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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

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DieOberhrssische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. L. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Freitag, 11. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die'Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 de, Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Mftes Blatt.

Die Lage.

London, 10. April. Wie das Reutersche Büro erfährt, hat die griechische Regierung zuständigen Orts Vorstellungen darüber erhoben, daß der türkische KreuzerHamidiji" wiederholt den Euezkanal passiert hat. Man hob dabei hervor, daß das Verhal­ten derHamidiji", die sich in Alexandria verproviantieren durfte, auf hoher See Kohlen einnahm und ungehindert mit den türkischen Behörden in Konstantinopel in Verbindung stand, nicht nur eine Verletzung des Kanal-Reglements, sondern auch einen gefährlichen Präzedenzfall für die Schiffe anderer Mächte sei und besonders für den Fall eines zukünftigen Krieges, in dem der Kanal eine Rolle spielen würde.

Cetinje, 10. April. Der Kommandierende der inter­nationalen Flotte in den Gewässern vor Antivari, Vize-Admiral Burney, hat heute früh dem Gouverneur von ^"HDori notifiziert, daß von heute 8 Uhr früh ab die f r i e d l i. 3 l 0 ck a d e n

Antivari bis zur Drinmündung erklärt sei.

Konstantinopel, 10. April. Der offizielle Kriegsbericht meldet: Zm Laufe des gestrigen Tages fand auf dem linken Flügel der Tschataldschalinie ein leichter Artilleriekampf statt. An an­deren Punkten der Tschataldschalinie ereignete sich nichts Neues. Vor Vulair herrscht Ruhe. Gestern bombardierte ein griechisches Torpedoboot den südlich von Aiwali gelegenen Ort Ayemanly. Ein von der Küstenartillerie abgefeuertes Schrapnell fiel auf die Kom­mandobrücke des Torpedobootes, worauf sich das Torpedoboot von der Küste entfernte. Hierauf «endete das Torpedoboot gegen Kap Sarmufsak Burnu und gab einige Kanonenschüße gegen die zur Beobachtung des Feindes dienende Truppenabteilung ab, ohne Schaden anzurichten.

S a l 0 n i k, 10. April. Es verlautet, daß aus der wehrfähigen Jugend in den von Bulgarien okkupierten mazedonischen Gebieten eine besondere mazedonische Brigade gebildet werden soll, welche je zur Hälfte in Seeres und Kavalla stationiert sein soll. Zur Bil­dung der Brigade sollen 32 bulgarische Offiziere und 64 Unteroffi­ziere verwendet werden. Die griechischen Behörden in Salonik wiesen von hier eine Anzahl bulgarischer Komitatschis aus.

Konstantinopel, 10. April. Alle türkischen Blätter weisen den Gedanken einer Kriegsentschädigung zurück und be­stehen darauf, daß die Valkanverbündeten eine Quote der türki­schen Staatsschuld übernehmen. Zu Delegierten der Türkei für die Pariser Finanzkonferenz sind der Engländer Crawford, Rat im türkischen Finanzministerium, und der frühere Minister Djavid bestellt.

London, 10. April. DieTimes" betont die Einigkeit des europäischen Konzertes. Die Reden Sir Edward Greys und des deutschen Reichskanzlers hätten in allen Kreisen eine ausgezeich­nete Wirkung gehabt. Die Reden hätten in Verbindung mit der offenen und loyalen Haltung der russischen Regierung auch in Oesterreich alle plausibeln Gründe für einen Zweifel an der Hal­tung der Mächte beseitigt. Alle Kreise in der Doppelmonarchie dürften jetzt sicher sein, daß Europa darauf halten wird, datz seine Veschlüffe respektiert werden. DieTiles" betont, datz Europa auch in der Beilegung des Konfliktes zwischen Bulgarien und Ru­mänien Rußland zu Danke verpflichtet sei. Das Blatt schließt mit der Mahnung an die Verbündeten Valkanstaaten, daß es die beste Politik für sie sein werde, sich den guten Willen Europas zu sichern,

53 (Nachdruck verboten.)

Gewagtes Spiel.

Roman von C. Teutgen-Horst.

(Fortsetzung.)

Da legte Gräfin Friederike den Arm um Feodora und sah ihr be­sorgt in die Augen.

Du warst so still sagst du denn gar nicht? dazu, daß Kurt diese Marotte, die schon so lange in ihm spukte, nun wirklich zur Ausführung bringen will? Ich finde es unbegreiflich von ihm, daß er fortgeht, jetzt gerade jetzt, wo es für ihn hier alle Hände voll zu tun gibt; Berger ist auch ganz meiner Ansicht. Kannst du ihm das nicht ausreden? Versuch es doch."

Feodora lächelte.

