Jts 65
1913.
von vom Die und
Marbnrq
Tienstaq, 18 März
für 981 Millionen Franks Waren aus Deutschland eingeführt habe. Dabei sei noch zu beachten, daß eine große Zahl von Deutschen alljährlich nach Paris komme und dort teure Erzeugnisse der Pariser Industrie kaufe, so daß man die Ziffern der Käufe und Verkäufe zwischen den beiden Ländern als gleichwertig ansehe» könne. Das Blatt warnt nun davor, durch antideutsche Agitation, die notgedrungen Repressalien herbeiführen müsse, diese Handelsbeziehungen zu stören. Viel fruchtbringender wäre ein gesunder Wettbewerb, bei dem die Franzosen sich bemühen müßten, Deutschland auf dem Gebiete der Geschäfte zu schlagen, indem sie btt rationelleren Handelsmethoden der Deutschen annehmen, die Aus- fubr organisieren und sich bemühen, den deutschen Markt mit demselben Eifer zu erobern, mit dem die Deutschen sich um den fran- zösischen bemühen. Dies sei die richtige Art Deutschland zu schlagen, nicht das Bemühen, ihm die künstliche Schranke einer Aufreizung der Konsumenten entgegenzustellen. Man sieht, es sind beherzigenswerte Worte, die das Blatt an seine Landsleute richtet. Nur glauben wir, daß er vorläufig tauben Ohren predigt. Solange aber sind wir Deutsche schon gezwungen, selbst Maßregeln zu ergreifen, sich vor Schädigung zu schützen. Bezeichnend für die Stimmunasmache in Frankreich ist übrigens die Tatsache, daß in der französischen Presie andauernd die Behauptung verbreitet wird, daß in Deutschland ein Flugblatt in vielen Millionen Exemplaren verteilt worden sei, durch welches die französischen Waren boykottiert werden sollten. Die „Neue pol. Korr. stellt fest, daß nach den angestellten umfasienden Erhebungen nirgends ein' solches Flugblatt in Deutschland verteilt worden ist, und daß iene Bebauvtung französischer Blätter jeder Grundlage entbehrt. Es genügt, auf dieses Treiben hinzuweisen.
Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
und Lavfjim-wn zu svielen.
Dieses Wort muhte wirklich einmal gesprochen werden und gerade jetzt, wo der Balkanbund mit seinen neuen Friedensbedingungen hervor tritt, ist der rechte Augenblick dazu. Soll es wirklich in absehbarer Zeit zum Frieden kommen, und es wäre wirklich an der Zeit, dah Europa von dem ungeheuren Drucke befreit würde, den dieser Krieg für sein ganzes wirtschaftliches Leben bedeutet, so muh den Verbündeten rasch und nachdrücklich zum Bewuhtsein gebracht werden, dah von anderer Seite Wasier in ibren Wein gegosien werden wird, wenn sie es nicht selber tun. Freilich, das Prestige der Großmächte hat erheblich gelitten unter dem Mißerfolg ihrer auf die Vermeidung des Krieges abzielenden Aktion und insbesondere unter dem kläglichen Zusammenbruch des mit so vielem Pathos verkündeten Grundsatzes der unbedingten Aufrechterhaltung des Statusquo, dem so rasch die nicht viel weniger bedingte Anerkennung der „neuen Situation" folgen sollte. Diese Vorgänge könnten vor einer Wiederholung des damaligen Versuches warnen, wenn nicht etwa die Entschlosienheit vorhanden sein sollte, die damals nicht vorhanden war, dem mihachteten Veto nötigenfalls die wehrende Tat folgen zu lasien. Inzwischen ist es aber der Nimbus des glänzenden Kriegsanfangs, der es in der Tat fast moralisch unmöglich machte, den unaufhaltsam vorwätts stürmenden Balkanheeren ein „halt" entgegenzurufen, sehr stark verblaht, und die Balkanstaaten — offenbar kriegsmüde bis zum Suhersten — wären sogar geradezu unfähig, den Krieg fortzusetzen, wenn nicht Frankreich auf dem Umweg über die Schweiz ihre Kriegslasten füllte. Auf die Haltung Frankreichs wird es nun auch wesentlich mitankommen, ob dem europäischen Skandal dieses sich hin- schleppenden Krieges ein Ende gemacht werden kann oder nicht. Aus London ist erst kürzlich wieder versichert worden, dah die Erohmächte in der Zurückweisung der Forderung einer Kriegsentschädigung einig seien: französische Stimmen aber haben vor einigen Wochen versucht, diese Forderung zu rechtfertigen, so daß man fürchten muh, Frankreich werde den Balkanstaaten auch hierin den Nacken zu steifen versuchen. Um so energischer wird nun die Aktion der Erohmächte sein müsien, wenn einmal Frankreich zum Anschluß bestimmt, andererseits den Balkanstaaten die Hoffnung auf klingenden Gewinn zu all ihrem Landgcwinn hin genom- tnen werden soll. Das aber ist offenbar die Voraussetzung für ein baldiges Ende des europäischen Skandals.
