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m;t dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage^ ______

DieOberhessijchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn |

Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durä

und Feiertage.

1913.

Grttes Blatt

Marburg

Tienstag, 27 Mal

Berlin, 2(5. Mai. Der Kaiser von Rußland verlieh dem russischen Boischaster von Swerbejew sein Porträt mit eigenhän­diger Unterschrift in einem kostbaren Rahmen. Der Deutsche Kaiser verlieh Swerbejew das Grotzkreuz des Roten Adler-Ordens. Der Herzog von Cumberland, der für die Unterbringung und sorgsamste Pflege des durch fein Automobil verunglückten Knaben Künicke in der Charit^ sorgte, lieh gestern vor seiner Abreise dem Knaben aus seinem Krankenlager eine goldene Uhr mit der WidmungZum 24. Mai" mit einem Ernst überreichen. Das Be­finden des Knaben hat sich wesentlich gebesiert. Der Erostherzog von Hessen, der Erbprinz von Sachsen-Meiningen und Prinz Hein­rich von Preußen sind heute nachmittag vom Lehrter Bahnhof abgereist.

Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. Ä.

Schluß der erben Kommüsionslesung der Wchi nnrlane.

Die Beratung des KapitelsEeldverpflegung der Truppen" wurde gestern bei den Sanitätsoffizieren fortgesetzt. Es werden zahlreiche neue Stellen gefordert, die einen stärkeren Anreiz zum Eintritt in das Sanitätsoffizierkorps geben sollen. In der Aus­sprache wurde der geringe Zugang zur Sanitätsoffizierskarriere lebhaft kritisiert, ebenso die gesellschaftliche Zurücksetzung der Sanitätsoffiziere gegenüber den aktiven Offizieren. Insbesondere wurde gegen die Fern- Haltung jüdischer Aerzte Einspruch erhoben. Bon volksparteilicher Seite wurde beantragt, die Studienzeit in die pensionsberechtigte Dienstzeit einzurechnen. Dieser Antrag fand Annahme. Beim Titel pensionierte Offiziere wurden von den für 13 Bezirkskommandos verlangten Regi­mentskommandeuren 10 gestrichen: die drei bewilligten betreffen die Bezirks-Kommandos III Hamburg, II Düsseldorf und II Frank­furt a. M.

Bei den Unteroffizieren liegt der Zentrumsantrg vor auf Zah­lung von Dien st Prämien für Unteroffiziere, die aus dem Heere ausscheiden oder in Stellen von Offizieren und Beamten der Militärverwaltung eintreten, in Höhe von je 1000 Ji nach neun­jähriger aktiver Dienstzeit und 1500 M nach zwölfjähriger, sowie Zah­lung der Dienstprämie an die gesetzlichen Erben im Todesfall und nötigenfalls Gewährung der Dienstprämie über den Etat. Auf Ver- anlesiung des Kriegsministers wurde die Summe von 1000 J*. nach neun­jähriger Dienstzeit auf 500 Jt herabgesetzt. In dieser Form wurde der Antrag, nachdem er in eine Entschließung umgewandelt war, ange­nommen. Ein weiterer Antrag des Zentrums, Familien, von denen mehr als drei Söhne ihrer aktiven Dienstpflicht im Reichsheer oder in der Dtarine genügt haben, während der Dienstzeit eines jeden weiteren Soldaten pro Jahr 240 M Aufwandsentschädigung zu gewähren, wurde ebenfalls angenommen. In der Aussprache über diese Entschließungen wandten sich Redner der Nationalliberalen, .des Zentrums und der Volkspartei energisch gegen die Kritik, die eine gewiße Presse an der Arbeit der Kommission übe. Weiter wurde eine Entschließung Erz- berger-Schifser angenommen, in das Dispositiv des Etats die Bestim­mung auszunehmen:Zur Beförderung der in Friedenszeiten während der aktiven Dienstzeit oder während einer Hebung verstorbenen Militär­personen zur Beerdigung in der Heimat, sowie zum Besuche erkrankter Militärpersonen durch ihre Angehörigen", und die Summe im Etat um 100 000 M zu erhöhen.

