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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" und .Landwirtschaftliche Beilage".

M 79

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durck. die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, <4 frei ins Haus. Druck der Univ.-Vuchdruckerei I. A. Koch lZnh.: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 5 April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 *5. bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

Erstes Blatt.

Unruhige Zeiten.

Für die Nervosität, die sich gerade jetzt wieder in weiten Krei­sen des europäischen Publikums geltend macht, ist es bezeichnend, daß an den Börsen von Paris und London am Donnerstagabend die wildesten Gerüchte umliefen. In Paris glaubte man zu wisien, daß König Peter von Serbien ermordet worden sei: die Londoner .Nachbörse aber stand sogar unter dem Eindruck des Gerüchtes, in Rußland sei eine Revolution ausgebrochen. Natürlich waren das Seifenblasen von kurzer Dauer, und sie waren eben auch nur als Symptome der allgemeinen Unruhe von Interesse, die sich insbe­sondere an das überaus mühsame Zustandekommen der diplomati­schen Einigung über die Flottendemonstration gegen Montenegro geknüpft hatte. Wieweit die Desorientierung selbst in den amt­lichen und halbamtlichen Kreisen ging, das beweist unter anderem die Tatsache, daß eine Meldung der amtlichen Petersburger Tele­graphenagentur ankündigte, Rußland habe sich für eine Flotten­demonstration mit Beteiligung französischer und italienischer Schiffe ausgesprochen. Das konnte anscheinend nur heißen, daß nach russischer Meinung eine Macht der Triple-Entente und eine des Dreibundes die Demonstration ins Werk setzen sollte: es sah deshalb wie ein Widerspruch gegen das Vorgehen Oesterreichs und ebenso gegen die inzwischen bekannt gewordene Teilnahme Deutsch­lands aus, stimmte aber auch nicht zu dem, was von London aus über die Beteiligung britischer Schiffe bekannt gegeben worden war. Vierundzwanzig Stunden später erfuhr man denn auch, daß der russische Vorschlag sich auf die Beteiligung französischer und englischer Schiffe bezog, d. h. die Meinungsäußerung beschränkte sich überhaupt auf den Dreiverband und bedeutete lediglich, daß Rußland selber an der Demonstration keinen aktiven Anteil neh­men, sondern den Dreiverband durch die beiden anderen Mächte vertreten zu sehen wünsche. Nun wäre dieser Punkt vollkommen in Ordnung, wenn nicht inzwischen die Nachricht gekommen wäre, daß ein russisches Handelsschiff in San Giovanni di Medua Kriegs­material ablade, das als Geschenk für die kriegführenden Balkan­staaten bestimmt sei. In diesem letzteren Punkte sind wohl einige Zweifel gestattet. Aber auch bei der vorsichtigsten Auffasiung kann man wenigstens nicht annehmen, daß die Wirkung dermildesten Form militärischen Druckes", die gegen Montenegro nach dem aus­drücklichen Willen Rußlands in Anwendung gebracht werden soll, durch diese besondere Nuance an Wirksamkeit gewinnen werde. Damit aber ist das eigentlich beunruhigende Moment gestreift, die Frage nämlich, ob denn Oesterreich sich auf diese mildeste Form beschränken werde, wenn, wie zu vermuten steht, der Erfolg gänz­lich ausbleiben sollte. Staatssekretär v. Zagow hat am Donners­tag in der Vudgetkommission des Reichstages erklärt, daß sich über das, was in dem Falle fortdauernder Hartnäckigkeit Montenegros geschehen würde, zurzeit nichts sagen ließe. Auch diese vorsichtige Bemerkung verstärkt die Zweifel daran, ob die Einigkeit der Groß­mächte eineweitere Belastungsprobe ausholten und ob Oesterreich- Ungarn sich noch lange mit dieser Leisetreterei zufrieden geben würde.

