M 72
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage".
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezug.spreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeitungssteNen 2,— m frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Znh.' Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Freitag, 28 März
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 »>, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
48. Jahrg.
1913.
Erstes Blatt.
Herr ClmrclM redet.
Der englische Marineminister Winston Churchill ist uns kein Fremder. Er hat bei uns bereits dadurch seine echt englische Visitenkarte abgegeben, daß er vor einiger Zeit für unsere Flotte das Prädikat einer Luxusflotte prägte. Diese Arroganz und das Verkennen der eigenen Stellung hat damals in Deutschland viel böses Blut gemacht. Inzwischen ist aber — so glaubt man wenigstens in Deutschland — in den deutsch-englischen Beziehungen eine Aenderung eingetreten. Nicht nur, dah der Marineminister von Tirpitz in ruhigen Worten das Verhältnis der deutschen zur englischen Flotte nach einem gewissen Prozentsatz (10 :16) feststellte, sondern auch die ganze internationale Lage schien zu zeigen, daß Deutschland und England im Interesse des Friedens sich bedeutend näher gekommen waren. Was in England viel heißen will: Blätter vom Schlage der „Times" fanden freundliche Worte für uns, ja der englische Minister selbst gab die Versicherung ab, daß England sich nie dazu verpflichtet habe, bei einem kontinentalen Kriege ein Landheer zur Verfügung zu stellen. Das alles scheint verflogen, wenn man Herrn Winston Churchill in seiner neuesten Redeleistung, dem alten unverschämten Verfahren unseren eigenen Rüstungen gegenüber hört. Der Redner führte in seiner Rede im llnterhause die Steigerung der Flottenausgaben vor allem auf den Entschluß zurück, die Zahl der kriegssertig in Dienst gehaltenen Schiffe infolge des neuen deutschen Flottengesetzes zu vermehren, die Zahl und namentlich die Besoldung des Personals zu erhöhen. Dazu komme die Steigerung der technischen und der Ve- triebsanforderungen, auch aus der Heranziehung der Luftfahrt und der drahtlosen Telegraphie. „Wenn die Ausführung des Programms bester fortschreitet, werde ich im Verlaufe des Jahres weitere Ergänzungskredite fordern müsten. Die Flotte geht jetzt durch eine Periode nicht lediglich der Expansion, sondern auch schneller, unaufhörlicher Entwicklung. Das letzte deutsche Flottengesetz hat die Zahl der Schiffe, die wir jährlich zu bauen haben, vermehrt, und dieses Gesetz und die Erforderniste des Mittelmeeres haben die Zahl und die Erößenverhältniste der Schiffe noch weiter gesteigert, diei n höchster Bereitschaft erhalten werden müsten."
Der Minister wies weiter darauf hin, daß Deutschland, Amerika und Italien bei ihrer Armierung größere und zahlreichere Geschütze eingeführt hätten. Die Torpedos hätten zugenommen. Alles das erfordere größere Docks und größere Einrichtungen auf den Werften. Es fei keine Aussicht vorhanden, die gewaltigen, dauernd wachsenden Ko st en in den Flotte netats der künftigen Jahre zu vermeiden, wenn nicht die Periode der Rivalitäten und des technischen Fortschrittes zu einem Ende komme. „Die Frage, die sich die Großmächte und nicht nur die Großmächte, sondern auch die großen Nationen vorlegen sollten, ist diese: Wenn für den Zeitraum eines Jahres kein neues Kriegsschiff für irgendeine Flotte gebaut worden ist, würden unsere Flotteninteressen oder die nationale Sicherheit in irgendeiner erkennbaren Weise gefährdet werden? Wir haben heute gute Schiffe: sie sind die besten der Welt, bis bestere gebaut werden. Können sie nicht ein Jahr die Herrschaft behalten, bevor -sie zurückgesetzt werden? Warum sollten wir alle nicht für ein Jahr im Schiffsbau einen Feiertag eintreten lasten, soweit eine neue Konstruktion oder unter allen Umständen soweit eine Neukonstruktion eines Linienschiffes in Betracht kommt? Das ist die Frage, die ich im vorigen Jahre gestellt habe und das ist der Vorschlag, den