Nach der Pause wurden zunächst einige Kapitel aus dem Ergän­zungshaushalt ohne Erörterung erledigt. Ein Antrag des Abg. Erz­berger auf Gewährung jährlich einmal freier Hin- und Rückfahrt in die Heimat, wozu 1600 000 M. in den Etat einzustellen sind, wurde ein­stimmig angenommen. Nachdem weiter die Ausbildungsfrage der Offiziere erörtert war, kam man zu den einmaligen Aus­gaben und damit zur Earnisonsfrage. Hier sollen erhebliche Abstriche vorgenommen werden, mit denen sich die Militärverwaltung zum größten Teil einverstanden erklärt hat. Eine eingehende Aussprache entspann sich über die Löhnungszuschüsie für Unteroffiziere in Elsaß- Lothringen. Die Aussprache zog sich bis spät in den Abend hinein in die Länge: es gelang aber, die erste Lesung der Wehrvorlage zu Ende zu führen.

lleber die weitere Behandlung der Wehr- und Deckungsvorlagen, insbesondere über die Frage, ob die zweite Lesung der Wehrvorlage unmittelbar angeschlosien werden soll, entspann sich eine lebhafte, fast einstündige Erörterung. Man kam aber noch zu keiner Entscheidung.

Die Lage auf dem Balkan

weist noch immer keine Klärung auf. Der serbisch-bulgarisch Streitfall spitzt sich weiter zu, da Serbien eine Vertragsrevisto, fordert, Bulgarien sie aber rundweg ablehnt. Im Interesse de, Dreibundes zu begrüßen ist die Erzielung eines italienifch-griechi. chen Einvernehmens. Wie verlautet, soll es der französischen Diplomatie gelungen sein, die Gegensätze zwischen den beide« Staaten auszugleichen, die sich bekanntlich auf die Abgrenzung der üblichen Albaniens beziehen. Griechenland ist nun die bestimmt, Verpflichtung eingegangen, den Kanal von Korfu nicht zu be- estigen, wofür Griechenland durch Gebietsabtretungen im Inner» von Epirus entschädigt wird. Es liegen folgende Meldungen vor;

Sofia, 28. Mai. Der serbische Gesandte Spalaikovitsch Hal gestern die amtliche Erklärung abgegeben, dast Serbien eine Re­vision des serbisch-bulgarischen Vertrages wünsche. Wie an kom- petenter Stelle verlautet, wird die bulgarische Negierung daraus antworten, daß Bulgarien unbedingt auf der Einhaltung des Ver­trages bestehe und eine Revision des Vertrages a b l e h n e.

Belgrad ,26. Mai. DasAmtsblatt" veröffentlicht einen Königlichen Ukas, nach welchem zahlreichen Offizieren für ihre vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit Ordensauszeichnungen mit Kriegsdekoration oder goldene und silberne Tapferkeits- medaillen verliehen worden sind. Kronprinz Alexander, Prinz Arsen und der Woiwede Putnik, sämtliche Generäle, die Mehrzahl der Stabsoffiziere, 15 Hauptleute und der Kavallerie-Oberleutnant Pavlowitsch erhielten die höchste Kriegsauszeichnung, den Orden vom Stern Karageorgewitjch mit Schwertern. Prinz Georg er­hielt die goldene Tapferkeitsmedaille.

P a r i s, 26. Mai. Wie dasJournal" meldet, hat die Pforte endgültig die Jnfel Z y p e r n, die von England bereits seit dem Jahre 1878 provisorisch okkupiert worden war, endgültig a Englandabgetreten.

K o n st a n t i n o p e l, 26. Mai. DasAmtsblatt" veroffenb licht ein Gesetz zur Ausgabe einer durch die Forsteinnahmen ge­deckten Anleihe von 3 Millionen Pfund. 500 000 Pfund sollen zu, Ernährung und Beförderung der mohammedanischen Flüchtlinge in die Provinz, 2y2 Millionen zur Anschaffung von Ackerbauge­räten und Samen und für den Bau von Wohnungen, nötigenfalls auch zum Ankauf von Grundstücken für die Flüchtlinge verwendet werden.

