1913.
Marburg
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Vrttes Blatt.
„Die Räumung Skutmis."
König Nikita hat den Rücktritt des Kabinetts angenommen, das sich gegen eine Räumung Skutaris auf jeden Fall ausgesprochen hat. Er legt das Schicksal Skutaris in die Hände der Mächte, erklärt aber in demselben Atemzuge, daß er gegen die Forderungen der Mächte Einspruch erhebe und begründet sein bisheriges Verhalten mit dem Hinweis auf die „Gerechtigkeit" und feine eigene Würde. Man kann noch nicht klar sehen, was Nikita will, ob er diesmal aufrichtig ist oder etwa einen neuen Schachzug plant. Er hat feine Weigerung der Aufgabe Skutaris bis jetzt damit begründet, daß er sich nicht in einen so starken Gegensatz zu den Wünschen seines Volkes setzen könne. Es wäre seltsam, wenn er dies plötzlich tun würde; die Stellung und Sicherheit seiner Dynastie würde ernstlich gefährdet werden. Möglich ist andererseits, daß der König sich scheut, den ihm als einzige Rettung dienenden Rückzug so unvermittelt anzutreten, daß Ministerrat und Volksvertretung sich dieser Einsicht ebenfalls nicht verschließen und daß nun, um sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen, ein geschicktes Spiel mit verteilten Rollen eingeleitet wird.
Eine Lösung der noch vorhandenen internationalen Schwierigkeiten ist mit der Räumung Skutaris jedoch noch nicht gegeben. Der Ernst der albanischen Frage besteht nach wie vor. Die Triple-Entente soll, wie verlautet, bereits in Rom Vorstellungen . erhoben und darauf hingewiesen haben, daß Italien und Oesterreich keineswegs ein Mandat Europas besitzen und daß sich dir Mächte vermutlich zu der Errichtung einer internationalen Gendarmerie entschließen würden. Da der Rückzug Nikitas zum Teil auf russische und französische Einwirkung zurückzuführen ist, so ist das ein Beweis, wieviel diesen beiden Mächten daran gelegen ist daß die österreichisch-italienische Aktion in Albanien nicht statt- findet. Dagegen betonen Oesterreich und Italien, daß sie ent- schloffen sind, sowohl in Albanien Ordnung zu schaffen, als auch auf die wirkliche Räumung Skutaris zu dringen. Der politische Horizont ist also durchaus noch bewölkt.
Wien, 5. Mai. Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Cetinje: Die Gesandten Rußlands, Frankreich und Englands unternahmen einen gemeinsamen Schritt bei dem König von Montenegro, um ihn zu veranlaffen, Skutari sofort zu räumen; sie erklärten, ihre Kabinette würden sich nachdrücklichst für gewisie territoriale und finanzielle Kompensationen einsetzen. Der italienische Gesandte riet dem König dringend, sich den Forderungen der Mächte zu unterwerfen. Wie aus diplomatischen Kreisen verlautet, überbrachte der russische Gesandte dem König von Montenegro eine direkte Mitteilung des Kaisers von Rußland, die eine Antwort auf das Handschreiben des Königs Nikolaus darstellt, in der der König die Entscheidung in die Hände des Kaisers von Rußland gelegt wißen wollte, jedoch die Forderung «-ufstellte, daß es beim Nachgeben auch äußerlich durch Rußland gedeckt würde. Diese Schritteder Gesandten sowie die neuerlichen freundschaftlichenRatschlägeSerbiensundBul- gattens veranlaßten den König, einen außerordentlichen Rat in den Konak zu berufen.
