eiten
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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uni) den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteliäbrlich duro die Post 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2 M frei ins Haus. —' Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ.- Buchdruckerei I. A. Koch (Inh. Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Tel. 55.
Marburg
Mittwoch, 14 Mai
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48. Jahrg.
1913.
t»rtteö Blatt.
Von der Seiner Versammlung werden jetzt noch einige Einzelheiten gemeldet, die geeignet find, den ganzen Charakter der Versammlung erst in das rechte Licht zu setzen. Daß die Sozialisten beider Länder, flankiert von einigen Bürgerlich-Radikalen, den Grundstock der Versammlung bildeten, ist bekannt. Die beiden Zentrumsabgeordneten, die sich angemeldet hatten, waren nicht erschienen. Die Sozialisten habc.d dann auch noch zu allem Ueberfluh eine Sonderversammlung vee anstaltet, die eine Erklärung gezeitigt hat, die dadurch interessant ist, daß sie den springenden Punkt der Versammlung zu berühren scheint, nämlich die angeblich elsast-lothringische Frage. Nachdem die Sozialisten beider Länder auf ihren Entschluß hingewiesen haben, sich zu einer einheitlichen Aktion gegen den Krieg zu verbünden (näheres unten), heißt es in der Entschließung: „Für die französisch-deutsche Annäherung ist eine «n. schätzbare Hilfe aus Elsaß-Lothringen gekommen, das seinen Ab- scheu vor einem Kriege um seinetwillen, sowie den festen Entschluß verkündet hat, mit einer autonomen Verfassung das lebendige Bindeglied der beiden großen Nationen zu werden."
Da steckt des Pudels Kern. Fast ist man versucht anzunehmen, als ob die ganze Versammlung darauf Hinausliese, eine „Lösung der elsaß-lothringischen Frage" in sozialistischem Sinne vorzubereiten. Nichts anderes kann es auch bedeuten, wenn die französische Presie die Beteiligung der elsaß-lothringischen Abgeord- neten fast als den Angelpunkt der ganzen Sache behandelt. Weiter gibt jetzt das „Berliner Tageblatt", ein gewiß unverdächtiger Zeuge, folgenden ausführlichen Bericht über die Behandlung eines Streitpunktes, den wir bisher nur angedeutet hatten. Es heißt da: „In der Sitzung der französischen Gruppe war bereits der Text für die zu beschließende Resolution angenommen, als plötzlich einige Radikal^zialisten bei ihrem Präsidenten d'Estournelles de Constant Protest cinlcgten und ein nochmaliges Zusammentreten der französischen Delegation verlangten. Sie hätten nämlich nachträglich an dem Pasius der Resolution, der Elsaß-Lothringen berührt, Anstoß genommen. Sie fürchteten, diese Stelle könnte in Frankreich große Entrüstung Hervorrufen und dahin ausgelegt werden, daß die Konferenz den Statusquo betreffend Elsaß-Loth ringe ns anerkenne. Die Franzosen wurden nun zu ihrer Sondersitzung zurückberufen, wo die Unterdrückung des Abschnittes verlangt wurde. Allein Jauräs brachte es fertig, die Versammlung von der Harmlosigkeit jener Stelle zu überzeugen. Der Hinweis auf das Friedensbedürfnis Elfaß-Loih- ringens sei doch die Anerkennung seiner Annektion. Man wolle bloß dem elsaß-lothringischen Landtag für seine Meinungsäußerung danken und ihr zustimmen. Damit war aber der Streitfall nicht erledigt. Die radikalen Opponenten entwarfen vielmehr eine Protesterklärung, in der der Pasius betreffend Elsaß-Lothringen verurteilt und als ein Irrtum und eine Ungeschicklichkeit bezeichnet wird. Als die Radikalen begannen, für ihre Protesterklärung Unterschriften zu sammeln, legten sich die anderen Radikalen und d'Estournelles de Constant ins Mittel, und es gelang ihnen nach vielen Bemühungen, die Herren Giorand, Thalamas und Vazeille zum Verzicht auf ihr Vorhaben zu bewegen. Doch hielten sich diese Herren von der freien Zusammenkunft, die am Sonntag abend im Berner Hof die Konferenzteilnehmer zu einem herzlichen Verkehr zusammenführte, demonstrativ fern."
