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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieOberhesfijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn | und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durL die Post 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der llniv- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Freitag, 1. August

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4>, für Reklamen die Zeile 60 4. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des | Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Tie Enthüllung der Frithjofstatue.

Segeljachten, Ruderboote und Dampfer aus Sogn und Bergen fuhren gestern früh voll von Passagieren nach Vangenaes, wo sich ein buntes Volksleben entwickelte. Gegen 10 Uhr war die ganze Strecke vom Strande bis zur Statue von einer großen Volksmenge aus der Umgegend und Touristen aller Nationaliäten belebt. Um 10 Uhr traf aus dem KriegsschiffTroll" König Haakon ein. Eine Viertelstunde später langte das DepeschenbootSleipner" mit dem Kaiser und dessen Gefolge an. Die beiden Monarchen begaben sich sofort zu der Statue durch eine Allee von Flaggenmasten, von Tausenden von Menschen begrüßt. Deutsche Matrosen bildeten um die Statue die Ehrenwache und paradierten, als die Monarchen vorbeikamen, während die Musik die norwegische Königshymne spielte. Darauf trat der Kaiser im Helm an die Frithjofstatue und hielt folgende Rede:

Euere Majestät! Um Ruhe und Erholung von schwerer, verant­wortungsreicher Arbeit zu finden, wandte Ich Mein Schiff nach Norden. Mit echter altgermanischer Gastlichkeit nahm Mich das nor­wegische Volk auf, so daß Meine Reisen ihren Zweck erfüllen konnten. Es drängt Mich, Meiner warmen Dankbarkeit dafür ein sichtbares Zei­chen zu verleihen. Das fand Ich in dem herrlichen Sagenkreis des Nor­dens: zwei Gestalten taugten Mir besonders gut dafür: Der Beherrscher von Balestrand, König Bele, Ingeborgs Vater, und Frithjof, der tapfere seebesahrene Held, beide stehen nun vollendet. Bele, von des Grafen Eoerz kundiger Hand geformt, th^nt auf seinem Grabhügel, Frithjof, ein Meisterwerk des Profesiors Unger, ragt auf Vangenaes empor, über dem Grab seiner angebeteten Ingeborg und dem {einigen. Norweger türmten die Felsen zu mächtigem Unterbau, wie auch norwegischer Cärt- nerkunst der Blumenschmuck entstammt, während deutsche Matrosen mei­nes SchiffesWittelsbach" gemeinsam mit Eladenbecks kundigen Mon­teuren das Standbild fügten. Aber nicht nur ein Zeichen Meines. Dankes an Norwegen allein soll dieser ragende Recke sein! Nein, eine größere, allgemeinere Bedeutung kommt ihm zu. Er soll ein

Wahrzeichen für Skandinavier, Deutsche, Angelsachsen

And alle diejenigen Stämme sein, die mit Stolz sich zu der ge­waltigen Gruppe der indogermanischen Völker zäh­len! Wie er so dasteht, schwertfroh und schwertgewohnt auf die vor­nehmste und Lieblingswaffe der Germanen, auf sein gutes Schwert ^Angurwadel" gestützt,das stets Böses schlug, litt Unrecht nie: In männlicher Zuversicht und unerschrockenem Selbstgefühl, so soll er alle Jndogermanen daran erinnern, daß sie eines Stammes, eines Blu­tes sind, daß ihnen durch Gottes Gnade vergönnt gewesen ist, in der Vergangenheit Großes für die Entwicklung der Welt und ihrer Kultur zu leisten, und daß sie treu und fest zusammenhalten sollen, um auch in Zukunft die großen Ausgaben,die Gott ihnen stellen wird, zum Segen der ganzen Menschheit gemeinsam zu lösen. Das will Ich, daß Frithjof allen sagt, die ihn betrachten werden. Das walte Gott! Geruhen Euere Majestät nunmehr dieses Denkmal, das Zeichen Meines Kaiserlichen Dankes an Norwegen, in Gnaden übernehmen zu wollen!

Achtung, präsentiert! Drei Hurra für Seine Majestät den König Haakon VII.

