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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Vellage-.

DieOberhrssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. - Der Bezugspreis beträgt vierteliabrl.ch duro die Post 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zertungsstellen.2 M fiel ins Haus Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck bei UntD.= Buchdruckerei I. A Koch (Inh. Dr. E. Hiheroths. Markt 21. Tel. 55.

Marburg

Sonnabend, 10 Mai

KUMMiM

Der Anzeigenpreis beträgt sür die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 .Z. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Fronkiurt a. M.

48. Jadrg.

1913.

Erstes Blatt

bringen.

Borna, den 4. Mai 1813.

Was für Nachricht Du auch erhältst, so sei ruhig. Denn ob ich gleich drei Kugeln erhalten (bei Großgörschen) und auch ein Pferd er­schossen, so ist doch alles nicht gefährlich und ich bin und bleibe in voller Tätigkeit. Satisfaktion habe ich genug, denn ich habe den Herrn Napo­leon zweimal angegriffen und beide Mal geworfen. Die Schlacht ist so mörderisch gewesen, daß beide Teile erschöpft waren und beide Mangel an Simmunition hatten. Der Feind hat ungleich mehr wie wir ver­loren, aber es ist auch mancher brave Waffenbruder aus der Welt ge­schieden. Franz ist auch wieder gänzlich hergestellt. Für heute kann ich nicht mehr schreiben, da ich ausmarschiere. Küsse Fritze, die Gitodz und die Kinder. Nächstens will ich Dir mehr sagen. Gott mit Dir! Ich habe einen Schutz im Rücken, der mich sehr schmerzt. Die Ktzgel bring' 1» Dir mit. Blücher.

Wo^cuf^au

Vom Sonnabend der vergangenen Woche bis Donnerstag »bend weilte der K a i s e r wie alljährlich um diese Zeit, in Wies­baden. Von hier aus begab er sich täglich nach Frankfurt a. M., um dort dem 4. Kaiscrpreis-Wettsingen deutscher Männergesang­vereine beizuwohnen, das unter außerordentlicher Beteiligung deutscher Sänger vor sich ging und bei dem zum zweiten Mal der Berliner Lehrergesangoerein die Kaiserkette errang. Dem Kron­prinzen sind zu seinem Geburtstag wieder aus allen Teilen des Landes Glückwunschschreiben in einer so großen Zahl zuge­gangen, daß daraus hervorgeht, wie sehr weitesten Kreisen die schlichten, offenen Worte aus der Seele geschrieben sind, dte der junge Totenkopshusarenoberst dem BilderwerkeDeutschland in Waffen" als Geleitwort an die Spitze gestellt hat. Sein vielseiti­ges Interesse hat ihn zu dem dankenswerten Entschluß veranlaßt, noch in diesem Jahre unser Schutzgebiet Deutsch-Ostafrike zu besuchen.

Einen beachtenswerten Zuwachs hat die d e u t fch e K r t e g s- marine erfahren, indem das LinienschiffGroßer Kurfürst auf der Hamburger Pulkanwerft vom Stapel lief. Die Taufe vollzog Prinz Oskar von Preußen. Es war das erste Mal, daß einem Prinzen des Kaiserhauses ein solcher Auftrag zuteil wurde. Lei­der ist andererseits der Verlust dreier Marineangehöriger zu be­klagen infolge Kenterns eines Bootes bei Sylt. Ferner hat der Tod unter den jetzigen und früheren Parlamentariern wieder arg aufgeräumt. Von bis jetzt noch parlamentarisch tätigen Männern sind der konservative Landtagsabgeordnete Gras Clai- ron d'Hausionville, und der freikonservative Landtagsabgeordnete Lückhoff gestorben, und von früheren Parlamentariern ist der ehe­malige nationalliberale Neichstagsabgeordnete Kochhan und der frühere freisinnige Reichstags- und Landtagsabgeordnete Schra­der durch den Tod abberufen worden.

