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1913

Erstes Blatt

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Folge, daß Mazedonien von regulären feindlichen Truppen ge­räumt ist. Die auf dem Rückzug befindlichen Vulgaren verloren den Zusammenhang miteinander, ihre Verproviantierung gestak tet stch von Tag zu Tag schwieriger.

Bulgarische Ableugnungen.

Sofia, 13. Juli. Nach den Erklärungen Danews erhielten die bulgarischen Truppen, die innerhalb der alten serbischen Gren­zen operierten, am 9. Juli den Befehl, ihre Operationen einzu­stellen, sich über die Grenze zurückzuziehen. Daher sind die Bericht« aus Belgrad von der Niederlage der Armee des Generals Kutin« tschew, der Knajatschewatsch eingenommen hatte und erfolgreich vorgedrungen war, vollkommen aus der Luft gegriffen. Die einzelnen Meldungen, die über den Tod der Kommandeure des 50. und 66. bulgarischen Regiments und anderer Offiziere so. wie über die Gefangennahme zahlreicher Soldaten und über Er» beutung bulgarischen Kriegsmaterials verbreitet worden sind, sind ebenso phantastisch. Diesen phantastischen Meldungen reiht sich die Meldung aus derselben Quelle über die Vernichtung der 7. bulgarischen Division an, die im Gegenteil für sich allein der serbi­schen Hauptarmee Widerstand leisten und ihre Stellungen bei Kotschana behaupten konnte.

General Iwanow.

Sofia, 13. Juli. DieAgence Bulgare" meldet: General Iwanow führt würdig den Oberbefehl über die zweite bulgarisch« Armee, die mit unbedeutenden Kräften einen glänzenden Rückzug vollführte und mit drei Brigaden den Marsch des gan­zen, 100 000 Mann starken griechischen Heeres aufhielt. Man weiß, daß das griechische Heer drei Tage lang bei Kilkitsch aufgehalten wurde, wo die Bulgaren nur sechs Bataillone hatten. Die Grie­chen gebrauchten zehn Tage, um bis an das Belasitza-Gebirge zu ge­langen. Die Bewegungen der zweiten bulgarischen Armee im Laufe der Operationen werden in der Geschichte denkwürdig blei­ben als die gelungene Bewegung schwacher Kontingente gegen eine feindliche Streitkraft von überwältigender numerischer Ueber- legenheit. Die Griechen werden vielleicht noch Gelegenheit haben, die Kriegskunst Iwanows und die sehr hohe Moral seiner Trup­pen bester kennen zu lernen. Unter diesen Umständen ist es lächer­lich, von der Gefangennahme Iwanows zu reden, der jetzt über zwei Divisionen mit zahlreichen Truppen verfügt.

Berlin, 13. Juli. Die griechische Gesandtschaft erklärt gegen­über der heute durch dieAgence Bulgare" verbreiteten Nachricht über Stärke und Aufgabe der Armee des Generals Jwanoff, daß diese Arme« aus den Divisionen 3, 6, 11, 13 zu je 27 000 Mann, einer Brigade der 10. Division in einer Stärke von 9000 Mann, also im Ganzen aus 117 006 Mann bestand. Dieser Armee kam zu Hilfe aus Uesküb die 4., be­stehend aus den Divisionen 2, 7 und 8. Die Aufgabe dieser Armee war alles andere als eine Defensive. Durch die heldenhaften Kämpfe der griechischen Armee wurde diese Armee zurückgeworfen und muhte di« Flucht gegen Norden ergreifen wodurch dieser ganze Teil Mazedonien« von Bulgarien gesäubert ist. Ueber 10 000 Verwundete und Gefangen« fielen in griechische Hände, ebenso große Mengen von Munition, Pro viantkolonnen und Feldzeichen.

Bulgarische Vreueltate«.

