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IMM des Sailers.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht folgenden Erlaß des Kaisers an den Reichskanzler:

In dem an ernsten und frohen vaterländischen Gedenktagen so reichen Jahre ist Mir ein besonders glücklicher Tag beschieden gewesen: der Tag, an welchem Ich vor 25 Jahren auf den Thron meiner Väter berufen wurde. In Gesundheit habe Ich ihn mit Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, Meiner Gemahlin, im Kreise Unserer Kinder und Kindeskinder freudig begehen kön­nen. Ich danke Gott, daß Ich mit Befriedigung zurückblicken darf auf die vergangenen 25 Jahre ernsten Schaffens, auf die großen Errungenschaften, welche sie dem Vaterlande auf allen Gebieten des geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens gebracht haben, auf die beispiellose Zunahme an Volkskraft und Nationalvermögen. Das aus dem Fundament der Einig- keit der deutschen Stämme und ihrer Fürsten von Kaiser Wilhelm dem Großen errichtete Deutsche Haus ist nach innen und außen weiter ausgebaut zu einem geschützten und freundlichen Aufenthalt für seine Bewohner. Daß dies unter den befruchtenden Strahlen der Friedenssonne geschehen ist, deren Kraft jedes am Horizont auftauchende Gewölk siegreich zer­streute, macht Mich besonders glücklich. Ein Herzenswunsch ist Mir damit in Erfüllung gegangen. In reicher Fülle ist mir an meinem Ehrentage Liebe, Treue und Anhänglichkeit von allen Seiten ent- pegengebracht worden. Die erlauchten deutschen Fürsten und die Freien Städte haben es sich nicht nehmen lasten, ihre Mich be­glückende Freundschaft und die Festigkeit des Bandes deutscher Einheit durch persönliche Ueberbringung freundlicher Glückwünsche von neuem zu betätigen. Das deutsche Volk hat Mir durch Abord­nungen und Tausende von Zuschriften, Telegramm und künstleri­schen Adressen aus allen Gauen des Vaterlandes, aus den Kolonien und aus allen Teilen des Erdballs treue Glückwünsche kundgegeben. In Stadt und Land ist der Tag mit freudiger Teil­nahme festlich begangen worden. In festlichen Veranstaltungen der Parlamente, Behörden und Vereine wie in freundlichen Fest­artikeln der Tagespreste ist eine patriotische Gesinnung von außer­gewöhnlicher Stärke zutage getreten. Aber nicht auf Glückwünsche und Festreden allein haben sich die Mir gewidmeten Aufmerksam­keiten und Ehrungen beschränkt. Wenn Festesfreude mit dem Her­zen empfunden wird, drängt sie zur Betätigung durch Dankopfer. Provinzen, Kreise, Städte, Gemeinden, und Vereine haben trotz hoher Anforderungen an ihre Opferwilligkeit sich gedrungen ge­fühlt, zahlreiche mit Meinem Namen verbundene Stiftungen zu errichten, dazu bestimmt, die Not der Bedürftigen, Kranken und Elenden zu lindern und gemeinnützige Bestrebungen mannigfach­ster Art zu fördern. Zu Meiner besonderen Freude ist dabei auch der in unseren Kolonien segensreich wirkenden christlichen Missionen und der mit Elücksgütern nicht gesegneten V e t e - ranenausgroßerZeit dankbar gedacht worden; so ist Mein Regierungsjubiläum zur Quelle eines Segensstromes für die deut- fchen Lande noch für kommende Geschlechter geworden. Beglückt eni beweat durch die Beaeisterunr. mit der Mein Ehrentag als

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage". - «Mr»»- »'M-----! ! ml» !! rr-ninrnrr,"-za- «

Jta 143

DieOberhessischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich buit*- die Post 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.- Vuchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

Marvmg

Sonnabend, 21. Juni

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15£. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 g, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. JaM

1913.

irrstes Blatt.

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ereignisreichen Zeit

ist es für jeder» eine Notwendigkeit

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Daß unser Blatt überall «nd in allen Kreisen unserer engeren Heimat festen Fuß gefaßt hat und allen Anforderungen an ein leistungsfähiges Provinzblatt gerecht wird, geht vor allem aus der nachweislich sehr starken Verbreitung in Marburg und den umliegenden Kreisen hervor, die allgemein bekannt ist.

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und ein interestante« Feuilleton ergänzen den Nachrichtenteil bestens. Heber die Reichstags» und Landtagsoerhandlungen wird fortlaufend und ausführlich berichtet, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.

