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nut dem ^rersolatt für bte Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieOberhessijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M. frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Unio.- Vuchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Freitag, 4 Juli

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gejpaltene Zeile oder deren Raum 15 «5, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 JJ, für Reklamen die Zeile 60 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des | Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrgr

1913.

Erstes Blatt.

Tie Kicker Zusammenkunft.

Kurz vor 10 Uhr begaben sich gestern das Kaiserpaar, begleitet vom Reichskanzler, dem Staatssekretär o. Jagow und dem kleine­ren Gefolge, mit dem VerkehrsbootHulda" auf dieTrinacria", um das Königspaar zu einer Fahrt durch den Kaiser Wilhelms- Kanal abzuholen. Das Kaiserpaar traf um 10% Uhr mit dem ita­lienischen Königspaar und dem Gefolge bei der alten Schleuse im Kaiser-Wilhelms-Kanal bei Holtenau ein und gingen hier an Land. Staatssekretär von Tirpitz und Kanalamtspräsident Dr. Kautz empfingen die Fürstlichkeiten und geleiteten sie zunächst auf die Mittelmauer der neuen Ostseeschleuse,' um einen Gesamtüber­blick über die gewaltigen Anlagen zu gewinnen. Der Kaiser er­läuterte an der Hand der aufgehängten Pläne den hohen Gästen die Einzelheiten des Schleusenbauwerkes. Dann wurde aus der über dem Deich gelegenen Heberleitung Wasier in die neuen Schleusen eingelasien, die mit einer Länge von 330 m, einer Breite von 45 m und einer Tiefe von 14 m

die größten der Welt

find. Die gesamten Schleusenanlagen werden voraussichtlich am 1. April 1914 dem Betrieb übergeben werden. Im Anschluß an die Schleusenbesichtigung wurde mit dem KanaldampferAegir" eine Fahrt durch den Kaiser-Wilhelms-Kanal unternommen. Um 11% Uhr war die Besichtigung beendet und die Fürstlichkeiten verließen nachdem sie sich unter Worten der Anerkennung von den Beamten der Kanalverwaltung verabschiedet hatten, in zwei Salonpinassen den Kanal.

Der König von Italien verlieh mehreren obersten Hofbeamten und Offizieren sein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift in kost­barem Rahmen. Der Kaiser verlieh seinerseits eine große Reihe von Auszeichnungen.

Der Kaiser, der König, Reichskanzler v. Bethmann Hollweg und Staatssekretär v. Tirpitz begaben sich auf das Linienschiff Kaiser". Der Kaiser führte den König durch die Schiffsräume, tdre ffil111>uil.v 11eifu"ylnschäft, und betrat en P^- zeriurm, wo'ein Geschutzexerzleren stattsand und wohnte äuch'dem Exerzieren am Torpedounterwasserrohr bei. Die Monarchen be­gaben sich dan in die Offiziersmesie. Unter Salut verließen die Monarchen um %.l Uhr das Linienschiff. Um 1 Uhr begann das Frühstück auf derHohenzollern". Der Kaiser und die Kaiserin empfingen das italienische Königspaar am Fallreep. Kapitän z. S. Karpf überreichte der Königin einen Blumenstrauß und stellte ihr die Offiziere derHohenzollern" vor. Alsdann begann die Tafel, die auf dem überdachten Oberdeck derHohenzollern" hufeisenför­mig gedeckt war. Goldene und silberne Tafelaufsätze und sämtliche Preise, die von den JachtenMeteor" undIduna" gewonnen worden sind, zierten die Tafel, lleber 80 Einladungen waren er­gangen. Um 3% Uhr verließen die italienischen Herrschaften die Hohenzollern" vom Kaiser zum Fallreep geleitet und kehrten zur Trinacria" zurück. Nachmittags fand an Bord derHohen- zollern" eine

Konferenz der leitenden Staatsmänner

statt. Das italienische Königspaar besuchte das Kronprinzenpaar, den Prinzen Adalbert und die Prinzessin Heinrich. Der Kaiser arbeitete nachmittags allein.

