mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschastüche Beilage".
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Die „Oberheffifche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn | und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteliäbrlich durd die Post 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. —' Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der UntiM Buchdruckerei Z. A. Koch (Inh. Dr. E. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marvnrg
Donnerstag, 29 Mai
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48. Jahrg.
1913.
daß seine Steuerungen im Namen der Reichsleitung erfolgt seien. Die Kommission wird heute den >
Wehrbeitrag
Erstes Blatt.
Annahme der Wehrvorläge
in der 2. KomnMonslesimg.
Ans Grund der vorgestrigen Beschlüsie der einzelnen Fraktionen des Reichstags faßte zu Beginn der gestrigen Sitzung die Budgetkommission ihren Beschluß über die weitere geschäftliche Behandlung der Wehrvorlage. Die sozialdemokratische Partei teilte mit, daß sie bereit sei, in die zweite Lesung der Wehrvorlage einzutreten. Der konservative Vertreter richtete an die Militärvertretung eine Anfrage. Seine Partei sei der Ansicht, daß gleich- z e i t i g die Deckung festzulegen sei. Sie würde es für einen Fehler halten, wenn die Wehrvorlage verabschiedet würde ohne gleichzeitige Deckung. Die Anfrage gehe dahin, wie sich die Regierung dazu stellt. Man habe bis jetzt nur gehört, daß der Kriegsminister Wert darauf lege, daß die Verabschiedung der Wehrvorlage bis zum 1. Juli erfolge. Diese Aeußerung sei vom Standpunkte der Militärverwaltung gemacht worden. Es wäre aber von entscheidendem Interesse, authentisch zu hören, wiesichderRe i chs k a n z l e r da z u st e l l t. Würde sich der Reichskanzler damit einverstanden erklären, daß die Wehrvorlage auch ohne Deckung verabschiedet wurde?' Schatzsekretär Kühn antwortete: Die Reichsleitung hat es als selbstverständlich von vornherein angesehen, daß die Kosten nicht auf eine Anleihe genommen werden, sondern daß dieDeck - ungsfrage ebenfalls im LaufedesSommers ihre volle Lösung findet! er glaube aber, daß die eben gestellte Frage mit der heutigen Frage in der Kommission nicht in unmit- elbarem Zusammenhänge stehe. Er möchte glauben, daß eine sofortige Erledigung der Wehrvorlage in der Kommission dem Gedanken selbst nicht hinderlich sei. Der nationalliberale Vertreter betonte, daß für seine Fraktion die Verabschiedung der Heeresvor- lage eine Notwendigkeit sei, und daß es wohl möglich sei, im Laufe des Sommers die Deckung fertigzustellen. Der Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei erklärt, daß sich diese Auffasiung mit der feiner Patei decke. Der konservative Vertreter erklärt, keine befriedigende Antwort erhalten zu haben, ob die Regierung die Forderung stelle, daß bei Verabschiedung der Wehrvorläge auch die Deckungsfrage ihre Klärung bereits prinzipiell gefunden haben müsse. Er müffle ankündigen, daß seine Partei auf die Beantwortung dieser Fragen bringen werde. Der Schatzsekretär erklärte daraufhin, daß seitens der Reichsleitung mit voller Entschiedenheit gefordert werden werde, daß bei Verabschiedung der Wehrvorlage auchdie Deckungsvorlage ihre Klärung f i n d e. Der Zentrumssprecher meinte, wenn die liberalen Parteien im Laufe des Sommers die Deckung erledigen wollen, so sei das praktisch kein so großer Unterschied. Eine unnatürliche 'Auseinanderreißung von Wehrvorlage und Deckung könne seine Partei nicht unterstützen. Die Kommission beschloß darauf mit den Stimmen der Nationalliberalen, der fortschrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokratie gegen Zentrum und Konservative die sofortige Beratung der Wehrvorlage in 2. Lesung.
