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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg unb Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus« und ..Landwirtschaftliche Beilage.

1913

Mftes Blatt

findet.

Serbische Mißstimmung.

Marburg

Freitag, 4 April

Belgrad, 3. April. Der Umstand, daß die aus amtlicher serbischer Quelle stammenden Berichte über den Anteil und die Er­folge der serbischen Truppen bei der Einnahme von Adrianopel von offiziöser bulgarischer Seite in Abrede gestellt werden, ruft hier große Mißstimmung hervor.

Die Flottenattio«.

Malta, 3. April. Der britische PanzerkreuzerDefence" ist von hier abgegangen, wie man glaubt, mit dem Bestimmungs- Ott P^r i §, 3. April. Wie aus Korfu gemeldet wird, ist daselbst das französische KriegsschiffEdgar Quinet" eingetroffen.

Paris, 3. April. Nach einer Meldung desTemps" hat das hiesige Ministerium des Aeußern von einer Erklärung der russischen Regierung betreffend die Teilnahme Frank- reich? und Englands an der Flottendemonstra» tion gegen Montenegro bisher keine Kenntnis erhalten.

Griechischer Boykott gegen Italien.

Athen, 3. April. Der Kaufmännische Verein wird heute abend eine Versammlung abhalten, um über den Boykott ita- lienischer Waren infolge der gegen die griechischen Znteresien ge­richteten Politik Italiens zu beschließen.

Das gestört« Rachmittagsschläfchen des Königs Nikolaus.

L o n d o n, 3. April. DerDaily Expreß" veröffentlicht ein Telegramm aus Cetinje, in dem es heißt, daß gleich nach der An­kunft der vier österreichisch-ungarischen Panzer in dem Hafen von Antivari der Hofmarschall sich zum König von Montenegro begab, um diesem die Nachricht mitzuteilen. Der König hatte sich soeben zu einem Nachmittagsschläfchen hingelegt und antwortete nur: Stören Sie mich, bitte, im Schlafe nicht!" (Auf jeden Fall gut erfunden! D. R.)

Tie Lage auf dem Balkan

Bon dem Kriegsschauplätze.

Konstantinopel, 3. April. Die Ruhe vor der Tscha- taldschalinie hielt gestern an; nur am linken Flügel eröffneten di« Türken das Artilleriefeuer gegen den Feind, der an dieser Seit« mit Befestigungsarbeiten beschäftigt war. Er beschoß die türkt, schen Regierungskolonnen. Das türkische Geschwader beteiligte sich an dem Kampfe. Der Eesundheiszustand der Truppen ist be- friedigend. , .,, ,

Wien 3. April. Nach den letzten den unterrichteten Stellen zugekommenen Nachrichten über die Lage in Skutari sind die Be- lagerungstruppen mit der Heranschaffung schwerer Geschütze von San Giovanni di Media beschäftigt. Da die Geschütze nicht vor Ende der Woche in Stellung gebracht werden können, so ist es we­nig wahrscheinlich, daß vor Sonnabend ein neuer Sturm statt-

^b^Aehnlich berichtet dieMorgenpost" aus Paris: Der Minister des Innern hat nach Luneville telegraphische Anweisung gegeben, der Rück­fahrt desL. 3. 4" kein Hindernis in den Weg zu legen Das Luft­schiff wird am Freitag nach Beseitigung des Motordefekts in Lunemlle aufsteigen und nach Deutschland zurückkehren. Der Unterprafekt von Luneville, der der oberste Beamte der Festung ist, erklärte. Im Luftschiff befanden sich drei Offiziere in Uniform und 11 andere Herren in Zivil, von denen ein Teil offenbar zur Bedienungsmannschaft gehörte Der Ballon ist nicht mit Beschlag belegt worden. Dre Offiziere und ihre Mit­reisenden befinden sich auf freiem Fuß. Aus ihren Wunsch verbliebe sie die Nacht über in ihrer Gondel. Der Lokalanzeiger meldet aus Luneville' Durch Anschlagszettel wurde die Tatsache zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Zwangslandung desL. Z. 4" durch Versagen des Motors erfolgte. Die in den ersten Nachmittagsstunden recht ge­reifte Stimmung in Luneville ist etwas ruhiger geworden. Die deut­schen Offiziere verschafften sich Zivilkleider und erhielten dre Erlaubnis abzureffen - DasTageblatt" meldet aus Faris: Als die Mechaniker des L. 3. 4 in den Straßen von Luneville zu promenieren versuchten, wurden sie von der Menge umringt, die eine feindliche Haltung einnahm und von der Polizei zerstreut werden mußte. Laut Information hatten die Offiziere angeblich einige Klichees vernichtet. Wie verlautet, wurde bei einem Offizier ein Klichee vorgesunden. Kurz vor der Landung holte die Besatzung die deutsche Flagge ein und gab fie, tn kleine Fetzen zerrissen, dem Winde preis. ,