Die Mohammedaner im bulgarischen Heer.

Saloniki, 25. Mai. Die bulgarischen Militärbehörden haben die Mohammedaner in den Gebieten von Serres, Drama, Kavalla, Dedeagatsch und Adrianopel aufgefordert, in die bulga­rische Armee einzutreten. Die Mohammedaner gaben die Erklä- rung ab, der Militärpflicht in der bulgarischen Armee unter der Bedingung nachkommen zu wollen, daß sie nicht gezwungen wür­den, gegen Glaubensgenossen zu kämpfen.

Politische Umschau.

Untersuchung der französische« Militärkundgebungen.

Da die Nachforschungen über die jüngsten Militärdemonstra­tionen ergeben haben, daß die Anstiftungen zu diesen zum Teil von Pariser revolutionären Kreisen ausgegangen find, beauf­tragte die Staatsanwaltschaft den Richter Drioux, eine strafrecht­liche Untersuchung einzuleiten. Drioux ordnete infolgedesien ein« große Anzahl von Durchsuchungen in den Lokalen verschiedener Ge­werkschaften und revolutionärer Vereinigungen sowie in den Wohnungen zahlreicher revolutionärer Agitatoren an und stellt, gleichzeitig eine Anzahl Haftbefehle aus. Die Durchsuchungen führten zur Entdeckung von antimilitaristischen Druckschriften uni Briefen, die von Militärpersonen herrühren. Bei 30 in Paris und in der Umgegend wohnenden Anarchisten wurden eben­falls Haussuchungen durchgeführt, ferner bei 24 Anarchisten in de, Provinz. Jaurds kritisierte natürlich diese Durchsuchungen in einer Extraausgabe derHumanit6" unter den heftigsten Aus­fällen gegen die Regierung, insbesondere gegen den Kriegsminister Etienne. Die Polizei habe Briefe von Soldaten gefunden, welche sich darüber beklagten, daß sie infolge des künstlich hervorgerufenen Zuflusies von Freiwilligen jetzt schlechtere Lagerstätten haben, aber wo sei da ein Vergehen? Die Regierung wolle aber eine ver­worrene und fieberhafte Atmosphäre schassen, um die ver­brecherische Unvernunft ihres Gesetzes über die drei­jährige Dienstzeit, ihrer finanziellen Kombinationen und ihrer marokkanischen Unternehmungen zu verdecken. Dagegen verurteilt Clemenceau in seinem BlatteL'homme libre" auf das schärfste die Militärdemonstrationen, indem er u. a. schreibt:Was sind das für Leute, die Söhne der Besiegten von 1871, welche zwei Schritte von der Grenze unter den Insulten der alldeutschen Presie die Schmach ihrer Revolte den Wunden des verstümmelten Vater­landes hinzufügen, als ob sie der Verwirklichung der feindlichen Drohungen den Weg ebnen wollten?" Weitere Kundgebungen werden gemeldet aus Rarbonne, Charleville und Brive.

Herrfchafte war von überaus herzlichem Charakter, besonders auf dem Gesichte der nunmehr 91jährigen Eroßherzoginwitwe Augusta Carolina bemerkte man die herzlichste Freude. Die Truppen der Garnison, die Schulen und die Korporationen bildeten Spalier: das Publikum brachte lebhafte Ovationen dar. Um 1.15 Uhr fand Frühstückstafel im Gelben Saale statt. Der Eroßherzog brachte auf das Königspaar einen herzlichen Trinkspruch aus und gedachte besonders des heutigen Geburtstages der Königin. Um 3.50 Uhr geleiteten die großherzoglichen Herrschaften den hohen Besuch zum Bahnhof, wo um 4 Uhr die Abfahrt nach Berlin erfolgte.