Zu alledem hat nun dieser unruhige Donnerstag noch den äußerst unliebsamen Zwischenfall mit dem nach Frankreich abge­triebenen Zeppelinkreuzer gebracht. Die schon erwähnte Nervosität des Publikums hat mit der Möglichkeit gerechnet, daß dieser Zwi­schenfall bei der ungeheuer gespannten Atmosphäre die Entladung herbeiführen könnte. Das war bis zu einem gewißen Grade be­greiflich, solange man über die tatsächlichen Hergänge sich noch in Unklarheit befand. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die ver­schiedensten Momente offenbar auch nach der Auffassung der amt­lichen französischen Kreise für eine ruhige Beurteilung und Er­ledigung des Falles sprachen und daß er eine glatte Beilegung fin­den konnte. Solche Momente waren, daß das Luftschiff Privat­eigentum ist, sich nicht unter militärischer Leitung befand, und daß es freiwillig auf dem militärischen Uebungsplatz niedergegangen ist, nachdem infolge widriger Umstände die Grenze überflogen war. Aber unangenehm bleibt die Sache doch. Es bleibt unangenehm, daß wir unsere neuestes Luftschiff für Stunden und Tage in der Gewalt französischer Militärbehörden wissen mußten, es bleibt unangenehm, daß eine glatte Abwicklung der Angelegenheit mehr oder weniger von dem guten Willen und von der Ritterlichkeit unsers Nachbars abhängig war. Unter diesem Gesichtspunkte empfindet man den Zwischenfall in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes immerhin als das unfreundlichste Glied in der langen Kette von Mißgeschicken, welche die Zeppelinluftschiffe bis­her getroffen haben und als eine der schmerzlichsten Erfahrungen in diesen Tagen internationalen Mißvergnügens.

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Der Zeppelinzwischenfall.

Wie wir bereits gestern nachmittag bekannt machten, hat sich der Zeppelinzwischenfall erledigt. Die beiden Meldungen be­sagten :

W. Paris, 4. April. Eine Havas-Rote meldet: Es ist beschlossen worden, dem Zeppelin-Luftschiff die Rückfahrt zu ge­statten. Die Offiziere werden in Begleitung eines Polizei- kommissars mit der Eisenbahn an di« Grenze gebracht. Der Zwischenfall wird als erledigt betrachtet.

W. Siel}, 4. April. Das LuftschiffL Z 4 hat heute nach- mittag 3 Uhr die deutsch-französische Grenze bei Sic- tn Elsaß- Lothringen passiert. Es wurde 4 Uhr 15 Min. in der Luftschiff, halle von Frescati bei Metz untergebracht.

Di« angeführte Havas-Note lautet ausführlich: Die auf An­

ordnung der Regierung durch den Platzkommandeur von Lunäville Lescot, den Eeneralinspekteur der Militärluftschiffahrt Hirschauer und den Unterpräfekten von Lunäville vorgenommene Unter­suchung ergab, daß das Luftschiff Eigentum einer Privatgesellschaft ist, daß die an Bord des Zeppelin befindlichen Offiziere einer llebernahmekommisston angehörten und daß die Besatzung, welche die Richtung verloren hatte, niedergegangen war, weil sie dies für korrekt gehalten hatte, als sie sah, daß sie sich oberhalb einer fran­zösischen Earnisonstadt befanden. Hauptmann George, der Leiter der Uebernahmekommission, hatte sein Ehrenwort gegeben, daß weder er noch seine Reisegefährten irgendwelche die französische Nationalverteidigung betreffende Beobachtung gemacht haben. Unter diesen Umständen wurde beschlossen, dem Luftschiff die Rück­fahrt zu gestatten, die umso dringlicher erscheint, als das Luftschiff unter den gegebenen Verhältnissen leicht Schaden erleiden könnte. Die Offiziere werden in Begleitung eines Polizeikommissars mit der Eisenbahn an die Grenze gebracht werden. Der Zwischenfall wird als erledigt angesehen.

