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tr.it dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

M 185

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gefpaltene Zeile oder .Q deren Raum 15 .Z, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 «S. für,

1913

Marburg

Eonliabend, 9. August

Reklamen die Zeile 60 <8. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

DieOberhefsifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dnrck die Post 2.25 & (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der Univ.- | Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

und den Beilagen:Rach Feierabend", »Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

Erstes Blatt.

Willkommen zum Jägeefest!

Wir nahmen in dieser Woche Gelegenheit, in jeder Nummer auf die nahende Hundertjahrfeier unseres Zägerbataillons hinzu- weifen und die Leser in Bezug auf die Festvorbereitungen auf dem Lausenden zu halten. Jetzt ist nun der Tag gekommen, an dem das Fest beginnen soll und wenn diese Zeitung in die Hände unserer Leser hier kommt, sind schon viele ehemaligeElfer" unter­wegs oder schon in Marburg. Gerade wie in dem letzten Jahre ihrer Dienstzeit als sie ganz genau (so ist es ja heute noch) angeben konnten, wieviel Tage sie noch zu dienen hatten und wann sie von Marburg Abschied nahmen, so haben sie diesmal wohl schon lange die Tage gezählt, bis sie wieder hierher kommen konnten in die Stadt, in der sie des Königs grünen Jägerrock trugen. Sie werden bei ihrer Ankunft in Marburg sehen, daß sie.

herzlich willkommen

find. Die Stadt steht in Festesschmuck. Von den Zinnen des Schloßes, vom alten Rathaus und allen öffentlichen und privaten Häusern wehen die Fahnen in den deutschen und anderen Far­ben. Ehrenpforten mit Willkommensgrützen und bunte Wimpel sind zu sehen und in vielen Straßen ziehen sich die Guirlanden von Haus zu Haus. Einzelne 5>äuf?.r w$e'^»v$c^Kiüben haben sich bei der Dekoration ganz hervorra^.J gezeigt. Besonders prächtig nehmen sich die Bahnhofstraße, die Straßen der Altstadt und die Kasernenstraße aus. Die Jägerkaserne selbst, wie nüchtern sah sie ehedem aus und wie einladend heute! Freundlich grüßen schon längst an den langen Fensterreihen die bunten Geranien und sonstigen Blumen und jetzt ist noch die überaus prächtige Festdeko­ration hinzugekommen, lieber Nacht ist aus ganz Marburg ein Schmuckkästchen geworden. Die grünen Wälder unserer Umgebung haben tüchtig herhalten müssen: in dieser Beziehung ist nichts ge­spart worden. Und auch die elektrische Straßenbahn, diese neueste Errungenschaft Marburgs, die den eintreffenden ehemaligen Jägern auffallen dürfte, hat sich ebenfalls zur Feier des Tages mit bunten Wimpeln geschmückt. Und wenn ein Einsender in einer Zu­schrift, die wir leider wegen Raummangel nicht veröffentlichen kön­nen, wünscht, daß während der Festtage ganz besondere Vorkehrun­gen getroffen werden müßten, um einen geregelten Verkehr der Straßenbahn so durch Einstellung eines zweiten Schaffners so zuwege zu bringen, wollen wir diesen seinen Wunsch hier kurz in unserem Berichte erwähnen. Wir glauben, daß die Direktion schon Ihr Möglichstes tun wird, um die Masten glatt befördern zu kön­nen. Und nicht allein die elektrische Straßenbahn wird es sein, die das Jntereste der eintreffenden ehemaligen Marburger Jäger erwecken wird. Seit sie von Marburg weggingen, hat sich gar manches verändert: durch den Wegfall der langen Treppen und der Mauerpodeste in den Straßen sind diese breiter geworden und ver­schiedene neue Stadtviertel sind entstanden. Die ältesten Jahrgänge werden Marburg zum Teil kaum wiedererkennen; nur das Bild der alten Stadt ist im großen und ganzen dasselbe geblieben.

