Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

M 97

DieOberheffsiche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich butt* Vie Poft bezogen 2.25 <M. lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, M. frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Fnh.: Dr. C. Hitzeroth). Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 26 April

Der Anzeigenpreis beträgt für di- 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Zeder Rabatt gilt als Barradatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt e. M.

48. Jahrg.

1913.

erstes Blatt.

Zur Lage.

Die verschiedentlich, auch an maßgebenden Stellen ausgesprochene Ansicht^ der König von Moetenegro werde sich mit dem Ehren­erfolge des Einzuges in Skutari begnügen und sodann dem Druck der vereinigten Großmächte nachgeben und die eroberte Stadt wieder räumen, scheint sich nicht zu bestätigen. Nach den münd­lichen Darlegungen des Königs gedenkt er vielmehr, sich in der er­oberten Stadt zu behaupten und sie dauernd für Montenegro zu behalten. Demgemäß steht fest, daß die Mächte in der Behandlung der Ekutari-Frage bei der bestimmten Absicht bestehen bleiben, die Stadt zu Albanien zu schlagen, und daß Differenzen unter ihnen nach dieser Richtung nicht vorhanden sind. Die heutige Bot- schafterkonferenz wird sich bereits mit der Aufgabe beschäftigen, was zu tun sei, um Montenegro Skutari wieder abzunehmen. Daß dies nicht leicht sein wird, liegt allerdings auf der Hand. Ver­mutlich werden die Mächte zunächst geschloßen Montenegro auf- fordern, Skutari unverzüglich zu räumen. Es ist aber keineswegs unwahrscheinlich, daß König Nikita dieser Aufforderung nicht Folge geben, vielmehr ungesäumt die Befestigung der Stadt her- stellen laßen und das weitere abwarten wird. Vier frische Ba­taillone Montenegriner sind bekanntlich bereits zur Besetzung der Stadt eingetroffen. Alle anderen vorgeschlagenen Maßnahmen: daß Oesterreich vielleicht den Sandschak Novibazar wieder besetzen möge, und daß König Nikolaus, wenn er in Skutari beharrt, nicht Jpeg, und Serbien nicht Zakowa erhalten würde, sind schließlich doch nur halbe Maßnahmen: und es würde im Endresultat füglich nichts anderes übrig bleiben, als daß Oesterreich allein oder ver­eint mit Italien mit Waffengewalt Skutari den Montenegrinern wieder abnimmt. Selbst wenn dies auf ein Mandat der Groß­mächte hin geschieht, würde der Fall trotzdem schwierig sein, da die Ausführung sich wochenlang hinziehen kann. Halten sich aber Ruß­land und Freikreich bei einem derartigen Mandat zurück, dann stehen wir vor den bedenklichsten Möglichkeiten. Jeder Eingriff Rußlands gegen Oesterreich läßt die Bündnispflicht Deutschlands in die Erscheinung treten, und würde dann auch wieder infolge derselben Bündnispflicht Frankreich auf den Plan führen. Kurzum dieser angenehme Klein-König der schwarzen Berge kann einen großen europäischen Krieg herbeiführen und binnen vier Wochen die Mobilmachung der gesamten deutschen Streitkräfte zu Waßer und zu Lande bewirken. Soweit sind wir ja allerdings noch nicht, und man muß erwägen, daß die Möglichkeit dieser Situation eigentlich während des ganzen letzten halben Jahres vorlag. Immerhin darf man sich nicht dem Ernst der Lage verschließen, da Oesterreich unmöglich nachgeben kann und zweifellos auch nicht nachgeben will.

Heber die bestehende Lage liegen z. Z. folgende Meldungen vor:

Cetinje, 25. April. Die Montenegriner halten alle Stellungen besetzt. Zn Skutari befanden sich 26 000 Nizams und 5000 Baschibosuks, welche ihre Stellungen ruhig aber bedrückt verließen. Gestern wurde in Cetinje ein Fackelzug veranstaltet, wobei der König Gegenstand begeister­ter Ovationen war. Das Hauptquartier des Erbprinzen ist in dem Dorfe Schiroko aufgeschlagen.

Cetinje, 25. April. Dem König sind zahlreiche Glückwünsche zu- gegangen, darunter von den Königen von Serbien, Bulgarien und Grie­chenland. Anläßlich des Falles Skutaris begnadigte der König zahlreiche Verurteilte.

