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die Muni

Nr. 106

Donnerstag. 8. Mai

näher . . . näher?

k!?srts»^unz felgt.)

elektrisches Knistern, als ob Funken durch Oder auch, als ob etwas leis« . . . leis«

Links . . . rechts ein trockenes Reisig sprängen, näher schliche.

Aber manchmal, ihm ganz dumm und und wollte von ihm

Er zitterte am ganzen Leibe. Was war das? Ein Hund? Wie kam hier ein Hund her? Jetzt mitten im späten Abend . . .?

Oder war es das warnende Schmälen einer Ricke, das kurze Schrecken eines Rehbocks gewesen?

Er hielt den keuchenden Atem zurück. Er horchte. Nein, es wieder­holte sich nicht. Aber wahrend er so stand und lauschte, kam das heim­liche Leben des nächtlichen Waldes auf ihn zu, das er bisher nicht ver­nommen hatte.

Aweitss Rl-itt

Und jetzt pfiff es . . . mit einem unheimlichen, fiependen Pfeifen. Gott im Himmel, was schlich da? was pfiff da?

Jäh zuckte er zusammen. Lautlos fast, mit ganz weichen Flügel- fchlägen flog eine Eule über ihn hinweg. Sie mutzte wohl in der Näh« bleiben. Denn bald darauf wieder das Fiepen . . . ohne Unterbrechung.

Er zählt mit . . . zehn, elf. . . zwanzig . . . Mechanisch fast, während er stand und gitterte.

Plötzlich hörte es auf. Ganz still . . . nichts mehr. Das war noch furchtbarer.

Und da drüben . . . das war doch ein Mensch! Da duckte sich doch einer! Knackte es nicht, wie wenn jemand einen Revolver spannte?

Jemand? Wer?

Jan Hebda!

Wie ein Blitz zuckte der Name in ihm auf. Seine Blicke spannten sich bis zum Lutzersten und bohrten sich in das Dunkel. Dori . . . dort lag er . . . -auf der Lauer . . . niedergeduckt . . . schutzfertig.

Mit einem einzigen Satze war Schliefche hinter einem Baumstamm. In rasender Schnelligkeit rollten sich Bilder vor ihm ab, tauchte alles auf, was er gehött hatte.

Latzt Euch nicht vom Jan Hebda kriegen!" So der Vogt.Das Luder luchst hier wieder 'rum . . der Räuber, der Weiber überfallen, Männer verfolgt hatte, den kein Gendarm bekam . . . und da drüben, da drüben . . . Warum schob er noch nicht? Warum quälte er ihn so lange? Satz er überhaupt noch am alten Fleck? Und hinter ihm . . . llingelte es da nicht im Gebüsch? Kam da das Knistern int Kraut nicht

worden, als die direkten Kreissteuern in Eemeinven unter allen Umständen als direkte Gemeindesteuern gelten.

c) Nack § 20a Einkommensteuergesetzes in der Fassung vom 26. Mai 1909 (Eesetzsamml. S. 349) bleiben die auf Grund der §§ 19, 20 a a. O. gewährten Ermäßigungen außer Betracht bei Be­rechnung der zu entrichtenden Steuerbeträge für Wahlzwecke. Auf Grund dieser Bestimmung in ihren Steuersätzen ermäßigte oder staatssteuersrei gestellte Wähler sind mit den Steuerbeträgen in die Wählerlisten einzustellen, die sie ohne die ihnen zuteil ge­wordene Ermäßigung oder Befreiung zahlen mühten.

Zu den in 8 1 Abs. 2 des Gesetzes vom 29. Juni 1893 (Gesetzsamml. S. 103) genannten Wählern, denen an Stelle der Staatseinkommensteuer ein Betrag von drei Mark anzurechnen ist, gehören die aus Grund der genannten Bestimmungen des Ein­kommensteuergesetzes staatssteuerfrei gestellten Wähler daher nicht, d) Es sind nur solche Steuern anrechnungsfähig, die von den Wahl­berechtigten auf Grund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung gezahlt werden. Die Berücksichtigung auf Grund privatrechtlicher Verträge übernommener Steuern ist unzulässig.

