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1913
Erstes Blatt
Paris, S.
lichen Vorschlag zu gestattend
meint, die Regierung wird sich in ihrer Erwartung nicht getäuscht sehen, dah die besitzenden Klaffen gern und freudig die Opfer zu bringen bereit find, die von ihnen verlangt werden, und eine Enttäuschung wird lediglich auf feiten der demokratischen Preffe sein, welche der Anschauung Ausdruck gegeben hatte, daß eine derartige Abgabe die Stimmung für die Wehrvorlage bedenklich abflauen werde. Darüber hinaus wird man jedoch nicht verschweigen dürfen, daß einer derartigen Abgabe vom Vermögen in anderen Fällen oder auch ganz allgemein grundsätzlich schwere Bedenken gegenüberstehen muffen." — Die „Köln. Volksztg." sagt: „Der Gedanke, die Vermögen — es handelt sich dabei ja wohl nicht um den kleinen Besitz — tn dieser Weise einmalig zu den außerordentlichen Opfern dieses Jahres heranzuziehen, erscheint uns als ein gangbarer Ausweg in einer ungewöhnlich schwierigen Situation. Da die Abgabe nur einmal erhoben werden soll, verträgt sie sich auch eher mit den Steuersystemen der Einzelstaaten als eine bleibende Steuer." — So schreibt die nat.-lib. „Magd. Ztg.": In unser fein ausgeklügeltes Steuersystem will eine „Bete", wie sie einstmals gang und gäbe war, nicht mehr ganz hineinpaffen. Aber trotzdem, es liegt doch etwas wahrhaft Imponierendes in der Idee, eine Milliarde durch festes Zupacken tn einem Griff hereinzube- kommen! Und schließlich gerade die Erinnerung an die schweren Zeiten, die Vreußen-Deutschland vor hundert Jahren durchmachte, legt es nahe, an den Opfersinn der Allgemeinheit zu appellieren in einem Augenblick, wo der politische Horizont ringsum von Gewitterwolken verfinstert ist."
Die freisinnigen Blätter sind skeptisch. Die „Voff. Ztg." deutete den Regierungsvorschlag als den ersten Schritt zur einheitlichen Reichsvermögenssteuer: „Freilich, eine einmalige Vermögensabgabe zur Deckung einmaliger Kosten der Wehrvorlage ist etwas an sich ganz Angewöhnliches und tn Friedenszeiten Beispielloses. Eine ernste Prüfung muß darum vorbehalten bleiben. Aber was einmal geschieht, wird auch wiederholt und mit niedrigeren Steuersätzen dauernd geschehen können. Es wird jetzt der Weg zur einheitlichen Reichsvermögenssteuer gefunden werden." — lieber die Haltung der „Frkf. Ztg." haben wir schon gestern geschrieben. — Der „Vorwärts" wettert gegen den Militarismus. „Es ist wirklich ein starkes Stück, daß die „Rordd. Allg. Ztg." davon zu sprechen wagt, daß im Volke Begeisterung für diese neuen Rüstungs- und Steueropfer herrsche. Das Gegenteil ist der Fall. Die Ausführungen der „Nordd. Allg. Ztg." zeigen übrigens, wie unbegründet die Sorge der hohen Militärs ist, die Regierung Bethmann-Holl- wegs könnte den Mut finden, an ihren Forderungen Abstriche zu machen. Es wird alles bewilligt, was die ausschweifendste Phantasie der Berufssoldateska sich nur träumen lasien kann."
Die freikonservative „Post
Ausland.
♦* Rußlands und Oesterreichs Demobilisierung.
Reklamen die Zetle 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. — Zahlungen unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser in Helgoland. Helgoland, 3. März. Die Ankunft der Kaiserschiffe ist in der vergangenen Nacht um 11 Uhr 15 Minuten bei schlechtem Wetter erfolgt; es herrschte Nebel Lei Schnee- und Regenfall. Heute geht ein frischer Südwest mit Regen bei sehr unruhiger See. Um 11 Uhr 20 Min. vormittags ging der Kaiser an Land und besichtigte die Hafenanlagen, um sich dann durch den Tunnel zur Besichtigung der Fortifikationsanlagen nach dem Oberland zu begeben. Dort besichttgte et die Befestigungen, insbesondere die neue Südgruppe. Wegen des starken Wellenschlages, der bei der Uferschutzmauer herrschte, mußte dort von einer Besichtigung Abstand genommen werden. Der Kaiser begab sich mit Gefolge um 12% Uhr wieder an Bord des Linienschiffes „Kaiser". Anter dem Salut der Baterien an der Südspitze der Insel lichteten die Kriegsschiffe um 4% Uhr die Anker und nahmen den Kurs nach der Weser.
