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cz Vv» HlvlllllllL/ VvlIUlvU mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain ,n» d-n »«n: »MMT. jto .MW-Mch-Mch, W.

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DieOberhess,jchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn

und Feiertage. - Der Bezugspreis betragt merteisabrlich duro Ho 1K die Post 2 25 M (ohne Bestellgelds, Lei unseren Zeitungsstellen. 2

*1= 110 frei ins Haus. - Verlag von Dr. T. Hitzeroth. - Druck der Univ«

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1913.

Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. L. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.

irrstes Blatt

in

Die Abwehrmaßnahmen im Reichsland.

Marburg

Freitag, 23 Mai

rin. Der Ehrendienst war dem Zaren bis Küstrin-Neustadt ent« I gegengereist. Kaiser Wilhelm in der Uniform seines russischen I Leib-Earde-Erenadier-Regiments schritt dem Zaren entgegen, der I die Uniform des Alexander-Regiments trug, und begrüßte ihn I überaus herzlich. Während der Vorstellung der Prinzen und I Prinzessinnen und des beiderseitigen Gefolges spielte die Regt« I mentsmusik des 1. Earderegiments zu Fuß, das auch den Ehren« I dienst gestellt hatte. Dann erfolgte die Abfahrt der Fürstlich« 1 leiten in offenem Wagen, vor und hinter dem fe zwei Züge der I ersten Eskadron des 2. Earde-Dragoner-Regtments ritten. Unter« I wegs wiederholten sich dieselben Ehrenbezeugungen wie Tags vor« I her bei dem englischen Herrscherpaar. Beim Herannahen des I Zuges wurde regimenterweise präsentiert und das Spiel gerührt I sowie ein Hurra ausgebracht. Beim Kreuzen der Friedrichstraße I setzte das Abfeuern des Ehrensaluts von 101 Schüssen ein. Um I 12 Uhr traf der Kaiser mit dem Zaren im Schlosse ein. Der offene I Vierspänner fuhr im Schritt die Front des Alexander-Regiments, I das im Lustgarten stand, ab und fuhr dann in Portal 4 ein. An I den Fenstern der ersten Etage des Schloßes nach dem Lustgarten I zu standen die Kaiserin, der König von England in der Uniform I seiner 8. Kürassiere, der kurz vor dem Zaren wieder im Schloße I angelangt war, die Königin von England, die Eumberländifchen I Herrschaften, und die andern int Schloße wohnenden Fürstlichkeiten beobachteten die Einfahrt und winkten dem Kaiser und dem Zaren zu, was diese erwiderten. Im großen Schloßhofe stand eine Ehren­kompagnie des Alexander-Regiments, deren Front der Kaiser und der Zar abschritten und deren Vorbeimarsch entgegennahmen. Hierauf empfing am Eingang der Wilhelmschen Wohnung die Kaiserin mit der Kronprinzessin den Zaren sowie auch die Prin« zessinnen des Königlichen Hauses Hohenzollern und die Prin­zessinnen anderer souveräner deutscher Häuser.

Der Kaiser fuhr am späteren Nachmittag aus. Das englische Königspaar nahm den Tee beim Prinzenpaar Heinrich im Hotel Kaiserhof und besuchte dann noch die Großherzogin LuUe von | Baden. Um 8 Uhr war

Galatafel

im Weißen Saale des königlichen Schloßes, wozu zahlreiche Ein­ladungen an Herren und Damen des diplomatischen Korps, des Hofstaates, die Palastdamen, das Gefolge, den Reichskanzler und Gemahlin, an die Generalität und Admiralität, an die Ritter des Schwarzen Adlerordens, den hohen Adel, die Minister, Staats­sekretäre, die stimmführenden Mitglieder des Bundesrats, die Präsidenten des Reichstags und der beiden Häuser des Landtags i - ergangen waren. Die allerhöchsten und höchsten Herrschaften ver- sammelten sich int Rittersaale, von wo sie sich int feierlichen Zuge n«ch dem Weißen Saal begaben. Das hohe Brautpaar er­öffnete den Zug. Der Kaiser führte die Königin von England, der König von England die Kaiserin, der Herzog von Cumberland die Kronprinzessin, der Kronprinz die Herzogin von Cumberland, der Erotzherzog von Vaden die Großherzogin von Heßen. Weiter folgten paarweise alle anderen anwesenden Fürstlichkeiten, weit über fünfzig. Bei der Tafel hatte das Brautpaar den Ehrenplatz.

