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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: ..Nach Feierabend",Fürs Haus" und ..Landwirtschaftliche Vellage".

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DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck- die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Dienstag, 12 August

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 «?, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Kaiser und Kaufmann.

Im Audienzsaale des Lübecker Rathauses hielt am Sonntag Bürgermeister Bürgermeister Dr. Eschenburg eine Ansprache, auf die der Kaiser mit folgender Rede erwiderte:

Wollen Sie so gut sein, meinen herzlichsten und innigsten Dank entgegenzunehmen und der gesamten Bürgerschaft Lübecks auszusprechen zu dem zu Herzen gehenden Empfang, der mir von der Bevölkerung dieser altehrwürdigen Hansastadt zuteil geworden ist, sowohl von den Alten wie von den Jungen. Es ist immer schön, die Stimmen der Heranwachsenden Jugend sich mischen zu hören in die Rufe der erwachse­nen und älteren Männer. Sie haben einen kurzen historischen Ueberblick gegeben über die Zeit des Glanzes und der Macht Lübecks, der Vor­macht der Hansa und auch über die Zeit vor hundert Jahren, da auf thr die Hand Gottes prüfend schwer lag, wie auf unserem ganzen Vater­lande. Sic haben ganz richtig darauf hingewiesen, daß, obwohl durch eine geradezu bewunderungswürdige Anstrengung der Bürger und der Kaufleute im deutschen Vaterlande ein Bundesgebilde entstand, wie es die Welt nicht wieder gesehen hat, dasselbe auf die Dauer doch nicht Bestand haben konnte, weil

die Macht des Reiches

ihm fehlte und das Verständnis des deutschen Volkes für feine Wichtig­keit nicht vorhanden war. Nunmehr, dank der Gnade Gottes, die in ganz ungewöhnlicher Weife Kaiser Wilhelm dem Großen zur Seite ge­standen hat, der auch einst von Lübecks Bürgerschaft begeistert begrüßt wurde, ist das geeinigte Vaterland, das Deutsche Reich, wieder erstanden, mit ihm selbstverständlich auch die alten Aufgaben, die ungelöst bleiben mußten, weil die Einigkeit, die Voraussetzung für ihre Lösung, fehlte. Und wenn es auch manchem nach der großen Zeit, die wir alle noch mit­erlebt haben, wohl etwas eintönig vorgekommen sein mag, dieser Ueber- gang, zu dem gewöhnlichen, wenn ich es sagen darf, einfachen Arbeits­leben, so glaube ich doch, daß wir einen guten Schritt vorwärts getan haben. Denn ich glaube es als meine Aufgabe zu erkennen, diese alten Aufgaben wieder aufnehmen zu müssen und sie dem deutschen Volke vor­zustellen und ans Herz zu legen: daß dieselben so schnell wieder aufgefaßt wurden und in so überraschender Weise in der gesamten Welt durchge- fllhrt worden sind, das selbstverständlich kann sich der Kaufmann mit Recht zugute schreiben, und daß die alten Hansestädte mit dem alten Hansengeiste beseelt vorausgegangen sind, und so möchte ich von dieser Stelle aus

dem Kaufmann meinen Dank aussprechen, daß die Städte an der norddeutschen Waterkant in ihrer beispiellosen Brüderlichkeit und Wagemut eingetreten waren, um dem deutschen Han­del und der deutschen Industrie und den deutschen Erzeugnissen einen Platz in der Welt zu sichern, um den uns andere Staaten beneiden können. Vor hundert Jahren lag die Hand des Korsen schwer über der Stadt. In diesem Jahre feiern überall Städte, Dörfer und Provinzen, Vereine und das ganze Volk die Zeit der Erhebung-und der Befreiung vom Drucke des Eroberers. Es ist eine Fügung des Himmels, daß er 1 es so gewandt hat, daß mein Jubiläum in diese Zeit fallen mußte und die Feiern, die ich bisher mitgemacht habe vonKönigsberg bis jetzt, Haden ernen Zusammenklang der Herzen des gesamten Volkes zum Ausdruck gebracht, der schöner nicht denkbar ist, und ich meine, daß der heutige Abend einen würdigen und schönen Stein in der Kette dieser lK>elsteine des Gedenkens bildet. Dankbarkeit für das alles, was die Vorsehung für un,er Vaterland getan hat in schweren wie in glücklichen Tagen ist heute abend in der alten Hansekirche Lübecks zum Ausguck gekommen, und es bedarf keiner großen Phantasie, wenn man den Blick durch die hohen Gewölbe der Kirche schweifen ließ über die alten Epitaphien wenn man den mächtigen Tönen der Orgel und des Chors lauscht- sich' in die Zeit zuruckzuversetzen, wo im Mittelalter in glücklicher und schwerer Zeit die Ratsmannen und die Bürgerschaft mit ihren Frauen und Mäd­chen in der Kirche sich versammelten. Wie ein Bild aus den M e ist er­st n g e r n entwickelt sich der heutige Abend vor mir.

