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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

M 90

| DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck die Post bezogen 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch (Tnh.: Dr. C Hitzeroth), Markt 21. - Telephon 55 f

Marburg

Freitag, 18 April

Der Anzeigenpreis beträgt für di« 7gespalten« Zeil« oder deren Raum 15 L. bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60$. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Zeder Rabatt gilt als Barrabatt, Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1918.

Erstes Blatt.

Tie gesamten Kosten und Opfer des Balkankiieaes.

Jetzt, wo der Krieg der vereinigten Balkanstaaten gegen die Türkei anscheinend endgültig seiner Beendigung entgegensteht, ist es, wie von militärischer Seite geschrieben wird, möglich, einen einigermaßen rich­tigen lleberblick darüber zu gewinnen, welche Aufwendungen an Men­schen- und Eeldopfern der Valkankrieg geostet hat. Die über die Kriegs­kosten vorliegenden Zahlen widersprechen einander Häufig, man kann aber mit Sicherheit annehmen, daß eine Angabe, die von einer Eesamt- höhe der von den 5 nächstbeteiligten Mächten getragenen Kriegskosten von 400 Millionen Mark spricht, viel zu niedrig greift. Es standen im Felde 300 000 Bulgaren. 200 000 Serben, 40 000 Montenegriner, 60 000 Griechen und 500 000 Türken. Rach dieser Truppenzahl berechnet, be­laufen fich die Kriegskosten im Monat, für Bulgarien aus 112 500 Francs für Serbien auf 75 Millionen Francs, für Montenegro auf 15 Millionen Francs, für die Türkei auf 187 500 000 Francs, im ganzen also monat­lich über 400 Millionen Francs. Diese Zahl umfaßt die reinen Kriegs­kosten. Zu den Kosten dieses Krieges zu rechnen stnd aber naturge­mäß von rechtswegen die Aufwendungen der Sieger, die jetzt, wenn der Krieg beendigt fein wird, in -ben eroberten Landesteilen notwendig sein werden. Wie hoch diese Kosten sein werden, ist im Augenblick natürlich noch nicht abzusehen, man darf fie aber für Serbien auf rund eine halbe Milliarde Francs, für Bulgarien, eingefchlosten die wahr­scheinlich erfolgende Uebernahme von 800 Millionen türkischer Staats- schuld, 1 % Milliarden Francs schätzen. Dazu treten noch die Kosten der anderen Verbündeten. Zu den Kosten des Balkankrieges im weiteren Sinne, das heißt, was die durch den Krieg überhaupt erzeug­ten ober überhaupt notwendig ' gewordenen Aufwendungen angeht, treten bann die Mobilisierungskosten und Heeresvermehrungskosten der europäischen Großmächte. Allein Oesterreichs Aufwendungen werden am Friedensschlüsse eine halbe Milliarde betragen. Ohne diesen Krieg und die durch ihn erzeugte gespannte Lage hätte Oesterreich diese Kosten sparen können. Aehnlich groß find die Kosten, die dem russischen Reich durch den Krieg entstanden sind. Und al» eine mittelbare Folge des Krieges find auch die Heeresvermehrungen Deutschlands und Frank­reichs anzusehen. Ueber die Verluste der kriegführenden Staaten an Menschen lagen vor kurzem abgeschlossene offizielle Verlustlisten vor. Danach haben die Bulgaren im ganzen rund 75 000 Mann verloren. Serbien 30 000 Mann. Griechenland 15 000 Mann und Montenegro 10 000 Mann. Die Verluste auf türkischer Seite dürften noch erheblich größer sefif. so daß die Kesamtverluste der kriegführenden Staaten an Toten und Verwundeten mit 300 000 Mann nicht zu gering bewertet sein wird. Interestant Ist eine Dor kurzem angestellte Berechnung der Größe des Kapitalverlustes, den der getötete oder invalid gewordene Soldat für sein Land bedeutet. Man hat diesen Verlust auf 6250 Fr. angegeben. Wenn diese Zahl auch eine sehr hypothetische ist, so kann man nach ihr doch auf die wirklichen Kosten des Krieges sehr bezeich­nende Schlüsse ziehen. Aus diesen Berechnungen geht deutlich hervor, daß der Krieg der kleinen Balkanstaaten zu den blutigsten Kriegen der Weltgeschichte gehört, und daß auf dem Balkan von beiden Seiten mit großer (Erbitterung und Todesverachtung gekämpft worden ist.

