1913.
Ae iiciltschkii Biiniicssmstcil in Berlin
Marburg
Mittwoch, 18. Juni
Vaterlandes unverbrüchlich verbunden find, dürfen es besonders dankbar rühmen, daß es Eurer Majestät Weisheit jederzeit gelungen ist, unter schwierigen Verhältnissen dem Reiche die Erfüllung seiner fortschreitenden Bedürfnisse zu fichern, den Einzelstaaten aber diejenig« Selbständigkeit zu wahren, die ste zur Erfüllung ihrer eige- nen Aufgaben bedürfen. Wie wir aber in der uns verbürgten Selbständigkeit die Grundlage des inneren Friedens und eine Gewähr für di« Wohlfahrt des Reiches und seiner Glieder erblicken, so können auch Eur« Majestät versichert sein, daß wir in gleicher Treue an den uns ob- liegenden Pflichten festhalten und dah das W o h l d e s R e i ch e s d 1r Seit ft ein unserer Handlungen und Entschliehungen bleiben wird. So sind wir denn alle hierher geeilt aus dem Süden und Norden, von den Grenzen derAlpen und des Erzgebirges, vom Rhein, der Weser, der Elbe, vom Bodensee, der Nord- und Ostsee und von den deutschen Mittelgebirgen, um Eurer Majestät zu versichern, dah wir und unsere Länder in guten und bösen Tagen treu zu Kaiser und Reich st e h e n. Eure Majestät haben vor wenigen Wochen ein glan. zendes Familienfest gefeiert. Unter der freundschaftlichen Teilnahme hoher Verwandter haben Eure Majestät unter den Glückwünschen ^des ganzen deutschen Volkes Ihre liebreizende und einzige Tochter vermählt. Möge das Familienfest, das diesen Lebens- und Regierungsabschnitt Eurer Majestät so glückhaft überstrahlt, von günstiger Vorbedeutung dafür sein, dah über der Politik des Friedens, die sich Eure Majestät zum Ziele gesetzt hat, auch fernerbin die Sonne des göttlichen Segens scheinen werde. Zch fordere die Anwesenden auf, mit mir in den Ruf einzustimmen: Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät di«
Kaiserin, sie leben hoch!"
Die Musik spielte die Nationalhymne.
Der Kaiser antwortete mit folgendem Trinkspruch:
„Euere Majestät haben die Gnade gehabt, hier in weiterem Kreis« den Ausdruck der gütigen Wünsche und herzlichen Gesinnungen zu wieder- holen, die in der heutigen-feierlichen Zusammenkunft mit meinen hohen Verbündeten als deren Wortführer Seine Königliche Hoheit der Prinz- rezent von Bayern mir kundmgeben geruht hat. Ich bitte Euere Majestät und alle anwesenden Fürsten und Vertreter der Freien und Hansestädte, meiner tiefen Dankbarkeit für die zu Herzen gehenden Beweise der Liebe gewiß zu sein, die bei der Vollendung des 25. Jahres meiner Regierung mir in so reichemMahe von den Oberhäuptern der deutschen Bundesstaaten cntgegengebracht werden. Ich freue mich dieser Ehrungen nicht nur für meine Person. Ich erblicke darin ein neues Unterpfand für den Segen der Entwicklung, die uns das Reich, das stärke einige Deutschland, bescheert. Diese Gemeinschaft in dem unauflöslichen Bunde, der das Eigenleben seiner Glieder nicht beeinträchtigt, ist uns allen in Fleisch und Blut übergegangen. Dazu mitgewirkt zu haben und für dieses Bestreben am heutigen Tage die Auer- kcnnung meiner hohen Verbündeten zu finden, gibt mir das Vewuht- sein, dah ich mein kaiserliches Amt in dem Geiste der Verträge zu führen bestrebt bin, auf denen die Unantastbarkeit des Reiches und aller seiner Teile beruht. Das Bekenntnis deutscher Vundestreue, das mir ans Euerer Majestät beredten Worten so warm entgegenklang. findet in meinem Herzen starken und freudigen Widerhall. Ich nehme es als eine Bestätigung dafür, wie mächtig bei den Fürsten, den Regierungen und den Stämmen unseres Volkes der Wille zu einer natio- nalenEinheit lebt, in der wir das Heil für alle Zukunft erblicken. Eurer Majestät geruhten auch, in freundlicher Anteilnahme des Glückes zu gedenken, das vor kurzem Ihrer Majestät der Kaiserin und mir durch die Vermählung unserer Tochter beschieden wurde. Es war uns eine innige Elternfreude, diesen Herzensbund segnen zu können, und gern vollzogen wir die schöne Feier in diesem Jahre ernsten, aber auch freudigen Gedenkens. Möge sie von guter Vorbedeutung sein. So sind es die Gefühle der Dankbarkeit, der Treue und des Eottver- trauens, in denen ich den heutigen Tag in der Mitte meiner hohen Verbündeten begehe, und ich laste diese Gefühle zusammenklingen in den Ruf: Die deutschen Bundesfürsten und die Vertreter der Freien und Hansestädte, Hurra! Hurra! Hurra!"