Wir habe« Friedenszeit

«nd was wir dieser zu danken haben, das sehen wir, wenn wir be­obachten, wie im Südosten unseres Kontinents schwere Kämpfe gebraust haben die durch Gottes Fügung uns unberührt ließen. Ich stehe hier vor ^zhnen, meins Herren, in dem Gewände des Seemanns 5>! Pf5 Kleid des Kindes meiner Schöpfung, und was dazu dienen kann, letzt und in der Zukunft dem deutschen Kaufmann, der vom Hansen- geist beseelt, im Auslande das Deutschtum vertritt und für Deutschland 5?? "otl9e Stärkung und den nötigen Schuh zu verleihen, da- m,A. cfr ^en l$m zustehenden Platz an der Sonne behauptet, das soll geschehen!

3ch schütze den Kaufmann; sein Feind ist mein Feind!

Und Gott gebe, daß der deutsche Handel wie bisher auch künftig unter meinem schütz in Friedenszeit sich entwickeln möge."

hernach nahm der Kaiser die Vorstellung der anwesenden Lubeckel Herren entgegen und besichtigte sodann alte Urkunden. Der Bürgermeister und der Senat geleiteten sodann den Kaiser durch die wundervollen Prunkräume in den Bürgerschaftssaal, wo alsbald das F e st m a h l seinen Anfang nahm. Im Verlaufe des Mahles brachte Bürgermeister Dr. Eschenburg einen Trinkspruch auf den Kaiser aus, auf den der Kaiser folgendermaßen ant­wortete:

Ich erlaube mir. Euer Magnifizenz meinen herzlichsten Dank nochmals bewegten Herzens auszusprechen für den schönen Empfang in Lübeck. Es ist in dieser alten und ehrwürdigen Handelsstadt schon mancher deutsche Kaiser gewesen, und Sie haben mir am heutigen Tage manche alte Erinnerung und Urkunde gezeigt, die Kunde gibt von den Beziehungen der deutschen Kaiser und des Reiches zu Lübeck. Schutz- und Freibriefe auszustellen, ist nicht mehr Aufgabe der deutschen Kaiser der heutigen Zeit. Wenn ich aber nunmehr bitten darf, Euer Magni­fizenz ein Andenken meines Besuches zu übergeben, so bitte ich, daß ich zur Erinnerung an den weihevollen, herrlichen Sonntagabend ein Kirchenfenster für die Marienkirche stiften darf, um ! meinen Dank der Bürgerschaft und der Stadt gegenüber auszudrücken. | Alles, was ich sonst fühle und denke, das faste ich zusammen in die i Worte: Gott erhalte, schütze und segne die alte Hansastadt Lübeck in alle I Zukunft! Und möge sie stets des alten Wahlspruchs gedenken, der In |

ihrem Ratskeller steht:Das Fähnlein ist leicht an die Stange gebunden, aber es kostet viel, es mit Ehren wieder herunterzuholen." Möge es in Ehren stets über Lübeck wehen. Die Stadt Lübeck Hurra, Hurra, Hurra!"

Um 914 Uhr erfolgte die Abfahrt unter herzlichen Kund­gebungen.

Deutschland «nd der Dnkarester Friede.

Der Telegrammwechsel, der aus Anlaß des Friedensschlusses zwischen dem König von Rumänien und dem Deutschen Kaiser stattgefunden hat, ist nicht nur durch seine außerordentliche Herz­lichkeit, sondern auch durch eine ganz besondere politische Note be­merkenswert. König Karol weist in seinem ersten Telegramm das Verdienst daran, daß der soeben abgeschlostene Friede ein defi­nitiver sein werde, dem Deutschen Kaiser zu. Da konnte sich die Frage erheben, ob denn der Kaiser oder die deutch« Regie­rung in einem der letzten Stadien der Verhandlungen entscheidend eingegriffen habe. Das ist nun, wie in unterrichteten Kreisen verlautet, n i ch t der Fall. Das Telegramm König Karols bezieht sich vielmehr auf die schon seit einigen Tagen bekannte Tatsache, daß Deutschland keine Neigung hat, sich an einer Revision des Bukarester Friedens, wie sie sowohl in Wien als in St. Petersburg angestrebt zu werden scheint, zu beteiligen, so daß als sicher gelten kann, daß das revidierende Subjekt mindestens nicht das ganze Europa sein wird. Es kann jedoch keinem Zweifel unterliegen, daß den Signatarmächten des Berliner Kongresies nicht nur ein Prüfungsrecht, sondern vielleicht sogar eine Prüfungs pflicht gegenüber dem Frieden zufällt, der auf der Karte der Balkanhalb­insel die gewaltigsten Aenderungen vollzieht, und einer Ausübung dieses Rechtes und dieser Pflicht würde wohl auch Deutschland sich nicht entziehen, wenn es in der Absicht geschähe, die Zustimmung der Großmächte zu dem Friedensschlutz herbeizuführen. Etwas an­deres aber ist es mit der Revision zum Zweck der A b ä n d e r u n g. Eine solche liegt nicht in Deutschlands Absicht, und man kann es daher in der Tat als feststehende Tatsache bezeichnen, daß an eine gesamteuropäische Revision nicht zu denken ist. Damit aber hält König Karol den definitiven Charakter des Friedens für ge­sichert.

