Titelblatt erblickt. man ein Meer von Blut, in dem Leichen schwimmen. Aus diesem Blutmeer erhebt sich ein großes schwarzes Kreuz. In den Versen, die unter diesem Bilde stehen, wird Christus direkt apostrophiert i und seine Lehre für die Greuel am Balkan verantwortlich gemacht. Gibt es denn kein Mittel, um einem solchen Unfug ein Ende zu machen?" Jeder Christ, ob Protestant oder Katholik, wird dem nur beipflichten.

Berufung des Eerichtsherrn im Krupp-Prozeß. Berlin, 14. Aug. Nachdem fast sämtliche Angeklagte im Prozeß Tilian und i Genossen gegen das Urteil des Kriegsgerichts der Kommandantur Berlin Berufung eingelegt haben, hat nun auch der Eerichtsherr von seinem Recht der Berufung Gebrauch gemacht. Die Berufung ' bezieht sich aber nicht auf die Angeklagten Hoge und Dröse.