Doch nun zum Feste selbst. Am gestrigen und heutigen Tag wurde überall die letzte Hand zum würdigen Gelingen angelegt. Die eifrigste Tätigkeit herrschte auf dem Festplatze, der ganz dem Charakter des Festes entsprechend hergerichtet wird. Besonders prächtig nimmt sich die Dekoration der Eingangspforte aus. Gestern abend fanden dort bereits die verschiedenen Generalproben zu den Ausführungen statt. Sie versprechen, wie man uns mittcilt, ein -gutes Gelingen. Doch noch eins: Wir hatten wirklich nicht gedacht, daß der in einem Eingesandt derOberhessischen Zeitung" ge-

Den toten Jägern.

Die festlich Zhr zusammen seid, En'r Herz und Hand von neuem weiht Der Heimat und dem Vaterland Vom Alp' bis hin zum Wogenstrand, Vom Ost' zum fernsten Westen hin; Eedenk't in ehrsurchstoollem Sinn Der Helden, die im Grabe ruh'n. Als Geister Euch umschweben nun Und bitten von des Himmels Licht: Vergestet uns Verklärte nicht! Wir steh'n im großen Buch der Zeit Verzeichnet für die Ewigkeit, Die Erde haben wir gekannt.

Ihr' Freud' und Leid in Eurem Stand. Das treue Kämpfen, Bluten Siegen, Doch niemals zaghaft feiges Trügen; Denn Tapferkeit hob uns empor Zum schönen gold'nen Himmelstor. Rach oben laßt die Fahnen weh'n: Wir segnen Euch aus Wiederfeh'n!"

(Nachdruck verboten.)

Hebei füllte Züge.

Eine juristische Plauderei von Dr. Hans Lieske, Leipzig.

Pardon mein Herr, Sie sitzen auf meinem Platz."

Behüte, ich fitze auf meinem, wie Sie sehen."

Das heißt, Sie haben rücksichtsloser Weise meinen Schirm, mit dem ich den Sitz belegt hatte, einfach auf die andere Seite gestellt. Wollen Sie mir vielleicht sagen, mit welchem Rechte?"

Die Jnsasten des vollgepfropften Abteils lauschten gespannt dem jBauf der angeregten Unterhaltung.

welchem Recht«? Ra, ich habe eben den Platz vorher bestellt.

äußerte Wunsch bezüglich der Staubbesprengung am Krummbogen und an anderen Straßen so tragisch genommen würde. Lieber Petrus, so war's wirklich nicht gemeint, also höre auf mit deinem Segen, unsere städtischen Sprengwagen sind völlig intakt. Im Ernst: wir hoffen, daß das Wetter, das heute morgen nicht den besten Eindruck macht, sich bestell. Im Sonnenglanze machen sich die freu­digen Bilder nun einmal bester als bei Regen. Von dem Jubilar, dem Bataillon selbst, wollen wir hier nichts sagen, als daß es noch viele Jahre seinen Platz innerhalb der Wehrmacht des Deutschen Reiches würdig ausfüllen möge und noch immer enger, soweit das möglich, mit unserer schönen Bergstadt, der rechten Heimat hessischer Jäger, verwachse. Oester ist ja schon das Gerücht aufgetaucht, das Bataillon werde nach dieser oder jener Stadt verlegt. Stets war offenbar der Wunsch der betreffenden Städte der Vater des Ge­dankens.

Auch wir wollen uns der allgemeinen Feier des Bataillons und der Bürgerschaft anschließen. Wie wir das tun, ersehen unsere Leser aus der grünen Festbeilage, die der Geschichte des Bataillons gewidmet ist und hoffentlich allgemeinen Beifall 'findet. Sie ist unfern Lesern und den Angehörigen des Bataillons gewidmet und zugänglich gemacht worden. Und nun auf ein gutes Gelingen des Festes, und allen ehemaligen Jägern und sonstigen Festgästen in den Mauern unserer alten hessischen Jägerstadl ein herzliches Willkommen!

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Ein: Revision des Bukarester Friedens?

