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Montaq, 14 April
Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Politische Umschau.
Zur Deckungsvorlage.
Berlin, 12. April. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitg." schreibt: Die Beratungen der Deckungsvorlage leitete der Schatz» sekretär mit einer eingehenden Begründung ein. Den Wehrbri» trag rechtfertigte et gegenüber einer Anleihe damit, daß in dem gegenwärtigen Stadium der Finanzentwicklung nicht der Sanier» prozetz der Reichsfinanzen kurz vor seiner Vollendung durch die Aufnahme neuer Schulden aufgehalten werden dürfe. Verzinsung und Tilgung der Anleihe würden außerdem neue beträchtlich« Steuern notwendig machen. Auch vom volkswirtschaftliche« Standpunkte machte der Schatzsekretär starke Bedenken gegen ein« Milliardenanleihe geltend. Sie könnte nur zu einem außerordentlich niedrigen Kurse begeben werden und würde die sonstigen Schuldpapiere des Reiches und der Bundesstaaten stark in Mitleidenschaft ziehen. In Bezug auf die Deckung der dauernden Ausgaben hob er die Gründe hervor, aus denen auf eine direkte Reichsbesitzsteuer verzichtet und der Weg über die Bundesstaaten gewählt wurde. Nach den Vorschlägen der Reichsregierung werde die Heranziehung der besitzenden Klaffen zu den Reichslasten erreicht, ohn« daß die Bundesstaaten gezwungen würden, ihr System der direkte« Steuern behufs Anpaffung an eine für ihre Verhältniffe nicht geeignete Steuerreform umzuformen und ohne daß grundsätzlich di, Grenze zwischen den dem Reiche und den Bundesstaaten vorbehaltenen Steuergebieten verschoben werde. Da nach der Finanzreform von 1909 diesmal die Verbrauchsabgaben nicht wieder zur Vermehrung der Einnahmen herangezogen werden könnten, kämen neben der starken Heranziehung des Besitzes nur Verkehrssteuern in Betracht. Die Vorlage mußte sich dabei auf solche Stempel beschränken, deren Uebertragung an das Reich auch durch besonder« Interessen der Beteiligten geboten war. Eine Ergänzung dazu soll die Beibehaltung der Zuckersteuer in der bisherigen Höhe und die Erundwechselabgabe bis 1917 bilden. Das vorgeschlagene Erbrecht des Staates entspricht etwa in abgemilderter Form der Vorlage von 1908 und sei gerade kürzlich noch von hervorragenden Gelehrten aller Parteien gefordert worden. An den Vorschlägen der Regierung übten die Vertreter aller Parteien eingehende Kritik. Für den Grundgedanken des Wehrbeitrages sprachen sich alle Parteien aus. Kein Redner trat für eine neue Milliardenanleihe ein, nur trat mehrfach der Wunsch hervor, daß der Wehrbeitrag mehr als vorgeschlagen der Leistungsfähigkeit der Steuerpflichtigen angepaßt werde. Einmal solle der Steuerfuß gestaffelt werden, dann die kleinen Vermögen geschont und dafür Einkommen auch unter 50 000 M herangezogen werden, wovon die Vorlage aus steuertechnischen Bedenken bisher Abstand nehmen zu müßen glaubte. Hervorgehoben zu werden verdient der Vorschlag der Nationalliberalen, daß die niedrige Vermögensgrenze zwar beibehalten werden solle, aber auf Antrag des Steuerpflichtigen bei der niedrigsten Vermögensstufe Befreiung von dem Wehrbeitrage ein» tretn kann, wenn dem Vermögen ein großes Einkommen nicht zur Seite steht. Auch die Heranziehung von furistischen Person-m zu dem Wehrbeitrag fand lebhafte Erörterung. Von verschiedener Seiten wurde die Ausdehnung dieser Bestimmungen aus die Ver- mögen der Toten Hand und der Gewerkschaften gewünscht. Im Ganzen gaben fedenfalls alle Parteien zu erkennen, daß sie ernst- lich an der weiteren Ausgestaltung des Wehrbeitrages Mitarbeiten wollen, und so wird dieser Teil der Deckungsvorlage in der Kommission sicherlich eine große Mehrheit finden. Bei der Deckung der Dauerausgaben wird vor allem die Frage der Besitzbesteuerung der Gegenstand eingehender Beratung der Kommission sein. Zunächst haben es die Parteien vermieden, eine entscheidende Stellung zu dieser Frage einzunehmen. Dem Vorschläge der Regierung, di« Besitzsteuer im Umwege Über die Einzelstaaten zu erheben, stimmten die konservativen Parteien bei. Der Zentrumsredner Speck
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Seine Bitterkeit verletzte sie.
