Einzelbild herunterladen
 

M 87

1913.

K-nt?« Blatt

irst

iistole

dort.

lkacht. ike.

tze zu aupt-

ebeu- zeben >emal

etzen.

Marburg

Tiensiali, 15. April

und bemerkt dazu: Die bayerische Regierung hat der Bundesrats» Vorlage auf Grund reiflicher Erwägungen schließlich zugestimmt. Die Erwägungen find begründet in der pflichtmäßigen Sorge der Regierung, auf die Wahrung der bundesstaatlichen Finanzhoheit bedacht zu sein. Legt man den Matzstab eines unbefangenen Ver­gleichs an, so ergibt sich, datz di« veredelten Matrikularbeiträgc sich unter den Besitzsteuervorschlägen, die die gliedstaatliche Finanz­hoheit wahren wollen, in Ehren behaupten können. Es iäsit schwer, anzunehmen, datz die Steuerzahler der Gliedstaaten t4, fe sie tref­fende Last weniger drückend empfinden, wenn sie ihnen durch eine Reichssteuer auserlegt wird, als wenn dies durch Vermittlung der heimatlichen Gesetzgebung geschieht. Die Lage ist die, sich den beson­deren wirtschaftlichen Bedürfnisien der Eanzelstaaten anzupasien. Das sind immerhin beachtenswerte Momente, die zu Gunsten der veredelten Matrikularbeiträge sprechen. Die einmütige Opfer» Willigkeit, die die bürgerlichen Parteien gegenüber der gewaltigen Last bekunden, lätzt hoffen, datz auch die Schwierigkeiten, die bh. Ermittelung des Jahresbeitrages der Besitzenden zu bieten schein^ keine unlöslichen bleiben.

Reklamen die Zeile 60 4. Bet Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Die Vacie auf dem spolfnn.

Paris, 14. April. DasEcho de Paris" will wißen, datz die Großmächte die Absicht haben, die bulgarische Regierung aufzufor­dern, die Feindseligkeiten an der Ttschataldschalinie einzustellen.

Köln, 14. April. DieKölnische Zeitung" meldet aus Ber­lin: Gegenüber der Behauptung desEcho de Paris". Deutschland habe angeregt, die Großmächte sollten Bulgarien zur Einstellung der Feindseligkeiten an der Tschataldschalinie auffordern, sei fest­gestellt, daß die Nachricht falsch ist.

Konstantinopel, 14. April. Den Blättern zufolge wird heute ein Vertrag mit der französischen Ouaigesellschaft unterzeich­net. Die Gesellschaft gewährt der Regierung einen Zuschuß von 17 400 türkischen Pfund; es heißt, daß dafür die Ouaizone bis To- phane ausgedehnt. Es verlautet, die französische Leuchtturm- Gesellschaft habe dem türkischen Schatzamte einen Zuschuß von 200 000 Pfund gewährt und werde sofort nach der Unterzeichnung des Uebereinkommens, durch welches die Konzession auf 25 Jahre verlängert wird, einen neuen Vorschuß von 300 000 Pfund flüssig machen.