Luneville, 4. April. Die Insassen desL. Z. 4 sind .einer Durchsuchung unterworfen worden. Das Luftschiff wurde beschädigt. Es wird die Weiterreise nicht vor der Ankunft neuer Easvorrate an­treten können. Die Jnsasien wurden nach verschiedenen Vernehmungen im Auto des Maire von Luneville in ihr Hotel gebracht. Der Maire und 60 Arbeiter, die vün den Jnsasien je 5 Francs für ihre Dienst­leistung erhalten haben, halten während der Nacht die Wache bei dem Luftschiff. ________*________

Tie deutsche Politik während des Balkankrienes.

Zu Beginn der gestrigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstags teilte der Abg. Spahn mit, der Reichshanzler werde sich kommenden Montag im Plenum über die auswärtige Lage äußern. Bei der Beratung des Etats für das Auswärtige Amt wünschte der Referent Basiermann Auskunft über die Lage am Balkan. Er begrüßte das Zusammenwirken Deutschlands und Englands bei den Balkanwirren und begrüßte weiter den freundlichen Ton, auf den die jüngsten Reden der englischen Staatsmänner im Unter­hausen gestimmt waren. Die Haltung Deutschlands bei den gegen­wärtigen Wirren habe bewiesen, daß Deutschland eine friedliche Politik verfolge. Staatssekretär v. Jagow machte daraufhin Mit­teilungen über Fragen, die mit dem Balkankriege zusammen­hängen. Diese Erklärungen waren z. T. vertraulicher Natur. U. a. ließ er sich über die Entstehung des Balkanbundes aus, ging dann auf die Frage ein, ob die deutsche und europäische Diplomatie durch den Ausbruch des Krieges überrascht worden sei und erörterte so­dann die verschiedenen diplomatischen Phasen des Krieges, die Aufgabe der Statusguo-Formel, die durch die von allen Mächten angenommene Formel der Lokalisierung ersetzt wurde, besonders auch die Entwicklung der albanischen Frage, bei der die deutsche Diplomatie sich ständig auf Seiten ihrer Verbündeten gehalten habe unter Benutzung jeder Gelegenheit zu vermittelndem Ein­greifen. Im ganzen Verlauf der Frage habe Deutschland treu zu Oesterreich-Ungarn gestanden und sei auch sofort auf den Wunsch seiner Verbündeten bereit gewesen, an der Flottendemonstration an der montenegrinischen Küste teilzunehmen. Wie sich bei weiterer Hartnäckigkeit Montenegros diese Angelegenheit weiter entwickeln werde darüber lasie sich heute noch nichts sagen. Der Staatssekre­tär stellte hierbei fest, daß sämtliche Mächte darin übereinstimm­ten, daß Skutari zu Albanien geschlagen werden sollte, nachdem über die Zuweisung von Ipek, Prizrend und Dschakowa eine Eini­gung erzielt sei. lleber den Gang der Verhandlungen, die den bul­garisch-rumänischen Ausgleich beträfen, ließen sich Einzelheiten gegenwärtig nicht mitteilen. Deutschland sei bemüht, den rumä­nischen Wünschen nach Möglichkeit zum Erfolg zu verhelfen. Dre Gesamtheit der finanziellen Fragen werde unter Zuziehung von Fachmännern in Paris erörtert werden. Die Grenze Midia-Enas fei jetzt auf Anregung Rußlands zur mäglichst schnellen Beendi­gung der Feindseligkeiten von den Mächten den Kriegführenden vorgeschlagen und von der Türkei bereits angenommen worden. Die Frage der Inseln, deren Lösung sich die Mächte vorbehalten hätten, böte erhebliche Schwierigkeiten. Deutschlands Politik gehe dahin, diese Frage tunlichst in einer Weise zur Lösung zu bringen, daß der asiatische Besitzstand der Türkei nicht gefährdet werde. Hinsichtlich des asiatischen Besitzes der Türkei gingen die Bemüh­ungen der deutschen Diplomatie darauf, den Statusquo zu erhal­ten und die Lebensfähigkeit der Türkei zu stützen. Die Darda­nellenfrage habe bisher keine Macht angeschnitten.