ich in diesem Jahre wiederhole. Er schließt keine Aenderung in der relativen Stärke der Flotten in sich. Er bedingt nicht das Aufgeben irgendeines Planes bezüglich der Flottenorganisation oder der Flottenvermehrung. Er widerstreitet keinem System eines Flottengesetzes. Er schließt keine Einschränkung der wirklichen Flottenstärke ein." Die Finanzen jeden Landes würden entlastet und keine Flotte benachteiligt sein. Großbritannien werde stets sein bestes tun und die Führung stets, auch in der Konstruktion, aufrecht erhalten. „Es ist kein Appell der Schwäche des keuchend Zurückbleibenden, sondern ein Appell der Stärke des in Front Schreitenden, den wir an alle Nationen richten, und an keine Nation mit größerer Aufrichtigkeit als an unseren großen Nachbarn jenseits der Nordsee. Lasten Sie mich sofort und ohne Reserve im Namen der Regierung sagen, wie sehr wir den ruhigen und freundlichen Ton und die Stimmung der letzten deutschen Marinedebatten begrüße n." .... „Die Gefühle des guten Willens, das Wachsen gegenseitigen Vertrauens und gegenseitiger Achtung tragen viel dazu bei, dem Wettstreite auf dem Gebiete der Marine die Unruhe und Gefahr fortzunehmen." Das Bewußtsein der eigenen Stärke solle alles von unseren Verhandlungen ausscheiden, was den Charakter des Vangemachens oder der Prahlerei haben könnte. »Wir dürfen nicht versuchen, die deutsche Marinepolitik unseren Wünschen anzupasten durch eine zu genaue Interpretierung der freundlichen Sprache, die in Deutschland mit der Absicht zu beruhigen geführt worden ist." So könne es nur schaden, wenn, obwohl Herr v. Tirpitz das Verhältnis von 16 zu 10 anerkannt dabe, Deutschland nun nicht beginnen dürfe, ein neues Schlachtschiff zu bauen. Ein diplomatischer Druck in diesem Sinne würde nur zu einer direkt ablehnenden Antwort und Rekriminationen fuhren. Beide Nationen müsten vollkommen frei sein, bei de« Rüstungen zur See den Kurs einzuschlagen, der ihnen zu irgend« *t«r Zeit der weis« und richtig« zu fei« scheint.
Es ist jüngst unsere Politik geworden, soweit es uns möglich ist, unter allem notwendigen Vorbehalt im voraus zu erwägen, welche Folgen die Bauprogramme Deutschlands für unseren eigenen Schiffsbau, für annähernd dieselbe Reihe von Jahren haben werden, und zu erklären, dah. wenn in irgendeinem besonderen Jahr das Programm der Herausforderung vermindert oder ausgehoben werden sollte, unser dadurch veranlaßtes Programm unter allem nötigen Borbehalt ebenfalls vermindert ober aufgehoben werden solle.
So ist ein festes Gefügt für künftige Ereignisse geschaffen, durch welches ehrgeizige Pläne tatsächlich ausgeschlosten werden. Hätten die im deutschen Flottengesetz bewilligten Neubauten sich auf die erhöhte Rate von zwei Schlachtschiffen im Jahre während der nächsten sechs Jahre, die britischen Neubauten sich auf vier Schiffe beschränkt, so hätten nach Ansicht der Admiralität drei Schiffe genügt, um das 60-Prozent- Verhältnis in Dreadnoughts aufrechtzuerhalten. Da Deutschland feine Neubauten um zwei Schlachtschiffe in der genannten sechsjährigen Periode vermehrt hat, so werden auch die brittschen Pläne für Neukonstruktionen um vier Schlachtschiffe erhöht werden, von denen zwei im jetzigen Jahre auf Stapel gelegt werden müsten, so dah wir, wie ich bereits im vergangenen Juli gesagt habe, in diesem Zghre fünf Neubauten gegen drei ausführen werden. Das britische Vauprogramm der letzten Jahre wird auf diese Weise, rote ich im Unterhause im vorigen Juli erklärt haben, sich im ganzen auf25ßegenl4 Neubauten belaufen. Zu d'eser Gesamtzahl werden für jedes von der deutschen Regierung auf Stapel gelegte Schiff zwei weitere Schiffe gebaut werden. Ferner sollen hierzu alle diejenigen Schiffe kommen, deren Bau infolge neuer Flottenentwicklung im Mittelländischen Meer nötig rottd. Es freut mich jedoch, mitteilen zu können, dah eine solche Entwicklung gegenwärtig nicht zu bemerken ist. Dazu kommt noch das von den Malay-Staaten geschenkte Schiss sowie die drei Schisse, deren Schenkung Kanada erwägt.