_ Namens der Zentrunlssraktion wurde dann folgende Erklärung verlesen:
„Unsere Abstimmungen in der gegen unseren Willen vor einer Entscheidung über die Deckung vorgenommenen zweiten Lesung der Wehrvorlage können nur vorläufige sein. Eine Verabschiedung der Wehrvorlage ist der Zentrumsfraktion erst möglich nach der Entscheidung über die Deckungsfrage. Unsere Stellungnahme zur Wehrvorlage wird abhängen von der Art und Weise der Lösung der Deckungs- frage."
Darauf wurde in die zweite Lesung der Wehrvorläge eingetreten. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Ladung des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts wurde crbWehnt. Der Kriegsminister begründete eingehend, zum Teil in vertraulichen Ausführungen, die Notwendigkeit der Bewilligung der sechs-Kavallerie-Regimenter. Konservative und Nationalliberale sprachen f ü r
Bewilligung der sechs Regimenter.
Bei der Abstimmung wurde der Antrag auf Wiederherstellung' der Regierungsvorlage gegen Konservative, Nationalliberale und die Zentrumsmitglieder Nacken, Graf Praschma, Fehrenbach und Spahn abgelehnt. Von sozialdemokratischer Seite wurde noch einmal der Militärboykott zur Sprache gebracht. Im Zusammenhang hiermit wurde allgemein die Frage des Wertesder gefaßten Entschließungen aufgeworfen. Auf liberaler Seite verwahrte man sich entschieden gegen die von der konservativen Presse an der Arbeit der Kommission geübte Kritik. Zum Ergänzungshaushalt wurden noch einige Zentrumsanträge angenommen, darunter der Antrag Erzberger über die Familienunterstützung bei soldatenreichen Familien in abgeänderter Form.
Zum Schluß gab es noch ein Nachgefecht zur Eeschäftsordnungs- debatte. Der konservative Vertreter stellte fest, daß die Erklärung des Schatzsekretärs nach seiner Auffassung die Bedeutung habe, daß die Regierung darauf bestehe, daß auch die Bewilligung der laufenden Einnahmen durch Beschlüsse des Plenums sichergcstellt sein müsse. Der Schatzsekretär erklärte, daß er darauf bestehe, daß die Sicherheit gewährt werde, daß die Kosten der Wehrvorlage auch in vollem Umfang ihre Deckung finden. Die Regierung bleibe natürlich bei dem Grundsatz:
teilte Ausgabe ohne Deckung.
Gleichviel, wie die Deckungsfrage etfebigt werde, werde ein erhöhter Schatzanweisungskredit eröffnet werden müssen, da unter allen Umständen die Mittel erst später eingehen. Auf neue An- ; frage des Konservativen stellte der Schatzsekretär noch einmal fest,
beraten. Dazu ist ein nationalliberaler Antrag eingebracht worden, der eine Staffelung vorsieht. Der Beitrag beginnt bei Vermögen von 30 000 Jl mit 60 <M. und steigt allmählich, bis er bei Vermögen von 500 000 die Höhe von 2250 «M. erreicht. Von einer halben bis zu einer ganzen Million Vermögen soll er für jede angefangenen 100 000 M 600 «M. mehr, bei Vermögen Über eine Million für jede angefangenen 100 000 M 700 M mehr betragen. Bei Einkommen über 20 000 bis 50 000 Ji soll der Beitrag ohne Rücksicht auf das Vermögen Eins vom Hundert, bei 50 bis 100 000 dl 2 vom Hundert, bei mehr als 100 000 M 3 vom Hundert betragen.