Im weiteren Verlauf der Sitzung gaben auf Ausführungen eines Zenttumsredners sowohl Staatssekretär v. Jagow als auch Unterstaatssekretär Zimmermann Auskunft. Der Unterstaals­sekretär machte nähere Mitteilungen über die diplomatische Ver­tretung von Reklamationen deutscher Firmen und anderer Staats­angehöriger, die durch die Balkanereignisie in Mitleidenschaft ge­zogen worden sind. Bei den Beratungen der Londoner Botschafter­versammlung sei über gewisie Grundsätze, die für die Heranziehung der Balkanstaaten zur türkischen Staatsschuld maßgebend sein solle, vorläufig eine Einigung erzielt worden. Danach sollen die [ Verbündeten denjenigen Teil der Schuld übernehmen, der den

Politische Umschau.

Das Schreiben des Kaisers an den Pachter Sahst.

Das Schreiben, das der Pächter Sahst aus dem kaiserlichen Zivilkabinett erhielt, und durch das die Beilegung der Angelegen­heit erfolgte, hat folgenden Wortlaut:Seine Majestät der Kaiser und König haben von Ihrem loyalen und entgegenkommenden Verhalten bei der von Allerhöchst gewünschten Aufgabe der Pach­tung des Gutes Rehberg mit Befriedigung Kenntnis genommen und Ihnen den Königlichen Kronenorden vierter Klast^ ->»r- leihen geruht. Allerhöchstem Auftrage zufolge lasie pendle Ordensauszeichnung hierneben ergebenst »ugehr». ^-er Gehe me Kabinettsrat Wirklicher Geheimer Rat v. Volen.rnr Im An­schluß daran dürfte es von Jnteresie fern, e nige Einzelheiten über den Verlauf der Angelegenheit zu Horen, die jetzt bekannt werden. Noch am Tag« der Rede des Kaisers und in den nächsten Tagen mehrere Male suchte der Kammerherr v. Oldenburg den Geheimen Oberregierungsrat v. Etzdorf und den Chef des Kaiserlichen Zivil­kabinetts ». Palentini auf, ttM im Jnteresie des Pächters Sahst

Ein Zeppelindavon in Frankreich.

W. Paris, 8. April. Heute mittag ist in Luneville das Luftschiff3 4 infolge Motordesektes gelandet. 6 (?) Offiziere befanden sich an Bord. Das Luftschiff ist heute früh inFrledrichs- hafen aufgestiegen und hatte infolge des starken Nebels den Weg verloren. Truppen bewachen das Luftschiff, dessen Motor« demontiert werden. Eine große Menschenmenge ist nach dem Manöoerfeld hinausgeströmt.

Diese Nachricht, die wir gestern nachmittag verbreiten muß­ten, mutete uns freilich zuerst an, wie ein verspäteter Aprilscherz, zumal in Reims bereits eine ähnliche Meldung vor einigen Tagen als Aprilscherz verbreitet wurde. Die Richtigkeit der Meldung wurde uns aber bestimmt versichert. Es liegen über den wunder­lichen Vorfall weiter folgende Meldungen vor:

^Friedrichshafen, 3. April. Bei dem in Luneville gelandeten Luftschiff handelt es sich, wie von der Luftschiffwerst bestätigt wird, in der um den heute vormittag in Friedrichshafen ausgestiegenenZ 4. Die Führung hatte Kapitän Gluud, ein Angestellter des Luftschiffbau Zeppe­lin, welchem das Luftschiff noch gehört. Die an Bord des3_4 ge­wesenen Offiziere gehören der Abnahmekommission an. Es sind dies der Kapitän George, Oberleutnant Jakobi und Oberleutnant Brandeis. ^