i c n , 3. Juli. DasFremd d l a t t" schreibt:Gewiß entsprang die Kieler Entrevue in erster Linie dem Wunsche nach einem Wiedersehen zwischen den beiden befreundeten Monarchen, aber besonders bei den gegenwärtigen so bewegten Zeiten ist der - Besuch des Königs von Italien beim Kaiser unzweifelhaft ein Er­eignis, dem die politische Bedeutung nicht abgesprochen werden kann. Sinnfällig tritÄDor allem die Tatsache eines unverändert innigen Bund eAo erhältnisses zwischen den M ä ch t e n d e s D r Wb u n d e s zu Tage." Das Blatt gedenkt des vorangegangenen überaus herzlichen und freundschaftlichen Depeschenwechsels zwischen dem König von Italien und Kaiser Franz Joseph und fährt fort:Der Dreibund, dessen sriedenserhal- tende Tendenz sich während der ganzen noch immer nicht beendeten Balkankrise in so hohem Maße betätigt hat, besteht in ungeschwäch- ter. Kraft weiter. Die vertrauensvollen, innigen Beziehungen I zwischen den verbündete. Mächten bilden nach wie vor den Kar­dinalpunkt ihrer auswärtigen Politik. Das einige Zusammengehen in der jüngsten Krise, nach deren Ausbruch die Erneuerung des Dreibundoertrages erfolgte, hatte gewiß die wohltätigste Wirkung für die Erhaltung des Friedens, und die Monarchenentrevue in Kiel bedeutet unzweifelhaft das Verharren auf dem bisher einge­schlagenen Wege. Oesterreich-Ungarn nimmt im Geiste an der Kieler Monarchenentrevue teil, da es sich eins weiß mit den Zielen und Bestrebungen der beiden mit unserer Monarchie so eng be­freundeten und verbündeten Reiche." I

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Dcr loknle KncMusiand

Die Lage ist unverändert, die diplomatischen Beziehungen find I fmmer noch nicht abgebrochen. Die bulgarische Negierung hat in I zwei letzten Noten in Belgrad und Athen mitteilen lassen, daß eine Kriegserklärung erfolgen wird, wenn der Vormarsch und die An- I griffe der serbischen und griechischen Truppen bis heute abend nicht eingestellt worden sind. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß das | der Fall sein wird. Bulgarien beweist jetzt einen eigentümlichen j Langmut. Es erkennt offenbar, daß seine Aussichten alles andere , eis gut sind, da es nach der nun erfolgten Mobilmachung Rumä- I eiens von allen Seiten umdrängt ist. Auch in der Türkei kann I

I ihm noch ein recht gefährlicher neuer Gegner entstehen. Ein Mi- I nisterrat in Konstantinopel hat beschlossen gegenüber den Zwischen­fällen unter den Verbündeten v o r l ä u f i g als aufmerksamer Zu­schauer sich zu verhalten, daß jedoch die Türkei auch a k t i v i n d i e I Ereignisse eingreifen werde, sobald ihr der gegebene Zeitpunkt passend erscheine. Die Pforte werde dann Bulgarien gewisse Bedingungen stellen, von deren Annahme oder Ablehnung I es abhängig sei, ob die Türkei der bulgarischen Regierung den Krieg erklären werde. Vielleicht ist hier der Türkei die Möglich-

I ^it gegeben, sich einen Teil ihres verlorenen Gebietes wieder zu­rückzuerwerben.

lleber die Kämpfe werden weiter die widersprechendsten Nach­richten verbreitet. Allerdings laufen die Berichte von bulgarischer Seite ziemlich spärlich ein und klingen nicht eben so, als hätten die Sieger von Kirkilisse und Lüleh Burgas neue Lorbeeren um ihre Fahnen gewunden. Die einzigen Meldungen über bulgarische Er­folge werden zudem nur von derNeuen Freien Presse" und der IReichspost" aus Sofia gebracht, während doch sonst dieAgence Vulgare" sehr eifrig im Verbreiten von Kiegesnachrichten war. Man kann daraus wohl schließen, daß Serben und Griechen bis jetzt wenigstens vom Kriegsglück mehr begünstigt sind.

