mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä die Post 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 <M frei ins Haus. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der llniv.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Mittwoch, 4 Juni
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespalt«ne Zeile oder deren Raum 15 L, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für1 Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Die 2lbfleoibnetenh)fll)len.
Den zahlenmäßigen Ausfall der in ihrem Ergebnis ja schon von vornherein feststehenden Landtagswahl im Wahlkreise Marburg haben wir gestern mitgeteilt. Von den 25 Wahlkreisen der Provinz Hessen-Nassau war in 20 das Endergebnis ebenfalls bereits bei den Wahlmännerwahlen am 16. Mai bekannt, wie es in Nr. 113 unserer Zeitung veröffentlicht worden ist. Es sind alle die Kandidaten gewählt worden, deren Wahl in der Liste als sicher genannt war. In folgenden 5 Wahlkreisen, in denen Stichwahlen nötig wurden, ist das Ergebnis folgendes:
Cassel-Land- Witzenhausen: Gewählt Lehrer Heins-Cassel (Deutsch-Sozial) mit 146 Stimmen gegen Lehrer Kimpel- Castel (Vpt.), der 137 Stimmen erhielt.
Schlüchtern-Gelnhausen: Gewählt Amtsgerichtsrat Hengsberger (Freikons.). Es wurden abgegeben im ersten Wahlgange für Hengsberger (Freikons.) 119, für Schwarzhaupt (Natlib.) 78, für Geiß (Zentr.) 71, für Schnabrich (Soz.) 71 Stimmen. Bei der Stichwahl zwischen Hengsberger und Schwarzhaupt erhielt Hengsberger 183, Schwarzhaupt 62 Stimmen.
St. Eoarshausen-Rheingau-Meifenheim. Im ersten Wahlgange erhielten Geil (Ztr.) 159, v. Berg (Frk.) 135, Burgeff (Vpt.) 32 und v. Kloeden (b. k. P.) 30 Stimmen. Im zweiten Wahlgang wurde Geil (Ztr.) mit 186 Stimmen gewählt. Auf v. Berg (Frk.) entfielen 164 Stimmen.
Obertaunuskreis. Amtsgerichtsrat v. Bülow (Natlib.) wurde mit 88 Stimmen wiedergewählt. Schwarz (Ztr.) erhielt 44, Goll (Vpt.) 18 Stimmen. Die Sozialdemokraten enthielten sich der Stimme.
Frankfurt a. M. (Stadt). (Bisher Funck, Vpt., Flesch, Vpt.) Dr. Flesch (Vpt.) und O e s e r (Vpt.) mit 829 Stimmen gewählt. Varrentrapp (Natlib.) und Kleinschmidt (Natlib.) erhielten 8, Dr. Quarck (Soz.) und Hüttmann (Soz.) 424 Stimmen.
Unsere Provinz wird also jetzt im Abgeordnet»nhause vertreten sein durch 7 Konservative, 2 Freikonservative, 9 Nationalliberale, 5 Zentrumsanhängern, 1 Deutsch-Sozialen und 2 Fortschrittlern. Die Konservativen haben 3 verloren, Freikonservative, Nationalliberale, Zentrum und Deutsch-Soziale je 1 gewonnen.
Das Gesamtergebnis.
Berlin, 4. Juni. Das Ergebnis der Hauptwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause lag um 11 Uhr abends vor. Es stnd 439 Abgeordnete endgültig gewählt; in zwei Wahlkreisen haben für vier Abgeordnete Stichwahlen stattzufinden. Von den'Gewählten sind 147 Konservative, 53 Freikonservative, 73 Nationalliberale, 37 Volksparteiler, 103 Zentrumsabgeordnete, 12 Polen, 2 Dänen, 10 Sozialdemokraten, 1 Deutschsozialer und 1 Christlichsozialer. Bei 42 Mandaten hat eine Verschiebung in der Fraktionszugehörigkeit stattgefunden. Die Gesamtverschiebung ist folgende: Konservative minus 5, Freikonservative minus 7, konservative Wilde plus 1. Nationalliberale plus 8, Fortschrittliche Volkspartei plus 1, Sozialdemokraten plus 4, Polen minus 2.
