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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 166

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich bur* die Post 2.25 .« (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Derlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Köch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Freitag, 18 Juli

I Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 <3. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 de»

I Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg«

1913.

Erstes Blatt.

Fliedensbemühungen.

Es ist nicht leicht zu unterscheiden, was an den Meldungen Aber die Bemühungen der Mächte, einen Friedensschluß und eine Verständigung herbeizuführen, richtig ist. Die österreichische Re­gierung soll endlich einmal ein energisches Wort in Petersburg gesprochen und erklärt haben, sie könne eine Vernichtung Bulgariens nicht dulden. DieWiener Allgemeine Zeitung" leugnet jedoch einen solchen Schritt auf Grund von Er­kundigungen an unterrichteter Stelle. König Ferdinand hat sich selbst an König Karol gewandt, so besagt folgendes Telegramm:

Paris, 17. Zuli. Nach einer Blättermeldung aus Buka­rest habe König Karol ein Telegramm vom König Ferdinand von Bulgarien erhalten, in dem dieser anfragt, unter welchen Bedingungen Rumänien Frieden schließen würde. Rumä­nien wolle jedoch nur unmittelbar und zu derselben Zeit wie die übrigen Kriegführenden in Verhandlungen mit Bulgarien eintreten.

Weiter beschäftigte sich eine Konferenz der Botschafter in Paris mit der Frage des Friedens: Aus Anlaß des Wochenempfangs fand am 15. d. M. beim Minister des Aeußern eine gemeinsame Be­sprechung zwichsen dem deutschen, dem österreichischen, dem italienischen, dem englischen, dem russischen und dem französischen Botschafter statt, in der man sich über die Ereignisie auf dem Balkan lange Zeit unterhielt. Allgemein war man der Ansicht, daß eine Anzahl Maßnahmen getroffen werden müßten, um die von Tag zu Tag schlechter werdende Lage zu besiern. Zn erster Linie wollen die Botschafter ihren Regierungen vorschlagen, daß ein gemeinsamer Schritt in Konstantinopel unter­nommen wird, in dem die türkische Regierung aufgefordert wird, ihre Truppen wieder hinter die Linie Enos-Midia zurückzuziehen. Ferner wurde auf einen Vorschlag Pichons hin beschlossen, der Londoner Botschafterkonferenz vorzuschlagen, über einen Schritt der Mächte in Bukarest zwecks Einschränkung des rumänischen Vormarsches zu beraten. Das Ergebnis dieser Konferenz hat man offenbar in der nachstehenden Pariser Drahtung zu sehen:

Paris, 17. Zuli. Rach einer Blättermeldung beauftragte Minister Pichon telegraphisch den Gesandten in Sofia, der bul­garischen Regierung dringend st zu empfehlen, daß sie schleunigst einen Bevollmächtigten nach Risch entsende, um mit den Vertretern Serbiens, Griechenlands und Montenegros über einen sofortigen Friedensschluß zu verhandeln. Ferner telegra­phierte Minister Pichon an den französischen Vertreter in Kon­stantinopel, damit dieser im Einvernehmen mit den Botschaftern der anderen Großmächte einen Schritt auf der Pforte unternehme, um von ihr zu verlangen, daß sie den Londoner Friedcnsvertrag einhalte und die Truppen an die Linie Enos-Midia zurück­beordere.. Schließlich habe Pichon auch einen Schritt in Bukarest vorgeschlagen, damit die rumänischen Truppen nicht in Sofia ein­rücken.

