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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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und den Beilagen:Nach Feierabend".Fürs Laus" und Landwirtschaftliche Beilage".

DieOberhessischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. L. Hitzerothl, Markt 21. - Telephon 55.

Marburg '

Sonnabend, 8 März

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeil« oder deren Raum 15 «3. bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. Jahrg.

1913.

iörttes Blatt.

Ern e'nster unö stolzer Tag.

In der Huldgestalt der Königin Luise, deren Geburtstag am 10. März von dem kaiserlichen Urenkel der Dulderkönigin in schö­ner Pietät als Festtag für die große Jubelfeier von Preußens Heer und Volk gewählt worden ist, tritt uns alles entgegen, was uns die Erinerung an die Befreiungskriege hoch und heilig macht. Das namenlose Weh der Demütigung unter die rauhe Hand eines ge­walttätigen Eroberers, der in dem Staate Friedrichs des Großen seinen Todfeind und gefährlichsten Gegner zu erkennen schien, wie die sittlichen Kräfte, aus denen das Werk der Befreiung und Er­neuerung geboren wurde, das auch in den schwersten Stunden nicht verzagende Gottvertrauen und der unerschütterlich Glaube an den endlichen Sieg des Rechts und der Gerechtigkeit, die treue Pflege des vaterländischen Gedankens und die zuversichtliche Hoffnung auf den Tag, an dem ewige Arme den Gebeugten und Zertretenen wiederaufrichten, den übermütigen Verächter aber zu Boden schmettern würden das alles ist verkörpert in dieser königlichen Frau. Es war ihr nicht vergönnt, den Tag der Gerechtigkeit und der Befreiung, den Tag ihrer Sehnsucht, ihrer Hoffnung und ihres Glaubens zu schauen. Sie hat denAufruf an mein Volk", mit dem ihr mißhandelter königlicher Gatte am 17. März 1813 die wieder­erwachten Kräfte des Volkes zu der erlösenden Tat anfeuerte und zusammenfaßte, nicht schreiben helfen. Aber wie lebendig ihr An­denken gerade in jenen Tagen der Erhebung war, dafür haben wir tausend Zeugnisse. Vielleicht das beredteste unter ihnen ist, daß König Friedrich Wilhelm UL den 10. März 1813 zum Stiftungs­tag des Eisernen Kreuzes wählte. War es der Königin also ver­sagt, mit ihrem edlen Eifer persönlich die befreiende Begeisterung zu nähren und die Entschlüße ihres königlichen Gemahls, als dessen besten Minister" der große Feind selbst sie bezeichnet hatte, mit dem heiligen Schwung ihres Herzens zu beflügeln, so sollte ihr Geist in dem schlichten Ordenszeichen fortleben und fortwirken. Und das ist geschehen. Die Unvergeßliche wurde zum Schutzgeist Preußens in den Tagen der Wiederherstellung und damit zugleich in ihrer verklärten Gestalt zu einer Verkörperung des großen Ge­dankens der deutschen Einheit, die ihr zweiter Sohn dereinst so glänzend verwirklichen sollte.

Die Zeit vor 100 Jahren steht einzig da in ihrem schöpferischen Geiste. Ganz neu erschuf sich der preußische Staat, neu erschufen sich die sittlichen Güter des preußischen Volkes, und über dem neuen Geiste erhob sich in nie gehörten Tönen die nationale Poesie. Rasch fanden sich zu den Ereigniffen und Empfindungen die Begriffe und Symbole. Ernst Moritz Arndt nannte in echtem Lutherton den großen Alliierten da oben den Gott, der Eisen wachsen ließ. Gold gab ich für Eise n hieß es auf den Trauringen, die die Frauen Preußens für ihre eigenen goldenen eingetauscht hatten. Und die Brust des für das Vaterland mit Auszeichnung kämpfen­den Kriegers schmückte das eiserne Kreuz. Die Zeit klirrte in Eisen.