3. Es ist Wert darauf zu legen, daß während der nach den §§ 4, 9 des Wahlreglements zu bewirkenden ösfentlichen Auslegung der Listen die Einsichtnahme an den bekanntgegebenen Tagen jederzeit während der üblichen Stunden möglich ist. Die Gemeindevorsteher, Wahlvorsteher, usw. sind anzuweisen, durch geeignete Maßnahmen Vorsorge zu treffen, daß auch während ihrer persönlichen Abwesenheit die Listen zur Einsicht zur Verfügung stehen. Die Abschriftnahme der Listen ist unter der Vor­aussetzung zu gestatten, daß dadurch Gleichberechtigte nicht in der Ein­sichtnahme und Prüfung der Listen beeinträchtigt werden, und daß kein begründeter Verdacht einer mißbräuchlichen Benutzung oder Verbreitung der Notizen vorliegt. Ich spreche die bestimmte Erwartung aus, daß nach dieser Richtung keine begründeten Beschwerden bei mit erhoben werden.

4. Sowohl bei den Wahlmännerwahlen als auch bei den Abgeord­netenwahlen ist die Anwendung von Zeichen (desgl., do.,) an Stelle der Namen der gewählten Kandidaten wegen der dadurch gegebenen Möglichkeit eines Irrtums unbedingt zu vermeiden. Die Vorschrift des § 27 Abs. 3 des Wahlreglements, wonach bei der Abgeordnetenwahl Abkürzungen statthaft sind, die keinen Zweifel über die gewählte Person lassen, wird hierdurch nicht berührt.

5. Nach Art. I 8 2 des Gesetzes vom 28. Juni 1906 hat in dem Falle, daß von einer Wählerabteilung bei der Urwahl zwei Wahlmänner zu wählen sind und nur 4 Personen gleich viel Stimmen erhalten, das Los darüber zu entscheiden, wer gewählt ist. Hierbei ist wiederholt inso­fern falsch verfahren, als nur zwei Lose mit je 2 der Partei nach zu­sammengehörigen Kandidaten gebildet sind. Die Losung hat nicht nach Parteien, sondern nach Einzelpersonen zu erfolgen, es sind also vier Lose zu benutzen.

6. Macht ein Wahlvorsteher von der Befugnis gemäß § 14 des Wahlreglements Gebrauch, vor Abschluß der Wahl einer Abteilung zur Wahlverhandlung der folgenden Abteilung Lberzugehen, so ist dies an entsprechender Stelle des Wahlprotokolls zu vermerken und zu begründen.

7. Zur Behebung hervorgetretener Zweifel wird darauf hingewiesen, daß sowohl bei engeren Wahlen, wie bei zweiten engeren Wahlen Ur­wähler zur Abstimmung zuzulassen sind, die beim ersten Wahlgange nicht mitgestimmt haben.

8. Die Benachrichtigung der gewählten Wahlmänner, soweit sie nicht im Wahltermin anwesend sind, hat der Wahlvorsteher zu bewirken; es steht aber nichts im Wege, daß er sich dabei der Mithilfe der Gemeinde« verwaltungsbehörde bedient. Die Benachrichtigungen werden im Inter­esse einer zutreffenden Berechnung der im 8 19 a. a. O. bestimmten drei­tägigen Annahmefrist zweckmäßig gegen Zustellungsurkunde zu senden sein.

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Politische Umschau

Der angebliche deutsche Bodengewinn in Posen 1912.

