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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage".

M 73

DieOberhrWchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bet unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Vuchdruckerei Z. A. Koch Hnt).: Dr. E. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 29. März

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Sir. 5015 de, Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

irrstes Blatt.

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Die Verstärkung der deuti en Wehrkraft.

Genau auf den Tag, den der Reichskanzler vor einiger Zeit dafür in Aussicht gestellt harte, ist die neue Heeresvorlage der Oeffentlichkeit übergeben worden und damit das Dunkel ver- scheucht worden, das lange Zeit über dem Inhalt für dis Ver­stärkung der Wehrkraft des Reiches bestimmten Vorlage gelagert hat. Es ist die umfangreichste Heeresvermehrung, die feit dem Bestehen des Deutschen Reichs in Vorschlag gebracht worden ist. Soll doch unser Heer um nicht weniger als rund 4000 Offiziere, 15 000 Unteroffiziere und 117 000 Mann sowie um 27 000 Pferde verstärkt und damit die Friedenspräsenzstärke auf über 660 000 Mann gebracht werden. Dazu ist eine Mehreinstellung von jähr­lich 63 000 Rekruten erforderlich.

Es ist ein außerordentlich schweres Opfer, das dem deutschen Volke damit zugemutet wird, denn zu den persönlichen Lasten, die die Heeresvermehrung im Gefolge hat, treten die finanziellen, die eine Höhe aufweisen, wie sie bisher noch bet keiner militärischen Vorlage erreicht worden ist. Betragen doch die einmaligen Aus­gaben für die Verstärkung unserer Wehrkraft, die allerdings außer der Mannschaftsvermehrung auch eine wesentliche Vermehrung des Kriegsbedarfs, den Ausbau unserer Festungen und die Schaf­fung einer stärkeren Luftflotte umfaßt, nicht weniger als 898 Millionen Mark, und belaufen sich doch die fortdauernden Aus­gaben auf nicht weniger als 183 Millionen Mark jährlich. Daß die Reichsregierung dem deutschen Volke diese Opfer nicht ohne Ursache anstnnt, ist selbstverständlich. Es sind schwerwiegende, zwingende Gründe, die unsere oberste Heeresleitung veranlaßen, derartige persönliche und finanzielle Opfer zu heischen. Der In­halt der Heeresvorlage kennzeichnet zur Genüge den Ernst der Lage. Mit vollem Rechte weist die Begründung der Vorlage auf die Verschiebung der Machtverhältniffe in Europa hin und hebt die Tatsache hervor, daß Deutschland in einem ihm aufgezwun­genen Kriege möglicherweise seine Grenzen gleichzeitig gegen mehrere Feinde zu verteidigen haben wird. DasFeinde rings­um" gilt auch heute noch für das Deutsche Reich, und wird noch fange für es gelten.

Da gibt es denn keinen anderen Weg, die Sicherheit des Reichs zu gewährlisten und feine Machtstellung in der Welt auf­recht zu erhalten, als die Durchführung des Gedankens der all­gemeinen Wehrpflicht, die mit Recht in der Begründung der Vor­lage als bewährteste Grundlage für Deutschlands Stärke erklärt wird. In Zukunft sollen alle waffenfähigen Männer in Deutsch­land ihrer Wehrpflicht Genüge leisten und auf diese Weise das Heer jung und kampffähig erhalten werden.

Das deutsche Volk hat sich in seiner erdrückenden Mehrheit schon bereit erklärt, die Opfer, die die Aufrechterhaltung und Sicherheit des Reiches erfordern, auf sich zu nehmen. An der Volksvertretung, dem Reichstage, ist es jetzt, dieser Gesinnung durch Bewilligung der Vorlage möglichst einmütig Ausdruck zu geben, damit auch das Ausland sieht, daß Deutschland bereit ist, alles, was ihm an Gut und Blut zur Verfügung steht, in die Wagschule zu werfen, wenn es seine Ehre und seine Lebensinter­essen erfordern.

Die Heeresvorlage.

Am Freitag ist endlich die mit so großer Spannung erwartete Neue Heeresvorlage der Oeffentlichkeit übergeben worden. Sie bringt eine bis zum Schluffe des Finanzjahres 1915 durchzu- führende wesentliche Verstärkung unserer Wehrkraft, indem sie die jetzige Friedenspräsenzstärke von 544211 Mann (Gemeine, Gefreite und Obergefreite) auf

661176 Mana

erhöht. Davon entfallen auf Preußen einschließlich der unter preußischer Militärverwaltung stehenden Kontingente 513 068 (bisher 420 939) Mann, auf Bayern 73 168 (60 351), auf Sachsen 49 472 (41 625) und auf Württemberg 25 468 (21 296) Mann. Die gesamte Heeresvermehrung beläuft sich auf rund 4000 Offiziere, 15 000 Unteroffiziere, 117 000 Gefreite und Gemeine und 27 000 Pferde. Es sollen jährlich rund