Zur Teilnahme an den Hochzeitsfeierlichkeiten sind weiter ein« getroffen Prinz Heinrich von Bayern, Prinz Woldemar von Däne­mark mit seinen Söhnen Aage und Axel, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg und Gemahlin, das Prinzenpaar Heinrich und deßen Söhne Waldemar und Sigismund, der Fürst und die Prin­zessin Augusta Viktoria von Hohenzollern sowie das Prinzenpaar Max von Baden. Die Rennbahn int Grünewald hatte einen großen Tag. Um 4y> Uhr trafen das Kronprinzenpaar und die Söhne des Prinzen Friedrich Leopold und gegen 4 Uhr nachmit- tags das englische Königspaar auf dem Rennplatz ein und be« zaben sich nach dem Fürftenpaoillon.

Ein Ugnlücksfall.

Am Nachmittag überfuhr ein vom Herzog von Cumberland benutztes Privatautomobil an der Schloßbrücke den 10 Jahre alten Sohu eines Lehrers aus Lichtenberg, der zwar äußere Ver« letjuitgen, aber keine schweren inneren Schäden davontrug. Er hatte sich aus der Zuschauermenge hervorgedrängt und war, trotz­dem d.zs Auto langsam fuhr, unter die Räder gekommen. Der Herzog besuchte den Knaben persönlich auf der Hilfswache und entsandte später einen Adjutanten zu den Eltern des Ver« letzten und zur Charitö, wohin der Knabe gebracht worden war.

Oesterreichs Glückwünsche.

Wien. 22. Mai. Zur Hochzeit int deutschen Kaiserhause schreibt da- ..Neue Wiener Tageblatt":Die Oesterreicher, für die

Ankunft weiterer Hochzeiisgäste.

Nachdem bereits am Mittwoch eine große Zahl fürstlicher Gäste, die mit dem deutschen Kaiserhause durch verwandtschaftliche Bande verknüpft sind, in Berlin angekommen waren, sind gestern vormittag der Herzog von Cumberland, dessen Gemahlin und Prinzessin Olga auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen. Die Ehrenkompagnie auf dem Bahnhof stellte das 1. Garderegiment zu Fuß, die Geleiteskadron das Eardekürassier-Regiment. Zum Emp­fange waren der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und Prin­zessinnen des Königlichen Hauses sowie zahlreiche Würdenträger und die Staats- und Militärbehörden anwesend. Nach herzlicher Begrüßung der Fürstlichkeiten begab man sich im Ealawagen über den Potsdamer Platz, die Siegesallee und Unter den Linden nach dem Schloße, wo Empfang und großer Vortritt stattfand.

Etwa iy2 Stunden nach dem Eintreffen des Herzogs von , Cumberland traf auf dem Anhalter Bahnhof

der ruffische Kaiser

Der Kaiser von Japan t«

Aus London kommt die Nachricht, daß Kaiser Harunomya von Japan nach einer Regierungszeit von nur reichlich % Jahren gestorben ist. Er folgte seinem am 29. Juli 1912 verschiedenen Vater Mutsuhito, unter deßen 45jähriger Regierung das Land aus einem aus 270 Kleinstaaten bestehenden altjapanischen Adels­und Kastenstaat sich zu einem modernen Kulturreich und einer Großmacht entwickelte, mit der Europa ernstlich rechnen muß. Man nennt Japan bisweilen das Preußen oder das England des Ostens, weil Preußen der Lehrmeister für Japans Heer, England der für Japans Flotte gewesen ist. Die Reform des mittelalter­lichen Feudalstaates leitete Mutsuhito ein durch eine denkwürdige Proklamation von 1868, in der das stolze Wort stand:Es sollen alle Kenntniße aus allen Teilen der Welt von uns übernommen werden zur Stärkung und Festigung des Staates". Eine der feines Vaters gleichwertige Leistung würde der jetzt Verstorbene auch bei längerer Regierungszeit wohl kaum aufzuweisen haben. Grox Aufgaben harren nicht mehr der Lösung; die Wunden, die der Krieg gegen Rußland auch dem siegreichen Lande geschlagen hat, bedürfen durch langjährige, keinen besonderen Ruhm dringende Arbeit der Heilung.