Die Oberhessisch« Zeitung steht auf monarchischem Boden und ver­tritt ein» nationale Politik. Sie verzichtet darauf, sich in den Dienst einer bestimmten Partei zu stellen und legt besonderen Wert darauf die Jnteresten unserer Stadt und engeren hessischen Keimat mit besonderem Nachdrucke wie von jeher zu fördern.

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nationaler Festtag gefeiert worden ist, spreche Ich jedem einzelnen, welcher Meiner so freundlich gedacht und zur Erhöhung der Festes­freude beigetragen hat, auf diesem Wege meinen wärmsten Dank aus. Ich werde auch ferner für das Wohlergehen desdeutschenVolkesgernMeinevolleKraft ein­setzen, solange Gott der Herr sie Mir erhält. Er aber wolle mein Wirken und Streben mit seinem Segen begleiten und das teure Vaterland allezeit in seine gnädige Obhut nehmen. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntnis zu bringen."

Neues Palais, 19. Juni 1913.

Wilhelm I. B.

Der Kaiser hat anläßlich seines Negierungsjubiläums nach­stehenden Beobachtungsosfizieren für Flugzeuge den Kronenorden vierter Klaffe verliehen: Oberleutnant Steffen vom Füsilier-Regiment Nr. 35, Leutnant Winckler vom Infanterie-Re­giment Nr. 14, Leutnant Friedberg vom Jägerbataillon Nr. 14, Oberleutnant Drechsler vom Infanterie-Regiment Nr. 123 (kom­mandiert zum Großen Generalstabe), Oberleutnant v. Egan-Krie- vöm Leibhusaren-Regiment Nr, 1 (kommandiert zur Kriegs­akademie).

Das Telegramm PoincarHs.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:Zum Re­gierungsjubiläum des Kaisers sind von fremden Souveränen und Staatsoberhäuptern Glückwünsche in so großer Zahl eingetroffen, daß davon abgesehen worden ist, die Telegramme und die darauf ergangenen Antworten zu veröfftenlichen. Darunter befindet sich auch ein sympathischer Glückwunsch des Präsidenten der französi­schen Republik. Durchaus irrig ist, wie wir feststellen konnten, die Angabe eines Pariser Blattes, dieses Telegramm sei in Berlin übersehen und nicht in die Hände des Kaisers gelangt. Das Telegramm des Präsidenten ging am 15. Juni ein und wurde von Sr. Majestät noch an demselben Tage beantwortet."

9er Sailer del der Manseianita in Smmr.

Hannover, 20. Juni. Die Stadt hatte anläßlich des Be­suches des Kaisers zur Einweihung des Rathauses reichen Flaggen- sckmuck angelegt. Auf dem Wege vom Schloß zum Neuen Rathauje bildeten etwa 14 000 Schulkinder Spalier. Um 10 Uhr traf das Automobil mit dem Kaiser, der die Uniform seines Hannoverschen Ulanenregiments trug, vor dem Rathause ein. Nachdem der Kaiser die Front der Ehrenkompagnie, die das 73. Infanterieregiment stellte, abgeschritten hatte, wurde er vom Stadtdirektor Tramm, dem Oberpräsidenten Dr. v. Wentzel, dem kommandierenden Gene­ral v. Emmich begrüßt und in die Große Halle geleitet. Stadt­direktor Tramm begrüßte den Kaiser mit einer Rede, auf die der Kaiser folgendes antwortete:

Ich danke Ihnen und den städtischen Kollegien für die freundliche Einladung zur heutigen Feier. Ihre Begrüßungsworte und die Mir in den Mauern Ihrer schönen Stadt heute zu Teil gewordene besonders herzliche Aufnahme spiegelten die freudigen Empfindungen lebhaft wie­der, mit denen Meine treue Stadt und Provinz Hannover im Wettbe­werb mit den übrigen Teilen der Monarchie in diesen festlichen Tagen die Vermählung Meiner geliebten Tochter und Mein 25jähriges Regie­rungs-Jubiläum begleitet und mitgefeiert haben. Noch ganz unter dem erhebenden Eindruck dieser festlichen Begebenheiten fteue Ich mich, hier auch mündlich für alle die zahlreichen Beweise der Treue, der Liebe und des Vertrauens Meinen innigsten Dank ausdrücken zu können. Zu­gleich beglückwünsche ich Meine Haupt- und Residenzstadt Hannover zu dem neuen Rathaus, zu besten Weihe wir hier versammelt sind. Durch langjährige mühevolle Arbeit ist es gelungen, den gewalt'gen Bau zur Vollendung zu bringen und ein Wahrzeichen des kraftvollen Aufblühens und des wirtschaftlichen Aufschwungs Ihrer Stadt zu errichten. Mit den beiden trefflichen Bildwerken vor uns hat die Stadt ihren Dank für die landesväterliche Fürsorge Meines Hauses in innigster Weise zum Aus­druck gebracht und damit zugleich von ihrer treuen Anhänglichkeit und loyalen Gesinnung ein beredtes Zeugnis für alle nachkommen­den Geschlechter abgelegt. Möge das neue Rathaus alle Zeit eine Stätte sein, an der für das Wohl einer gliicklichen Bürgerschaft mit Weisheit, Hingebung und Pflichteifer beraten und gearbeitet wird im Aufblick zu Gott und treu zu König und Vaterland. Indem ich nun den Pokal ergreife zur Weihe dieses Hauses, besten Ballone ich mit den Frauen und Jungfrauen Hannovers geschmückt sehe, schließe ich auch diese hier ein und trinke auf das Wohl meiner getreuen Haupt- und Residenz­stadt Hannover und das Glück ihrer Bürgerschaft."