An die bevorstehenden Landtagswahlen mahnt dte von der Regierung verfügte Auflösung des Abgeordnetenhauses und Vertagung des Herrenhauses. Das Abgeordnetenhaus hat sich in seiner bisherigen Zusammensetzung in allen nationalen Fragen als einen festen Wall gegenüber demokratischen und radikalen Tendenzen bewährt, und der Haß der äußersten Linken und ihrer Anhänger beweist.nur, wie nötig und wertvoll dieses Parlament einer kraftvollen, monarchischen Staatsregierung nicht nur für das preußische Volk, sondern auch für eine gesunde Entwicklung des ganzen deutschen Volkes ist. Wer es gut mit der Zukunft von Land und Reich meint, kann daher nur wünschen, daß aus den Neuwahlen die Parteien wieder mindestes gleich stark hervorgehen, deren Wirken zum guten Teil bisher ein starkes Preußen zu ver­danken ist. Denen aber, denen die Wahlrechtsfrage im Mittel punkt ihres Interesses steht, ist entgegenzuhalten, daß, ganz abge­sehen von der Unmöglichkeit eines idealen Wahlrechts, dieses nicht Selbstzweck ist, sondern daß dasjenige am besten ist, das am ehesten ein festes Staatsgefüge die Voraussetzung jeder wirtsck-astlichen Stute verbürgt. Wobei nicht geleugnet werden soll, daß das heutige Wahlrecht Mängel aufweist, deren Abstellung wünschens­wert erscheint.

Der FallK ü b l e r - H i l d w e i n" scheint auch einen Beleg für die in Elsaß-Lothringen herrschendeDoppelkultur" darzu­stellen. Gewöhnliche Sterbliche vertreten ihre Meinungen und Aeußerungen bis in die letzten Konsequenzen. Herr Kübler mit der doppelten Kultur hat aber nicht den Mut, seine unter dem Schutz parlamentarischer Immunität erhobenen Beleidigungen gegen die Gattin des Lehrers Hildwein außerhalb des Landtages zu wiederholen. Gegen solche Leute scheint in der Tat die Hunde­peitsche das geeignetste Mittel zu sein.

In Frankreich und England sucht man neuerdings die Pro­bleme der Zeit durch R e d e n zu lösen. Ministerpräsident Bar-

Blnck'els Briefe an feine ftran.

Unter diesem Titel ist soeben ein mit viel Geschmack ausgestattetes Buch im Verlag von Robert Lutz in Stuttgart erschienen (Preis broschiert 2 ,« in Seide gebunden 3.50 Jt), das rocht viel gelesen zu werden ver­dient. Vor allem sollte es in jeder Volksbibliothek, jeder Lehrer- und Schülerbücherei zu finden fein. Stammen doch diese Blücherbriefe fast alle aus den Befreiungskriegen 18131815, so daß der Leser den alten Marschall Vorwärts stets mitten in den großen Begebenheiten erblickt, die ihn zum Helden Europas gemacht haben. Wir glauben das Buch am besten zu empfehlen, wenn wir einige der Briefe hier zum Abdruck

Lützen, den 20. Oktober 1813.

Liebes Matchen!

Gestern konnte ich nicht schreiben. Ich war zu müde, aber mein |teunb Eueisenau hat an Dich geschrieben und gesagt, datz ich gesund bin.

thou und Auslandsminister Pichon machen Propaganda für die dreijährige Dienstzeit, wobei sie allerdings nicht nur gegen die Sozialisten sondern auch die zukünftigen geistigen Führer des Volkes, die Studenten, ankämpfen müssen. Ihren Entschluß, den am l. Oktober d. I. freiwerdenden Jahrgang unter den Fahnen zu behalten, hat die Regierung bereits bekanntg-geben und dafür von sozialistischer Seite den Vorwurs eines Staatsstreichs hin­nehmen müsien. Zur Rechtfertigung malt Pichon die auswärtige Lage fchwarz in schwarz und spricht von Abwehrmaßregeln gegen Deutschland. Diedeutsche Gefahr" verwirrt auch den Briten die Köpfe und ruft den greisen Vurenbesieger undFreund des Deut­schen Kaisers", Lord Roberts, auf den Plan, der den so friedlichen deutschen Profesioren Kriegstreibereien gegen England andichtet. Zu dem Gedanken der englischen Alleinherrschaft über die Meere gesellt sich der von der Beherrschung der Luft. Eine wichtigere Aufgabe als die Rüstung gegen dieGermans" erwächst jedoch den Engländern in dem bis jetzt vergeblichen Kampfe gegen die mit Bomben arbeitenden Anhängerinnen des Frauenstimm­rechtes, die um so weniger ruhen werden, als das Unterhaus die Wahl'rechtsvorlage mit allerdings schwacher Mehrheit ab­gelehnt hat. Dabei trat- wieder die eigenartige Tatsache in Er­scheinung, daß die in dem gegenwärtigen liberalen Kabinett in dieser Frage verschiedene Meinungen vertreten sind. Der Mi­nisterpräsident Asquith sprach gegen den Gesetzentwurf, während der Staatssekretär Grey sich für ihn einsetzte.

