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1913.

irrftes Blatt

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Haiffa, 19. Mai. Der deutsche PanzerkreuzerGäben' ist hier eingetroffen.

Marburg

Dienstag, 20. Mai

PoliÜsche Umschau

Das Endergebnis der Wahlen.

Jetzt liegen die Endergebnisse der Wahlmännerwahl von 276 Wahlkreisen vor. Danach sind 393 Abgeordnete als gewählt an­zusehen, und 50 Stichwahlen sind erforderlich. Bisher find gewählt: 141 Konservative, 48 Freikonservative, 57 Nationallibe­rale, 25 Dolkspartei, 101 Zentrum, 12 Polen, 2 Dänen, 7 Sozial­demokraten. An den 50 Stichwahlen beteiligen sich 21 Konser­vative 14 Freikonservative, 23 Nationalliberale, 14 Voltspartei, 6 Zentrum, 1 Pole, 1 Bund der Landwirte, 1 Deutsch-Sozialer, 19 Sozialdemokraten. Die Konservativen gewinnen 7 und ver­lieren 10, die Freikonservatven gewinnen 1 und verlieren 5, die Nationalliberalen gewinnen 8 und verlieren 4, die Volkspartei gewinnt 4 und verliert 5, das Zentrum gewinnt und verliert 4, die Sozialdemokraten gewinnen 1, die Polen verlieren 2.

Die Stichwahlen werden diesmal also etwas mehr ausschlag­gebend sein als es vor 5 Jahren der Fall war. Verhältnismäßig stark beteiligt sind die Sozialdemokraten, und von diesen sowie der Stellungnahme der Fortschrittler wird der Ausfall einer ganzen Reihe von Stichwahlen abhängen, die für die beiden rechts­stehenden Parteien immerhin von erheblicher Bedeutung find. Bei den Wahlmännerwahlen haben Freisinnige und Sozialdemokraten sich gegenseitig nicht unterstützt. Man stellte aber auf Fortschrittler­seite von Anfang an ein Stichwahlbündnis nicht als un­möglich hin. Jetzt wird den Liberalen vomVorwärts", also dem führenden Organ der sozialdemokratischen Partei, ein regelrechtes Verständigungsangebot gemacht. Das Blatt schreibt u. a.:Wie von allem Anfang an, nimmt die Sozialdemokratie auch heute noch den Standpunkt ein, daß es gar nichts Selbstverständ­licheres und Näherliegenderes geben könnte, als solche Verständigung. Nur ist fle natürlich auch heute noch der un­erschütterlichen Ansicht, daß dieVerständigung" nicht etwa darin bestehen kann, daß die Sozialdemokratie einfach den Freisinnigen heraushaut, ohne auch ihrerseits vom Freisinn Gegendienste ju erhalten." Da dasBerliner Tageblatt" freudi» feststellt, dah

stantinopel zu befürchten sei, da alle Parteien gegen die Partei des Komitees für Einigkeit und Fortschritt sich verschworen hätten, der Tod Nazim Paschas sei nicht vergesien worden, man wolle ihn unter allen Umständen rächen. Bei der Tschataldscha-Armee, die noch immer 180 000 Mann stark ist, habe das Komitee für Einig- keit und Fortschritt nicht mehr als 25 000 Anhänger, und es sei fraglich, ob nran sich auf diese alle verlasen könne. Die Regierung habe daher eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen getroffen und sämtliche Regierungsgebäude in Konstantinopel mit Ma­schinengewehren, selbst mit Feldgeschützen, aus­gerüstet. Man rechne mit der Möglichkeit, daß für kurze 3ett eine Militärdiktatur eingerichtet werde, vielleicht mit Schukri Pascha, dem Verteidiger von Adrianopel. Die Stellung des Sul­tans dürfte dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Aufgaben der Finanzkommisfion.

