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Jlo 1R9 die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen i 2 M

IOÄ frei ins Haus. - Verlag von Dr. T. Hitzeroth - Druck der Umv.

1913

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

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daß der Sohn des Schiffseigners die Fahne verbrannte.

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Und doch verriet et p«.

^Fortsetzung folgt.)

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Marburg

Mittwoch, 6. August

Rest des vom Ausland nach Deutschland geliehenen Geldes entzogen; hierzu kam die Kriegsfurcht, die zahlreiche Sparer unverständ­licherweise veranlaßte, ihre Guthaben abzuheben und bei sich zu ver­wahren. Nicht wenige Kapitalisten veräußerten außerdem ihre Wert­papiere und speicherten den Barerlös auf. All dies bewirkte eine furcht­bare Verringerung der Eeldbestände und folglich eine wesentliche Ver­teuerung des Eeldleihsatzes; das zahlreiche Angebot von Wertpapieren drückte außerdem auf deren Kurs. Die ersten zehn Monate des Jahres 1912 hatten eine erfreuliche Hebung des Einlagenstandes bei der Mün­chener Sparkasse gebracht. Im Monat November änderte sich das Bild. Eine unbegründete Angst um die Sicherheit ihrer Guthaben ergriff einen Teil der Spargäste und gestaltete den Monat November zum kritischsten des Jahres.

Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

DieOberhessische Zeitung- erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn ~ _ Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich bunt

kiebenwürdigen und zuvorkommenden Art und Weise der Behörde und der oberen Beamten müsien wir in jeder Beziehung das größte Lob zollen. Der Haß der Bevölkerung in Nancy gegen Deutschland ist sehr auffallend; auf der Straße schon schimpften die Gassenbuben auf die Prufstens, auf dem Boden fanden wir ein Papier mit Karikaturen und der Unterschrift:Guillaume II. et sa femme".

Eine ausgezeichnete Illustration der überaus günstigen Vor­bedingungen für eine internationale Verständigung!

Der Einfluß des Balkankrieges auf den Geldmarkt.

Bekanntlich ist die derzeitige Lage des Geldmarktes sehr mißlich; daß daran der Balkankrieg einen großen Teil der Schuld trägt, ist nicht mehr neu und wird wieder bestätigt durch den soeben erschienenen Jahresbericht der Münchener Sparkasie für 1912, wo es u. a. heißt: Die Wirtschaftslage während der ersten drei Vierteljahre von 1912 war gut. Nur im Münchener Baugewerbe zeigte sich ein Rückgang des Beschäftigungsgrades. Im letzten Vierteljahr brach der Valkankrieg aus. Dieser führte zwar zunächst keine wesentlichen Aenderungen in der Wirtschaftslage herbei; dagegen übte der Krieg und eine zwischen den europäischen Großmächten entstandene Spannung auf den Geld- und Anleihemarkt einen sehr ungünstigen Einfluß aus. Während der Geld­bedarf von Handel und Industrie, sowie jener von Reich, Staat und Gemeinden ungeschmälert anhielt, wurde dem deutschen Geldmarkt aus Anlaß der Trübung der deutschen Beziehungen zum Ausland der letzte

Sie wandte jetzt der Herrin ihr frisches, immer vergnügtes Ge­sicht zu.

Soll gleich geschehen, Fräulein Sörrensen, gehen Sie man schon immer hinaus."

Schön, Mutter Triebsch."

Friede Sörrensen zog die Küchentür ins Schloß und verließ das Haus durch die entgegengesetzte Tür.

Hier lag ein sehr großer, mit schattenspendenden Bäumen bepflanzter Garten, zum größten Teil mit Kies bestreut. Nur ringsum befanden sich zwischen Rasenrabatten bepflanzte Beete und Sträucher, die von einem grünenden, regelrecht verschnittenen Zaun umgeben waren.

Der große, mit Kies bedeckte Mittelteil des Gartens war mit weiß- lackierten Tischen und Stühlen besetzt. Einige junge Mädchen, alle in dunkelblauen Waschkleidern -mit weißen Schürzen und Häubchen, waren eben beschäftigt, die Tische mit bunten Leinentüchern zu bedecken.

Friede warf, während sie zwischen den Tischen hindurch dem hinteren, am dichtesten bepflanzten Teil des Gartens zuschritt, einen Blick auf ihre Taschenuhr, die sie in einem festen Lederetui im Gürtel trug.

Tummelt Euch, Mädels. In zehn Minuten kommen die ersten Gäste," rief sie den Beschäftigten zu. Und dann blickte sie nach dem Hause zurück.