Der Seniorenkonvent des Reichstages war vor dem Beginn des Plenums zu einer Beratung der Geschäftslage zusammen- getreten und hat sich dahin geeinigt: In der laufenden Woche wird die sozialdemokratische Interpellation betr. Einschränkung des Vereins- und Preßgesetzes in Elsaß-Lothringen beantwortet werden. Die kommende Woche bleibt für das Plenum ganz fitzungsfrei. Montag und Dienstag wird auch die Budget- kommifsion keine Sitzungen abhalten mit RüMcht auf die Landtagswahlen. Von Mittwoch ab wird die Budgetkommission täglich von 10—5 Uhr mit eingelegter Pause die Deckungsvorlagen beraten. Am 9. Juni (Montag) soll das Plenum seine Sitzungen wieder ausnehmen, und zwar werden an diesem Tage kleinere Vorlagen beraten und am 10. Juni mit der 2. Lesung der Wehrvorlagen begonnen.
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Die Sachlage ist also kurz folgende: Konservative und Zentrum wünschen auf jeden Fall Bewilligung der Wehrvorlage und der Deckungsvorlage durch dieselbe Mehrheit, d. h. keine getrennte Beratung der beiden zusammengehörigen Gesetzentwürfe, bei der es leicht möglich märe, daß die Erledigung der Deckungsvorlage bis auf den Herbst verschoben werden und jetzt nur die Wehrvorlage und allenfalls der einmalige Wehrbeitrag verabschiedet würde. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe, daß sich im Herbst dann eine Mehrheit der Linksparteien findet, die die Deckung nach ihrem Sinne regeln, die Regierung so in eine Zwangslage bringen und ihre Zustimmung zu der unter Ausschaltung der Konservative^ und des Zentrums geregelten Deckungsfrage schließlich erlangen würde. Nach den Beschlüssen der Kommission und des Seniorenkonvents wird aber nun erst die ganze Wehrvorlage, dann der Wehrbeitrag und zuletzt die Deckungsfrage erledigt werden. Die Regierung hat allerdings mit aller Deutlichkeit erklärt, daß sie unbedingt auf Verabschiedung der Deckungsfrage noch in diesem Sommer bestehen werde, es aber trotzdem begrüße, zuerst die Wehrvorlage bewilligt zu sehen, damit am 1. Juli, dem spätesten Termin, mit den Vorbereitungen, wie Kasernenbau usw. begonnen werden könne. Wenn der Reichstag wirklich beide Vorlagen noch vor der Vertagung zu Ende bringen würde, so wäre das außerordentlich erfreulich. Auf die üblichen Reden zum Fenster hinaus und die Vorbringung aller möglichen jetzt in erster Linie nicht in Betracht kommenden Sonderwünsche werden die nach Volksgunst und Volkstümlichkeit strebenden Parteien freilich verzichten müssen. Ob sie es tun werden, ist aber, nach den bisherigen Erfahrungen zu urteilen, höchst unwahrscheinlich: denn sachliche, knappe Erörterungen und schnelles Fassen von Entschlüssen nennen sie ja bekanntlich „Durchpeitschung", und dieses Odium möchten sie um Himmelswillen nicht auf sich nehmen. Es wird also letzten Endes darauf ankommen, daß die Regierung Kraft und Energie genug entfaltet, um einer verdächtigen Vielrederei und etwaigen Obstruktion, die hier und da von sozialdemokratischer Seite gefordert wird, entgegenzutreten, und daß sie dabei von den rechtsstehenden Parteien, Zentrum und Rationallibe- ralen wirksam unterstützt werden wird.
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Tie Laae auf dem Balk n.