„Nun ja — ich will auch gern anerkennen, daß es dir schwer, unsagnch schwer geworden sein mag —“ , , _ .
.Ja, unsäglich schwer - du hast recht", sagte er mit einem Seufzer.
Sie zuckle zusammen — seine Worte, deren Sinn sie ganz anders auffatzte, taten ihr weh.
„Aber, um wieder auf den Anfang unseres Gespräches zuruckzukom- men", fuhr er fort. „Ich möchte dich bitten, nicht allein zu reisen und wenn'es geht, dich nicht von meiner Mutter zu trennen. Du bist noch so jung und unerfahren; es wäre ein großer Trost für mich, wenn du mir das versprechen wolltest."
Er sah sie bittend an und hielt ihr seine Hand hin.
Ihr Stolz wollte sich aufbäumen, daß er sich herausnahm, ihr Vorschriften zu machen, aber seine Stimme, der bittende Blick seiner Augen besänftigte sie. Warum sollte sie ihm das Versprechen nicht geben? Sie liebte ja Eräftn Friederike und blieb gern in ihrer Nähe.
„Ich verspreche es dir", sagte sie, ohne sich lange zu besinnen, und legte ihr« Hand in die seine.
„Tausend Dank, Feodora!" rief er sichtlich erfreut. „Zch wollte dir noch sagen", fuhr er dann fort, „daß ich an Frau von Faber geschrieben und sie gebeten habe, ob sie dir ihre Tochter nicht recht oft zur Gesellschaft herschicken wollte. Ich möchte nicht, daß du dich einsam fühlst bas wäre mir schrecklich. Onkel Richard und dein liebes Eroßmütteichen, das ich gleich dir herzlich verehre, versprachen mir auch, als ,ch ges ern ver ihnen war, sich recht ost nach dir umzusehen. Und Erwin erzahtte mir, daß du gern reiten lernen möchtest. Der alte Braun« ,st ^erDamen- pferd gewesen und eignet sich zum Lernen noch sehr gut, wenn du wirklich. Lust dazu hast. Die russischen Traber habe ich ia verkauft, rote du weißt, aber di« Füchse, die du so gern magst, bleiben immer zu deiner Verfügung-anE« bk ÄUTt 6lR wirklich so besorgt um mich."
"O, es ist nicht wert, davon viel Aufhebens zu machen! Das ist ja einfach nur meine Pflicht. Und noch ein Puntt, den ich auch gleich be» rühren will: Sollte ich nicht roiederkommen — so weiß Onkel Richard, wir ich für diesen Fall alle, eingerichtet habe» möchte."
Fortsetzung folgt)
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Gin ' lierrtat auf Ten König von vanicn.
Ma d r i d, 13. April. (Eingegangen 9.03 Uhr abends.) Auf den König von Spanien wurde heute nachmittag, als et von der Truppenbesichtigung zurückkehrte, vor der Bank von Spanien drei Revolverschüsse abgegeben. Der König blieb unverletzt. Der Tätet ist ein junget Mann, dessen Persönlichkeit man noch nicht kennt. Et wurde von einem Gendarmen festgenommen, der ihm den Revolver entriß. Der König kehrte unter stürmischen Kundgebungen nach seinem Palast zurück.