Wien, 25. April. Zn einer gestern abend im österreichischen Fi­nanzministerium stattgehabten Besprechung mit Bertretern der Banken, di« an der Begebung der österreichischen Anleihe beteiligt find, hat der Finanzminister erklärt, daß durch den Fall Skutaris, mit welchem hier g«rechn«t wurde, keine Aenderung in der Balkanpolitik eintreten werde und insbrsondere kein Anlaß zu einer Störung des bestehenden Ginnet« stündnisses der Großmächte vorhanden sei. Der Finanzminister hat des­halb gegenüber den Bankvertretern den Wunsch geäußert, daß diese be­ruhigenden Erklärungen dem Markt mitgeteilt werden.

London, 25. April. Wie das Reutersche Büro erfährt, wurde nach dem Empfang der österreichisch-ungarischen Zirkularnote an die Mächte festgesetzt, heute nachmittag unter dem Vorfitz des Premiermini, sters eine Sitzung der Botschaftervereinigung abzuhalten, um über die Lage zu beraten. Zn diplomatischen Kreisen herrschte gestern kein Pessi­mismus. Zm allgemeinen kam die Ansicht zum Ausdruck, daß mit gutem Willen und Geduld sich Alles werde befriedigend ordnen laßen. Zm Laufe des gestrigen nachmittags wurde in amtlichen Kreisen bekannt, daß gewiße Sondierungen im Gange seien und daß ein inoffizieller Mei- t lngsaustausch stattgefunden habe, deßen Ergebnis sei. daß guter Grund zu der Annahme vorhanden sei, daß Montenegro der Entscheidung der Mächte hinsichtlich Skutaris beipflichten werde.

KöIn, 25. April. DieKölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Die Botschaftervereinigung hat den Balkanregierungen vorgeschlagen, die Namen der Friedensunterhändler und den Ort für die Friedensverhand­lungen anzugeben.

Konstantinopel, 25. April. Die Regierung trifft Vorberei­tungen für eint rasche Helmbesörderung der Truppen, die nach der Unter­zeichnung der Friedenspräliminarien zurückgesandt werden sollen. Nach einer Zirkularnote der Pforte sollen sie aus Eesundheitrückfichten über­all isoliert und unter strenger Ueberwachung gehalten werden.

Deutsches Reich.

Aus der Budgetkommission. Berlin, 25. April. Dis Budgetkommission des Reichstags beendete heute vormittag die streng vertrauliche Besprechung der Wehrvorlage. Es wohnten ihr u. a. bei der Kriegsminister und der Unterstaatssekretär Wahnschaffe. Morgen beginnt die Plenarsitzung um 10 Uhr, daher wird die nächste Sitzung der Budgetkommission am Montag vor­mittag abgehalten. Die Beratung beginnt alsdann mit dem § 1. .6» findet also keine Generaldebatte statt.

Der Termin für die Erhebung der Wehrsteuer. Ueber den Termin für die Erhebung des Wehrbeitrages wird folgendes mit­geteilt: Die erste Hälfte des Wehrbeitrages dürfte wahrscheinlich im Laufe des April oder Mai nächsten Jahres, die andere Hälfte spätestens bis zum 31. März des Jahres 1915 zur Erhebung kom­men. Die Zestellung des Veranlagungsbescheides zur Wehrsteuer dürfte voraussichtlich nicht vor April des nächsten Jahres erfolgen.

Bergungsarbeiten. Hamburg, 25. April. Heute morgen 9 Uhr begann die Hebung des Hecks des Torpedobootes8. 178. Die Hebung war gegen 3 Uhr nachmittags beendet. Das Heck des Bootes ist bis einen halben Meter über Waßer gehoben von dem PrahmOberelbe des Nordischen Bergungsvereins. Das Heck wird mit dem Prahm durch die SchlepperAlbatros undReiher nach Wilhelmshaven geschleppt, wo der Schleppzug erst morgen nachmittag ankommen dürfte, da das Schleppen nur sehr langsam vor sich geht. Bei der Bergung wurden vier Strahltroßen und zwei Stahlnetze verwendet. Das Vorderteil des Torpedobootes wird später gehoben. Der genaue Zeitpunkt dafür läßt sich wegen des ungünstigen Wetters nicht voraussagen.