Die Musik spielte „Deutschland, Deutschland über alles!" Der Kaiser trank darauf den Bundesfürsten zu.
Berlin. 17. Juni. Die Kaiserin, die gestern abend wegen der großen Hitze die Vorstellung im Königlichen Opernhause verlieh, befindet sich wieder vollständig wohl und nahm an den weiteren Jubiläumsfeierlichkeiten teil.
Der Fackelzug der Berliner Studenten.
Berlin, 17. Juni. Um 9% Uhr begann der Fackelzug, mit dem die akademische Jugend dem Kaiserpaar ihre Jubiläumshuldigung darbrachte. Von dem Denkmal Friedrichs des Großen her nahten mit Fackeln die Studenten zu Rotz, zu Wagen und zu Fuh in großem Wichs mit Mützen oder Hut, zogen heran nach den Klängen des Preußenmarsches, in Schlangenlinien den Lustgarten füllend. Der Kaiser empfing eine Abordnung sämtlicher Berliner Hochschulen. Dann hielt eines der Ausschußmitglieder eine Ansprache, die mit einem dreifachen Hoch schloß und nach der die Nationalhymne gesungen wurde. Der Kaiser, die Kaiserin und die Fürstlichkeiten erschienen auf dem Balkon. Dann erfolgte der Vorbeimarsch unter andauernden Hochrufen, für die der Kaiser unausgesetzt dankte. Der Zug dauerte bei sehr flottem Tempo über 1% Stunde. Das im Lustgarten angesammelte Publikum bereitete dem Kaiserpaar, bevor es vom Balkon zurücktrat, noch st ü r - mische Kundgebungen.
Geschenk des Kaisers für die Breslauer Jubiläumsausstellung.
Breslau, 17. Juni.. Der Kaiser hat durch allerhöchsten Erlaß dem Magistrat von Breslau für die kunstgeschichtliche Abteilung der Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege ein Gnadengeschenk von 20 000 M. aus dem Dispositionsfonds bewilligt. Die Bewilligung ist ausnahmsweife nur aus dem Gesichtspunkte
Auch der zweite Tag des Kaiserjubiläums war von herrlichem Wetter begünstigt. Der Kaiser unternahm um 7 Uhr morgens einen längeren Spazierritt und nahm nachher mit der Kaiserin das Frühstück in dem kleinen nach der Spree zu liegenden Gärtchen des Königsschlosses ein. Um 10% Uhr nahm der Kaiser das Ehrengeschenk der Offiziere entgegen, die vor 25 Jahren bet den Leib-Earde-Husaren gestanden hatten. Die Abordnung bildeten Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Fürst Reuß, der Herzog von Schleswig-Holstein, General ä la Suite v. Chelius. Um 11 Uhr begann der
Huldigungsfeftzug der vereinigten Innungen des Berliner Handwerks,
der durch eine Menge Teilnehmer mit zahlreichen Jnnungsfahnen, Bannern und Emblemen und teilMehr schönen Ehrenwagen sich zu einer imposanten und bedeutungsvollen Kundgebung gestaltete. Der Kaiser nahm die Huldigung von dem Balkon des Schloßes nach dem Lustgarten entgegen. Mit ihm erschienen aus dem Balkan Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, sowie die Kaiserin. Die im Schloße anwesenden Fürstlichkeiten sahen aus anderen Fenstern des Schlosses dem Schauspiel zu. Eine Stunde