mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
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Die „OberheWche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich but* die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. E. Hiheroth), Markt 21. — Telepbon 55.
Marvurg
Sonnabend, 12 April
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48. Jahrg.
1913.
Nrftes Blatt.
Entspannung.
Die politische Welt atmet auf. Ein schwer lastender Druck der Ungewißheit ist von ihr genommen; denn die russische Regierung hat in einer überrachenden und dankenswerten Offenheit thre Ansicht über die bestehenden VerhältiÜsse geäußert und dabei das Mißtrauen, das allenthalben und begreiflicherweie gegen sie bestand, zerstreut; das Mißtrauen nämlich, daß sie im geheimen den König Nikolaus von Montenegro in seinem Widerstande gegen die europäischen Großmächte im allgemeinen und Oesterreich-Un- garn im besonderen unterstütze. Damit steht das kleine, aber um so rührigere montenegrinische Königreich allein da, und man kann hoffen, daß die lächerliche Flottendemonstration der Mächte vor Antivari nun doch noch genügt, den großsprecherischen Beherrscher der schwarzen Berge zur Raison zu bringen und damit dem Willen Europas Achtung zu verschaffen. Wäre die russische Note in dieser Klarheit bereits früher erlassen worden, so Hütte das Konzert der Mächte sich manche schlechte Zensur ersparen können. Es wäre freier und einmütiger in seinen Handlungen gewesen und hätte das von Grund auf fein können, als was es sich aufspielt, die Hüterin des Friedens und der Ordnung in Europa. Diese offizielle Stellungnahme der russischen Regierung hat in dieser Beziehung mit einem Schlage bessere Verhältnisse geschaffen; sie hat es ermöglicht, daß man die Lage optimistisch auffaßt und hofft, daß die ernsteste aller Balkankrisen vorübergehen wird, ohne Nachteil für den Frieden und die Ruhe Europas.
Für die panslawistischen Stürmer und Dränger bedeutet die Note eine empfindliche Niederlage; denn die Abfertigung, die sich ihr Schützling Nikita gefallen lassen muß, kann wenig geeignet fein, sie in ihrem Bestreben, aus dem trotzigen Vorgehen Montenegros internationale Schwierigkeiten zu konstruieren, zu bestärken. Ohne Umschweife wird es abgelehnt, diese Politik unverantwortlicher, aber einflußreicher Kreise mitzumachen. Das Tommuniqus wendet sich mit so klarer und zwingender Logik gegen die panslawistischen Hetzer, daß man sich davon eine günstige Wirkung namentlich auch auf die Stimmung in Rußland selbst versprechen darf. Aus dem Schlußsatz der Staatsschrift kann man vielleicht eine leise Polemik gegen die Reichskanzlerrede heraus- lesen, aber doch nur gegen eine mißverstandene Reichskanzlerrede, und nachdem Herr v. Bethmann Hollweg den ohnedies eigentlich nicht zu verkennenden Sinn seiner Ausführungen über die Möglichkeit einer europäischen Konflagration, in der Germanentum und Slawentum einander gegenüberstehen würden, ausdrücklich klargestellt hat, darf man ohne weiteres darübed hinweggehen.