Streik. Beuthen, 25. April. Bei der Frühschicht fehlten nach vorläufiger Zusammenstellung etwa 32000 Mann.

- ' -i----------

Ausland.

* * Die französische Heeresvermehrung. Paris, 25. April. In der heutigen Sitzung des Heeresausschußes der Kammer gab der Generalstabschefstellvertreter General Legrand im Auftrage des Kriegsministers die vollständigen Ziffern über die Mannschafts­bestände der nach Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frank­reich selbst stehenden Truppen bekannt. Der tm Laufe der Jahre erzielte Effektivbestand beträgt 462 000 Mann, nach Einführung der dreijährigen Dienstzeit wird der Effektivbestand bei der Ein­reihung der Rekruten 658 000 Mann und der Mindestbestand 600 000 Mann betragen. Die Direktoren des Kriegsministeriums berieten heute über die Frage der Ersetzung der Militärhandwerker durch Zivilisten und der sich durch diese Maßnahme ergebenden Vermehrung der Kombattanten.

* * Einbrecher und Spion. Paris, 25. April. Aus Toulon wird gemeldet: Der ausgediente Obermaat Verbiet, der wegen des Einbruchsdiebstahls auf dem TorpedobootszerstörerLans- quenet und wegen der Ermordung des Wachtpostens verhaftet wurde, leugnete vor dem Polizeikommißar in entschiedener Weise das ihm zur Last gelegte Verbrechen. Die Marinebehörde hat nach nochmaliger genauer Untersuchung festgestellt, daß von den in dem Schreibtisch des Schiffskommandanten enthaltenen Papieren nicht» verschwunden ist.

* * Marokko. Paris, 25. April. Aus Merada (Ostmarokko) wird gemeldet: Die aufständischen Beni bu Jchi unternahmen in der Nacht zum 23. April abermals einen heftigen Angriff auf den französischen Militärposten in Nechila, flüchteten jedoch nach hef­tigem Kampfe in der Richtung nach der spanischen Zone. Aus Marakesch wird vom 22. April berichtet: Im Cusgebiet herrscht eine wachsende Gärung. Die Anhänger El Hibas sollen die Stadt Tarudant geplündert haben.

* * Ein neue« Verbrechen der wilden Wahlweiber. London, 25. April. Aus New Castle wird gemeldet, daß die wilden Wahl­weiber ein neues Verbrechen begingen, indem sie versuchten, mit einer Bombe das Haus des Erafschaftsrates in die Lust zu spren­gen. Wenn sie auch diese Absicht nicht ganz durchführen konnten, so richtete doch der Sprengkörper großen Schaden an dem Gebäude an, und außerdem wurde leider der Pförtner des Hauses schwer verwundet. Auf der Stätte des Verbrechens fand man wieder Plakate mit der bekannten Aufschrift: Notes for Women!

Schule und Religion. Madrid, 25. April. Der König unterzeichnete ein Dekret über den christlichen Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen. Der Unterricht bleibt obligatorisch; aber die Kinder, deren Väter nicht katholischen Glaubens sind, werden vom Religionsunterricht besteit.

* Mexiko. Mexiko, 25. April. Felix Diaz und Francisco Delabarra sind von der Kandidatur für die Präsidentschaft bezw. Vizepräsidentschaft zurückgetreten, da der Kongreß die Festsetzung des Wahltermins verzögert.

Verhafteter Verräter. Petersburg, 25. April. Ein Schreiber des russischen Eeneralstabes wurde verhaftet, als er int Begriffe stand, wichtige Eeheimpapiere des Generalftabes für 40 Ö00 M an einen Agenten der Geheimpolizei, der ihm eine Falle gestellt hatte, zu verkaufen.

* * Tripolis. Benghasi, 25. April. Glaubwürdige Mit­teilungen derAgencia Stefani besagen, daß fast alle Beduinen unter Aziz Bei und Neghib zerstreut sind und erklärt hätten, die Feindseligkeiten nicht fortzusetzen. Aziz Bei und Neghib zogen mit allen regulären Truppen und Geschützen nach Zaui-Agesur, südöstlich von Merg ab. Die Senuschi-Derwische, die sich im Lager befanden, hätten den türkischen Offizieren gcbanft und sich in der Richtung auf Zaui-a-Mesus östlich Silluk entfernt.