In den Berliner diplomatischen Kreisen bestätigt man die Meldung, daß Bulgarien gestützt auf Oesterreich-Ungarn und Ruß­land eine Revision des Bukarester Friedens durch die Mächte in der Form beantragt hat, daß die Bukarester Abmachungen der Anerken­nung durch die Mächte bedürfen sollen. Zurzeit schweben über diese Frage zwischen den Mächten Verhandlungen, die trotz der Abnei­gung verschiedener Mächte, sich mit bei Angelegenheit weiter zu be- fasten, wohl zur Annahme des bulgarischen Wunsches in irgend einer Form führen werden. Jnterestant ist hierbei die Entwick­lung eines nicht unbeträchtlichen

russisch-französischen Gegensatzes: ,

Petersburg, 8. Aug.Nowoje Wremja" undMetsch" besprechen den Bukarester Friedensvertrag, insbesondere die Üebet- lasfung Kawallas an Griechenland, in sehr ungünstigem Sinne und beschweren sich in bitteren Ausdrücken, daß Rußland von den fran­zösischen Verbündeten im Stiche gelosten worden sei. )

Paris, 8. Aug. DerTemps" kritisiert die Haltung Rvß- lands in der Frage der Revision des Bukarester Vertrages und schreibt unter anderem:

Kann sich Rußland, das keine Schiffe nach Ckntari senden wollte und das Schritt für Schritt gegen die Absperrung Serbiens von der Adria gekämpft hat, in ein. so unvernünftiges Abenteuer einlasten? Bon der Ueberzeugung durchdrungen, daß wir, wie immer, auch diesmal von der lebhaften Sorge um die französifch-rustifche Sache beseelt sind, haben wir die äußersten Folgen derjenigen Politik im Auge, in welche die österreichisch-ungarische Diplomatie Rußland hineinzuziehen hofft, und wir beschwören unsere Verbündeten, daß auch sic diese Folgen ins Auge fasten mögen. Wenn ein großes Reich sagte einmal Fürst Bülow Forderungen aufstellt, dann muß es um jeden Preis not­gedrungen deren Erfüllung anstreben. Rußland kann und darf diese Ge­nugtuung nicht um jeden Preis anstrcben. Seine Überlieferungen, seine Verpflichtungen und seine Jnteresten raten ihm, den Bukarester Vertrag in seiner gegenwärtigen Form anzunehmen."

B u k a r e st, 8. Aug. Die russische Regierung hat bei der ru­mänischen Regierung durch ihren Gesandten daran erinnert, daß sie sich vorbehalte, den Friedensvertrag, was Kawalla anbetrifft, zu revidieren. Wie verlautet, sei ein gleicher Schritt von Oesterreich-

Wenn Sie sich die kleine Mühe gemacht hätten, die Tafel draußen an der Tür zu studieren, hätten Sie sehen können, daß der Sitz nicht mehr frei war, schon ehe Sie Ihren Schirm drauf legten".

Das durften Sie mir dann wenigstens sagen."

Ich habe keinerlei Anlaß, im ganzen Zuge bekannt zu machen, daß ich auf dem rechten Platz sitze."

Mein Herr, ich muß Sie dringend bitten ..."

Und ich muß Sie bitten, mich jetzt in Frieden zu lasten, widrigen­falls ich mir Ruhe vom Schaffner vor Ihnen holen würde."

Das war deutlich. Schimpfend klemmte der Student den Schirm unter den Arm, nahm Abschied von dem schönen Fensterplatz und warf sich bei dem stark überfüllten Zuge in die Fänge eines ungewisten Schicksals, reichen Stoff zur Unterhaltung zurücklastend.

Zn so frequentierten Zügen wie in unserm ist's überhaupt ein Un­fug, Plätze zu belegen. Mag nur jeder beizeiten kommen und sich setzen. Ich wenigstens würde mich nie darum kümmern, daß ein anderer dies oder das auf einen freien Sitz gelegt hat."

Teilweise stimmte man bei. Jndeß fand auch die richtige Auf- fastung ihren Verteidiger.