Interessant ist, was die Note über die Vorgeschichte des Valkanbundes spricht. Sie bestätigt, daß Rußland den Balkanbund geschaffen hat und weist mit voller Klarheit auf, Daß Rußland genug für die flämischen Balkanstaaten getan hat, genug auch, um etwas mehr Beachtung seiner Wünsche und Ratschläge erwarten zu dürfen, als man ihm insbesondere in Montenegro gezollt hat. Dieses Montenegro, das nun bald wieder aus dem Mittelpunkt des europäichen Interesses ausscheiden sollte, wird mit einer eigentümlichen Mischung von väterlicher Strenge und mütterlicher Zärtlichkeit gründlich ins Unrecht gesetzt. Die Einzelheiten dieser Auseinandersetzungen sind sozusagen intime Familienangelegenheiten. Bon praktischer Bedeutung ist aber das gute Zureden, daß die Unterwerfung vor dem Einmütigen Willen der vereinigten Mächte Europas sogar mit der Ehre eines solchen Heldenkönigs sich vertrage, wie Herr Nikita ihn markiert. Man gewinnt auch den Eindruck, als ob er nun doch schon ernstlich daran dächte, auf den nebenbei ordentlich mit Gold gepflasterten Weg des ehrenvollen Rückzugs zu treten. Noch sehr viel wichtiger aber ist die ernste und besonnene Erklärung der russischen Negierung, daß sie es für eine Pflichtwidrigkeit halten würde, russisches Blut zu vergießen, „wenn nicht die Interessen des Vaterlandes es erfordern". Im gegenwärtigen Augenblick kann dieser Satz, der an und für sich nicht allzu viel bedeutet, weil eben der Begriff der Intereffen sehr dehnbar ist, doch nur den Sinn einer scharfen Absage an die panslawistischen Kriegshetzer baben und zwar einer Absage, hinter der der entschlosiene Friedenswille des Kaisers Nikolaus steht So wird diese Kundgebung die Friedenszuversicht erheblich steigern und die Entspannung fördern.
Das russisch« Eommrmiqus lautet:
Das hauptsächliche Ziel, welches die russische Regierung bei den militärischen Erfolgen der verbündeten Balkanstaaten verfolgt hat, war, den Siegern die Erfolge ihres Sieges soweit wie irgend möglich zu sichern. Die Verhandlungen, welche zu diesem Ziele geführt haben, waren verwickelt und mühsam, denn die Verbündeten konnten ihren Erfolg nur erringen auf Grund eines Nichtringreifens der Mächte. Wenn man den Wert und die Wichtigkeit des Dienstes, den Rußland den Balkanstaaten erwiesen hat, richtig jeinschätzen will, so muß man sich das Gesamtbild der internatio- stalen Lage und den Zusammenstoß der widerstreitenden Jnter- kssen vor Augen halten. Die örtliche Einschränkung des Krieges bar nur unter zwei Bedingungen möglich: erstens Verzicht der Großmächte auf Gebiets- und sonstige Vorteile für eigene Rechnung, zweitens Verzicht auf jedes Einzelvorgehen von ihrer Seite. Diese verneinenden Bedingungen brachten eine dritte, positive mit 1$: Prüfung der durch den Krieg geschaffenen Sage und An- fusfung derselben an diejenigen Interessen der Großmächte, auf welche sie nicht verzichten konnten. Dies konnte nur geschehen ö«rch bas europäische Konzert, dessen Entscheidung im Namen von
ganz Europa gefällt wurde. Auch ein vereinzeltes Vorgehen irgend I einer Macht konnte nur durch die gemeinsame Anerkennung der I verbindlichen Kraft der Entscheidung Europas vermieden werden. 1 Unter diesen Bedingungen wurde die Botschaftervereinigung in * London einberufen, welche soeben die schwere Aufgabe gelöst hat, die nördliche und nordöstliche Grenze von Albanien festzusetzen, eine Aufgabe, welcher die Interessen Montenegros und Serbiens mit ihrem sehr natürlichen Streben nach Ausdehnung im Wege standen. Andererseits wurden die Jnteresien der Albanesen von Oesterreich-Ungarn und Italien geschützt, welche den Statusquo am Adriatischen Meere für so lebenswichtig für sich hielten, daß sie keinen Zweifel daran zulasten wollten. Die Erhaltung des Statusquo bedang auch die Existenz des alba- nesischen Gebietes, an den sich selbstverständlich das Streben an« schloß, die Grenzen dieses Gebietes, welches die homogene Bevölkerung albanischer Abstammung umfasten sollte, nach Möglichkeit auszudehnen. Im Verfolg langer und hartnäckiger Verhandlungen und gegenseitiger Zugeständniste, durch welches Prizrenv, Ipek, Djakowa und Dibra für die slawischen Staaten gewonnen wurden, glaubte Rußland die Annektion Skutaris an Albanien zugestehen zu müsten. Das Zugeständnis an