E e t i n j e, 14. April. Das amtliche BlattGlas Ernagora" erklärt in einer Besprechung des russischen Kommunique?: Wir be­dauern einige Stellen hervorheben zu müßen, die nur unsere Vor­aussetzungen bestätigen, daß die russische Diplomatie nicht über genaue Informationen verfügt. Wir erinnern z. B. an die Stelle, wonach der- König den Rat erhalten habe, von der Verfolgung per­sönlicher Zwecke abzustehen und die Montenegriner nicht dazu zu verurteilen, unnütze Opfer zu bringen. Sicherlich wird der König nicht geneigt sein, in diesen Worten eine Aufreizung des Volkes gegen seinen Herrscher zu erblicken, denn das stünde mit allen Ge­setzen der Moral im Widerspruch. Wir schreiben denn auch diesen Passus in dem besagten Communiquö dem vollständigen Mangel an Informationen im russischen Ministerium des Aeußern zu. In Montenegro ist der Wille des Volkes identisch mit dem des Herr­schers. Ihre gemeinsamen Bestrebungen haben einzig und allein Ehre und Wohl des Vaterlandes zum Ziele. Was die Behauptung anbelangt, daß der König Rußland in einen europäischen Krieg hineinziehen wolle, so erklären wir im Gegensatz hierzu, daß der König nicht aufgehört hat, Rußland zu bitten, sich nicht in einen Krieg einzig und allein um Montenegro zu Hilfe zu kolnmen, ein­zulaßen. Amtliche Dokumente, wie das vom 14. Februar und 12. März könnten dies zur Genüge beweisen. Wir würden der kaiser­lichen Regierung auch dankbar sein, wenn sie uns die Dokumente nennen wollte, die ihre Behauptungen bekräftigen könnten. Montenegro ist mit der kaiserlichen Regierung eines Sinnes, wenn sie erklärt, daß kein Tropfen russischen Blutes vergoßen werden darf, wenn es nicht die Jntereßen des russischen Vaterlandes er­heischen. Auch Montenegro hat niemals das kostbare Blut seiner Söhne vergoßen, außer wenn die Ehre und das Heil des Vaterlan­des und seine nationalen Ueberlieferungen und seine ruhmreiche Vergangenheit es forderten. Das Wohlwollen, das der Kaiser Montenegro bewiesen hat, indem er es durch Eetreidesendungen für die Bedürfnisse des Krieges unterstützte, hat das montenegri­nische Volk lief gerührt, wie nicht minder die heißen Sympathien, die das russische Volk, alle Klaßen der Gesellschaft in brüderlicher Begeisterung umfaßend, nicht aushört, Montenegro zu bezeugen.

I DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn. I1 und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich but* die Post bezoaen 2.25 Jl lohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2 ji frei Haus. Druck der Univ-Buchdruckerei I. A. Koch (3nh.: Dr. C. Hiberoths, Markt 21. Televbon 55.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orgtnalarttket ist gemäß y 18 des Urheberrecht, nur mit der deutlichen Quellenangabe Lberde" ?0a " gestattet 1

Marburg, 15. April.

* Universität. Wie wir hören, ist der Abteilungsvorsteher am Institut für Hygiene und experimentelle Therapie der hie» sigen Universität Dr. med. Johannes Zeißler zum Vorsteher der bakteriologisch-serologischen Untersuchungsstelle am städt. Kranken­hause in Altona berufen worden. Dr. Zeißler war 19081910 am Eppendorfer Krankenhaus in Hamburg tätig und übernahm am 1. Januar 1911 zunächst kommissarisch eine Abteilungs- vorsteherstelle bei Exzellenz v. Behring am Institut für Hygiene und erperimentelle Therapie. Hier wurde er später etatsmatziger Abteilunqsvorsteher.

* Zur Stadtverordnetenwahl. Morgen und übermorgen wird sichs vielleicht entscheiden, wer die Ehre hat. ins Stadtverordneten, kollegium einzuziehen. Wir schreibenvielleicht", denn bei den vielen Kandidaten, die diesmal in Vorschlag kommen, ists wirk­lich zweifelhaft, ob nicht noch einmal zur Wahl angetreten werden muß. Bei der dritten Kloße wirds wohl ganz bestimmt nicht ohne Stichwahl abgehen. Es scheiden aus aus der 3. Kloße: Rentner Fritz Engel, Rentner Valentin Zeitz, aus der 2. Kloße: Schreiner- meister Friedrich Bang, Apothekenbesitzer Georg Schollmeyer, Zimmermeister Georg Volland, aus der ersten Kloße: Justizrat W. Dörffler (f), Rentner Albert Sartorius. Die Namen der Herren, welche hierfür in Vorschlag kommen, find im Inseraten­teil zu finden.

* Buchdrnckerprüfung. In der Univerfitätsbuchdruckerei von Joh. Aug. Koch hier (Inh. Dr. Hitzeroth) sand am Sonntag die diesjährige FrühjahrsprLfung von vier angehenden Jüngern Gutenbergs, die ihre 4jährige Lehrzeit beendet haben, statt. Von den Prüflingen, von denen drei aus Marburg und einer aus Zre- genhain waren, bestanden zwei mit gut, einer mit genügend bis gut und einer mit genügend.