Kein anderes Erz hätte so die Stimmung der Zeit auszu­drücken vermocht wie das Eisen. Es war Scharnhorsts Idee, eiserne Kreuze als Ehrenzeichen prägen zu laßen. Schinkel bekam den Auftrag, das Modell herzustellen, und sein stiller Sinn für erlauch­tes Ebenmaß fand die edlen Linien des eisernen Kreuzes. Das einfache Kreuz ist unter feinen Händen ein kleines Kunstwerk ge­worden, das einem jeden gleichsam ins ästhetische Eedächnis über­geht. Es gibt dekorativer ausgearbeitete Orden, aber keiner ist in feiner schlichten Würde so ausdrucksvoll wie das eiserne Kreuz. Keiner stimmt so ehrerbietig. Die Urkunde über die Stiftung des eisernen Kreuzes, die Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 unterzeichnete, nennt das eiserne Kreuz mit Recht eineeigentüm­liche Auszeichnung" und in der kräftigen Sprache, die aus Arndts Geist der Zeit"'und Kleist'sKatechismus der Deutschen" her- übergeströmt war in die Flugblätter und Urkunden dieser Jahre, begründete die Einleitung der Urkunde den eisernen Gehalt, der kn dem Kreuze stecke.In der jetzigen großen Katastrophe, von welcher für das Vaterland Alles abhängt, verdient der. kräftige Sinn, der die Ration so hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Mo­numente geehrt und verewigt zu werden. Daß die Standhaftigkeit, mit welcher das Volk die unwiderstehlichen Uebel einer eisernen Zeit ertrug, nicht zur Kleinmütigkeit herabsank, bewährt der bohe Mut, welcher jetzt jede Brust belebt und welcher nur auf Religio« und auf treue Anhänglichkeit an König und Vaterland stzh stützend, ausharren könnte," so hieß es kernig und gerade am Anfang der königlichen Stiftungsurkunde vom 10. März 1813.

Die Stiftungsurkunde des eisernen Kreuzes hatte neun Ar­tikel. Der 1. Artikel lautete:Die nur für diesen Krieg bestehende Auszeichnung des Verdienstes Unserer Untertanen um das Vater­land ist das eiserne Kreuz von zwei Klaßen und einem Groß- Kreuz." Der 2. Artikel beschrieb die Form des eisernen Kreuzes In den beiden Klaßen:Beide Klassen haben ein ganz gleiches in Silber gefaßtes schwarzes Kreuz von Gußeisen, die Vorderseite < ohne Inschrift, die Kehrseite zu oberst Unfern Namenszug F. W. mit der Krone, in der Mitte drei Eichenblätter und unten die .Jahreszahl 1813, und beide Klaßen werden an einem schwarzen Bande mit weißer Einfaßung wenn das Verdienst im Kampf mit bem Feind erworben ist, und an einem weißen Bande mit schwarzer Einfaßung, wenn dies nicht der Fall ist, im Knopfloch zu tragen; die erste Klaffe hat neben dieser Dekoration noch ein Kreuz von schwarzem Bande mit weißer Einfaßung auf der linken Brust; und das Eroßkreuz, noch einmal so groß als das der beiden Klaßen, ist an dem schwarzen Bands mit weißer Einfaß"ng um ben Hals zu tragen." Der Artikel 6 bestimmte über die Ver­leihung des Eroßkreuzes:Das Eroßtreuz kann ausschließlich mit

für eine gewonnene entscheidende Schlacht, nach welcher der Feind seine Position verlaßen muß, desgleichen für die Wegnahme einer bedeutenden Festung, oder für die anhaltende Verteidigung einer Festung, die nicht in feindliche Hände fällt, der Kommandierende erhalten." Im Artikel 3 wird ferner noch ausgesprochen, daß das eiserne Kreuz eine Auszeichnung, die unabhängig von den anderen Orden ist, ja daß die Erteilung der übrigen Orden, selbst des pout le märite, für die Dauer dieses Krieges suspendiert werde.