Al- Todesursache wird eine Lungenentzündung angegeben. Es ist bekannt, daß der Kaiser von jeher kränklich war und mit durch sorgsame Erziehung und körperliche Abhärtung da» Maß von Widerstandsfähigkeit erlangt hat, das die RegierungsgeschSst« er«

Im Mittelpunkte der großen Festlichkeiten, die zur Seit der deutschen Reichshauptstadt stattfinden, steht die jugendliche Tochter des deutschen Kaiserpaares Prinzessin Viktoria Luise (geb. 13. September 1892) und ihr fürstlicher Bräutigam Herzog Ernst zu Braunschweig und Lüneburg (geb. 17. November 1887), deren Vermählung am 24. d. M. in Berlin vollzogen wird. Das junge Paar wird seine Flitterwochen im idyllisch gelegenen Jagdschloß Hubertusstock verleben und nach dem märkischen Städtchen Rathe­now übersiedeln, wo Prinz Ernst August als Oberleutnant dem dortigen Ziethen-Husaren-Regiment zugeteilt ist. Unser Bild zeigt die neueste Aufnahme des jungen Paares, die von dem Hof- photographen Sandau in Berlin stammt.

trägt durch eine Indiskretion an den PariserMalin" gelangt. (Heiterkeit.) Sie gehen übrigens außer dem Deut­schen Reiche und das Reichsland niemanden etwa, a n. Zur Sache selbst kann ich feststellen, daß sich die Vorredner, in maß« losen Uebertreibungen ergangen und der Angelegenheit eine über das Tatsächliche hinausgehende Bedeutung beigelegt haben. Was ist denn unsere Absicht? Wir wollen 1. die Einführung des Reichspreßgesetze, im Reichsland und 2. die Ergänzung des Reichsvereinsgesetzes. Was da, Preßgesetz anlangt, so schlagen wir nichts neues vor. Schon 1898 unter­breiteten wir dem Landesausschuß eine ähnliche Vorlage; diese wurde aber abgelehnt, weil man sich sagte, daß ein großer Teil der Bevölkerung die französische Sprache nicht als eine fremde, sondern als Volkssprache ansehe. Unsere erste Anregung liegt also 15 Jahre zurück. Der heutige Antrag'tangiert in keiner Weise die Verfaßung. Die nationa« listischen Zeitungen gerieren sich wie französische Zeitungen in französischem Lande in der Absicht, das Bolk dem Deutschtum zu entfremden. Die französischen Zustände und fran­zösisches Wesen werden als etwas Unerreichbares hingestellt. Das muß sich die alkdeutsche Bevölkerung gefallen laßen, daß Deutschland bei jeder Gelegenheit in den Kot gezogen wird. Die Jugend soll an ihrer eigenen Heimat irre gemacht werden. (Lebhafter Widerspruch des Abg. Wet- terlL.) Gegen diese zersetzende Tätigkeit müßen wir uns wehren. Sie werden daher begreifen, wenn wir diese Zeitungen gleich­stellen mit der Preße des Auslandes. Der Redner ging dann auf den Charakter des Rationalismus ein, oft von Zwischenrufen unter­brochen. Wohl sei der Rationalismus parlamentarisch tot, im übrigen aber lebe er noch. Es sei eine kleine, aber laute Gesellschaft im Lande, die die Jugend in schlimmster Weise bedrohe. Die Negierung habe die Pflicht, hier einzugreisen. um dem Lande die Ruhe und den Frieden zu erhalten. Eines habe er bei der heutigen Debatte trotz aller Schärfe, mit der sich die Parteiredner gegen die Anträge der Regierung wandten, als erfreulich gefunden: die mannhafte Absage an den Natio­nalismus, wie ich sie bisher nicht gehört habe. Hütte ihr Vorgehen allein diese Wirkung, so könnte die Regierung zufrieden sein. Wir hoffen, sagte der Redner weiter, daß die gesetzgebenden Faktoren des Reiches das Gesetz annehmen werden. Ich kann Sie versichern, daß wir nicht die Absicht haben, sofort gegen die im Lande erscheinenden französischen Zeitungen vorzugehen. Wir werden ruhig abwarten, weiche Haltung diese Zeitungen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes einnehmen werden. Wenn sie sich des Bewußtseins der deutschen Zugehörigkeit besinnt, dann wird das ganz» Gesetz garnicht zur Anwendung kommen.