Stadtverordneten-Sitzuny.
Marburg, 3. März.
Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand al» einziger Puntt di« Feststellung des Haushaltsetat» für 1913. Als Vertreter des Magistrats wohnte Beigeordneter Schimpfs der Sitzung bei.
Bevor jedoch in die Beratung hierüber eingetteten wurde, brachte der Stadtverordneten-Vorsteher, Justizrat Rohde, einige Dringlichkeit»- fachen zur Sprache. So wurde eine Einladung des Hauptlehrers Achter zu der am nächsten Sonntag früh stattfindenden Prüfung in der Handwerkerfortbildungsschule zur Verlesung gebracht. Ferner wurde die Zustimmung zu zwei Anleihen der Stadtkaffe in Höhe von 100000 Jl und 50 000 Jk ju 5 Prozent bei der Landeskreditkaffe, im ersten Falle auf 1 Jahr und im zweiten Falle auf 6 Monate gegeben. Es wurde darauf hingewiesen, daß bei der herrschenden Geldknappheit die erzielten Bedingungen recht günstig sind.
Man trat dann in die Etatsberatung ein und erledigte zunächst die Rebenetat» in folgender Weise:
Titel Gaswerk: Der Voranschlag schließt ab, wie der Referent Stadtv. Engel mitteilte, mit 878 000 M.
Titel Wasserwerk schließt ab mit 133 260 JUL.
Titel Siswrrk schließt ab mit 16000 «M.. Die Einnahmen beruhen natürlich nur auf Schätzung, «eil da» Werk erst erbaut werden muß.
lieber den Inhalt der Heeresvo" lagen.
macht jetzt die „Tägl. Rundschau" Mitteilungen, die eine Wahrscheinlichkeit für sich haben sich aber nicht nachprüfen laffen. Sechs Kavallerieregimentersollen neu formiert werden, zwei davon sollen nach Trier kommen. Vier bayrische Chevauxlegersregimenter sollen die fünften Eskadrons erhalten. Die Vermehrung der Armee mache natürlich bedeutende Ergänzungen des Trains notwendig. An Festungen solle besonders im Osten viel verbeffert und errichtet werden, einesteils im Hinblick auf die allgemeine politische Lage, sodann weil Rußland eine enorme Vermehrung seiner schweren Belagerungsartillerie vorgenommen habe. Die jährlichen Mehrkosten, die durch die neue Vorlage verursacht werden, sollen 150 Millionen nicht übersteigen. Als Eegenzug gegen das französische Kadre-Eesetz plant die Heeresverwaltung die Bereitstellung genügend aktiver Offiziere für die Reseroeformationen. Die neue Heeresvorlage suche dieses Ziel in der Weise zu erreichen, daß sie die schon bestehenden Einrichtungen weiter ausbaut, d. h. die Zahl der Stellen der zu den Stäben kommandierten Offiziere ausreichend vermehrt.
Die Beurteilung des Vorschlages der Regierung zur Deckung der einmaligen Ausgabe in der Preffe erscheint durchweg auf den Ton der Zurückhaltung gestimmt. Die „Kreuzzeitung" meint, die Tatsache, daß die deutschen Fürsten für die einmalige Vermögensabgabe auf ihr Privileg der Steuerfreiheit verzichtet hätten, dürfte dem Plane die Wege ebnen. Die „D. Tgsztg." schreibt: „Grundsätzlich werden wir uns diesem Opfer für das Vaterland nicht versagen. Heute schon mehr darüber zu sagen, erscheint nicht gut angängig, da die Ankündigung des Regierungsorgans ja zu allgemein gehalten ist, um ein näheres Urteil über diesen außerordent-
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen 2,— M frei ins Haus. — Druck der Univ.-Buchdruckeret I. A. Koch (Inh.: Dr. C. Hitzeroths, Martt 21. — Telephon 55.