Luneville 3. April. Bei der Landung des 3eppelinluftschiffes auf dem Manüverfelde hielt gerade eine berittene Jägerbrigade Uebun- aen ab. General Lcscot verhörte die Offiziere. Sie erklärten heute früh 6 Uhr in Friedrichshafen ausgestiegen zu sein: sie wollten einen größeren Flug ausführen, waren aber durch die Wolken über ihre Richtung ge­täuscht worden und seien so nach Luneville gelangt. Der Ballon wird von Militär bewacht. Die sofort herbeigeeilte Menge wurde durch Sol­daten in Schranken gehalten. Der Unterpräfekt und der Staatsanwalt find an Ort und Stelle eingetroffen. .

M e tz, 3. April. 3u der Landung des Zeppelmlufffchiffes wird aus Nancy gemeldet: Das Luftschiff war gegen 1 Uhr in der Gegend von Nancy und landete gegen 2 Uhr in Luneville. wo es von den Soldaten des gerade dort mauöverierenden zweiten Jägerbataillons in Empfang genommen wurde. Die an Bord befindlichen drei Offiziere gaben an<. sie hätten nicht gewußt, daß sie sich über französischem Boden befanden. Sie seien durch den starken Ostwind abgetrieben worden und hätten außerdem mit Motordefekt zu tun gehabt. Die Volksmenge habe das Luftschiff zuerst offenbar für ein französisches gehalten, die Luftschiffer selbst hätten aber aus den Zurufen bald geschlossen, daß sie sich in Frank­reich befanden. Die Offiziere begaben sich in ein Hotel, vor besten Tur mehrere militärische Posten Aufstellung nahmen. Wie weiter gemeldet wird, haben die Luftschifser nach Paris um Wasserstoffgas gedrahtet, woraus man entnehmen will, daß sie hoffen, morgen die Rückfahrt nach Deutschland antreten zu können.

Paris, 3. April. Das bei Luneville niedergegangene deutsche Luftschiff wurde mit Beschlag belegt. Die Besatzung wird überwacht. Ein Offizier der Luftfchifserabteilung des französischen Kriegsministe­riums ist nachmittags nach Luneville abgereist.

L u n 6 v i l l e, 3. April. Gegen M Uhr sahen heule hiesige Einwohner zu ihrem Erstaunen in bet nebligen Luft über bei Stadt ein großes gelbbraunes Luftschiff, das aus bei Richtung von Nancy zu kommen schien. Es wat ein stattes lenkbates Luft­schiff. Es flog in gtoßet Höhe, vetfchwanb bann wiebet, kam um 1 Uht 20 Min. zutück, umkteiste mehtmals bie Kitche von St. Jacques unb lanbete schließlich aus bem Manövetfelbe, wo Jäger zu Pfetbe exetzietten. Die Offiziere ließen sofort eine Absper­rungskette um bas Luftschiff bilden, bas leicht unb unverletzt landete. Es war ein Zeppelin-Luftschiff neuen Modells. Dol­metschet befragten die Offiziete, einen pteußischen Hauptmann, «inen pteußischen Leutnant und zwei wütttembetgische Leutnants und sechs andete Pasiagiete.

L u n 6 v i l l e, 3. Aptil. Die Offiziete desZ 4 erkläiten, sie hätten im Etoßheizogtum Baden landen sollen, seien aber in­folge starken Ostwindes abgetrieben worden. Sie hätten mehrere Forts passiert. Als sie schließlich über dem Fort Mannonvillets gewesen seien und Reiterei gesehen hätten, hätten sie geglaubt, in der Gegend von Saarburg zu sein und wären gelandet. Das Luft­schiff wäre auf einer seiner drei Probefahrten und von der Militärbehörde noch nicht abgenommen. Die an Bord befind­lichen Offiziere hätten die Aufgabe, die Probefahrt abzunehmen. Das Luftschiff wurde durch Wegnehmen der Magnete bewegungs­los gemacht und an eisernen Pikettpfählen verankert. Die Zivil- und Militärbehörden sind zur Stelle.