Es folgte ein längerer Rundgang durch die Festräume des Hauses, wobei dem Kaiser die bei dem Bau beteiligten Herren vor­gestellt wurden und er sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Hierauf kehrte der Kaiser im Automobil nach dem Königlichen Schloß zurück. Stadtdirektor Tramm hat den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub erhalten. Das neue Rathaus ist mit einem Kostenaufwand von mehr als 10 Millionen Mark errichtet. Der Kaiser begab sich um 12 Uhr zum Frühstück beim kommandie­renden General v. Emmich. Darauf fuhr der Kaiser mit Gefolge im Automobil nach

Kloster Soccern,

das sein 750jähriges Bestehen feiert. Der Kaiser wurde an der Stiftskirche von dem Abt, der die Mitra angelegt hatte und den silbernen Krummstab in der Hand hielt, und den Konventualen des Klosters empfangen. In der Stiftskirche fand ein liturgisch reich ausgestatteter Gottesdienst statt. Der Abt legte seiner Fest­predigt zu Grunde Lucas 19 Vers 40:Wo diese schweigen, werden die Steine schreien." In seiner Festrede gab der Abt einen Ueber» blick über die eigenartige Geschichte des Klosters. Der Kaiser ver» lieh dem Abt und Oberkonsistorialrat Dr. Georg Hartwig den Stern zum Kronenorden 2. Klaffe. Nach 6 Uhr traf der Kaiser wieder in Hannover ein. Um 8 Uhr speiste er beim Oberprästden- ten v. Wentzel.

Das Besitzsteuergesetz in zweiter

Kommissionslesung angenommen.

Die gestrige Aussprache in der Budgetkommission des Reichs­tags wurde beim Abschnitt über die Wertermittlung fortgesetzt. Hierzu lag eine Reihe Anträge des nationalliberalen Abgeord­neten Schiffer vor, die der Schatzsekretär befürwortete. Die An­träge wurden angenommen. Die Sozialdemokraten beantragten

die gesetzliche Steuerpflicht der Bundesfürsten

in der Form, daß der Bundesrat die für die Veranlagung und Erhebung der Besitzsteuer der Bundesfürsten zuständigen Behörden bestimmen soll. Der Schatzsekretär wandte sich lebhaft gegen diesen Antrag. Diese Frage sei für die Regierung von so ungeheurer Bedeutung, daß sie gar nicht nachgeben könne und nicht nachgeben dürfe. Man möge die Frage in einemynbeten Zusammenhang zum Austrag bringen. Der Antrag der Sozialdemokraten wurde gegen die Stimmen der Antragsteller und der Volkspartei ab­gelehnt.

Bei dem Abschnitt über die Besitzsteuererklärung beantragt der Abg. Schiffer die Streichung der eidesstattlichen Versicherung. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag forderte 0,2 pro Mille als eine ver­schleierte Vermögenssteuer. Der Schatzsekretär erklärte, daß die verbündeten Regierungen eine Vermögens­steuer aus den bekannten Gründen nicht annehmen können, sie könnten also auch nicht es in dieser verschleierten Form tun. Der Antrag wurde daraufhin abgelehnt. Auf Aufrage er­klärte der Schatzsekretär, daß eine Stundung, namentlich bei Erb­gang in landwirtschaftlichen Grundstücken stattfinden soll im Sinne der früheren Handhabung und der Bestimmungen im Erb- anfallsteuerentwurf. Zu den Strafvorschriften beantragte der Abgeordnete Schiffer, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt gemacht werden kann. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Zu der Entschädigung der Bun­desstaaten für die Erhebungskosten lag ein Antrag vor, zehn Pro­zent der Roheinnahme den Bundesstaaten zu überlasten. Schließ­lich wurde ein Antrag, für die erste Veranlagung zehn Prozent, später fünf Prozent Entschädigung zu gewähren, mit großer Mehr­heit angenommen. Damit wardie erste Lesung desVe- sitzsteuergesetzes erledigt.