Aus allen Schichten der Bevölkerung kamen Damen und Herren jeden Morgen um sieben Uhr und jeden Abend um sechs Uhr durch den schattigen Stadtwald nach der idyllisch gelegenen Molkerei, um sich an frischer Luft und der rühmlichst bekannten guten Milch und Sahne und dem knusperigen Weißbrot zu delektieren. Selbst die Offiziere der Garni­son verschmähten es nicht, in dem schattigen Garten auszuruhen und ein Glas Milch zu sich zu nehmen, wenn sie vom Exerzierplatz oder Reit­bahn nach der hinter dem Walde belegenen Kaserne zurückkehrten. Sie niußten dicht an Fräulein Sörrensens Garten vorbei. Friede Sörrensen gehörte zur besten Gesellschaft von ... . und war eine sehr beliebte Persönlichkeit.

Es fiel niemand ein, daran zu denken, daß Friede Sörrensen eine alte Jungfer" war. Sie machte auch durchaus nicht den Eindruck einet solchen.

Wer Friede Sörrensen jedoch zuweilen in Stunden mondscheinstiller Einsamkeit hätte belauschen können, der hätte etwas in den klugen, grauen Augen gesehen, das nicht zu ihrem sonstigen Wesen zu passen schien. Es lag dann etwas Verlorenes, Trauriges in ihrem Blick, etwas wie Sehnsucht und Verlangen nach dem höchsten Das«imm«t, «ach einem Glück, dar ihr unerreichbar geblieben war,

und dem Ministerium Radoslawow den Verbleib im Amte zu et« mglichen. DasJournal des DSbats" bemerkt: Die französische Regierung habe sich diesem Schritt nicht angeschlosien, und auch die öffentliche Meinung Frankreichs stehe jeder Revision de« Bukarester Friedensvertrages feindlich gegenüber, denn weder, Europa in seiner Gesamtheit noch irgend eine einzelne Macht be­sitze das geringste Recht, die Aenderung irgend eines Artikels des Friedensvertrages zu verlangen. Es würde eines neuen Krieges bedürfen, um eine Aenderung des künftigen Vertrages durchzusetzen. Unter den gegenwärtigen Verhältnisien sehe man aber keine Macht, die ernstlich geneigt wäre, von einem diploma­tischen Schritt zu einem militärischen Einschreiten Lberzugehen. Rach einer anderen Blättermeldung habe sich Frankreich ebenso wie Rußland und England dem Schritt der Großmächte in der Kavallafrage angeschlosien.

Verhaftung des früheren bulgarischen Ministerpräsidenten?

2 o n b o n, 5. Aug.Daily Telegraph" meldet aus Belgrad: Hier treffen Meldungen aus Sofia ein, nach denen die bulgarische Staatsregierung die Verhaftung des früheren Ministerpräsi­denten Danew angeordnet hat. Danew soll verschiedene Geheim- fonds in unrechter Weise verwaltet haben. Ferner aber wird ihm Hochverrat vorgeworfen. Auch eine große Zahl anderer vergangener" Politiker soll mit Danew wegen Hochverrats ver­haftet werden. Man beachte bei Würdigung der Glaubhaftigkeit der Meldung die serbische Quelle.

^oloniilc?

Dos Wehrgesetz für die Schutzgebiete. Berlin, 5. Aug. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht das Wehrgesetz für Schutzgebiete.

Zehn Stunden Regen in Omaruru (S.-W.-A.) Am 25. Juni hat es im Bezirk Omaruru einen Landregen von zehnstündiger Dauer ge­geben. Die ZeitungSüdwest" fügt hinzu: die ältesten Leute dort wuß- ten sich eines ähnlichen Winterregens nicht zu entsinnen.

Rundschau.

Heber den jüngsten deutsch-französischen Zwischenfall in Nancy machen, derKöln. Ztg." zufolge, die beiden beteiligten Herren, Mitglieder des Deutschen Motor-Yachtklubs in Berlin, folgende Mitteilungen:

Wir trafen am 30. Juli, 12 Uhr mittags, in Nancy ein und be­fragten den Hasenvorsteher, wo wir am besten ankern könnten. Gleich versammelte sich eine Unmenge von Menschen an dem Boote der Prusiiens" und schimpfte. Aber so etwas wird ja überall gemacht, und wir haben es weiter nicht beachtet. Unsere Fahne am Deck wehte nicht, sondern war auf Anraten vorbeifahrender deutsch--? Schiffe zu­sammengeknotet; sie ganz zu entfernen, würde gegen die Bootsbe­stimmungen verstoßen haben. Wir machten also im Hafen am Lande­steg fest; um uns indes den Belästigungen des Volkes zu entziehen, wandten wir uns an den Besitzer eines nahebeiliegenden flämischen Bootes und fragten, ob wir an dessen Längsseite anlegen könnten; dies wurde uns gern gestattet, und so legten wir uns an dessen Seite. Wrr gingen um 4 Uhr zur Stadt, und als wir um 7 Uhr an Bord zuruck- kehrten, kam plötzlich der Sohn des Besitzers des flämischen Schiffes, neben dem wir lagen, und sagte:Macht euch so rasch wie möglich davon, ich will nicht, daß ihr länger neben mir liegt. Wir waren äußerst erstaunt über diese unfreundliche Art und Weise nach der vorherigen Liebenswürdigkeit, erklärten jedoch, daß wir bereit seien, uns anderswo hinzulegen. Der Mann konnte dies jedoch nicht abwarten und entfernte unsere sowie die Taue eines belgischen Bootes und wir trieben ab. Nun ging es los:Säle Allemagne!",Säle Belgique!, und ein ganzes Rudel gefährlicher Kerle sammelte sich und schrie. Wir ent­deckten, daß unsere Fahne samt dem Stock verschwunden war der Stock war abgebrochen. Wir gingen zum Polizeikommissar, der uns bereitwillig vier Schutzleute zur Verfügung stellte, um nach dem Uebeltäter zu fahnden. Wir blieben von 8 bis 11 Uhr auf der Wache, um die Rückkunft der Schutzleute abzuwarien. Wahrend dieser Zeit gab es im Hasen schlimme Austritte, und es wurden uns drei Schutz­leute als Wache für die ganze Nacht zugeteilt. Frühmorgens wurden wir zur Polizei gerufen, wo der Täter gefaßt war. Es war ein junger Franzose, der auf dem flämischen Schiffe arbeitete und aussagte:Ich war auf dem Schiffe beschäftigt, als ein Freund zu mir kam und sagte: Da hängt eine deutsche Flagge, d ie muß herunter; der Deutsche hat fein Recht, in Frankreich eine deutsche Flagge zu führen." Es wurde nun festgestellt, daß dieser Mann die Fahnenstange abgebrochen hat, und

(Nachdruck verboten.)

Friede Sörrensen.

Roman von H. Eourths-Mahler.

Friede Sörrensen stand neben dem Tor, bas aus dem Hose der großen Molkerei ins Freie führte. Sie ließ die Milchwagen an sich vor- übersahren. Einer nach dem andern rollte den breiten Fahrweg hinab, der sich zwischen Wiesen und Wald bis zu den ersten Häusern der Provinzhauptstadt L . . . . hinzog.

Friedens scharfen Augen wäre nicht die kleinste Unregelmäßigkeit an den vor Sauberkeit blitzenden Wagen entgangen bei dieser Parade. Die in blauen Leinenkitteln sehr abrett aussehenben Kutscher unb Aus­träger rückten sich auf ihren Sitzen stramm zusammen, wenn sie an der Herrin bei Molkerei vorüberfuhren.

Als bet letzte Wagen hinaus war, sprang ein Knecht herbei, um bas Tor zu schließen. Friede sah den Wagen nach, bis die Torflügel die Aussicht hemmten. Noch einmal sah sie die Dächer der Stadt im Früh- sonncnschein aufblitzen, dann war die Aussicht versperrt. Aber durch die klare Lust drangen, wenn auch nur schwach vernehmbar, die Klingeln herüber, welche Köchinnen unb Hausfrauen auf das Nahen der Milch­wagen aufmerksam zu machen hatten.

Friede Sörrensen steckte befriedigt das bereitgehaltene Notizbuch in eine Lebertasche, die am Gürtel ihres einfachen, aber tabellos sitzenden grauen Leinenkleibes befestigt war. Sie hatte keinen Anlaß gefunden, eine Rüge zu notieren. Langsam ging sie über den großen Hof, der einem Eutshose glich

Friede öffnete rechter Hand eine Tür. Sie führte zur Küche, einem großen, wie alles hier im Hause blitzblank gehaltenen Raum. An dem großen Anrichtetisch zwischen den Fenstern stand eine ältere, grauhaarige Frau. Sie trug über dem blaugedruckten Kleid eine breite weiße Schürze und gleich den Mädchen eine weiße Haube auf dem glattge- scheitelten Haar.