Sie würden", dozierte dieser,dann fremde Befugniste verletzen und sich unter Umständen große Unannehmlichkeiten zuziehen. Denn beim Einsteigen darf jeder Reifende für sich wie für die mit ihm reisen­den Personen einen Platz belegen. Das ist ein gutes Recht."

Schaffner! Schaffner! Schaffner!"

Der Ruf unterbricht auf einige Minuten den aufklärenden Vortrag. Ein kleiner Herr, fast so breit als lang, wischt sich mit seinem Tuche den Schweiß aus hochrotem Gesicht. Auf sein Wehgeschrei kommt der Schaff­ner und forscht nach dem Grunde des Alarms.

Sie wünschen mein Herr?"

Na, einen Platz natürlich. Dreimal renne ich jetzt den langen Gang auf und nieder, immer bloß, um hinterher festzustellen, daß eine ver­eheliche Direftion weder einen Wagen angehangen hat, noch sonstwie für die Reisenden gesorgt. Also nun bitte, weisen Sie mir einen Platz an."

Bedauere sehr, bis auf den letzten Platz alles besetzt."

Das dürfte nicht ganz stimmen. In dem Abteil 1. Klage sitzt über­haupt nur ein Mensch."

Ungarn kürzlich unternommen worden. Dieses Vorgehen hat di« öffentliche Meinung lebhaft erregt und wird von der Preste scharf kritisiert.

Bulgarische Abrüstung.

Sofia, 8. Aug. Die Regierung übermittelte gestern den Vertretern der Mächte eine Note, in der sie zur Kenntnis bringt, daß sie ihren Vertretern in Bukarest die nötigen Instruktionen er­teilt habe, die Friedenspräliminarien zu unterzeichnen, und, um einen neuen Beweis ihrer Friedensliebe zu geben, beschlosten habe, an die A b r Ü st u n g der Armee zu schreiten, trotz der mehr als je drohenden Gefahr eines türkischen Einfalls in Südbulgarien. Die­ser Entschluß der Regierung sei der tiefen Ueberzeugung entsprun, gen, daß die Mächte die Vermittlerrolle zu Gunsten der Annahme der Grenzlinie Midia-Enos übernommen hätten und nicht er­mangeln würden, die friedlichen Gesinnungen Bulgariens richtig zu würdigen, daß sie die Respektierung des unter ihrer Mitwirkung zustande gekommenen Londoner Vertrages durch die Türkei durch­zusetzen wüßten, und geneigt sein würden, zu allen ihnen zur Ver­fügung stehenden Mitteln zu greifen, um einem Einfalle seitens der Türkei vorzubeugen, der Schrecken verbreiten und eine vollstän­dige Verwüstung des Landes zur Folge haben würde. Die Regie­rung richte daher in dieser Angelegenheit einen dringenden Appell an die Mächte.

S o f i a, 8. Aug. Nachrichten von einer Kriegserklärung Bul­gariens an die Türkei und andere ähnliche Meldungen, die aus tür­kischer Quelle stammen, bezwecken nur, den Anschein zu erwecken, die Türkei sei von den Bulgaren angegriffen ober provoziert worben unb so ben Einfall zu rechtfertigen, ben bte Türkei in bulgarisches Gebiet vorbereitet, um bas wiebereroberie Adrianopel weiterhin zu behaupten. Bulgarien ist weit entfernt, an eine militärische Aktion gegen die Türkei zu denken, sondern vielmehr entschloßen, die Truppen unmittelbar nach der Unterzeichnung des Friedens in Bukarest zurückzuziehen.

Bulgarisch-serbische Schwierigkeiten.

B u k a r e st, 8. Aug. Hinsichtlich der Anerkennung der Ge­genseitigkeit in Schul- und Kirchenfragen ist bisher zwischen den serbischen und bulgarischen Delegierten keine Verständi­gung erzielt worden. Die Bulgaren wünschen die Frage auf der Grundlage der Gegenseitigkeit zu lösen, wie sie es bereits mit den griechischen Delegierten taten, während die Serben den Grundsatz der Gegenseitigkeit nicht anerkennen wollen.