Als besonders beachtenswert ist der freisinnig-sozial- demokratische Wahl schacher in dem brandenburgischen Wahlkreise Ober- und Niederbarnim hervorzuheben, der dadurch den Sozialdemokraten ausgeliefert worden ist. Bisher war er vertreten durch je 1 Konservativen, Freikonservativen und Fortschrittler. Von freisinniger Seite ist für die Stichwahl die Parole ausgegeben worden, sich entweder der Abstimmung zu enthalten oder mit der Maßgabe abzustimmen, daß keiner für einen konservativen Kandidaten eintritt. Es wurden gewählt Braun (Soz.)THöfer (Soz.) und Hänisch (Soz.) mit je 1119 Stimmen. Es erhielten ferner Treskow (Kons.), Pauli (Freikons.) und Ziethen (Freikons.) je 769 Stimmen. Die Freisinnigen enthielten s i ch der Ab st immun g. Der Verrat an der Sache des Bürgertums findet seinen Lohn darin, daß die Sozialdemokraten in Breslau zwei Freisinnigen zum Siege verhalfen haben, neben denen noch ein Freikonservativer gewählt wurde. Die Freisinnigen im Wahlkreise Ober- und Niederbarnim haben das Angebot der Konservativen, ihnen zwei Mandate zu überlasten, um einen Sieg der Sozialdemokratie zu verhindern, unter den nichtigsten Gründen abgelehnt. Zur Charakteristik dieses Verhaltens des Freisinns braucht man nach der Kennzeichnung, die einem solchen Verhalten früher in der freisinnigen Presse selbst zuteil geworden ist, kein Wort mehr hinzuzufügen. Der Wahlschacher „Breslau gegen Ober- und Nieder-Barnim" ist das letzte Glied in der Kette der Beweise, daß der Freisinn für das Bürgertum und seine Geschicke nicht weniger gefährlich und verhängnisvoll ist, als die Sozialdemokratie. Es kann und wird nicht ausbleiben, daß dieses Verhalten des Freisinns für die künftige Gestaltung des Verhältnisses zwischen den bürgerlichen Parteien eine besondere Bedeutung gewinnt. Der „Verrat von Ober- und Niederbarnim" wird in der Geschichte unserer politischen Parteien seine bleibende Bedeutung haben.
Berliner Preßstimmen zvr Landtagswahl.
Die „Deutsche Tageszeitung" stellt fest, daß die Wahlen den Konservativen mindestens keine Enttäuschung, eher das Gegenteil gebracht haben, während allerdings die Freikonfervativen die stärksten Verluste erlitten hätten. Die Fortschrittler hätten um 4 bis 7 Mandate die bürgerliche Sache verschachert, wodurch sie im günstigsten Falle 3 Mandate stärker als bisher würden.
Der „L o k a l a n z e i g e r" sagt: „Im ganzen kann man sagen, daß das Ergebnis des Wahlkampfes der Lustlosigkeit entspricht, mit der er in ganz Preußen geführt worden ist. Das neugewählte Abgeordneten- jhaus wird di« gleichen politischen Bahnen wandeln, die sein Vorgänger
gewandelt ist, und die preußischen Wähler werden nach 5 Jahren erst wieder in der Lage sein, darüber zu entscheide^ ob diese durch die ü b e i • ragende Machtstellung der konservativen Partei gekennzeichnete Politik auch fernerhin weiter geführt werden soll."
Das „Tageblatt" schreibt: „Die blauschwarzen Parteien haben sich so ziemlich behauptet, aber alle Erwartungen des reaktionären Junkertums sind denn doch nicht erfüllt worden. Die konservativen Parteien haben eine Anzahl Mandate an die Parteien der Linken abtreten müsten. Wenn Herr v. Heyvebrand jemals sich in der Erwartung gewiegt haben sollte, daß er zum absoluten Herrn Preußens aufsteigen könnte, so wird er sich jetzt darüber klar werden, daß er nur von der Gnade des Zentrums sich in der Macht behaupten kann. Das Bürgertum und vollends die industrielle Arbeiterschaft müsten sich mit einem schönen Einzelerfolg und einer an sich erfreulichen aber nicht ausreichenden Vermehrung der Mandate begnügen."