Athen, 13. Juli. Der König hat an den Minister bei Aeußern folgendes Telegramm gerichtet:

Der Stab der sechsten Division berichtet, daß bulgarische Soldaten auf Befehl eines Hauptmanns auf dem Schulhofe in Demirhistar den Metropoliten, zwei Geistliche und mehr als 100 Notable zusammen­schleppten und sie dann umbrachten. Der Kommandeur der Division befahl, die Leichen wieder auszugraben. Auf diese Weise ist das Ver­brechen bestätigt worden. Zur selben Zeit schändeten bulgarische Soldaten junge Mädchen, eine, die Widerstand leistete, wurde in Stücke gehauen. Protestieren Sie in meinem Namen'bei den Ver­tretern der zivilisierten Mächte gegen diese Unge­heuer in Menschengestalt. Protestieren Sie auch bei der ganze» zivilisierten Welt, und erklären Sie, daß ich mich zu meinem Bedauern gezwungen sehe, mich zu rächen, um Schrecken ein- zu flöß en und um diese Ungeheuer zur Vernunft zu bringen, bevor sie weitere derartige Verbrechen begehen. Die Bulgaren verüben all« Ereueltaten vergangener bulgarischer Zeiten, und beweisen, daß sie nicht das Recht haben, sich zu den zivilisierten Völkern zu zählen. Konstantin.'

Die Depesche des Königs erregte in Athen Zorn und tiefe Ent­rüstung gegen die Bulgaren. Ministerpräsident Veniselos begibt sich heute abend auf den Kriegsschauplatz, um mit dem König di« Lage zu besprechen.

Athen, 12. Juli. Der Kommandant der siebenten Division meldet aus dem Eeneralquartier, daß Serres gänzlich mit Aus­nahme des muselmanischen Stadtviertels eingeäschert worden ist, Dgr jüdische Bazar ist vollständig verbrannt. Unzählige Frauen und Kinder sind ermordet oder in den Häusern ver­brannt aufgefunden worden. Ein ausführliches Communiquä des Kriegsministeriums berichtet Einzelheiten über die schrecklichen Verbrechen, die die bulgarischen Truppen auf der Flucht vor der griechischen Armee begingen. Priester, Greise, Frauen und Kindei wurden zu Tode gemartert. Nach den letzten Niederlagen zogen sich die Bulgaren sengend, breynend und rau­be n d zurück und verschonten selbst keine Kirche.

Uesküb, 12. Juli. Das Serbische Preßbüro meldet vom 11. Juli Einzelheiten über die von den Vulgaren bei dem Einfall in Knjazwatz verübten Grausamkeiten. An der ganzen Einfalls­linie wurden die Dörfer in Brand gesteckt, Knjazwatz geplündert und zum Teil eingeäschert. Bei der Verteidigung der Stadt wur­den die verwundeten Soldaten mastakriert. Bei Biatarnitza fand man vor einer Hütte sieben durch Bajonettstiche grausamver- stümmelte Leichen von Greisen, die von den serbischen Be­hörden photographiert wurden. Eine bulgarische Abteilung von 15 000 Mann ersten Aufgebotes hatte die Aufgabe, durch Ver­übung von Grausamkeiten eine Panik hervorzurusen, um den bul­garischen Einfall auf anderen Punkten der serbischen Grenze zu er«, leichtern.

Ein Schiedsgericht vorläufig abgelehnt.

Bulgariens Bereitwilligkeit, sich jetzt einem Schiedsspruch zu unterwerfen, ist ebenso verständlich wie der Wunsch Serbiens und Griechenlands, sich zunächst allein mit ihrem Gegner auseinander« zusetzen und ihn vorerst ganz die Schärfe des Schwertes fühlen zu lasten. Serbien hat noch keine klare Antwort auf die Vorstel­lungen der Mächte erteilt, diejenige Griechenlands läßt jedoch a' Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:

Athen, 12. Juli. $)ie Agence d'Athänes meldet: Auf den von Rußland mit Unterstützung Frankreichs und Englands in Athen und Belgrad unternommenen Schritt zur Einstellung der Feindseligkeiten antwortete die griechische Regierung: Der Friede wird auf dem Schlachtselde geschlossen werden.