W i e n , 3. Juli. DieNeue Freie Presse" meldet aus Bel­grad: Der König und der Ministerpräsident reisten heute früh nach Uesküb ab. DieNeue Freie Presse" meldet aus Sofia: Bul­garen nahmen gestern uachmittag bei Jstip 1580 serbische Soldaten und 27 Offiziere gefangen. Weiter hatten die Bulgaren wichtige Erfolge bei Aivatli, 14 Kilometer nordöstlich von Saloniki. Nach Privatmeldungen derReichspost" aus Sofia rücken die Bulgaren auf dem serbischen Kriegsschauplatz gegen die serbischen Stellungen I bei Köprülü vor und umklammerten wichtige serbische Positionen I auf der Höhe gegen Kratowo; sie bereiten eine Umfassung I der S e rbenbei Egri Palanka vor.

I Der zweite Kampftag.

V e l g r a d, 3. Juli. Am 1. Juli ist die 7. bulgarische Divi­sion, 24 Bataillone und etwa 70 Geschütze stark, in wilder Un­ordnung geflohen und über das linke Ufer des Zletovo- zurückgeworfen worden. Die serbischen Truppen haben die Fliehen- f den a«Ms4"»TfV?.t"i%Uur.gvn7-eine große Anzahl von Toten und Verwundeten zurückzulassen. Als die Bulgaren begannen, sich wieder festzusetzen, ging die serbische Infanterie und später die Kavallerie.mit einer solchen S ch n ei d i gkeit vor, daß der Rück­zug der Vulgaren zu einer regellosen Flucht wurde. Die Bulgaren ließen ihre gesamten Batterien und Maschinengewehre zurück und warfen ihre Gewehre, ihre Munition und ihr Gepäck fort. Mit vereinten Kräften haben die serbische Kavallerie und Infanterie eine vollständige Schnellfeuergeschütz-Vatterie mit Be­spannungen, die Bedienungsmannschaften und Offiziere wegge­nommen und außer dieser Beute haben sich die Serben 9 Schnell­feuergeschütze, 7 Eebirgsschnellfeuergeschütze, sowie einer ganzen Maschinengewehrabteilung von 4 Stück Maschinengewehren, ihre Ausrüstung und einer großen Anzahl von Gewehren und Munition bemächtigt. Gefangen genommen worden sind: Der Kommandeur des 13. bulgarischen Infanterieregiments, das vollständig zersprengt worden ist, 10 Offiziere und an 1000 Unteroffi­ziere und Soldaten. Die Verluste der Bulgaren sind sehr bedeu­tend. Nach ihren auf dem Schlachtfelds zurückgelassenen Toten und Verwundeten dürften sie etwa 8 0 0 T o t e und 1800 Verwundete I betragen. Die serbischen Verluste sind, obgleich hoch, doch weniger beträchtlich als die bulgarischen . Der blutigste Kampf hat sich auf dem rechten serbischen Flügel abgespielt, auf dem nach einer fürch­terlichen Niederlage der Vulgaren die Serben 19 bulgarische Offi­ziere, 191 Unteroffiziere und über 1500 Soldaten gefangen genom­men haben.

Belgrad, 3. Juli. Die V e r l u st e der Serben bei dem letzten Kampfe bei Ratki Bukwi betrugen etwa 3000 Tote und Verwundete. Die Verluste der Bulgaren sind bedeutend größer.

Serbische Anklagen.