Der „Vorwärts" betont: „Der Freisinn ist durchaus der alte geblieben. Lediglich die nüchterne Berechnung hat ihn veranlaßt, diesmal mit der Sozialdemokratie zu gehen. Nichts wäre verhängnisvoller als die optimistische Annahme, daß die Sozialdemokratie schließlich doch durch ein Zusammengehen mit der bürgerlichen Linken das schmachvolle Dreiklassenwahlsystem stürzen wird."
BulEi-n und Serbien.
, Die beiden Ministerpräsidenten Eeschow und Pasitsch haben stch sehr vorsichtig über die Möglichkeit einer gütlichen Auseinandersetzung zwischen den sich um die Siegesbeute streitenden Balkanstaaten ausgesprochen und die großen Schwierigkeiten betont, die zu überwinden sind. Man spricht zwar von der Schaffung eines neuen Valkanbundes unter dem Patronate des Dreiverbandes (Rußland, England, Frankreich), einem engeren wirtschaftlichen Zusammenschluste und einem Militärabkommen zwischen Bulgarien und Serbien unter Anschluß Griechenlands und Montenegros, aber Serbien besteht auf lleberlastung von Monastir, Ochrida und Veles, und das dürfte doch ein erhebliches Hindernis für eine Einigung darstellen. Auch ein Kabinetts- wechfel in Bulgarien und Serbien wird für möglich gehalten, von Sofia aus aber gleichzeitig abgeleugnet. Wenn es sich trotzdem bewahrheiten sollte, würde cs gleichbedeutend sein mit dem Ans- Ruderkommen der K r i e g s p a r t e i in Bulgarien. Bis jetzt ist es der Regierung nur mit großer Mühe gelungen, den Kriegseifer der Bevölkerung zu dämpfen. Zum großen Teil war dies das Verdienst des Ministerpräsidenten Eeschow, und es wäre im Interests der ganzen Balkanpolitik nur zu bedauern, wenn es der Kriegspartei in Bulgarien gelingen sollte, diesen verdienstvollen Leiter der auswärtigen Geschicke Bulgariens zu stürzen.
P a r i s, 3. Juni. Der bulgarische Ministerpräsident Eeschow erklärte dem Korrespondenten des „Matin" nach seiner Rückkehr nach Sofia: „Ich hoffe, daß meine Begegnung mit Pasitsch eine gewisse moralische Entspannung herbeisühren dürfte. Um unfern guten Willen zu bezeigen, haben wir in eine Konferenz zu Vieren eingewilligt. Es ist nicht unmöglich, daß sie einen Ausweg aus der kritischen Lage findet." Auf die Bemerkung, ob Pasitsch durch seine jüngsten Erklärungen sich nicht zu sehr sestgelegt habe, um nackMben zu können, antwortete Eeschow: „Wir können ebensowenig nach geb en." — Pasitsch erklärte dem Belgrader Korrespondenten des „Matin": „Es ist noch kein Anlaß vorhanden, um mich zu beglückwünschen. Unsere Zusammenkunft war sehr herzlich. Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden. Wir haben beschlosten, alle Fragen zu lösen, ohne Dritte heranzuziehen. Wir sind übereingekommen, daß die Vertreter der verbündeten Regierungen zusammentreten sollen, um eine endgültige Verständigung betreffend aller die Valkanverbündeten interessierenden Fragen zu erzielen. Es werden große Schwierigkeiten zu überwinden sein, aber sie find nicht unübersteigbar, wenn die Verbündeten ihren guten Willen bestätigen. Ich hoffe, daß ein Krieg zwischen Serbien und Bulgarien zu vermeiden sein wird. Jedenfalls wird unsere Armee für jede Eventualität bereit sein, solange die endgültigen Bedingungen nicht unterzeichnet sind." Die Konferenz der Vertreter der Balkanverbündeten wird in Belgrad oder in Saloniki stattfinden.