Die Mächte werden voraussichtlich die Kämpfe ihren Fortgang nehmen lasten und nicht einschreiten, solange die Balkanstaaten nichts tun, um die Entscheidungen, über die sich die Großmächte bereits geeinigt haben, wie z. B. den Status Albaniens, urnzu- stoßen. Das geht wenigstens aus einer Rede hervor, die der eng­lische Schahkanzler Lloyd George in London auf dem Lordmayors- festmahl gehalten hat. Es taucht auch wieder die Frage einer neuen europäischen Konferenz auf. DieWiener SU « gemeine Zeitung", das Organ des Ministeriums des AuswLEAS^ erfährt von besonderer Seite, daß unter den Großmächten augei blicklich Verhandlungen stattfinden, die dahingehen, einen euro­päischen Kongreß zu veranstalten, der sich mit den Balkanfragen beschäftigen soll und auch die auf der Londoner und Pariser Kon­ferenz unerledigt gebliebenen Angelegenheiten zur Erledigung bringen soll. Ob dabei ein ersprießliches Ergebnis erzielt würde, erscheint äußerst fraglich. Im Gegenteil träten wahrscheinlich all die zwischen den Mächtegruppen und einzelnen Mächten beftefyens de«-HWh«essenversthiedenheiten in erneuter Stärke zu Tage.

lieber die Kämpfe liegest wieder die verschiedensten Meldun­gen vor. Die Gsfange-nuahme des bulgarischen Genarals Iwanow

Nicht bestätigt; wohl mußte er aber zurückweichen. Die Art des Rückzugs wird natürlich von bulgarischer Seite möglichst günstig dargestellt und als eine glänzende Wassentat bezeichnet. Die Serben sollen auf dem Wege nach Sofia fein und bereits Küstendil besetzt haben. Dem Einmarsch der Rumänen wird, wie auch Dr. Danew nochmals in der Sobranje erklärte, kein Wider­stand entgegengesetzt. Am Sonnabend nacht hat auch die tür­kische Armee den Vormarsch angetreten, nachdem die Bul­garen Tschataldscha verlasten haben. Offenbar haben die Türken ebenso wie die Rumänen zunächst nur die Absicht, das verlangte (und in diesem Fall zugestandenes Gebiet zu besetzen. Was sich weiter daraus entwickeln kann, bleibt abzuwarten:

Wien, 12. Juli. Die Politische Korrespondenz meldet aus Konstantinopel: Die bulgarischen Truppen vor Tschataldscha ver­losten ihre Stellungen unter Zerstörung der Schienen­weg e.

Konstantinopel, 13. Juli. D i e türkische Armee begann in dervergangenen Nacht den Vormarsch.

Pforte schickte an den Generalissimus Izzet Pascha ein Tele­gramm des Inhalts, ein Jrade sanktioniere den Beschluß des Mi- r-isterrates, der den Generalissimus ermächtigt, alle nötigen Maß­regeln zu ergreifen, um das der Türkei gehörige Gebiet zu besetzen.

Das friedliebende Bulgarien.

Sofia,. 12. Juli. In der Sobranje erklärte Ministerpräsi­dent Dr. Danew:

Das gegenwärtige Kabinett ist stets ein Anhänger des Friedens geroefe-t. Di« Regierung nahm den Schiedsspruch des Kaisers an, stellt« ein Memorandum dem russischen Gesandten zu und erklärte, an der Kon­ferenz der Bolkanstaaten in Petersburg, teilzunehmen. Wenn das Kabi­nett den Krieg gewollt hätte, so wäre es ein leichtes gewesen, ihn diplo­matisch in die Wege zu leiten, indem man als Vorwand di« Weigerung Serbiens gebrauchte, den durch den Vertrag vorgesehenen Schiedsspruch e.trzunehmen. Die Regierung hätte ihn, so dem Gebrauche entsprechend, trftären können und dabei das Recht auf ihrer Seite gehabt. Sie tat es nicht, weil sie nicht di« Absicht hatte, einen Krieg hervorzurufen. In­dessen traten Zwischenfälle ein, die zu blutigen und großen Konflikten auswuchsen. Die Frage, wer sie hervorrief, wird in jedem einzelnen Fall s geprüft werden. Die Zerstreuung unserer Truppen auf der ganzen Grenzlinie von der Donau bis zum Aegäischen Meere, die Anwesenheit unserer Garnison in Saloniki und ihre Nichtbeteiligung an den Kämpfen der anderen bulgarischen Armeen, von denen eine Anzahl Soldaten durch eine Erdbebenkatastrophe und Landarbeiten fern von der Grenze zurück- gehalten worden sind, sind Tatsachen, die deutlich zeigen, daß mit Vor­bedacht von einem Angriff unsererseits nicht die Rede sein kann. Die Regierung ist der Meinung, daß es sich um Grenzzwischenfälle handle, die man dem Zufall zuzuschreiben sich bemühte, um ne nicht zu einem Kriege anwachsen zu lasten. Auch nach diesen Ereignissen gab st« strenge Befehle in diesem Sinne. Man teilte diese Entschliiste auch Belgrad und Athen mit und wandte sich in derselben Absicht an Rußland. Unglück­licherweise waren alle Anstrengungen, di« Konflikte anzuhalten, erfolg­los. Trotzdem ließ das Kabinett nicht nach, nach einem Mittel zu suchen, um dem Blutvergießen ein Ende zu machen und machte sich kurz entschlossen den guten Willen Rußlands zu Nutze, das wünschend, dem Kriege vorzubeugen, stets bereit ist, die Rolle eines Vermittlers zu über­nehmen. Seit vorgestern gab ich den Befehl, die Operationen Einzustellen in Alt-Serbien, die durch den Einbruch serbischer Ab­teilungen in bulgarisches Gebiet hervorgerufen worden waren. Wir befahlen unseren Truppen an dieser Front, sich auf die alte Grenze zurück­zuziehen. Die mazedonischen Truppen erhielten den Befehl in der Defensiv« zu bleiben. Auf diese Weise nahmen wir im Interest« des Friedens nicht allein die Vermittlung Rußlands an, sondern setzten auch den Mutigen Konflikten ein Ende, soweij dies von uns abhängt.