Also haben wirklich deutsche Reichstagsabgeordnete es über sich gewonnen, über eine Verständigung mit Frankreich zu verhandeln auf einer Grundlage, nach der der Statusquo bezüglich Elfaß-Lothringens nicht anerkannt wird. Für jeden, der sich Deutscher nennt, sollte das aber eine selbstverständliche Vorbedingung sein. Die Anerkennung des bestehenden Zustandes wurde von den französischen Delegierten nicht nur nicht zu- gestanden, sondern die deutschen Abgeordneten verlangten das nicht einmal. Die Sozialdemokratie bekennt sich also von neuem zu ihren alten Bestrebungen, durch Lostrennung von Gebietsteilen vom Reiche die deutsche Macht zu schwächen. Sie wollen ein selbständiges Elsaß-Lothringen. Die Franzosen haben ihre nationalen Interessen gewahrt, die Deutschen nicht. Daß keiner der bürgerlichen deutschen Teilnehmer gegen diese Stellungnahme der sozialistischen Mehrheit Einspruch erhoben hat, ist zu verwundern, wenn man cs nicht direkt verurteilen will. Jedenfalls weiß man heute, was man von der sozialistischen Berner Konferenz zu halten hat. Durch die Aussprache ist dem Verständigungsaedanken jedenfalls mehr geschadet als genützt worden.
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Vor dem Frieden
Wie gemeldet, ist der Vertreter der bulgarischen Regierung in London angewiesen worden, die Friedenspräliminarien zu unterzeichnen. Die griechischen und serbischen Delegierten sind bereits in der englischen Hauptstadt mit der gleichen Instruktion angekommen. Man erwartet schon in den nächsten Tagen eine formelle Sitzung der Vertreter aller kriegführenden Staaten, worin das Friedensprotokoll endgültig unterzeichnet werden soll. Auch die bulgarisch-griechischen und bulgarisch-serbischen Zwistigkeiten haben sich eis weniger weittragend erwiesen, als es nach den ersten Meldungen den Anschein hatte. Eine gemischte Kommission soll alle Streitfragen regeln. Ferner steht für die nächste Zeit eine Zusammenkunft zwischen dem Zaren Ferdinand von Bul- aarien und dem neuen griechischen König bevor. Auf dieser Äon» ifcreng, die wahrscheinlich in Athen stattfindet, sollen alle zwischen
den beiden Staaten strittigen Punkte geregelt werden. Die Idee von der Zusamemnkunft soll von dem bulgarischen König stammen und von König Konstantin mit Freuden ausgenommen worden sein.
Paris, 13. Mai. Mehrere Blätter veröfentlichen den Wortlaut des der Türkei und den Balkanverbündeten von den Großmächten vorgeschlagenen Präliminarfriedens. Das Schriftstück enthält sieben Artikel. Artikel zwei bezieht sich auf die Gebietsabtretung westlich von der Linie Midia-Enos mit Ausschluß Albaniens. Die Artikel drei und fünf überlassen die Abgrenzung und die Bestimmungen des Status für Albanien sowie das Schicksal der Inseln den Großmächten. Artikel sechs überweist die Besprechung der Finanzfragen der in Paris zusammentreten, den fachmännischen Kommission.
Belgrad, 13. Mai. Gestern abend wurde ein dringlich ein- berufener Ministerrat abgehalten, der mehrere Stunden dauerte. Der Zeitung „Politika" zufolge wurde dabei bet Standpunkt bet serbischen Regierung in bet serbisch-bulgarischen Streitfrage festgelegt.
Die bulgarischen Verluste.