Konstantinopel, 3. Juni. In Gemäßheit einer im Artikel 2 der Friedenspräliminarien erfolgten Abänderung wird die türkisch-bulgarische Erenzlinie Midia-Enös von einen: internationalen Kommission festgesetzt. Die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien gilt als unmittelbar bevorstehend. Bulgarien dürfte wahrscheinlich vorläufig einen Geschäftsträger nach Konstantinopel entsenden.
Die Angst vor der Tschataldschaarmee.
Konstantinopel, 3. Juni. Meldungen von der Tscha- taldschalinie zufolge befürchtet man, daß es bei der Auflösung dieser Armee zu unangenehmen Ueberraschungen für die Hauptstadt kommen könnte. Daher plant man, nur die Reservisten aus Konstantinopel und Umgebung zu entlasien, um die dadurch entstandenen Lücken durch die Rekruten des letzten Jahrganges auszufüllen.
PoMsche Umschau,
Spionagegesetz und Presse.
Neben allgemein nicht weiter interessierenden Berufs- und Standessragen hat sich der Reichsverband der deutschen Presie auf seiner Tagung in Düsseldorf am Donnerstag hauptsächlich mit dem § 9 des neuen Gesetzentwurfes über den Verrat militärischer Geheimnisse beschäftigt, der bestimmt, daß mit Gefängnis oder Festungshaft bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 5000 bestraft wird, wer fahrlässig ein militärisches Geheimnis in die Oeffentlichkeit gelangen läßt« Eine Zeitung, die unabsichtlich
Nachrichten über Heer oder Flotte veröffentlicht, die die Sicherheit des Reiches gefährdet, könnte also mit hohen Strafen belegt werden. Was als militärisches Geheimnis zu gelten hat, ist von den Schriftleitern der Zeitungen aber gar nicht in jedem einzelnen Fall richtig zu beurteilen. Es kann sehr leicht sein, daß harmlos erscheinende Nachrichten von den Militärbehörden als Preisgabe < eines Geheimnisses bezeichnet werden, ebenso Aufsätze militärischer ' Art. Es wurde auf der Tagung ausgeführt, daß gerade diese Ar- \ titel das Mißfallen des Kriegsministeriums erregt haben und daß, man fast geneigt sei anzunehmen, es solle ein Schlag gegen die un- , erwünschte Kritik der Militärschriftsteller geführt werden. Es sei nicht zu verstehen, wie die Sicherheit des deutschen Heeres mit einer Rechtsunsicherheit der deutschen Presie erkauft werden kann. Das Heer würde darunter selbst schweren Schaden leiden, und das Jnteresie und das Verständnis im Volke für das Heer getötet werden. Die Behauptung, daß die Heeresverwaltung durch den Nachrichtendienst Schaden erlitten habe, sei eine beweislose Behauptung. Bei den vielen Spionagefällen der letzten Jahre, sei die Presie völlig unbeteiligt gewesen. Dagegen erscheine es doch bedenklich, in umfangreichem Maße zu den Manövern fremde Offiziere zuzulasien, die dann in der Presie ihrer Heimat in rücksichtslosester Weise über unsere Heereseinrichtungen schrieben. Auch würden auf Ausstellungen aller Welt Maschinengewehre, Luftschiffe und andere militärische Konsteruktionen gezeigt. Alles di« sei viel eher eine Preisgabe militärischer Geheimnisse als sie all« Nachrichten und Artikel militärischer Art darstellen könnten. Im einer Entschließung wurde der Entwurf in diesem Punkte al» zu . weitgehend abgelehnt und ein besseres Zusammenarbeiten zwischen . Heer und Presse gefordert, wie es schon in erfreulicher Weise zwischen Reichsmarineamt und Presie besteht. Als ein Mittel hierzu, sieht der Reichsverband der Presie die Einrichtung einer großen Zentralauskunftsstelle beim Kriegsministerium oder bester beim Großen Generalstab und von weiteren Auskunftsstellen bei den Truppenteilen. Daß es bei den schroffen Bestimmungen des Entwurfes nicht bleiben kann, wenn Presie und Heer nicht beträcht-, liche Nachteile erleiden wollen, ist leicht einzusehen Der Reistag wird diese Dinge noch eingehend zu prüfen haben.