VolMkchs Umschau- Zn der Cadiner Angelegenheit veröffentlicht die „Tal. Rundschau" eine Zuschrift aus Elbing, nach der der Pächter des Cadiner Vorwerks, Herr Sobst, ein Immediatgesuch an den Kaiser zur Herstellung seiner persönlichen Ehre gerichtet habe. Er habe aber keine Antwort erhalten. Einflußreiche Leute bemühten sich seit einiger Zeit, dem Kaiser die Angelegenheit als erledigt hinzustellen und Vergesien zu empfehlen. Sehr richtig schreibt die „Post" dazu: Sollten die Angaben dieser Zuschrift zutreffend sein, so wäre kein Wort der Kritik an dem ge- wiffenlosen Treiben scharf genug, mit welchem der Kaiser hier um kleiner Ursache willen von verantwortlicher Stelle in einen offensichtlichen Gegensatz zum Volksempfinden gedrängt wird. Hat man denn in den in Frage komenden Kreisen absolut kein Verständnis dafür, was für ein glänzendes Agitationsmaterial man mit dieser Angelegenheit den gewerbsmäßigen Hetzern gegen Krone und Monarchie in die Hand gibt? Es ist unseres Erachtens hoch an der Zeit, daß der Herr Reichskanzler als der verantwortliche Staatsmann und Ratgeber der Krone in die überaus peinliche Angelegenheit eingreift und die Dinge dem Kaiser in eine Beleuchtung rückt, wie sie der Wirklichkeit und dem durchaus gesunden und das Richtige treffenden Volksempfinden entspricht. Wir zweifeln nicht, daß der Kaiser in seiner bekannten ritterlichen Art sofort die nötigen Schritte tun wird, um Herrn Sohst zu rehabilitieren, sobald ihm erst einmal von der einzig berufenen Stelle gezeigt wird, wie die Dinge in Wahrheit liegen.
Der deutsch-französische Handel.
In einem überaus sympathisch berührenden Artikel beschäftigt sich das Pariser Blatt „Petite Mpublique" mit den deutschfranzösischen Handelsbeziehungen. Nachdem es die Rüstungen der beiden betreffenden Länder besprochen und sie als das gute Recht derselben hingestellt hat, da eine starke Bewaffnung die beste Gewähr für einen, wenn auch kostspieligen, Frieden biete, wendet es sich gegen die aggressive Kampagne, die gegen deutsche Fabrikate geführt wird. Es macht darauf aufmerksam, ^>aß 1912 Frankreich
Zw' cke abzielt. Leider wurde auch der Großwesir, der in der Armee allseitige Achtung genießt, zum Handlanger dieser Strömung. Wenn es durch den Regierungswechsel möglich wäre, das Interests des Vaterlandes zu wahren, jo hätten die Offiziere der Armee die Negierung unterstützt. Unglücklicherweise konnte aber die neue Regierung nicht die gleichen Vorteile sickern, wie die frühere Regierung. Diese konnte cs durchsetzen, daß Adrianopel unter dem Schutze t-'s Sultans bleibe, bewahrte die Nation vor der Zahlung einer Kriegsentschädigung und sickerte die Grenzlinie. roeT*e die strategisch wichtiacn Orte Coeldsckina, Dimotika. Dedeagatsck und Kirkiliste für Ostrumelien erlangte, sowie außerdem die Autonomie Albaniens unter türkischer Souveränität. Die neue Regierung, welch)« zur Macht kam. um größere Vorteil" zu prf-em., konnte seit einem halben Monat keine Erfolge aufweisen, sie bat nielm"^r das bedauerliche Ereignis des Falles von Janina erlebt und es verschuldet, daß die Alliierten ihre früheren Friebensbediv" """en anulliert haben und auf den bekannten Bedinaungeo bestehen. Das Offizicrkorvs, welches überzeugt ist. daß der Reaiernngs- u^echsel nur persönlichen Ambitionen