Was das Vereinsgesetz betrifft, so glaubte die Regierung, der Reform vom Jahre 1908 zustimmen zu sollen, im Vertrauen daraus, daß die elsaß- lothringische Bevölkerung die freiheitlichen Bestimmungen des Gesetzes werde ertragen können. In dieser Beziehung haben wir uns ge­täuscht. Daran ist gleichfalls der Nationalismus schuld. Wenn wir für uns das Recht beanspruchen, gewiße Vereine aufzulösen, so hat dies seinen Grund darin, daß daselbst in Französisch Propaganda gemacht wird, und man darauf ausgeht, die Jugend dem Deutschtum zu ent­ftemden. Die elsaß-lothringische Regierung begehrt nicht leichten Herzens ein solches Machtmittel, sie kann aber das Land nur dann der Ruhe und dem Frieden entgegenführen, wenn sie Abwehrmahnahmen gegen die deutschfeindliche Essinnung ergreift. Es handelt sich hier keineswegs um positive Eermanisationspolitik. Gewerk­schaften und sozialdemokratische Vereine werden nicht unter dieses Ge­setz fallen. Daß unsere Anträge die Rückkehr zur Diktatur bedeuten, ist eine maßlose Uebertreibung. Auch kann von einer Bankrotterklä­rung der Regierung keine Rede sein, wenn sie der lleberzeugung ist, daß sie eigene polittsche Befugniße braucht. Dadurch wird auch die Seiner Konferenz nicht im geringsten berührt. Unsere Anträge werden den

I europäischen Frieden nicht stören." An diese Ausführungen schloß sich I eine lange, sehr lebhafte Besprechung.

I Die Ausführungen des Unterstaatssekretärs Mandel zeichnen sich I durch eine erfreuliche Offenheit und Energie aus, wie man sie bisher I von der reichsländischen Regierung nicht gewöhnt war. Besonders zu I begrüßen ist die deutliche an Frankreich und die französische Preße ge- I richtete Feststellung, daß die beabsichtigten Maßnahmen niemanden etwas | angehen als das Deutsche Reich und Elaß-Lothringen. Da deutsch» I Zeitungen mit Recht ihrer Verwunderung darüber Ausdruck gegeben I haben, daß die. deutsche Oeffentlichkeit von den Anträgen zuerst etwas I durch französische Blätter erfahren hat, ist ferner die Erklärung des I Unterstaatssekretärs von Bedeutung, daß diese Angelegenheit durch eine I Indiskretion an denMatin" gelangt ist. Wie verlautet, ist bereits I ein Verfahren gegen Unbekannt eröffnet worden, um festzustellen, von | welcher Stelle der französischen Preße die Anträge der elsaß-lothringischen I Regierung an den Bundesrat verraten worden sind. Die Straßburger I Regierung wird nach den Aeußerungen Herrn Mandels auf erneute I Zustimmung aller deutschen Kreise rechnen können, soweit sie noch nicht I von des Gedankens Bläße angekränkelt sind.

ftgliche Betrachtung über Leben und Geschehen im Hause Hohen- I zollern mit den besten menschlichen Gefühlen, denen der Freund- I schgft und Treue, unlösbar verbunden ist, fehlen nicht 'n den I Reihen der Gratulanten. Möge die Hohenzollern-Welfen-Hochzeit ein Fest bei Versöhnung alter erbitterter Gegner, auch zum Mark­stein einer glücklichen Epoche des deutsch-englischen Einvernehmen, werden Drei Kaiser stehen beisammen: der Kaiser von Indien, der Kaiser von Rußland und der Kaiser des Deutchsen Reiches.