63 000 Rekruten «ehr

eingestellt werden. Sie sollen vor allem dazu dienen, den Frie­densstand der-vorhandenen Truppenteile zu er­höh e n, um dem Heere einen Zuwachs an schnell bereiter Kampf­fraft zu bieten, den Uebergang vom Friedens- in den Kriegsstand tu erleichtern, und die im Kriegsfall einzureihenden Jahrgänge des Beurlaubtenstandes zu verjüngen und zu verstärken. Handelt es sich so weniger um die Aufstellung neuer Truppenteile oder Neuer großer Truppenverbände, so sollen doch

einige Reformationen, öie sich als unentbehrlich erwiesen haben, geschaffen werden. Dies »nd u. a. für die Infanterie die bei 18 Regimentern noch fehlen­den dritten Bataillone, für die 18 Jäger-Bataillone Radfahrer- mb Maschinengewehr-Kompagnien, für die Kavallerie 6 neue Regimenter und bet 4 bayrischen Regimentern noch fehlende iinfte Eskadrons, für die Fußartillerie 3 neue Regimenter und 1 »ürttembergifches Bataillon, für die Pioniere 11 und die Ver- ehrstruppen 13 neue Bataillone, für den Train 1 Bataillon und 0 Kompagnien. Am Schluffe des Rechnungsjahres 1915 sollen """ch bestehen: bei der Infanterie 669 (nach dem bisherigen Ge« ch 651) Bataillone, bei der Kavallerie 550 (516) Eskadrons, bei er Fußartillerie 55 (48) Bataillone, bei den Pionieren 44 (33) ataillon«, bei den Verkehrstruppen 81 (18) Bataillone und beim

Train 26 (25) Bataillone. Die Formationen bei der Feld­artillerie, 633 Batterien, bleiben der Zahl nach unverändert.

Bet den drei Hauptwaffen sollen die sämtlichen ge- ylanten Maßnahmen organisatorischer Art soweit als möglich bis zum Oktober des laufenden Jahres durch- geführt werden. Die Beschaffung von Kriegsmate­rial aller Art soll beschleunigt, ein rascherer und ver­stärkter Ausbau unserer Festungen (namentlich im Osten) in die Wege geleitet, eine Erweiterung der Schieß- und Uebungsplätze bewirkt und eine

wesentliche Verstärkung unser« Luftflotte durchgeführt werden.

Um die nötige Vermehrung des Offizierkorps zu erleichtern, sollen die Kriegsschulen und Kadettenanstalten ver­mehrt bezw. erweitert werden. Zur Sicherung des

Unteroffizierersatzes

sollen neue Unteroffizierschulen geschaffen und die bestehenden Unteroffizierschulen und -vorschulen vergrößert werden. Ferner soll die D i e n st p r ä m i e nach 12jähriger aktiver Dienstzeit von 1000 M auf 1500 J*. heraufgesetzt, die Zivilversorgungs­entschädigung von 12 <M auf 20 M monatlich und die ein­malige Eeldabfindung von 1500 auf 3000 «M. erhöht werden. Des weiteren sollen neben Mitteln für eine Befferstel- lung der Unteroffiziere und Kapitulanten in Bezug auf die Ver­pflegung usw. auch Mittel für eine

beff«e Verpflegung der Mannschaften, sowie für freie Urlaubsreisen in die Heimat bereit­gestellt werden.

Die Eesamtkosten der Heeresvorlage

Die dauernden Ausgaben für 1913 betragen 54, für 1914 153 und für 1915 186 Millionen Mark, also zusammen 393 Mil­lionen, die einmaligen Mehrausgaben für 1913 435 Millionen, für 1914 285 Millionen und 1915 178 Millionen, zusammen 898 Millionen Mark.

Von den einmaligen Ausgaben für Preußen, Sachsen und Württemberg entfallen 28 SJiUüonen Mart auf Magazinverwai- tung, 38 Millionen auf Bekleidung und Ausrüstung, 230 Mil­lionen auf Unterkunft» 46 Millionen auf Truppen­übungsplätze und Schießstände, 14 Millionen auf Medizinalwesen, 14 Millionen auf Trainwesen (Feldküchen usw.), 31 Millionen auf Pserdebeschaffung usw., 71 Millionen aus Artil­lerie» und Waffenwesen, 28 Millionen auf Ingenieur-, Pionier- und Verkehrswesen, 79 Millionen auf Luft­fahrwesen, 210 Millionen aus Festungen, 15 Millionen auf vorübergehende Unterkunft und 8 Millionen auf Verschiedenes.