Die für die angebliche erste Kulturnation Frankreich so schmachvolle Einrichtung der Fremdenlegion hat wieder durch drei für uns Deutsche recht betrübende Vorfälle die Aufmerk­samkeit auf sich gelenkt. Sieben junge Rheinländer sind in Nancy französischen Werbern in die Hände gefallen, ebenso der an Wandertrieb und Dämmerungszuständen leidende Bürgermeister Troemel von Usedom in Pommern. Ferner befanden sich unter den im April im Rekrutierungsbiiro von Mäziäres angeworbenen 26 Auslönedrn 14 Deutsche. Die Art und Weise der Anwerbung ist deshalb so besonders schimpflich und unvereinbar mit der oft betonten Würde des französischen Staates, weil man sich nicht scheut diejenigen, die Frankreichs Kolonien erobern und befrie­digen'sollen, mit Hilfe des Alkohols und unter Ausnützung der Unzurechnungsfähigkeit oder Jugendlichkeit einzufangen. Im Falle Troemel sollen Auslieferungsverhandlungen mit der Re­gierung in Paris eingeleitet werden. Da aber, zudem unverbind­liche, Abmachungen bezüglich der Fremdenlegion nur für minder­jährige Personen bestehen, die auf Ersuchen von deutscher Seite entlassen zu werden pflegen, über die Freigabe Unzurechnungs­fähiger aber nichts vereinbart ist, so muß ein Entgegenkommen­der französischen Regierung zweifelhaft erscheinen. Jedenfalls steht die Einrichtung der Fremdenlegion in krassem Gegensatz zu den jüngsten Lobpreisungen der hohen französischen Kultur, der Gastfreundschaft und Höflichkeit durch französische Minister. Alle Welt ist sich in dem Urteil über die Legion einig, an der das Land des Geburtenrückganges hartnäckig festhält, weil es nicht mehr die Kraft besitzt, selbst genügend Verteidiger hervorzubringen. Kein anderes Land von Bedeutung scheut sich nicht, im Zeitalter der allgemeinen Wehrpflicht, auf diese schmähliche Art und Weise von Angehörigen fremder Rationen sich Kriegsdienste leisten zu lassen. Rur Frankreich, wo jedes dritte Wortgloire" ist, hält es für vereinbar mit seiner Ehre als Großmacht.

Im Wetterwinkel Europas beginnen die Wolken sich etwas zu zerteilen. Durch die Räumung Skutaris und den Verzicht Esiad und Dschawid Paschas auf eigenmächtiges Handeln in Al­banien hat die Lage auf dem Balkan eine entschieden er­freuliche Wendung genommen. Die Friedensverhandlungen zwi­schen der Türkei und den Verbündeten dürften ebenfalls keinen - großen Schwierigkeiten mehr begegnen. Nicht glatt vonstatten gehen wird jedoch die Auseinandersetzung zwischen Bulgarien, Serbien und Griechenland, namentlich zwischen den beiden ersteren.