Die Richtigkeit dieser Ansicht wird durch folgende halbamt­liche Meldung bestätigt:

Durch die Veröffentlichung des Telegrammwechsels zwischen Kaiser Wilhelm und König Karol wird die Stellung Deutschlands zum Buka­rester Frieden außer Zweifel gesetzt. Deutschland hat kein Bedürf­nis, an den europäischen Versuchen zur Aenderung des Vertrages teil­zunehmen und begegnet bei anderen Mächten der gleichen Auffastung. Damit ist ein Vorgehen der europäischen Dplomate gegen den Friedens­vertrag von Bukarest ausgeschlossen. Soweit die Zustimmung der Großmächte zum Vertrag erforderlich ist, wird Deutschland Mitwirken und seine Zustimmung herbeiführen. Die Hoffnung, daß dies auch ohne eine besondere diplomatische Veranstaltung gelingt, braucht nicht auf­gegeben zu werden. Das Wort der WienerReichspost":Kein K r a w a l l w e g e n K a w a l l a" ist das Zeichen einer klugen Politik."

Sin Trinkfpruch König Karol«.

B u k a r e st, 11. Aug. Gestern abend fand im Königlichen Palais zu Ehren der Delegierten der Friedenskonferenz ein großes Ealadiner statt. Beim Nachtisch brachte der König folgenden Trinkspruch aus:

Mit lebhafter Freude sehe ich die Delegierten der Balkanstaaten vereinigt, die soeben in der Hauptstadt Rumäniens den Frieden ge­schlossen und unterzeichnet haben. Dieser von der ganzen Welt heiß ersehnte Friede verlangte auf der einen Seite starke Resignation und schmerzliche Opfer, die jedoch unvermeidlich waren, um die blutigen

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Unsere Karte zeigt Ite Grenzen, wie fU auf der Bukarester Konferenz festgesetzt wurden.

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Kämpf« zu beendigen, die allzulange dauerten zwischen Völkern, die bestimmt sind, sich zu verstehen. Die neue Aera, die zu eröffnen von uns abhängt, wünscht Rumänien besonders aufrichtig. Rumänien wird mit ganzem Herzen das seinige beitragen, ihre Herbeiführung zu erleichtern. Es ist zu wünschen, daß wir uns zu gemeinsamem Handeln zusammenschließen, um so das edle und wünschenswerte Ziel zu erreichen. Wir werden uns um die Menschenheit wohl verdient machen. Ich hege die feste Ueberzeugung, daß der geschloffene Friede dauerhaft sein und mit Gottes Hilfe der erste Schritt werden wird zu einem fruchtbaren Einverständnis. Mein sehnlichster Wunsch ist, zu sehen, daß sich zwischen Rumänien und den Königreichen der Valkanhalbinsel die sreund- schaftlichsten Beziehungen in unser aller Jntereffe anknüpfen und aufrechterhalten werden. Zum Zeichen dieser Gefühle trinke ich auf die Gesundheit Ihrer erlauchten Souveräne und bitte die göttliche Vor­sehung Schutz und Wohltaten ihren Königreichen angedeihen zu laßen."

Friedensfreude.

B u k a r e st, 10. Aug. Vom frühen Morgen an füllten sich die festlich geflaggten Straßen mit zahlreichen Menschenmengen, welche die Rückfahrt der Delegierten aus dem Ministerium des Aeußern, wo die Unterzeichnung des Friedensvertrages statt­gefunden, erwarteten. Die Fahrt des Königspaares und der Dele­gation zum Gottesdienst in der Metropolitankirche gestaltete sich zu einem Triumphzuge. Die Volksmenge jubelte dem Kö­nigspaare sowie dem Ministerpräsidenten Majorescu begeistert zu. Die allgemeine Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis, dis schon in den letzten Tagen wiederholt zum Ausdruck-^ekommen war, zeigte sich heute in dem dynastischen Gefühl der Bevölkerung auf sehr kennzeichnende Weise. Majorescu erhielt ein Glück­wunschtelegramm des russischen Ministers des Aeußern, Sasonow.