Die

Begründung

der Vorlage weist auf die Verschiebung der europäi­schen Machtverhältnisse infolge der Ereigniffe auf dem Balkan hin und betont, es sei mehr als je unsere oberste Pflicht, den Schutz unserer Grenzen so stark alsmöglich zu gestalten, da Deutschland infolge der etngetretenen Verschiebungen es in einem ihm aufgenötigten Kriege möglicherweise gleichzeitig' mit mehreren Feinden zu tun haben werde. Die bewährteste Unter­lage für Deutschlands Stärke sei aber

di« allgemeine Wehrpflicht.

Rur wenn diese verwirklicht bleibe, könnten wir der Zukunft mit dem sicheren Gefühl erfüllter Pflicht und festen Vertrauens entgegensehen. Dann bleibe auch die Armee jung, und wir seien nicht genötigt, im Kriegsfälle ältere Jahrgänge, Männer mit Frau und Kind, sofort in vorderster Linie an den Feind zu führen, während junge, diensttaugliche Mannschaft zurückbliebe und beim Eintritt der Gefahr erst ausgebildet werden müffe. Die Stärke unseres Heeres aber habe mit dem Wachstum der Bevölkerung nicht völlig gleichen Schritt gehalten. Der leitende Ge­danke der Vorlage sei deshalb der Ausbau der allge­meinen Wehrpflicht nach dem Stande der Be­völkerung. Die jetzige Friedenspräsenzstärke mache 0,838 202 vom Hundert der Bevölkerung aus, durch die neue Vorlage werde sie auf 1,018 353 vom Hundert erhöht.

* *

Die Deckungsoorlage.

Zur Deckung der Mehrausgaben dienen ein erhöhter Bettag der be­stehenden Zölle und Steuern, die Erhebung eines Stempels für Gesellschaftsverträge und Versicherungsquit­tungen, die Erweiterung des Erbrechts des Staates, die Ueberschüsse von 1911/12 und die Erhebung eines Wehrbeitrages. Zu dieser Vorlage wird noch gemeldet: Aus Zöllen und Steuern find für 1913 24 Millionen Mark, für 1914 und 1915 je 16 Millionen Mark Mehrerträge erwartbar. Die Erhebung eines Stempels von Eefellschaftsverträ- gen und Verficherungsquittungen verspricht einen Behar­rungszustand von 64 Millionen Mark: indessen soll den Bundes­staaten für den Berzicht auf diesen Stempel eine Entschädigung gewährt werden, und zwar für die ersten drei Jahre in Höhe des ganzen Ergeb- niffes des bisherigen Landesstempels, für die drei folgenden Jahre je die Hälfte. Jnfolgedeffen erhielte das Reich 1913 22 Millionen, 1914 und 1915 je 44 Millionen. Das Gesetz über

das Erbrecht des Staate»

läßt für das Reich einen Jahresbeitrag von 15 Millionen Mark erwarten, für 1913 jedoch nur 5 Millionen. Der Ueberschuh von 1911 beträgt 4 738 457 Mark, der Ueberschuß von 1912 75 Mil­lionen.

Der Wehrbeittag

der nach dem Bermögensstand vom 81. Dezember 1912 veranlagt wird, soll in zwei Jahresraten erhoben werden und »inen Gesamt­

ertrag von 976 bis 1000 Mill. Mark ergeben. In später«, Jahren würden bei unverkürzter Beibehaltung der Zuckersteuer und be» Zuschlags zur Eruudwechselabgab« die fortdauernden Ausgaben d« Wehrvorlagen mehr als gedeckt fein. Ihre Beibebaltung ist daher nur bis Ende 1917 in Aussicht genommen. Bei den fortdauernden Ausgabe, ergibt sich für 1913 ein ungedeckter Betrag von 3 Millionen Mark, fflt 1914 ein solcher von 63 Millionen, für 1915 von 91 Millionen Mark, zusammen von 157 Millionen Mark, denen jedoh nur die Bedeutung einmaliger und vorübergehender Fehlbeträge zukommt. Es ist bebet gerechtfertigt, zu ihrer Deckung den Wehrbeittag mit heronzuzieben. Die einmaligen Ausgaben beziffern sich einschließlich dieser ungedeckte, Beträge auf 10 5 5 Millionen Mark, für deren Deckung aus den Ueberschüffen von 1912 rund 65 Millionen Mark bereitgestellt werden. Mithin bleiben 990 Millionen Mark au, dem Wehrbei­trag zu decken.

An dem vaterländischen Opfer des Wehrbettrage» werden flch auch die deutschen Bundesfürsten beteiligen. Der Wehrbeitrag be­trägt % Prozent des Vermögens: außerdem ist die Heran, ziehung der Einkommen über 50000 Mark zu einem außer- ordentlichen Beitrag von 2 Prozent vorgesehen, sofern nicht schon an» bem Vermögen ein gleich boher Betrag geleistet wird. Von einer Staffelung ist abgesehen worden. Die Vermögen unter 10001 Mark sind freigelassen worden. Der Beitrag ist in pvei Raten zu entrichten: eine Stundung bis zu drei Jahren ist zugelafien. Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktten werden herangezogen. Der Nennbetrag de, Aktienkapitals und die geschäftliche, Guthaben der Gesellschaften werden in Abzug gebracht.