Jetzt kannst du mir mein Frühstück in die Laube schicken, Mutter Triebsch," rief ihr Friede zu.

Mutter Triebsch war ein Zwischending zwischen Köchin und Haus­hälterin. Sie war in Friede Sörrensens Diensten, schon bevor diese vor nahezu fünfundzwanzig Jahren die damals sehr kleine und be­scheidene Molkerei gekauft hatte. Schon damals war sie eine angehende -Dreißigerin gewesen, aber sie nahm es noch heute mit bet Jüngsten auf, so hurtig und kräftig versah sie ihr Amt. Neben Fried« war st« «in« Art Nespektperson in der Sörtenschen Molkerei. a -

Konstantinopel, 8. Aug. Da dem englischen Geschäfts­träger noch immer seine Weisungen fehlen, ist der Schritt betref­fend Adrianopel gestern ni ch t erfolgt.

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Deutsches Reich.

Das Ende der Nordlandreife. Berlin, 5. Aug. Die Jacht Hohenzollern" meldet durch Funkspruch von 11 Uhr vormittags: Rach einigen kurzen Schwankungen trat gestern abend ruhige Fahrt ein, die bis zum Augenblick anhält. Es herrscht klares, kühles Wetter. Die Herren, die an der Nordlandreise teilnahmen, mit Ausnahme des Generals v. Moltke, verlaßen dieHohen­zollern" vor Swinemünde morgen nachmittag.

Einfliegendes Geschwader". Berlin, 5. Aug. Die Bil­dung einesfliegenden Geschwaders", das jederzeit zur Verfügung steht, um gefährdete deutsche Jnteresien im Auslande zu schützen, ist, wie disTägl. Rundschau" hört, in Aussicht genommen. Da­mit gelangt der dringende Wunsch unserer Auslanddeutschen und der heimischen Industrie und des Handels zur Verwirklichung.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

unb ben Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" unbLandwirtschaftliche Beilage".

Der Anzeigenpreis beträgt für die Tgejpaltene Zeile oder .Q < deren Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für« iOUyly«

Ausland.

** Die deutschfeindliche Stimmung in Frankreich. Paris, 4. Aug. Nach einer Blättermeldung wurde in Domasle bei Nancy ein dreijäh­riger Knabe von dem Auto des Sängers Braun aus Charlottenburg

Friede Sörrensens Vater war ein sehr reicher Mann gewesen, als ihre Mutter starb. Damals zählte sie erst drei Jahre. Zwei Jahre später hatte Friede bereits eine Stiefmutter, und diese Frau, ein ober­flächliches verschwenderisches Geschöpf, wurde dem Vater zum Verhäng- nis Um die anspruchsvollen Launen seiner zweiten Frau befriedigen zu können, ließ er sich in gewagte Spekulationen ein. In diesem Trei­ben wuchs Friede mit ihrer um mehr als fünf Jahre jüngeren Stief­schwester Lizzi auf, fast ganz der Dienerschaft überlassen. Friedes hef angelegter Charakter erhielt dadurch etwas Ernstes, Stilles und früh Selbständiges, während ihre jüngere Schwester, die ganz den leicht­fertigen Sinn ihrer Mutter geerbt hatte, sich zu einem oberflächlichen koketten unb ziemlich herzlosen Geschöpf auswuchs. Lizzi trat sehr bald in die Fußtapfen ihrer verschwenderischen Mutter. Sie war sehr an­spruchsvoll und drängte die stille bescheidene Friede um so leichter in ben Hintergrund, als sie ein blendend schönes Geschöpf war und durch einschmeichelndes Wesen sich alle Vorteile zunutze zu machen wußte.

Von dem heimlichen pekuniären Verfall im Vaterhause merkten weder die Schwestern noch die Hausfrauen etwas. Sie ahnten nicht, welche verzweifelten Kämpfe es ben Gatten und Vater kostete, den Sdn-.n des Reichtums aufrecht zu erhalten.