Das erste Eroßkreuz des eisernen Kreuzes erhielt Blücher nach der Schlacht an der Katzbach, das zweite Bülow für den Sieg bei Dennewitz, und das dritte Bernadotte für die Führung der Nord­armee. Nach der Schlacht bei Belle-Alliance ließ Friedrich Wil­helm III. für Blücher eine ganz besondere Auszeichnung Her­stellen: das eiserne Kreuz auf goldenem Stern, den sogen. BlLcher- stern. Die Verleihung der beiden ersten Klaßen des eisernen Kreuzes erfolgte ohne Zahl. So groß war die Anzahl würdiger Heldentaten in diesem Kriege, daß die Kreuze nicht ausreichten. 13 000 waren geprägt worden, aber weit mehr mußten verliehen werden. ' DieUebetzähligen" mußten sich mit der Urkunde und dem Band begnügen und erhielten das Kreuz nachträglich, sobald nach dem Tode eines Inhabers eins frei geworden war. Der Letzte mußte bis zum Jahre 1839 auf fein eisernes Kreuz warten. Auch Fahnen und Feldzeichen erhielten das eiserne Kreuz, und nach der Schlacht von Dennewitz wurde es einem Mädchen zu- gesprochen, der 2-tjährigen Auguste Friederike Krüger, die gleich der Eleonore Prohaska den Krieg unerkannt als Freiwilliger mitgemacht hatte.

1870 klirrte die Zeit wiederum in Sturm und Eisen gegen den alten Erbfeind. Am Geburtstage der Königin Luise, am 10. März, hatte Friedrich Wilhelm III. das eiserne Kreuz gestiftet; am Todes­tage seiner Mutter, am 19. Juli, erneuerte König Wilhelm die Stiftung unter denselben Bedingungen von 1813. Nur statt des F. W. und der Jahreszahl 1813 erschien das W. und die Jahres­zahl 1870 auf dem Kreuze. 48 574 mal wurde es verliehen, neun­mal das Eroßkreuz. Fahnen und Standarten erhielten es als Zeichen der Ehre, und die Ritter, die nach dem Kriege geadelt wurden, durften es in ihr Wappenschild aufnehmen.

Heute aber, in der Erinnerung an große Zeiten, zeigen wir der Jugend die Träger des eisernen Kreuzes als die Muster von Hingebung, Vaterlandsliebe und Treue, auf daß die Jugend an den Beispielen lernen und nicht feige zurückstehen soll, wenn das Schicksal sie ruft.

Deutsches 'Reich,

Ser Prinzregent von Bayern in Berlin. Berlin, 7. März. Prinzregent Ludwig von Bayern stattete heute vormittag dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg einen Besuch ab und über­reichte ihm sein Porträt in einem kostbaren Rahmen mit seinen Initialen und dem bayrischen Wappen. Dieselbe Auszeichnung hat der Chef des Kaiserlichen Hauptquartiers Eeneraloberst von Pleßen erhalten. Außerdem hat der Prinzregent den kaiserlichen Prinzen u. a. Ordensauszeichnungen verlieben. Im Laufe des Vormittags folgte er einer Einladung der Stadt Berlin in das festlich geschmückte Rathaus. Oberbürgermeister Wermuth be­grüßte den hohen East, der auf die Rede des Oberbürgermeisters erwiderte, indem et zunächst feinen herzlichsten Dank aussprach für die Einladung und den schönen und warmen Empfang, der ihm zuteil geworden sei. Am Mittag fand dann bei dem bayrischen Eesandten Grafen v. Lerchenfeld Frühstückstafel statt, zu der er­schienen war der Prinzregent und die Prinzessin Ludwig von Bayern, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Salm Salm, der bayrische Ministerpräsident Frekherr v. Hertling, der preußische Gesandte v. Treutler u. a. Am Nachmittag um 3y2 Uhr erschien der Prinzregent auf dem Flugplatz Johannistal, wo eine Reihe von Flugzeugen in Tätigkeit war. Der Prinzregent besichtigte unter Führung des Leiters der Flugplatzgesellschaft Majors von Tschudi zahlreiche Flugmaschinen, welche aus ihren Hallen heraus­gezogen wurden. Darauf erfolgte die Besichtigung des Marine­luftschiffes. Nach einer längeren Unterhaltung mit Staats­sekretär v. Tirpitz verließ Prinz Ludwig um 5 Uhr den Flugplatz und kehrte im Automobil zum Schloß zurück.

