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1913.
Postfcheckamtes Frankfurt a. M.
Erttes Blatt
tRachdruck verboten.)
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Der Wirt sagte dem Berichterstatter weiter: und zerriß ihn in Fetzen. Auf diese Weise zu Ende. Dreiviertel Stunden später, als verließen die Deutschen und mit ihnen alle
Ich nahm den Zettel war der Zwischenfall ich mein Lokal schloß, anderen das Lokal.
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Karrikierungen kommen bei uns aufder Bühne ja auch vor; aber sie halten sich doch in humoristischer Form und haben nie etwas wirklich Verletzendes. Unangenehmer ist der Zwischenfall in Nancy. — Daß dabei preußische Offiziere auf deutscher Seite mitgewirkt haben konnten, war von vornherein schon dadurch ausgeschloffen, daß die deutschen Teilnehmer angeblich niederzuknien und vor französischen Offizieren den Hut abzunehmen gezwungen worden sind. Preußische Offiziere hätten sich lieber totschlagen lassen, ehe sie sich einer derartigen Feigheit unterzogen hätten. Und auch von den angeblich beteiligten deutschen Kaufleuten wollen wir hoffen, daß sie sich zu der erwähnten schwächlichen Haltung selbst durch die größten Brutalitäten nicht haben vergewaltigen laffen. Die französische Regierung ist anscheinend entgegenkommend und wird wohl sicher die nötige Genugtuung gewähren.
Vorfall zeigt jedenfalls einen erheblichen Niedergang des französischen Volkscharakters. Wir haben ja auch unsere Rowdys; aber es wäre doch bei uns unmöglich, daß ein halbes Dutzend Fremde, die sich noch dazu in Begleitung von Damen befinden, von einem hundertfach stärkeren Haufen von Menschen angegriffen, beschimpft, geschlagen und auf das gröblichste beleidigt werden würden. Es würden sich bei uns, ganz abgesehen von den amtlichen Organen, unbedingt immer einzelne Eentlemen finden, die gegen die Gemeinheit, mit einer hundertfachen llebermacht gegen einzelne vorzugehen, intervenieren würden. Aber der Begriff der Eentilität scheint dem einst durch seine Ritterlichkeit berühmten französischen Volk neuerdings gänzlich abhanden gekommen zu sein. Auch der Vorfall in Luneville zeigt die Nation keineswegs in dem chevaleresken Nimbus, den dieser Fall in der ersten Darstellung ihr verliehen hatte. Das endgültige Resultat über die Nancyer Affäre bleibt abzuwarten. Handelt es sich auch nur um Privatleute, so können wir doch sicher annehmen, daß die deutsche Regierung keine Schwäche zeigen wird, während man von dem französischen Gouvernement erwarten darf, daß es das einzig richtige tut, was vornehme Leute in solchen Fällen zu tun pflegen: die Rowdys zu verleugnen, um Entschuldigung zu bitten und den Mißhandelten volle Genugtuung zu gewähren.
Weitere Einzelheiten.
Paris, 16. April. Der „Matin" hat einen Berichterstatter nach Nancy gesandt. Dieser besuchte den Besitzer des Restaurants, in dem sich der Vorfall abspielte: Am Sonntag gegen Mitternacht betraten drei Herren und zwei Damen, anscheinend Deutsche, das Lokal. Ihre Haltung war äußerst korrekt. An einem Neben-
Marburg
Donnerstag 17 April
Vorfall in aller Ruhe abspielte, hielt ich es doch für nötig, dazwischen zu kommen. Zch bat die Studenten, sich ruhig zu verhalten. Der eine bet Deutschen bemerkte mir gegenüber: Zch kenne Rancq, ich bin selbst Sw- deut und weiß, wie die Jugend ist. Zch habe die Absicht, demnächst wieder nach Nancy zu kommen, um hier ein Semester zu studieren. Immerhin ist es unangenehm, daß man auf diese Weise belästigt wird. Zch nahm den Zettel und zerriß ihn in tausend Stücke. Einer der betreffenden Studenten hat diese Darstellung folgendermaßen ergänzt: Er erklärte dem „Matin", daß er nach der Vorstellung Seite an Seite mit den Deutschen gesesien und daß er einem von ihnen einen Zettel gereicht habe, auf dem die Worte Heines in deutscher Sprache gestanden Wien: „Ihr Deutschen, seid ein großes Volk, so simpel und so begabt. Man sieht Euch Wahrhaftig nicht an daß Ihr das Pulver erfunbet habet". sNach der Schreibweise des „Matin".) Das „Zournal" bestätigt diese Darstellung des Studenten und fügt hinzu: „Als der Deutsche den Zettel gelesen hatte, rief er zurück: Die Schreibweise ist ganz falsch. Sie täten bester, noch einmal in die Schule zu gehen. Der Student meinte dem Berichterstatter des „Matin" gegenüber: „Das ist falsch. Zch tröste mich aber mit dem Gedanken, daß Heine Deutsch zu schreiben verstand. Im übrigen sind diese Worte meiner Ansicht nach das Tiefste, was je über unsere Nachbarn jenseits des Rheins geschrieben worden ist. Sie fasten in richtiger Weise das ganze Genie der germanischen Raste und auch ihr« Schwächen un5 lächerlichen Seiten zusammen."
