Der Anzeigenpreis beträgt für die Tgefpaltene Zeile oder .Q , deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für 48. ^jUyigi
Marburg
Reklamen die Zeile 60 8. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
W» 1KU die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M * frei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.»
1913.
Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
ES
i
x
-
*■
I
Aus» e ge-
i
rigen e 18, Iroert 5861
>r zu
6367
, ord. cm.
4.
und frier» ieten. 6875
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertelsährlich durck
Kaiser Franz Josef «nd König Karol.
Bukarest, 13. Aug. Kaiser Franz Josef hat an König Karol folgendes Telegramm gerichtet:
„Ich bitte Dich, meine herzlichsten Glückwünsche aus Anlaß des unter Deiner Leitung zustandegekommenen Pazifizierungs« Werkes entgegenzunehmen, das dem Blutvergietzen auf dem Balka» ein Ende bereitet und Deinem Land den Frieden gesichert hat. Wie bisher, nehme ich auch fernerhin lebhaften Anteil an allem, was Dir und dem Wohlergehen Deines Landes zugute kommt."
König Karol erwiderte:
„Deine so herzlichen Glückwünsche und warme Anteilnahme aus Anlatz des erfolgten Friedensfchlusies in meiner Hauptstadt haben mich sehr erfreut, und aus vollem Herzen danke ich Dir für diesen ernsten Beweis Deiner treuen Freundschaft, die Du mir besonders in schwierigen Augenblicken stets bezeugt hast Möge der Friede ein dauernder sein und endlich auf der Balkanhalbansel. die im letzten Jahre so heimgesucht wurde, Ruhe eintreten, zunl Segen unserer Staaten."
Weiteres aus Greys Rede.
London, 12. Aug. Grey wies in seiner Rede im Unterhaus, bevor er in seinen Worten an den Ursprung und das Ziel der Botschaftervereinigung erinnerte, darauf hin, dah die Hauptaufgabe darin bestanden habe, unter den Mächten eine Verständigung über die albanische Frage und die ägäischen Inseln zu erzielen, und datz trotz der überraschenden Ereignisie der letzten Wochen auf dem Balkan keine Mobilisierung der Mächte und kein« Alarmberichte über eine Spannung zwischen ihnen entstände» seien. Wer dies bedenke, werde überzeugt sein, datz die Beziehungen der Mächte sich gegenwärtig nicht in einem Zustande befinden, der den europäischen Frieden bedrohe oder Anlatz zu Befürchtungen gebe. Natürlich bestehe keine Einstimmigkeit zwischen den Mächten, wie dies auch die kontinentale Presie zeige. Die Ansichten verschiedener Länder über den Bukarester Vertrag gingen auseinander, aber es beständen keine Meinungsverschiedenheiten, die die Tendenz aufwiesen, die verschiedenen Mächtegruppen in entgegengesetzte Lager zu sondern, lieber Albanien sagte Sir Erwarb Grey:
„Die Schwierigkeit, eine Verständigung über die Abgrenzung zu erzielen, ist sehr groß. Jedermann weiß, wie schwierig und kritisch bi« Fragen sind, die wegen der nordöstlchen Grenze aufgeworfen worden sind. Wir haben jetzt ein Abkommen über die südliche und südöstliche Grenze erreicht. Das Abkommen wird zweifellos auf eine beträchtliche Kritik stoßen. Man muh sich aber vergegenwärtigen, daß es bei dem Abschluß des Abkommens der Hauptzweck war, die Einigkeit der Mächte selbst zu bewahren. Und wenn das Abkommen das erreichte, so ist es am wesentlichsten im Jnteresie Europas und des Friedens geschehen. Unsere Politik gegenüber der T ü r k e i hängt von gesunden Finanzen, der Herstellung einer guten Rechtspflege und der Ordnung einer guten Regierung ab. Eine wirkliche Gefahr droht der Türkei nicht von einem äußeren Angriff, sondern von ihrer inneren Unordnung und von ihrer inneren Schwäch e."
