mti Dem KreisbLatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". ..Fürs Haus" und -Landwirtschaftliche Beilage".
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Die „Oberhesfijche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2,— <M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroths, Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Sonnabend, 15 März
Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gefpaltene Zeile oder deren Raum 15 L. bei amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4. für Reklamen die Zeile 60 g. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. — Zahlungen unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
48. Jahrg.
1913.
(frrttfg Blatt.________
Tie Vaae auf dem Volkan.
f Die Bedingungen der Verbündeten.
Sofia, 14. März. Die „Agence Bulgare" meldet: Die Regierung hat den Gesandten ihre Antwort aus den Mediationsvorschlag der Mächte übermittelt. In derselben wird erklärt: Die verbündeten Bal- lanstaaten nehmen die Mediation unter den folgenden Bedingungen an:
1. Als Grundlage für die Berhandlungen zur territorialen Abgrenzung zwischen der Türkei und den verbündeten Staaten wird die Linie Rodosto-Kap Malatra mit Ausschluß der Halbinsel Gallipoli, die der Türkei verbleiben wird, angenommen. Alle westlich dieser Linie gelegenen Gebiete, Adrianopel und Skutari einbegriffen, müssen von der Türkei an die Verbündeten abgetreten werden.
2. Die Türkei wird die Inseln im Aegäifchen Meer abtreten.
3. Sie wird bezüglich Kretas ihr vollständiges Desinteressement zu erklären haben.
4. Die Pforte wird im Prinzip der Zahlung einer Kriegsentschädigung an die Verbündeten, deren Höhe bei dem endgültigen Abschluß des Friedens festgesetzt wird, sowie der Zahlung einer besonderen Entschädigung für die Schäden zuzustimmen haben, deren Ursache in die Zeit vor dem Kriege fällt. Die verbündeten Staaten werden an den Beratungen über die Entschädigungen teilnehmen.
5. Die verbündeten Balkanstaaten behalten sich vor, in dem endgültigen Friedensvertrage die Behandlung der Staatsangehörigen und der Kaufmannschaft in dem ottomanischen Reiche sowie die Nationalitätenfrage, die Garantie bezüglich der Privilegien der orthodoxen Kirchen und die staatsrechtliche Stellung ihrer nationalen ottomanischen Staatsangehörigen zu regeln.
6. Die Kriegsoperationen werden nicht unterbrochen.
I Oesterreich und der Fall Skutaris.
B u d a p e st, 14. März. Der „Bester Lloyd" bemerkt in einem Wiener Bericht über die auswärtige Lage: Wenn man annimmt, daß Oesterreich-Ungarn und Italien in der Frage von Skutari durch die Einnahme der Festung vor ein lait accompli gestellt werden sollen, so muffen wir andererseits feststellen, daß es eine gefährliche Illusion wäre, wollte man sich der Meinung hingeben, daß Oesterreich-Ungarn und Italien sich tn der Skutarifrage durch ein fait accompli irgendwie beeinflussen lassen And es anerkennen würden.
Ein türkischer Kriegsbericht.
Konstantinopel, 14. März. Das heute veröffentlichte amtliche Kriegsbulletin besagt: Gestern unternahm eine Abteilung der 7. Division des rechten-Flügels der Tschataldscha-Armee westlich von Tscha- naktscha einen Ausfall. Der Feind eröffnete ein Arttlleriefeuer. Die feindliche Infanterie versuchte einen Sturmangriff auf unsere Truppen, wurde aber infolge des mutigen Widerstandes unserer durch Arttllerie unterstützten Truppen unter beträchtlichen Belüften zerstreut. An demselben Tage griffen die auf den Höhen westlich von Husiarkoej stehenden feindlichen Truppen den Vorposten der 8. türkischen Division an, wurden jedoch energisch zurückgeschlagen. Abteilungen des zweiten Korps unternahmen von Albasan und Tschakilkoej aus einen Angriff auf die feindlichen Truppen und zwangen sie, sich hinter die Verschanzungen zu flüchten. Auf den Höhen westlich von Kadikoej unterhielten die beiderseitigen Jnfanteriettuppen längere Zeit ein Eewehrfeuer. Das Feuer unserer Truppen war sehr wirkungsvoll. An dem Kampfe beteiligte sich auch die türkische Artillerie, deren präzises Feuer den Feind zwang, unter großen Verlusten den Rückzug anzutreten. In diesem Augenblicke er- .griffen unsere bei Jnddschegiz stehenden Truppen die Offensive und fügten dem Feinde zahlreiche Verluste zu. — Vor Adrianopel und Vulair ist keine Veränderung eingetreten. Die Lage ist zufriedenstellend.