V e l g r a d, 3. Juli. Das RegierungsorganSamouprawa" drückt seinen tiefsten Schmerz darüber aus, daß die Bulgaren i n unersättlicher Eier nach fremdem Gute in verbrecherischer Weise die Eintracht auf dem Balkan vernichtet und wegen einiger 10 000 Quadratkilometer Landes einen Bruderkrieg nicht gescheut haben. Die neuesten Ereignisse bedeuten ein großes Unglück- für den Balkan und vielleicht sogar eingrotzesslawischesUn- g l L ck. Erschreckend ist das barbarische Vorgehen der Vulgaren, die ein unter dem Schutze des Roten Kreuzes stehendes serbisches Feldspital überfallen und verwundete serbische Offiziere und Sol­daten auf das Furchtbar st e massakriert haben. Vor solchen Erscheinungen muß das Blut der serbischen Krieger erstar­ren und der Drang nach furchtbarer Rache erweckt werden. Die Bulgaren werden für solche empörende Verbrechen der Strafe Gottes nicht entgehen. Schon am Schlachtfelds beginnt das Gottes­urteil sie zu erreichen und auch nach dem Kriege werden sie in ihrer Erschöpfung, im Verluste ihres Prestiges und in der Verachtung, mit der ihnen ihre Nachbarn begegnen werden, ihr fluchwürdiges Verbrechen sühnen müssen.

V e l g r a d, 3. Juli. Hier herrscht besonders große Aufregung über einige bekannt gewordene Ereueltatenbulgarischer Soldaten an serbischen Kriegsteilnehmern. Nach dem Kampfe von Jstip sollen die Bulgaren eine Anzahl gefangener Serben auf schrecklichste Weise zu Tode gequält haben. Ein verwundeter serbischer Major soll von den Bulgaren durch unzählige Säbelstiche getötet worden sein. Auch sollewdie Bulgaren in ein bei Jstip er­richtetes serbisches Feldlazarett Mdrungen sein und alle Verwunde­ten niedergemacht haben. Im Kampf bei Jstip nahmen übrigens auch montenegrinisch« Truppen teil.

Borrücke» der Griechen.

S a l o n t k i, 3. Juli. Die Bulgaren begannen heute morgen mit einem Angriff auf die griechischen Stellungen bei Langadh«. Die griechische Artillerie zwang die Bulgaren, sich zurückzuzieden. Die Griechen rücken vor.

® * * 3' 3uli. Die griechische Armee kam aus ihrem

siegreichen Marsche vor Kilkitsch. Am nachmittag errichteten die Vulgaren gewaltige Verteidigungswerke. Sie rechneten damit, bei Kilkitsch Widerstand zu leisten, um das Vorwärtsdringen der grie­chischen Armee zu hemmen. Gegen abend wurde Kilkitsch i m Sturm genommen. Die Begeisterung der griechischen Trup­pen ist unbeschreiblich. Sie wollten nach einem so denkwürdigen Tage sich der wohlverdienten Ruhe nicht hingeben, sondern ver- langten von ihren Führern zu einem neuen Siege geführt zu wer- den. Infolgedessen rückte das Heer nach Norden weiter. In tue. fern großen Kampfe spielte das Bajonett die wichtigste Rolle. Die griechiswen Verluste sind erheblich, wenn auch im Vergleich mit den bulgarischen gering.

Die bulgarischen Roten.

S o f i a, 3. Juli. Die Regierung hat gestern abend der serbi­schen Gesandtschaft eine Note überreicht, in der sie folgendes fest, stellt: Die letzten Zwischenfälle in Mazedonien sind nicht von den bulgarischen Truppen veranlaßt, die keineswegs einen Angriff be. zweckten, sondern im Gegenteil von den serbischen Truppen ange- griffen worden sind, offenbar im Einverständnis mit den Griechen, die gleichzeitig unerwartet angegriffen haben. Die bulgarische Rs-' gierung hat jedoch, von dem Wunsche geleitet, allen Verwicklungen vorzubeügen, beim Eintreffen der ersten Nachrichten den Befehl gegeben, alle Operationen auf Seiten Bulgariens einzustellen und har zu gleicher Zeit die serbische Regierung aufgefordert, den Be­fehl zu geben, die Angriffsbewegung der serbischen Truppen anzu­halten. Anstatt daß dieser Befehl erteilt wird, erfährt die Regie- rung, daß große serbische Truppenmassen auf Jstip vorrücken. Bei diesem Stande der Dinge lehnt die bulgarische Regierung nicht allein jede Verantwortung ab, sondern sie besteht zum letzien Mal darauf, daß die serbische Regierung den Befehl gibt, von morgen ab, mit der Angrifssbewegung der Truppen aufzuhören. Jrn gegen, teiligen Fall- schreibt die bulgarische Regierung der serbischen die ganze Verantwortung für die Folgen zu.

