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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

DieOberhejfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn | und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich dura die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

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Montag, 16 Juni

Der Anzeigenpreis beträgt für di« 7gejpaltene Zeile oder deren Raum 15 <$, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 £. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg, 1913.

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N RtMsinizchbiliiM des Aisers.

Am Sonnabend um 12 Uhr empfing der Kaiser im Stern­saal des Schlaffes den türkischen Botschafter zur Entgegennahme der Jubiläumsgeschenke des Sultans. Um %1 Uhr empfing der Kaiser den Kardinal-Fürstbischof Dr. v. Kopp mit Monsignore Prinzen Croy und anschließend daran den Coadjutor -es Primas des Benediktinerordens Abt v. Stotzingen.

Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses vereinigten sich Sonnabend mittag

im Abgeordnetenhaus« zu einem Festmahle.

wobei der Präsident Graf Schwerin-Löwitz eine Rede hielt, in der er u. a. sagte:Auf dem ganzen Erdenrund wird in diesen Tagen unser Kaiser als der treueste und machtvollste Hort des Friedens gefeiert, und doch war er nicht minder ein Mehrer des Reiches an Land wie an Leuten. Um rund 19 Millionen wuchs während seiner Regierungszeit die Bevölkerung des Reiches, nahezu verdoppelt hat sich das Nationalvermögen, der Wert unserer jährlichen Eütererzeugung wie das Arbeits­einkommen der lohnarbeitenden Bevölkerung. Fast auf das Dreifache stieg der Außenhandel, und damit rückte Deutsch­land neben England an die zweite Stelle der Welthandelsstaaten.' Welchen allerpersönlichsten Anteil hat nicht gerade daran der Kaiser durch die Schaffung einer achtunggebietenden Flotte! Doch weit höher müssen wir das nie rastende Bemühen des Kaisers schätzen, dem Volke die höchsten inneren Werte und sittlichen Ideale zu wahren und zu pflegen." Nachdem der Redner sodann den Kaiser als den Bekenner einer tiefen christlichen Welt­anschauung und al« den von höchsten sittlichen Idealen erfüllten Monarchen, als bedeutenden Mann und kraftvolle, stark aus­geprägte Persönlichkeit gefeiert hatte, vorbildlich auch durch das echt deutsche Fa*milienleben im Kaiserhause, fuhr er fort:Zu dauerndem Segen wird das alles dem Volke nur wer­den, wenn es deffen sich nicht nur dankbar bewußt wird, sondern auch den festen Willen daraus schöpft, sich den herrli-chen Schatz, den wir am Kaiser haben, von niemand rau­ben und schmälern zu lassen. (Starkes Bravo!) Darum müssen auch alle Jubiläumsfeiern in diesen Tagen ausklingen in dem Gelöbnis unverbrüchlichster Treue und Anhänglichkeit zu dem ge­liebten Herrscherhause. Treue um Treue! Dann wird auch die fernere Regierung des Kaisers eine gleich gesegnete sein, wie die abgelaufene es unter Gottes Beistand gewesen ist." Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und König.

Huldigung der Landsmannschaften.

Unter großem studentischen Gepränge, begünstigt von dem prächtigen Wetter, hat am Sonnabend vormittag der Huldigungs­zug der deutschen, im L. C. vereinigten Landsmannschaften zu Ehren des Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms stattgefunden. Der Zug hatte eine Stärke von etwa 1500 Personen. Wenigstens 150 Fahnen wurden mitgeführt. Der Kaiser erschien mit der Kaiserin zur Linken der Marschkolonne, die instinktiv die Augen links genommen hatten, und erwiderte freundlichst die Grütze der Landsmannschafter, die unter begeistertem Hurra die Fahnen und Schläger senkten. Der Kaiser, der Eeneralsuniform trug, war sichtlich erfreut von der Huldigung, die ihn gerade vor dem präch­tigen Säulenschmuck des Pariser Platzes erreichte. Auch die Kai­serin grützte freundlichst die alten und jungen Akademiker. Das Publikum stimmte begeistert in die Hurrarufe ein. Von hier be­gab sich der Zug nach dem Landesausstellungsplatz, wo ein Garten­fest stattfand.