Die „Köln. Ztg." schreibt dazu: „Man sieht, dem Züngling fehlt «s nicht an Selbstbewußtsein. Wir glauben von ihm aber nickt, daß er das Genie der französischen Raste verkörpert, vielmehr offensichtlich nur und im ausgiebigsten Maße ihre Schwächen und ihre lächerlichen Seiten."
Einer der Bahnhofsbeamten von Nancy erklärte demselben Verickt- erstatter. daß er. als die Deutschen in den Wagen nach Metz schon eingestiegen wären, ihre Verfolger ebenfalls in die Wagen habe einbringen sehen. Zn dem Augenblick, als er hinzugekommen sei, habe er eine« jungen Burschen den Arm erheben sehen. Er babe ihn ergriffen unb veranlaßt, das Abteil zu verkästen. Dabei erklärte der Franzose dem Beamten, indem er auf den Deutschen zeigte: „Baus, je vous respect« mais pas lut". — Ferner sagte der Bahnhofsbeamte Euise aus, daß et von den Deutschen auf dem Bahnhof gefragt wurde: Sind Sie Bahnbeamter? Ja, sagte er. Darauf sagte einer der Deutschen: Zch werd« hier belästigt, beschützen Sie mich. Der Bahnbeamte sandte darauf den Deutschen zu dem Bahnhofsvorsteher. Der Bahnhofsvorsteher wurde ebenfalls von den Deutschen angegangen, sie zu beschützen und er fübrt« sie direkt zu dem Zuge nach Metz, der auf dem dritten Gleise stand. Als er darauf in den Wariesaalmrü ckgekehrt war. sah er noch einen Deut- scken. der vorn Publikum belästigt wurde. Auch diesen brachte er zu dem Metzer Zuge. Inzwischen hatte sich der Zug aber von Manifestanten gefüllt, welche bie Deutschen beleidigten und belästigten. Er kam gerade dazu, als ein Mann einen der Deutschen schlagen wollte, et schritt aber ein, und verhinderte (?) eine Mißhandlung.
Di« Regelung der Angelegenheit.
Nancy, 16. April. Der Staatsrat Ogier ist heute morgen hier eingetroffen und hat sofort mit der Untersuchung des Zwischenfalles vom 14. April begonnen.
Paris, 16. April. Aus Nancy wird gemeldet, daß an der von der Regierung angeordneten Untersuchung die Staatsanwaltschaft sowie die staatliche und die städtische Polizei teilnebmen. Einige der am meisten kompromittierten Leute seien bekannt. Da jedoch bei den Nancyer Behörden keinerlei Strafanzeige erstattet wurde, hatten diese bisher keinen Grund, irgendwie »orzugeben.
Paris, 16. April. Der deutsche Botschafter in Paris, Freiherr von Schön, äußerte in einem Interview, das er einem Journalisten gewahrte, sich über die Affäre in Nancy in folgender Weife: Wir haben bis jetzt noch keine Schritte bei der französischen Regierung getan und werden einen solchen auch nicht unternehmen, ehe wir im Besitz der wabrheitsgetreuen ordnungsmäßigen Dokumente sind, llebrigens hat es die französische Regierung, weit davon entfernt, sich bitten zu laffen, nicht einmal abgewartet, bis sie den Besuch des Sekretärs der deutschen Botschaft empfing, um ein« Untersuchung Über den unangenehmen Vorfall einzuleiten. Dieser Beweis von Tatt hat mich sehr an-
Der Zwij emall von Wanct)
Die tatsächlichen Feststellungen über die Zwischenfälle sind der französischen Preffe mittlerweile doch etwas unangenehm geworden. Die unerhörte Feigheit und Gemeinheit des chauvinistischen Pöbels zu verteidigen, dazu hat sie keinen Mut gefunden. Sie sucht demnach noch immer die Zwischenfälle als möglichst harmlos hinzustellen und fährt in der Entrüstung fort darüber, daß die deutschen Zeitungen von der Affäre so viel Aufsehens machen. Wie wenig manche Pariser Blätter die Bedeutung der Sache verstehen wollen, zeigt folgende Auslaffung der Pariser „Lanterne": Man ist verblüfft bei dem Gedanken, daß dieser Bummel im ganzen Deutschen Reiche und in den Rcdaktionsstubeii der Berliner Blätter einen so dramatischen Widerhall wachrufen konnte, und noch erstaunter ist man darüber, daß der Reichstag über die „Wirtshausgeschichte" verhandelte.