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Deutsches Reich.
. — Som Kaiser. Berlin, t4. März. Der Kaiser machte heute vormittag einen Spaziergang im Park des Schlosses Bellevue und nahm dabei den Vortrag des Staatssekretärs v. Jagow entgegen.
— Di« Beisetzungsfeierlichkeiten in Langenburg. Langenburg, 14. März. Die Kaiserin ist um 10 Uhr im Sonderzuge hier eingetroffen. Mit der Kaiserin entstiegen dem Zuge ihre Schwester, die Herzogin Friedrich Ferdinand von Schleswig-Hol- 'stein, und der Vertreter des Kaisers, Prinz August Wilhelm von Preußen. Zum Empfang war Fürst Ernst zu Hohenlohe-Langenburg erschienen, der die Fürstlichkeiten in das Schloß geleitete. Zu den Feierlichkeiten zur Beisetzung des Fürsten Hohenlohe trafen weiter im Laufe des Morgens noch ein: die Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen, der Eroßherzog von Baden, der Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, der Herzogregent von Braunschweig sowie Vertreter weiterer regierender Fürstenhäuser und Vertreter der fürstlichen Verwandten, ferner eine Abordnung der Metzer Dragoner, Vertreter der elsaß-lothringischen Regierung und des Landtags sowie der Universität Straßburg.
— Preußisches Herrenhaus. Berlin, 14. März. Als letztes der in der Hauptstadt tagenden Parlamente hielt heute das Herrenhaus seine letzte Sitzung ab, die nicht ganz zwei Stunden währte. In rascher Folge wurde die Tagesordnung erledigt. Die Hinterlegungsordnung wurde endgültig en bloc angenommen, einige Erenzvorlagen erledigt und der Betriebsbericht der Bergverwaltung, erstattet durch Bergrat Remy, für 1911 entgegengenommen. Dann folgte die Petition einer Anzahl von Hausund Erundbesitzervereinigungen aus Schlesien und Rheinland- Westfalen, die eine Abänderung des Berggesetzes fordert, um das Grundeigentum wirksamer gegen Schädigungen durch den Bergbau zu schützen. Die Handelskommission beantragte über alle Forderungen zur Tagesordnung überzugehen, die auf das tiefste in bas ganze Bergrecht einschneiden würden. Das Haus stimmte dem Kommissionsantrage zu, und damit war die auf dem Programm stehende Arbeit bewältigt. Erst in der zweiten Hälfte des April jwird wahrscheinlich die nächste Sitzung zur Beratung des Etats stattfinden.
— 3« Vermehrung der Lustschiffertruppe durch die große Militärvorlage wird der „lägt. Rundschau" aus angeblich zu
verlässiger Quelle gemeldet, daß in Breslau demnächst mit städtischen Mitteln eine Luftschiffhalle gebaut werde, die der Heeresverwaltung gegen entsprechende Verzinsung der Baukosten zur Verfügung gestellt werden soll. Auch in Posen sei mit dem baldigen Bau einer großen Halle zu rechnen. Zn diesen beiden Orten und in Wiesbaden, Darmstadt, Mannheim, Eraudenz und Hannover seien die Garnisonen für die neu aufzustellenden Luftschiffertruppen zu sehen.
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Ausland.
* * Das Befinden des Papstes. Rom, 14. März. Rach einer Meldung des „Corriere d'Ztalia" hält die Besierung in dem Befinden des Papstes an. Dieser verbrachte eine gute Nacht und fühlt sich geistig frischer. Auch der Appetit hat sich gebesiert. „Eiornale d'Ztalia" zufolge erhob sich der Papst gegen Mittag. Man hofft, daß er morgen den ganzen Tag werde aufbleiben können.
* * Manöverunsälle. Reims, 14. März. Beim Kavallerie- exerzieren kam es durch ein falsch verstandenes Kommando zu einem schweren Unfall. Eine Schwadron galoppierte in eine andere hinein. Siebzehn Dragoner wurden verletzt, davon einige schwer. Eine Anzahl Pferde mußten erfchosien werden. — Paris, 14. März. Bei einer Nachtübung einer Ableitung Alpenjäger antwortete ein Sergeant auf den dreimaligen Anruf des Postens nicht. Der Posten, der in der Dunkelheit den Sergeanten nicht erkannte, stach mit feinem Bajonett zu und durchbohrte den Unteroffizier. der sofort tot war.