diente, siebt sick deshalb gezwungen, seine Tätigkeit wieder auf'unehmen und stellt an den Eroßwesir folgende Fragen: Wenn E"re Hoheit überzeugt ist, daß es die militärische Lage der Türkei gestattet, das Interne des Landes bester als die frühere Regierung zu vert"idig-'n. warum verlangen Sie noch in den ersten Wocken nach Ue^ernabme der Macht den Frieden unter ungönstia^en Bedinounoen? Warum eruierten Sie nicht die Mörder des früheren bneosmin^^rs. da b"* die Zahl der schuldigen uniformierten Wrsonen, welche in die Pforte cingedrungen sind, gering war? Wc-sialb haben sich Eure Hoheit dem Vcrtuschunasmanöver aegeni'st'or schweigsam verholten? Das Offizierkorps wird nicht dulden, daß das Intereste des Landes zum Spielball einer handvoll habsüchtiger Leute werde und wird dieselben wegen des auf die Armee geworfenen Makels zur Rechenschaft ziehen. Das Offizierkorps empfiehlt dem Eroßwesir zum letzten Male, die Leituno der Geschäfte allseitig vertrauenswürdigen Personen zu überlasten.
am Dienstag nach Petersburg abreisen.
Ein Memorandum des türkischen Offizierk"rps.
Konstantinopel. 17. März. Ein dem Großwesir einer Gruppe von überreichtes Memorandum, das
Aktionskomitee des L-.i^ieihnps unterzeichnet ist, besagt:
Die „Oberhrssijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei Z. A. Koch sZnh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Die Laoe auf dem Balkan.
Ei« Protest gegen eine Abtretung bulgarischen Gebiets.
Sofia, 17. März. Ministerpräsident Geschow und der Sobranje-Präsident Dr. Danew haben gestern im Sitzungssaale der Sobranje eine aus 700 Personen bestehende Abordnung der Bezirke von Silistria, Baltschik, Kavarna und Dobritsch empfangen, »eiche gekommen war, um gegen eine eventuelle Abtretung bulga
D-utlches Aetch.
— Der Besuch des Herzogs von Cumberland in Berlin. Der offizielle Empfang des Herzogs von Cumberland und feiner Gemahlin am deutschen Kaiserhofe findet am 27. März in Potsdam statt. Das Herzogspaar nimmt im Neuen Palais Wohnung. Prinz Ernst August,, der Bräutigam der Tochter des Kaisers, wird im Laufe dieser Woche in Potsdam eintreffen, um dort das Osterfest zu verleben. Die Ueoersiedlüng des prinzlichen Hofstaates von München "ach Rathenow findet ebenfalls statt.
— Die Jahrhundertfeier in Berlin. Berlin, 16. März. Gegen i/29 Uhr traf die Spitze des Festzuges am Kreuzberg ein, wo sich bereits Generalleutnant v. Ledebur, Generalmajor Voß, Bürgermeister Dr Unger-Lichtenberg und der Festredner Generalleutnant z D. Hans Wrochem eingestellt hatten. Mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen — der Regen hatte inzw^chen aufgehört — ging es die gewundenen Wege zum Nationaldenkmal auf den Kreuzberg hinauf. Auf der Plattform gruppierten sich die Bannes und Fahnenträger, umloht von flammenden Fackeln. Plötzlich trat lautlose Stille ein. Die ungezählten Menschenmasien lauschten den markigen Worten, die Exzellenz Wrochem mit helltönender, weithin schallender Stimme allen zurief. Nach dreifachem Hurra auf das geliebte Vaterland brauste unter Begleitung der Musikkapellen „Deutschland, Deutschland über alles" hinab zu der unübersehbaren Menge, die unten in den Straßen des Endes der Feier harrten. Dann zog man nach dem Tempelhofer Felde, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden.