Lizzi kam gleich ihrer Schwester mit sechzehn Jahren in ein vorneh­mes Pensionat. Während ihrer Abwesenheit lernte Friede einen jungen Offizier kennen, der ihr, weil er wertvolle Charaktereigenschaften besaß, unb weil seine ernste, stille Art der ihren sympathisch begegnete, bald sehr teuer wurde. Ein halbes Jahr später war sie Fritz von Steinbachs glückselige Braut. Steinbach war arm. Trotzdem willigte Friedes Vater in die Verlobung. Er hoffte dadurch seinen bereits etwas wanken­den Kredit zu befestigen. Es mußte den Leuten einleuchtei,. daß feine Verhältnisse noch immer glänzend waren, wenn er einen armen Offizier als Schwiegersohn akzeptierte. Friede verlebte ein Vierteljahr lang eine wundervolle Brautzeit. Sich ganz eins fühlend mit dem Verlobten er­blüht sie wie eine Blume im Sonnenschein. Ihr liebeverlangendes, bis­her darbendes Gemüt, erschloß sich dem Geliebten in seiner ganzen Tiefe und Schönheit. Ihm gegenüber schmolz ihr zurückhaltendes Wesen fr hingebungsvoll« Weichheit. Fritz Steinbach erkannte gerührt, welch« Macht er übet dies sonst so starke, selbständige Mädchen besaß, und fein Gefühl für sie nahm täglich zu an Wärme und Tiefe.

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Internationale Untersuchung der Kneo.sqreuel.

B e r l i n, 5. Aug. Die bulgarische Gesandtschaft übermittelt folgende Erklärung:

Da unsere Gegner, die Verbündeten, insbesondere die Griechen, immer noch dieselben Beschuldigungen angeblicher bulgarischer Ereueltaten systematisch in der Presse wiederholen, zum Zwecke, die öffentliche Meinung Europas zu täuschen, erachtet es die Königliche Bulgarische Gesandtschaft für ihre Pflicht zu erklären, daß die Königliche Bulgarische Negierung schon zwecks Erforschung der Wahrheit ofsi- ziell die Großmächte ersucht hat, eine internationale Untersuchung an Ort und Stelle auf dem ganzen Theater der Kriegsoperationen zu veranstalten, welche die Aufgabe haben soll, alle Ausschreitungen festzustellen und die betreffenden Behörden verantwort­lich zu machen. Wenn die griechische und die serbische Regerung für diese internationale Untersuchung sich bereit erklären wollen, so wird sich die zivilisierte Welt überzeugen können, wer die Ereueltaten begangen hat, die Vulgaren, oder ihre Verleumder, die Griechen und Serben. Für jetzt kann man nur ein Ergebnis des Krieges in dieser Beziehung deutlich sehen, nämlich, daß 80 000 Flüchtlinge aus Mazedonien ihre Hei­mat verlassen haben, um in Altbulgarien, inbesondere in Sofia, ihre Unterkunft zu suchen. Die Vertreter der Großmächte in Bulgarien haben schon Gelegenheit gehabt, diese elenden mazedonischen Flüchtlinge zu sehen und ihre Meinungen über die angebliche Engelstugend derer, die sie aus ihrer Heimat vertrieben, zu hören."

Sofia, 4. Aug. Der Kommandant der Armee telegraphiert: Die griechische Armee, die im Strumatal operierte, weicht seit vor­gestern unaufhörlich zurück, indem sie auf der Demarkationslinie nur schwache Truppenabteilungen zurücklätzt und an manchen Or­ten sogar die Vorposten zurückzieht. Auf diese Weise bemühen sich die Griechen, aus dem Waffenstillstand Nutzen zu ziehen, um sich aus ihrer kritischen Lage zu befreien, die, wenn die Operationen noch ein oder zwei Tage fortgesetzt worden wären, den Untergang des Hauptkerns der griechischen Armee, der dann vollständig um­zingelt worden wäre, herbeigeführt hätte. Alle griechischen Trup­pen wenden sich jetzt in Eilmärschen dem Kresnapasse zu. Ganze Dixsionen, die sich in fast ungangbaren Eebirgspfaden befanden, suchen in Eilmärschen das Beleschgebirge zu erreichen, um, ehe der Waffenstillstand abläuft, dem ehernen Ring zu entgehen, der sie einzuschnüren begonnen hatte. In den letzten Stunden der mili­tärischen Overetionen'haben die Griechen bei ihrem überstürzten Rückzug nick'! erlassen, obwohl die Feindseligkeiten bereits auf­gehört hatten, bulgarische Dörfer zu plündern und anzuzünden und einzelne Bauern, die darin zurückgeblieben waren, niederzumetzeln und so ihr Zerstörungswerk zu vollenden.

Kavalla bulgarisch oder griechisch?

Paris, 5. Aug. Mehrere Blätter berichten, daß der Vor­behalt der Großmächte bezüglich der Abtretung Kavallas nur den Zweck habe, die öffentliche Meinung Bulgariens zu beunruhigen