Der gestrige Sonntag.

Das Kaiserpaar nahm gestern, am Todestage des Kaisers Friedrich, am Gottesdienst in der Earnisonkirche zu Potsdam teil, wo sich die Gemeinde und die Abordnungen der Potsdamer Earde- regimenter versammelten. Das Kaiserpaar traf um 10 Uhr im Automobil aus Berlin mit dem Prinzenpaar Ernst August von Braunschweig und Lüneburg ein; ferner waren alle Kinder des Kaisers, nutzer dem Kronprinzen, der erst morgen eintreffen kann, die Geschwister des Kaisers, nutzer der Königin van Griechenland, anwesend. Die Festpredigt hielt Hvfprediger Richter. Er führte aus:Was Fürst und Volk in unzertrennbarer Einheit verbindet, ist der stille East in den Königsschlöffern wie in den Hütten der Armen, das Leid. Der königliche Dulder bewies im tiefsten Leid mehr Größe als der Sieger von Königgrätz und Wörth." Nach dem Gottesdienst begab sich das Kaiserpaar zum Mausoleum. Bei der Friedenskirche legte es Kränze am Sarge Kaiser Friedrichs nieder. Um liy2 Uhr traf das Kaiserpaar am Neuen Palais ein. Hier hatten Aufstellung genommen eine Abordnung ehemaliger Angehöriger der 2. Kompagnie des 1. Earderegiments zu Fuß aus den Jahrgängen 1877 bis 1880, ferner eine Abordnung der früheren Kameraden der 2. Kompagnie des 1. Earderegiments von 1888. Der Kaiser reichte jedem der alten Unteroffiziere und alten Leuten die Hand und sprach lange mit ihnen. Auch die Kaiserin begrützte die Deputierten. Um 12^ Uhr empfing der Kaiser im Muschelsaale des Neuen Palais die Herren des kaiser­lichen Hauptquartiers zur Ueberreichung eines Geschenkes des Hauptquartiers, später Kapitän z. S. v. Trotha vom Marine- kabinett. Um 1 Uhr war Familientafel, an der die Kinder und die Geschwister des Kaisers teilnahmen. Um 7 Uhr traf das Kaiserpaar vom Neuen Palais wieder im Berliner Schloß ein. Im Tiergarten, am Brandenburg« Tor, Unter den Linden

hatten sich viele tausend Menschen angesammelt, welche das Kaiserpaar mit stürmischen Kundgebungen begrüßten. Vorher war Prinz Heinrich mit Gemahlin der Prinz selbst steuernd im Automobil durch das Menschengewühl gefahren und waren mit lauten Zurufen empfangen worden. Jrn Schlotz war Abendtafel für die hier anwesenden Fürstlichkeiten.

Der Reichsverband Deutscher Städte,

dem weit über 600 deutsche Städte unter 25 000 Einwohner an- gehören, überreicht dem Kaiser zu seinem Regierungsjubiläum eine Huldigungsadreffe, die in der Kunstanstalt von Karl Hacker in Berlin hergestellt ist. Der Einband, gepunztes Leder, zeigt in der Mitte den preußischen und den Reichsadler mit den entsprechenden Kronen darüber, umgeben von der Kette des Schwarzen Adler­ordens, die ein großesW bildet. Die Adresse selbst besteht aus vier Pergamenten, die mit reichem Schmuck ausgestattet sind. Auf dem ersten, auf dem das große Kaiserwappen vorherrscht, ist die Widmung angebracht. Das Kaiserwappen wird eingerahmt von allegorischen Darstellungen der verschiedensten Erwerbszweige. Zwei silberne Friedenspalmen zu beiden Seiten mit den Jahres­und Juüiläumszahlen deuten auf den Kaiser als Friedenshort. Das zweites und dritte Blatt enthalten die eigentliche Adreffe. Das letzte Blatt macht die Schlutzsumme namhaft, die der Reichs- verband dem Kaiser zum Jubiläum spendet. Der Text lautet: Die huldigenden Städte haben aus Anlaß des Regierungsjubi­läums Seiner Majestät des Kaisers und Königs Stiftungen im Gesamtwerte von 1080300 M., in Worten eine Million achtzig Tausend dreihundert Mark, gespendet. Gott gebe seinen Segen!" Auf jedem der vier Blätter sind weit über hundert Städtewappen alphabetisch geordnet, in heraldischen Farben dar- gestellt untergebracht. Es find hier wohl zum ersten Male über 600 Wappen unserer kleinen und Mittlern Städte einheitlich zu- sammengestellt.

