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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieLberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich butt»- die Post 2.25 <M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. E. Hitz-roth. Druck der Univ.- Buchdruckerei 3. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

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Freitag, 11. Juli

I Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 L, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des

| Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Bulgarien gibt nach.

Die Bulgaren sind am Ende ihrer Kraft. Wie schon gestern durch Sonderausgaben gemeldet, hat Bulgarien in Petersburg erklärt, um Blutvergießen zu vermeiden, überlaste es Rußland völlig, die Einstellung der Feindseligkeiten herbei­zuführen. König Ferdinirnd soll zu Zugeständnisten bereit sein und der bulgarische Gesandte in Petersburg soll zugegeben haben, daß Bulgarien den Krieg begonnen habe. Der Befehl zum Rück­zug auf der ganzen Linie ist den bulgarischen Truppen bereits erteilt worden. Rußland tritt nun mit Freuden sein Schieds­richteramt von neuem an. Serben und Griechen werden jedenfalls nur unter den gewünschten Zugeständnisten bulgarischerseits zu Unterhandlungen bereit sein, besonders Griechenland, das am wenigsten Verluste erlitten hat. Die Serben können mit Stolz melden, daß kein bulgarisckjer Soldat mehr auf serbischem Boden steht. Das Kriegs glück hat sich gänzlich gewendet. Im Norden sind die Bulgaren über die Grenze zurückgedrängt worden, im Zentrum sind sie umfaßt, Jstip, Kriwolak, Kotschana sind wieder in den Händen der Serben, die sich im Süden mit den Griechen vereinigt haben. Die Erfolge der letzteren waren stets unbe­stritten. Rumänien hat jetzt klar und deutlich erklärt, was es beabsichtigt. So besteht die Hoffnung, daß die Verhältniste auf dem Balkan schiedlich-friedlich geregelt werden nachdem die Schlachtfelder überall mit Leichen besät sind.

Vor dem Waffenstillstand.

Paris, 10. Juli. Der Petersburger Korrespondent des Figaro" hat von berufener Seite erfahren, König Ferdinand habe durch den bulgarischen Gesandten mitgeteilt, daß er den für den Kamps an der serbischen Grenze verantwortlichen General Sawow abgesetzt und den formellen Beschluß gefaßt habe, den brudermörderischen Krieg mit Griechenland und Serbien nicht anzunehmen. Deshalb habe er auch seinen Armeen den V e - fehl erteilt, sich auf der ganzen Linie zurückzuziehen. Die russische Diplomatie habe infolgedesten sofort eine energische Aktion in Bukarest, Athen und Belgrad unternommen, um einen neuen Balkanbund mit Einschluß Rumäniens herzustellen. Rußland wirke auf Bulgarien ein, damit dieses alle von Ru­mänien verlangten Eebietskonzessionen gewährt und den Serben und Griechen in Makedonien eine gemeinsame Grenze bewillige.

Paris, 10. Juli. Rach einer Blättermeldung hat Sasonow infolge des Ansuchens Bulgariens unverzüglich die Regierung Serbiens und Griechenlands gebeten, ihm bekannt zu geben, unter welchen Bedingungen sie den Frieden schließen würden. Sasonow njüie geneigt, die Kriegführenden zu ersuchen, einen Waffen­stillstand abzuschließen und Delegierte nach Petersburg zu ent­senden. Man glaubt, daß Sasonow die Intervention nicht an­genommen hätte, wenn die bulgarische Regierung sich nicht bereit erklärt hätte, den Serben und Griechen Zugeständnisse zu machen und den Rumänen einen Teil der von ihnen beanspruchten Gebiete abzutreten. Griechenland dürfte sich besonders an­spruchsvoll zeigen, weil es bei Ausbruch der Feindseligkeiten weniger gelitten hat, als Serbien.

Sie Absichten Rumäniens.

London, 10. Juli. Reuter erfährt aus gut unterrichteten rumänischen Quellen, daß die Mobilmachung noch in dieser Woche durchgeführt sein wird. Rumänien nimmt gegenüber keiner der kriegführenden Parteien eine feindliche Haltung ein; es will aber keine Veränderung des Gleichgewichtes auf der Balkanhalbinsel zulasten, die ihm selbst schaden könnte. Wenn Serbien ernstlich bedroht sein sollte, werde Rumänien gezwungen

(9<a.tcriid verboten.)