L o n b o n , 13. Mai. liebet bte Verluste, bie die bulgarische Armee während des Krieges erlitten hat, wird bie bulgarische Re- gierung, wie bie „Daily Mail" meldet, demnächst eine Statistik veröffentlichen. Wie das Blatt erfährt, sollen die Bulgaren an Offizieren 300 Tote und 900 Verwundete, an Mannschaften 26000 Tote und 60000 Verwundete verloren haben. Etwa 90 000 türkische Gefangene, im wesentlichen Gefangene von Abrianopel, befinben sich in bulgarischen Hänben.
Beschwerden der Armenier.
Konstantinopel, 13. Mai. Eine Aborbnung bet armenischen Nationalversammlung überreichte bem Eroßwefier eine Denkschrift über bie Wünsche ber Armenier nach einer verfassungsmäßigen Regierung, Rückgabe ber von ben Kurben weggenommenen ßänbeteien, Bestrafung ber kurbischen Räuberei, Schutzmaßregeln gegen künftige Ausschreitungen. Die Denkschrift führt weiter aus, baß bie Zustänbe in ben Wilajets Abana. Wan, Diarbekir unb Bitlis sich ständig verschlechterten unb baß bie kleinasiatischen Mohammebaner an eine völlige Vernichtung ber Arme n i e r zu benken schienen. Die Denkschrift beklagt sich über ben Richtempfang bet Abordnung des Patriarchales durch den Minister des Innern und fordert energische Maßregeln zu Gunsten der Armenier, Einwirkung der Pforte auf die Behörden, die Presie und die Bevölkerung, um Katastrophen für die Armenier und unheilvolle Folgen für das Reich zu verhüten. Der Eroßwefier erklärte, sicherlich bestehe eine Ueberreizung der Gemüter. Die Regierung müsie Mittel finden, um eine Beruhigung herbeizuführen. Die Armenier seien nicht die einzigen, die unter dem Räuberun- wesen litten, auch die Türken litten darunter. Es sei ein im Lande eingewurzeltes Hebel. Die Regierung habe den festen Wil- len, die Uebelstände zu beseitigen. Unleugbar seien gewisie Be- amte sich ihrer Pflicht nicht voll bewußt gewesen. Die bei einer Pflichtverletzung Betroffenen würden entlasien. Die Regierung habe eine sofortige Untersuchung ber in ber Denkschrift angeführ- ten Vorkommnisse angeorbnet. Die Schuldigen würden bestraft werden. Die Regierung werde alle möglichen Opfer bringen, um die Harmonie unter den verschiedenen Elementen der Bevölkerung wiederherzustellen.
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Sofia, 13. Mai. Neuere Feststellungen über ben Unfall be» bulgarischen Militärzuges auf bet Strecke Buk-Drama haben ergeben, baß bie ersten Meldungen stark übertrieben waren Es würben sechs Soldaten getötet und vierzig verwundet. Die Lokomotive des Militärzuges wurde beschädigt.
Politische Umschau.
Sozialdemokratie unb Krieg.