Sofia, 11. Aug. Dem Gottesdienst in der Kathedrale wohnten das Königspaar, die Minister, die ehemaligen Minister, viele Würdenträger und ein zahlreiches Publikum bei. Beim Ver- laffen der Kirche wurde der König von der versammelten Menge lebhaft begrüßt. Der König kehrte zu Fuß ins Palais zurück; eine ungeheure Menschenmenge folgte und bereitete ihm auf dem gan­zen Wege begeisterte Huldigungen.

Paris, 11. Aug. Der serbische Gesandte sprach dem Mi­nister Pichon die Anerkennung der serbischen Regierung für die treue und wirksame Unterstützung aus, die Frankreich während der ganzen letzten Balkankrise Serbien gewährt habe.

Die Demobilisierungen.

Sofia, 11. Aug. Der Ministerrat beschloß die Demobili­sierung der Armee. Heute vormittag wurde in der Kathedrale ein Trauergottesdienst für die Opfer des Krieges und ein Dankgottes­dienst anläßlich des Friedensschlußes abgehalten. Die Demobili­sierung beginnt heute. Die Truppen sind bereits auf dem Marsche in ihre früheren Garnisonen begriffen.

B u k a r e st, 11. Aug. Der König unterzeichnete den Befehl betreffend die Demobilisierung, die am 13. August beginnt.

Die Furcht vor bet bulgarischen Kultur.

Athen, 11. Aug. Eine Abordnung der Einwohner von Melenikon, die im Hauptquartier dem König vorgestellt wurde, er­klärte, daß die Einwohner von Melenikon nicht bulgarische Unter­tanen werden wollen, da sie befürchten, alsdann massakriert zu werden. Sie beschloßen, die Stadt zu verlaßen und bitten den König zu gestatten, die neue Stadt auf griechischem Boden zu er­richten. Der König stimmte bewegt dem Vorschlag zu und ordnete an, den Auszug der Einwohner aus Melenikon zu fördern und ver­sprach, daß griechische Truppen bis zur völligen Räumung Mele- nikons dort verbleiben.

Deutsch-Lstetreichische Verstimmung?

W i e n, 11. Aug. Zn hiesigen politischen Kreisen hat die Er- nenung des Königs von Griechenland zum Generalfeldmarschall außerordentliches Aufsehen hervorgerufen und überaus peinlich gewirkt. Man will in dieser Ernennung eine vollständige Des­avouierung der Politik des österreichischen Ministers des Aeußern, Grafen Berchtold, der durch die Anregung einer Konferenz zur Prüfung des Bukarester Vertrages Kawalla für Bulgarien retten möchte, erblicken. Seit Bestehen des Dreibundes dürfte es das erste Mal fein, daß die österreichische äußere Politik in einer derart auffallenden Weise vom Deutschen Kaiser ge- mißbilligt worden ist; denn als nichts anderes will man in hiesigen nüchternen politischen Kreisen die besondere Ehrung des Königs von Griechenland durch Kaiser Wilhelm deuten.

Störung der französisch-russischen Beziehungen?

Paris, 11. Aug. DemStatin wird aus Petersburg ge­meldet, Rußland werde die französische Regierung, wenn auch nicht amtlich, so doch int Laufe der gegenwärtigen Verhandlungen freundschaftlich ersuchen, durch entsprechende Maßnahmen zu ver­hindern, daß der Türkei der vorgesehene neue Vorschuß von 10 Millionen gezahlt werde. Falls die französische Regierung den russischen Wunsch erfülle, dann werde der üble Eindruck, den die Haltung Frankreichs in der Kawallafrage in Petersburg hervor­gerufen habe, zum Teil verwischt werden. Sollte die Türkei eine neue Unterstützung bei den französischen Kapitalisten finden, dann würden die französisch -russischen Beziehungen eine tiefgehende Störung erfahren.

Die Türkei beharrt auf Adrianopel.

Konstantinopel, 11. Aug. Der Ministerrat beriet gestern die Antwortnote an die Mächte. Die Pforte dankt in ihr den Mächten für die freundschaftlichen Gefühle, die sie durch 'hr Versprechen betreffend die Abgrenzung bekundet haben, und er­klärt, die Pforte mußte um der Sicherheit der Grenze willen Adrianopel besetzen. Wenn die Mächte die Erhaltung eine« dauernden Friedens wünschten, müßten sie die Besetzung an­nehmen. Den Blättern zufolge fanden zwischen den tür­kischen Vorposten und bulgarischen Banden Gefechte statt. ' "