Die Gegner der preußischen Polenpolittk und vor allem die Gegner des Enteignungsgesetzes glauben in der neuen Denkschrift der Ansied­lungskommission in Posen und Westpreutzen für das Jahr 1912 Material gesunden zu haben, um ihre Stellung zu rechtfertigen. Aus dem Um­stande, daß der Befitzwechsel in der Provinz Posen während des ver­gangenen Jahres ein Plus zugunsten des Deutschtums aufweist, schließen sie, daß der Landerwerb für die Ansiedlungskommisiion keinerlei Schwie­rigkeiten gehabt habe, und daß daher die Anwendung des Enteignungs- gesetzes von dem Eesichtspuntte einer Ausdehnung der deutschen Ansied­lungen aus nicht notwendig gewesen sei. Tatsächlich hat der Zuwachs an deutschem Besitz im Jahre 1912 den polnischen um 7743 ha überstiegen, während im Jahre 1911 der polnische Gewinn noch 2627 ha betrug und sich im Jahre 1910 auf 4885 ha belief. Dieser Zuwachs an deutschem Besitz in Posen im vergangenen Jahre hat aber, wie man zu sagen pflegt, einen Haken. Die Annahme, der Gewinn rühre daher, daß auf dem offenen Gütermartte der deutsche Besitz gegenüber dem polnischen vor­dringe, ist, wie dasPosener Tageblatt" nachgewiesen hat, durchaus irrig. Der Gewinn der deutschen Hand im Jahre 1912 ist, abgesehen von der Enteignung von etwa 1900 ha, auf zwei mehr zufällige Ereignisse zurückzuführen. Einmal ist es der llebergang des fürstlich Sulkowskischen

man so in die Seelen von Helden blicken könnte, da würde man viel­leicht Kurioses finden Manche würden am Ende aus lauter Angst Helden . . .

Unter dem scharfen Messer hatte der Lehrer nichts zu erwidern ge­wagt. Aber nachher legte er los:Was reden Sie da zusammen, Schliefche! Zufall ist Unsinn I Zufall kann vielleicht einmal vorkommen, aber schon das zweite Mal ist es kein Zufall mehr. Die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Das ist bei ganzen Völkern so wie beim einzelnenl Ob einer vorher Bange hat, ist egal. Hauptsache, was im entscheidenden Augenblick als Tat herausspringt. Vielleicht hat Cäsar Sie wißen schon, der Römer damals am Rubikon auch gebibbert. Aber et ist 'rübergegangen . . . 'rübergegangen, Schliefche! Sie bringen uns sonst ja die ganze Weltgeschichte in Unordnung. Ne«, Held ist Held machen Sie keinen Unsinn."

Er lachte.Sie müßen das doch von sich selbst wißen. Sie waren ja damals auch der Erste . . ."

Natürlich, natürlich," hatte Schliefche gesagt und war rot geworden.

Aber ganz beruhigt war er nicht. Es kam immer wieder. Und er würde ins Grab sinken, ohne recht zu wißen, wer nun eigentlich recht hatte, und was er selber war.

Bequemer hatte es übrigens ein Held nicht. Jetzt zum Beispiel ... als bescheidener und ängstlicher Barbier hätte man in Prittisch um einen Begleiter bitten können. Wenn sie zehnmal gelacht hätten! Aber wo man das Kreuz hatte, ging das einfach nicht. So einer durst« doch keine Angst haben!

Cr brummelte vor sich hin und seufzte. Dann hob er den Blick. Ein ganzes Ende mußte er schon marschiert sein. Der Weg begann nun zu finken sachte nach der Wolfskute zu . . .

Ne ... . Angst hatte er gar nicht. Da vorn zum Beispiel das war doch ein Wacholderstrauch und nichts weiter. Ob er sich auch merk­würdig bewegte.

Das tat der Wind ... der Wind, der fich jetzt droben in die Wipfel warf. Sttll! ächzte da jemand? Er verlangsamte den Schtttt. Aber nein: es war ein Ast, der geknarrt hatte. Wie eine Menschenstimme konnte solch ein Ast manchmal seufzen. Ordentlich schaurig im Dunkeln!

Und plötzlich, als erstarrte sein Blut, blieb er in jähem Schreck stehen. Unweit von ihm scholl ein Bellen . . . Überlaut, dröhnend, mtt Gewalt die Sttlle zerreißend. Ihm war, eis rauscht« «s in den Büschen, wie wenn da etom heftig burchtzwiche.