Zum Schluß sagte Grey, das europäische Konzert habe ein grotzes Ziel, nämlich die Lokalisierung des Krieges gehabt. Es sei weise gewesen, sich darauf zu beschränken. Mehr zu erstreben, konnte das ganze Konzert gefährden. Es fei leicht, von der Stärke der europäischen Mächte zu sprechen und wie sie ihren Willen geltend machen könnten, wenn sie nur wollten. Natürlich könnten sie eine Flottendemonstration vornehmen, aber wenn sie bei den letzten Ereignissen hätten intervenieren wollen, hätten sie Truppen gebrauchen und riskieren müssen, daß sie getötet würden. Es sei überaus schwierig, die europäischen Mächte dahin zu bringen, daß sie Geld bewilligen und Truppen verwenden, außer wo die Interessen des eigenen Landes in Frage kämen. Es sei etwas sehr Fragwürdiges, einen Krieg zu führen, um Frieden
Still setzte sie sich neben sein Bett, und «msaßte seine Hand mi» liebevoller Innigkeit. , _ . _ . ,
Steinbach sah mit fiebrigen Augen zu ihr auf. Seine Gedanken schienen sich zu verwirren. Er stöhnte auf, und als sich Ruth besorgt über ihn neigte, sagte er leise:
„Friede — liebe Friede."
Ruth erschrak und blickte ihn betroffen an.
„Papa, lieber, teurer Papa — du bekommst doch nicht wieder Fieber?" sprach sie angstvoll.
Er zuckte zusammen und sah sie an, wie aus einem Traum erwacht.
„Was ist dir, Kind? Weshalb siehst du mich so seltsam an? Nein, nein, sorg dich nicht, ich hab kein Fieber!"
„Aber du nanntest mich Friede, Papa."
Er lächelte gezwungen.
„Tat ich das? Ich träumte wohl mit offenen Augen, Ruth. Das macht, weil du ihr so gleichst. Du hast so viel in deiner ganzen Art von Friede Sprrensen, und deine Züge gleichen den ihren."
„Ich gleiche Mamas Halbschwester?" »
„Ja, Ruth. Immer hab ich's schon empfunden, und heute fällt e, mir doppelt auf."
Er seufzte tief auf.
„Niemand braucht mich an sie zu erinnern."
Ruth legte ihre Wange an die seine. _
„War es denn so schlimm, was ihr Friede Sörrensen angetan?
Steinbach strich sich über die Augen.
„Sehr schlimm, Ruth, wir haben ihren Glauben an die Menschheit gemordet, ihr Vertrauen gemißbraucht. Du sollst es wissen, Ruth, damit du mich verstehst. Ich sehe es ja kommen, sie werden in mich dringen, alle, Mama, Hans und Ellen, sie werden mich quälen um die Erlaubnis — zum Erbschleichern Du sollst wissen, warum ich mich dagegen wehre bis zum letzten Atemzuge. Also höre, Kind. Friede Sörrensen war meine Braut, ehe ich Mama kannte. Ich hatte sie lieb von ganzem Herzen. Aber als dann Mama aus dem Pensionat zürück- kehrte — da verrieten wir Friede. Ich brach ihr die Treue — mit deiner Mutter — und da gab jre mir den Ring zurück."
" (Fortsetzung
und ver» \ 3487 ct___
frdl., mng 7656
er
7259
11.
ter oder 7476 UL
(Nachdruck verboten.)
Friede ^ßrrenfen.
Roman von H. Eourths-Mahler.
(Fortsetzung.!
Ruths Stimme brach vor Herzeleid. Hans sah sie etwas scheu und verlegen von der Seite an. Sein Gewissen klagte ihn an, daß er dem Vater nicht liebevoll genug begegnet war. Aber mein Gott — er war doch Soldat und kein zimperliches Frauenzimmer!
Aber er ging dann doch mit einem wärmeren Ausdruck im Gesicht an bas Bett des Vaters.
„Tag, lieber Papa. Run — geht es wieder ein bißchen besser heute?"
„Danke dir, Hans. Es geht, so gut es gehen kann. Keinen Dienst heute?"
„Um drei Uhr wieder, Papa. Da wollte ich erst nochmal nach dir sehen. Ich hoffte schon, dich außer Bett-zu finden."
„Morgen will ich's versuchen mit dem Aufstehen."
„Das freut mich, Papa, wahrhaftig, freut mich sehr. Du — was ich sagen wollte — da traf ich gestern bei Tisch einen früheren Kameraden. Der ist jetzt in L ... in Garnison. Wir saßen nach Tisch noch eine Stunde zusammen, und was meinst du wohl, von wem wir sprachen?
In Fritz Steinbachs Augen war es einen Moment aufgezuckt, als Hans die Stadt L . . . nannte.
„Run?" frug er halblaut.