* * Ein Unterserbopt aus Grund gekommen. London, 14. März. Eine Depesche aus Seattle an Lloyds meldet, das Unterseeboot „F 4" der Vereinigten Staaten sei auf der Wcrstprobefahrt auf den Grund gekommen und sitze fest.
* * Die Stimmrechtsweiber. London, 14. März. Anhängerinnen des Frauenstimmrechts zerstörten in der Bondstreet zwei Schaufenster eines Zuwelierladens, in Holborn drei Schaufenster eines großen Magazins. Die Frauen wurden verhaftet.
* * Die russische Demobilisierung. Petersburg, 14. März. Der „Rjetsch" erfährt, daß die Demobilisierung 2—3 Wochen dauert. Die Entlastung der Reservisten erfolge zunächst in den östlichen, sodann«in den zentralen Gouvernements und schließlich in den Grenzgebieten.
* * Mexiko. Laredo, 14. März. Der Exgouverneur des mexikanischen Staates Coahuila. der die Partei der Znsurgenten ergriffen hatte, ist standrechtlich erschosten worden. Bei Nogales schlugen die Znsurgenten gestern eine Abteilung Vundostruppen, welche auf amerikanisches Gebiet übertrat und die Massen ab- liefcrte. Sie soll 100 Tote und 200 Verwundete gehabt haben.
* * Aufruhr. Cerbere, 14. März. Aus Murcia wird gemeldet, daß in Santo Mera die Bevölkerung die Angestellten des Fiskus angriff. Diese fluchteten in ein Hotel. Die Bürgergarde mußte aufgeboten werden, wurde jedoch von der Bevölkerung mit einem Steinhagel empfangen. Drei Frauen wurden durch Steinwürfe verletzt. Die bedrohten Angestellten des Fiskus konnten erst nach Mitternacht unter polizeilichem Schutz ihre Zufluchtstätte ver- lasten.
Slcidtverordneten-Likunq
e Marburg, L4. März.
In der heute fortgesetzten Sitzung der Stadtverordneten hartten etwa 17 Punkte ihrer Erledigung. Zunächst brachte der Stadtverord- neten-Vorsteher, Zustizrat Rohde, einige DringlickckeitsantrSge zur Verlesung. In dem ersten soll der Magistrat ersucht werden, die Ersatzwahlen für die Stadtverordneten-Versammlung alsbald vornehmen zu lasten. Man war damit einverstanden.
Ein weiterer Antrag betraf die Erhöhung des Zinsfußes bei der städtischen Sparkaste, die damit begründet wurde, daß infolge der Lage des Eeldmarttes die Abhebungen die Einlagen bedeutend überstiegen. Es wurde beschlosten, den Zinsfuß bei Einlagen von 3% auf 3% Prozent, bei Hypotheken ufw. von 4 auf 4% Prozent zu erhöhen und ferner.die Direktion zu ermächtigen, bei Faustpfanddarlehen je nach Lage des Geldmarkts 5 Prozent und mehr zu erheben. Die näheren und genaueren Bestimmungen dürften noch bekannt gegeben werden. Ferner wurde die Aufnahme der beschloßenen Anleihe von 500 000 Jl Aei der Versicherungs- Gesellschaft Wilhelma in Magdeburg genehmigt.
Zwei weitere Anträge betrafen die Zustimmung zu einem Orts- ftatut über das Halten von Ziegenböcken und die Genehmigung zweier $ ertrage über das Halten von Ziegenböcken. Dos Ortsstatut wurde genehmigt und ferner beschloßen, mit einem Einwohner in Marbach und mit einer Frau in Weidenhausen, die seither schon Ziegenböcke hielt, Verträge abzuschließen.