Paris, 13. April. Zu dem Anschlag auf den König von Spanien wird aus Madrid gemeldet: Das Pferd des Königs wurde durch einen Revolverschuß verwundet. Ein Schutzmann stürzte sich auf den Attentäter und versetzte ihm einen Schlag auf den Kopf, konnte jedoch nicht verhindern, daß dieser einen dritten Schuß abfeuerte, der den Polizisten leicht verletzte. Außer dem Attentäter, ein 25 Jahre alter aus Barzelona stammender Zimmermann namens Manuel Sawchez Allecre wurde ein gewißer Pierre Pack, angeblich ein französischer Sprachlehrer, verhaftet, welcher von mehreren Zeugen kurz vorher im Gespräch mit dem Attentäter gesehen worden war. Das diplomatische Korps und alle hochstehenden Madrider Persönlichkeiten begaben sich in das Palais, um den König dazu zu beglückwünschen, daß er dem verbrecherischen Anschlag entgangen sei. Es heißt, daß der König kurz vorher mehrere Drohbriefe unter Hinweis auf die bevorstehende Vereidigung der Rekruten erhalten habe.
Madrid, 14. April. Seit mehreren Tagen waren hier Gerüchte im Umlauf, daß heute ein Attentat auf den König austze- führt würde. Es heißt, die Regierung habe anonyme Drohbriefe erhalten. Im Retiropark fei am Tage vor dem Attentat am 31. Mai 1906 ein auf einem Baum befindliches Plakat gesehen worden, worauf stand: Am 13. April um die 13. Stunde wird König Alphons XTLI sterbend aufgefunden werden. Die Polizei hatte außerordentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Selbst in einer nur von Offizieren bewohnten Fremden-Pension war an jedes Fenster ein Geheimpolizist gestellt worden.
Madrid, 13. April. Die mit einer Parade von ca. 15 000 Mann verbundene Rekrutenvereidigung erregte in diesem Jahre besonderes Intereffe wegen der Beteiligung marokkanischer Eingeborener. Umso stärkeren Eindurck machten die seit mehreren Tagen umgehenden Gerüchte, daß sür heute ein Attentat auf den König geplant sei, so daß unter der Zuschauermenge begreifliche Aufregung herrschte. Rach beendigter Parade, die auf .Paseos stottfand, ritt der König an der Spitze der Leibgarde über die Calle Alcala zurück. Als er vor der ersten Seitenstraße angelangt war, sah er dort ein Individuum auf kaum fünf Meter Entfernung einen Revolver auf ihn anlegen. Er riß das Pferd zurück, das der zweite von zwei abgegebenen Schüßen am Halsansatz knapp norm Unterleib des Königs traf, nachdem der erste Schuß 1m Fehlgehen den Handschuh des Königs versengt hatte. Der König stieg von dem sich bäumenden Pferde ab, um jedoch alsbald wieder auf ein anderes Pferd zu steigen. Umstehende nahmen den Attentäter fest, der noch einen Polizisten durch einen dritten Schutz leicht verletzte.
lieber die sonstigen Einzelheiten gehen die verschiedensten Lesarten um, so über die Schuld oder Unschuld des mitverhafteten Franzosen und anderer angeblich Verhafteten. Das Attentat, das dritte, dem der König entgeht, erregt hier großen Unwillen. Die beiden Verhafteten wurden mit Mühe gegen Lynchversuche geschützt. Siegtet hat sich als Anarchist bekannt. Er war aus Frankreich ausgewiesen und der hiesigen Polizei signalisiert worden und zwar ganz ähnlich wie der Mörder Canalejas'. (Frkf. Z.)
Tie Lage.
Konstantinopel, 13. April. Der amtliche Kriegsbericht besagt: Gestern fand auf dem linken Flügel der Tschataldschalinie außer einem leichten Artilleriegefecht kein Waffengang statt. Gestern nachmittag stießen zwei türkische Torpedoboote südlich Se- dilbahr auf zwei feindliche Torpedoboote. Nach einer beiderseitigen viertelstündigen Kanonade tauchten zwei weitere feindliche Torpedoboote auf. Der türkische Kreuzer „Medschidije" kam den türkischen Torpedobooten zu Hilfe und gab einige Kanonenschüße auf den Feind ab. Die feindlichen Torpedoboote zogen sich zurück, von den türkischen Kriegsschiffen eine Zeitlang verfolgt. Vor Bulair ist keine Aenderung eingetreten.