B e r l i n , 26. Mai. Das englische Königspaar traf um 6 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof ein und begab sich nach dem Schloß. Der Kaiser, die Kaiserin, die Großherzogin Luise von Baden und Vie Prinzen Oskar und Joachim speisten abends bei den englischen Herrschaften. Das Königspaar reist morgen nachmittag 5.35 Uhr vom Lehrter Bahnhof über Missingen nach London ab. Das Königspaar von England, das Sonntag den Oberbürgermeister Wermuth in längerer Audienz empfangen hatte, sprach sich hierbei überaus erfreut und befriedigt über den Aufenthalt in Berlin und den Verlauf der ganzen Festlichkeiten aus. Es war voll Lobes über die Schönheiten der Stadt. Der König ersuchte den Ober­bürgermeister, der Bürgerschaft seinen und der Königin Dank zu übermitteln für die Zeichen herzlicher Anteilnahme, welche die Berliner Bevölkerung ihnen während des ganzen Aufenthaltes habe zuteil werden lasten. Im Anschluß hieran überwies der König der Stadt Berlin den Betrag pon 10000 Mark für wohltätige Zwecke.

Deutsches Reich-

Prinz Adalbert bei de« Flottenmanövern. Wilhelms­haven 26 Mai. Prinz Adalbert von Preußen ist heute vormittag hier eingetroffen. Er begab sich mit dem Großadmiral v. Koster und dem Vorstand des Flottenvereins mit der 5. Torpcdoboots- flottille zur Flotte, um den Manövern beizuwohnen. Der Dampfer Bremen" mit den Damen des Flottenvereins folgte.

_ Der neu« Erzbischof vo« Köln für ein friedliches Zusam­menleben de, Konfessionen. Köln, 26. Mai. Der neue Erzbischof von Köln, Hartmann, richtete auf die seitens der evangelischen Ec» meinbe ihm bargebrachte Begrüßung ein bemerkenswertes Daul»

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1 frei ins Haus. - Verlag von Dr. E. Hitzeroth. - Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Sitzerath). Markt 21. Tel. 55.

Der ReNietaa.

Am heutigen Dienstag nimmt auch das Plenum des Reichs­tags seine Arbeiten wieder auf, und damit ist die Gesetzgebungs­maschine, die während einiger Wochen stillgestanden hatte, wieder in vollem Gange. Wenn auch noch verschiedene andere Vorlagen die Tätigkeit des Reichstags in Anspruch nehmen werden, so wird die Hauptaufgabe der deutschen Volksvertretung doch darin be­stehen, die Wehrvorlage, welche die nötige Verstärkung des deut­schen Heeres bringen soll, zu erledigen. Mit den Arbeiten der Kommission kann man sich nur zum Teil einverstanden erklären. Ihre wesentliche Tätigkeit bestand vor allem darin, Entschließun­gen zu fasten, Entschließungen von zum Teil sehr volkstümlichem Gehalt. Natürlich, denn diese Entschließungen haben ja den Zweck, zum Fenster hinaus zu wirken. Für die Frage, die jetzt zur Debatte steht, haben sie gar keine Bedeutung. Es hat darum auch keinen Zweck, sie im einzelnen noch einmal aufzuführen. Aber wenn die neue Wehrvorlage z. B. von dem Bau des Mittelland­kanals, der in einer Entschließung gefordert wurde, abhängig ge­macht werden würde, den sämtlichen gewünschten Aenderungen des Militärstrafgesetzbuches oder den Arbeiterverhältnisten bei Mi­litärlieferungen usw. dann würde die Wehrvorlage am Nimmer- wiederkehrstage zur Tat werden. Sehr richtig schreibt dieKreuz­zeitung":Man scheint vollständig vergessen zu haben, daß die Aufgabe des Reichstags ist, zu beschließen, ob unsere Rüstung in dem Maße verstärkt werden soll, welches von der Regierung als unbedingt erforderlich für die Landesverteidigung erachtet wird, daß mit gespannter Erwartung das Ausland auf diefen Beschluß wartet, daß die Militärverwaltung erklärt, ihn rechtzeitig haben zu müssen, um das Nötige für den 1. Oktober vorzubereiten unb das erforderliche Mehr an Rekruten auszuheben, daß endlich, viel wichtiger als alle Einzelwünsche, doch die Frage zur Entscheidung steht und noch im Sommer gelöst werden mutz, wie das Geld für die Heeresvermehrung aufgebracht werden soll." Hoffentlich bricht das Plenum mit dem Brauch der Kommission Reden zu halten und schreitet zur Tat. Die Tat freilich ist schwierig genug. Für eine Bewilligung der Wehrvorlage zwar ließe sich schon eine Mehrheit finden, nur daß dieser Wehrvorlage auch eine Deckungsvorlage an­gehängt ist. Mit dem Wiederzusammentritt des Plenums des Reichstags dürfte endlich auch die Ungewißheit darüber weichen, welchen Weg Regierung und Volksvertretung zur Erreichung dieses Zieles einzuschlagen gedenken. Es läßt sich nicht leugnen, daß die Aussichten für die Erfüllung jener beiden wichtigen und innerlich eng zusammenhängenden Forderungen, zu denen man ebenso aus nationalen Gründen wie aus Gründen der inneren Logik gedrängt wurde, nämlich die Forderung, daß der ganze Kom­plex der Wehr- und Deckungsvorlagen noch vor der Vertagung des Reichstags bis zum Herbste erledigt werde, und die weitere For­derung, daß die Regierung die Deckung der Kosten für die Heeres- verstärkung nur aus den Händen derselben Mehrheit entgegen­nehme, welche die Heeresvorlage selbst beschlosten habe, in der letzten Zeit sich eher verschechtert, als verbestert haben. Jedenfalls darf man nun eine baldige Klärung der Lage erwarten, und man muß wünschen, daß zugleich auch in der Deckungsfrage, über die ja der Kanzler mehrfach mit den Parteiführern beraten hat, eine Eingung erzielt wird.