Ferner besprach man längere Zeit den Antrag betreffs Genehmigung des Ausbauprogramms für die Frankfurterstrah^ U. a. wurde ausgeführt, daß die Eefamtkosten rund 191 000 Jt betragen würden, d. i. pro l. Meter 107 JL Der Stadtverordnetenvorsteher wies darauf hin, daß die Anlieger sich weigerten, Anliegerbeiträge zu bezahlen, weil sie die - Frankfutterstraße als eine histottsche Straße bettachteten. Stabt». Volland meinte, die Frankfurterstraße fei vorläufig noch ganz gut im Stand. Die Anlieger feien auch gar nicht dafür, daß eine Pflasterung gemacht würde. Stabte. Prof. Siebt wies barauf hin, baß es ja noch gar nicht geklätt fei, ob bie Frankfutterstraße, bie Schwanallee unb bie Ockershäuferallee historische Straßen feien ober nicht. Beigeordneter Schimpfs hat dafür ein, daß bas Ausbauprogramm genehmigt würbe, bamit sei doch noch nicht der Ausbau genehmigt, man könne bann doch sagen, was bie Anlieger event. zu bezahlen hätten. Die Prozeße, welche Anlieger bei Ockershäuferallee wegen bei Frage führten, ob biefe historische Straße sei oder nicht, könnten sich noch lange hinziehen. Ein An- Itrag, bie Angelegenheit einstweilen zu vertagen, fand Annahme.
Ferner erfolgte die Zusttmmung zu einer Abfindung wegen der An- I liegerbeittäge zum Sandweg. Es handelt sich darum, daß ein hiesiger Einwohner auf dem früher Schmidt'schen Grundstück sich ein Haus erbauen will. Die Abfindungssumme beträgt pro L Meter 76 *.
Der Antrag bett. Herabsetzung der Elekttizitäts- und Gaspreife für gewerbliche Zwecke wurde zurückgestellt.
Betreffs Instandsetzung des Feldwegs Blatt 13 Rr. 117 läng» bet Main-Weserbahn gab bet Stabtverordneten-Vorsteher an bet Hand bet Karte entsprechende Mitteilungen. Es handelt sich um einen Feldweg hinter der Schützenpfuhlbrücke. Die Kosten belaufen sich auf 1380 JL Es soll gelegentlich eine Ortsbesichtigung stattfinden. — Es erfolgte die Bewilligung bet Mittel zur Beschaffung zweier Schränke für bte Altertümersammlung. Die Schränke kosten 500 <AU — Betreffs Bewilligung von Mehrausgaben für bte elektrische Straßenbahn wurde mitgeteilt, daß sich durch Reinigiiugsatbetten der Motorwagen 2500 «M. Mehrkosten erforderlich machen. Der Fehlbetrag soll aus llebetschüßen bet Straßenbahn bezahlt werden. — Mit bet Bewilligung von Mehrkosten für da» Elektrizitätswerk war man ebenfalls einverstanden. Ebenso mit bet Bewilligung von Ausgaben für bie Wahl zur Angestelltenversicherung, für die Volksschule „Nord", der Niederschlagung von Waßetgeld und Installationskosten. — Die Aendetung des Fluchtlinienplanes für die Rotenbergstrahe wurde ausgesetzt und bet Bewilligung bet Kosten für Anbringung unb Unterhaltung einet weiteren Gaslatetne in bet Nikolai» sttaße zugestimmt. — Es erfolgte Wahl eines Schiedsmanns für den Bezirk I. Die Amtszeit des Herrn Friedrich ist abgelaufen. Es erfolgte Wiederwahl. — Weiter erfolgte die Bezeichnung eines Wahlmannes für bie Wahl bet Vertreter unb Ersatzmänner zur Genoßenschastsversamm- lung der Heßen-Naßauischen landwirtschaftlichen Vetufsgenoßenschaft. Vargeschlagen wurde Kaufmann Alb. Roth. — Nachdem man noch eine Dringlichkeitsfache betreffs einer Darlehns-Angelegenhett kurz besprochen hatte, wurde die Sitzung gegen 8 Uht geschloßen. — Zu unserem gestrigen Bericht und der Notiz betteffs des vom Fiskus angekauften Geländes des Hitfenfeldes fei bemerft, daß es sich selbstredend um '22 006 Quadratmeter (nicht Ars handelt.
Marburg und Umgegend.
Lachdruck aller Orgtnalarttkel ist gemäß S 18 de» Urheberrecht» nur mit bet deutlichen Quellenangabe JDbetbeO ’-Oa “ gestattet)
Marburg, 15. März.