Churchill erklärte, dah das Verhältnis der sechzigprozentigen lleber- legenheit über Deutschland noch eingehalten sei.
Er labe Deutschland ein, seinen Willen dahin kund zu geben, das Flottenprogramm des Jahres 1914 oder 1915 zu streichen.
England würde dann dasselbe tun, und dadurch würde auherordent- lich viel getan sein, um das melancholische und dumme Kapitel in der Geschichte der europäischen Zivilisation zu beenden.
Mit Ende des Jahres würde England 100 Flugapparate und P i - loten für seine Flotte zur Verfügung haben. Im Jahre 1914 wird Großbritannien vier Schiffe gegen zwei deutsche auf Kiel legen. Eine beiderseitige Verzichtleistung in diesem Jahre würde für Deutschland nicht vorteilhaft sein, während der Einfluh eines Zuiammenarbeitens der englischen und deutschen Regierung im Interesse des Friedens ein mahlos lobenswerter fein würde.
Wer die Rede mit einiger Unbefangenheit liest, dem kann der gönnerhaft herrische Ton uns gegenüber nicht verborgen bleiben, aber er wird auch seine Freude daran haben, zu sehen, wie Churchill den Anschein zu erwecken sucht, als ob Großbritannien nur den anderen Staaten in der Vervollkommnung und Vergrößerung der Schiffe gefolgt sei, wodurch die sinnlose Millionenvergeudung — nach Churchill — notwendig geworden sei.
Sehr richtig schreibt Graf Reventlow in der „Deutschen Tageszeitung": „Die britische Admiralität, nicht die deutsche, hat die Dreadnoughts gebaut, hat den Schlachtkreuzer erfunden, hat die „Ueberdreadnoughts" zu bauen begonnen, deren Größe diejenige der Dreadnoughts um annähernd das Doppelte bald übertreffen wird, die britische Admiralität ist mit einer sprungweisen ungeheuren Erhöhung der Eeschützkaliber und der Schiffsgeschwindigkeiten voran gegangen. Die anderen Marinen mußten und müsten folgen, weil der Seekrieg mit absolut minderwertigen Waffen erfolgreich ebensowenig geführt werden kann, wie der Landkrieg. Sehen wir uns aber auf dem Festlande in den Armeen um, so finden wir diese sich überstürzenden Qualitätswettkämpfe nicht, sondern technisch herrscht eine verhältnismäßige Gleichheit, mit der sich jede Macht begnügt. Wir überlasten es Großbritannien selbstverständlich vollkommen, so teure Schiffe zu bauen wie es will, aber wenn ein Erster Lord der britischen Admiralität das beklagt, so ist das für jeden Kundigen nur erheiternd. Das qualitative Ueberbietungsfieber ist immer von England ausgegangen und nur zögernd find die anderen Mächte gefolgt; jeder Vergleich zeigt das."