Rein, liebe Mama das kann ich nicht es würde mir auch nichts nützen, wollte ich es versuchen. Du kennst ja Kurts Lust und Liebe für den Krieg soll er allein zurückbleiben, wenn seine Kameraden hinaus­ziehen, um sich die ersehnten Lorbeeren zu verdienen?"

Und fürchtest du nicht die vielen Gefahren für ihn, die ihm drohen?"

Wir stehen überall in Gottes Hand."

Feenkind das muß ich sagen eine ängstlich besorgte Frau bist du nicht, auch keine sehr zärtliche, aber eine tapfere, echte, kleine Sol­datenfrau gerade so, wie sie für den wilden Kurt patzt. Es ist ja gar nicht zu glauben, was du aus ihm gemacht hast! Aber still ich höre ihn zurückkommen und will Euch nicht länger stören."

Sie küßte Feodora auf die Stirn und reichte dem eintretenden Gra­fen die Hand.

Gute Nacht, Kinder!"

Feodora machte Miene, ihr zu folgen.Auch ich bin müde", sagte sie rin wenig beklommen und reichte ihm die Hand.Träume von den Lorbeeren, die der bevorstehende Feldzug dir hoffentlich bringen wird!" fügte sie dann schüchtern hinzu.

Er blickte sie forschend an. War es Ironie, was sie ihm da sagte? Doch nein, dazu sah ihr Antlitz in diesem Moment zu ehrlich und auf­richtig aus.

Er hielt ihre Hand fest und lächelte.

ßciftt der stolze Mund sich doch herbei, mir ein freundliches Wort zu mseu?" Sie senkte verwirrt den Blick vor seinen flammenden Augen.

indem sie sich einem Frieden auf der Grundlage wie Europa diese empfiehlt, geneigt erweisen.

Belgrad, 10. April. Die Presse veröffentlicht die Rede des Reichskanzlers ihrem vollen Inhalte nach, ohne sie vorläufig zu komentieren. In politischen Kreisen erweckten die Erklärungen des Reichskanzlers das allergrößte Interesse; sie werden als ein gewichtiges politisches Ereignis beurteilt.

Zur Blockade des montenegrinischen Küstenstriche» veröffentlichen wir heute eine Karte des montenegrinischen Grenzge­bietes, welche einen Ueberblick über die geographische Lage Montenegros gibt und gleichzeitig zeigt, welchen Eindruck ungefähr die Floltendemon­stration auf den widerspenstigen Montenegriner machen kann. Solange die Mächte nicht in eine Blockade der Landgrenzen Montenegros ein­willigen, ist die europäische Flottendemonstration weiter nichts denn eine zwecklose Parade, die wie Nikita sehr richtig bemerke Europa nur der Lächerlichkeit preisgibt. Ueber Montenegro selbst dürsten noch folgende Daten interesiieren: Das 9000 qkm große Land derSchwarzen Berge" ist nur spärlich bevölkert. Vor dem Kriege wurde vte Einwoh­nerzahl auf 250 000 Seelen geschätzt, das find auf den qkm rund 27 Ein­wohner. Das Land ist zumeist einförmiges, kahles, wasierarmes Fels­plateau, das nur spärlich anbaufähig ist. Die kärglichen Weideflächen bedecken fich nur für wenige Wochen zur Frühjahrszeir mit Gras und Blumen. Die fruchtbarsten Teile Montenegros bilden nur die Ufer des Skutarisees und das schmale südliche Küstengebiet an der Adria. Hier aber wieder erzeugen die Ueberschwemmungen des Skutarisee- vielen Schaden und die umfangreichen Sümpfe bringen Fieber. Aus diesem Grunde hatten auch die Mächte beschlossen, Montenegro nach dem Kriege finanziell zu unterstützen zwecks Gewinnung von Kulturland. Schaffung einer Wasserleitung und Straßenbau. Gerade in letzterer Beziehung mangelt es sehr. Eigentliche Fahrstraßen gibt es kaum, nut im Südwesten trifft man Straßen von höchstens 200 km Länge, sonst gibt es nut elende Fuß- und Reitwege durch das zerklüftete Gelände.

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Da neigte er fich zu ihr und fragte mit leiser, vibrierender Stimme: Fee warum hattest du vorhin nicht ein einziges Wort für mich?"

Stumm, mit abgewandtem Gesicht, stand sie vor ihm. Sollte sie ihm verraten, datz der Schreck ihr fast die Besinnung geraubt hatte, datz ihr Herz noch immer bebte und zitterte aus Angst vor dem Unfaßbaren, was er ihr antun wollte? Nein, ach nein, das ging doch nicht! Er durfte ja nicht ahnen, daß sie um seinetwillen litt; sie mutzte stark sein. Mit lächeln­dem Munde wollte sie von ihm Abschied nehmen, wenn die Trennungs­stunde schlug.