Frauenzauber.

Roman von Hedwig Courths-Mahler.

(Sortierung.)

Volkmar stand Herta gegnüber. Er hatte sich so oft in den ver­gangenen Wochen die Warte zurecht gelegt, die er ihr sagen wallte, und nun wußte er sie nicht mehr. Er nahm nur stumm ihre Hand, sah sie lange an und fragte dann plötzlich:Wollen Sie meine Frau werden, Herta?"

Er ärgerte sich über sich selbst. Das klang so nüchtern, so leiden­schaftslos, wie unter einem innern Zwang.

Die ganze auflodernde Jugendseligkeit war plötzlich verflogen etwas wie Kälte strömte von Herta auf ihn aus, und wie im Traume sagte er sich:Du irrst dich in ihr, sie wird dich nicht beglücken."

Herta hatte unter seinen Worten gezuckt, es kam ihr jetzt zu uner­wartet.

Leise regte sich in ihrem Herzen ein warmes Gefühl für ihn, dann aber stieg leuchtend, verheißend die Möglichkeit in ihr auf, die Frau des reichen Karl Prenkel zu werden. Jetzt war die Stunde gekommen, zu handeln.

Sie hätten mir das ersparen sollen, mein lieber, lieber Freund. Ich kann nicht Ja sagen, Volkmar, verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen wehe tun muß."

Müssen, Sie, Herta, spricht nichts in Ihrem Herzen für mich?"

Sie schlang die Hände wie in seelischem Schmerz ineinander.Bitte, schonen Sie mich ... ich ... ach Gott, Volkmar . . . noch vor wenig Tagen glaubte ich, Liebe für Sie zu fühlen. Ich wußte ja nicht, was Liebe ist."

Und jetzt wisten Sie es, ein anderer hat es Sie gelehrt?"

Das bittere Gefühl des verschmähten Freiers stieg in ihm auf, aber tzu seiner eignen Verwunderung fühlte er etwas wie Befreiung. Er verstand sich selbst nicht mehr in diesem Augenblick. Liebte er denn I Hertha wirklich. Dann mußte ihn doch ihre Weigerung unglücklich I machen. Oder war es doch nur ein Rausch gewesen? War das die echte, *

sein, seine Truppen nach Bulgarien zu schicken; wenn dagegen Bulgarien bedroht sein sollte, werde Rumänien seinen Einfluß zugunsten Bulgariens ausüben. Außerdem will es sich eine stra­tegisch vorteilhafte Grenze sichern zur Verteidigung seines Gebiets, und um eine Revanchepolitik Bulgariens, falls etwa Rumänien gezwungen wäre, gegen Bulgarien vorzugehen, un­möglich oder wenigstens recht schwierig zu machen. Daher ist es wahrscheinlich, daß die rumänischen Truppen bulgarisches Gebiet bis zu der Linie Turtukai (Tutarkan) an der Donau bis Baltschik am Schwarzen Meer besetzen werden und daß der Rest seiner Streitkräfte zur Durchführung seiner Politik, die Gefährdung des Gleichgewichts der Kräfte auf der Balkanhalbinsel durch eine Intervention zwischen den Kriegführenden zu verhindern, ver­wandt wird.

Sie Stärke der rumänischen Truppen.

Bukarest, 10. Juli. Die Regierung veröffentlicht eine genaue Aufstellung der Truppen, nach der zwölf Klassen unter die Fahnen berufen wurden. Da jede Klasse etwa 45 000 Mann stark sei, so befänden sich jetzt 550000 rumänische Soldat en kriegsbereit.

Bulgarisches Entgegenkommen gegenüber der Türkei.

Konstantinopel, 10. Juli. Die bulgarische Regierung hat in Erwiderung auf die türkische Note mitgeteilt, daß sie be­reit sei, die von ihren Truppen besetzten Gebiete sofort zu räu­men, wenn die Türken sich verpflichteten, keine Angriffe gegen die Bulgaren zu unternehmen und erklärte, daß die türkischen Truppen unter keinen Umständen die bulgarische Grenze über­schreiten würden.