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Politische Umschau.

Churchill» Flottenrede.

London, 27. März. Die gestrige Rede Winston Churchill» wird von der konservativen Preffe wesentlich ruhiger ausgenom­men, als es sonst bei Reden diese« Minister« in den letzten Jahren üblich war. Sie macht Churchill jedoch den Vorwurf, daß er da» Verhältnis zu Deutschland für England zu günstig beurteilt hab«. Es sei falsch, zu sagen, daß im Jahre .'920 41 britische Ueber- dreadnoughts im Bau« begriffen sein würden gegen 24 deutsche. Der Vergleich sei unzutreffend, und e» hätte überhaupt keinen Zweck, auf so lange Jahre hinaus Betrachtungen über das Stärke»* Verhältnis der beiden Flotten anzustellen Dann haben verschie­dene konservative Blätter aus seiner Rede den Eindruck gewonnen, daß er versuchte, die Deutschen zu überreden, weniger Schiffe zu bauen. Erstens aber sei es gewiß, daß man in Deutschland darauf nicht hören werde, und zweitens erwecke es den Anschein, als ob matt hier des Bauens müde geworden sei, um Geld zu sparen. In Wirklichkeit lägen aber die Dinge so, daß England länger aus. halten könne als Deutschland, das nebenbei auch für seine Land­armee zu sorgen habe. Man möge also frisch darauf losbauen.

London, 28. März.Daily Chronicle" schreibt: Wir können von Deutschland billigerweise nur fordern, anzuerkennen, daß Churchills Vorschläge in völlig gutem Glauben und ohne jede böse Absicht gemacht worden sind, und die Vorschläge entweder an­zunehmen oder nicht. Die Aufrichtigkeit unserer Haltung wird, wie wir glauben, von der deutschen Regierung anerkannt, und wir können nur hoffen, daß auch die deutsche Nation, mit der wir so gewaltige Jntereffen gemeinsam haben, sich mehr und mehr da­von überzeugen wird.

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Deutsches Reich.

Der Kronprinz von Sachse« in Köln. Köln, 28. März. Der auf einer Rheinreise befindliche Kronprinz von Sachsen ist heute von einem Besuch des Ruhrorter Hafens kommend in Köln ein­getroffen. Er unternahm bald eine Besichtigung der Sehens­würdigkeiten der Stadt und stattete alsdann seinem Onkel, dem Prinzen Max von Sachsen, der am hiesigen Priesterseminar als Professor wirkt, einen Besuch ab.

Da» Reifezeugnis des Oberlqzeums. Halle, 27. März. Der preußische Verein für das höhere MSdchenfchulwesen, der hier seine Jahressitzung abgehalten hat, beschloß bei der Staatsregierung zu beantragen, daß das Reifezeugnis des Oberlyzeums, das bisher nur zum Studium an der philosophischen Fakultät berechtigte, künftig im gleichen Matze wie das Reifezeugnis der Oberrealschule zum UniversttStsstudium berechtigen möge.

Die Arzneitaxe. Berlin, 27. März. DerApotheker-Ztg." zufolge wird, nachdem wiederholt der Wunsch,laut geworden ist, mit Rücksicht auf die ungünstige wirtschaftliche Lage vieler, beson­ders kleinerer Apothekenbettiebe die Arzneitaxe zeitgemäß zu ver- beffern, auf Antrag einiger Bundesstaaten im Sommer dieses Jahres von Vertretern der einzelnen Bundesstaaten diese An­gelegenheit in einer besonderen Tagung erörtert werden.

Keine Reichs-Biehverficherung. Im Reichstage ist mehr­fach angeregt worden, von reichswegen eine obligatorische Ver­sicherung gegen die Schäden infolge von Viehseuchen einzuführen. Wie dieN. p. C." mitteilt, ist im Bundesrat keine Neigung da­für vorhanden, eine solche Reichsversicherung zu schaffen. In ein­zelnen Bundesstaaten bestehen übrigens im gewissen Umfange Landesversicherungskaffen, während in Preußen die Provinzial­verbände die Einrichtung von Viehversicherungen neuerdings in Angriff nehmen.

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Ausland.

** Die russische Grenze überflogen. Petersburg, 28. März. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Kjelze: Längs der die Grenze bildenden Weichsel überflog heute ein von Oesterreich kommender Luftballon russisches Gebiet. Eine halbe Stunde daraus erschien ein Aeroplan. Die Grenzwache beschoß den Aeroplan, der sofort nach Oesterreich zurückkehrte.