Auch eine allgemeine europäische Konferenz wird wieder erwogen. Der Petersburger Mitarbeiter desFigaro" meldet darüber: Da Rußland mit seinem letzten Schritte zur Ein­stellung der Feinseligkeiten bei den Serben und Griechen nur wenig Erfolg hatte, so hat es gleichzeitig bei allen Valkanstaaten ernsthafte Schritte unternommen, um eine Fortsetzung des Krieges zu vermeiden und einen Waffenstillstand herbeizuführen. Außer­dem hat Rußland in Bukarest den Rat gegeben, sich zu mäßigen, da ein allzu weites Eindringen der rumänischen Armee in Bulgarien große Gefahren mit sich bringe. Rußland bemüht sich ausschließ­lich Harum, die Einstellung der Feindseligkeiten zu erzielen und besteht nicht mehr auf dem Zusammentritt einer Konferenz in Petersburg. Rußland saßt sogar die Möglichkeit ins Auge, diese Konferenz in einer anderen Stadt stattfinden zu lasten. Und zwar soll sie auf einen dahingehenden Vorschlag der griechischen Regie­rung in Berlin abgehalten werden.

Das Eintreffen eines bulgarischen Unterhändlers in Belgrad steht, wie verlautet, nahe bevor. Bulgarien wird ohne Zweifel auch den sehr harten Friedensbedingungen seiner Gegner nach­geben; denn die Verproviantierung der Armee aus dem Ausland ist durch die Rumänen unmöglich gemacht worden:

Sofia, 17. Juli. Rumänische Kavallerie erschien gestern auf der Station Tscherwenberg und brachte den Bahnverkehr auf der Strecke Sofia-Warna, bet einzigen für b t e Verpro­viantierung der bulgarisch en Armee aus dem Ausland verfügbaren Linie zum Stillstand. Auch der Bahnhof und das Telegraphenamt von Warna wurden vorgestern von den Rumänen besetzt. Daher hat Bulgarien keinen direkten Verkehr mildem Auslande ohne Benutzung eines Weges über Rumänien oder Serbien. Die in .Warna lagernden Waren können nicht in das Landesinnere ge­bracht werden.

Rumänien und die Türkei handeln jetzt gemeinsam. Aus sicherer Quelle erfährt derMatin", daß zwichen der Pforte und der rumänischen Regierung ein formellesAbkommen über die Balkanfrage zustande gekommen ist. Rumänien verpflichtet sich, die Türkei bezüglich deren Absichten in Thrazien zu unter­stützen und zwar in einer Weise, wie es Rumänien für gut hält. Diese Teilung auf dem Balkan sei im Zntereste eines endgültigen Gleichgewichts notwendig. In einer Rote an die Eroß- Mächte legt die rumänische Regierung die Gesichtspunkte dar, die für Rumänien bei dem Abschluß eines allgemeinen Friedens maß­gebend sind, und erklärt ferner, daß die neue Dobrudscha-Erenze die Orte Turtukhai, Dobritsch und Baltschik entlang laufe, jedoch

im einzelnen so, daß sie eine strategische Grenze im modernen Sinne darstelle. Zm übrigen rücken die rumänischen Truppen stetig und unbehelligt vor:

B u k a r e st, 17. Zuli. Der Agence Roumaine wird von amt­licher Stelle mitgeteilt: Zm Laufe des 15. und 16. Zuli nahm die rumänische Kavallerie von den Donauübergängen aus Erkundi­gungen nach allen Richtungen vor, auch entlang der Eisenbahnlinie Rustschuk-Warna. Offizierspatrouillen nahmen mit den feind­lichen Truppen Fühlung. Hinter der Kavallerie rückt die Vorhut der Truppen vor. Das ganze rechte Donauufer befindet sich in den Händen der rumänischen Armee.

Sofia, 17. Zuli. Rumänische Infanterie hat Baltschik, Do­britsch und Tuturkai besetzt. Rumänische Kavallerie passierte gestern das Dorf Rahovo zwischen Tuturkai und Ruseik. Die Ru­mänen sind nirgends aus Widerstand gestoßen, vielmehr von den Verwaltungsbeamten empfangen worden. Zahlreiche Bulgaren haben die von den Rumänen besetzten Orte verlassen und sind in das Landesinnere geflüchtet. Gestern langte rumänische Kavalle­rie drei Kilometer von Warna an, kehrte aber heute plötzlich m. Die Rumänen passierten die Donau bei Orchovo zwischen Lvm und Ricopol.

Rumänien sorgt vor.