König Haakon dankte mit folgenden Worten:

Es ist mir eine ließe Pflicht, Euerer Majestät im Namen der Nor­weger und in meinem eigenen Namen für das großartige Kunstwerk zu danken, das Euere Majestät uns geschenkt haben. Es erinnert uns an die Taten unserer Wikinger und wird dazu beitragen, ihr Andenken auch für die Nachkommen zu bewahren und ihnen zu zeigen, daß die Taten der Norweger nicht mit Personen sterben. Unsere Freude über die Statue wird noch bedeutend erhöht durch die Wertschätzung, die wir für den Geber hegen. Seit vielen Jahren, ich glaube seit 1880, haben Euere

Majestät alljährlich Norwegen besucht. Ihre großen Gaben an die Dom­kirche von Drontheim, Ihre großartige Hilfe Beim Brande von Aale­fund im Jahre 1911 und Ihre Liebenswürdigkeit gegenüber allen, die mit Ihnen in Berührung gekommen sind, alles das zusammen hat ver­anlaßt, daß wir Norweger in Euerer Majestät einen Freund Norwegens erblicken. Bei dieser speziellen Gelegenheit fühle ich mich berechtigt, Ihre Besuche mit besonderer Dankbarkeit zu erwähnen. Es ist in diesem Jahre das Jubiläumsjahr Euerer Majestät. Bei einem Rückblick muß es einen jeden freuen, daß dieses eine Reihe Jahre des Friedens für Deutschland bezeichnet. Und vielfach sind die Fortschritte, auf die die Nation auf dem einen oder anderen Gebiet mit Befriedigung gurfirfr blicken kann. In diesen Regierungsjahren ist es Euerer Majestät ge­lungen, zu beweisen, wie ein Monarch den Charakter einer ganzen Na­tion beeinflussen und diese anspornen kann zum Patriotismus, zur Selbstaufopferung und zum Pflichtgefühl. Indem ich die Hoffnung ausspreche, daß es Euerer Majestät vergönnf^fein möge, noch viele Jahre fortzufahren in der Arbeit für Deutschlands Wohl, bringe ich ein Hoch auf Euere Majestät aus."

Der König hielt diese Rede auf deutsch. Zuletzt sagte er auf norwegisch:Mit diesen Worten will ich alle Norweger bitten, mit mir ein dreifaches Hurra für Kaiser Wilhelm auszubringen."

Das Hurra, das König Haakon auf den Kaiser ausbrachte, fand überall begeisterten Widerhall. Das norwegische Marine­orchester spielte die deutsche Nationalhymne. Die norwegischen Kriegsschiffe feuerten Salut. Die Monarchen besichtigten darauf die von geschmackvollen Grasanlagen und Blumenbeeten um­gebene Statue. Während der Besichtigung trat der norwegische Musikinspektor Olsen vor die deutsche Militärkapelle und dirigierte den von ihm komponierten Frithjofmarsch. Damit war die offi­zielle Feier beendet. Der Kaiser unterhielt sich noch einige Zeit mit den geladenen Gästen. Sodann schritten die Monarchen di« Ehrenkompagnie ab, während die beiden Militärkapellen spielten. Die Monarchen begaben sich, von der Volksmenge lebhaft begrüßt, zum Strande und fuhren auf demSleipner" nach Balholm, um die Belestatue zu besichtigen. Um 1 Uhr war Ealatafel an Bord derHohenzollern".

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Der Waffenstillstand auf dem Balkan.

Athen, 31. Juli. Wie das Ministerium des Aeußern mit­teilt, beschlossen die militärischen Delegierten in Bukarest für die Einstellung der Feindseligkeiten einstimmig die Bedingungen, in welchen es heißt, daß die Demarkationslinie durch weiße Fahnen gÄennzeichnet und in gleicher Entfernung vom 31. Juli mittags von den gegenseitigen Vorposten der besetzten Linien festgelegt wird. Der Waffenstillstand beginnt am 31. Juli, mittags 12 Uhr und dauert 5 Tage. Die Kriegführenden werden sich die getroffenen Bestimmungen gegenseitig mitteilen, damit auf allen FrontKl die Feindseligkeiten gleichzeitig aufhören. Di« Hauptquartiere werden dringend benachrichtigt, um die notwen­digen Befehle erteilen zu können.

Bukarest, 31. Juli. Es wird viel beachtet, daß trotz des angeblichen Widerstrebens der Verbündeten gegen die Einstellung der Feindseligkeiten die rumänische Auffassung schließlich doch die Oberhand gewonnen hat, was als Zeichen dafür angesehen wird, daß sich der mäßigende und beruhigend« Einfluß der rumänischen Delegierten auch weiterhin geltend machen wird. Auf Seiten der bulgarischen Delegierten besteht der Wunsch, vorerst jene Punkte zur Sprache zu bringen, über die eine Einigung voraussichtkich leicht erzielt werden wird. Man glaubt, daß dies bezüglich der künftigen serbisch-bulgarischen Grenze eher möglich sein wird, als bezüglich der bulgarisch-griechischen Grenze. Der Oberkomman­dierende Erbprinz Ferdinand ist hier eingetroffen.