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Wir bringen vorstehend eine llebersichtskarte über die Gegend, in die das Zeppelinluftschiff verschlagen wurde, lleber die Lan­dung selbst, sowie über die Abfahrt desL Z 4 sind noch folgende Meldungen nachzutragen:

Die Darstellung des Führers. *

Paris, 4. April. Der Reservehauptmann Eluud, der Pilot des Zeppelin", gab einem Berichterstatter folgende Darstellung: Wir stiegen um 6 Uhr morgens in Friedrichshafen auf, um Höhensahrten zu unter­nehmen und in Baden-Oos zu landen. Wir erreichten alsbald eine Höhe von 2000 Metern und überquerten den Schwarzwald, worauf Nebel eintrat. Wir waren uns auch sofort darüber klar, daß der Ost­wind uns stark von unserer Richtung ablenken würde. Wir flogen schon mehrere Stunden und erst gegen ein Uhr nachmittags, als wir uns in einer Höhe von 1000 Metern befanden, iahen wir, daß wir über fran­zösischem Boden flogen. Wir suchten ein für die Landung geeignetes Gelände und da erblickten wir den Uebungsplatz von Luneville. Nach­dem wir den an Bord befindlichen Offizieren Bericht erstattet hatten, gingen wir den internationalen Vorschriften entsprechend nieder, aber auch um zu beweisen, daß wir nicht freiwillig nach Frankreich gekommen waren. Wir können uns über die Höflichkeit, mit der uns die Militär- und Zivilbehörden behandelt haben, nur lobend aussprechen. Wir haben die Absicht, heute wieder abzureisen, sobald wir die 100 Kbm. Wasser­stoffgas erhalten haben, die uns mittelst Auto von Oos zugesandt wer­den sollen. Eluud erklärte weiter, daß die Gondel lediglich mit einem Kompaß ausgestattet war. Er sei völlig Herr des Ballons gewesen, wenn er auch auf französischem Boden gelandet sei, so sei dies geschehen, um zu zeigen, daß es lediglich auf einen Zufall zurückzuführen sei. Er hätte übrigens genug Benzin und Gas besessen, um nach Deutschland zu- rückkehren zu können.

Dr. Eckener über die Fahrt.

Dr. Eckener gibt seine Meinung über die Ursachen des pein­lichen Unfalls mit dem Zeppelinkreuzer dahin ab: Die Meldung, daß derZ 4" infolge eines Motordefektes gezwungen war, auf französischem Boden zu laden, hatte von Anfang an sehr wenig Wahrscheinlichkeit. Bei der Abfahrt in Friedrichshafen war auf Anfrage bei den verschiedenen meteorologischen Stationen auf dem größten Teile der beabsichtigten Fahrstrecke ein nicht ungün­stiges Wetter festgestellt worden. Da man eine Höhenfahrt aus­führen wollte, hatte man einen möglichst großen Ballast, aber nur einen verhältnismäßig geringen Benzinvorrat mitgenommen. Ich kenne die Gegend um Metz sehr gut und weiß, daß es selbst bei sichtigem Wetter nicht ganz leicht ist, aus größerer Höhe die Grenze genau zu erkennen. Ihren Irrtum erkannten die Führer erst, als sie sich in Frankreich sahen. Nun gab es natürlich kein Zurück mehr. Sobald ein fremdes Luftschiff, Freiballon oder Lenkballon, auf fremdes Gebiet kommt, muß der Führer landen, wenn er sich nicht der Gefahr aussetzen will, als Spion angesehen zu werden. Lediglich aus diesem Grunde ist Kapitän Elund in Lunäville ge­landet. Daß nicht der geringste Motordefekt vorlag, läßt sich schon daraus erkennen, daßZ 4 so glatt wie nur möglich auf dem Lun6viller Exerzierplatz aufsetzte.

Die Haltung der Bevölkerung.