P a r i s, 19. Mai. Bezüglich der in Paris zusammentretenden internationale Finanzkommission berichtet derTemps", die Dreibundmächte hätten die Ansicht ausgesprochen, daß die Krieg­führenden in der Konferenz lediglich eine beratende Stimme haben sollen. Die Balkanverbündeten dürften gegen diese Auf- fasiung Widerspruch erheben. In den Kreisen der Tripleentente glaubt man, daß von den Valkanstaaten, falls diesen nur eine be­ratende Stimme eingeräumt werden solle, nicht verlangt werden könne, daß sie.in den Friedenspräliminarien eine finanzielle Ver­pflichtung betreffs der Entscheidung der Pariser Konferenz über­nehmen. Es sei deshalb die Rede davon, den Wortlaut der Prä­liminarien dahin abzuändern, daß es heiße, die Pariser Konferenz habe die Aufgabe, die finanzielle Fragezu prüfen" anstattzu regeln". Ferner wird gemeldet, Oesterreich-Ungarn habe den Vor­schlag gemacht, datz alle Entscheidungen der Finanzkommission einstimmig gefaßt werden müßten.

Griechisches Vorgehen.

P a r i s, 19. Mai. Nach einer Blättermeldung aus Saloniki verlangten die griechischen Behörden von der dortigen Zweig­anstalt der Banque Ottomane, ihnen alle von den türkischen Be­amten eingelegten Gelder sowie einen genauen Rechnungsausweis auszufolgen. Die Ottomanbank ersuchte, um sich ihren Kunden gegenüber zu decken, daß eine Beschlagnahme im Gerichtswege vor­genommen werde. Die griechischen Behörden weigerten dies und bedrohten den Direktor der Zweiganstalt sogar mit kriegs­gerichtlicher Verfolgung.

i Konstantinopel, 19. Mai. Die Heimbeförderung der türkischen Truppen aus Albanien begegnet Schwierigkeiten seitens Griechenlands, das anfänglich zustimmte, jetzt aber Einwendungen erhebt. Aus diesem Anlaß haben zwei Mächte Schritte in Athen unternommen. Die Truppen sollen in Beirut gelandet werden. Die ursprüngliche Absicht, einen Teil der Truppen in den Häfen des Schwarzen Meeres auszufchiffen, ist infolge des Wider­standes Bulgariens aufgegeben worden.

Wir kommen wieder."

W i e n, 19. Mai. Mannschaften des KreuzersV r e s l a u" entwaffneten einen montenegrinischen Posten in Skutari, der sich mit aufgepflanztem Bajonette zeigte. Gestern zog der I montenegrinische General Bechir mit den letzten 500 Mann Mon- I tenegrinern ab, wobei er ausrief:Wir kommen wieder! Das Blut unserer Brüder wird nicht aufhören, nach uns zu rufen!"

Deutsches Aetch-

Zur Begnadigung der englischen Spione. Berlin, 19. Mai. In maßgebenden politischen Kreisen wird der Begnadigung der englischen Spione Trench, Brandon und Stewart zwar in erster Linie als ein Enadenakt des Kaisers aus Anlaß des bevor­stehenden Besuches des englischen Königspaares in Berlin be- zeichnet, aber man gesteht auch zu, daß dieser Enadenakt ein« wesentliche politische Bedeutung habe, da in ihm die freundlichen Beziehungen zum Ausdruck gelangen, die zurzeit zwischen Deutschland und England bestehen. Auch kann die Be­gnadigung als eine gewisse Vertrauenskundgebung angesehen werden, die seitens des Kaisers und der deutschen Reichsregierung an England gerichtet ist. Es fragt sich nur, ob dieses Vertrauen von englischer Seite auch erwidert wird.

Kriegsschiffe auf der Suche nach Vermißten. Kiel, 19. Mai. Die Einjährigen Boeck, Homack, Wilke und Stein sowie die See­soldaten Crämer, Preske, Lämmer und Schirmer, sämtlich von der 3. Kompagnie des 1. Seebataillons, sind bisher nicht von einer gestern nachmittag auf See unternommenen Segelpartie zurück- gekehrt, sie find bei dem stürmischen Wetter anscheinend ver- u n g l ück t. Die KreuzerMünchen" undMagdeburg" sowie die SchiffeWürttemberg",Pelikan" und einige Torpedoboote sind gegenwärtig auf der Suche nach den Vermißten. Sie sind abends wieder eingelaufen, ohne ein Ergebnis erzielt zu haben. Die Nachforschungen werden morgen in aller Frühe wieder ausgenom­men werden.