Majorats Reisen mit allein über 7500 ha an den Staat und sern.lhi* der Erwerb des 1500 ha großen Besitzes Chorin und Jerka durch den Eioßherzog von Sachsen-Weimar gewesen, der den Uebetschuh zu 3ßece gebracht hat. Zieht man diese beiden Erwerbungen der deutschen Hand von dem Gewinn ab, so würde ein Verlust vomtund 1300 ha au; oeutscker Seite bleiben. Dieser Verlust würde sich den Einbußen anreihen, bte ö<: deutsche Besitz in den Ansiedlungsprovinzen seit 1896 regelmäßig jährlich zu verzeichnen gehabt hat und der seit dem genannten Jahre rund 100 000 ha betragen hat. Diese Feststellung zeigt, was es mit der An­nahme auf sich hat, die Ansiedlungskommission habe auch ohne Anwen­dung des Enteignungsgesetzes Land genug zur Verfügung gehabt. St». . beweist aber auch, wie unbegründet die Behauptung ist, die Anwendung des Enteignungsgesetzes habe nur in dem Drängen derHakatisten" tferen Grund gehabt. Es muß als ausgeschloßen gelten, daß Erwerbungen hn deutschen Hand, wie sie in dem vergangenen Jahre dem Zufall zu ver­danken waren, sich leicht wiederholen, und es ist klar, daß die Tätigkeit der Ansiedlungskommission fich nicht auf derartige Zusäl'igkeiten. di« zudem nur in sehr beschränktem Maße den Zwecken der Kommisiton dien­lich gemacht werden können, stützen darf. An der Notwendigkeit, aus dem Wege der Enteignung das erforderliche Land für die Ansiedlungs« kommißion zu erwerben, ändert die Statistik des Jahres 1912 nicht das Geringste.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orgtnalarttkel ist gemäß 8 18 des Urheberrecht« nur mtt der deullichen QuellenangabeOberheß Zta " gestattet)

Marburg, 8. Mai.

Psingst-Spaziergäng« und -Ausflüge in die nähere und fernere Umgebung unserer Stadt werden auch diesmal fallsdie drei Ge­strengen" während der Feiertage ihr Regiment nicht gar zu arg treiben wieder an der Tagesordnung sein. Wer in Verlegenheit ist, wohin er seine Schritte wenden soll, dem empfehlen wir, den Taschen­fahrplan derOberheßischen Zeitung", besonders die zwei letzten Seiten, aufmerksam zu lesen.