die Aufrechterhaltung des Friedens, dessen Erschütterung aus diesem Anlaste hätte absurd erscheinen müssen, ist bekannt. Daß Skutari eine rein albanesische Stadt und der Sitz eines katholischen Erzbischofs ist, wird durchaus bestätigt durch den Bericht des russischen Vizekonsuls in Skutari, welcher auf Grund von Tatsachen die hauptsächliche militärische Wichtigkeit Skutaris nachweist. Die Montenegriner sind schon unfähig, einige tausend katholischer und muselmanischer Albanesen, welche seit 35 Jahren an den Grenzen Montenegros wohnen, sich zu assimilieren. Folglich würde die Annektion eines Teiles des Sandschaks und diejenige Skutaris lediglich bewirken, Montenegro durch die Einverleibung einer geringen Anzahl von Montenegrinern und von hunderttausend Menschen andern Blutes, anderer Sprache und anderer Religion zu schwächen, was Montenegro in die Gefahr bringen würde, ein montenegrinisch gefärbtes Albanien zu werden. Unser Gesandter in Cetinje. glaubt, daß die Vereinigung einer bedeutenden Anzahl römischer Katholiken mit Montenegro diesen Gelegenheit hätte geben können, die Verbindungen mit dem Auslande noch zu festigen, welche das Eindringen fremder Einflüste erleichtert hätten. König Nikolaus hat feine Verpflichtung, die er übernommen hat, Rußland von dem Beginn des Krieges vorher zu benachrichtigen und seine Zustimmung einzuholen, nicht erfüllt. Trotzdem lieh ihm der Kaiser großmütig seine Hilfe, indem er der montenegrinischen Bevölkerung Hilfsmittel und Beistand zusagte. Als die Frage von Skutari gelöst wurde, wurde der König freundschaftlich davon in Kennrnts gesetzt unter Hinweis auf die schwere Verantwortung, die er auf sich nehme, wenn er weiterhin seinen Widerstand fortsetze. Dann wurde ihm der Rat erteilt, sich den Beschuldigungen, persönliche Eesichispunkie zu verfolgen, indem er die Montenegriner nutzlosen Mastacres preisgebe, zu entziehen. Als diese Schritte bei dem König Nikolaus erfolglos blieben, wurde klar, daß er mit der Einmischung Rußlands und der Großmächte und einem europäischen Krieg rechnete. Die russische Regierung konnte also nicht dagegen sein, daß Maßregeln ergriffen würden, die sich nach der Weigerung des Königs Nikolaus, sich dem Beschluß der Mächte zu unterwerfen, als notwendig erwiesen haben. Die kaiserliche Regierung verliert nicht die Hoffnung, daß Montenegro seine hartnäckigen Bemühungen einstellen wird, da sie der Ansicht ist, daß der Eigenliebe Montenegros vollkommen Genüge getan ist, wenn es sich dem Willen Europas unterwirft, da dieser sich auf seine so imponierende Entfaltung der Flottenstreitkräfte stützt. In diesem Falle würde Europa Mittel finden, die Lage des montenegrinischen Volkes zu erleichtern, das schwer zu tragen hat an den durch die Belagerung Skutaris geforderten übermäßigen Opfern. Die russische Regierung kann nicht von ihrem Standpunkt abgehen, daß ihre Verantwortung vor dem russischen Volke in erster Linie die Pflicht in sich schließe, kein russisches Blut zu vergießen, wenn es nicht die Interessen des Vaterlandes fordern. Die slawische und orthodoxe Großmacht Rußlands sparte niemals mit Hilfe und Opfern für ihre slawischen Brüder, aber diese letzteren haben auch die Pflicht, welche übrigens unsere Preste ihnen nicht immer im Gedächtnis zu halten weiß, die Ratschläge zu respektieren, mit denen Rußland keinen Mißbrauch treibt und sich zu erinnern, daß, wenn wir auch stolz auf ihre Erfolge sind, diese doch nicht hätten erreicht werden können ohne Rußland, welches ihnen das Leben gab und welches ihnen sowohl in der Freude wie im Schmerze noch immer nötig ist, besonders auch um die Einigkeit unter ihnen aufrechtzuerhalten, ohne welche diese Völker keine Kraft noch Stärke gewinnen können. Diese Beziehungen Rußlands zu den slawischen Völkern schließen jede Feindseligkeit gegenüber den anderen Staaten und Völkern aus. Die Verschiedenheit der Rasten braucht durchaus nicht zu einem Gegensatz unter den Rasten zu führen. Man kann nicht gut zugeben, daß die Sache des Friedens dabei gewinnen würde, wenn man eine Raste einer anderen, welche ihres Rechtes bewußt ist, entgegenstelle. Die innere Kraft Rußlands hat es nicht nötig, von Besorgnisten zu Drohungen überzugehen, welche nicht der Ausdruck der Stärke eines Volkes sein würden.