Belgrad, 27. Mai. Das Regierungsorgan „Samouprawa" erklärt in einem „A m schicksalsschweren Scheidewege" betitelten Artikel, Serbien habe im Interesse des Balkanbundes seine Vertragsverpflichtungen verdoppelt, während Bulgarien nicht einmal seine vertragsmäßigen Verpflichtungen erfüllt habe. Nach den gegenwärtig besetzten Gebieten würde Serbien ein Territorium von insgesamt 85 000 Ouadratkilometer, Bulgarien aber 150 000 Quadratkilometer erhalten. Trotzdem neide Serbien seinem Schwesterstaate Bulgarien die Vergrößerung nicht, es müsse ober an die Gewissenhaftigkeit und Ehre seines Verbündeten appellieren, damit die von ihm gebrachten Opfer anerkannt würden. Niemand habe das Recht, von Serbien selbst unter Berufung auf die Notwendigkeit der Erhaltung des Balkanbundes zu verlangen, daß es auf seine staatliche Unabhängigkeit und auf die Sicherheit friedlichen Lebens innerhalb seiner Grenzen verzichte, am allerwenigsten könne es zu einer solchen Erniedrigung durch einen Vertrag gezwungen werden, der von der zweiten Vertragspartei eigenmächtig abgeändert wurde, in dem sie sich von den eigenen Verpflichtungen lossagte. Serbien aber doppelte Verpflichtungen und doppelte Opfer auferlegen, das fei ein Unrecht.
Saloniki, 27. Mai. Das bulgarische Hauptquartier in Serres hat den Obersten Tsetilingorow beauftragt, sich samt seinem Stabe zur Abreise nach Serres bereitzuhalten. Nur das noch anwesende bulgarische Bataillon soll bi« auf weiteres in Saloniki zurückbleiben.
Ablösung der österreichischen ältesten Jahrgänge.
W i e n, 28. Mai. Die „Militärische Rundschau" meldet: Im Hinblick auf die lange Dauer wb die Erhöhung des Bestandes bet
in Bosnien, der Herzegowina und in Dalmatien dislozierten Truppen ordnete der Kaiser an, von den ältesten Reserve- und Ersatzreservejahrgängen 1902 bis 1905 die meistbegünstigten Ersatzreservisten, Familienerhalter und einzigen Söhne aller Jahrgänge, die seinerzeit zur Ergänzung des Truppenbestandes in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien einberufen worden sind, soweit Ersatzmannschaften verfügbar sind, durch jüngere Reservemannschaften abzulösen. Die Verfügung ist einerseits aus der Erwägung hervorgegangen, daß die äußere Lage ein Herabgehen von den Beständen in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien nicht möglich erscheinen läßt, und andererseits aus dem Bestreben, den bereits mehrere Monate im aktiven Dienst Stehenden die Rückkehr zu ihren Familien zu ermöglichen. Die wünschenswerte gleichzeitige Entsafflung aller Reserve- und Ersatzreservemannschaften wäre, auch falls es die äußere Lage zulietze, schon aus Transportrücksichten undurchführbar und müßte stafselweife erfolgen.
W i e n , 28. Mai. Die Marinereservisten der Jahrgänge 1905 und 1906 werden in den nächsten Tagen dauernd beurlaubt.
Deutsches Äetch.
— Das bevorstehende Regierungsjubiläum des Kaisers. Berlin, 28. Mai. Die Hauptfeierlichkeiten am 16. Juni zum Regierungsjubiläum werden mit der Gratulation der deutschen Bundesfürsten einsetzen. Um 6 Uhr findet im Schloß Festtafel statt. Um 8 Uhr beginnt im Opernhause die Vorstellung.
— Die argentinische Sondergesandtschaft und Militärabordnungen beim Kaiser. Neues Palais bet Potsdam, 28. Mai. Die argentinische Sondermission, sowie die russische, österreichische und, württembergische Militärabordnung, begaben sich heute vormittag mittels Extrazugs nach der Station Wildpark und wurden von dort mit den kaiserlichen Wagen nach dem Neuen Palais befördert. Der Kaiser empfing in der Uniform des 1. ©arberegiments zu Fuß im Teehäuschen im Parke die argentinischen Herren. Ein argentinischer außerordentlicher Botschafter sprach den Dank für die Glückwünsche des Deutschen Reiches zum 100jährigen Bestehen der Republik Argentinien aus. Hiernach nahm der Kaiser die Meldung der Militärabordnungen entgegen, die ihre Glückwünsche zum Regierungsjubiläum des Kaisers aussprachen und Geschenke überreichten.