Die sozialbemoktatischen Führer haben es immer aus leicht erkennbaren Erünben vermieden, im Parlament oder sonst in der Oeffentlichkeit ihre Haltung bei Ausbruch eines Krieges unzweideutig festzustellen. Möglicherweise sind sie sich selbst noch nicht darüber klar, weil sie wisien, daß es nicht so leicht ist, bie Mafien in ber Hand zu haben und daß sicherlich die große Schar der gedankenlosen Mitläufer Kehrt machen würde, sobald von der Partei Ee- waltmaßnahmen gegen Regierung und Heer dekretiert würden. Das geht auch aus den Verhandlungen der deutschen und französischen Sozialdemokraten hervor, die 1907 in Stuttgart, 1910 in Kopenhagen und 1912 in Basel stattgefunden haben und über die Gustave Hervä in einem die vielsagende Ueberschrift „Elsaß-Lothringen" tragenden Buche berichtet. Danach haben bie brutschen Sozialbemokraten bie Erklärung abgegeben, daß sie alles tun werden, um den Ausbruch eines Krieges zu verhindern. Dagegen verpflichteten sie sich nicht, wenn es dennoch zu einem Kriege käme, die Mobilmachung durch Sabotageakte zu stören, wie das die Franzosen tun wollten. Die deutschen Parteiführer wisien sehr wohl, daß sie damit schlechte Geschäfte machen würden; denn bet den ersten Sabotageversuchen träte sofort das militärische Standrecht in Kraft, mit dem Bekanntschaft zu machen bie Herren erklärlicherweise keine Lust haben. Im übrigen sei an Bebels Wort erinnert,wonach er selbst noch bei einem Angriff auf bie Deutschen „bi« Flinte auf ben Buckel nehmen würbe". Der Beachtung weitester Kreise ist bagegen bie Erklärung ber deutschen Sozialdemokratie in Basel zu empfehlen, daß sie im Laufe eines Krieges und nach einem Kriege, falls dieser schlecht ausfallen sollte, der Kaiserlichen Regierung gegenüber dasselben tun, was die sran- zösischen Republikaner der Regierung Napoleon» III. gegenüber am 4, September taten, mit anderen Worten, daß sie im Falle
eines ungünstigen Verlaufes eine» Feldzugs die Monarchie stürzen unb bur ch bte Republik ersetzen wollen. Aus ihrer republikanischen Gesinnung haben bie Genossen ja nie ein Hehl gemacht. Neu ist aber, baß sie in ber Tat vorhaben, bie» Ziel bei pasienber Gelegenheit mit Gewalt zu erreichen. Der „Vorwärts" erklärt allerbings gleich zweimal hintereinander, baß bie beutschen Sozialbemokraten in Basel keine Abmachungen mit ben französischen Genossen getroffen hätten außer ben „aller Welt bekannten" Entschließungen. Nun, vielleicht waren es keine formellen, aber doch tatsächlich und moralisch bindende Abmachungen. Im Übrigen — bie Sozialdemokratie behauptet s« vieles —, was der Wirklichkeit nicht entspricht, in ihrem „Programm" steht so manches nur auf dem Papier. Zudem ist bte Quelle ja Herv6 — ber Sozialist.
. Die französische Photographie de» „Zeppelin"" unbrauchbar!
Eine höchst erfreuliche Nachricht kommt aus Paris. Die Oberleitung bes französischen Heereslustwesens gibt bekannt, daß man bie Versuche, bie man nach ben in Luneville angefertigten photo- graphischen Aufnahmen bes beutschen Zeppelin-Luftschiffes „Z. 4" angestellt habe, aufgegeben habe, ba bie Photographien für biefeu Zweck ungeeignet seien. Man werbe zu ben eigenen Versuchen wieder zurückkehren. Diese Nachricht, die wegen der Offenheit, mit der hier zugegeben wird, daß man sich weidlich bemüht habe, das deutsche Mißgeschick auszunützen, Verwunderung erregen kann, überrascht im übrigen nicht besonders, so angenehm ihr Inhalt ist. Es ist schon in den Tagen von Luneville entschieden die Anschauung vertreten worden, daß von einem Nachbauen der Zeppelin- Luftschiffe durch die Franzosen auf Grund des Luneviller Zwischenfalles keine Rede sein könne. Dieser Aufsasiung gibt bte Pariser Nachricht nunmehr Recht. Das Bewußtsein, baß unser Zeppelin-System