„Eine ruhige und. zuversichtliche Auffassung."
Ein Berliner offenbar inspiriertes Telegramm der „Köln. Zig." bezeichnet die in der Mitteilung des russischen Ministeriums des Auswärtigen enthaltene Darstellung der Politik der russischen Regierung in der Valkanfrage als günstiges Mittel zur Klärung der Lage. Man könne sagen, daß sie eine ruhige und zuversichtliche Auffastung von der amtlichen Auffastung Rußlands rechtfertigt. Man wird auch in England darin eine Rechtfertigung des Ver
trauens finden, welches Sir Edward Grey in die Politik Sasonows gefetzt hat. Zur montenegrinischen Frage erklärt das Blatt, es werde nicht mehr bestritten, daß, wenn auch nicht amtlich auf bet Londoner Botschaftervereinigung, so doch außerhalb dieser euro. putschen Versammlung, zwischen einzelnen Mächten Unterhand- lungen behufs einer Entschädigung Montenegros für den Verzicht auf Skutari tatsächlich in Fluß gekommen find.
Pariser Stimmen.
Paris, 11. April. In einer Besprechung des russischen Communiquss sagt das „Journal des Döbats": Niemand kann jetzt noch leugnen, daß die so vielfach getadelte FlottendemoIstra. tion eine durchaus praktische Maßnahme und weise Vorfichtsmatz. regel darstellt. — Nach einer Vlättermeldung aus Athen hat die griechische Regierung, um der versöhnlichen Stimmung in Athen Rechnung zu tragen, den Vertretern der fremden Mächte mit» geteilt, daß. falls die Großmächte eine den griechischen Wünschen entsprechende Abgrenzung Süd-Albaniens anehmen, Griechenland bereit sei, in die Neutralität der Nordküste von Epirus und des Kanals von Korfu einzuwilligen. Dem „Temps" wird aus Cetinje gemeldet, der bulgarische Gesandte habe heute die montenegrinische Regierung ersucht, die Belagerung von Skutari aufzuheben. König Nikita habe es verweigert.
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Konstantinope 1,11. April. Der amtliche Kriegsbericht meldet: Gestern fand am Vormittag ein unbedeutendes Artillerie« gefecht auf dem linken Flügel der Tfchataldschalinie statt. Danach herrschte auf diesem Flügel wie auf den übrigen Punkten der Linie vollkommen Ruhe. Vor Bulair hat sich nichts neues ereignet. Gestern feuerte ein griechisches Torpedoboot einige Schüsse gegen die Küste von Aivali und wandte sich sodann gegen Edremid. Durch das Bombardement wurden einige Häuser zerstört, aber sonst kein Schaden angerichtet. Die Regierung trifft Vorsorge zur Verteidigung der Küste sowie zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung.
London, 11. April. Nach einer Information des Reuter- schen Büros erklärte der montenegrinische Minister des Aeußern in Cetinje, Montenegro sei weder ein Vorschlag unterbreitet, noch seien Verhandlungen der Mächte mit ihm über eine territorial« oder finanzielle Entschädigung eröffnet worden.
Deutsches Reich.