B u k a r e st, 17. Zuli. Der Senat hat das Gesetz, das die Verhängung des Belagerungszustandes, wenn es not­wendig werden sollte, zuläßt, angenommen. Die Kammer hat den Rüst u ngskre d it von 9810000 Frs. und einen Kredit von 100 Millionen Francs für Mobilisierungszwecke bewilligt. Die Abgeordneten haben erklärt, auf ihre Tagegelder zugunsten der Unterstützung von Familien Mobilgemachter zu verzichten.

B u k a r e st, 17. Zu!? Die Negierung hat Maßregeln er­griffen, um den L a n d a n k a u f in den neu besetzten Gebieten zu Schleuderpreisen zu verhindern. Dem Parlament wird ein Gesetz mit rückwirkender Kraft vorgelegt werden, das derartige Käufe annulliert. Der Staat wird sich das Vorkaufsrecht sichern, um ru­mänische Kolonisten anzusiedeln.

Halt der Türken cn der Linie Enos-Midia?

K o n st a n t i n o p e 1,17. Juli. Die Türken setzen den Marsch widerstandslos fort. Voraussichtlich wird heute die Linie Enos- Midia vollständig besetzt werden. In Rodosto ist ein türkischer Gouverneur eingesetzt worden.

Sofia, 17. Juli. Infolge des Vormarsches der Türken auf Kirkilisie verläßt die christliche Bevölkerung Thraziens ihre Wohn­stätten und flüchtet in der Richtung auf die bulgarische Grenze.

Berlin, 17. Juli. Der Militärattache bei der deutschen Botschaft in Konstantinopel Major v. Strempel ist zum deutshen Vertreter in der Kommission für die Festlegung der neuen türkisch- bulgarischen Grenze EnosMidi« ernannt worden.

R«MKämpfe.

Belgrad, 17. Juli. Wn 15. Juli nachmittags 4 Uhr hat eine serbische Abteilung nach heftigem Kampfe gegen den rechten bulgarischen Flügel die vorgeschobene Stellung bei Küstendil be­setzt. Der Feind hat außerordentlich große Verluste erlitten, er wurde zerstreut und floh in großer Unordnung.

S o f i a, 17. Juli. Die serbischen Truppen, die in das bulga­rische Gebiet eingedrungen sind, wurden gestern angegriffen und in der Richtung auf Vlassiona zurückgeschlagen. Der Versuch der Grie­chen, den linken Flügel der Bulgaren zurückzudrängen scheiterte. Auf den übrigen Teilen der Gefechtslinie herrscht Ruhe.

Paris, 17. Juli. Die Agence Havas meldet aus Athen: Eine griechische Division hat Malenico widerstandslos besetzt.

Athen, 17. Juli. Es bestätigt sich, daß der Kampf in der Nähe von Bronti mit einem vollständigen Rückzug des Feindes geendet hat. Heute griffen die Griechen die Höhen bei Bronti an, die sie nach lebhaftem Kampf besetzten. Der Feind wurde geschla­gen und mit großen Verlusten auf Karakeny zurückgewarfen.

Die Bnlgarengreuel.

Saloniki, 17. Juli. Die bulgarischen Truppen haben auf ihrer Flucht von Lahana und Demirhissar große Grausamkeiten verübt. 104 Notabeln wurden durch Bajonettstiche getötet oder verwundet. Die Ausschreitungen der Bulgaren haben sich auch ge­gen Frauen, Kinder und Greise gerichtet. Dem Erzbischof und drei andern Priestern wurden die Augen aus gestochen und die Arme abgeschnitten. Diese Grausamkeiten sind von regulären Soldaten des 2. und des 21. Regiments sowie von Offi­zieren dieser Regimenter verübt worden.

Konstantinopel, 17. Juli. Das Oekumenische Patri­archat hat beschloßen, den Gesandtschaften ein Memorandum gegen die Ausschreitungen der Bulgaren zu unterbreiten. '

London, 17. Juli. DieDaily Mail" meldet aus Saloniki durch ihren Vertreter, daß die Griechen in dem Ort Zlatko bei Serres die Leichen des dortigen österreichisch-ungarischen Vizekon­suls Lafinski und die von 50 hervorragenden Persönlichkeiten der Stadt gefunden haben. Alle waren durch die Bulgaren in grau­samster Weise ermordet worden.