Nun, die französische Regierung selbst scheint die Sache ernster aufzufaffen, sonst würde sie kaum einen höheren Beamten zur Untersuchung gesandt haben. Aber recht behaglich ist es der französischen Preffe bei dieser halben Verteidigung der Zwischenfälle nicht und sie sieht sich deshalb auch genötigt, nach zu vielen Hetzereien jetzt dem Publikum ernste Vorhaltungen zu machen. Die diesbezügliche Ausführungen im „Figaro" lauten: „Die französische Regierung hat weise gebandelt, als sie einen hohen Beamten nach Nancy entsandte, damit er an Ort und Stelle eine Untersuchung einleitete und möglichst rasch die Irrtümer des Polizeikommiffars von Nancy wieder gut mache, deffen Pflicht es gewesen wäre, die Kundgebungen zu verhindern und dem Minister des Innern genauen Bericht zu erstatten. Alle Verantwortlichkeiten werden festgestellt und der Zwischenfall raschestens geregelt werden, denn auf beiden Seiten besteht aufrichtiges Bestreben dazu. Die deutschen Blätter werden mit uns in dieser Hinsicht einig sein und das Vorkommnis, welches- beklagenswert sein konnte, wird vielleicht wie das von Luneville im Gegenteil dazu beitragen, das dauernde Mißverständnis zu beseitigen, unter dem schließlich beide Länder schwer leiden müffen." — Auch der „Petit Parisien" sagt: „Es ist Pflicht aller auf beiden Seiten der Vogesen, jede Herausforderung und jede ungeziemende Kundgebung zu vermeiden. Es ist unsere Pflicht, unseren guten Ruf der Gastlichkeit aufrecht zu erhalten. Solche Vorfälle, die sorgfälitig hintangehalten werden sollten, können nicht ernst genommen werden und auch nicht auf den Beziehungen zweier großer Länder lasten." — Der „Matin" schreibt: „Es ist jedenfalls bedauerlich, daß in einer französischen Stadt friedliche Reisende beschimpft wurden, weil sie deutscher Nationalität sind. Viele Hunderttausende Ausländer kommen nach Frankreich und besuchen Frankreich alljährlich. Der Fremde wird hier, ob er Deutscher, Engländer oder Amerikaner ist, mit Rücksicht und Höflichkeit behandelt. Die öffentliche Meinung Frankreichs könne nicht dulden, daß man einen Fremden nur deshalb bebellige, weil er Deutscher ist."
Diese Sprache ist würdiger. Welcher Deutsche würde über-, Haupt auf den Gedanken kommen, jemanden zu belästigen, b l o s weil er Franzose ist! Sollen wir das von den Franzosen erst kernen?
Die „Neue politische Korrespondenz" schreibt:
Zu der Asfäre in Nancy ist neuerdings eine geringfügigere In Grenoble hinzugetreten, die auch auf einem Theaterkonflikt beruht, wobei einige deutsche Teilnehmer das Theater vernünftigerweise verlassen baben, weil sie die Karrikierung preußischer Offiziere auf der Bühne nicht mit ansehen wollten. Solche
Gewagtes Spiel.
s Roman von E. Teutgen-Horst.
- (ftortfefeung.)