Daß Herr Churchill die Schiffe der Kolonien zwar erwähnt, sie aber in dem Verhältnis von 16 :10 nicht mitrechnet, fei nur beiläufig erwähnt. Wenn er fich darum sorgt, daß wir Deutsche das Geld für die Schiffe vielleicht nicht aufbringen könnten, so ist das ebenso töricht, als wenn er gönnerhaft den friedlichen Ton unserer Marinedebatten feftstellt. Solche Reden, wie die des Herrn Churchill sind 6ek uns freilich unmöglich. Was Churchill sagte, kann dazu beitragen, die deutsch-englischen Beziehungen nicht zu verbeffern, und man muß wohl annehmen, daß er fich über seine Person und über die Wirkung seiner Rede vollständig falschen Ansichten hingibt. Für die eine Offenheit, die er zum Schluß noch brachte, wollen wir ihm aber dankbar sein. Er schloß seine angeblich so wohlwollende Rede mit folgender Ausführung: „Ich wünsche ausdrücklich den Gedanken zurückzuweisen, daß Großbritannien jemals einer anderen Seemacht erlauben könne, ihm so nahe zu kommen, daß sie imstande wäre, bloß durch einen Druck zur See Englands politische Einwirkung abzulenken oder einzuschränken. Eine solche Lage würde ohne Frage zum Kriege führen."
______ —*—
Die Laqe auf dem Balkan S 3«r Erstürmung von StorlanopeL
Belgrad, 27. März. Während der Erstürmung von Adria- nopel sandte Schüri Pascha seinen Adjutanten zum 20. serbischen Regiment, um mit dem Kommandant der serbischen Armee über die Uebergabe der Festung zu verhandeln. General Stepanowitsch lehnt« das Anerbieten mit der Begründung ab, daß er nicht Höchst
kommandierender sei. Er setzte den General Iwanow in Kenntnis, der erklärte, daß er die Uebergabeverhandlungen selbst führen wolle. — Die serbische Timok-Division besetzte die Forts des nordwestlichen Sektors, deren Besatzungen sich ergaben. Die serbische Donau-Division ging mit der Vorhut bis an die Brücke bei Kara« gatsch vor, wo die türkischen Truppen sich ebenfalls den Serben ergaben.
Sofia, 27. März. Seit dem frühen Morgen ist die ganze Stadt in Bewegung, alle Gebäude tragen Flaggenschmuck. Der Platz vor der Kathedrale und die dahinführenden Straßen sind mit einer freudig gestimmten Menge gefüllt. In der Kathedrale wurde ein Requiem für die Gefallenen zelebriert. Dem Kriegsminister wurden lebhafte Kundgebungen dargebracht.
Bor der Tschataldschalinie.
Sofia, 27. März. Nach einer Meldung der „Agence Bulgare" erhielten Während der Operationen bei Adrianopel die Divisionen der bulgarischen Vorhut an der Tschataldschalinie den Befehl, gegen die Türken die Offensive zu ergreifen. Die Offensive begann gleichzeitig mit jener bei Adrianopel und dauerte vom 24. bis 26. März. Im Verlaufe der Kämpfe wurde festgestellt, daß die Türken mit fünf Infanteriedivisionen und einer Kavalleriebrigade, von der Flotte im Marmarameer unterstützt, gegen die bulgarische Vorhut operierten. Die Bulgaren setzten unaufhaltsam ihren siegreichen Vormarsch fort und besetzten die Linie Arnau- tjoej-Tschataldscha(Stadt)-Loestscheli, die Höhen östlich von Akalan, Kalfakoej, Sofaskoej und Ormanli. Die türkischen Divisionen, die unaufhaltsam zurückgedrängt wurden, zogen sich auf die Hauptlinie von Tschataldscha unter den Schutzbereich der schweren Festungsartillerie zurück. Die Bulgaren besetzten jetzt die früher eingenommenen Stellungen der Tschataldschalinie. — Wie der Kommandant der vereinigten ersten und dritten Armee telegraphiert, wurde die Nachricht von der Einnahme Adrianopels von den Truppen bei Tschataldscha und Bulair mit Begeisterung ausgenommen.
Skutari.