an Frankreich verraten sei, beunruhigte viele Gemüter in Deutschland. Wenn man auch von vornherein überzeugt sein durfte, daß in den immerhin wenigen Stunden, während welcher der „Z. 4“ in Luneville lag, von ben Franzosen nichts unternommen fein konnte, so war man boch herüber nicht ganz sicher. Das „Zeppelin-Geheimnis" konnte nicht verraten werden, da es nicht zu sehen ist. Dies Eebeimnis besteht in der Summe der fabre- langen Erfahrungen des Grafen Zeppelin und seiner Mitarbeiter, immerhin konnte man doch recht wichtige Einzelheiten abschaun und nachmachen. Daß die Absicht dazu bestand, zeigt bie obige Mitteilung, bie ein krasses Licht auf bie gerühmte Vornehmheit wirft, bie bie Franzosen in Luneville nach den ersten Nachrichten bewiesen haben sollten. Es zeigt sich jetzt, daß der Bericht des Äa» pitäns Elund völlig richtig war, unb daß die Franzosen sich nicht gescheut haben, das Mißgeschick des „Z. 4" nach Versuchen auszu- beuten. -
koloniales
Kämpfe in Reu-Kamerun. Berlin. 13. Mai. Aus Reu-Kamerun wird ein Gefecht mit Eingeborenen gemeldet, in dem der Vizefelvwebel der Schutztruppe, Fritz Sieweitsen aus Niebüll, gefallen ift. Da in dem Muni-Bezirk im April fortgesetzt Karawanen von Eingeborenen angegriffen worden waren, hatte der Oberleiter der Erenzexpedition im Süden, Major Zimmermann, Siewertsen mit 29 Soldaten dorthin entsandt. Bei der Erstürmung eines Dorfes am 17. April erhielt Siewertsen einen tödlichen Halsschutz. Autzerdem fiel noch ein " v'at, während die Eingeborenen angeblich 30 Tote hatten.
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Ausland.
* * Staatssekretär Jagow in Wien. Wien, 13. Mai. Der Kaiser wird am Mittwoch nachmittag den Staatssekretär v. Jagow in besonderer Audienz empfangen. Am Donnerstag abend findet allerhöchste Tafel statt, zu der außer dem Staatssekretär auch bei Fürst von Hohenzollern gelaben ist, ber morgen aus Bukarest an» kommt.
* * Auslösung bes galizischen Landtages. Wien, 13. Mai. Di« morgige „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Bekanntmachung, durch die der galizische Landtag aufgelöst wird und Neuwahlen an* geordnet werben.
* * Internationale Seerechtskonferenz. Kopenhagen, 13. Mai. Heute vormittag ist bie 11. Internationale Seerechtskonferenz im Lanbthing-Saale eröffnet worben. Es waren 150 Abgeordnete anwesend.
" Die französischen Seemanöver. Paris, 13. Mai. Die am 19. Mai beginnenden Manöver der Mittelmeerflotte, die vier Wochen dauern sollen, werden, einer halbamtlichen Mitteilung zufolge, ein möglichst getreues Bild des Seekrieges bieten. Den Befehlshabern der einzelnen Geschwader soll völlige Aktionsfreiheit gelaffen werden. Die Schiffe sollen, abgesehen von gewifien im Interesse der Sicherheit gelegenen Einschränkungen nachts in der Regel ohne Lichter fahren. Der Oberbefehlshaber der Mittelmeerflotte Baue de Lapayrärs erklärte, daß die Manöver diesmal eineganz besondere Kraftprobe sowohl für bas Personal wie für bie Schiffe bilben sollen.
* * Fortsetzung der Propaganda für bte dreijährige Dienstzeit. Vichy, 12. Mai. Auf dem Festmahl anläßlich bes Schlußes bes Turnfestes hielt ber Ministerprästbent Barthou eine Rede, in bet er betonte, daß es für den Staat notwendig fei, die Entwickelung bet Vereine zur Vorbereitung auf ben Militärdienst zu begünstigen. Wenn bte Turner sich zu Männern unb zukünftige Soldaten ausbilden, so könnte doch die Qualität nicht als Ersatz für bie Quantität dienen. Bis zu der Stunde, da Recht vor Macht gehen werde, sei es nötig, daß die Macht in jedem Augenblick in bee Dienst ber Rechte gestellt werben könne. (Lebhafter Beifall). Der Bürgermeister von Vichy brückte bte Hoffnung aus, baß eine» Tage» Parthenon» an bic Stell« von Arsenalen treten könnten. Da»