So war es immer. Jedesmal, wenn sie sich weich und milde gegen ihn werden fühlte, trat ein unsichtbares Etwas zwischen ihn und sie, rüt­telte ihren Stolz wach und vereitelte arglistig jeden Annäherungsversuch.

9605 sollte ich dir sagen? Du wirst uns sehr fehlen."

Wem? Dir auch?"

Gewiß, mir auch. Oder glaubst du, daß es für mich fo leicht fein wird, in deiner Abwesenheit deine Stelle zu oertreten?

Das wolltest du tun?" fragte et, und eine leise Enttäuschung trat auf sein Antlitz.

Es ist doch meine Pflicht, und so viel in meinen Kräften steht, werde ich mir Mühe geben, sie treu zu erfüllen. Du mutzt mit nur noch genau sagen, was ich zu tun habe und wie ich es machen soll. Ich möchte so gern in deinem Sinne handeln. Doch nun, gute Nacht!"

Der freudige Glanz in seinen Augen erlosch. Er lieft ihre Hand los und seufzte leise. Das war alles, was sie ihm zu sagen hatte! Aber was konnte et auch anderes ermatten?

Ich danke dir gute Nacht!"

Damit öffnete er die Tür und lieft sie hinausgehen.

Als er allein war, warf et sich mit einem wehen Aufschrei in einen Sesiel. Sie liebte Erwin, das war fiat! Auch bet letzte Zweifel war ihm geschwunden.

XXL

In ihrem Zimmer, allein mit sich und ihrem Kummet, durste Feo­dora die Maske der Verstellung fallen lasten.

Er geht geht wirklich! Ich werde ihn vielleicht nie nie Wiedersehen", flüsterte sie.

Müde und abgespannt, wie nach schwerer, anhaltender Arbeit, saß sie da. Die Hände vor das heißglühende Antlitz gepreßt, weinte ste bit­tere Tränen übet ihr grausames Geschick.

Deutsches Äetch.

Der Herzog von Cumberland beim Kaiser. Bad Ho«, bürg v. d. H., 10. April. Zu der Ankunft der Cumberländischen Herrschaften hatte die Stadt Homburg reichen Fahnenschmuck an­gelegt. Mehrfach bemertte man Fahnen in den Cumberländischen Farben blau-gelb. Die Straßen waren von einem zahlreichen Publikum besetzt, das auch aus Frankfurt und den umliegenden Ortschaften starken Zuzug erhalten hatte. Das Wetter ist kühl und regnerisch. Gegen 11% Uhr fanden sich auf dem Bahnsteig ein: der Kaiser in der Uniform der Posener Jäger zu Pferde, die Kaiserin, Prinz Adalbert, Prinzessin Viktoria Luise und. das Gefolge. Um 11 Uhr 50 Min. lief der Sonderzug ein, welchem der Herzog von Cumberland, die Herzogin, Prinzessin Olga, Prinz Ernst August und Prinz und Prinzessin Max von Baden ent­stiegen. Der Herzog trug die Uniform seines österreichischen Regi­ments, der Bräutigam die Uniform der Rathenower Husaren. Der Kaiser war der Herzogin beim Aussteigen behilflich und wechselte Küste mit ihr, er begrüßte sodann den Herzog. Kaiser und Herzog schüttelten sich lange die Hand. Der Herzog begrüßte darauf die Kaiserin mit einem Kuß, ebenso die Prinzessin Viktoria Luise. Der Kaiser überreichte der Herzogin und der Prinzessin Olga Blumensträuße. Es erfolgte sodann die Vorstellung der Gefolge. Kaiser und Herzog sowie Kaiserin und Herzogin plau­derten längere Zeit miteinander. Alsdann wurde die Fahrt nach dem Königlichen Schloste in Automobilen angetreten. In dem ersten Automobil nahmen die Kaiserin, die Herzogin und das Brautpaar Platz; im zweiten der Kaiser und der Herzog, welcher rechts saß, sowie Prinz Adalbert. Publikum und Schulkinder be­grüßten die Majestäten und ihre Gäste mit lebhaften Hochrufen. Die Cumberländischen Herrschaften haben im Königlichen Schloste Wohnung genommen, woselbst mittags Familientafel und für die Gefolge Marschalltafel stattfand. Die Majestäten blieben nach der Familientafel mit ihren hohen Gästen noch längere Zeit ver­einigt. Um 3^ Uhr unternahmen sämtliche Herrschaften eine- Automobilfahrt nach der Saaldurg. Hier wurde unter persön­licher Führung des Kaisers eine mehrstündige Besichtigung des Kastells und des Saalburgmuseums vorgenommen. Anschließend daran wurde der Tee in den oberen Räumen des Saaldurg- Restaurants serviert. Trotz des regnerischen Wetters hatte fich zahlreiches Publikum auf der Saalburg eingefunden, welches die Majestäten und ihre Gäste herzlich begrüßte. Um 6% Uhr kehrten die Herrschaften nach dem Schloß in Homburg zurück. Morgen früh trifft der Reichskanzler hier ein.