* Sängertag. Im Cafö Ebel in Gießen fand am Sonntag ein Sängertag des Lahntal-Sängerbundes statt. In diesem Jahre findet bekanntlich kein Bundessängersest statt, dagegen wurde be­schloßen, die im vorigen Jahre vom Bundesvorstand, Hauptlehrer Storch aus Butzbach, angeregte Sängcrfahrt nach demDeutschen Eck", mit der zugleich eine Erinnerungsfeier an die große Zeit vor 100 Jahren verbunden sein soll, im August stattfinden zu laßen. Unter Verschiedenem wurden auch über den sog.Sängerkrieg" te Marburg Meinungen ausgetauscht.

Bischtwpsung benticfrer ?taalsangehö iger in Nmcy

In seiner vorletzten Reichstagsrede hat der Reichskanzler aust die Gefahr hingewiesen, die für das gute Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich in den Revanchegelüsten unserer west­lichen Nachbarn liegt. Als Bekräftigung dieses Hinweises muß ein Vorfall dienen, der sich in Nancy abgespielt hat und der so recht zeigt, in welch hohem Grade der Deutschenhaß noch jenseits des Wasgenwaldes wuchert, der aber auch ferner zeigt wie falsch das französische Wesen beurteilt wird, wenn man die Franzosen als Menschen hinstellt, die sich in erhöhtem Matze zuvorkommend und freundlich benehmen und die in vornehmem Takt die übrigen Völker übertreffen. Bereits gelegentlich der Zeppelinranvung in Luneville war viel von der korrekten Handlungsweise unserer Nachbarn geschrieben worden. Erst später aber stellte es sich her­aus, daß man ihnen in dieser Beziehung zu viel zugetraut hatte. Die Bevölkerung hatte in ebenso lächerlicher als bezeichnender Weise ihrem Deutschenhaß die Zügel schießen laßen und auch die Offiziere und Verwaltungsbeamten hatten nicht Takt genug, da­rauf zu verzichten, sich aus der zufälligen Landung desZ. 4" auf dem Luneviller Truppenübungsplatz genaue Kenntnis über unse­ren Militärkreuzer zu verschaffen. Derartige Vorkommniße, die die unvornehme Gesinnung der Franzosen allem Deutschen gegen­über so recht beleuchten können, wie der Abg. v. Richthofen im Reichstage richtig hervorhob, nicht dazu deizutragen, daß das Ver­hältnis zwischen Deutschland und Frankreich gebeßert wird. Man wird daraus auf deutscher Seite vielmehr die Lehre ziehen, den Franzosen so entgegenzutreten, wie sie es verdienen und nicht, wie es aus altbergebrachter Gutmütigkeit bisher immer geschehen ist, ihnen ihre Anrempelungen hingehen zu laßen. Ein scharfer Protest der deutschen Regierung, die die Pflicht hat, ihren Statsange- hörigen vollste Genugtuung für die Beleidigungen zu verschaffen, . muß jedenfalls gefordert whxden, wenn sich die Angelegenheit so verhält, wie die angegriffenen Deutschen es darstellen. Einer der­selben veröffentlicht in derLothringer Zeitung" folgende Schil­derung der Vorgänge:

Zwei Vertreter großer deutscher Firmen aus Sachsen, die z. Z. in Metz weilten, begaben sich gestern nach Nancy, um sich die Stadt anzusehen. Nachdem sie in einem Hotel gespeist hatten, begaben sie sich in das Kasino, wo auch Vorstellungen gegeben wurden, nach­dem ihnen bereits im Laufe des Tages mehrfach zugerufen worden warDas sind preußische Offiziere!"! weiter jedoch waren sie nicht belästigt worden. Nach der Vorstellung, gegen 1 Uhr nachts, be­gaben sie sich zum Bahnhof, um mit dem ersten Zuge nach Metz zu fahren. Sie nahmen in dem Wartesaal 2. Klatze Platz, hatten sich aber kaum niedergelaßen, als sie draußen auf dem Bahnsteig gro­ßen Lärm hörten. Einer von ihnen begab sich an die Tür und sah, daß zwei deutsche Herren, in deren Begleitung sich eine Dame be­fand, von einer Menge belästigt wurden, die ihnen u. a.Preu­ßische Offiziere!" zurief. Die beiden Reisenden zogen sich in den Wartesaal zurück, aber die Menge hatte sie bemerkt, drang ihnen nach, belästigte und beschimpfte sie in unerhörter Weise und schlug sie. Mehrere aus der Menge, die sich offenbar nicht aus Arbeitern, sondern aus den besseren Ständen rekrutierte, setzten sich neben die beiden, zwangen sie, sich auf die Knice niederzulassen und schlugen einemben Hut vom Kopf. Außerdem schlugen sie ihn mit seinem Schirm, wäh­rend die Menge im Saal andauernd rief:Preußische Offiziere, fort nach Metz! Ihr wäret in Luneville beim Zeppelin!" 8? a n zwang sie, den Hut abzunehmen und französische Offiziere, die gleichfalls anwesend waren, zu grüßen. Schließlich flüchteten sich die beiden Herren auf den Bahnsteig, suchten um Hilfe und riefen nach der Polizei, allein ver­gebens, bis ein Bahnbeamter, anscheinend der Stationsvorsteher, sich ihrer erbarmte und sie in den Metzer Zug geleitete. Aber auch hier drang ihnen die Menge nach, die inzwischen auf 200 Per­sonen angewachsen war, und setzte ihnen wieder arg zu. Sie wurden gestoßen, geschlagen, angespien und be­schimpft, wiederholt ins Gesicht geschlagen und demanderenwurdegleichfallsseinHutzerschla- g e n. Immer aber kam in ihren Schimpfworten zum Ausdruck, daß sie Offiziere vor sich zu haben glaubten. Die beiden Herren beteuerten wiederholt, daß sie Kaufleute und keine Offiziere seien, aber vergeblich. Die Beschimpfungen und Mißhand­lungen wurden etwa eine halbe Stunde fortge­setzt, bis schließlich wieder der Bahnhofsvorsteher erschien und das Publikum zum Verlaßen des Wagens aufforderte. Darauf zog sich die Menge, immer noch schimpfend, aus dem Abteil zurück. Vor dem Wagen befanden sich mehrere französische Offiziere und Sol­daten, aber niemand machte den Versuch, die Menge zur Ruhezu mahnen. Die beiden Kaufleute, die wenige Ml.iuten später mit dem Zuge nach Metz abfuhren, beteuerten, daß sie von Anfang an mit keiner Gebärde auf die Spötteleien und späteren Angriffe reagiert, also durchaus keinen Anlaß zu Einem feindseligen Vorgehen gegeben hätten.

Die beiden an dem Zwischenfall beteiligten Reisenden haben auch bei der Polizei den Vorfall zur Anzeige gebracht. Ihre dort gemachten Angaben decken sich im wesentlichen mit den gemeldeten Auslassungen in derLothringer Zeitung". Sie haben übrigens die drei (nicht zwei) anderen Herren, die auch von der Menge be­lästigt worden sind, nicht gekannt. Die letzteren drei Herren nebst der Dame find heute auch in Metz eingetroffen. Wer sie sind, ist aber nicht bekannt geworden. Jedenfalls handelt es sich auch hier nicht um Offiziere.

Ausland.