Eine serbische Richtigstellung.

Berlin, 10. Juli. Im Auftrage des Ministeriums des Aeußern verbreitet die serbische Gesandtschaft folgende Richtig­stellung:Allen von bulgarischer Seite verbreiteten Nachrichten, daß bei den letzten Kämpfen die Serben die Angreifer waren, ist entgegenzuhalten: Aus bulgarischen Operationsbefehlen, Dienst­befehlen, Zeugenaussagen und Tagebüchern gefangener bulgarischer Offiziere geht hervor, daß die bulgarische Armee in Stärke von etwa 150 000 Mann und etwa 200 Geschützen einen Ueberfall auf die serbischen Stellungen in Makedonien unternahm, was auch daraus hervorgeht, daß die serbischen Vorposten überrumpelt wur­den und die Vulgaren im ersten Anlauf bis zu den serbischen Hauptstellungen gelangten. Zum Beweise befinden sich in ser­bischen Händen amtliche schriftliche bulgarische Operationsbefehle, die veröffentlicht werden. Ferner steht fest, daß die Bulgaren in keinem einzelnen Falle den Befehl gaben, die Feindseligkeiten ein- zustellen, oder daß sie sich aus eigener Initiative zurückgezogen hätten. Auch die Behauptung, daß die Serben in das Gebiet der alten bulgarischen Grenzen eindrangen, entspricht nicht den Tat­sachen. Das Umgekehrte ist vielmehr der Fall, wie die bulgarischen Angriffe bei Zaitschar, Kadi Bogaz, St. Nicolas, Knjazevatz, Pirat und Vlassina beweisen. Daß die bulgarischerseits gemeldeten Kämpfe bei Veles, Kumanowo, St. Nicolas oder Klisseli nicht stattgefunden haben können, geht schon daraus hervor, daß die serbischen Truppen die Bulgaren auf der ganzen Linie der Bre- galnitza (Kriwolak, Jstip, Kotschana, dem Ossegowo-Eebirge und Egri Palanka) zurückgedrängt haben und die Angriffe an der alten serbischen Südgrenze bei Vlassina (zwischen Wranja und Pirot) abgewiesen sind. Ein Blick auf die Karte zeigt dies ge­nügend."

Sie Erfolge der Griechen.

Athen, 9. Juli. Der Kriegsminister gibt folgende Nach­richten bekannt: Die griechischen Truppen haben gestern die Pässe des Velafitzo-Gebirges (Beresch-Dagh) lebhaft angegriffen. Die Bulgaren, nachdem sie vielleicht von den Truppen bei Jstip Ver­stärkung erhalten hatten, leisteten lebhaften Widerstand, wurden

wahre Liebe noch nicht, die in seinem Herzen für sie geglüht hatte? War er etwa auch nur so ein Flattergeist, der für jedes schöne Weib zu fühlen glaubte? Gab es denn überhaupt solche Liebe, wie er sie sich in stillen Stunden geträumt hatte, fern von Hertha? Ihre Gegenwart hatte in freilich oft erkältet, wenn er mit glühenden Pulsen gekommen war, sie zu sehen. Lag es an Herta, daß er so ernüchtert war, oder hatte seine Unbeständigkeit Schuld daran?

Herta hatte wie in tiefer Scham die Hände vor das Gesicht gepreßt. Nun sagte sie leise:Es ist teer mich gekommen mit einem Male."

Sie werden wieder geliebt? Verzeihen Sie, wenn ich aufdringlich erscheine, Herta, aber ich möchte mich überzeugen, ob für mich keine Hoffnung bleibt. Werden Sie mir sagen, wer der Glückliche ist?"

Ich habe keine Hoffnung auf Gegenliebe," sagte sie mit sanfter Trauer,der Mann, den ich Hebe mit der ganzen Kraft meiner Seele, er kennt mich kaum, wir haben uns nur einmal gesehen, doch hörte ich schon früher viel Edles und Gutes von ihm, hörte, daß er unglücklich gewesen war und ... ach mein Gott , . . ich kann Ihnen nichts mehr sagen, gerade Ihnen nicht."

Herta, was ist Ihnen, mit gerade können Sie es nicht sagen? Ist es . . . mein Bruder?"