dauerte der Vorbeimarsch. Ein Hoch nach dem andern schallte hinaus zu dem Monarchen, der unaufhörlich salutierte. Stürmische Heiterkeit erregte im Zuge der Bäcker ein a u s T e i g gebackener „Ersatz Zeppelin 1“. Eine Innung folgte der anderen. Da kamen Friseure, Heilgehilfen, Böttcher, Buchbinder, Drechsler mit einem Ricsenschachspiel, Schneider mit gezogenem Degen, den auch die Bäcker trugen. Besonders reizvoll war der Wagen der Fischer, mit einem riesigen Netz bespannt, Fischergesellen, als Matrosen gekleidet, trugen geschmückte Fischkästen und riesige Netze. Die Glaser mit bunten Glasfenstern und einer gesprungenen Fensterscheibe, die Goldschmiede mit einem Festwagen, den Ehrenjungfrauen in mittelalterlicher Kleidung schmückten, Lehrbuben mit silbernen Pokalen flankierten die beiden Seiten. Die Konditoren zeigten einen riesigen Baumkuchen. Schier unabsehbar wälzte sich der Zug heran und die Sonne brannte. Es folgten die Lackierer, die Köche mit Löffeln und Kelle. Großen Jubel unter dem Publikum und bei den Fürstlichkeiten erregten die weißgewaschenen Schornsteinfeger in schwarzer Tracht. Die Maler und Tapezierer zogen mit einem riesigen Sofa vorüber; die Schlößer erkannte man an Hämmern und Zangen und einer kunstvoll gearbeiteten Kaßette. Ein von 8 Pferden gezogener Wagen führte einen 5 Meter hohen Schlüße! in der Mitte. Bei den Schlößern folgte in einem besonderen Wagen, von zwei Ehrenjungfrauen begleitet, der 101 Jahre alte Meister Fritsch. Den Schmieden wurde ein Hufeisen vorangetragen. Die Schuhmacher zeigten an Stiefeln aus allen Jahrhunderten, darunter riesigen Schnabelschuhen, die Entwickelung des Handwerks. Besonders glänzend war der Zug der Tischler, deßen drei Festwagen auch bei dem Kaiser große Freude erregten. Die Wanderburschen in den Trachten der Biedermaierzeit wurden viel bejubelt. Die Wagenbauer zeigten an dem Miniaturmodell eines alten Reisewagens und eines modernen Automobils die Fortschritte der Zeit. Ein riesiges, mit einem Musikkorps besetztes Autolobil leitete die Gruppe der Fuhrherren ein. Ein Frachtwagen von anno 1813 sowie die übrigen altmodischen Vehikel gefielen sehr; besonders aber erregte ein einsam dazwischen wandernder Handwerksbursche überall stürmische Heiterkeit. Zwei girlandengeschmückte, moderne Autoomnibusse mit Beamten in Uniform führten in die Gegenwart zurück und schloßen den Zug. Nach einem von dem Publikum ausgebrachten Hurra auf den Kaiser verließen die Fürstlichkeiten den Balkon. Sofort begann die . „ , , -
Anfahrt der Bundessürsten in Ealakarossen.
Um 121/» Uhr empfing das Kaiserpaar im Pfeilersaal der kaiserlichen Wohnung die Bundessürsten und die Präsidenten bet. Senate der Hansastädte. Prinz Ludwig, des Königreichs Bayern Verweser, hielt folgende
Ansprache an den Kaiser:
Euere Kaiserliche und Königliche Majestät!