— Die Rationalspende. Berlin, 28. Mai. Nach Mitteilungen des Zentralkomitees für die Nationalspende zum Kaiserjubiläum für die christlichen Missionen in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten erfolgt der erste vorläufige Abschluß der Sammlungen am 1. Juni. Die Abordnung des Zentralkomitees hat voraussichtlich am 16. Juni Gelegenheit, das bisherige Ergebnis der Spende dem Kaiser zu überreichen. Gleichzeitig wird der endgültige Abschluß der Sammlung im Hinblick auf die preußische Kirchenkollekte am 15. Juni sowie noch größere, während der Jubiläumsfeiern zu erwartende Spenden bis zum 1. Juli verlängert.
— Die Beihilfen für die Beteranen. Berlin, 28. Mai. Der Reichsanzeiger veröffentlicht bas Gesetz bettcffenb die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer.
— Obstruktion und Massenstreik! Stuttgart, 28. Mai. Eine sozialdemokratische Versammlung des ersten württembergischen Reichstagswahlkreises nahm einstimmig eine Entschließung an, in welcher die Erwartung ausgesprochen wirb, baß bie sozialdemokratische Reichstagsfraktion bei den Verhandlungen des Plenums über die Wehrvorlage sie in schärfster Form, nötigenfalls durch Obstruktion bekämpfen werde. Auch der bisher gegen die Wehrvorlage außerhalb des Parlaments geführte Kampf fei ungenügend! vom Parteivorstande müffle verlangt werden, daß et eine die ganze arbeitende Bevölkerung umfassende Aktion, eventuell den M a s s e n st r e i k, zur Bekämpfung der Heeresforderungen in die Wege leite.
— Deutsch-schwedische Vereinigung. Berlin, 28. Mai. In Berlin hat sich heute eine große Anzahl bekannter Persönlichkeiten aus den verschiedensten Städten Deutschlands zu einer deutsch- schwedischen Vereinigung zusammengeschlossen, deren Zweck ist, die gegenseitigen Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden auf dem Gebiete der geistigen und wirtschaftlichen Kultur zu pflegen und zu fördern. Gleichzeitig ist in Stockholm eine schwedisch- deutsche Vereinigung mit den gleichen Zielen von bekannten einflußreichen schwedischen Persönlichkeiten ins Leben gerufen worben.
— Die reichsländisch« Besoldungsvorlage. Straßburg, 28. Mai. Die Erste Kammer hat die Besoldungsvorlage in der Fassung bei Zweiten Kammer angenommen. Die Regierung enthielt sich auch heute einer Meinungsäußerung, hat aber in der Kommission der Ersten Kammer erklärt, daß sie dem Werke keine weiteren Schwierigkeiten bereiten würde.
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Ausland.
** Die dreijährige Dienstzeit. Paris, 28. Mai. Aus Nancy wird gemeldet: Die Staatsanwaltschaft hat eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet infolge der Anzeige des Kommmandeurs des 20. Armeekorps Eötschy, daß er und mehrere Offiziere der Garnison von Toul Briefe erhalten hätten, in denen gedroht werde, sie i n dieLuftzusprengen, falls die gegen die Meuterer beschlossenen Strafmaßnahmen nicht zurückgezogen werden. — Die Mehrheit des sozialistischen Gemeinderates von Brignoles (Dep. Var) lohnte es ab, die Mittel zur Unterbringung eines Regiments zn gewahren. Die darüber aufgebrachte Volksmenge drang In den Sitzungssaal ein, beschimpfte die Gemeinderäte und zerschlug bl« Fensterscheiben. Zehn Gendarmen mußten einschreiten, um den Bürgermeister und die Mitglieder des Gemeinderate« beim Lee- lassen des Stadthäuser vor der Wut de« Botte« zu schützen.