In der heute beginnenden Sitzung werden nur Bittschriften nach altem Brauch beraten. Nach den vorläufigen Geschästs- dispositionen wird die sozialdemokratische Anfrage über die reichs- ländischen Abwehrgesetze am Mittwoch beraten werden. Die Aus­sprache wird voraussichtlich zwei Tage währen. Die zweite Lesung der Wehrvorlage dürfte erst am nächsten Montag beginnen, da der Haushaltsausschuß die Beratung der Wehrvorlage erst am Donnerstag abschlietzen wird und die Fraktionen die Ausschuß- beschlüste einer Aussprache unterziehen wollen. Die Beratung der Deckungsgesetze wird der Haushaltungsausschuß erst in der nächsten Woche in Angriff nehmen, da über ihre Behandlung zwischen Re­gierung und Fraktion in dieser Woche noch Besprechungen statt­finden werden.

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HochzeitsnaMlin^e.

Der Andrang des Publikums namentlich an Damen, zu den im Kunstgewerbemuseum ausgestellten Hochzeitsgeschenken nebst dem Brautkleid und dem Brautschleier der Prinzessin Viktoria Luise war gestern so stark, daß gegen 60 Schutzleute vor dem Portal aufgestellt und sowohl vor dem Kunstgewerbemuseum als vor dem gegenüberliegenden Abgeordnetenhaus eine Sanitätswache einge­richtet werden mutzte. Durch das Drängen und Stotzen der Menge wurden mehrere Ohnmachtsanfälle verursacht, jedoch sind ernstere Unfälle nicht zu verzeichnen.

Beförderung des Prinzen Ernst August.

B e r l i n, 26. Mai. Wie verlautet, hat der Kaiser den Prin­zen Ernst August, Herzog zu Braunschweig unb Lüneburg zum Rittmeister befördert.

Der Geburtstag der Königin von England.

B e r l i n, 26. Mai. Die Königin von England beging heute Ihren Geburtstag. Das Kaiserpaar erschien gegen 9% Uhr zur Beglückwünschung. Um 10% Uhr reiste der König und die Königin von England mit Gefolge und Ehrendienst nach Neustrelitz, um .den Tag am Hofe von Mecklenburg-Strelitz zu verleben. Das 'Kaiserpaar geleitete seine hohen Gäste im Schlosse bis zu den Auto- wobilen.

N e u st r e l i tz, 26. Mai. Mittags um 12.30 Uhr langte das : Köniaspaar von England hier an. Die Begrüßung der fürjjlichen