Dann sprach er über die Verankaffung der Ehinaexpedition und tadelte mit einigen scharfen Worten das schmachvolle Benehmen, bas di« gelbe Raffe sich der weißen gegenüber herauszunehmen erdreistet hätte, wies auf bie Beleidigungen unb Verfolgungen hin, bie weiße Brüder von ihnen zu erdulden hätten, auf den ruchlosen Meuchelmord an dem deutschen Gesandten unb fuhr bann in flammender Begeisterung fort: „Das alles erfordert strenge Sühne. Die Ehre des deutschen Namens, des Vaterlandes ist gefährdet, und bet Kaiser braucht Männer, um biefe Ehre zu schützen. Sein Ruf ist erklungen, unb Tausende von tapfer« Kriegern haben sich gemeldet und sind bereits unterwegs, um Leib unb Leben einzufetzen für unter heiligstes Gut. Da hat es auch mich getrieben, bem Ruf unseres Kaisers unb obersten Kriegsherrn, btm Beispiel jener Männer zu folgen. Ich mochte nicht zurückbleiben, wenn so viele meiner Kameraden hinausziehen in Krieg und Gefahren unb ihr Leben Einsetzen wollen für bes beutschen Vaterlanbs Ehre. Es wirb mit nicht leicht, mich von hier zu trennen, bas könnt ihr Euch wohl benfen, aber daß ich mich auf Euch verlassen kann, baß ich bie feste lleberzeugung mit- nehmen barf, baß Zhr auch in meinet Abwesenheit treu zu mit unb ben Meinen halten werbet, bas erleichtert mir bas Scheiben. Roch einmal herzlichen Dank bafür! Der Herr beschütze Euch unb Eure Angehörigen unb schenke uns, wenn bet Feind für seinen Uebermut die wohlverdiente Strafe empfangen hat, ein frohes Wiedersehen. Das walte Gott! Amen."
Einige Augenblicke lang herrschte lautlose Stille, dann schwenkt« einer von den jungen Beamten seinen Hut unb rief mit weithinschallen- ber Stimme: „Unser gnäbigfter Herr Graf — hurraI hurra! hurra!"
Begeistert stimmte bie Versammelten mit ein, bet Graf aber stieg bie breiten Steinstufen hinab unb schüttelte einem jeden bie Hand. Nicht einen vergaß er, unb für diesen unb jenen hatte et wohl noch ein besonders freundliches Wort. Alle waten gerührt und manches Auge feuchtete sich.
Feobora, an Gräfin Friederike gelehnt, stand auf bem Balkon unb mit tränenschwerem Blick in bas Getümmel hinab. Zhr Antlitz wat
tische saß eine Gruppe von Studenten. Später sah ich, daß einer von ihnen zu den Deutschen hinüberging und ihnen einen Zettel auf den Tisch legte. Einer der Deutschen antwortete: Das ist schlechtes Deutsch. Trotzdem sich der Vorfall in aller Ruhe abspielte, hielt ich es doch für notwendig, dazwischen zu kommen. Ich ersuchte die Studenten, sich ruhig zu verhalten. Der eine der Deutschen bemerkte mir gegenüber: Zch kenne Nancy, ich bin selbst Student und weiß, wie die Jugend ist. Ich habe die Absicht, demnächst wieder nach Nancy zu kommen, um hier ein Semester zu studieren. Immerhin ist es unangenehm, daß man auf diese Weise belästigt wird.
aller Frühe fort mußte unb es sich als befonbete Gunst von ihr erbeten hatte, daß sie sich seinetwegen nickt in ihrer Ruhe stören laffen sollte.
Kurt unb Feobora waren allein. „Noch einmal“, buchte Feobora, „unb vielleicht — zum letzten Male!"
Zaghaft unb verlegen, mit wildklopfendem Hetzen stand sie vor ihm.
Wenn et ihr jetzt die Arme entgegengebreitet hätte, mit einem Zubellant würde sie sich an sein Hetz geflüchtet haben. Aber ach — et dachte nicht daran! —
So sonderbar, wie er sich in den letzten Tagen gegen sie gezeigt hatte, so zeigte er sich auch in dieser Abschiedsstunde, unb sie wußte sich sein Benehmen nicht einmal zu beuten, wat sich auch nicht bet leisesten Schuld ihm gegenüber bewußt.
Erovenb, mit kaum verhaltenem Unmut in bet Stimme, nahm et Abschieb von ihr. Einige gleichgültige Worte, verbunden mit dem Wunsche, daß es ihr recht gut gehen möge, unb bem Versprechen, ihr öfter Nachricht zu geben — bas war alles, was et ihr zu sagen hatte. Unb ehe sie noch etwas erroibern konnte, war er hinausgeftürrnt, um — die ganze lange Nacht in schmerzlicher Sehnsucht nach ihr ruhelos zu verbringen. —
„Warum gehst bu unb warum läßt bu mich allein?" Das war bie Frage, die sich wohl hundertmal auf Feodoras Lippen gedrängt hatte unb boch nie ausgesprochen würbe aus Furcht vor seiner Antwort, b-e ihr ja ohne Zweifel enthüllen mußte, baß es seine Liebe zu Marline war, bie ihn forttrieb, ihm bas Leben an ihrer Seite zur Qual machte und ihm den Aufenthalt in bet Heimat, feinet paradiesisch schönen Heimat, verleidete.