Glückwünsche der Oesterreicher und Italiener in Berlin.

Die Berliner österreichisch-ungarische Kolonie läßt dem Deut­schen Kaiser zum Regierungsjubiläum eine kunstvoll ausgestattete Glückwunschadreffe überreichen, deren Text die Bündnistreue und den machtvollen Glanz des Deutschen Reichs unter der Regierungs­zeit des Kaisers würdigt. Eine Versammlung des Bundes der italienischen Vereine Berlins ließ durch Vermittlung des italieni­schen Botschafters den Ausdruck des ergebensten tiefgefühltesten Glückwunsches sämtlicher in Berlin lebender Italiener an den Kaiser anläßlich seines Jubiläums gelangen.

Dorfeiern im Reiche.

Karlsruhe, 14. Juni. Zur Vorfeier des 25jährigen Re- gienungsjubiläums des Kaisers veranstaltete die Bürgerschaft der Stadt heute abend einen Fackelzug, an dem gegen 4000 Per­sonen, darunter hundert Vereine mit 89 Fahnen, und die studen­tischen Korporationen teilnahmen. Der Erotzherzog, der mit der Großherzogin gegen abend von Schloß Zwingenberg hier wieder eingetroffen war, nahm im Beisein der Großherzogin Hilda und der Großherzogin Luise sowie des Prinzenpaares Max von Baden den Zug von dem Schlotzaltane aus ab und hielt dabei folgende Ansprache:Zur eindrucksvollen Vorfeier des Regierungsjubi­läums unseres Kaisers versammelt, ist es uns ein Herzensbedürf­nis, unserer treuen Liebe und Anhänglichkeit an Seine Majestät unfern geliebten Kaiser warmen Ausdruck zu ver­leihen, und, indem wir ihm unsere ehrerbietigsten Glückwünsche darbringen, zu rufen: Seine Majestät der Kaiser, unser erhabener Schirmherr des Deutschen Reiches, er lebe hoch! hoch! hoch!" An die Feier vor dem Schlotz, die durch Musik und Gesangsstück einge­rahmt wurde, reihte sich ein Fest in dem prachtvoll beleuchteten und mit Lampions geschmückten Stadtgarten.

H a m b u r g, 15. Juni. Anlätzlich des Regierungsjubiläums des Kaisers fand ein Kaiserkommers statt, an dem etwa 2000 Mit­glieder der Hamburger akademischen Kreise teilnahmen. Den Ehrenvorsitz führten die beiden Bürgermeister Dr. Schroeder und Dr. Predoehl und Senator Dr. v. Melle; ferner waren der preu­ßische Gesandte v. Bülow, und viele Mitglieder der Bürgerschaft anwesend. Die Kaiserrede hielt Pros. Lorentzen. Der Bürger­meister brachte ein Hurra auf die deutschen Akademiker aus. In dem festlich geschmückten Saale entwickelte sich sodann ein für Ham­burg ungewohntes Bild frohen studentischen Treibens. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt.

Die Wünsche der deutschen Preffe.

B e r l i n, 15. Juni. Alle Morgenblätter widmen an erster Stelle dem Kaiser Jubiläumsartikel. Die erste Seite fast aller Zeitungen ist mit reichem Bildschmuck versehen. Eine Anzahl Blätter legen künstlerisch ausgestattete Sonderbeilagen bei, in denen das Lebenswerk des Kaisers von berufenen Federn gewür­digt wird.