Deutsches Äeich.
— Paradetafel. Berlin, 2. Juni. Heute nachmittag war im Weißen Saal des königlichen Schlosies Paradetafel beim Kaiser,. zu der neben mehreren Mitgliedern der kaiserlichen Familie u. a.. der Reichskanzler, der kommandierende General Frhr. v. Plettenberg, die Mitglieder der argentinischen Sondergesandtschaft und von hier noch weilenden drei fremden Militärabordnungen geladen waren. „ .
— Das Kaiserpaar in Ahlbeck. Ahlbeck, 3. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute um 2i/2 Uhr in Ahlbeck zur Besichti- gung des Kinderheims eingetroffen. Der Ort war festlich geschmückt. _
— Besichtigungsreise. Helgoland, 3. Juni. Staatssekretär v. Tirpitz, Vizeadmiral Dick, Kapitän zur See Hopmann und Geh. Oberbaurat Moench sind auf dem Kreuzer „Hamburg" zur Bestch- . tigung der Helgoländer Festungswerke und des Kriegshafen» hier eingetroffen.
— Eine neue Berliner Tageszeitung. Berlin, 3. Juni. Bom ; 1. September ab soll in Berlin eine neue Tageszeitung und zwar nationalliberaler Richtung erscheinen. Das Blatt, zu desien Gründung sich eine Aktien-Eesellschaft mit einem Kapital von 600 000 . Mark gebildet hat, wird täglich einmal erscheinen. In der Haupt- ; fache hofft man sich bei der Verbreitung des Blatt« auf den DeutschenBauernbund stützen zu können. Das Blatt soll ' den Namen „Deutsche Tagespost" führen.
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Koloniales.
rj Gute Fortschritte des Eisenbahnbau« in Deutsch-Oftafrika. Dar- es-Salam, 3. Juni. Die Mittelöffnung der Mlagarasst-Bruck« am Ta» ' oanjika-Bahnbau Tabora-Kigoma in Kilometer 236 jenseits Tabora, eine Eisenkonstruktion von 51,2 Metern Stützweite, ist am L Juni bet Hochwasser mit Pontons auf die Sttompfeiler unter der Leitung des Baurats Hoffmann glatt eingefahren worden. Mit Fertigstellung der Brücke über den Mlagarasii-Fluß ist das letzte große Hindernis, das sich der Vollendung des gewaltigen Schienenstranges von Daressalam zum Tanganjika-See (1260 Kilometer) entgegenstellte, glücklich überwunden. Die Baufirma beschäftigte neben 350 Europäern weit Über 10 000 Eingeborene (die erreichte Höchstzahl betrug 15 680), so daß die Erreichung des Tanganjika-Sees noch vor Schluß dieses Jahres zu erwarten stehl,
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Ausland.
** Zum Fall Redl. Wien, 3. Juni. Die „Militärische Rundschau" erklärt die im Zusammenhang mit der Angelegenheit Redl . in der Tagespresie aufgetauchten Gerüchte von einem beabsichtigte« oder bereits erfolgten Rücktritt des Eeneralstabschefs v. Hoetzen- dorf, des kommandierenden Generals von Prag Freiherrn v. ®te»l und sonstiger hoher militärischer Funktionäre für falsch. — Im Abgeordnetenhaus brachten die Christlich-Sozialen eine Interpellation zu dem Fall Redl ein. Eie beklagen, daß man, anstatt Redl vor ein Militärgericht zu stellen und thn der gerechten Strafe zuzuführen das Verbrechen des Selbstmordes nahegelegt und die Oeffentlichkeit durch die unwahren Meldungen über den Selbstmord irregeführt habe. Dieses Mittel sei nicht geeignet, di« Standesehre der Offiziere zu schützen und die Aufregung der Be- . Dotierung zu beruhigen. Die Interpellation verlangt Mitteilung d« vollen Sachverhaltes im Abgeordnetenhause.
** Rücktritt des ungarischen Ministerpräsidenten? Budapest, 3. Juni. Der Gerichtshof hat heute den oppositionellen Abgeord-