Lunsville, 4. April. Die Menge versuchte zweimal, mit Messern und Stöcken das Luftschiff zu bedrohen. Die starke mili­tärische Bewachung vereitelte diese Versuche. Gestern abend fuhr der Bürgermeister von Lunöville mit Hauptmann George zum Diner, dann lud auch der kommandierende Divisionsgeneral zum Zeichen, daß er die Handlungsweise des Maire billige, die anderen Offiziere des Luftschiffes ebenfalls zu Tisch. Man glaubt nicht, daß die deutschen Offiziere schon heute abreisen können, da außer der diplomatischen Seite der Angelegenheit verschiedene Havarie«

und Ausbesserungen zu erledigen sind, die zwei bis drei Tage t» Anspruch nehmen dürften. Das Luftschiff ist durch ein eiligst ge- zogenes Drahtgitter isoliert worden. Später wurde gemeldet, daß die Mitteilung, der Kommandierende des Luftschiffes sei zum Maire eingeladen worden, sich nicht bestätige. Deutsche Hilss- arbeiter, die nachts eingetroffen sind, begannen heute vormittag mit den Ausbesserungsarbeiten. Die Bevölkerung strömt zwar fortwährend zum Marsfeld hinaus, verhält sich aber im übrigen passiv.

Weitere Einzelhe'ten.

Friedrichshafen, 4. April. Wie der Luftschiffbau er- fährt, ist das LuftschiffZ 4 nur von einem Polizeikommissa, wegen Untersuchung über vermutliche Spionage betreten, im übrigen aber von den Militärbehörden als deutscher Boden respek­tiert worden.

Demgegenüber wird aus Lunäville gemeldet, daß General Hirschauer, nachdem er die deutschen Offiziere befragte, ob sie alles Nötige hätten, mit seinem Stabe eingehend den Zeppelin, die Gondeln sowie die gesamte innere Einrichtung besichtigte. Auf Ersuchen des Piloten Eluud gestattete General Hirschauer, daß zwanzig Luftschiffer, die mit dem Straßburger Zug eingetroffen waren, den Exerzierplatz betreten dürften, um bei der Ausbesse­rung des Luftschiffes mitzuhelfen. Verschiedene Aluminium­stangen im Innern des Luftschiffes waren bei der Landung ge­brochen und mußten provisorisch durch Holzleisten ersetzt werden. Auch einzelne Easballons waren nur teilweise gefüllt, sodaß das Luftschiff für die Rückfahrt erheblich entlastet werden mußte, was hauptsächlich durch die Beseitigung eines der beiden hinteren Mo- tore bewirkt wurde, llebrigens trafen die gestern nachmittag von Eluud telegraphisch verlangten Waggons mit 200 Wasserstoff­behältern aus Friedrichshafen heute früh in LunSville ein. Gegen Mittag wurde die Füllung des Ballons vorgenommen. Um 12 Uhr 50 Min. stieg das Luftschiff auf und um y>2 Uhr verschwand es am Horizont. Der Zolleinnehmer von Lunäville verlangte ein Zolldepot von 7000 Franks, das auch gezahlt wurde, jedoch zurück- erstattet werden wird. Wie die Blätter berichten, wurden di« Gondeln des Luftschiffes non Leuten aus Lunöville trotz aller Ueberwachung mit verschiedenen Inschriften, insbesondereMve la France" bemalt.

Paris, 4. April. Unter der Bevölkerung von Luneville hatte sich das Gerücht verbreitet, daß die deutschen Luftschiffer noch vor ihrer Lan­dung Papiere und photographische Apparate über Bord geworfen hätten. Die Luftschiffer versichern, daß sie zwar allerlei Gegenstände, die di« Gondel beschwerten, sich entledigt hätten, da das Luftschiff Gas verlor, daß sie aber ihre Papiere und alle Vorrichtungen einem der Offiziere der Garnison von Luneville gegeben hätten. Die über Bord geschleuderten Gegenstände sowie verschiedene Geräte und Feuerlöschapparate wurden in der Nähe des Uehungsplatzes gefunden. Die Offiziere des Zeppelin kauften in Luneville 500 Liter Benzin, um heute den Rückflug antreten zu können: sie nehmen auch einen der Motore auseinander, um das Luft­schiff zu erleichtern. Die gesamte Besatzung verbrachte die Nacht in der Gondel. Einern Blatt zufolge wurde im Laufe der von der Polizei an Bord des Zeppelin vorgenommenen Untersuchung ein photographischer Apparat und mehrere photographische Platten gefunden und beschlag­nahmt.