— Die elsaß-lothringischen Sozialdemokraten. Straßburg, 17. März. Die sozialdemokratische Fraktion des elsaß-lothringischen Landtages hat gestern an die in Prö-Sant-Eervais zu einer sozialistischen Kundgebung versammelte Pariser Arbeiterschaft eine größere Protesterklärung gegen den Krieg ergehen lasien, in bet unter anderem erklärt wird, daß die Elsaß-Lothringer entschieden keinen Krieg wollen, daß sie vielmehr anstrebten, daß die jetzt „versteckte Feindseligkeit und die kühle mißtrauische Zurückhaltung* auf beiden Seiten ersetzt werde durch eine ehrliche, offene und entschiedene Verständigung zwischen beiden Ländern. Die Erklärung schließt mit der Versicherung, daß es „der heilige Wille der elsaß- lothringischen Proletarier sei, mit der Arbeiterschaft Deutschlands und Frankreichs zusammen, gegen alle Reaktion und gegen den Krieg anzukämpfen und gegen die Verlängerung der militärischen Dienstzeit."
letzte Revolution, der die Kündigung des Waffenstillstandes die Wiederaufnahme des Kampfes felgte, bewies, daß eine Handvoll Leute nur auf die Befriedigung ambitiöser eigensüchtiger
rischen Bodens an Rumänien Verwahrung einzulegen und um bei der Regierung darauf zu dringen, sie möge nicht gestatten, daß Rumänien von dem bulgarischen Grenzgebiet Besitz ergreife. Geschow und Dr. Danew gaben der Abordnung gegenüber die Versicherung ab, daß die Regierung die durch die Haltung des Nachbarn im Norden hervorgerufene Beunruhigung der Deputation teile. Sie werde die Großmächte über die nicht berechtigten rumänischen Ansprüche weiterhin aufklären, und alles was in ihren Kräften stehe, tun, um das bulgarische Vaterland vor einer Amputation zu bewahren und um die Heimat der tapferen Soldaten, die im Kampfe gegen den Feind ihr edles Blut vergosien, dem 5Rot''rt<inb zu erhalten. Die Nation könne auf die Gerechtigkeit der Großmächte vertrauen, die gewiß nicht jetzt zerstören werden, was Rußland in Europa vor 35 Iabren geschaffen habe. — Wie verlautet wir^dcr Protest der Bevölkerung der obengenannten Bezirke den Vertretern der Großmächte überreicht werden. — Dr. Danew wird
Die Beziehungen der Mächte und der „einopnW SümdaU"
Daß auch in unseren Tagen noch Zeichen und Wunder geschehen, da- «jr ist die seit einigen Monaten zu beobachtende Haltung der Londoner Times" ein unwiderleglicher Beweis. Seit der glorreichen W'ederauf- richtung des Deutschen Reiches ist die Abneigung gegen den unbequemen Emporkömmling von Vetter eine der stärksten Triebfedern des ehedem so mächtigen und trotz eines starken Rückganges in der äußeren Pro- foerität immer noch außerordentlich einflußreichen Eityblattes gewesen und dieser Abneigung Ausdruck zu geben, dazu war jahraus keine Gelegenheit zu schlecht, kein Vorwand zu hinfällig. Auf unseren polrtlscken Wegen haben wir in dieser ganzen Zeit die „Times" als Gegnerin getroffen und in Paris, wie in Petersburg und Moskau, aber auch in Peking waren es die Korrespondenten dieses Weltblattes, in deren Händen die Fäden jener deutschfeindlichen internationalen Machenschaften zusammenliefen, mit denen unsere Politik so viel zu kämpfen hatte Das ist nun seit einiger Zeit auffallend anders geworden. Nickt nur daß die „Times" in vielen Fragen eine Richiung vertritt, die auch uns'sympathisch ist — das könnte ja Zufall oder rein sackl.ch begru,. ux-i sein — sie sucht auch geflisientlick die gemeinsamen Interessen und Gesichtspunkte heraus und unterstreicht immer wieder die Bedeutung eines harmonischen und vertrauensvollen Zusammengehens Deutschlands und Englands für das beiderseitige Wohl und für den frieden der Welt. Dieser Wandel der Anschauungen ist, wenn auch erfreulich, so doch derart überraschend, daß man in Deutschland zu einer gewißen