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Der Zwis Unfall von Nancy

Nancy, 17. April. Staatsrat Ogier vernahm gestern abend die Mehrzahl der Beamten, die den Zwischenfällen am Montag betgewohnt hatten. Ihre Erklärungen stimmen sämtlich darin überein, daß keinerlei (?) Gewalttätigkeit gegen die Deutschen verübt worden ist. Die Vernehmungen sind noch nicht beendet. Ogier wird heute vormittag durch andere Bahnhofsbeamte gewisse Einzelheiten noch näher bestimmen lassen. Der Polizeikommissar hat das Protokoll bei dem Staatsanwalt und dem Eeneralstaats- anwalt eingereicht.

Nancy, 17. April. Die amtliche Untersuchung des Zwischen­falles ist beendet worden. Staatsrat Ogier ist heute nachmittag mit dem Bericht nach Paris zurückgekehrt. Die heute vernommenen Zeugen, namentlich die Vahnhofsbeamten, wiederholten ihre be­reits gemachten Aussagen. Sie erklärten, nicht gesehen zu haben, daß die Deutschen geschlagen worden sind.

Paris, 17. April. Aus Nancy wird gemeldet: Die zwei städtischen Schutzleute, die auf dem Nancyer Bahnhof den Dienst versahen, als die Deutschen den Zug nach Metz bestiegen, schritten erst ein, als die Manifestanten in das Abteil der Deutschen ein­drangen. Da die Schutzleute es unterlassen hatten, ihren Vorge­setzten den Fall zu melden, richtete der Zentralkommissar von Nancy an den Bürgermeister das Ersuchen, die beiden Schutzleute zu bestrafen.

Paris, 17. April. Wie das TheaterblattEomoedia" meldet, haben die Behörden beschlossen, das in dem Nancyer Tingeltangel gesungene Spottlied auf Zeppelin in sämtlichen Theatern und Tingeltangels an der Ost grenze zu verbieten. Fer­ner sei auf Anordnung des Ministers des Innern die Aufführung des SchauspielsCoeur de fran^aife in Luneville, Verdun und Nancy untersagt worden, da während der Aufführung dieses Stückes im Nancyer Theater beim Erscheinen der deutsche Uni­formen tragenden Schauspieler von den Besuchern lärmend demon­striert wurde.

L e i p z i g, 17. April. DenL. N. N." wird geschrieben: An- tzefichts der Vorfälle in Nancy sei an einen Vorgang während der letzten Ostermesse erinnert. 850 Franzosen, darunter auch Frauen, waren in geschlossener gesellschaftlicher Gruppe zum Besuche der Messe hier eingetroffen. Jedem waren fie auf der Straße durch die laut und öffentlich geführten franzöfischen Gespräche als Franzosen erkennbar. Keinem Leipziger ist es eingefallen, diesen Gästen der Stadt auch nur mit einer unfreundlichen Miene zu begegnen. Man {reute fich ihres Interesses für unsere Stadt, und sah sie gern in ge» chlossenem Zuge auch in das Neue Rathaus eintreten, wo fie von einem Ratsdiener bereitwillig durch alle Räume geführt wurden. Sa, noch mehr! In der Petersstratze und in der Erimmaischen

Straße standen Schutzleute bereit, die durch Armbinden als der französischen Sprache mächtig gekennzeichnet waren. In außer­ordentlichem Umfange sind gerade sie von den Teilnehmern dieser französischen Gesellschaft in Anspruch genommen worden. Für uns Deutsche ist ein solches Verhalten etwas ganz selbstverständliches und es ist bedauerlich, daß man jenseits unserer Westgrenze seine politische Leidenschaft an wehrlosen Reisenden ausläßt.

ein wahrheitsgetreuer Bericht.

DieFranks. Ztg." erhält von zwei der in Nancy insultierten deutschen Reisenden die folgende Zuschrift:

Um die in den verschiedenen Zeitungen aufgetauchten fich wider- sprechenden Nachrichten richtig zu stellen, erlauben fich die Unterzeich­neten Ihnen eine genaue wahrheitsgemäße Darstellung der Vorgänge in Nachfolgendem zu geben:

Wir fuhren am Sonntag mit dem Zuge 9.36 nach Nancy und waren nachmittags zu dem Konzert in der Pepiniere, wo wir einen uns be­kannten deutschen Herrn trafen, der sich uns anschloß. Bei unserem darauffolgenden Spaziergange, den wir durch die Stadt unternahmen, bemerkten wir aus verschiedenen Aeußerungen des Publikums, daß wir für deutsche Offiziere gehalten wurden. Diese Bemerkungen wurden von uns vollständig unbeachtet gelassen. Abends besuchten wir drei Herren das Cafino-Theater und nahmen Platz in einer Loge In unserer Ge­sellschaft befanden fich keine Damen. Am Schlüsse des Voriete-Pro- gramms wurde das äußerst aufreizende, deutschfeindliche StückDer Ulanenfritz" gegeben, dessen markante Stellen von dem Publikum mit frenetischem Beifall, Gejohle und Gepfeife ausgenommen wurden. Wir haben uns von Anfang an und auch während dieses Stückes jeder Aeuße- rung, fei es durch Gebärde. Beifall oder dergleichen enthalten, was übrigens schon durch einen Geheim-Polizisten bestätigt worden ist. Noch Schluß der Vorstellung verließen wir ungehindert und ohne von irgend einer Seite dazu aufgefordert zu sein, das Lokal und begaben uns in das Gaf# la Lorraine. Da in dem unteren Hauptraum wenig Platz vorhanden war, gingen wir in die erste Etage, machten aber sofort wieder Kehrt, als wir merkten, daß unser Erscheinen feindlich aufgefaßt und verschiedentlich gepfiffen und geschrien wurde. Wir drei ließen uns dann in dem unteren, sehr wenig besetzten Neben- raum nieder und verblieben daselbst ganz unbehelligt bis zehn Minuten vor 1 Uhr. Nachdem begleiteten wir unseren Bekannten nach seinem Hotel, wir beide Teichmann und Heyne gingen nun nach dem Bahn­hof und setzten uns in denWartesaal zweiter Klasse, worin drei Solda­ten, darunter zwei Unteroffiziere und außerdem einige Zivil­personen anwesend waren. Offiziere waren im Wartesaal nicht zugegen. Nach ungefähr einer Viertelstunde vernahmen wir plötzlich großen Lärm, der uns veranlaßte, aus dem Wartesaale bis an die Perron-Sperre zu treten. Es kamen drei deutsche Herren mit zwei Damen an, verfolgt von einer johlenden und schreienden Menge. Ruse wie sales Prussiens, sales boches usw. wurden hinter ihnen her gebrüllt. Um nicht in diese Affäre hineingezogen zu werden, gingen wir sofort nach dem Wartesaal zurück und nahmen unsere Plötze wieder ein. Während zehn Minuten hörten wir dann den Lärm weiter, der sich nach dem Bahnsteige hin fortfetzte. Plötzlich erschien vor der Glastür des Warle- faals die Menge und mit den Worten: voilä encore deux allemanbs stürzte fie in den Wartesaal herein, pflanzte sich vor uns auf, uns mit höhnischen Zurufen begrüßend. Einige derHerren" fetzten sich in gewaltsamer Weise zwischen uns mit dem Rufe: Place pour la France! Wir standen auf und wandten uns an einen Bahnbeamten, mit der Bitte um polizeilichen Schutz. Die Menge umringte uns sofort und riefen: Hierbei gibt es keine Polizei wie in Deutschland, wir sind hier im freien Frankreich, grüßen Sie das französische Militär! Bei diesen Worten wurde Herrn Teichmann der Hut vom Kopfe geschla­gen und mit den Füßen zertrampelt. Während dieser Szene versuchte Herr Heyne Polizei von außerhalb des Perrons zu holen, wurde aber durch den Beamten verhindert, durch die Sperre zu gehen. Es erschienen sodann der Stationsvorstand, der uns durch den Gepäck- raum in den schon bereitstehenden Metzer Zug geleitete. Das war jedoch von der Menge nicht unbemerkt geblieben, und sie folgte uns unter Ge­johle und Eebrülle auf dem Fuße Obwohl wir uns nun den Blicken der Menge durch Stellen in den Seitengang des Durchgangszuges zu ent­ziehen suchten, hatte man uns doch bald entdeckt und es drang uns eine Anzahl der Menschen hinterher. Wir wurden nun gegen die Wand gedrückt, auf die Bank geworfen, ine Gesicht gespuckt, gestoßen, geschlagen, getreten, der Schirm des Herrn Teichmann wurde zerbrochen, der Hut des Herrn Heyne wurde auch Hetzer unter den Rufen: Grüßen Sie das französische Militär! ver­schiedentlich vom Kopfe geschlagen. Auch von außerhalb wurden wir durch das geöffnete Coupefenster unter dem Beifallsgejohl^ der Menge geschlagen und angespuckt. Währenddessen heulte und schrie die Menge auf dem Perron, die inzwischen riesig angewachsen war und schleuderte uns Schimpfworte in französisch und gebrochenem Deutsch als: sales Prussiens. sales boches. vochons, Schweine, sales type» offieziers prussiens. entgegen. Diese widerlichen, gemeinen Vorgänge im Coupe wiederholten fich eine halbe Stunde lang fort­während unter den Augen de» auf dem Perron befindlichen Publikum», unter dem fich auch Soldaten und Offiziere befanden. Während dieser ganzen Vorgänge behaupteten die Krakehler fortwäh­rend, daß wir deutscke Offiziere seien und speziell glaubte man in Herrn Teichmann einen Offizier vomZeppelin" zu erkennen. Unsere Be­teuerung, daß wir Geschäftsreisende seien, sand einfach keinen Glauben, ebenso blieben unsere Rufe durch da» Coupefenster nach Polizei ohne Erfolg. Erft kurz, vielleicht eine Minute, vor Abgang de» Zuge», er­schien der Stations-Vorsteher wieder und forderte unsere Angreifer in sehr legerer Weise, die ungefähr bedeutete:Nun Horen Sie mal auf, Sie haben jetzt Spaß genug gehabt", auf, den Wagen zu ver­lassen. Der Zug fetzte fich dann unter Pfeifen, Schreien und Absingen der Marseillaise in Bewegung. Die ähnlichen Vorgänge fanden zugleich in dem entgegengesetzten Teile des Zuges statt, wo die zuerst verfolgten drei Deutschen, Metzer Herren mit zwei Damen Platz genommen hatten. Diese Herren erzählten uns bann später, daß sie von der Menge bereit» auf der Straße angegriffen, angespuckt und geohr- feigt worden seien, dem einen dieser Herren hatte man den Hut ebenfalls vom Kopfe geschlagen und zerrissen. Das Erlebnis dieser Herren, die uns unbekannt waren, ist uns nur durch deren Erzählungen bekannt ge­worden. Ausdrücklich h.merken wir noch, daß wir uns sämtliche Mißhandlungen And Beleidigungen ohne jeden Widerstand gefallen ließen, denn sonst wären »t« schließlich »arnicht lebend «ach Metz retour ge­