London, 12. April. Reuter erfährt: Der montenegrinische Friedensdelegierte Popowitsch hat London verlaßen, um sich nach Paris zu begeben, wo bereits viele Mitglieder der internationalen Kommission sich eingefunden haben, welche die aus dem Kriege sich ergebenden finanziellen Fragen regeln soll. Man glaubt, daß der Besuch nicht nur mit der Frage der Kriegsentschädigung, sondern auch der Frage einer Montenegro wegen der Abtretung Suktaris an Albanien zu leistenden pekuniären Entschädigung im Zusammenhang steht.
Petersburg, 11. April. Heute fand vermutlich die letzte Sitzung der Votschafterkonferenz zur Regelung des bulgarisch- rumänischen Konflikts statt. Die von den Vertretern der Großmächte vorgeschlagene Lösung soll von der bulgarischen wie der rumänischen Regierung für annehmbar befunden worden sein.
Konstantinopel, 12. April. Rach dem amtlichen Kriegsbericht sand gestern auf dem linken Flügel der Armee an der Tschataldscha-Linie ein schwacher Artilleriekampf statt. Ein türkischer Aeroplan stieg vom linken Flügel auf und führte eine Rekognoszierungsfahrt aus.
Belgrad, 12. April. Der Beschluß der Belgrader Handelsund Eewerbekammer bezüglich des Boykotts österreichisch-ungarischer Waren soll vorläufig praktisch nicht angewandt werden, doch wird der Boykottbeschluß den Handels- und ©ewerbetammern der serbischen Monarchie mitgeteilt werden.
Berlin, 13. April. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Auf die Vorbehalte, an die der Balkanbund die Annahme der europäischen Friedensvermittlung geknüpft hat, ist von den Großmächten eine gemeinsame Antwort beschlossen worden, die den Valkanregierungen durch die Gesandten der sechs Mächte in Form eines amtlichen Eesamtschrittes mitgeteilt wird. Aus dem Inhalt der Mitteilung wie aus der Art der Ueberreichung werden die Empfänger von neuem entnehmen, daß die Mächte sich, bei allem Entgegenkommen, die Entscheidung über wesentliche Punkte der Friedensbedingungen nicht aus der Hand nehmen laßen und daß sie für die Ausführung ihrer Beschlüße einmütig zusammenstehen. Nach den Erklärungen des Reichskanzlers und Sir Edward Ereys und nach den vom russischen Ministerium des Aeußern veröffentlichten dankenswerten, überall gut aufgenommenen Darlegungen ist die Geschlossenheit der europäischen Diplomatie für die Behandlung der ihr vorbehaltenen Fragen nicht mehr anzuzweifeln. Auch die Ausgestaltung der internationalen Flottenkundgebung zu einet bis zur Drinmündung reichenden effektiven Blockade beweist, daß die Großmächte ihren Willen zu einem gemeinsamen Handeln in die Tat umsetzen. In der albanesischen Frage ist ein endgültiger Verzicht Montenegros und Serbiens auf die Eroberung von Sku« tatl noch nicht erkennbar, doch werden die diplomattfchen Bemühungen fortgesetzt, um den Angriffen ein Ende zu machen und Sku- tari, entsprechend dem Beschluß der Großmächte, für Albanien zu sichern.
i Roman von E. Teutgen-Horst.
(Fortsetzung.»
„Und doch könnte er ein ganz anderes Aussehen haben", sagte der Gras. „Er ist in den letzten Zähren vollständig verwildert. Die Rasen- flächen müßten neu angesät, die Wege gesäubert und gerichtet werden. Die vielen trockenen und kranken Bäume und Aeste wollte ich entfernen laßen und neue Blumenbeete, Baumgruppn und Ziersträucher anpflan- »en Auch dieser halbverfallene Pavillon, der mir in seinem jetzigen Zustande schon längst ein Dorn im Auge ist, müßte renoviert und mit Ordentlichen Möbeln versehen und jene alte, morsche Holzbrücke, welche die beiden Teiche verbindet und bereite lebensgefährlich zu passieren ist, wölkte ich immer gern durch eint neue Bogenbrücke ersetzen. Di« Zeichnung dazu habe ich schon längst entworfen, es waren aber immer so viel« andere wichtiger« Sachen vorzunehmen, daß davon wohl noch lange kern« Rede sein kann."
„Würdest du mir wohl erlauben, daß ich mich wahrend deiner Ab- Wesenheit aller dieser Dinge ein wenig annehmen darf?" fragte Feodora.