£ie Meuterei in Toni

Der französische Kriegsminister Etienne hat, wie gemeldet, die Kundgebungen französischer Soldaten in Toul gegen die Ein­führung der dreijährigen Dienstzeit als möglichst harmlos hinzu­stellen versucht. Da es sich dabei um eine Garnison in der Nähe der deutschen Grenze handelt, mag ihm der Vorfall erklärlicher­weise besonders peinlich sein. Alle Schönfärberei hilft aber nichts, im Gegenteil stellen sich die Ausschreitungen als weit größer heraus, als es nach den ersten Berichten den Anschein hatte. Ein Bericht aus Paris besagt: Wie aus Toul gemeldet wird, ver­suchten Mannschaften der 77. Brigade, zumeist Soldaten des 146.

- und 153. Infanterieregiments am 18. d. M. nachmittags abermals | eine öffentliche Kundgebung gegen die Zurückbehaltung der Jahresklasie. An 400 Soldaten versammelten sich auf dem Uebungsplatz Dommartin und faßten den Plan, in geschloffener Gruppe nach der Stadt zurückzukehren, um dort vor der anläßlich des Militärkonzerts versammelten Volksmenge.gegen die Zurück­haltung der Jahresklasie zu demonstrieren. Der Stellvertreter des Platzkommandanten, Artillerieoberst Veuchon. ritt nach dem Uebungsplatz und bemühte sich, die Soldaten in einer Ansprache von dem Plan abzubringen. Seine Ermahnungen wurden anfangs von dem größten Teil der Soldaten gut aufgenommen, doch mußte der Oberst angesichts der widerspenstigen Haltung der Rädelsführer unverrichteter Cache in die Stadt zurück­kehren. Er entsandte Jnfanteriepatrouillen sowie eine Abteilung Gendarmen und Dragoner nach dem Uebungsplatz, um die An­sammlung zu zerstreuen. Die Manifestanten flüchteten in die Felder und Weinberge, wobei es zu Raufereien kam. Auch sonst spielten sich peinliche Szenen ab. So weigerte sich ein Korporal der von dem Obersten Veuchon entsandten Patrouille, seinen Dienst zu tun und legte das Gewehr nieder. Er wurde von einem anderen Unteroffizier sofort verhaftet. Die Militär- und Zivilbehörden in Toul hielten gestern abend eine Besprechung ab, in der sie über die zur Verhinderung derartiger Vorfälle erforder­lichen Maßnahmen sich verständigten.

Weiter wird gemeldet: Als der Platzmajor von Toul allein auf dem llebungsfelde Dommartin, auf dem die Soldaten gegen das Gesetz der dreijährigen Dienstzeit demonstrierten, anlangte und sie aufforderte, auseinanderzugehen, erwiderten die Demon­stranten:Lieber den Krieg! Wir wollen uns wohl schlagen, aber nicht drei Jahre hierblciben!" Zivilpersonen und Mitglieder von Schützenvereinen mußten den noch verhandelnden Major be­freie n. Als eine Abteilung Kavallerie auf seinen Befehl er­schien, zerstreuten sich die Manifestanten in Unordnung. Ein Leutnant in Zivil, der die Ordnung wiederherstellen. wollte, wurde von ungefähr 15 Manifestanten übel behandelt. Zivilisten befreiten ihn, wiesen die Manifestanten zurecht und führten mehrer zur Wache. Um 7 Uhr abends war die Ordnung wieder­hergestellt. Der Kommandeur des 20. Korps traf abends in Toul ein; er ist vom Kriegsminister beauftragt, Bericht über die An­gelegenheit zu erstatten. Allen Offizieren wurde befohlen, sich in die Kasernen und Baracken zu begeben.