E e t i n j e, 5. Mai. Amtlich wird aus montenegrinischer Quelle gemeldet: Die Krise bezüglich der Forderung nach Räumung Skutaris ist in dem von den Großmächten gewünschten Sinne gelöst worden. Da Montenegro sich einer großen Pression Europas gegenüber befand und keine Möglichkeit sah, daß es durch einen verlängerten Widerstand gelingen könnte, aus dieser Krise siegreich hervorzugehen, hat es gestern den Mächten nachgegeben und erklärt, das Schicksal Skutaris in die Hände der Mächte zu legen. Der König entschloß sich im letzten Momente zu diesem schweren Schritte. Der König ist tief überzeugt, hierdurch seinem Lande und Volke gegenüber ein großes Opfer für den allgemeinen Frieden zu bringen, ein Opfer, welches einmütig von allen Seiten, sogar unter Androhung des Verlustes der Unabhängigkeit Montenegros von ihm verlangt wurde. Bei seinem Entschluß ließ sich der König auch durch Rücksichten auf die Verbündeten leiten, indem et befürchtete, daß. wenn er bei seinem Widerstande beharrte, er ih« mit so viel Opfern erkauften Siege gefährden könnte. In der vergangenen Nacht sandte der König durch die Vermittlung des englischen Gesandten an Sir Edward Grey eine Depesche, welche folgendes besagt: „Meine Regierung legte in ihrer Note vom 30. April die Gründe ihres Verhaltens in der Skutarifrage dar. Dieses Verhalten war durch die unerschütterlichen Grundsätze der Gerechtigkeit geleitet. Noch einmal verkünde ich mit meinem Volke meine durch die Geschichte und durch die Eroberung geheiligten Rechte. Meine Würde und die Würde meines Volkes gestatten mir nicht, isolierten Aktionen nachzugeben, deshalb lege ich das Schicksal Skutaris In die Hände Europas.
Ein neuer Schachzug Nikitas?
Wien, 5. Mai. Die „Montagsrevue" meldet: Am Sonn- iag traf hier ein Telegramm ein, nach welchem dir monierte* zrinische Kronrat am Samstag beschloßen habe, in der am Donnerstag zusammentretenden Skupschtina die Räumung Skutaris tu beantragen. Dieser Beschluß war der gemeinsamen Regierung auch bekannt; er ist jedoch so verklausuliert und insbesondere vom König und dem Kronprinzen mit solchen V 0 r - behalten versehen worden, daß er durchaus wertlos erscheint ftnd die Entschlüße Oesterreich-Ungarns in keiner Weise modi- stzieren kann. — Bei dem Minister des Aeußern Grafen Verchtold sand am Sonntag nachmittag ein gemeinsamer Ministerrat statt, , dn welchem auch der Chef des Generalstabs Freiherr v. Hötzendotf ««genommen haben soll. I
| Albanien.
Paris, 5. Mai. Aus Brindisi wird dem „Temps" gerüchtweise gemeldet, daß die Mitglieder der provisorischen Regierung von Valona, Midhat Fraodery und Abdul Upq von Senbüngen Dschawids ermordet worden seien.
Rom, 4. Mai. Die „Tribuna" meldet: Das italienische Expeditionskorps für Albanien, falls die Ereigniße die Expedition überhaupt notwendig machten, würde dem Oberbefehl des Generalleutnants Luigi Nava, des Korpskommandanten von Bologna, unterstellt.
Konstantinopel, 5. Mai. Wie die Zeitung „Taswiri Efkiar" erfährt, hat Griechenland dem Transport der Armee Dschawid Paschas nach Anatolien zugestimmt. — Der „Frkf. Ztg." zufolge hat die Pforte nunmehr Beweise, wonach der frühere Kommandant orn Skutari, General Hassan Riza im Hause Eßad Paschas ermordet wurde.
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London, 5. Mai. Die Botschafterkonfetenz hat sich heute nachmittag 5y2 Uhr auf Donnerstag vertagt.