Er sah sie erstaunt an. „Du —? Aber warum nicht, wenn es dir Spaß macht. Eine Bedingung nur möchte ich dabei stellen."
„Und di« wäre?"
„Du darffi dafür nicht zu viel Geld ausgeben. Ich möchte nicht noch tiefer in deine Schuld kommen."
Bei diesen Worten verzogen sich ihre Lippen undwillkürlich zu einem spöttischen Lächeln.
„Ach, wenn es dir nur darum zu tun ist, dann kannst du ruhig seins Wie lange noch wird es dauern, dann bist du viel reicher als ich und sannst mir bei Heller und Pfennig alles zurückerstatten."
Sie gedachte, als sie dies sagte, der Worte ihres Onkels. „Kind, Kind — das wird ein enormes Geld bringen!" hatte er ihr kürzlich an» >ettraut. „Wer hätte geglaubt, daß Reinstein solche Schätze birgt!" • Aber was fragte sie nach dem unseligen Mammon? Was lag ihr taran, ob Kurt reich oder arm war? Sie haßte dieses Kohlenlager prmlich, das ihn in den Stand setzte, ihr seine Schuld abzutragen, i
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„Dein vortrefflicher Berger kann ja alles buchen, wenn es dir so schrecklich ist, von mir etwas anzunehmen", fuhr sie fort, als er schwieg. „Das läßt sich doch gewiß leicht einrichten. Zm übrigen aber bitte ich dich um Verzeihung, daß ich dir mit einem solchen Wunsche kam. Der Drang nach Arbeit überwältigte mich. Zch kann dieses unnütze, müßige Leben auf die Dauer nicht ertragen." „Feodora — war es so gemeint? — O gewiß, dann gebe ich dir plein pouvoir. Tu alles, was dir Freud« macht; du wirst an meiner Mutter eine treue Mithelferin finden, und Berger soll dir in allen Stücken, wenn es sich nur irgend mit den wirtschaftlichen Angelegenheiten vereinbaren laßt, entgegenkommen. Du sollst dich soviel wie möglich zetstteuen, aber nicht allein durch Arbeit, sondern auch durch Vergnügungen, die dir zusagen. Du könntest doch z. B. reisen, wenn es dir hier zu einsam werden sollt«. Mutter begleitet dich gewiß mit Freuden."
Ihre Augen weiteten sich sehnsüchtig bei dieser Perspeftive.
„Ach ja — Reisen ist so schön! Zch habe es mir schon oft brennend gewünscht, Ztalien kennen zu lernen mit seinen historischen Stätten und Kunstschätzen, auch die Schweiz mit ihren hohen Bergen. Wie muß es wundervoll sein, höher und höher zu dimmen, bis man das gesteckte Ziel erreicht hat und dort oben steht, auf der einsamen Höhe, weit über allem Erdenleid. Schon jetzt ist es mir, als ob mit Schwingen wüchsen, die mich emportrügen, höher und immer höhet, bis hinauf in den Aether, in die himmelblaue Ferne." —
Gedankenvoll sah et in ihr verklärtes Gesicht. Wie oft schon hatte et diesen Ausdruck darin gefunden, aber et hatte ihn nie recht verstanden. Heute wußte et ihn zu deuten: das Sehnen nach Freiheit lag darin.
„Armes, gefangenes Dögelein!" sagte er scherzend, aber mit müder Stimme. „Doch nut Geduld! Wenn ich zutückkomme, dann öffnet sich der verhaßt« Käfig, und dein Sehnen roitb gestillt. Dann kannst du deine Schwingen regen und hinausfliegen in die weite, schöne Gotteswelt, um die trüben Tage der Gefangenschaft zu vergeßen."
„O, so meinte ich es nicht. Kurt — ich wollte dich nicht kränken. Weiß ich doch, daß du dir di« redlichst« Müh« gegeben hast, mit das Leben so angenehm rote nur irgend möglich zu machen."
„So - hab« ich bas wirklich?" fragte et bitt«. „Run, doch eine Anerkennung, und ich bin dir dankbar dafür."
(Nachdruck verboten.)
Gewagtes Spiel.
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