* Zum Attentat auf den König von Spanien. Madrid, 14-April. Der Täter soll im Laufe des ersten Verhörs erklätt haben, daß ihm der Gedanke zu dem Anschlag gekommen sei, als er den König vorbeireiten sah. Da er die Waffe in der Tasche hatte, habe er sie gefaßt und von einer unwiderstehlichen Gewalt getrieben, habe er dann geschoßen. Der verhaftete französische Lehrer scheint in keinerlei Beziehung zu dem Attentat zu stehen. Der Täter heißt Rafael Sanchez Alegre. Er ist durch einen Säbelhieb eines Polizeibeamren verletzt worden und lelsiete einen derartigen Widerstand, daß vier Beamte ihn halten mußten. Er trug ferner einen Tischlermeißel und mehrere Patronen bei sich, die er fortzuwerfen versuchte, als er sich verhaftet sah. Im Lause des Verhörs erklärte Alegre wiederholt, er habe die Hinrichtung Ferrers rachen wol­len. Man sand bei ihm mehrere auf Ferrer bezügliche Zeitungsartikel und eine Postkarte mit einem Frauenporträt, die die von seiner Hand geschriebenen Wotte trug:Henriette, wenn Du mich liebst, so rach« meinen Tod! Es lebe die Anarchie!" Alegre ist verheiratet, aber kinoer- los. Er gestand, daß er den Revolver vor kurzem in einer Psandl^h- anstalt gekauft habe. Rach einer anderen Version habe Alegre die Be­hauptung aufrechterhalten, daß ihm der Gedanke an die Tat erst im Augenblick des Vorbeireitens des Königs gekommen sei. Im Verlaufe des Verhörs soll er gesagt haben, er sei glücklich darüber, daß der König unverletzt sei. Aus seinen weiteren Geständnissen geht hervor, daß er alles mögliche, darunter auch philosophische Schriften gelesen und falsch verstanden hat. Er wird jedoch keineswegs als geisteskrank cmgejelM. da er die an ihn gerichteten Fragen in klarer Weise beantwortete. Er gibt sich auch bezüglich der Folgen die sein Verbrechen für ihn,haden wird, keiner Selbsttäuschung hin. - Der verhaftete französische Sprach lehrer soll Pierre Pac oder auch Bach heißen. Man glaubt, daß er bald freigelaßen werden wird, da die Polizei über ihn nur gute Auskünfte erhalten habe. Das Gerücht, daß Pac im Augenblick seiner Verhaftung einen Revolver in der Hand gehabt habe, wird als unrichtig bezeichnet. Er trug den Revolver in der Rocktasche. Auch ein pensionierter Türsteher des königlichen Palastes wurde verhaftet, jedoch alsbald freigelaßen, da sich herausstellte, daß et im Augenblick des Anschlags auf den König zu­geeilt war. um ihm zuzujubeln.

Deutsches Reich-

Som Kaiser. Saalburg. 14. April. Der Kaiser verweilte heute längere Zeit auf der Saalburg, in deren Nähe von Mainzer Pionieren heute damit begonnen wird, eine alte römische Schanze aufzuwerfen.

Der Zar als East bei bet Hochzeitsfeier am Kaiserhofe. Nach einem Petersburger Telegramm derKölnischen Zeitung" wird der Zar an der Hochzeitsfeier der Prinzessin Viktoria Luise teilnehmen.

Rationalliberaler Frauentag. Köln, 13. April . Hier fand heute der erste Rheinische Frauentag der nationalliberalen Partei statt der von 136 Delegierten aus allen Teilen der Rheinprovinz besucht war. Die Vorsitzende, Frau Baßermann, sprach über das ThemaDie Frau in der Politik" und wies auf das Beispiel der Sozialdemokratie hin, die ihre großen Erfolge nicht zum wenigsten der tätigen Mitarbeit der Frauen zu verdanken hat. Es wurde empfohlen, überall Frauengruppen zu gründen, und eine Entschlie­ßung angenommen, in der die nationalliberale Partei ersucht wird, die niebergelegten Forberungen bes Frauentages (?) zu For- beiungen bet Partei zu machen. Ein Ausschuß von Vertrauens­frauen aus allen rheinischen Reichstagswahlkreisen soll gebilbet werben.

Die Bayerische Staatszeitung unb die Wehr- und Deckungs­vorlage. München, 14. April. DieBayerische Staatszeitung" beschäftigt sich in einem Rückblick auf bie erste Lesung bet Weht- unb Deckungsvotlage auch mit den vetebelten Matrikularbeittägen

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Bellage".

Jrn Gegensatz zu ben beutschen Berichten veröffentlichen bie Pariser Blätter folgende Meldung aus

Nancy, 14. April. Sechs junge Deutsche, bie burch Murren in einem hiesigen Casö die Vorstellung des StückesUlan Fritzle" gestört hatten und nachher die französische Armee verspottet haben sollen (?), wurden aus dem Lokal ausgewiesen. Die Menge nahm lebhaft Stellung gegen die Deutschen und zwang sie in dem Warte­saal des Bahnhofs zu bleiben, bis der erste Zug nach Metz abging.

Die genauere Untersuchung wird ergeben, ob wirklich ein Grund für die Franzosen vorlag,gegen die Deutschen Stellung zu nehmen". Sie wird auch ergeben, warum es die Lnwesenben Offiziere und das Beamtenpersonal nicht für nötig yielten, bie angegriffenen Deutschen in ihren Schutz zu nehmen.

Der Anzeigenpreis beträgt für bie Tgefpaltene Zeile oder .Q .

deren Raum 15 4, bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. fflr 4V. ^ZUljlg«