Wien, 27. März. Oesterreich-Ungarn wandte sich mit dem Ersuchen nach Konstantinopel. Esiad Pascha möchten Weisungen erteiltwerden, daß er dem Abzug der Zivilbevölkerung aus Skutari keine Hindernisie mehr in den Weg lege. Man hofft, daß dieser Schritt in Konstantinopel von den übrigen Großmächten unterstützt wird. Das Bombardement Skutaris ist gegenwärtig noch eingestellt. — Die serbische Regierung hat angeordnet, ohne die Demarche der Großmächte in Belgrad abzuwarten, daß di« Beschießung der Stadt durch serbische Truppen unterbleibt, solange der Abzug der Zivilbevölkerung nicht erfolgt ist. Von der montenegrinischen Regierung liegt an hiesiger zuständiger Stelle noch keine Mitteilung von neuerlichen Entschließungen vor. Nach Meldungen von anderer Seite schreibt das „Amtsblatt" in Cetinje, daß, nachdem um 4 Uhr nachmittags die vom König gewährte 50stündige Frist für den Abzug der Zivilbevölkerung aus Skutari abgelaufen fei, das Oberkommando beauftragt fei, das Bombardement in verstärktem Maße wieder aufzunehmen.
Die Botschaftervereinigung.
London, 27. März. In der gestrigen Nachmittagssitzung der Botschafter wurden nach einer Reutermeldung die Vorschläge Oesterreich-U'.'garns über die Grenzen Albaniens formell angenommen. Die Vertreter der Mächte in Belgrad und Cetinje werden nunmehr die Anweisung erhalten, die montenegrinische und die serbische Regierung von der Entscheidung der Mächte über die Nord- und Nordostgrenze Albaniens zu unterrichten. Man erwartete, daß die Botschaftervereinigung mit der Erörterung der Südgrenze Albaniens beginnen würde, jedoch wird, da es an Zeit mangelte, der Gegenstand in der nächsten Sitzung am Freitag besprochen werden. Die Sitzung dauerte W2 Stunden. Die erst« halbe Stunde wurde durch eine Erklärung des rumänischen Sondergesandten Mischu ausgefüllt, der die Ansichten seiner Regierung über die rumänischen Jnteresien in dem von den Verbündeten besetzten Gebiete, besonders über die Stellung der Kutzowa» lachen in Süd-Albanien, ausführlich entwickelte. — Das Reuter- Büro erfährt weiter, daß eine Delegation der Kutzowalachen, der der Professor Murnu der Universität Bukarest, der Profesior Papahadji von Epirus und der Profesior Valaoride von Bukarest angehören, morgen von London nach Berlin und Rom fahren wird, um den Mächten die Forderungen der Kutzowalachen hinsichtlich der Garantien in Albanien und in den Gebieten, die in den Besitz der Verbündeten übergehen werden, zur Kenntnis zu bringen. In London wurde die Delegation von Sir Edward Grey und den Botschaftern empfangen.
-------------i-------------
Deutsches Reich.
— D«r Prinz von Wales. Karlsruhe, 27. März. Der Prinz von Wales ist heute vormittag 11 Uhr über Baden-Baden und Wildbad nach Stuttgart abgereist, wo er abends 6 Uhr eintraf.
— Rücktritt des deutschen Gesandte« i« Mexiko? Wie aus Mexiko mitgeteilt wird, hat der Kaiserliche Gesandte v. Hintze am 15. d. M. einen Erholungsurlaub angetreten. Es verlautet, daß der Gesandte nach Ablauf desselben nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren wird.
— Landtagsersatzwahl. Schneidemühl, 27. März. (Amtlich.) In der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise 8 (Marienwerder) wurden für den Rittergutsbesitzer Dr. Rösicke-Eörsdorf bei Dahme (Kons) 388, Gutsbesitzer Mallach-Wittkow im Kreis Deutschkrone (Zentr.) 13 und Oberstleutnant z. D. Fischer-Jllow im Kreis Fla- tow (Kons.) 1 Stimme abgegeben. Dr. Rösicke ist somit gewählt.
— Das deutsch-italienische Abkommen über Arbeiterversicherung. Berlin, 27. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Da«