Ein neues kartographisches Unternehmen. Der Verlag von Max Brunnemann in Cassel gibt seit einigen Jahren eine sogenannte Deutsche Höhenschichtenkarte Wandervogel" heraus im Maßstab 1:50 000. Dieses Kartenwerk erwuchs aus der Erfahrung, daß abgeschloßene Kartenbilder eines bestimmten Gebietes selten gerade das bieten, was jemand sucht, daß das bett. Gebiet entweder zu groß oder zu klein ist, oder ungünstig abschneidet. Das neue Kartenunter­nehmen verfolgt das Prinzip, auf kleinen Karten-Flächen in der Größe von etwa 11 X 17 cm mit einer Ausdehnung von etwa 5,5 X 8,5 km eine deutsche Reichskarte zu schaffen, sodaß nun jeder, vorausgesetzt, daß das ganze Unternehmen fertig vorliegt, fich diejenigen Sektionen an- schaffen kann, die er gerade braucht. Für jede dieser Sektionen ist für den Handel ein Einheitspreis von nur 10 angesetzt worden, sodaß selbst für ein größeres Gebiet, das aus mehreren Karten-Sektionen besteht, immer noch ein sehr billiger Preis herauskommt. Der Verleger dieser Karten geht in der Weise vor, daß er nach Distrikten den Verlag an bestimmte Firmen weiter abgibt. Für Marburg und Umgebung hat dir Elwert'sche Verlagsbuchhandlung diese Karten übernommen und zwar hat die Firma die Kleinigkeit von zunächst 66 000 Blättern abge­schloßen. Aus dieser Zahl geht schon hervor, daß das Unternehmen sich an die weitesten Kreise wendet, und in der Tat sind denn auch diese Karten, so vorzüglich auf Grund amtlichen Materials bearbeitet, daß sie überall, wo sie bis jetzt herausgekommen sind, außerordentlich starken Absatz gesunden haben. Die Karten werden von Militär- und von Forst- Behörden, von geologischen Anstalten, von Schulbehörden, von Vetkehts- und Touristen-Vereinen in gleicher Weise empfohlen. Wer einmal von der Zuverläßigkeit dieser kleinen Kärtchen sich überzeugt hat, empfiehlt sie weiter. Zunächst sind für Marburg'? Umgebung die waldreichsten Bezirke bearbeitet worden, und südlich von Marburg schließt die Sektion Schröck und auf dieser Bortshausen mit dem Frauenberg die Grenze der zunächst hergestellten Karten ab. Es schließen fich dann westlich weiter an die Sektionen: Allna, Gladenbach, Hartenrod, nach Norden hin: Simmersbach, Breidenbach, Laasphe. Dazwischen und weiter nördlich von Marburg liegen bann noch die Sektionen, Het'hausen, Buchenau, Biedenkopf, Ellnhausen, Sterzhausen, Wetter,' Schönsiadt, Oberrosphe, bann ber Burgwald mit ben Sektionen: Münchhausen, Rosenthal, Battenberg, Vottenborf, Wangershausen, Frankenberg. Sodann ist mit Rücksicht auf ben Verkehr nach der Talsper^A auch dieses Gebiet in 6 Sektionen erschienen, nämlich in ben Settiomn: Wildungen, Alten­lotheim, Hemsurt, Kirchlotheim, Waldeck und Vöhl. Einzelne Sektionen waren ja bereits den Winter über käuflich, aber erst jetzt, nachdem das vorläufig gebrachte Gebiet abgeschloßen ist, kann jeder beliebig für größere und kleinere Touren eine Auswahl treffen. Wer mehrere Sek­tionen anschafft und dieselben nicht als eine Karte auf Seinen sich zu­sammenstellt, tut gut. fich eine durchsichtige Aufbewahrungsmappe dazu anzuschaffen, die gleichzeitig durch einen Kilometermesser die Uebersicht erleichtert und die Karten bei Benutzung in Regen und Wind schützt. Das Unternehmen ist jedenfalls aufs freudigste zu begrüßen, da solch« guten und billigen Hilfsmittel zur Erleichterung des Verkehrs bei­tragen helfen. Die Katten find in Buch- und Papierhandlungen zu haben. Voraussichtlich werden auch bald alle Hotels und Gastwirte,

Sur riirdifiihnmfl. der ^anoicrgewWieii xom Minister des Innern ist folgender Runderlaß ergangen: Nachdem mittels Bekanntmachung vom 13. April die -termine für bte Wahlen zum Hause der Abgeordneten festgesetzt sind, ist nunmehr, soweit dies nicht schon geschehen ist, mit ben Vorbereitungen zur Durch- fübmna der Wahlen überall unverzüglich zu beginnen. Die in ben Er- Iai?n vom 9. September 1903 (3Jiin. Blatt 6. 188) und vom 8. April 1908 (Min. Blatt S. 65) gegebenen Ausführungsbestimmungen sind im wesentlid'i »- -7 ck jetzt noch zutreffend und bei den bevorstehenden Wahlen korafält c achten. Der Listenaufstellung ist das dem Wahlreglemenk vom 14.'- .-ö 1903/20. Oktober 1906 (Min. Blatt 1907 S. 2 ff.) als Anlage A beigefügte Formular zugrunde zu legen. Da mit der Ein­tragung ber Steuerbeträge in bas Urmaterial oder in die Listen zu einem Zeitpunkte begonnen werben muß, in bem bie Steuersätze für 1913 noch nicht für sämtliche Steuerarten seststehen, wird bie Steuer­veranlagung für 1912 überall bie Grundlage für bie Ausfüllung ber Steuerspalten bilden müßen.