--------

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß $ 18 b« Urheberrecht« nur mit der deutlichen Quellenangabe jöbetbefi Ztg " gestattet s

Marburg, 26. April.

* Justizpersonalien. Se. Majestät der König hat durch Erlaß vom 21. d. M. den vortragenden Rat im Justizministerium Geh. Oberjustizrat Greiff zum Präsidenten des König!. Oberlandes­gerichts in Casiel ernannt unter Verleihung des Charakters als . Wirklicher Geh. Oberjustizrat mit dem Rang der Räte 1. Klasse.

* Zur Landtagswahl. In der heute hier unter dem Vorsitz | des Kreisvorsitzenden Herrn Klingelhöfer-Brückerhos stattgefun­

denen Vertrauensmänner-Versammlung des Bundes der Land- wirte wurde die bevorstehende Landtagswahl eingehend erörtert und nachstehende Entschließung einstimmig ausgenommen:Die Vertrauensmänner-Versammlung des Bundes der Landwirte stellt den seitherigen Abgeordneten Herrn Profeßor Vredt-Marburg al« Landtagskandidaten auf; sie spricht aber aus taktischen Rücksichten den Konservativen gegenüber ernstlich den Wunsch aus, daß bei den kommenden Reichstagswahlen nur ein rechtsstehender Kan­didat im Wahlkreise aufgestellt werde. In derselben Versamm­lung wurden noch verschiedene interne Bund'esangelegenheiten zur Sprache gebracht, wobei überall Einmütigkeit und Einstimmig­keit zu konstatieren war.

* Preußisch« Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 5. Klaße muß bis zum Montag den 5. Mai, abends 6 Uhr, ge­schehen sein.

* Hessischer Städtetag. Die Einladungen zu dem am 30. und 31. Mai in Rotenburg stattfindenden hessischen Städtetag werden soeben versandt. Die Tagesordnung hatten wir schon früher mit­geteilt.

* Die Kaisermanöver 1914 finden im Taunus statt.

* Die feldgraue Uniform. Allseitige Beachtung finden jetzt unsere Jäger, die sich in der schmucken feldgrauen Uniform zeigen. Auch die gestern eingezogenen Reservisten wurden heute in dieser Weise eingekleidet. Beim Kämpfrasen, auf dem die gesamten Mannschaften heute mittag Aufstellung nahmen, hatte sich eine große Zuschauermenge eingefunden.

* Strafkammer. Wegen Nahrungsmittelfälschung wurde gestern ein Fleischer aus einem Orte des Kreises Biedenkopf, der Stärkemehl in der Wurst verarbeitet hatte, zu 3 »st Geldstrafe vrurteilt. Bei der ersten Instanz hatte der Angeklagte Frei­sprechung erzielt.

öeilnmmlnngen, Konzerte. Theater. VergniiqnnasnawrtckUe« »"»-

Strauß-Abend. Wir verweisen auf bas morgen abend 8 Uhr In den Stabtsälen ftattfinbenbe große Jägerkonzert (Strauß-Abenb). Näheres fiehe Inserat.

Akademisch« Festspiel« Marburg. Wie alljährlich, veranstaltet Direktor Emil Sieget auch in diesem Jahre wieder einen Zyklus von ganz besonders hervorragenden Vorstellungen bit akabemischen Fest­spiele. Zur Aufführung gelangt Giuseppe Verbi's Saftige OperRtgo- letto", Gerhart Hauptmanns' neues SchauspielGabriel Schillings Flucht, Paul Jbfen's biblisches SchauspielMaria von Magbala", Jbsen's wundervolles LustspielDie Komödie der Liebe", Herbert Eulenberg's mit dem Volksschillerpreis ausgezeichnetes SpielBelinde" undHamlet" (auf der Shakespearebühne). An Gäste find gewonnen: Für Rigoletto: Die ersten Mitglieder bet .Casseler, Mannheimer und Coburg-Gothaer Hofbühnen, des Mainzer Stadttheaters und bes Frank­furter Opernhauses; fürMaria von Magbala" Frau Elfriede Bayer- Hammer vom Hoftheater in Wiesbaden: fürKomödie der Liebe" Frl. Maja Reubke vorn Frankfurter Schauspielhaus: fürBelinde" Frl. Marianne Wulf vom Frankfurter Schauspielhaus und fürHamlet" Herr Curt Ehrle vom Datmstädter Hostheater. Der Abonnementsvrei« für alle 6 Vorstellungen ist auf 10 resp. 7.50 X festgesetzt. Die Abon- nementsliste liegt in der Elwert'schen Buchhandlung, Reitgaße. auf, wo gerne Auskunft über alles die Akademischen Festspiele Betreffend« erteilt wird.