S o f i a, 3. Juli. In einer Note an die bulgarische Negierung über die Zwischenfälle hat der griechische Gesandte erklärt, daß die griechische Regierung sich gezwungen gesehen habe, den Truppen den Befebl zum Vormarsch zu geben, um ihre Stellungen und ihr Gebiet zu verteidigen, und daß das griechische Hauptquartier die bulgarische Abteilung in Saloniki aufgefordert habe, binnen einer Stunde die Waffen niederzulegen. Die bulgarische Negierung hat gestern abend geantwortet, daß griechische Abteilungen in Gemein­schaft mit serbischen Truppen es waren, die als die ersten das Feuer gegen die bulgarischen Vorposten eröffnet hätten und daß nur infolge dieser Herausforderung sich die bulgarischen Truppen gezwungen gesehen hätten, das Feuer zu erwidern und die Angrei­fer zurückzuwerfen. Wenn die bulgarischen Truppen die griechi­schen Truppen hätten angreifen wollen, so würden sie vorgerückt sein und den Angriff auf ganz andere Weise vorgenommen haben. Gestern hätten die bulgarischen Truppen den Befehl erhalten, das Feuer einzustellen und in ihren Stellungen zu verbleiben. In­dessen habe die griechische Regierung, anstatt ebenfalls die Einstel­lung des Feuers zu befehlen, ihren Truppen den Befehl zum Ver­rücken gegeben. Die bulgarischen Truppen haben seit gestern das Feuer eingestellt und die bulgarische Regierung will hoffen, daf dieselben Befehle auch von Griechenland gegeben werden. Sollte» die griechischen Truppen entgegen dieser Erwartung nicht bis mor- gen den Befehl zur Einstellung des Feuers sondern zum Vorrücken erhalten, dann lehnt die bulgarische Regierung jegliche Verant- wortrung für die sehr schweren Folgen ab, die daraus entstehen könnten. Sie wird außerdem die griechische Regierung für alles verantwortlich machen, was den bulgarischen Truppen in Saloniki durch deren gewaltsame und illoyale Entwaffnung widerfahren sollte.

Der Krieg unausbleiblich.

S o f i a, 3. Juli. Von zuständiger Stelle verlautet, Minister­präsident Danew habe die russische Regierung gebeten, in Belgrad und Athen zwecks Einstellung der Operationen binnen 24 Stunden zu intervenieren. Wenn die Serben und Griechen nicht zustimmen, soll nach Ablauf der Frist die Kriegserklärung erfolgen.

S o f i a, 3. Juli. Nach Mitteilung von zuständiger Stelle ist die russische Gesandtschaft in Sofia verständigt worden, daß die Serben und Griechen sich weigern, die Operationen einzustellen, so­daß der Krieg unausbleiblich ist.

Die unnötige Reise Danews.

Sofia, 3. Juli. Dr. Danew wird morgen vormittag die Reise nach Petersburg antreten. Um zu vermeiden, daß er hierbei über Serbien fahren muß, hat ihm die russische Regierung ein Torpedoboot zur Verfügung gestellt, das ihn von Warna nach Se wastopol bringen wird.

Die Stimmung in Belgrad und Sofia.

Belgrad, 3. Juli. In Belgrad wird die Kriegserklärung jeden Augenblick erwartet. Die Erregung der Bevölkerung ist aufs höchste gestiegen, und auf den öffentlichen Plätzen finden Anfamm- lungen von Bewohnern statt, in denen stürmisch der Krieg verlangt wird.

Sofia, 3. Juli. Gestern nachmittag erhielten die hier an- äsfigen Korrespondenten der europäischen und amerikanischen Zer- ungen von der Regierung die Nachricht, daß zu den Schlachtfeldern rm neuen Kriege unter keinen Umständen Kriegskorrespondenten zugelassen würden. Um 9 Uhr abends müssen alle Lokale, Lädr» ,