Worin unterscheiden sich nun diese Vorfälle von einer Meu­terei? Daß die Disziplin im französischen Heere nicht hervor­ragend ist, ist bekannt, da sie zu dem romanischen Volkscharakter nicht eben paßt. Aber ein Oberst, der durchAnsprachen" mani­festierende Soldaten vergeblich ermahnt, ein Major, der von Zivilpersonen aus dem Kreise der Meuterer befreit werden muß, sind neue beredte Belege für den Geist, der im Heere der gra'nde Nation" herrscht. Es ist ferner ein seltsames Mittel, durch das man etwaigen weiteren Ausschreitungen vorbeugen will, wenn man den Revanchegedanken zu Hilfe ruft; denn nichts anderes bedeutet doch der befohlene Vorbeimarsch vor dem in Fontenoy der im Kriege 1870 Gefallenen errichteten Denkmale. Aus den peinlichen" Vorgängen sieht man mit erschreckender Deutlichkeit, wohin man mit einer politisierenden Armee kommt. Für uns sollten sie ein neuer Ansporn sein, sich den nicht nur von sozialdemokratischer Seite ausgehenden Versuchen, die Politik ins deutsche Heer hineinzutragen, mit aller Gewalt zu widersetzen.

Verschärfung der Lage auf dem Balkan?

Obwohl die Serben betonen, daß ihnen an der Erhaltung des Bündnisies mit Bulgarien alles gelegen sei und sie an einen An­griff nicht dächten, scheinen sich die Zwistigkeiten zwischen beiden Staaten doch zuzuspitzen. So sollen die Serben in der Gegend von Strumitza und Doran 60 000 Mann zusammengezogen haben, denen die Bulgaren, wie verlautet, 100 000 Mann gegenüber­stellen. Von englischer Seite wird auf Grund von zuverlässigen Informationen behauptet, daß die Lage auf der Balkanhalbinsel sehr bedenklich geworden sei, und daß es nicht zu viel sei, zu sagen, daß ein n e u e r K r i e g dicht vor dem Ausbruche stehe. Griechen­land und Serbien hätten einen Vertrag abgeschlosien, demzufolge die beiden Länder ihre Politik gegenseitig unterstützen werden. Der Vertrag komme auf ein Bündnis so ziemlich hinaus, das sich gegen Bulgarien richte. Die beiden Staaten wollten mit Bezug auf die eroberten Gebiete ihre Politik absolut durchsetzen. Die lleberreichung eines Ultimatums an Bulgarien stehe bevor. Dem­gegenüber werden diese Meldungen von amtlicher serbischer Seite als lächerliche Erfindung bezeichnet. Wie dem nun auch sein mag, ts kann jedenfalls von einer Klärung der Lage keine Rede sein. Ferner will man aus absolut zuverlässiger Quelle wisien, daß nach fern Abschluß des Friedens eine neue Revolution in Kon-

die verlangte Gegenleistungstets als etwas Selb st verständ­liches" von ihm behandelt worden ist und die übrige freisinnige Prefie einer Verständigung durchaus sympathisch gegenübersteht, so ist der Abschluß eines rosaroten Stichwahlbündnisses als höchst« wahrscheinlich zu betrachten.

Die Abkehr England« vom Zweibnnde.