Nom, 5. Mai. Heber den Entschluß Montenegros, das Schicksal Skutaris in die Hände der Mächte zu legen, bemerkt die „Tribuna", daß die Mächte nur das Londoner Protokoll über die nördlichen Grenzen von Albanien anzuwenden haben, in dem verlangt wird, daß Montenegro Skutari zu räumen hat, das wahrscheinlich die Hauptstadt des neuen Staates fein wird. Das Blatt sagt: Man kann die Gefahr eines Vorgehens Oesterreich-Ungarns gegen Montenegro als beseitigt betrachten, wenigstens was die Skutarifrage anlangt. Bezüglich der Frage über die Ordnung im Innern Albaniens hatten Oesterreich und Italien im Prinzip beschloßen, dort ein Okkupationskorps zu landen, um den normalen Zustand wieder herzustellen und dem neuen Staat die Kraft zu verschaffen, die ihm fehlt und ihm die Grenzen zu sichern, wie es die Londoner Votschafterkonferenz vorgezeichnet hatte. Das Vorgehen wurde beschloßen besonders infolge des Gerüchtes, daß Eßad Pascha sich zum König von Albanien proklamiert habe und daß Dschawid Pascha auf Valona marschiere, um es zu besetzen. Aus den hier eingelaufenen Nachrichten geht hingegen hervor, daß Eßad Pascha seine Truppen einschiffen wird und Dschawid Pascha gezwungen sein wird, dasselbe zu tun. Der Eroßwestr hat seinen Generalen befohlen, unverzüglich in das osmanische Reich zuriick- zukehren. Es ist wahrscheinlich, daß diese, wenn sie erfahren, was sich in Tarent und Dalmatien vorbereitet, sich vereinen werden, ihre Absichten kundzugeben.
Sofia, 5. Mai. Das Regierungsorgan „Mir" schreibt: Anderthalb Monate vergingen seit dem ersten Schritte der mit der Mediation zwischen den kriegführenden Teilen befaßten Mächte, ohne daß der Friede abgeschlossen wurde. Diese unentschuldbare Langsamkeit könnte unglückselige Rückschläge auf den von Europa so sehr gewünschten Frieden zur Folge haben, sei es durch noch immer mögliche Zusammenstöße zwischen den beiden feindlichen Armeen, sei es durch andere Komplikationen auf dem vulkanischen Balkanterrain; aber abgesehen von diesen Möglichkeiten muß auch den bedeutenden Kosten für die Unterhaltung der Truppen Rechnung getragen werden.
Konstantinopel, 5. Mai. Wie verlautet, wird der Austausch der türkischen und bulgarischen Kriegsgefangenen demnächst beginnen. — Einem im Kriegsministerium eingetroffenen Telegramm vom 1. Mai zufolge ist ein feindliches Kriegsschiff, als es sich zur Rhede von ELlnar an der Küste Kleinasiens näherte, durch die Küstenbatterien heftig beschossen worden. Das feindliche Schiff ging zurück und erwiderte das Feuer, doch erlitt es Beschädigungen. Die Geschütze am Vorderteil und Steuerbord wurden zum Schweigen gebracht.
Politische Umschatt
Die Notwendigkeit der Kavallerie.