Sie schlug aufschluchzend die Hände vor die Augen.O Gott, was müssen Sie von mir denken, lassen Sie mich, quälen Sie mich nicht mehr, leben Sie wohl."

Damit flog sie auf die Tür zum Nebenzimmer zu und schloß sie hin­ter sich ab. Dabei fiel etwas Weißes auf den Boden. Er hob es auf, es war eine Photographie von Karl, die er vor einigen Wochen Frau Melzer geschenkt hatte. Herta mußte sie bei sich getragen haben. Da stand er nun, der abgewiesene Freier, und schaute verwirrt und kopf­schüttelnd auf seinen Fund, den er endlich zu sich steckte und sich zum Gehen anschickte, ahnungslos, daß ihn die stolze Herta durchs Schlüssel­loch beobachtete.

Wie im Traum trat et auf den Vorsaal hinaus. Als er nach seinem Hut greifen wollte, bemerkte et die zusammengesunkene Gestalt Gertruds deren Körper noch immer in wilder Qual erbebte. Wie ein Feuerstrom schoß es plötzlich durch sei« Adern, er beugte sich über sie und richtete sie sanft empor, , t .

jedoch Schritt für Schritt zurückgedrängt. Große Trainkokonnen der Bulgaren, von Militär begleitet, sah man das Strurmtza-Tal hinab gegen Pelritsch marschieren. Dies scheint die erste Staffel des Rückzuges zu fein, den die Bulgaren vor einigen Tage« be­gonnen haben. Unsere Truppen verfolgen den Feind. Eine 'un­serer Divisionen hat die vom Feinde mit Artillerie besetzten Hügel heftig angegriffen, Gefangene gemacht, fünf Kanonen us* ein Maschinengewehr erobert. Griechische Truppen, die von Doitan auf Strumitza vorrückten, näherten sich den Schanzaraben des Feindes bis auf 200 Meter. Ein heftiger Angriff bei Tages­anbruch zwang die Feinde, die Stellung unter großen Verlusten zu räumen. Eine rastlose Verfolgung brachte sie zur Auslösung, so daß sie in haltloser Flucht Gewehre, Munition und Aus­rüstungsstücke fortwarfen. Die griechischen Truppen setzten hren Vormarsch fort und erreichten Costurino südlich von Strumitza, eine starke hochgelegene Stellung von größter strategischer Wich­tigkeit.

Set serbisch-griechische Sieg bei Radowista.

Belgrad, 10. Juli. Gestern nachmittag hat die serbische Kavallerie bei der Verfolgung der bulgarischen Ar­mee, die sie völlig a u s e i n a n d er g e s p r e n g t hat, Radowista besetzt. Der Feind hat sich, ohne den geringsten Wider­stand entgegenzusetzen, zurückgezogen. Die Bulgaren haben bei ihrem fluchtartigen Rückzug nicht die Zeit gehabt, die gefallenen bulgarischen Offiziere und Soldaten zu beerdigen. Die Vulgaren unter General Kovatscheff sind int Rückzug begriffen, teils in der Richtung auf Dubnitza, teils in der Richtung auf Petschewo.

Belgrad, 10. Juli. Die Serben stehen auf dem südlichen Kriegsschauplatz etwa auf der Linie Rujan-Kotschana-Radowista, anschließend die Griechen bei Strumitza-Doiran. Der Vormarsch der griechischen Armee gegen Radowista hat begonnen, und ihrer baldigen Vereinigung mit den Serben steht infolge des Rückzuges der Vulgaren nichts im Wege.

Sie Leichenfelder von Jstip und Krivolak.

Wien, 10. Juli. DieSüdslawische Korrespondenz meldet aus Uesküb: Bei Krivolak und Jstip bilden die Gegenden, wo in den letzten Tagen gekämpft wurde, den Anblick furchtbarer Leichen­felder. Nach einer oberflächlichen Schätzung, die aber eher zu nie-- brig als zu hoch ist, bedecken zurzeit gegen 11000 Bulgaren diese Schlachtfelder. Diese 11000 Mann sind Sterbende oder hilflose Verwundete, die von den eigenen Ab­teilungen zurückgelassen wurden, als sich diese zwischen Krivolak und Jstip rückwärts konzentrierten. 4000 bulgarische Soldaten haben die serbischen Sanitätskolovnen bereits von den Schlacht­feldern aufgehoben und nach dem Hauptquartier geschafft. Das serbische Oberkommando wird den Versuch machen, die Leichen­felder zu säubern und die Verwundeten zu retten. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß es bei einer siegreichen bulgarischen Hauptmacht nicht so aussehen würde.