Wer in der internationalen Politik nicht nur die großen, deutlich zu Tage tretenden Ereignisie sieht, sondern auch einen Blick und Eefuyl für die Imponderabilien hat, der kann immer mehr die interesiante Beobachtung machen, wie England, trotz der Tripleentente, sich all­mählich vom Zweibunde abzukehren beginnt und zur alten bewährten splendid isolatton" zurückkehrt. Die englische Politik der letzten Jahre, besonders die Politik Eduards VII., hatte sich zu sehr mit den euro­päischen Angelegenheiten engagiert und sich dadei in mancherlei Ge­fahren begehet^ unter denen die größte die Gefahr des europäischen Krieges zurzeit der Marokko-Krise war. Diese Politik hatte die Auf­merksamkeit der Leiter des englischen Staates zu sehr von den Kolonien abgelenkt, mit deren Interesien eine gefährliche Politik in Europa ganz und gar nicht Lbereinstimmte. Die überseeischen Teile Großbritanniens fühlen sich zwar zum Mutterlande eng zugehörig, sie sympathisieren aber durchaus nicht damit, daß sich das Mutterland wegen irgend weicher Interessen verbündeter Staaten, Interessen, die erst in zweiter Linie auch die eigenen find, in gefährliche Unternehmungen einläßt. Auch in England selbst hat man die Schattenseiten einer solchen Politik, ganz besonders nach der Marokko-Krise,eingesehen, und die Folgen machen sich bereits bemerkbar. Es kommt dazu, daß die alten englisch-russischen und englisch-sranzöfischen Gegensätze, besonders die ersteren, durchaus nicht aus der Welt geschafft sind. Rußlands erneutes Vordringen nach Indien läuft durchaus wider das englische Programm. Daß aber die^ 'russischen Wünsche immer mehr zur Tat werden, daran ist nicht zuletzt die Nachgiebigkeit Englands in dem Abkommen über Persien schuld, die mit Rücksicht auf den Zweibund in einem Augenblick erfolgte, wo man weniger für diese naheliegenden Dinge Verständnis, als Angst vor der deutschen Gefahr hatte. Inzwischen ist das deutsch-englische Verhältnis besser geworden, und man beginnt in England wieder Blick zu bekommen für das, was man inzwischen fast vergesien hatte. Die Folge davon ist, daß man langsam beginnt, sich vom Zwei­bunde abzukehren. Ob und wann dieser Vorgang wieder zu der alten splendid isolation" führen oiyi ob sich aus ihm eines Tages Verschie­bungen in der Gruppierung der Großmächte ergeben werden, bleibt ab­zuwarten. Es ist jedenfalls von Wert, darauf hinzuweisen, daß die große Freundschaft zu Frankreich und Rußland doch nicht so dauerhaft zu seit scheint, wie bisher vielfach angenommen wurde.

Koloniales

Hebet die Ausschaltung der deutschen Flagge im Schiffsverkehr mit Samoa und den ungünstigen Einfluß dieser Tatsache auf den Handel Deutschlands mit Samoa wird derKöln. Ztg." geschrieben:Die Hoff­nungen der samoanischen Ansiedler aus Verbesierung der Schiffsverb in- düngen zwischen den fernen Südseekolonien und Europa werden in weni­gen MonatM eine teilweise Erfüllung finden, allerdings in einer Weise, die überrascht und bis zu einem gewißen Maße auch enttäuscht. Es ist nämlich nicht der Norddeutsche Lloyd, mit dem die Unterhandlungen für Verlängerung der Singapurer Linie über Rabaul hinaus nach Samoa von einem Abschlüße gar nicht mehr fern waren, sondern eine franzö­sische Gesellschaft, die Compagnie Navale de l'Oceanie. Diese Gesell­schaft hat vier ganz neue Dampfer mit einem Raumgehalt von 8000 t für die Fahrt von Antwerpen nach den französischen Südseekolonien ern- gestellt. Nach Eröffnung des Panamakanals werden die Dampfer durch diesen über Tahiti nach Neu-Kaledonien und aus demselben Wege zurück laufen. Auf jedem der Wege wird das etwa in der Mitte zwischen Tahiti und Neu-Kaledonien gelegene Samoa angelausen werden. Da in Neu- Kaledonien hauptsächlich Nickel- und andere Erie geladen werden, so ist neben dieser Schwerladung noch viel verfügbarer Raum für otapel« güter vorhanden. Obendrein wird nun noch von der sranzopjchen Post­dampferlinie Meßagerie- Maritimes eine neue Verbindung von -inga- pur über Batavia nach Roumea (Neukaledoniens eronnet, also zum ~ im Mitbewerb zum Norddeutschen Lloyd. Auf diese Weise ist auch Sa­moa mit Batavia verbunden, und die von der holländischen Negierung den samoanischen Pflanzern gestellte Bedingung für den Arbeiterbezug aus Java nämlich die Herstellung einer Dampferverbrndung zwischen Java und Samoa, erfüllt, so daß also auch eine günstige Lösung der Ar- beiterftage für bi« samoanischen Pflanzungen damit in greifbare Nähe gerückt ist. Der so unsichere und teure Bezug chinesischer Arbeiter, bie bisher auf Samoa verwandt wurden, würde damit ausgeschaltet bzw.,

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