Zu der Ablehnung von drei Kavallerie-Regimentern in der Budgetkommission des Reichstages wird von militärischer Seite geschrieben: Die Ablehnung dreier Kavallerieregimenter beweist, daß die Notwendigkeit einer Vergrößerung der deutschen Kavallerie in bedauerlicher Weise unterschätzt wird. Wir haben zur Zeit 103 Kavallerie-Regimenter, mit den drei neubewilligten Regimentern werden es 106 sein. Dazu tritt das Regiment, das nach der Vorlage des vorigen Jahres in diesem Herbst aufgestellt wird. Der Eesamtbedarf an Kavallerie beträgt 116 Regimenter. Es werden also nach der Aufstellung der neubewilligten Regimenter (vorausgesetzt, daß das Plenum dem Beschluß der Kommission beitritt), neun Kavallerie-Regimenter zu wenig vorhanden sein. Die Notwendigkeit von 116 Kavallerie-Regimentern ergibt sich aus der folgenden Berechnung: Die deutsche Kavallerie zerfällt in zwei Arten: die Heereskavallerie und die Divisionskavallerie. Die Heereskavallerie, die der großen strategischen Aufklärung vor der Front vor allem dient, ist 11 Kavallerie-Divisionen stark. Diesen Divisionen entsprechen demnach 66 Regimenter. Damit steht die deutsche Heereskavallerie hinter dem Auslande zurück. Frankreich wird demnächst bereits einen Friüiensstand von zehn Drvisionen haben, und Rußland besitzt 24 Kavallerie-Divisionen. Die andere deutsche Kavallerie, die Divisions-Kavallerie, gehört zu den Infanterie-Divisionen, denen sie zur Aufklärung und zu unmittelbarem Schuh beigegeben ist. Hier wird auf jede Infanterie-Division ein Kavallerie-Regiment gerechnet. Die 50 Infanterie-Divisionen des deutschen Heeres haben also 50 Kavallerie- Regimenter nötig. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 116 Regimentern. Für den Zweck, dem die ganze Heeresvorlage von 1913 dienen soll, nämlich Deutschland nach beiden Fronten, nach Frankreich und nach Rußland, stark zu machen, ist das Vorhandensein 1
ausreichender Kavallerie dringend notwendig. Besonders an der russischen Grenze wird der deutschen Kavallerie im Ernstfälle eine äußerst wichtige Aufgabe zufallen, die nur erfüllt werden kann, wenn den starken russischen Kavalleriestreitkräften annähernd entsprechende deutsche gegenüberstehen. — Dazu schreibt die „Nordd. Allgem. Ztg.": „Die Budgetkommission ist nach dem Reichsrags- schluß in eifriger Arbeit beisammengeblieben und hat die Wehrvorlage ein gutes Stück gefördert. Das Hauptergebnis der Verhandlungen ist die Anerkennung des Prinzips, das die Vorlage zum Ausdruck bringt: die Durchführung der allgemeinen Wehtpfli cht. Die Vertreter der bürgerlichen Parteien haben ausnahmslos diesen Grundsatz als maßgebend angenommen und ihn in einer Reihe von Abstimmungen bestätigt. Die Genugtuung hierüber erhält aber einen Schatten durch die Streichung von drei Kavallerie-Regimentern. Wir können nicht annebmen, daß im weiteren Verlauf der Beratung dieser Abstrich aufrecht erhalten bleibt. Jedenfalls hat schon die bisherige Aufnahme der Wehrvorlage im Parlament und außerhalb desselben bewiesen, daß die große Mehreit des deutschen Volkes und seiner Vertreter sich den schwerwiegenden Gründen nicht verschließt, die den verbündeten Regierungen die Durchführung der geforderten Rüstungsver- stärkung zur unabweisbaren Pflicht macht gegenüber der Nation und ihrer Zukunft."
Die Stimmrechtlerinnen.
Das Heer der englischen Frauenstimmrechtlerinnen gleicht der Hydra, gegen die vergeblich angekämpft wird. Es besteht keine Aussicht, daß es der Polizei gelingt, die Gewalttaten der streitbaren Britinnen zu unterdrücken, die sich obendrein noch männlicher Hilfe erfreuen können. Bei Vernehmung eines verhafteten Chemikers Claqton ergab sich, daß er feine wissenschaftlichen und praktischen Kenntniße in galanter Weise zur Herstellung von Bomben zur Verfügung stellen wollte, die den Stimmrechtlerinnen als ein wirksames Mittel zur Erreichung ihres Zieles erscheinen. Daß aber die neben der Kühnheit unbedingt erforderliche Vorsicht mitunter den unentwegten Kämpferinnen abhanden gekommen ist, ersieht man aus folgender unterhaltenden Geschichte. Man erinnert sich, daß Frau Pankhurst nach zehntägigem Hungerstreik aus dem Gefängnis, in dem sie drei Jahre Zwangsarbeit verbüßen sollte, mit einem Urlaubsschein auf einige Wochen auf freien Fuß gesetzt wurde. Sie begab sich in ein Genesungsheim, das sorgfältig von der Polizei bewacht wurde, und als der Urlaub abgelaufen war, erklärte sie sich als noch zu krank und schwach, zur Haft zurückzv.kehren. Man ließ sie zunächst in dem Hause unter Bewachung bleiben. Inzwischen wurde bekannt, daß die Stimmrechtlerinnen sich an verschiedene namhafte Flieger gewandt hatten, um zu erreichen, daß Frau Pankhurst als Fahrgast ein es Flugzeuges über den Kanal und aus dem Bereich der britischen Gerichte geschmuggelt werde. Dabei hatte man sich an den „Standard" gewandt, um dessen Beihilfe für den Preis der ausschließlichen Nachricht zu erlangen. Dafür war jedoch der „Staz^ard" nickt zu haben, er ließ vielmehr der Polizei einen Wink zugehen, und Frau Pankhurst ist darauf in einem Motorkrankenwagen unter Bedeckung eines zweiten Kraftwagens mit zwei Geheimpolizisten in ein anderes Pflegeheim auf dem Lande befördert worden.