Das englische Unterhaus zu den Greueln.

London, 17. Juli. Guineß fragte, ob Grey die Meldung bekannt sei, wonach die bulgarische Regierung bereit sei, die Frage über die angeführten Grausamkeiten einer internationalen Kom­mission zu unterbreiten. Guineß schlug die Ernennung einer inter­nationalen Kommission vor, die sich mit Verhütungsmaßregeln gegenüber den Ausschreitungen und auf die Wiederberuhigung der Balkanbevölkerung befaßen solle. Sir Edward Grey erwiderte: Ich habe die Meldung in der Preße gesehen, habe aber kein An­suchen der bulgarischen Regierung erhalten, um in der gegebenen Richtung Schritte zu unternehmen. Gewiße Einzelheiten dieser Frage haben die Mächte beschäftigt und werden sie noch beschäf­tigen, aber es ist zweifelhaft, ob die Mächte intervenieren wollen oder können." - . <-

Deutsches Reich.

Die Letzten von "8 178". Berlin, 17. Juli. Mit dem Wrack des Torpedobootes8 178" wurden 16 Leichen geborgen. Die Trauerfeier findet am 18. Juli statt.

Zur Angelegenheit Krupp. Berlin, 17. Juli. Wie ver­lautet, soll am 29. Juli die kriegsgerichtliche Verhandlung gegen Zeugoffiziere stattfinden, die unteren Beamten der Firma Krupp gegen Zuwendungen unzulässige Mitteilungen gemacht haben sollen.

Ausland.

* Graf Berchtold bei Kaiser Franz Joses. Bad Ischl, 17. Juli. Der Kaiser empfing heute vormittag den Minister des Aeußern Grafen Berchtold in einer über dreiviertelstündigen Audienz. Berchtold kehrt heute abend nach Wien zurück.

* Ein schweizerisches Militürflugzeuggeschwadrr. Bern, 16. Juli. Die int Frühjahr begonnene nationale Sammlung zur Schaffung einer schweizerischen Militärluftfahrt hat nach vorläufigen Feststellungen 1,4 Millionen Franken ergeben. Dies machte pro Kopf der Bevölkerung etwa 40 Centimes aus. Von den Schweizerkolonien im Auslande gingen sehr erhebliche Sp»rden ein. Die Behörden schreiten nun zur Schaffung eines Flugzeugeschwaders, das dem Armeekommando direkt unterstellt wird.

* Die Einstellung der Rekruten in Frankreich. Paris, 17. Juli. Die Kammer beschloß heute vormittag die Einstellung der Jahresklasse 1913 in der zweiten Hälfte des November.

* * Schnelle und gerechte Sühne. Paris, 17. Juli. Wie aus Nancy gmeldet wird, hat das dortige Zuchtpolizeigericht den Studenten der Medizin Collet, der am 14. Juli eine Gruppe von Deutsch-Loth­ringern beschimpfte und den Beamten Conrad aus Hayingen ge­schlagen hatte, zu 14 Tagen Gefängnis und 300 Frcs. Schadenersatz ve» urteilt.