Wien, 10. Juli. DieNeue Freie Presse" meldet aus Bel­grad: In den Spitälern von Uesküb ist die Cholera aus­gebrochen.

Sie Zurückdrängung der Bulgaren im Norden.

Belgrad, 10. Juli. Das Pressebüro meldet: Alle An­griffe der Bulgaren auf die serbisch-bulgarische Grenze zwischen Znjetzar und Pirot sind vollständig abgeschlagen worden. Die Einnahme von Knjazevatz durch die Bulgaren war möglich, weil in der Stadt nur wenig Soldaten waren; als aber die Verstär­kungen ankamen, wurden die Bulgaren vollständig zurück­geschlagen. Es befindet sich jetzt kein bulgarischer Soldat mehr auf serbischem Boden.

Sas deutsche Rote Kreuz lehnt ab.

Berlin, 11. Juli. Das Zentralkomitee des deutschen Roten Kreuzes hat es diesmal ablehnen müssen, Aerzte und Pflege-

Was ist Ihnen, Fräulein Gertrud, sind Sie nicht wohl?"

Mit übermenschlicher Anstrengung suchte sie sich zu fassen. Nur der todwunde, gequälte Blick verriet ihm, daß sie litt. Sie zwang ein leere» Lächeln in ihr Antlitz.Ich wünsche Ihnen Glück, Herr Doktor."

Mir Glück? Sie wissen, was mich zu Herta führte?"

Stumm neigte sie das Haupt.

Da riß er sie plötzlich in seine Arme und küßte ihre Augen.Ger­trud, Mädchen, Sie lieben mich? Um mich haben Sie so entsetzlich ge­litten? Armes, armes Kind."

Nein, nein," wehrte sie ängstlich ab,was denken Sie von mir. O, ich gönne Ihnen Ihr Glück von Herzen."

Ich habe aber einen Korb bekommen, Gertrud."

Das klang so jubelnd und glückselig, daß sie ihn verwirrt ansah. Aber gleich blickte sie erschrocken wieder zur Erde, seine Augen blickten mit so innigem Wohlgefallen in die ihren, daß sie nicht wußte, was sie von ihm denken sollte.

Und dann schloß er wieder in jähem Elücksrausch seine Arme um sie und flüsterte in ihr Ohr:Ich Narr, war ich denn blind?"

Und dann stülpte er feinen Hut auf und stürmte davon, er fühlte, daß er jetzt gehen mußte, um sich zu fassen. Was in ihm vorging, war ihm rätselhaft. Er wurde sich nicht klar darüber, daß er Gertrud eigent­lich schon lange liebte, daß sein Rausch für die schöne Hertha längst verflogen war.

Jetzt mit einem Male erkannte er, wie Gertrud von seinem ganzen Sein und Denken Besitz ergriffen hatte. Wenn ihm nun Herta ihr Ja­wort gegeben hätte? Herr Gott im Himmel, bann hätte er ja Gertrud unglücklich gemacht, und sich mit. Das arme, liebe Herz, wie sehr mußte sie ihn lieben, daß sie so ganz haltlos war. Wo hatte er beim nur seine Augen gehabt? Neulich, wie sie die Tasse hatte fallen lassen, da hätte er schon in ihrem Blick lesen müssen, wie er sie quälte, daß er sie zum Zeugen seiner Zärtlichkeit für Hertha machte. Und immer hatte ihn ihr Anblick aufgeregt und beunruhigt, immer war es ihm gewesen, als wenn er sie hätte gegen etwas schützen müssen. Es war doch gut, daß er jetzt fortgelaufen war, er hätte wahrlich sonst gleich in einer und derselben Stunde tun zwei Mädchen geworben.

., _ ........ (Fortsetzung folgt.)