Anträge auf Erlaß von Anordnungen hinsichtlich der Form bet Wahl gemäß Art. I 8 3 Abs. 2 des Gesetzes vom 28. Juni 1906 (Eesetzsamml. 6 303 ff.) sind dem Minister mit gutachtlicher Aeußerung alsbald vor­zulegen. Hinweift auf frühere Berichte ober auf bei früheren Wahlen erfolgte Genehmigung gleichartiger Anträge machen eine gutachtliche Stellungnahme zu ben Anträgen nicht entbehrlich. Für bie Beurteilung derartiger Anträge wird in erster Linie die Frage einer möglichsten Abkürzung und Beschleunigung ber Wahlhandlung und anderseits der Gesichtspunkt der Hebung der Wahlbeteiligung durch eine ben örtlichen Verhältnissen angepaßte Wahlform von Bedeutung sein.

Etwaige Anträge nach 8 4 des erwähnten Gesetzes aus Genehmigung ober Anordnung von Eruppenwahlen oder der Abstimmung in ber Form ber Fristwahl bei bet Wahl der Abgeordneten sind erst nach (Ernennung der Wahlkommissare und nach Benehmen mit diesen, und zwar für jeden Wahlbezirk besonders, zu stellen.

Die in nächster Zeit zur Versendung gelangenden Wahldrucksachen haben gegenüber ihrer früheren Form einige Veränderungen erfahren. Im Jntereße der Erhöhung ber Uebersichtlichkeit sind die Wahlverord- nung und das Wahlreglement auf getrennten Blättern gedruckt. Die in kleinem (Quart-) Format gedruckten gesetzlichen Bestimmungen und Fortlaßung ber ungültigen Paragraphen vereinsacht. Sie werden im allgemeinen wohl nur für die in ben 8§ 13 und 26 bes Wahlreglements vorges.hriebene Auslegung in ben Wahllokalen Verwendung finden. Das in dem bisherigen größeren Format gedruckte Wahlreglement, das gleichfalls in den Wahllokalen auszulegen ist, ist unverändert geblieben. Die Wahlvorsteher und Wahlvorstandsmitglieber werden sich in ber Hauptsache darauf beschränken können, aus dem Wahlreglement bie Be­lehrung über ihre Pflichten und Befugniße sowie über ben Gang bet Wahlhanblung zu entnehmen. Im Jntereße möglichster Entlastung dieser ehrenamtlich tätigen Persönlichkeiten wird sich ein Hinweis hier­auf empfehlen.

Den hercorgetretener. Wünschen entsprechend sind für Terminswah­len, für Ftistwahlen und für engere Wahlen bet Fristwahlen gesonderte Protolollformulare hergestellt. Während die Muster für Termins- und für Feisiwahlen für die Wahlverhandlung in allen drei Abteilungen eingerichtet sind, ist das Formular für engere Wahlen bei Fristwahlen nur für eine einzelne Abteilung bestimmt. Im übrigen ist durch Ver­wendung verschiedenartigen Drucks und durch anbermeite sinnfällige Merkmale auf möglichste Uebersichtlichkeit der Formulare Bedacht ge­nommen. Einer zutreffenden Beurkundung des Wahlherganges und des Ergebnißes wird es förderlich fein, wenn nach Möglichkeit zwischen dem Wahlvorsteher und dem Protokollführer vor dem Wahltermin an bet Hanb des Wahlreglements und bes Ptotokollformulars eine Erörterung der einzelnen Möglichkeiten ber Wahlverhandlung ftattfinbet.

Sei der Versendung der Protokollformulare an die Wahlvorsteher ist besonders darauf zu achten, daß keine Verwechselungen Vorkommen, und daß nur die für die tatsächlich an den betreffenden Orten ange- wendete Wahlfotm paßenden Formulare verausgabt werden.