Di«Rorddeuksch« Allgemeine Zeitung" widmet, von einem Kranz aus Eichenblättern umrahmt, dem Kaiser einen Festgruß, in dem darauf hingewiesen wird, daß der Kaiser gleich weit entfernt ist von tatenlosem Eeschehenlaffen und der Verfolgung traumhafter Welt­herrschaftspläne und ebenso auf der bewährten Grundlage weitergebaut hat, wie er sein Volk den neuen Zielen entgegengefilhrt hat. Der Kaiser dehnte di« Weltgeltung des Reiches au». Dennoch ist da» Vorurteil de» Auslandes, er werde in der Befriedigung seine» kriegerischen Ehrgeize« Ruhm und Ehr« such«», durch die Wirklichkeit widerlegt worden. Gleich­

wohl galt des Kaisers volle Aufmerksamkeit dem unablässigen Ausbau der deutschen Wehrmacht. Er förderte das Heerwesen in den Grundsätzen Wilhelms des Großen. Für die Wehrmacht zur See brach unrer ihm eine neue Epoche aus. Die auswärtige Politik bewegte sich unter Wilhelm II. in den Bahnen, die sich in den ersten Jahrzehnten nach der Reichsgrün­dung bewährten. An den Bündniffen, die Deutschland mit Oesterreich- Ungarn und Italien verbinden, hielt der Kaiser mit unverbrüchlicher Treue fest. Der Gegenstand steter Fürsorge war auch die Pflege de, Verhältniffes zu Rußland, wie es den Ueberlieferungen und Interesien beider Reiche entspricht. Nicht minder sorgfältig wurden die Bezieh­ungen zu den anderen Mächten und Staaten behandelt. Für unsere Be­ziehungen zu England ist die Verehrung, welche die Person unseres Herr­schers in Großbritannien genießt, dauernd wichtig gewesen. Für die Welt­macht jenseits des Atlantischen Ozeans hatte der Kaiser stets ein offenes Auge. Als eine der vornehmsten Aufgaben hat es der Monarch betrachtet, durch Reichsgesetze und internationale Vereinbarungen die wirtschaftlich« und soziale Lage der minderbegüterten Schichten zu heben. Nach allen Richtungen und allen Schichten ist ein Aufstieg der Wohlfahrt einge­treten, der jede voraufgegangene Zeitspanne weit hinter sich läßt."

DieDeutsche Tageszeitung" schreibt:Das eine ist schon längst Gemeingut des deutschen Volkes wie der ganzen Welt geworden, die uns um diesen Kaiser beneidet: Daß Wilhelm II. mit seiner glänzen­den, vielseitigen Begabung, mit der bewundernswerten Leichtigkeit, in alle Gebiete einzudringen und sich Über die wesentlichen Seiten auch der schwierigsten Fragen Klarheit zu verschaffen, und vor allem mit seinem energischen, tatkräftigen Willen für die Entwicklung des deutschen Volke» auf den mannigfachen Gebieten unseres politischen, wirtschaftlichen, geistigen und sozialen Lebens ein Anreger und Bahnbrecher gewesen ist, wie nur wenig führende Persönlichkeiten der neueren Geschichte. Wohin wir auch blicken, in Landwirtschaft und Industrie, Handel und Schisfahrt, Kunst, Wiffenschast und Technik, in den Grund- fragen unseres geistigen und gesellschaftlichen Lebens: Ueberall sahen und sehen wir unseren Kaiser im Vordergründe der Entwicklung stehen, aber nicht nur sie verfolgend, sondern mit Wort und Tat führend und immer mit seinem starken Wollen und mit der unermeßlichen Macht seiner Stellung die kräftigsten, entscheidenden Impulse gebend. Wir sind ge­wiß die letzten, die übersehen könnten, daß sich in dem blendenden Licht­scheine unserer modernen Entwicklung auf geistigem wie auf wirtschaft­lichem Gebiete auch tiefe und bedenkliche Schatten finden, die zu ban­nen und unschädlich zu machen es der vollen Kraft und Hingabe unsere» Volkes bedürfen wird! Daß wir aber in diesen fünfundzwanzig Jahren, im Ganzen gesehen, an Errungenschaften der Kultur, an wirtschaftlicher Kraft und wirtschaftlichem Gedeihen, an Pioniertaten der menschlichen Zivilisation, an politischer Ausbreitung und Macht in einem Maße vor- wärtsgekommen sind, wie es wohl einzig in der Geschichte der Völker' dasteht, das muß doch mit freudiger Genugtuung am heutigen Tage fest- gestellt werden."