Zurückhaltung nicht nur das Recht, sondern die Pflicht hat. Der Winter des Mißvergnügens war so hartnäckig und streng, daß auch ein paar Schwalben wirklich noch keinen Sommer machen: aber beachtenswert als die Symptome einer vielleicht sich anbahnenden gerechteren Beurteilung unserer Politik, ihrer Motive und ihrer Ziele durch das typische Englän- dertum, das die „Times" vertritt, sind diese Erscheinungen immerhin. Daß das Blatt in Frankreich besonders bei seinem sranzösischen Namensvetter dem „Temps" für diese, gelinde gesagt, nicht gerade zu deutschfeindliche Haltung wenig Verständnis findet, ist dabei umso charakteristischer. Zn französischen Kreisen sieht man mit Argwohn dem Anwachsen einer Stimmung in England zu. die sich nicht mehr so einfach gegen Deutschland mißbrauchen läßt, weil sie zurzeit wenigstens keinen Krieg wünscht und England nicht den französischen Revoncheplänen unterwerfen will. So etwas m u ß in Frankreich verschnupfen, wo man Tag für Tag an der Koalition arbeitet, die Deutschland vernichten und die Zeiten von 1870 mit ihren Folgen wieder wettmachen soll. Deshalb fuhrt der „Temps" und andere einen Kamps gegen diese Auffassung mancher Engländer und das „Echo de Paris" ließ sich sogar zu der Drohung hinreißen, man möge sich in England vorseben, von Frankreich hänge es ab, ob eine Festlandskoalition gegen England entstehen werde oder nicht. Man wird diesem häuslicken Streite nicht allzuviel Bedeutung beimesien, als Stimmungsmesier der augenblicklichen Lage ist er aber nicht zu übergehen. England ist aus vielen Gründen der inneren und äußeren Politik zurzeit friedlich, von Frankreich wird man das gerade auch im Hinblick auf den Balkankrieg nicht sagen können.
Bezeichnend ist es doch, daß gerade die „Times" in dieser Zeit ein Wort gesprochen hat, das den Nagel auf den Kopf trifft und den gesunden Menschenverstand Europas in ein kräftiges Schlagwort faßt. Sie hat do"on gesprochen, daß die Batkanfrage „ein europäischer Skandal" zu werde nbeginne und den Verbündeten klipp und klar gesagt, daß die Großmächte 'nicht die Absicht hätten, ihre Zwischenträger
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Ausland.
** Hundertjahrfeier in Wien. Wien, 16. März. Die Reihe der anläßlich bei Jahrundertfeier ber Befreiungskriege geplanten Festlichkeiten wurden durch eine Feier vor dem Denkmal Theodor Körners eröffnet. Anwesend waren u. a. der deutsche Botschafter, Statthalter Frhr. v. Bienerth, die Vizebürgermeister Porzer und Hoß, Vertreter des Unterichtsministeriums, zahlreiche Eemeinde- räte, Vertreter der Presie und Vereine. Nach der von dem Stadt- rat Tomola gehaltenen Festrede, legte Vizebürgermeister Porzer an dem Denkmal einen Kranz nieder, worauf die Vereine Kränze niederlegten. Mit einer patriotischen Ansprache Porzers und dem Vorbeimarsch der Schulkinder und Vereine vor dem Denkmal enbet*C* Eine Insel als Zielobjekt. Paris, 17. März. Der Leiter der Schießübungen des Mittelmeergeschwaders Admiral Ganzer ve- schloß, die kleine Insel Waeca in der Meerenge von Vonifacto a^ Zielscheibe zu bnutzen. Durch einige Umgestaltungen soll diese Insel eine Aehnlichkeit mit einem Kriegsschiff erholtem
** Zusammenstoß mit Schutzleuten. Paris, 17. Marz. Auf dem Rückwege von der Protestversammlung in Pr6-St.-Eervatl hatten die Sozialisten in dem Viertel la Billette um 6 Uhr einen heftigen Zusammenstoß mit Schutzleuten. Drei Schutzleute WKttal leicht verwundet. Sieben Verhatfungen wurden ootgenomewe.
1NÜ dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und Landwirtschaftliche Beilage*.
(SrftpS Matt.
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Seile ober deren Raum 15 .3, bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für 4Ö.