Im übrigen ist auf folgende Punkt« besonders aufmerksam zu machen:

1. Die Abgrenzung ber lltwahlbezitke hak lebiglich nach ben in ber Wahlvetotbnung unb im Wahlreglement gegebenen Bestimmungen unter bem Gesichtspunkte bet möglichsten Erleichterung ber Wahlaus­übung zu erfolgen.

2. Hinsichtlich ber in bie Wählerlisten einzutragenben anrechnungs­fähigen Steuern wird folgendes bemerkt:

a) Sei Wählern, denen ein Gewinnanteil aus der Beteiligung an einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zufließt, ist der ver­anlagte Einkommensteuerbetrag, alfo einschließlich des nach 8 71 Einkommensteuergesetzes in der Faßung des Gesetzes vom 19. Juni 1906 (Eesetzsamml. S. 259) unerhoben bleibenden Steuerbetruges, bet auf berartige Gewinnanteile entfällt, in bie Listen einzustellen.

b) Was bte Auslegung bet WorteWo birette Gemeindesteuern nicht erhoben werden" in 8 3 des Gesetzes vom 29. Juni 1893 (Eesetz­samml. 6. 103) anbelangt, so ist durch die Neuregelung des Kreis« abgabenwesens durch Gesetz vom 23. April 1906 (Eesetzsamml. 6. 159) eine Äenbctung der früheren Rechtslage in Eutsbezirken überhaupt nicht und in Gemeinden nur insoweit herbeigeführt

eine innere Stimme redete auf ihn ein, daß ja doch alles nut ein spleeni­ger Zufall gewesen sei. Et wand sich darunter her und hin, er wußte selber nicht mehr, wer und was et eigentlich war, ob et seinen heroischen oder schwachen Stunden glauben sollte, er verlor sich selbst und den Weg unter seinen Fiiß^n. Seine ganze naive Weltanschauung geriet darüber ins Wanken. Las er nun in den Zeitungen von neuen kriegerischen ober sonstigen Heldentaten, so nahm er es nicht mehr schlicht-gläubig hin wie früher, sondern immer kam hinten herum ein leiser Zweifel, bet auch den grünsten Lorbeer benagte: Wer weiß, was eigentlich da­hinter steckt! Und da der Zweifel bet Anfang aller Philosophie ist, so wat Schliefche auf bem besten Wege, ein Philosoph zu werden. Versteht fich, soweit das in einet Sarbierftube von Polajewo möglich ist.

Das Schlimmste wat: et konnte fich keinem anoertrauen. Denn bamit hätte «t ja nur sein eigenes Renommee vernichtet. So schleppte et sich auf eigene Faust aus bet Bibliothek Bücher heran, bie von Krie­gen unb Siegen, Helben und Heeren hanbelten, so baß er allmählich ein hinterbuntes historisches Wißen in seinem Gehirnkasten aufstapelte. Aber .was er auch las: immer war ba nur ein halber Glaube, immer bas heim­liche Mißtrauen, bas ihm die ganze Welt verrückte Weiß war nicht weiß, schwatz nicht schwarz, groß nicht groß mehr steuerlos trieb er Hin wie ein vom Strom Entführter, der krampfhaft bie Seine aus- streckt und keinen Grunb findet.

Einmal hatte et dem ersten Professor vom Gymnasium, bet sich bfters bei ihm rasieren ließ, eine Andeutung gemacht. Nut so im all­gemeinen ... bet Professor hatte gerabe bie heldenhaften Türken ge­priesen. bi« bamals ben Griechen bas Fell gerbten. Und et, Schliefche, r- während er mit Daumen unb Zeigefinger bie Nase bes Kunden ge-

>6t hielt und sie vorfichttg nach rechts führte, um an die linke Backe zu >mmen, hatte gemeint: aus alledem könne man wohl nichts schließen. w Zufall spiel« ba doch «ine groß« Roll«. Unb überhaupt,,. wem

(Nachdruck verboten.) Schlief»-».

Von Carl Busse.

(Fortsetzung.l

allein, in Dämmerstungen unb auch sonst, wurde wuselig. Dann bekam der neue Glaube ein Loch abfallen wie ein schlecht angehefteter Orden, und

b.