Die Mächte und die Türkei.

Konstantinopel,8. Aug. Die Vertreter der Großmächte besuchten heute vormittag nacheinander den Eroßwesir und über­mittelten ihm folgende identische Verbalnote:Auf die Weisung meinet Regierung bin ich beauftragt, mitgrößterEntschie- d e n h e i t der kaiserlichen Regierung Achtung vor der Aufrecht­erhaltung der mit dem Londoner Vertrag aufgestellten Grundsätze zu empfehlen, namentlich jener Bestimmung, die sich auf die Grenz­linie Enos-Midia bezieht, und Eurer Hoheit zu erklären, daß die Mächte bei der Abgrenzung geneigt wären, die Bedingungen, die die kaiserliche Regierung zur Sicherung dieser Grenze für unerläß­lich erachtet, in ErwäMA ZU ziehen." Der Eroßwesir erwiderte, daß et die Note zur Kenntnis des MukMkrats bringen unb rasche Antwort geben werbe.

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Deutes Reich,

Der Kaiser an der Ostseeküste. Sroinemünbe, 8. Aud. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts Geh. Obet-Reg.-Rats v. Strempel. Der Reichskanzler traf um 11 Uhr ein. Der Kaiser erkundigte sich wiederholt bei dem Landtat v. Bötticher nach dem Bootsunglück.

Ihr Billet lautet aber auf 2. Klaffe. Wenn Sie nachlösen wollen." Rachlösen, ach nein, mein Freund, das will ich garnicht, aber einen Platz will ich, oder den Herrn Zugführer sprechen."

Erschöpft von der langen Rede, harrt der wohlbeleibte Herr der rettenden Ankunft des Zugführers.

Also bitt schön, mein Herr", begrüßte er ihn,der Schaffner weigert sich, mir einen Platz zu geben. Dazu löst man aber doch wohl eine Fahrkarte, meine ich, daß man in der erstandenen Wagenklasse auch mit­genommen wird und nicht auf dem Gange herumstehen muß. Oder können Sie mich eines Besieren belehren?"

Der Zugführer wirst einen lächelnden Blick in das erhitzte Gesicht.

Natürlich", sagt et,können Sie einen Platz verlangen, abe-' selbstredend nur, solange einer da ist."

Und wollen Sie mir geneigtest verraten, was ich für mein gutes Geld und auf mein Billet verlangen kann, wenn keiner da ist?"

Auch das will ichZhnen erzählen. Sie dürfen sich dann in eine niedrigere Klasie setzen und den Preisunterschied zurückfordern oder Sie können die Fahrt bleiben lasten und das Fahrgeld samt der extra be­zahlten Eepäckfracht wieder verlangen, ganz nach Belieben, mein Herr."

Eine wenig tröstliche Auskunft, die so niederschmetternd auf den Fahrgast wirkt, daß den Zugführer ein menschliches Rühren beschleicht.

Schaffner", ordnet er an,öffnen Sie ein Coup<-e Eister". Ich denke, das geht nicht", taut da der kleine Herr wieder auf. Gewiß geht das; wegen Platzmangels dürfen wir die Reisenden allerdings zeitweilig in einer höheren Klaste unterbringen. Aber nut zeitweilig."

Genügt mit vollkommen, denn bis Dresden, wohin ich fahre, hält der 3t 3 nicht, und da mitten auf der Strecke niemand aussteigt, ist auch kaum auf das Freiwerden eines anderen Platzes zu rechnen."

Und erlöst senkt der Reisende seinen korpulenten Leib in die be­quemen Polster bet ersten Wagenklajse.

Danke schön", ruft et nach diesem Geschäft dem Zugführer schmun­zelnd zu,aber sehen Sie, im Grunde ist eben jeder Knoten lösbar." Der Zugführer lacht;namentlich in Ruhe, mein Herr", erwidert et und enfretrt sich grüßend.