Aber gerade diese Frage war es, auf die er seit Wochen von Tag z« Tag in immer größerer Unruhe unb Ungebulb gewartet hatte. Unb weil sie unausgesprochen blieb, zürnte et ihr, wie er ihr noch nie bis jetzt gezürnt hatte. t
Galt er ihr so wenig, baß sei« Bleiben ober Gehen sie vollsiandiz gleichgültig ließ? Wie sehr hatte er sich in allen diesen Tagen nach einem teilnehmenden Wort, nach einem bangen, sorgenden Blick ihrer blauen Märchenaugen gesehnt, aber ach — vergebens! — Vielleicht, daß er ihr dann, feiner ganzen mühsam erkämpften Selbstbeherrschung zum Trotz, zu Füßen gestützt wär«, em ihr sein heißes Lieben zu gestehen.
. (öottiegung folgt)
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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lieber bie Reibereien hat nach bem „Matin" bet Witt bes Cafe „La Lorraine" folgendes ausgesagt: „Arn Sonntag gegen Mitternacht betraten drei Herren und zwei Damen, anscheinend Deutsche, bas Lokal. Ihre Haltung war äußerst korrekt. An einem Nebentische saß eine Gruppe von Studenten. Später sah ich, daß einet von ihnen zu den Deutschen hinüberging und ihnen einen Zettel auf den Tisch legte. Einet der Deutschen antwortete: Das ist schlechtes Deutsch. Trotzdem sich der MMIWWUWWWMlFNMWWWWWWWMMMM'IsMUMDWVWMi-, n — iMlUWMchiMi T IW - -. ^*»■**-*»*., fast so weiß wie ihr Gewand. Sie litt ofenbar, aber keiner, auch Gräfin Friederike nicht, konnte sich rühmen, in diesen letzten Tagen einen Laut bet Klage aus ihrem Munde gehört zu haben.
. ..®os Herz wird dir wohl doch ein bißchen schwer?" fragte bie Gräfin, mitleidig ihre blaffen Wangen streichelnd.
Da biß sie die Zähne zusammen und schüttelte mit wehmütigem Lächeln abwehrend das Haupt.
„Du bist die tapferste kleine Frau, die ich je kennen gelernt habe, Feenkind!" schmeichelte Gräfin Friederike, den Arm um Feodoras schlanke Gestalt legend unb sie an sich ziehend.
Wie Schutz suchend lehnte sich die junge Frau an ihre Schulter.
In diesem Augenblick flog bet Blick des Grafen hinauf zu den beiden hellbeleuchteten Gestalten, und ein Beben ging durch seinen Körper. Aber sein Gesicht verlor bas Lächeln nicht, unb seine Hand winkte bet sich grüßend entfernenden Schar.
Dann ging er mit seinen Gästen, zu denen auch Berget gehörte, ins Schloß zurück, unb nicht lange danach meldete der Diener, daß bas Esten angerichtet sei.
Die barauffolgende Stunde bei Tisch war die schrecklichste, die Feobora je erlebt hatte. Sie hatte aber in bet Verstellungskunst bereits eine solche Meisterschaft erlangt, daß sie auch darüber hinwegkam, ohne zu verraten, wie ihr Herz bei jedem Wort der Teilnahme, bei jedem bedauernden Blick, der auf sie fiel, wie von einem Dolchstoß getroffen, schmerzlich zusammenzuckte.
Endlich nahm auch biefe Marter ein Ende. Die Gäste empfahlen sich, unb auch her Justizrat bestellte seinen Wagen zur Heimkehr.
Er war vielleicht bet Einzige von allen, bie heute hier versammelt waren, bet es ahnte, wie es in Feodoras Herzen aussah, aber er sagte nichts. Nut als er beim Abschied den Arm um sie legte unb ihr mit einem langen Blick in bas blasse, vergrämte Gesicht sah, überwältigte st« einen kurzen Moment bet Schmerz, ben sie so tapfer unterdrückt hatte. Ein leises, nur von ihm bemerktes Schluchzen entrang sich ihrer Brust, bann riß sie sich los und flüchtete aus dem Zimmer mit der Entschuldigung, fte wollte nachsehen, ob auch bas Kistchen mit Weintrauben für bie Großmutter nicht vergesse« worden sei. —
Als sie wiedetkam, wat det Justizrat forigefahren, und Gräfin Friederike hatte von ihrem Sohne .Abschied genommen, der morgen in
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