Nach der Pause wandte man sich der Beratung der Frage der Zuckersteuer

zu. Das Finanzgesetz bestimmt, daß die Zuckersteuer in der bis­herigen Höhe, also 14 Mark, noch bis zum Ende des Rechnungs­jahres 1917 aufrechterhalten bleiben soll. Ein Antrag Schiffer wünscht die Aufrechterhaltung der bisherigen Steuer. Zur Be­gründung des Antrages wurde auf die ganze Leidensgeschichte der Zuckersteuer verwiesen. Eine weitere Vertröstung auf die Zukunft sei nicht zweckmäßig; man sollte also lieber diese Vertröstung ganz fallen lassen, selbstverständlich unter dem Vorbehalt späterer Ermäßigung der Zuckersteuer. Dagegen sollte man die ganz ein­seitig wirkende Umsatzsteuer im Jahre 1914 aufheben. Der An­trag Schiffer wurde mit den Stimmen der Nationalliberalen, Fortschrittler und des Zentrums angenommen und mit derselben Mehrheit der betreffende Paragraph der Regierungsvorlage. Da­mit bleibt die Zuckersteuer bis auf weiteres in der bisherigen Hohe von 14 Mark bestehen. Der Umsatzstempel wurde auf die Hälfte herabgesetzt. Sodann wurden noch aus dem Reichs­stempelgesetz durch Annahme einer Reihe von Abänderungsanträ- gen des Nationalliberalen Keinath die Eesellschaftsstempel ange­nommen. Heute sollen die Versicherungsstempel beraten werden, und unmitelbar darauf wird die zweite Lesung des Wehrbei­trags beginnen.

Die Lage auf dem Balkan.

In der zum Teil schon veröffentlichten bulgarischen Antwortnote beißt es weiter:Der thrazische Kriegsschauplatz mußte als der Haupt- krieosschauplatz erscheinen, besonders da im Aegäischen Meer die itaue- nische und sodann die griechische Flotte die Türkei der Möglichkeit be­raubten ihre asiatifcken Truppen nach Mazedonien zu senden und sie zwangen, sie ausschließlich nach Thrazien zu dirigieren. Auf dem maze­donischen Kriegsschauplatz war eine relativ schwache Armee verblieben, die die bulgarischen Truppen bereits am zwölften Tage des Krieges von dem Kern der türkischen Streitkräfte abschnitten, und gegen welche die serbischen griechischen und montenegrinischen Truppen gemeinsam zu kämpfen hatten. Schon die Tatsache, daß während der ganzen Dauer des Krieges das serbische Oberkommando nicht das Bedürfnis fühlte, die Entsendung von ungefähr 32 000 Mann bulgarischer Truppen aus ben mazedonischen Kriegsschauplatz zu verlangen und im Gegenteil es für möglich hielt von diesem Kriegsschauplatz etwa 35 000 Mann serbischer Truppen zu detachieren, um sie nach Adrianopel zu dirigieren, beweist ganz offensichtlich, daß wenn der bulgarische Eeneralstab 100 000 Mann auf den mazedonischen Kriegsschauplatz gesandt hätte, dies Vorgehen für die Verbündeten verhängnisvoll gewesen wäre. Was die Behaup­tung betrifft, daß Serbien der bulgarischen Hilfe beraubt blreb und eine viel stärkere Armee habe mobilisieren müsten, als wozu es nach der Konvention verpflichtet war, so ist dies unbegründet, denn . Bulgarien hat Serbien die versprochene Hilfe geleistet. Außerdem verpflichtete dre Militärkonvention die beiden Länder ein auf 150 000 Mann serblscher- seits und 200 000 Mann bulgarischerseits festgesetzte Mindestzahl von Truppen ins Feld zu schicken. Sie setzte aber nicht die Höchstzahl fest.

Die Haltung Rußlands.

Petersburg, 20. Juni. Die russische Regierung hat auf An­ordnung des Zaren ihre Gesandten in Sofia, Belgrad und Athen ange­wiesen, den dortigen Regierungen wisten zu lasten, daß der Zar nach wie vor auf der Schiedsrichterrolle im Konflikte der Bal- kanstaaten bestehe und der Hoffnung Ausdruck gegeben habe, daß sich, sämtliche Balkanstaaten seinem Schi^sspruch« Unterwerfen m» nicht «tt' besten Ausführung zögern werde», , >