Lunäoille, 3. April. Hervorzuheben ist noch, daß der Wind von Osten kam, daß also das Luftschiff, wenn es nah« der Grenze oberhalb des Waldes von Parroy eine Motorpanne erlitt, vor Lunäville keinen zur Landung geeigneten Boden fanden konnte.

Nancy, 3. April. Die Nachricht von der Landung des Zeppelinluftschiffes wurde im Laufe des Nachmittags in der Stadt bekannt und gab zu zahlreichen Erörterungen Anlaß. Ein merk­würdiges Zusammentreffen ist es, daß gerade in der letzten Nacht interessante Manöver vorgenommen worden sind, um mit Schein­werfern, die sich auf Automobilen befanden, nach Ballons zu suchen. Gleichzeitig waren mitten in der Nacht Landungsübungen vorgenommen worben. So konnte z. B. bas LuftschiffAdjutant Vincenot", welches in der Dunkelheit in großer Höhe über Toul kreuzte, schnell entdeckt und verfolgt werden.

Weitere politische Folgen dürfte aber der Vorfall nicht habe», ®ie folgende Meldungen besagen:

Paris, 3. April. Von unterrichteter Seite verlautet, daß man hier weit davon entfernt ist, der Landung des deutschen Luft­schiffes auf dem Lunäviller Uebungsplah irgendwelche tiefergehende politische Bedeutung beizumesien. Man erklärt, es handle sich um einen Vorfall, welcher lediglich vom Gesichtspunkte der Luftschiff- ! sahrt au» Interesse haben könnte.

Der Anzeigenpreis beträgt für die Tgefoaltene Zeile ober beten Raum 15 4. bei amtlichen unb auswärtigen Anzeigen 20 4. fürIO, Reklamen bie Zeile 60 J>. Bei Wiebeiholungen entsprechender Rabatt. Jeber Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 bes Postscheckamtes Frankfurt a. M.

sollen die Valkanstaaten hinsichtlich aller Konzessionen und Staat«. Verträge, die sich auf die ihnen zufallenden türkischen Gebiete be. ziehen, an die Stelle der türkischen Regierung treten. Die Einzel, heilen sollen unter Zuziehung der Türkei und der Valkanstaaten von einer nach Paris einzuberufenden internationalen Kommis, sion geregelt und die dort auszuarbeitenden Protokolle in »e» Friedensvertrag ausgenommen werden. Die Pariser Konferenz. Kommission soll so bald wie möglich zusammentreten Schon tn diesen Tagen beginnen Vorbesprechungen zwischen der franzonlcken Regierung und den Botschaftsräten der Ecroßmächte, zu beten bet. vorragende Finanzmänner und Delegierte der Dette Pnoliqu« Ottomane als technischen Berater hinzugezogen werden Bei Der Ausübung des Schutzes der Türkei beschräntte man sich naturge* maß auf die Stammländer der Kriegführenden. Deutschland halt« leider nicht das Recht und die Macht, Uebergrtffe zu verhindern, die in dem Gebiet der kriegerischen Operationen, d. h. auf hna« schem Boden, gegen die einheimische Bevölkerung vocgekvminen sind. Es kamen hierüber zwar übertriebene Schiledrungen in bu Presse, doch scheine das, was sich wirklich ereignet habe beklagens, wer! genug. Eine Nachprüfung im Einzelnen sei selbstverständlich unmöglich Es wurden aber alle zur Kenntnis gekommenen Bot. fälle bei den Regierungen der Balkanstaaten zur Sprache gebracht und nach Kräften auf die Abstellung bes Unwesens hingeivirkt. Zu entsprechenden Schritten seien von bei deutschen ^egnung auch die anderen Mächte, besonders England veranlaßt worden.

Wie ferner der Pariser Korrespondent derFrankfurter Ztg. 1 aus guter Quelle erfährt, wird die französische Regierung den I Z. 4 ohne besondere Formalitäten freigeben. Rach Friedrichshafen ist diese Meldung schon abgegangen. Mann­schaften mit Gas sollen von dort bereits nach Luneville unterwegs sein. Die Rückfahrt soll wahrscheinlich schon morgen angetreten

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