* Churchill über Marinefragen im Unterhaus. London, 17. Juli. Churchill brachte im Unterhause den Etat über den Schiffsbau ein. Er behandelte zuerst die Frage der O e l f e u e r u n g. Gegenwärtig feien über 100 Zerstörer vollendet oder im Bau, die Oelfeuerung haben. Es bestanden keine Schwierigkeiten in Bezug auf die Beschaffung von Del. Die hauptsächlichen Vorteile der Oelfeuerung bestehen darin, daß man Schiffe bauen könne, die im Verhältnis zu ihrer Größe eine große Fahr­geschwindigkeit haben. Außerdem brauche das Schiff nicht die hohe Se« zu verlassen, um den Oelvorrat zu ergänzen. Churchill betonte die Be­deutung der Oelfeuerung für die schnellen leichten Kreuzer. Churchill fuhr fort, er hätte bereits am Anfang der Session ausführlich über di« deutsch-englischen Beziehungen gesprochen und er habe kei­nen Grund, seine damaligen Ausführungen irgendwie zu modifizieren. Er müße indessen auf die Frage der überseeischen Verantwortung zurück­kommen zum Unterschied von der Frage der Sicherheit in den heimischen Gewässern. Mit Bezug auf das Mittelmeer habe er keine neuen Tat­sachen zu berichten. Zwar befänden sich in Italien und Oesterreich neue Programme in Erwägung; aber wir müssen uns durch Tatsachen und nicht durch Gerüchte leiten lassen. Er kenne keine Tatsache, die eine Aenderung des englischen Programms im Mittelmeer erforderlich mache.

* * Japanischer Raubzug. Petropawlowsk, 17. Juli. Auf der Insel Karwiuski landeten mit sieben Fahrzeugen 105 Japaner und zwangen im Dorfe Karaga die Einwohner mit Gewalt, sämtliche Vorräte an Pelzwaren auszuliefern und raubten für große Summen Blaufuchs- und Zobelfelle, dann segelten die Japaner sosort wieder ab.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nut mit der deutlichen QuellenangabeOberhess. Ztg." gestattet.)

Marburg, 18. Juli.

* Elisabethgerneinde. Am nächsten Sonntag SV- Uhr wird in bet Elisabethkirche bei Nachfolger des Metropolitan Manger, Herr Pfarrer Waltemath, in feierlicher Weise in sein Amt eingesührt.

* Stubentengottesdienst. Sonntag den 20. Juli findet im Auditorium 25 der letzte Sudentengottesdienst des Semesters statt. Herr Oberlehrer Weichelt wird reden über denWillen zum Leben."

* Studentisches. Wie wir erfahren, veranstaltet der A. T. V. Marburg gelegentlich seines 25jähr. Stiftungsfestes mit Hausein­weihe am Sonntag vormittag eine Wagenauffahrt von Chargier­ten des Akadem. Turn-Bundes durch die Straßen der Stadt nach dem am Kaffweg belegenen Haufe, wo die feierliche Einweihung und Uebergabe stattfindet. Abends gegen 10 Uhr findet Schloß- belcuchtung, Feuerwerk im Garten des A. T. V.-Haufes und Be­leuchtung desselben statt.

* Militätisches. Eine Anzahl Reservisten der Garde hatten sich heute hier zwecks Ableistung einer Hebung in Döberitz bei Berlin zu melden.

* Fremdenbrsuch. Eine Anzahl aus der Heimreise vom Deut­schen Turnfest begriffene Turner besichtigten heute unsere Stadt.

* Ein Menschenauflauf entstand gestern abend in der Bar- fllßerstraße dadurch, daß ein junger Bursche ein Mädchen mit Er­schießen bedrohte.

* Zum Bauatbeitetstreik. In unserer gestrigen Notiz muß cs heißen, daß die llnternehmer nicht zum Verhandlungstermin beim Oberbürgermeister erschienen sind. Die Vertreter der Ar­beiter waren anwesend. Gestern nachmittag wurde wieder am Kämpfrasen ein Streikposten, der sich einem Polizeibeamten wider­setzt haben soll, vom Platze gebracht. Um 6 Uhr sammelten sich wieder zahlreiche Neugierige an. Die an den Kasernenbauten beschäftigten Arbeiter wurden unter polizeilichem Schutz nach Hause begleitet. Einige auf einem Wagen sitzende Arbeitswillige wurden von mehreren auf der Straße stehenden Streikenden mit Gelächter begrüßt.

* Die Maul- und Klauenseuche, die Hessen-Nassau mehrere Monate lang verschont hat, ist jetzt auf bet Domäne Fasanenhef hei Wolfsanger wieder ausgebrochen.