Die militärischen Feiern zum Regierungsjubiläum des Kaisers sind für die preußische Armee einheitlich geregelt worden. In sämtlichen Stanborten findet am Sonntag, den 15. Juni, dem Todestage Kaiser Friedrichs, in allen Garnisonkirchen und Militärgemeinden besonderer Gottesdienst statt. Am Montag darauf erfolgt in sämtlichen Eorni- | fönen großes Wecken und große Paroleausgabe. Außerdem wird bei den ? einzelnen Truppenteilen Appel abgehalten. In Berlin findet um 12,30 Uhr nachmittags im Lichthof des Zeughauses die große Parole­ausgabe in Anwesenheit des Kaisers und der kaiserlichen Prinzen statt.

Jubiläumsstiftungen. Neukölln, 10. April. Die städtischen Be­hörden haben anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers die Ein­richtung eines größeren Spiel- und Sportübungsplatzes für die Jugend von Neukölln, sowie die Errichtung eines Altersheimes für alte Bürger der Stabt beschlossen. Der Wert bes Sportplatzes beziffert sich auf 160 000 M, ber bes Alterheims auf 60 000 Jl. Königsberg, 10. April. Die Stadtverordnetenversammlung nahm nach geheimer Sitzung einen Antrag des Magistrats an, anläßlich des 25jährigen Regierungsjubi­läums des Kaisers ein Kaiser Wilhelm-Wohlfahrtshaus für 125 000 M zu errichten. Es soll dem Betriebe einer Volksküche nebst Wärmehalle oder Speisesaal, je eines Jugendheimes für junge Mädchen und junge

Ach, wäre sie doch gestorben! Dann wäre er jetzt frei frei von ber so lästigen Fessel, bie ihn aus ber Heimat trieb, ihn in feinem Tun und Hanbeln beengte, frei frei! Und sie hätte Ruhe gefunden, Erlösung von all ihrem herben Leib.

Was galt ihr das Leben ohne seine Siebe? Grau und trübe, noch viel, viel öder als jetzt, würde es vor ihr liegen, wenn er gegangen war. In seiner Nähe zu weilen ihn täglich zu sehen, das machte doch sie muftte es sich gestehen trotz alledem ihre ganze Seligkeit aus.

Und warum ging er; warum wollte er fort? War es wirklich nur bie Begierde nach Krieg und Ruhmestaten, die ihn lockte? Ach, wenn sie doch daran glauben könnte!

Aber das allein war es sicher nicht; sie wußte es bester. Sie hatte neulich, als sie bie Posttafche noch einmal aufschlotz, um eine vergeßene Karte an Siegfrieb hineinzulegen, unter ben Briefen einen an die Fürstin Warschinsky adressierten gefunden. Wie kam er dazu, mit dieser Frau zu korrespondieren? Ganz deutlich, wie aus einem weißen Nebel­schleier, stieg vor ihren Augen die berückend schöne Gestalt dieser verfüh­rerischen Circe empor. Ach. nur zu begreiflich war es, daß er diese Frau liebte, sie nie vergeßen konnte! Was war sie selber in ihrer Einfalt im Vergleich zu jener Martine?

Und wie schrecklich für ihn, bas geliebte Weib meiden zu müßen, trotzdem er wußte, daß sie fich nach ihm sehnte. Welche Qualen mochte dieses Entsagen seinem leidenschaftlichen Herzen verursachen! Kein Wun­der, daß er matt und leidend aussah.

Gewift, nur darum trieb es ihn fort von hier. Er litt in ihrer Nähe; er dürstete nach Freiheit und war doch zu ehrlich, um die am Altar ge­schworene Treue zu brechen. Er wollte sich zwingen, vielleicht aus Dank­barkeit sich zwingen, die alten Beziehungen zu Martine nicht eher wieder anzuknüpfen, bis er die Fesseln, die ihn an feine ungeliebte Frau banden, lösen konnte.

Und da dies, wie er ihr selber klar gemacht hatte, vorläufig nicht geschehen konnte, ohne daß er sich kompromittierte, so muftte er das Weite suchen, muftte Länder und Meere zwischen fich und jene schöne, geliebte Frau legen, um fein ihr verpfändetes Wort halten zu können.

Eigentlich hätte sie ihm dankbar fein müßen für diese Rücksicht, aber ihre Krbiterung war zu groß.

(Fortsetzung felgt.)