Den 16. habe ich dem Feind vor Leipzig bei dem Dorfe Möckern wieder eine Schlacht geliefert, viertausend Gefangene gemacht, funfundvierzig Kanonen, einen Adler und verschiedene Fahnen erobert. Den 18. warf ich den Feind in Leipzig hinein und nahm vier Kanonen. Den 19. und 20 ist die größte Schlacht geliefert, die nie aus der Erde stattgefunden hat: skchshunderttausend Mann kämpften miteinander. Um zwei Uhr nach­mittags nahm ich Leipzig mit Sturm. Der König von Sachsen und viele Generals der Franzosen wurden gefangen. Der polnische Fürst Ponia- towski ertrank. Hundertundsiebzig Kanonen wurden erobert, und gegen vierzigtausend Mann sind gefangen. Napoleon hat sich gerettet, aber et ist noch nicht durch. Diesen Augenblick bringt meine Kavallerie wieder zweitausend Gefangene. Die ganze feindliche Armee ist verloren. Der Kaiser von Rußland hat mich in Leipzig auf öffentlichem Markt gdkußt und den Befreier Deutschlands genannt. Auch der Kaiser von Oesterreich überhäufte mich mit Lob, und mein König dankte mir mit Tränen in den Augen. Da mir der Kaiser keinen Orden mehr geben kann, so er­halte ich von ihm einen goldenen Degen mit Brillanten besetzt, dem man einen großen Wert gibt. In diesem Augenblick bin ich nur zehn Meilen von Fritze und da nun alles wieder frei ist, kannst Du mit Fritze korre­spondieren, und Ihr könnt Euch aufhalten, wo Ihr wollt. Ich schlage Euch Leipzig vor. Es ist ein angenehmer Ort, und da ich Leipzig, welches man in Brand schießen wollte, dadurch gerettet, daß ich verbot, keine Granaten hineinzuwerf-n, so wird man Euch auf Händen tragen. Schreib mir Deinen Entschluß. Gut Quartier will ich Dir bann besorgen. Ich gehe mit meiner Armee durch Thüringen nach Westfalen, und meine Truppen sollen halbe in Münster {ein. Gott mit Dir! Lebenslang Dein Blücher.

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Höchst, ben 23. Dezember 1813.

Siebe Male!

Du kannst von meiner Freude urteilen, da gestern unvermutet Franz zu mir in die Stube tritt und völlig gesund ist, bester ausfieht wie vor-

NikilliS 9?eMteittaimg vor Dem Lanve.

Da das zum Zwecke der Protesterhebung gegen das Vorgehen der Mächte einberufene montenegrinische Parlament durch das Nachgeben des Königs vor eine vollzogene Tatsache gestellt worden ist und ihm zu tun nichts mehr übrig bleibt und andererseits eine einfache Vertagung doch eine der Dynastie vielleicht gefährliche Brüskierung der Skupschtina sein würde, hat Nikita die Mit­glieder in sein Schloß geladen und ihnen in eindringlichen Worten die Notwendigkeit seiner Handlungsweise auseinandergesetzt. Seine Hoffnung, daß Montenegro nunzu neuen nationalen Werken" fähig sein werde, scheint allerdings reichlich optimistisch angesichts der sehr bedeutenden Verluste an Menschen und wirt­schaftlichen Werten, die ohnehin in dem unwirtlichen Lande nicht besonders groß sind. Wurde doch kürzlich erst gemeldet, daß selbst in Cetinje Lebensmittel. Brenn- und Heizmaterialien fast zur Neige gegangen sind.

Was Skutari betrifft, so hat.sich die Nachricht vom Aus­bruch eines allgemeinen Brandes, der aus politischen Beweg­gründen hätte entfacht sein können, als übertrieben heraus- gestellt. Ein Einverständnis wegen der Uebergabe der Stadt ist bereits erzielt worden. Das Vesatzungskorps wird, wie fchon ge- - meldet, schwächer sein, als anfangs angenommen wurde . Auf­fallend ist, daß nicht Oesterreich-Ungarn, sondern England mit 300 Mann am stärksten beteiligt ist, was man als beruhigendes Mo­ment für die Einigkeit der Mächte werten kann. Die 100 Mann, die Deutschland stellen wird, dürften Matrosen des kleinen Kreu­zersBreslau" fein, der bei 370 Köpfen Besatzung ohne weiteres als Landungskorps 100 Mann abgeben kann. Es liegen folgende Meldungen vor:

Cetinje, 9. Mai. Die Einberufung der Skupschtina, der die Skutarifrage unterbreitet werden sollte, ist durch das Nach­geben Montenegros überflüssig geworden. Die Skupschtina wird durch einen Königlichen Utas, den das neue Kabinett unter­zeichnet, vertagt. Der König empfing alle Mitglieder der Skupschtina in seinem Schlöße und setzte ihnen die Gründe für das Nachgeben Montenegros auseinander. Die Ausführungen des Königs fanden lebhaften Beifall. Der König skizzierte zunächst den Verlauf des letzten Krieges und die Skutarifrage. Er begann mit einem geschichtlichen Ueberblick über die Konflikte in den Erenzgegenden, die im letzten Sommer an Schärfe zugenommen hätten und eine Ursache des Krieges mit der Türkei wurden. Das Ergebnis des Krieges, fuhr der König fort, ist nun, daß die Serben vom türkischen Joche befreit worden sind. Das letzte Bollwerk des türkischen Reiches war gleichfalls gefallen: Skutari: aber die Mächte erhoben Einspruch dagegen, daß es bei Montenegro bleibe. Rußland riet uns zur Unterwerfung unter den Willen Europas, der verlangte, datz Skutari den Mächten übergeben werde. Montenegro konnte sich dieser Forderung nicht fügen. Infolgedessen ergriff Europa Maßnahmen gegen Monte- negro und Serbien, welches mit Zwangsmaßregeln bedroht wurde, falls es seine, Montenegro zu Hilfe gesandten Truppen nicht zu­rückziehe. Allein geblieben, mußte Montenegro im Interesse des Weltfriedens und der Landesexistenz nach­geben. So erwies es auch dem Serbentum einen Dienst. Ruß­land, Serbien und zuletzt auch Griechenland empfahlen eindring­lich, nachzugeben. Zum Schluß seiner Ausführungen stellte der König fest, datz die Waffenehre der Montenegriner unversehrt geblieben sei und daß Montenegro sich vergrößert habe und nun besseren Tagen entgegengehe, gestützt auf den Geist der Liebe und Eintracht im Innern, wodurch Montenegro zu neuen nationalen Werken fähig werde.

Wien, 9. Mai. König Nikolaus ermächtigte den Korre­spondenten derNeuen Freien Presse" in Cetinje zur Veröffent­lichung folgender Erklärung:Ich mußte mich dem Willen Europas unterwerfen und Skutari aufgeben. Die Haltung der Nachbarmonarchie gegenüber meinem Lande in dieser schweren Krise hat uns eine schwere Wunde geschlagen, die lange offen mals. Er empfiehlt sich zu Gnaden. Einige Tage bleibt er bei mit und bann geht er nach Erfurt, wo sein Regiment steht. Also hätte Gott mich von dieser Sorge befreit! Eirodz ist auch gesund angekommen. Dein Bruder wird wohl in oder bei Amsterdam sein.

Mein Aufenthalt dürfte nun auch nicht mehr von Dauer hier fein. In Zeit von zehn Tagen habe ich hier hundertundzwanzigtaufend Mann zufammen. Mit fo viel Menschen kann man nicht lange auf einem Fleck stehen, ohne in Not zu geraten. Unsere Truppen werden in Bälde ganz Holland in Besitz haben, und ich denke denn auch balde in Brabant zu sein und Flandern zu besetzen. Zu großen Schlachten glaube ich nicht, das es mehr kommt. Die vielen Festungen genieren uns sehr. Indessen glaube ich doch, daß wir nun balde den Frieden machen. Alle großen Herren sind nun von Frankfurt weg, nur unser König ist noch hier, wird aber auch in einigen Tagen weggehen, und dann habe ich das Reich hier allein, worüber ich nicht unzufrieden bin. Was mit nicht beijagt, sind die vielen großen Herren, die ich wieder unter mich kriege. So stößt der Kurprinz von Hessen mit allen Hessen zu mit, desgleichen der Herzog von Koburg mit einem ganzen Korps.

Und eine ganze Hetze von Prinzen kriege ich wieder um mich. Don allen ist der Prinz Wilhelm von Preußen mir der Liebste. Alles, was um mich ist, empfiehlt sich. Auch habe ich einen Gruß vom Minister von Humboldt an Dich. Lebe wohl, fei gesund und schreibe bald an Deinen Blücher.

London, ben 6. Juni 1814.

Siebes Malchen!

Gestern bin ich in England gelandet, aber ich begreife nicht, daß ich noch lebe. Das Volk hat mich beinahe zerrissen. Man hat mit die Pferde ausgefpannt und mich getragen. So bin ich nach London gekommen. Wider meinen Willen bin ich vor dem Regenten fein Schloß gebracht. Von ihm, dem Regenten, bin ich empfangen, wie ich es nicht beschreiben kann. Et hing mit am dunkelblauen Bande fein Porträt, was sehr reich