D-utjGss Dietch-
— Die Kaisermanöver. Berlin, 5. Mai. Das diesjährige Kaifermanöver zwischen em 5. und 6. Armeekorps wird bekanntlick auf dem für Preußen geschichtlich so denkwürdigen Boden der Pro vinz Schlesien stattfinden. Vor dem Kaisermanöver wird bei Kaiser bie große Parabe über bas 5. Armeekorps am 26. Augufl bei Posen, über bas 6. Armeekorps am 29. August bei Breslau ab» nehmen. In Pofen wird der Kaiser mehrere Tage in der neuen Kaiserpfalz residieren. Das Kaifermanöver beginnt am 8. und endigt am 10. September. Die Verwendung zahlreicher Flieger-Abteilungen wird den großen Fortschritt vor Augen führen, den die Luftfahrt im letzten Jahrzehnt gemacht hat. Heber die Teilnahme von Lenkluftschiffen ist noch nichts Näheres bekannt. Die höheren Stabe werden wiederum mit den neuesten technischen Nachrichtenmitteln ausgestattet werden. Da die Manöver in wesentlich kleinerem Rahmen wie 1912 angelegt sind, so wird in diesem Jahre die taktische Schulung der Hnterführer und Truppe besonders zur Geltung kommen.
— Zum Anschlag auf den Eroßherzog von Baden. Karlsruhe, 4. Mai. Amtlicherseits wird erklärt, daß es sich bei dem Tapezierer Jung, der gestern in Mannheim auf das Trittbrett des Wagens des Eroßherzogs sprang, um einen geistigminderwertigen Menschen handelt. Darauf deutet auch der Hmstand hin, daß Jung im Oktober vorigen Jahres vom Mannheimer Bezirksamt auf seinen Geisteszustand untersucht wurde. Vor dem Vorfall hatte der Mann 10 Glas Bier getrunken. Danach dürfte auch feiner Behauptung, daß er auf den Vorgang bezügliche Briefe aus Berlin erhalten habe, keine große Bedeutung beizumessen fein. Jedenfalls ergab die Durchsuchung der Jungschen Wohnung keinerlei Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Behauptung.
— Tod zweier Parlamentarier. Berlin, 5. Mai. Der frühere Reichs- und Landtagsabgeordnete Eifebahndirektor a. D. Schra - d e r ist gestern abend im Alter von 79 Jahren nach kurzer'Krank- heit an Lungenentzündung gestorben. — Wie aus Kairo gemeldet wird, ist Graf d'Haussonville, Landrat des Kreises Merseburg und Mitglied des preußischen Abgeorbnetenhaufes dort gestorben.
— Schutz der deutschen Jnteresien in Haiti. Berlin, 5. Mai. Mit Rücksicht auf die Lage in Porteau-Prince, erhielt der Kreuzer „Breme n" den Befehl, sich dorthin zu begeben. — Bei der Beerdigung des verstorbenen Präsidenten ist es in der Negerrepublik wieder einmal zu der üblichen Schießerei gekommen.