In derPost" lesen wir:Wieweit bei all den berührten Fragen - eine Einwirkung Wilhelms II. festgestellt werden kann, ist außerordent­lich schwer zu beantworten. In einzelnen Fragen ist sie klar vorhanden, in anderen muß Schuld und Verdienst geteilt werden zwischen Volks-, Vertretung, Regierung und der kaiserlichen Gewalt. Eine Ueberzeugung aber steht unumstößlich im Herzen des deutschen Volkes fest, daß, wenn Wilhelm II. auch manchmal falsche Wege gegangen ist, wenn er Miß- erfolge bat erleiden müssen, daß er stets das Beste und Größte für sein Volk erstrebt und alle seine Kräfte dafür eingesetzt hat. Das ist aber eigentlich das Höchste und Beste, was ein Mensch überhaupt tun kann.,. In dieser Ueberzeugung hat der beste Teil des deutschen Volkes auch in allen Wirrungen und Irrungen, auch bei tiefschmerzenden Worten und verhängnisvollen Schritten niemals in seiner Treue zum Kaiser und seinem Hause gewankt. Freimütig haben echte Vaterlandsfteunde ihr« Wünsche vorgebracht, gewarnt und geklagt, aber niemals von der Treu« zu Kaiser und Reich im geringsten abgelaffen. Mit alter deutscher Mannentreue steht der größte Teil de» Volkes treu hinter seinem Kaiser und ist jederzeit bereit, Gut und Blut für ihn und das Vaterland zu opfern. So ist denn auch die Teilnahme des Volkes am heutigen Jubi­läum eine wirklich allgemeine und aufrichtige. Mit Wilhelm H. hat jeder Deutsche sich auseinandersetzen und zu ihm Stellung nehmen muffen in Zustimmung oder Ablehnung, in Anerkennung oder Tadel, in Liebe oder Haß; er ist ein Teil unserer Gedankenwelt geworden, den wir gar nicht hinwegdenken können, auf den wir immer wieder zurückkommen, mit dem wir in den 25 Jahren vertraut geworden sind. Von Herzen wünschen wir ihm heute Glück zu seiner ferneren Regierung und zur zweiten Hälfte des Lebens. Mögen die ersten 25 Jahre die Lehr- und Wanderjahre gewesen fein, die Zeit der Vorbereitung, der Rüstung; möge es unserem Kaiser beschieden sein, noch 25 Meisterjahre zu erleben und die Hoffnungen und Wünsche zu erfüllen, die sein eigenes Herz hegt und sein Volt so sehnsüchtig von ihm erwartet und so freudig ihm wünscht."

Die österreichische, italienische und russische Preffe.

Wien, 15. Juni. Alle Blätter widmen Kaiser Wilhelm die berzlichsten Glück- und Segenswünsche. Sie gedenken der uner­schütterlichen Freundschaft, welche die beiden Dynastien Hohen- zollern und Habsburg und ihre Völker miteinander verknüpfen und heben die Bundestreue und Waffenbrüderschaft hervor, mit, der der Kaiser fest zu Oesterreich-Ungarn steht. In derNeuen Freien Preffe" spricht Profeffor Hermann Oncken (Heidelberg) über Kaiser Wilhelm mit besonderer Berücksichtigung seines politischen - Wirkens. An leitender Stelle desNeuen Wiener Tagblattes" schreibt Heinrich Friedjung über den Kaiser als Politiker; ferner äußern sich Peter Rosegger über Kaiser Wilhelm als Führer, Ge­heimrat Ehrlich (München) über Kaiser und Wiffenschast, Graf du Moulin-Eckardt (München) über Kaiser und Technik. In der Reichspost" schreibt Profeffor Martin Spahn (Straßburg) über den Kaiser und die deutsche Auslandspolitik. In begeisterter Weise preisen den Kaiser die ZeitungenDeutsches Sottsblatt* undOstdeutsche Rundschau" als den Führer seines Volkes, de« Nie Geschichte einen Ehrennamen nicht verweigern »erde und bte!