Der BulkmlausvruH im Norden des Kiwu-Sees.

Einem Bericht des Stabsarztes Dr. Schumacher über den vul­kanischen Ausbruch aus neugebildeten Kratern im Norden des Kiwu- Sees (an der Grenze von Deutsch-Ostafrika und dem Kongo), den die Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten" veröffentlichen, ent­nehmen wir folgende überaus anschauliche Schilderungen:

In der Nacht vom 4. zum 5. Dezember 1912 gegen 11 Uhr bemerkt« man nach heftigem, fernem Donner im Nordosten von Kisienji Feuer- schein, der, mehr und mehr zunehmend, die ganze Nacht hindurch anhielt. Man erklärte sich diese Erscheinung zunächst als größere Feuersbrunst oder als Bujchbrand infolge eines Gewitters. Am Morgen des 5. Dezem­ber erblickte man aber in der angegebenen Richtung eine mächtige, graue Rauchsäule, und etwa 2 Kilometer westlich davon eine noch mächtigere, schneeweiße Dampfsäule, die sich hoch oben am Morgenhimmel vereinig-' ten und eine ungeheure, pinienförmige Wolke bildeten. In der Morgen- fonne hob sich die schneeweiße Wolke scharf vom übrigen Himmel ab. Es war nunmehr klar, daß es sich um einen Ausbruch in dem nordöstlich von Kisienji.gelegenen Vulkangebiet handle. Indessen war nicht zu erkennen, ob einer der vielen dort gelegenes alten Krater wieder aus gebrochen war, oder ob es sich um einen neuen Vulkan handelte. Den ganzen Tag über hörte man dumpfes, ununterbrochenes Donnern. Die Dampfwolke, aus mächtigen, weißen Ballen bestehend, (Heg immer höher empor und bildete eine riesige Wolkenwand, in die mit großer Gewalt die dunklere Rauchsäule von unten her hineinzischte. Dl« Rauchsäule mußte der eigentliche Ausbruch fein, während die Dampssäule jedenfalls durch Einströmen von Lava in den Kiwu-See entstand. Am Abend des 5. Dezember bot der Aubruch einen wundervollen Anblick. Weithin war der Himmel vom Feuerschein gerötet. Aus einem gewaltigen rot­glühenden Springbrunnen zischten feurige Raketen in die Luft. Zu­weilen fielen dunkle ober glühende Blöcke aus der Feuersäule zur Seite. Dumpfes Donnern, jedesmal von heftigerem Emporzischen der Feuer- sLule begleitet, ließ sich fast ununterbrochen hören. Die Rauch- und Dampfwolken waren vom Feuerschein in Schattierungen von rosarot bis purpurrot wundervoll gefärbt.

, Am 7. Dezember besuchten wir den Vulkan. Schon während der Bootsfahrt von Kisienji nach dem Vulkangebiet, das im belgischen Kongo Jag, zeigten sich Spuren des Ausbruches. Ein durchdringender Hhwefel- >«ruch lag über dem See, dessen Wasser immer wärmer wurde und eine Pmehmende gelbliche Verfärbung zeigte. Auf dem Wasser trieben be­

täubte und tote Fische in großer Zahl, außerdem Lava- und Bimsstein- Stückchen. Nach etwa vier Stunden Fahrt tarnen wir an dem Steilabfall bei dem Dorfe des Häuptlings Katerufi vorüber und fuhren nun in bie etwa 2 Kilometer breite Straße hinein, bie in bas Norbende bes Sees führt. Hier war bet Schwefelgeruch schon unangenehm stark, die Wasser- wärme betrug schon 45 Grad, und über dem Wasser stand eine dünne Dampfwolke, welche die Lust schwül und drückend machte. Wir fuhren durch die Straße hindurch bis zum Nordrande der Halbinsel, auf der Katerufis Dorf lag; hier zog fich eine größere Bucht tief ins Land hinein, einen ausgezeichneten natürlichen Hafen bildend. Die Weiterfahrt wurde aber hier durch die Hitze des Wassers verhindert, denn in der Bucht kochte das Wasser bereits, und an ihrem Ende stieg unter unheimlichem Zischen und Brausen die riesige Dampfsäule auf. Aus dem Dampfe flogen unter dumpfem Krachen Lavabrocken heraus, um zischend in das kochende Wasier zu fallen. Wenn der Wind den Dampf zur Seite trieb, sah man, wie ein mächtiger Lavastrom sich mit großer Geschwindig­keit in die Bucht ergoß. Nach dem Krater zu war der Busch vollständig kahl gebrannt, die Erde war von Asche und Lava bedeckt; stellenweise brannten noch kleine Teile des Busches. Der Krater selbst lag nördlich von der Katerufi-Halbinsel, etwa 5 Kilometer landeinwärts. Aus ihm stieg eine dicke Rauchwolke, und alle 3 Sekunden erfolgte unter dumpfem Donner ein Ausbruch, der riesige Mengen glühender Lava etwa 500 Meter hoch in die Luft schleuderte. Zuweilen tarnen haushohe Blöcke auf dem Stroije angetrieben, um bei Windungen in glühend« Trümmer zu zerbersten. Auch wo der Strom fich staut« ober wo et Fälle bilbete, kam bie rote Glut zum Vorschein. Der natürliche Hafen an der Katerusi-Halbinsel war schon fast ganz mit rauchenden, erstarrten, schwarzen Lavamasien ausgefüllt. Das Donnern des Vulkans und das unaufhörliche Zischen^ Brausen, Tosen und Brodeln bildete einen stimmungsvollen Begleitmarsch zu bet gewaltigen Natur­erscheinung.