„Von Mamas Halbschwester, Fräulein Friede Sörrensen. Du — die spielt eine Rolle in L. . ., mein Kamerad war sehr erstaunt, als et von unserer Verwandtschaft hörte, und gratulierte mir zu der famosen Erbtante. Soll ja scheußlich viel Mammon haben, die alte Dame, und einen großen Grundbesitz. Sag mal, Papa, warum besteht eigentlich kein Verkehr zwischen ihr und uns? Ist es nicht sehr unklug, daß wir uns von ihr so fernhalten? Sie ist ledig und kinderlos, haben wir da nicht "berechtigte Hoffnung.auf eine Erbschaft?" : Steinbach sah zur Decke empor.
„Rein, mein Sohn, keine. Das schlag dir aus dem Sinn. Wir sind ,— verfeindet — seit langen Jahren — das hab ich Euch doch schon ein» ,mal gesagt. Ich wüßte nicht, wie Friede Sörrensen dazu käme, Euch etwas zu vererben?" . .
Enthüllung des Denkmals für den Jäger von Knrpfalz
Nach der Kaiserparade in Mainz begab sich der Kaiser mit seinem Gefolge in mehreren Automobilen über Bingen und Stromberg nach der 2 Stunden von Kreuznach entfernten Oberförsterei Entenpfuhl zur Enthüllung des mitten im Soonwald errichteten Denkmals für den Jäger von Kurpfalz. In den festlich geschmückten Orten, die der Kaiser passierte, wurde der Monarch von der Bevölkerung mit großem Jubel begrüßt; weilte er doch erst einmal in dieser Gegend, als Prinz im Jahre 1883, wo er noch der Einweihung des Niederwalddenkmals jagte. Auf dem Festplatz am Forsthaus Entenpfuhl hatten 4500 Kriegeroereinsmitglieder und 600 Forstbeamte aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier Aufstellung genommen. Der Kaiser wurde am Denkmal vom Landrat v. Nasse empfangen und begrüßte dann die geladenen Ehrengäste, unter denen sich Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer-Lieser, Oberpräsident v. Rheinbaben, Regierungspräsident Scheerenberg-Koblenz, Frhr. v. Hammerstein, Oberforstmeister von und zur Mühlen u. a. befanden. Der Kaiser, der Hofjagduniform trug, schritt die Front der Kriegervereine ab, begrüßte sodann die Forstbeamten und gab das Zeichen zum Fallen der Hülle. Darauf richtete der Minister v. Schorlemer folgende Rede an den Kaiser:
„Eure Kaiserliche und Königliche Majestät wollen allergnädigst mir gestatten, daß ich am Fuße des nunmehr enthüllten Churfürstlich pfälzischen reuthenden Erbförsters und Forstinspektors der vorderen Soon, Friedrich Wilhelm Utsch gewidmeten Denkstein, meinen allerunter- tänigst tief empfundenen Dank dafür zum Ausdruck bringe, daß Eure Majestät die Errichtung dieses Denksteins genehmigt und durch allerhöchst Ihre Munifizenz ermöglicht haben, und uns nunmehr durch allerhöchst Ihre Anwesenheit auszuzeichnen geruhten. Der im allbekannten Volkslied so fröhlich besungene „Jäger aus Churpsalz" war kein Held der Sage und der Romantik wie ehedem, der mit Hundegekläff und Hussasa als wilder Jäger durch den Soonwald stürmte, Graf Malran von Stonheim. Der Jäger aus Churpfalz hat leibhaftig auf seinem Forsthaus Entenpsuhl vor langen Jahren bis zu seinem im Jahre 1795 erfolgten Tode seines Forstamtes gewaltet, dem edlen Waidwerk mit Lust und Liebe obgelegen und durch zahlreiche Nachkommenschaft seinen Namen bis zur Gegenwart sortgepflanzt. Aber dieser Denkstein gilt nicht -allein dem Forst- und Waidmann, der im Dienste seines Landes- Herrn die Pflichten seines Amtes schlecht und recht erfüllte. Es ist die Anerkennung und Ermunterung des allerhöchsten Iagdherrn, die in diesem Steingebilde den Jüngern der grünen Farbe, des edlen Waidwerks und der luftigen Jägerei zu teil wird. Dieses Bewußtsein läßt am heutigen Tage höher schlagen die Herzen der deutschen Jäger und vor allem