Wenn man uns bei dieser Sachlage den Krieg erklärt, so ist dies voll­kommen ungerechtfertigt. Unsere Beziehungen zu Rumänien waren di« ganze Zeit über freundschaftlichster Art. Während des Befreiungskrieges gegen die Türkei blieb Rumänien neutral, verlangte aber für die Folge­zeit eine Berichtigung seiner Grenze in der Dobrudscha und Anerkennung gewisser Privilegien für das rumänische Element in Mazedonien. In dem gegenseitigen Wunsche, ihre Freundschaft auch künftighin zu be­wahren, griffen beide Regierungen auf die Mediation der Großmächte zurück, deren Ergebnis das Petersburger Protokoll war, das sich auf die Einverleibung Mazedoniens in Bulgarien gründete. Serbien schuf, in­dem es die Ausführung des Bündnisvertrages verweigerte, Kompli­kationen, die gegen unfern Willen die gegenwärtigen Konflikte hervor­riefen. Wenn also Bulgarien gezwungen ist, feine Eroberung, die der Anlaß war zu der Entscheidung der Petersburger Konferenz und nament­lich für die den Rumänen in Mazedonien zu gewährenden Privilegien zu verteidigen, so kann die bulgarische Regierung darin keinen neuen Umstand erkennen, der einen Einbruch rumänischer Truppen in Bul­garien rechtfertigen könnte. Sie betrachtet daher, indem sie an die bis­her zwischen den beiden Ländern bestehenden Beziehungen denkt, die rumänischen Maßnahmen für ungerechtfertigt und glaubt, daß Rumänien, welche Erwägungen auch diese Maßnahmen dik­tierten, in seinen Entschlüssen nicht bis zum Aeußersten hätte gehen dür­fen. Wir lehnen alle Verantwortung ab und erscheinen unter diesem Gesichtspunkte vor dem Gerichtshöfe des Gewissens Euro- p 0 5, in der Hoffnung, daß unser Recht überall anerkannt wird, und wir fii» entschlossen, in dieser Stellung bis an das Ende zu verharren."

London, 12. Juli. Bulgarien teilte Rußland mit, daß es ju einer Einigung mit Griechenland und Serbien bereit fei, und daß es Rußland auffordere, diese Aufgabe zu übernehmen. Rußland willigte ein, unter gewissen Bedingungen die guten Dienste zu leisten.

Sofia, 12. Juli. Die Agence Vulgare meldet: General W a s o w ist zum Kriegsminister ernannt worden. Um jeden Konflikt zu vermeiden, wies die Regierung die bulgarischen Mili­tärposten an der rumänischen Grenze an, sich zurückzuziehen. Die Zivilbeamten wurden beauftragt, auf ihren Posten zu verbleiben, um auf die Bevölkerung beruhigend zu wirken.