Noch einbrucksvoller unb großartiger als bei Tage wirkte bas Schau­spiel nach Einbruch ber Dunkelheit. Mit großer Gewalt stieg der feurige Springbrunnen zum Himmel empor, fiel wieder in sich zusammen, um stets von neuem hochgetrieben zu werden. Glühende Blocke wurden zut Seite herausgeschleudert und zerbarsten beim Aufbrall auf den Krater­wall in tausend Trümmer. Wie Feuerregen fielen die heraus- geschleuderten Mafien auf den schwarzen versengten Boden nieder. In der Feuersäule züngelten ständig fahlgelbe Stichflammen auf. Die Gegend wat weithin taghell erleuchtet, und der Wderschei» der Glut

| Bukarest, 31. Juli. Gestern abend haben zwischen dem bulgarischen Delegierten Tontschew und dem griechischen Minister- Präsidenten Venizelos einerseits und Tontschew und dem serbischen Ministerpräsidenten Pasitsch andererseits Unterredungen statt­gefunden. In einer den Beratungen vorausgegangenen Kon­ferenz schlugen die Bulgaren vor, rumänische Offiziere sollten die Einhaltung der Bedingungen für die Waffenruhe überwachen, was jedoch abgelehnt wurde. Bei den Besprechungen gaben alle Teile gegenseitig die Versicherung ab, daß sie die möglichste Ver­söhnlichkeit walten lassen wollten. In der langen Bespre­chung zwischen Tontschew und Venizelos kam die Frage der Zu­weisung Kawallas zur Sprache. Rumänien ist bemüht, die Ver­ständigung unter den Kriegführenden möglichst zu fördern. Des­halb wurden die Sitzungen auf den Nachmittag verlegt, damit die Delegierten genügende Zeit zu Sonderverhandlungen haben.

Keine Rechtsfrage.

London, 31. Juli. Im Unterhaus fragte Mac Neill den Staatssekretär Grey, ob mit Rücksicht auf den Zusammenbruch des Balkanbundes, die Verletzungen des Bündnisvertrages und der eingegangenen Verpflichtungen von feiten Serbiens und Griechen­lands, die von den Bulgaren verübten Grausamkeiten und die be­waffnete Intervention Rumäniens irgend eine Bestimmung des Völkerrechts bestünde, um die Türkei zu verhindern, den Londoner Vertrag aufzukündigen und Schritte zu ergreifen, um ihre Herr­schaft über Thrazien und Adrianopel wieder herzustellen. Grey erwiderte, es sei ihm keine Bestimmung des Völkerrechts be­kannt, die anwendbar wäre. Die Frage schiene ihm eine Frage der Ethik, der politischen Tunlichkeit und des Eigeninteresses zu sein.

Die letzten Kämpfe.

Berlin, 31. Juli. Der hiesigen bulgarischen Gesandtschaft ging eine Depesche aus dem bulgarischen Hauptquartier zu:Auf dem linken Flügel eroberten die bulgarischen Truppen Mehomia und Bansco. Auf diese Weise ist die griechische Kommunikations­linie, die entlang des Flusses Metka geht, abgeschnitten worden. Viele Trains und Parks wurden erobert. Die Einnahme von Petschowo und Bansco machte die Lage der griechischen Armee bei Djumaja kritisch."