— Aus der Budgetkommifsion. Berlin, 11. April. Die Budget« kommistion des Reichstages beschäftigte sich heute mit der Frage der Adjutanten bei den deutschen Fürsten und Prinzen und bewilligte di« für den Kaiser angesorderien 12 Adjutantenstellen. Sie nahm ferner mit großer Mehrheit einen Antrag des Zentrums an, der vom Reichskanzler verlangt, bis zur dritten Lesung des Etats für 1913 alle Vorbereitungen zur Herabminderung der Zahl der Adjuantenstellen zu treffen. Weiter wurde eine Resolution der Fortschrittlichen Volkspartei angenommen, nach welcher der Reichskanzler den deutschen Fürsten die Mitteilung machen soll, daß im Hinblick auf die großen Kosten der Wehrvorlage ein« Herabminderung der Adjutantenstellen erwünscht ist.
— Inner« Kolonisation. Berlin, 11. April. Die verstärkte Agrar- kommisiion des Abgeordnetenhauses bewilligte in ihrer Sitzung vom 9. April die bereits besprochene Forderung von 10 Millionen Mark zur Beteiligung des Staates mit Stammeinlagen an gemeinnützigen Siede- lungsgesellschaften mit allen gegen zwei Stimmen. Abgelehnt wurde der bereits erwähnte Antrag der Fortschrittlichen Volkspartei, für di« innere Kolonisation in ganz Preußen einschließlich der Ansiedelungs-Provinzen 300 Millionen Mark bereitzustellen. Hierdurch ist die Forderung der Regierung betr. 250 Millionen Maik zur Fortsetzung der Ansied- lungstätigkeit in den Ostmarken, für erledigt zu erklären. Der Gesetzentwurf wurde im ganzen in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen.
— Erbauliches aus der elfatz-lothringischen Zweiten Kammer. Am Freitag wurde in der elsaß-lothringischen Zweiten Kammer der Etat des Innern und der Justizetat in dritter Lesung verabschiedet. Bei dem Titel „Eesängniswesen" kam es zwischen dem Abg. Drumm (Fortschr.) und dem Dezernenten für das Eesängniswesen Ministerialrat Dr. Schwalbe zu einem scharfen Wortwechsel. Der Regierungsverireter hatte bei der zweiten Lesung des Titels dem Abg. Drumm, als dieser Mißstände in der Eesängnisverwaltung dem Dezernenten zur Kenntnis brachte, vorgeworfen, er sei ungenügend informiert, wie das schon wiederholt bei ihm vorgekommen sei. Der Abg. Drumm, der damals di« Sitzung verlaßen mußte, bezeichnete heute diese Worte des Ministerialrats Dr. Schwalbe als eine Frechheit. Präsident Dr. Richlin rügte diesen Ausdruck. — Bemerkenswert aus der Sitzung ist noch, daß der Präsident den Abg. Drumm, der sich sonst seines oberelsässischen Dialektes bediente, aussorderte, hochdeutsch zu sprechen, da er bewiesen habe, daß er des Hochdeutschen mächtig sei.
Ausland.
*• Segen die dreijährige Dienstzeit. Monceau-les-Mines, 11. April. Mehrere Gruppen von Gestellungspflichtigen zogen mit großen Fahnen und Tafeln, welche die Inschrift trugen: „Rieder mit dem Bluff der dreijährigen Dienstzeit", umher. Dem llnterpräsekt und den Polizist« gelang es, sich der Fahnen und Tafeln zu bemächtigen, wobei die Mam» feftanten antimilitaristische Rufe ausstießen und revolutionäre Liede« sang" Das Befinden des Papstes. Rom, 11. April. „Osiervaiore Ro- mano" schreibt von heute abend: Wir können die guten Nachrichten Üb« den Zustand de, Papstes, die wir gestern glücklicherweise geben konnten, bestätigen, und versichern, daß das Befinden andauernd ™Wanbig [ be. friebiat — Torriere d'Italia" erklärt das Gerücht, daß die demnächsti- aen Pilgerfahrten abgesagt seien, für vollkommen falsch Die Pilgerzüge treffen fortlaufend nach der bereits für Re festgesetzten Ordnung in Rom ein mit Ausnahme einiger, die ihr« Ankunft verschoben haben. TOS österreichische Pilger unter Führung des Bischofs von Laibach traf« hier ein.