K irchhain, 25. April. Der Dauiechniker Wilhelm Siöhr von hier hat bei der Königlichen Regierung zu Hannover di« Bauaßistenten- Prüfung der Staatshochbauverwaltungmit Auszeichnung" bestanden.

Kirchhain, 25. April. In bet gestern abend abgehaltenen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde dem Austausch von Grund­eigentum fGiffenborfs an den Rittergutsbefitzer, Hauvimann a. D. von Goldammer-Plausdorf, zugestimmt. Dem penfionsfäb'aen Dienstein­kommen des Polizeifergeanten Salomon fallen auch die Leitreibungs­gebühren und bet Kostenbetrag der Dienstkleidung mit zusammen 150 X zugerechnet werden. Das Gehalt der Kleinkinderlebrerin wurde um jährlich 0 X erhöht. liebet die Besoldung der Beamten der Rektorats- schule wurde eine Ordnung ausgestellt lieber die Erbauung eines Hochbehälters von 300 cbm Fassung an die Röde-Cbaußee wurde im längeren verhandelt. Es wurde beschloßen, wenn seitens der Heß Brandverficherungsanstalt ein erheblicher Zuschuß bewilligt werden würde, von Vergrößerung des Waßerbaßins bei der Kirche abzusehen. Dagegen wird beabfichtigt einen Hochbehälter an die Röde zu erbauen. Zum Festplatz soll eine größere Bedürfnisanstalt erbaut werden. Eine Ordnung über die Erhebung einer Benutzungsgebühr wurde angenom­men. Die Anlegung eines Volksgartens auf den alten Friedhof soll zurückgestellt werden, da zur Zeit noch dringendere Projekte vorliegen.

Rauschenberg, 25. April. Am 1. Mai wird hier eine Diakonißen- station eröffnet. Die Schwester, welche für die beiden Orte Rauschen­berg und Ernsthausen angestellt ist, wird am kommenden Sonntag im Gottesdienst in ihr Amt eingesührt werden.

+ Weidenhausen, 25. April. Dem Schlößer Jost Müllet und dem Magazinarbeitet Johann Jost Müller wurde da» Allgemeine Ehren­zeichen in Bronze verliehen.

L ais«, 24. April. Auf bis jetzt nicht aufgeklärte Weise brach vor­gestern nacht, wie schon kurz gemeldet, in dem Anwesen des Johannes Jakobi Feuer aus, das trotz angestrengter Arbeit der hiesigen wie der erschienenen auswättigen Wehren betört um sich griff, daß Wohnhaus und Scheune ein Raub bet Flammen wurden.

Eibelshausen, 25. April. Beim Spielen (es wollte sich die Händchen waschens siel am Dienstag nachmittag das 3l4jährige Söhnchen des Gast­wirts Karl Pfeifer unweit des Elternhauses in den Mühlgraben. Der Rechen hielt das Kind nicht auf, und der Junge wurde über das Muhl- rad gerißen. Unterhalb desselben konnte erst nach längerem Suchen die kleine Leiche geborgen werden.

Sachsenberg, 25. April. Im nahen westfälischen Städtchen Hallen, berg ereignete sich vor einigen Tagen ein trauriger Unfall. Ter lOtahnge Sohn des Landwirts Euntermann half seinem Vater beim Anspannen eines Ochsens. Dabei scheute derselbe, warf den Knaben zur Seite und rannte über ihn. Dabei wurde et von bet Walze, an die der Ochse ge­spannt war, überfahren und derart zugerichtet, daß bet Tod alsbald eintrat.

J esberg, 25. April. Zm nahen Strong spielte bas fünfjährige Töchterchen des Maurermeister» Zoh» Schwalm ml dem Geweht (ctnan.