Belgrad, 31. Juli. Nach einer hier aus dem griechischen Hauptquartier eingetroffenen Drahtung sind die ersten griechischen Truppen auf a l t b u l g a r i s ch e m Boden angelangt. Die ser-' bischen Einschließungslinien näherten sich Widdin bis auf 2 Kilo­meter. Die Serben haben Novoselo, das ganz dicht bei Widdin liegt, eingenommen. Die Bulgaren sind vollständig erschöpft durch die letzten Anstrengungen und stehen vor völliger Auflösung.

Minensperre im Bosporus?

Konstantinopel, 31. Juli. Die Militärverwaltung hat den Schiffahrtsgesellschaften für Donnerstag die Ausfahrt von Schiffen aus dem Bosporus in das Schwarze Meer untersagt. Das Verbot wird mit Schießübungen begründet, die die türkische Flotte in den Dardanellen abhalten soll. Die wahre Ursache erblickt man jedoch darin, daß der Bosporus eine Minenkette erhalten soll, da man in Konstantinopel ernstliche Befürchtungen wegen eines Handstreiches der russischen Schwarzen-Meer- Flotte gegen die Stadt hegt.

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Ischl, 31. Juli. Der Kaiser empfing heute vormittag den Erzbischof von Skutari in einer mehr als halbstündigen Audienz und erkundigte sich nach verschiedenen Phasen der Belagerung von Skutari.

zeichnete sich auf Dampf, Rauch unb Wolken in ben zartesten Farben ab. Wie eine feurige Schlange wanb sich ber Lavastrom übet ben bunflen Boden hin.

Der Ausbruch hielt in unverminderter Stärke bis in ben Januar 1913 hinein an. Infolge bet einftrömenben Lavamengen stieg bie Wärme des Kiwu Wassers erheblich an; in Kisienji betrug bie Wärme bes Wassers im See zuweilen bis zu 33 Grad. Die Wasserwärme be- bingte eine starke Verdunstung, so baß stänbig dichter Wasserbampf über dem See unb ber ganzen Gegend lag, ein Dampsschleier, der die Sonne unb jegliche Aussicht verhüllte unb bie Temperatur ber Luft schwül unb brückenb machte. Eine Folge dieser ungewöhnlichen Wärmeverhältnisse unb SBoltenbilbung waren zahlreiche heftige Gewitter in ber Umgebung bes Vulkans unb über bem Kiwu-See; ber sonst meist ruhige See wat außerorbentlich stürmisch geworben; häufig auftretenbe Wasserhosen gefährbeten ben Bootsverkehr. Der Wasserstand stieg um 61 Zentimeter. Auch mehr ober minber heftige Erdbeben wurden öfters beobachtet. Allnächtlich wat die Gegend weithin durch den Feuerschein erhellt. Am Morgen des 2. Januar 1913 stellte der Krater ganz plötz­lich seine Tätigkeit ein, nachdem et noch in der vorherge- gangenen Nacht mit unverminderter Kraft gearbeitet hatte. Die Rauch­säule verschwand, der stete unterirdische Donner schwieg, die plötzlich« Stille kam uns auf einmal ganz ungewohnt vor. Im 8. Januar wurde ber nun ruhige, neue Krater roieber besucht unb vom Mugunga aus beobachtet. Es war nun ein aus mehreren Ringwällen bestehender Gebirgsstock von etwa 200 Meter relativer Hohe ent­standen, aus dessen Krater eine dünne weiße Rauchsäule emporftieg. Durchdringender Schwefelgeruch lagerte über der ganzen Gegend. Weit nach Westen unb Südwesten hin dehnte sich ein schwarzes Lavafeld, über dem noch dicker weißer Dampf lag. Die Durchfahrt nach dem Nordend« des Kiwu-Sees war anscheinend fast ganz durch Lava ausgefüllt unb im Silben war vor den Bergen der Katerusi-Halbinsel ein etwa 300 Meter breiter Streifen neues Land entstanden. Ein Betreten des Lavafeldes war der großen Hitze wegen nicht möglich. Aller Pflanzen­wuchs war durch die heiße:« Gase vernichtet worden, unb bie Bewohner hatten ihr« so heimgesuchte Heimat verlassen. Die Abkühlung bes Kiwu- Wassers erfolgte nach Erlöschen bes Vulkans nut langsam. Noch bis in ben Februar hinein hielt diesiges, unsichtiges Wetter, Schwüle der Luft, hesttger Seegang und ungewöhnlich starke Eewitterbildung an und ganz allmählich begannen di« gewohnten Verhältnisse wieder zurück« zukchren. , , , . L, _ ,