Freie Erfindungen des Herrn WetterlL Herr Wetterlch der schon eine gewiße traurige^erühmtheit erlangt hat, erzählte im elsaß lothringischen Parlament kürzlich folgende Geschichte: Als der Prinz Viktor Mpoleon zum Besuche der Gräfin Pout- taläs kam, wünschte diese für ihre französischen Gäste Jagdscheine. Der kaiserliche Statthalter begab sich darauf zur Gräfin persönlich und sagte ihr:Ich kann Ihnen die Jagdscheine nicht geben, da der Kaiser mit gesagt hat: Ich will es nicht, daß Ausländer Jagd­scheine erhalten, weil meine Offiziere es nicht wollen. Ich kann mich doch mit meinen Offizieren nicht in Widerspruch setzen." Vom Regierungstische aus wurde sofort betont, daß die ganze Ge­schichte den Stempel der Unwahrheit trage. Es ist doch gar nicht einzusehen, weshalb dem Prinzen Viktor Napoleon gegenüber die klaren Bestimmungen, daß im Festungsbezirk nicht gejagt werden darf, nicht außer Acht gesetzt werden können. Die Güter liegen nämlich vor den Toten Straßburgs.

Berufung im Cadiner Prozeß. In dem Prozeß gegen den Cadinet Eutspächter Sohst haben, wie derGesellige" meldet, die Vertreter der kaiserlichen Herrschaft Kabinen gegen bas Urteil der Zivilkammer des Elbinger Landgerichts Berufung eingelegt.

Sie Luftschiffwerft Schütte-Lanz und das Ausland. Mann­heim, 7. März. Die Luftschiffwerft Schütte-Lanz hat sich beim Verkauf des LuftschiffesS. L. 1" an die Militärverwaltung dem Reich gegenüber verpflicht« müßen, keinerlei Patente «n das Ausland zu verkaufen.

Ausland-

* * Sie Jubiläumsfeier in Petersburg. Petersburg, 6. März. Um 3 Uhr nachmittags begann die Versammlung im Winterpalai» zur Beglückwünschung der Majestäten im Konzertsaale, ©ege« 4 Uhr nachmittags brachten im Malachitsaale den Majestäten ihre Glückwünsche dar der Patriarch von Antiochia, der serbische Metro­polit, der Emir von Buchara, der Khan von China und die mongo- liche Gesandtschaft. Um 4 Uhr betraten sodann der Kaiser, die Kaiserin, die Kaiserin-Witwe in Begleitung des Thronfolger», der Großfürstinnen und der übrigen Mitglieder der kaiserliche« Familie den Konzertsaal. Die Kaiserinnen trugen russische Hof­tracht und ebenfalls das Band des Andreasordens. Die Maje­stäten nahmen darauf die Glückwünsche entgegen, wobei der Präsi­dent der Duma Rodsjenko namens der Duma eine Ansprache an den Kaiser richtete und ein Heiligenbild Überreichte. Die Gratu­lanten traten gruppenweise an den Kaiser heran und küßten ben Kaiserinnen die Hanb. Nach ben Gratulationen überreichte Mi- nisterpräsibent Kokowtzow ben Majestäten bie Jubiläumsabzeichen worauf bie Gratulanten bas Winterpalais verließen. Tagsüber herrschte in der Resibenz bas gleiche Leben. In bet Hauptstrah» unterbrach eine vieltausendköpfige Volksmenge den Wagenverkehr. Am Abend war die Stadt auf das glänzendste illuminiert. Beson­ders reich beleuchtet war die Stadt, Duma und die deutsche Bot­schaft. In den Gärten und auf ben Plätzen bet Stabt fanben Volksbelustigungen statt. Ueberall herrschte gehobene feierliche Stimmung und musterhafte Drbnung.

Marburg und Umgegend.

Nachdruck aller Orginalarttkel ist gemäß tz 18 des Urheberrechis nur mtt bet deutlichen Quellenangabe jöberbefi Z»a geftattel.)

Marburg, 8. März.

* Kaiser Wilhelm I. 25 Jahre sind am 9. März verfloßen seit dem Tage, da Kaiser Wilhelm I. einging zum ewigen Frieden. In Wehmut gedenken wir des Dahingeschiedenen, deßen An­denken im Herzen der deutschen Nation nie erlöschen kann und wird. Am 22. März 1797 in Berlin geboren, fiel seine Kindheit in die Zeit der tiefsten Erniedrigung Preußens. Als Jüngling zog er mit in den Freiheitskrieg, erwarb bei Bar für Aube am 27. Februar 1814 das eiserne Kreuz. 1857 übernahm er an Stell« seines erkrankten Bruders die Regentschaft und bestieg am 2. Ja­nuar 1861 den Thron. Als Einiger der deutschen Stämme ver­lieh bie bankbare Nachwelt ihm den TitelKaiser Wilhelm der Große".