der nahezu vollzählig hier anwesenden Staats- und Eemeinde- Forstbeamten aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier. Das blutige Ringen vergangener Jahrhunderte, das die Nachbargaue dieses Waldes, vor allem die herrlichen Täler des Rheines und der Nahe so oft verwüstet hat, ist am Soonwald selbst spurlos vorübergegangen. Er hat den Stürmen der Zeit wie denen der Unwetter getrotzt und ist noch heute der weithin berühmte herrliche Jagdgrund geblieben, die im Westen selten gewordene Heimstätte des Königs der Wälder, des edlen Rothirsches, und hat als solcher auch ungeachtet der leider erfolglosen Pürsche des damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen im Jahre 1883 das Wohlwollen und die Gnade des allerhöchsten Iagdherrn gefunden. Nahezu ein Jahrhundert der preußischen Krone zugehörig, weiß mit dem Soonwald auch seine Bevölkerung und seine Nachbarn das Glück zu schätzen, von mächtiger Hand beschützt und ihrer Wohlfahrt gefördert zu sein. Königstreu bis in die Knochen sind die Bewohner des Gebirges meilenweit mit ihren Kriegervereinen und Schulen herbeigeeilt, um frohe Zeugen der Stunde zu sein, in denen die Erünröcke ihren allerhöchsten Iagdherrn inmitten des Waldes ihre Huldigung darbringen. Ruhe und Einsamkeit sind sonst die Wahrzeichen des Soonwaldes, wenn nicht das Brausen des Sturmes, der Brunstschrei des Hirsches oder der Sang froher Wanderer erschallt. Aber heute ist ein Tag, wie der
Donnerstag, 14. August s*« «•“* ”L 5015
(MchsW Minifl
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Rach Feierabend", „Fürs Haus" und „LandwirtschaWche Beilage".
Ite
oren. d. S3L
7722
>rauti f den lufen. iletee» (7738
Soonwald ihn noch nicht erlebte. Der dankbare Jubel, der Eure Majestät am Jahrestage der Thronbesteigung am 16. Juni 1913 aus dem ganzen Deutschen Reiche entgegenklang, hat heute die Grenze des Soonwaldes erreicht. Ihn tragen die Eichen, Buchen und Fichten des Waldes weiter, und in heller Begeisterung rufen wir Erünröcke „Gar lustig ist die Jägerei!" Der allerhöchste Jagdherr, Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser und König, Horridoh!"
Das Denkmal besteht aus einer 3 Meter hohen Muschelkalk- platte auf einem 1 Meter hohen Sockel und zeigt einen Jäger im Stil der Rokokozeit, der mit fliegendem Zopf, begleitet von seiner Meute, auf feurigem Roß durch das Revier sprengt. Rach halbstündigem Aufenthalt im Walde trat der Kaiser im Automobil die Fahrt nach Homburg v. d. H. an, durch das Städtchen Soberik» heim an der Ruine von Schloß Böckelheim vorbei, in dem Kaiser Heinrich IV. nach der Rückkehr von Canossa Weihnachten 1105 von seinem Sohne gefangengehalten wurde, nach Hüffelsheim, jenem Dorf, das der trinkfeste Ritter Boos von Waldeck durch einen mächtigen Weintrunk aus einem Reiterstiefel erwarb. Dann tauchte rechts die Ebernburg auf mit dem Denkmal Huttens und Sickingens. In Bad Münster am Stein wehten auch von der steilen Spitze des Rheingrafensteins die Fahnen. In Bad Kreuznach, das reichen Schmuck angelegt hatte, berührte der Kaiser auf seiner Fahrt durch die Stadt die Radiumfabrik und die Roseninsel und fuhr dann in den Kurpark ein. Das Kurorchester intonierte die Nationalhymne, während rechts und links des Wagens junge Mädchen und Kinder in weißen Kleidern mit rosengeschmücktem Haar sangen. In den Straßen der Stadt bildeten Schulkinder und Vereine Spalier. Ueber Langenlomsheim und Bingen ging es den Rhein entlang nach Mainz und weiter nach Homburg, wo der Kaiser mit der Kaiserin im Schlosse Wohnung nahm.
---
Oesterreich verzichtet auch auf eine Revision.