I Oestereich-Ungarn weilt bei der schönen Feier in Berlin in einer ganz besonderen Eigenschaft: als treuer Freund und politischer Verwandter. Oesterreich-Ungarn freut sich aufrichtig des Ereig­nisses welches in der stolzen Familienchronik der Hohenzollern mit goldenen Lettern eingezeichnet wird. Unser Monarch, ein I Kaiser des Friedens, sendet die innigsten Wünsche. Er ist von ! ganzem Herzen stets dabei, wenn schöne Bande der Einigung ge- I schlungen werden. Seines Sinnes sind, wie immer, seine getreuen

Straßburg, 22. Mai. Bei dicht besetzten Tribüne» und in Anwesenheit der gesamten Regierung verhandelte heute die Zweite Kammer über dir Interpellationen betr. die Anträge der elsaß-lothri». gischen Regierung auf Einführung des Reichspreßgesetzes und Aenderung des Vereinsgesehes. Zur Begründung bei Interpellation des Zentrums führte der Abg. Hauß aus:Man sollte es nicht für möglich halten, daß dieselbe Regierung, die vor zwei Jahren der Verfaßungsreform zu­stimmte, heute nach Ausnahmegesetzen ruft Der Selbsterhaltungstrieb und die Selbstachtung hätten der Regierung gebieten müßen, diesen Weg nicht zu gehen. Ein Volk kann in zwei Jahren nicht so geartet fein, daß man es jetzt mit einem Drahtzaun umgeben muß. Man muß viel­mehr Elsaß-Lothringen dieselbe Freiheit gewähren, wie den anderen Bundesstaaten, mit anderen Worten: Wir fordern' n o m i e Der Abg. Labroise (Lothr.) hob hervor, die elsaß-lothringische Bevölkerung wünsche in Ruhe und Frieden zu leben und ihren gesun. denPartikularismus geachtet zu sehen. Perrotes (Soz.) führte aus' Wir stehen vor der Tatsache, daß uns die elsaß-lothringische Regie­rung unter Kuratel stellen will. Ideen laßen sich aber nicht durch Ausnahmegesetze unterdrücken, wie das Sozialistengesetz bewiesen hat Die Regierung hat noch andere Mittel an der Hand, um Aus­wüchsen entgegenzutreten. Das Parlament steht geschloßen der Regie- iung gegenüber. Das sollte ihr zu denken geben. Sie treibt den Kriegs­hetzern hüben und drüben Waßer auf die Mühle und die f ru chtbare ArbeitvonBern wird auf das stärkste gestört. Und all dies, trotz­dem 99 Prozent der elsaß-lothringischen Bevölkerung von den Nationa­listen nichts wißen wolle." Wolf (Lib.) erklärte:Es hat sich ein Riß aufgetan zwischen der Regierung und dem Volk. Was die Regierung plant, widerspricht dem Geist und Sinn unserer Verfaßung und wird nur zur Stärkung des Nationalismus beitragen. Im Reichstage werden die Anträge hoffentlich auf einen unentwegten Widerstand stoßen. Die Regierung macht sich keine Gedanken über die internationale Wirkung ihres Vorgehens, das wir um der Idee der Autonomie willen auf das energischste bekämpfen müßen."

Darauf ergriff Unterstaatssekretär Mandel das Wort zur Erwide­rung. Der Minister führte aus:Wenn wir über unsere Anträge an den Bundesrat keine Mitteilung an die Oeffentlichkeit gelangen ließen. Io geschah dies mit Rücksicht auf den Bundesrat. Keine Regierung hat das Recht, eine Vorlage zu veröffentlichen, bevor diese ihre endgültige Gestaltung im Bundesrat gefunden hat. Natürlich sind daun die An-

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