* Sie städtische Feier des 10. März. In einer gestern abend einberufenen Sitzung der Stadtverordneten wurde das gestern mitgeteilte Programm bezüglich der Feier des 10. März ganz wesentlich geändert. Von einem Fackelzug und einem Festakt bei der Bismarcksäule wird Abstand genommen, weil jetzt das Wetter nicht dazu geeignet ist und weil auch verhältnismäßig große Un­kosten entstehen. Der Vorschlag des Magistrats, am Montag abend von %88 Uhr auf dem Marktplatz eine patrio­tische Festfeier mit Gesang, Ansprachen usw. zu veranstalten, fand einstimmige Annahme. Ueber die Anordnungen, bie bie ein­zelnen Vereine zu biefem Festakte getroffen haben, bitten wir sich in dem Inseratenteil zu informieren.

* Amtsgericht. Aus Anlaß der Feier zum Andenken an die Erhebung der Nation im Jahre 1813 bleiben nach Verfügung de» Herrn Justizministers die Geschäftsräume des hiesigen Amts­gerichts am Montag, den 10. d. M. ausgenommen für Eilfälle geschloßen.

* Zur Feier des 10. Marz. Am nächsten Montag sind die verschiedenen behördlichen Aemter, die Bankgeschäfte usw. ge­schloßen. ,

* Universität. Wie wir erfahren, soll der Archivar am hiesigen Staatsarchiv, Archivrat Dr. Friedrich Küch, für einen Lehrauftrag für Archivwißenschasten an der hiesigen Universität in Aussicht genommen fein. Diesen Lehrauftrag hatte bisher der Archivdirektor Geh. Archivrat Dr. Könnecke.

Städtisches. Am nächsten Donnerstag, jedenfalls auch noch Frei- tag, finden wieder Stadtverordnetensitzungen statt.

* Straßensperrung. Am Montag abend von 79 Uhr, wäh­rend des Festaktes auf dem Markte, bleiben die Marktgaße und die Barfüßerstraße für jeden Fuhrverkehr gesperrt.

* Sie Spiegelscheiben. Wie wir vor einigen Tagen mitteil­ten, wurde ein junger Mann dabei abgefaßt, als et mit seinem Diamantringe nächtlicherweile die Spiegelscheiben ritzte. Dem Täter dürfte die Sache teuer zu stehen kommen, und cs ist nicht ausgeschlossen, daß man in ihm nicht auch denjenigen gefunden hat, der schon seit längerer Zeit die Ladenbesitzer in derartiger Weise schädigte. Dem Polizeibeamten, dem es gelang, ben Täter zu erwischen, wird von bet Spiegelscheibcn-Versicherungsgesell- schaft bie ausgesetzte Belohnung übermittelt.

* Sie Standesamtsnachrichten dürfen von den Zeitungen hier nicht mehr veröffentlicht werden. Anscheinend geht bas auf eine Verfügung des Regierungspräsidenten zurück, denn auch in an­deren Provinzen liegen bereits derartige Anordnungen vor. Der Grund dafür liegt u. a. in dem mannigfachen Mißbrauch, der sei­tens gewißer Händler mit diesen Nachrichten getrieben wird.

Gewerbliche Fortbildungsschule. Die öffentliche Prüfung der Lehrlinge der gewerblichen Fortbildungsschule findet Sonntag den 9. März von 11 Uhr ab in der Aula der Nordschule statt. Die Zeich­nungen find in der Turnhalle ausgestellt, die schriftlichen Arbeiten liegen in dem Prüfungssaale aus. Lehrherren, Eltern der Lehrlinge, sowie alle Freunde der Schule werden freundlichst zum Besuche eingeladen. Montag, den 10. März, abends 6 Uhr, wird dieVaterländische Jahr­hundertfeier" mit den Schülern der Fortbildungsschule in den Räumen