Wien, 13. Aug. Ein halbamtliches Rundschreiben des Auswärtigen Amtes besagt, daß die österreichische Regierung sich entschlossen hat, auf eine Ueberprüfung der Bukarester Beschlüsse zu verzichten. Bestimmend für dies Verhalten Oesterreichs sei die Haltung der russischen Regierung, die sich entschlossen habe, von ihrer Forderung der Ueberprüfung zurückzutreten. Die französische Regierung habe Rußland erklärt, daß Frankreich nicht im Prinzip gegen die Revision sei, wohl aber gegen eine Abtretung Kawallas. und des Struma-Tales an Bulgarien. Aus diesem Grunde zog Rußland seine Forderung zurück. Oestereich hätte also mit seinem Verlangen nach einer Ueberprüfung allein gestanden. Um dies zu vermeiden, sehe sich die österreichische Regierung zur Aufgabe ihres Schrittes gezwungen. Oesterreich wird jedoch in seiner Eigenschaft als Bestätigungsmacht des Berliner Vertrages dem Bukarester Frieden seine Zustimmung verweigern. Dieses Vorgehen hat jedoch rein platonische Bedeutung, weil Oesterreich nicht anders handeln kann, andererseits könne versichert werden, daß dieses österreichische Vorgehen weitere Folgen nicht nach sich ziehen werde.
Paris, 13. Aug. Der „Figaro" schreibt: „Während Rußland nur an Kawalla gelegen war, so Oesterreich nur an Kotschana und Jstip, Rußland zählte nur auf Griechenland, Oesterreich nur auf Serbien. Die beiden Staatskanzleien sprachen also nicht die gleiche Sprache. Ihr angebliche llebereinstimmung, wegen der man so viel Lärm geschlagen hat, beruhte also nur auf Miß- verständnissen. Die geringste Auseinandersetzung mußte diesen Spalt sichtbar machen. Die russische Regierung hat ihre Vertreter im Auslande beauftragt, in den Hauptstädten, wo sie beglaubigt ist, mitzuteilen, daß Rußland sich entschlossen habe, auf die Revision des Bukarester Vertrages zu verzichten. Man darf also diesen Vertrag als endügltig abgeschlossen betrachten."
„Aber wir sind doch wohl ihre nächsten Verwandten? Mein Gott, solche Familienzerwürfnisse lassen sich doch aus der Welt schaffen. Weißt du, ich hätte Lust, mich ein bißchen an die alte Dame heranzupürschen. Was meinst du dazu?"
Steinbach fuhr jäh im Bett empor.
„Das wirft du nicht tun, ich verbiete es dir," sagte er heftig.
„Aber Papa, bitte, nimm es mir nicht Übel, ist das nicht recht unklug? Ich meine, in unserer Lage ist falscher Stolz sehr unangebracht. Wie die"Verhältnisse liegen, müssen wir jede Gelegenheit benützen, sie zu verbessern," sagte Hans eindringlich.
Steinbach atmete tief und schwer. Endlich sagte er tonlos:
„Diese Gelegenheit werden wir sicher unbenutzt lassen. Höre mich an, mein Sohn. Mama und ich. wir haben an Friede Sörrensen einst schweres llnrecht begangen, ein Unrecht, das nie wieder gut zu machen ist. Außerdem sind alle Brücken zwischen uns abgebrochen."
Hans nagte an feiner Lippe und fah sehr verstimmt aus. Noch gab er sich nicht besiegt.
„Mama hat aber doch selbst schon den Gedanken in Erwägung gezogen, sich um Hilfe an ihre Schwester zu wenden. Du vergißt, daß lange Jahre dazwischen liegen.“
Steinbach krampfte die Hände in die Bettdecke. Seine Stirn rötete sich, und die Adern schwollen an.
„Ich weiß, daß Mama davon gesprochen hat, aber ich kann es nut bedauern. Niemals würde ich erlauben, daß Ihr Euch Friede Sörrensen nähert, um ihre Hilfe in Anspruch ^u nehmen, nie solange ich lebe, das präge dir fest ein, Hans."
Der junge Mann zuckte die Achseln, als wollte er sagen: Wem nicht zu raten ist, dem ist nichtzu helfen. Ruth aber beugte sich besorgt über den Vater.
„Du sollst dich doch nicht aufregen, Papa. Bitte, fei ruhig. Hans wird nie gegen deinen Willen derartiges tun.“
Steinbach sank ermattet in fein Kissen zurück. Nur wenige gleichgültige Worte tauschten Vater und Sohn noch. Dann erhob sich Hans, um sich von dem Vater zu verabschieden.
„Ich will nut Mama noch begrüßen, bann muß ich gehen,“ sagte et.
Ruth tauschte noch einen verstohlenen Blick mit dem Bruder, bann wat sie mit ihrem Vater allein. .
’n.
n die [7721 nng; sstcht :. ob.
5.
Balk. > ein ieten. 12.
tage, Otan» zum 7573 1,11.
7383 mer u.