kommen. So und nicht anders, haben sich die Vorgänge abgesptett^ was wir eventuell eidesstattlich versichern können.

Preßftimm« derKöln. Ztg." zum Zwischenfall von Rancy.

Au» ihrem Leserkreis wird derKöln. Ztg." geschrieben: Im ver­gangenen Jahr unternahm mein Bruder mit einem Kölner Herrn und zwei Damen eine Autoreise nach Südfrankteich: in Pont i Mousson mußte wegen eines Manteldefektes gehalten werden. Im Nu hatten sich Hunderte Franzosen unter drohender Haltung um das Fahrzeug versammelt, bas ja das AuslandszeichenD (Deutschland) trug. Die Menge schrie:Sales Prussiens, vieilles vachesl" und schlug wiederhott mit den Fäusten auf den Wagen ein. Die Damen waren bleich vor Schrecken ob der unglaublichen Roheit der Franzosen harmlosen Ber- gnügungsreisenden gegenüber, und es ist nur der ruhigen Haltung der Herren und dem Umstande zu verdanken, baß man ohne Mantel auf den bloßen Felgen schleunigst bas Weite suchte, daß es nicht zu direkten An­griffen auf die Reisenden gekommen ist. Es scheint tatsächlich mit großen Gefahren für bas reifenbe deutsche Publikum verbunden zu sein, fich in Frankreich sehen zu lassen.

Vor zwanzig und mehr Jahren waren deutsch-französische Grenz, zwischenfälle an der Tagesordnung. Je nachdem sie bösartiger oder zahlreicher auftraten, waren sie ein zuverlässiger Gradmesser dafür, roie weit die Beziehungen zwischen beiden Ländern sich verfchlechtert hatten. Wenn sie jetzt wieder einsetzen, so ist das ein Anzeichen, daß wir jenen Zuständen ber aeinziger Jahre uns bedenklich genähert haben. Als wir vor einigen Wochen in der Erinnerung, daß französische Regierungen den hinreißenden Einflüssen der Massenpsyche nicht immer zu wider­stehen vermögen, den Finger auf die Wunde legten und daraus aufmerk­sam machten, daß dieser französische Chauvinismus der eigentliche Störenfried in Europa fei. hat man uns in derNorddeutschen Allge­meinen Zeitung" zur Ordnung gerufen. Inzwischen bat dann freilich ber Reichskanzler mit banfensroerter Deutlichkeit die Gefahren gekenn­zeichnet. die dem europäischen Frieden von solchen völkischen Strömungen in Rußland und Frankreich drohen. Das sind bedauerliche Zeichen, rot« scharf die Spannung geworden ist.