Ganz Deutschland begeht in sestlicher Stimmung den Tag, an dem Euere Majestät auf ein fiinfundzwanzigjährrges, segensreiches Walten als Deutscher Kaiser und König von Peußen zurückblicken. Die deutschen Vundesfürsten und die Vertreter der Senate der Freien und Hansestädte, die mit dem führenden Bundesstaate Preußen in eng st er, unauflöslicher Gemeinschaft im Deutschen Reiche vereinigt sind, fühlen sich in erster Linie berufen, dieser freudigen Stimmung feierlichen Aufdruck zu geben. Sie haben sich deshalb heute hier versammelt um Eurer Majestät die wärmsten Glück- und Segenswünsche darzubringen. Als im Jahre 1888 der Gründer des neuen Deutschen Reichs, Euerer Majestät unvergeßlicher Herr Großvater, reich an Jahren, reicher noch an großen Erfolgen heimgegangen und die Heldengestalt Kaiser Friedrichs allzufrüh und vielbeklagt dahingeschieden war, haben Euere Majestät in jungen Jahren mit hohem Idealismus und ernstem Pflichtbewußrsein die Würden und Ausgaben des Königs von Preußen und Deutschen Kaisers angetreten. „Allzeit Mehrer des Deutschen Reichs zu sein nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung", das hat Euerer Majestät Höchstseliger Herr Großvater in der Ceburtsstunde des Deutschen Kaisertums als Leitsatz für sich und seine Nachfolger verkündet. Diesem hohen Ziele, daß Euere Majestät nach Uebernahme der Regierung in der Thronrede vom 25. Juni 1888 vor versammeltem Reichstage Eich zu eigen gemacht haben sind Euere Majestät all die Jahre her un
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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beirrt treu geblieben. Euere Majestät haben Stch in der Fahrung der auswärtigen Politik des Reichs, wie im Innern stets aufs neue als Wahrer des Friedens bewiesen, immer darauf bedacht, dem Retche die S t ä r k e zu sichern, die eines ehrenvollenFriede ns Gewahr ist.
Glänzend ist der wirtschaftliche Aufschwung, den Deutschland in diesen 25 Friedcnsjahren genommen und der in allen TeilendesReichs und in allen Schichten der Bevölkerung die Zunahme des Wohlstaillies gebracht hat. Umfaßend und sorgsam wurden die sozialen Einrichtungen »um Wohle der arbeitenden Klaßen erweitert und ausgebaut. Die Wehrkraft des Deutschen Reiches ist in nie ermüdender Arbeit gepflegt und gefördert worden; insbesondere hat sich die Marine unter per jon« kicher Initiative Euerer Majestät aas kleinen Anfängen ,u Achtung gebietender Stärke entwickelt. Was an sittlichen Kräften, was an Edlem und Schönem im deutschen Volke lebendig ist, konnte der Aufmunterung durch Euere Majestät sicher fein. Den Blick aus das Ganze und Einigende gerichtet, haben Emre Majestät den Wert und die Beden- tuna der Einzelstaaten im verfassungsmäßigen Organismus des Reiches nicht verkannt; die Erhaltung der ihnen für die Förderung ihrer Kultur- aufaaben unentbehrlichen Lebenskraft, ihre Rechte und Interessen durften des Kaiserlichen Schutzes sich erfreuen. Hierfür, wie für alles was Euere Majestät in diesen 25 Jahren zum Besten unseres großen Vaterlandes erstrebt und geleistet haben, möchten die deutschen Bundessürsten und die Freien und Hansestädte in dieser Stunde ihren freudigen Dank zum Ausdruck bringen. Als äußeres Zeichen unserer Gefühle und Gesinnungen bitten wir Euere Majestät, den Tafelaufsatz huldvollst entgegen-unehmen, den wir einstweilen im Entwurf hier zu überreichen uns gestatten. Das Schiff, das er darstellt, umrahmt von den Wappenschildern der deutschen Bundesstaaten, mit dem Reichsadler auf schwellendem Segel und der Kaiserkrone als Schiffszier, soll ein Symbol sein der Einigkeit der deutschen Fürsten, der Freien und Hanse-Städte, des ganzen deutschen Volkes, — bet unerschütterlichen Einigkeit, die des Deutschen Reiches Macht und Glanz nach außen und Jnnnen für immer verbürgt. Möge dem Schiffe des Deutschen Reiches unter Euerer Majestät starker Führung, wie bisher, auf viele, viele Jahre glückhafte Fahrt beschieden {ein! Möge Gottes Gnade und Segen auf Euerer Majestät, auf der huldreichen Kaiserin und auf dem ganzen in reichster Blüte stehenden Hohenzollern- haus rubenl Unsere Glückwünsche an diesem Festtage, unsere Segenswünsche für die Zukunft der Regierung Euerer Majestät faßen wir zusammen in dem Rufe: Seine Majestät, der Deutfche Kaiser und König von Preußen Wilhelm II. lebe bsA.“