M e tz, 4. April. Von den Offizieren der Besatzung desZ 4* sind heute abend 6.16 Uhr von Lunäville über Deutsch-Avricourt kommend, Hauptmann George, Oberleutnant Brandeis und Kapi­tän Eluud sowie Jngenieuer Sieges hier eingetroffen und i« Hotel Royal abgestiegen.

Ein Zwischenfall bei der Abfahrt.

Lunsville, 4. April. Die Erlaubnis zur Rückfahrt des Luftschiffes traf im Laufe des Vormittags hier ein und wurde heute mittag von dem Unterpräfekten und dem General Lescot dem Führer des Luftschiffes, Kapitän Eluud, übermittelt. Um 1.45 Uhr trieb ein Windstoß den Ballon in die Höhe, mit ihm 30 Soldaten, die ihn hielten. Es war ein angstvoller Augenblick. Alles rief:Loslassen!", woran fbie Soldaten sich zur Erde fallen ließen. Dann senkte sich die Spitze des Luftschiffes und näherte sich bis auf 2 Meter dem Boden. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, begab sich die Mannschaft durch den Laufgang in di« hintere Gondel. Um 12y2 Uhr wurde der Befehl zum Ausstieg gegeben. Das Schiff hob sich sofort, schwebte aber noch über eine, Stunde über dem Platze in der Luft, da es gegen heftigen Wind zu kämpfen hatte, der es nach Norden abtreiben wollte. Auf de« Luftschiffe befand sich nur die eigene Mannschaft, während der Bürgermeister die deutschen Offiziere, die von besonderen Beamten begleitet wurden, in seinem Automobil nach Avricourt bracht«. Der abmontierte Motor wurde auf einem Wagen zum Bahnhof geschafft.

Franzöfisch« Preßstimmen.

Pari, 4. April. Zu der Landung desZ. 4" in der Nähe von Luneville schreibt dasEcho de Paris": Sofort nach der Landung ließ General Lescot den Landungsplatz mit einem Drahtzaun umgeben und ordnete militärische Besetzung desselben an. Der Landungsplatz wurde die ganze Nacht hindurch bewacht. Die Bevölkerung strömte in großen Scharen herbei, um das Luftschiff zu sehen. Zwei Mechaniker, die sich in die Menge wagten, wurden belästigt. Offiziere der Luftschisser-Abtei­lung von Toul und Nancy kamen in großer Zahl um das Luftschiff in Augenschein zu nehmen. Die deutschen Offiziere, welche im Automobil des Maire von Luneville zur Stadt gebracht wurden, gaben dort eine große Zahl Depeschen auf. Unterwegs wurden die Offiziere durch Zu­rufe belästigt. Auch ein Stein wurde gegen das Auto geschleudert. Glück­licherweise wurde jedoch niemand verletzt. Der Hauptmann Georg« wurde gestern abend von dem Maire zum Souper geladen. Diese Ein­ladung wird in Luneville sehr unfreundlich kommentiert. Die Freund« des Maire behaupten jedoch, daß dieser den Hauptmann nur deshalb eingeladen habe, um der Bevölkerung zu zeigen, daß man feine Gäste anständig behandeln müsse. DerEclair" meint, wir nehmen gern« an, daß der Zeppelinballon unbeabsichtigter Weis« die Grenze übeiflegen hat. Unsere östliche Nachbarn sind stets ängstlich bemüht gewesen. Ne1