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D-mMes Reich.

vom Kaiser. Homburg v. b. H., 17. April. Der Kaiser verlieh dem Wirte des Saalburg-Restaurants R. Kuntze sein Bild in der Uniform der Garde-Jäger mit eigenhändiger Unterschrift. Die Majestäten haben in diesem wie in früheren Jahren de» öfteren Erfrischungen im Saalburgrestaurant eingenommen. Der Kaiser, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise besuchten heute nachmittag das Offiziergenesungsheim Falkenstein und be­sichtigten dasselbe eingehend. Auf allerhöchsten Wunsch findet am kommenden Sonntag 7 Uhr abends eine geistliche Musikauffüh­rung in der hiesigen Erlöserkirche statt. Die Majestäten haben ihr Erscheinen zugesagt.

Zum Regierungsjubiläum des Kaisers. München, 17. April. An der gemeinsamen Huldigung der deutschen Städte zum Regie­rungsjubiläum des Kaisers, die auf Anregung der Porstandschaft desbayerischen Städtetages veranstaltet wird, beteiligten sich sämt­liche unmittelbaren Städte des Königreichs Bayern. Der Gesamt­wert der Stiftungen, welche sie aus diesem Anlaß errichteten, be­trägt rund 1 660 000 JC Alle Stiftungen mit Ausnahme von zweien dienen zur Fürsorge für bedürftige Veteranen.

Der Zar bei den Vermählungsfestlichkeiten am Kaiserhof. Köln, 17. April. DerKölnischen Zeitung" wird aus Berlin ge­meldet: Bezüglich der Nachricht, daß der Kaiser von Rußland vor­aussichtlich an den Feierlichkeiten anläßlich der Vermählung der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen teilnehmen werde, erfah­ren wir von unterrichteter Seite, daß der Zar tatsächlich der Hoff­nung Ausdruck verliehen hat, der Einladung Seiner Majestät de» Kaisers entsprechen zu können.

Vom Bundesrat. Berlin, 17. April. In der Sitzung des Bundesrats wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen: die Vorlage betreffend die Ausführung der Paragraphen 366 und 367 des Versicherungsgesetzes für Angestellte, der Entwurf einer Be­kanntmachung betreffend Uebergangsbestimmungen zur Reichsver- stcherungsordnung, die Vorlage betreffend Abänderung der Vor­schriften über die Besetzung der Seefischerei-Fahrzeuge mit Schiffs- führern und Maschinisten und der Entwurf on Bestimmungen für die Vornahme einer Zwischenzählung der Schweine in den Jahren 1913 und 1914. Ueber die Vorlage betreffend den Veredelungsver­kehr mit Palmöl zum Reinigen und Bleichen wurde Beschluß ge­faßt. Zustimmung erteilt wurde dem Entwurf von Bestimmungen zur Aenderung der Vorschriften über das Strafregister der Ueber» einfunft zwischen Deutschland und Rußland zum Schutze von Wer­ken ber Literatur und ber Kunst unb ber Ergänzung bes Entwurf» des Haushaltsetats für bie Schutzgebiete auf bas Rechnungsjahr 1913.

Die Beisetzung Hagenbecks. Hamburg, 17. April. Die Beisetzung Hagenbecks fanb heute vormittag auf bem Ohlsdorfer Friedhöfe statt. Unter ben Leidtragenden befand sich ber preußische Gesandte Legationsrat v. Bülow, ber im Auftrage bes Kaisers einen Kranz am Grabe niebertegte. Die Gedächtnisrede hielt Probst Petersen-Segeberg, ein alter Freund des Verstorbenen.

Ans der Budgetkommisfion. Berlin, 17. April. Die Budget» kommisfion bes Reichstags beschäftigte sich fast bie ganze Sitzung mit bet in bet Regierungsvorlage vorgeschlagenen Regelung bet Rationen unb Pferbegelbet. Nach einer sehr lebhaft geführten De­batte würbe die Regierungsvorlage gegen die Stimmen bet Na» tionalliberalen unb Konservativen abgelehnt. Mit derselben Mehrheit wurde bet nationalliberale unb konservative Antrag auf Beibehaltung bes bisherigen Zustandes abgelehnt. Angenommen würben bie Anträge bes Zentrum», die einen Abstrich von rund 800 000 Jt herbeiführen.

Die feldgraue Uniform. Berlin, 17. April. In ber Budget« kommisston bes Reichstags gab Generalleutnant Staab» Auskunft über ben Stand ber Bekleidungsfrage mit feldgrauem Tuch. Für die HeetesvetfiSrkung müßten, um die neuen Formationen gleich-