Der Einmarsch der Rumänen.

Bukarest, 12. Juli. Die halbamtlichePolitika" schreibt: Heute beginnt die rumänische Aktion mit zwei Zielen:

1. Bulgarien will eine strategische Grenze haben, wie sie gegen Nachbarn wie Bulgarien eine gebieterische Notwendig­keit ist.

*2- Rumänien verlangt, daß der definitive Balkan- zustand nicht ohne Rumänien festgelegt wird.

Es handelt sich hier nicht um eine Politik der Vernichtung Bulgariens, sondern um die Aufstellung des Gleichgewichts, das Rumänien und Europa die Aussicht auf dauernd ruhige Zustände gibt.

Bukarest, 12. Juli. Der Einmarsch der rumänischen Armee vollzieht stch ohne Widerstand von Seiten der bulgarischen Truppen. Die Grenzlinie, wo der Einmarsch eingestellt werden wird, ist unbestimmt. Wenn auch die rumänische Regierung in vollem Einklang mit dem König bezüglich der zu erreichenden Ziele durchaus in den Grenzen einer maßvollen klugen Poli­tik bleiben wird, wünscht sie doch, daß die Ziele baldigst gesichert werden.

Sofia, 12. Juli. Gestern nachmittag erschien rumänische Kavallerie in Delijussuf-Kubeti, Kreis Debritsch, und vertrieb die Erntearbeiter. Heute früh besetzten die Rumänen die Telegra­phenstation Tschifutkosj und rücken jetzt gegen Dobritsch vor, wo zahlreiche Flüchtlinge zusammenströmen. Die Rumänen machten bis jetzt 500 Gefangene.

Die Stimmung in Bulgarien.

Sofia, 13. Juli. König Ferdinand ist an Rheumatismus erkrankt und muß das Zimmer hüten. Die Aufregung der Bevöl­kerung nimmt immer ernstere Formen an. Die gestrige Erklärung Danews in der Sobranje stößt allseitig auf einen scharfen Wider­stand. Man fordert dringend eine Aenderung der gegen- wärtigenPol itik, die unbedingt Bulgarien zu einer Kata­strophe führen muß. Die Behörden haben große Sicherheitsmaß­nahmen getroffen. Verläßliche Truppen sind in den Kasernen bereit. Das königliche Palais ist für die Außenwelt vollständig abgesperrt. Der König empfängt nur seine engste Umgebung. Die wenigen Zeitungen, die noch erscheinen, dürfen keine Nachrichten vom Kriegsschauplätze veröffentlichen.

Der Bormarsch der Serben.

London, 12. Juli. Hier vorliegende Telegramme vom Kriegsschauplätze melden, daß die Serben ihren Vormarsch auf bulgarischem Gebiet ungehindert fortsetzen. Sie sollen bereits über die Stadt Küstendil hinaus vorgedrungen sein. Auf diese Weise wäre die direkte Eisenbahnlinie nach Sofia in ihren Besitz gelangt.

Belgrad, 12. Juli. Das Serbische Preßbüro meldet: Wäh­rend des gestrigen Tages wurden die Bulgaren auf der ganzen Front von Zajetzar, an der serbisch-bulgarischen Grenze, bis Rado- wista in Mazedonien verfolgt. Bei Kotschana wurden schwache bulgarische Angriffe zurückgewiesen. Bei Tzer wurde eine bulga­rische Abteilung aufgerieben und auf der Flucht bis Tzarevo scharf verfolgt. Bei Tirantza erbeuteten die Serben 14 Militärbäcke­reien mit 150 Tonnen Mehl und 5 Tonnen Reis. Die serbische Kavallerie verfolgt den Feind in der Richtung auf Pleschego, alles zum Rückzug zwingend. Bei Egri Palanka unternahmen die Bul­garen schwache Angriffsversuche, die aber mit großen Verlusten zu- rückgeschlagen wurden. Gegenüber den energischen Vorstößen der serbischen Kavallerie waren die Bulgaren außer Stande, einen Stützpunkt zu finden und ließen ihre Toten und Verwundeten zu­rück. Die serbische und griechische Armee find auf der Linie Rado- wifta-Strumitza miteinander in Fühlung getreten. Das hatte zur

Marburg

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