* Palmsonntag. Mit bem Palmsonntag hat die sogenannte „sttlle Woche" ihren Anfang genommen, bie das Volk auch die Trauet-, Kar» ober Marterwoche nennt und die uns die herbe Leidenszeit des Heilandes in’s Gedächtnis ruft. In früheren Jahrhunderten schwieg während dieser Tage sogar die Orgel und auch die Glocken blieben stumm, ja unter Kaiser Konstantin mußte selbst jegliche Arbeit ruhen. — Die einzelnen Tage dieser Woche haben in manchen Gegenden alle ihre befon- beren Bezeichnungen. Da gibt es den „guten Montag", den „Schellendienstag", den „krummen Mittwoch", den „grünen Donnerstag", den „stillen Freitag" und endlich den „Kat-Samstag".
* Konfirmation. In der reformierten Kirche werden am morgigen Sonntag 48 Knaben und 47 Mädchen konfirmiert.
* Semesterfchluh. Mit dem heutigen Tage hat das Wintersemester an der hiesigen Universität sein Ende erreicht. Vorlesungen sanden in den letzten Tagen nicht mehr statt, weil die große Mehrheit der Studierenden bereits die Heimreise an- getreten hatte.
* Städtisches. Die gestrige Sitzung der. Stadtverordneten wurde eine knappe Stunde lang durch eine vettrauliche Sitzung mit den Mitgliedern des Magistrats unterbrochen. Was zur Verhandlung gestanden, ist uns von der Stadt aus noch nicht mitgeteilt. Soviel wir hören, handelte es sich darum, ob Herr Beigeordneter Schimpfs, dessen 12jährige Amtsperiode abläust, wiedergewählt werden sollte oder nicht. Seine Wiederwahl wurde mit einer kleinen Mehrheit abgelehnt.
* Von der Post. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie an dem Wege von Weitershausen nach Diedenshausen (Kr. Biedenkopf) liegt bei den Postämtern in Gladenbach (Kr. Biedenkopf) und Marburg vom 15. März ab vier Wochen aus.
• Von bet Post. Die Versendung mehrerer Pakete mit einer Postpaketadreße ist für bie Zeit vom 17. bis einschl. 22. März weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien — gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens 3 Pakete, mit einer Postpaket- adieße versandt werden.
* Ladenschluß, Lustbarkeiten ufw. während der Osterzeit. Gründonnerstag vormittag ist als Feiertag anzufehen. Es müssen daher alle geräuschvollen und öffentlich bemerkbaren Arbeiten, insbesondere in der Nähe von Kirchen, unterbleiben. Am 22. März dürfen die Läden bis 10 Uhr offen gehalten werden. Am ersten Osterfeiertag ist nur der Handel mit Back-, Konditor-, Fleisch- und Wurstwaren und Milch von 5 Uhr früh bis 12 Uhr mittags, für die Kolonialwaren-, Blumen-, Zigarren-, Tabak-, Bier- und Wein-Eefchäste nur von 7—9 Uhr vormittags gestattet. Die- Friesurgefchäfte werden am 1. Osterfeiertag um 12 Uhr, am 2. Osterfeiertag um 9 Uhr geschlossen. Zn der Karwoche von Montag bis einschließlich Sonnabend dürfen keine Konzerte, Tanzmusiken und ähnliche Lustbarkeiten in öffentlichen Lokalen, wozu auch die Musikinstrumente gehören, stattfinden. Am Karfreitag darf a)lch keine Theatervorstellung oder sonstige Schaustellung dargeboten werden.
* Parokernusik findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntag von 12 bis 1 Uhr auf dem Friedrichsplatz statt. Programm: 1. KavallerieParademarsch, von Fischer; 2. Ouvertüre z. Op. „Joseph von Aegypten", von Mehul; 3. a) „Das Veilchen^ (Lied), von Mozart, b) „Wenn die Rosen sprechen konnten (Lied), von Rodimensky; 4. Divettisiement a. d. Operette „Dte Dollarprinzessin", von Lehar; 5. „Nordlichter' (Walzer), von Rixner; 6. „Unser Reichskanzler" (Marsch), von Warnken.
* Ausstellung. Zn der städtischen Fachschule findet morgen und übermorgen die übliche Ausstellung der dott angefertigten Handarbeiten statt.
• Frauenstimmrecht. Am Mittwoch fand, als letzte Rtt» gliederversammlung dieses Jahres, ein Diskusfionsabend statt. Frl. Kappes referierte an Hand eines Bucher von C. Stufet tw ausführlichster und tiefgehendster Weise über „Die Stellung Ne