Hierauf erwiderte bei Kaiser:
„Euere Königliche Hoheit und alle hier vereinten erlauchten Vundesfürsten wie die Hohen Vertreter der Freien und Hansestädte bitte Ich, für die Mir bereitete Ehrung Meinen innigen Dank entgegenzunehmen. Von Herzen und mit Freude danke Ich für die kunstreiche Ehrengabe, die unter" einem Mir besonders willkommenen Bilde Deutschlands einige Stärke und den Wert aller Glieder des Reichs für unsere Macht und Größe vor die Augen führt. Die durch die Bundesverträge umschloßene Vielgestaltigkeit unseres staatlichen Lebens bedeutet einen nationalen Reichtum, den nach Innen wie nach Außen zu schirmen Ich als Meine erhabene Kaiserliche Pflicht erkenne. Wenn die Erfüllung dieser Aufgabe, an die Ich in jungen Jahren nach dem Vorbild der beiden unvergeßlichen ersten Kaiser herangetreten bin, in der seither verfloßenen Zeit gelungen ist, so war dies nur möglich dank der Unterstützung, die Ich bei Meinen Hohen Verbündeten gefunden habe. Euere Königliche Hoheit haben der reichen Entwicklung zu gedenken geruht, die uns mit den Segnungen des Friedens während der letzten 25 Jahre vergönnt war. Wir sind vorwärts gekommen, wie in Heer und Flotte, so auch in Landwirtschaft und Industrie, in Handel, Schiffahrt und Verkehr, in Wisfenfchaften und Technik, in Künsten und — auch das ist wichtig — in der Pflege frohgemuter körperlicher Uebungen. Fern liegt Mir der Gedanke, als Verdienst für einzelne in Anspruch zu nehmen, was Gesamtleistungen der Nation sind. Wenn aber Euere Königliche Hoheit so freundlich Meinen Anteil an Deuticklands Vorwärtsstreben erwähnt haben, so drängt es Mich, hier zu bezeugen, mit welcher Dankbarkeit Ich die vielen Jahre hindurch verfolgt habe, daß alle Vundesfürsten und die Regierungen der Freien und Hansestädte, jeder in seinen Gebieten, jeder im eigenen Bereich, mitgearbeitet haben, wie an der Erstarkung unseres nationalem Lebens, so auch an dem wirtschaftlichen Aufschwung des Reiches und an einer deutschen Kultur. So soll es weitergehen, damit wir in Ehren bestehen können vor den Begründern der Reichseinheit, die auf uns niederblicken aus der Ewigkeit.
Auf die gütigen Wortt, die im Namen der hier Versammelten Euere Königliche Hoheit Mir und Meinem Hause gewidmet haben, erwidere Ich mit den herzlichsten Wünschen fiir Deutschlands Fürsten und "ihre hohen Familien, für Bürgermeister und Senate der Freien und Hansestädte. Alle Zeit Meine Kräfte dem Wohl des gesamten Volkes zu weihen und zu Meinen Hohen Verbündeten zu stehen in deutscher Treue, bas sind die Gefühle, die heute in Dankbarkeit und Zuversicht Mein Herz erfüllen."
Bei der F a m i l i e n taf e l um 1 Uhr im Schloße führte bei Piinziegent von Bayein bie Kaiseiin, bet Kaisei bie Kron- piinzessin, bet König von Sachsen bie Piinzessin Einst August, bet König von Württemberg bie Herzogin von Schleswig-Holstein. Die übrigen Bunbessürsten, bie Biitgetmeister ber Freien Stäbte unb bie anberen Prinzen und Prinzessinnen bes königlichen Hauses schloßen sich an.
Bei ber Galatafel hielt ber
König von Sachsen folgende Ansprache
an ben Kaiser:
„Wenn uns in dieser frohen, festlichen Stunde von neuem das Bedürfnis beseelt, Euerer Majestät unsere herzliche Liebe und hohe Verehrung zu bekunden, so kann auch ich zunächst nur Worte des Dankes dafür finden, daß der allmächttge Gott Euere Majestät in feinen gnädigen Schutz genommen und Euerer Majestät Leben und Handeln so sichtbar gesegnet hat. Wir aber, die wir mit Euerer Majestät durch htilige Bündnis Verträge zum Wohl« unsere» geliebten
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