März. Der Petersburger Sonderberichterstatter des „Matin" meldet, daß nach der zwischen der russischen und der österreichischen Regierung getroffenen Vereinbarung sich Oesterreich-Ungarn verpflichtete, seine Kompagnien an der russischen Grenze, die gegenwärtig einen Bestand von 180 Mann haben, auf etwas unter 150 Mann zu vermindern, was dem Bestand der russischen Kompagnien in normalen Zeiten gleichkomme. Rußland werde dann die Klaffe von 1910 heimschicken. In berufenen österreichischen Kreisen glaubt man, daß die Demobilisierung, falls keine unerwarteten Ereigniffe eintreten werden, erfolgen werde. Man sei der Ansicht, daß es eine glückliche und eine huldvolle Aufmerksamkeit seitens des Kaisers Franz Josef wäre, wenn er einen Teil der Reservisten Galiziens noch vor dem 6. März, dem Tage der Jahrhundertfeier des Hauses Romanow entlasten werde. Dieses Vorgehen würde in Rußland einen ausgezeichneten Eindruck Hervorrufen.
** Zusamenkunst des englischen und des französische« Marineministers. Toulon, 3. März. Marineminister Churchill begab sich von dem heute eingetroffenen Kreuzer „Huffar" nachmittags an Bord des „Voltaire", wo er eine Unterredung mit dem französischen Marineminister Baudin hatte. Er blieb an Bord, um den Schießübungen in Salins d'Hy^res beizuwohnen.
* * Gegen die Stimmrechtlerinnen. London, 3. März. Mehrere Suffragetten wollten gestern in verschiedenen Versammlungen sprechen, kamen aber zumeist nicht zum Wort. Die Menge bombardierte sie mit Eiern, Kartoffeln und Bananenschalen, stürmte die Tribüne und zerrte die Frauen herunter, deren Kleidung bös zugerichtet wurde.
* * Mexiko. El Paso, 3. März. Soldaten der Bundestruppen an der Grenze schaffen von mexikanischem Gebiet auf vier amerikanische Offiziere, die sich auf amerikanischem Gebiet in bet Nähe von Douglas (Arizona) befanden. Eine Abteilung der Negerkavallerie erwiderte das Feuer und schlug, verstärkt von zwei anderen Trup«. penteilen, die mexikanischen Soldaten in die Flucht. — Douglas (Arizona), 3. März.. Bei einem Zusammenstoß zwischen mexikanischen und amerikanischen Soldaten kämpften auf feiten bet Mexikaner 60, auf feiten bei Amerikaner 16 Mann. Sech» Mexikaner find getötet und mehrere verwundet worden. — Von autoritativer Seite wird mitgeteilt, daß die Regierung in Washington um besondere Befehle für ein sofortiges Einschreiten gebeten worden fei für den Fall, daß sich die Ausschreitungen der Mexikaner wiederholen würden. — Mexiko, 3. März. Mehrere Gruppen von Gefangenen, die während des Revoluttonskampfes aus dem Gefängnis entflohen, aber wieder ergriffen worden waten, überfielen während des Transportes ins Gefängnis die Wächter, welche drei Gefangene niederschosten und fünf verwundeten.
* ♦ Bom Balkan. Konstantinopel, 3. März. Der amtliche Kriegsbericht besagt: Infolge des feit 2 Tagen herrschenden Sturmes und Schneewetters sind bei Bulait und an der Tschataldfcha- linie keine militärischen Operationen durchgeführt worden. Der Feind bombardierte gestern Adtianopel in Zwischenräumen. Der Gesundheitszustand der Truppen ist trotz des schlechten Wetters überall ausgezeichnet.
und den Beilagen: „Rach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage"
— Der Besuch der Kaiserin in Gmunden. Gmunden, 3. März. Die Kaiserin hat sich entschlossen, auf besonders dringende Bitten der Familie des Herzogs von Cumberland ihren Besuch bis morgen abend auszudelnen, sodaß die Rückfahrt nach Berlin am Dienstag um 10 Uhr 30 Min. abends erfolgt. — Die Blättermeldungen übet den Zeitpunkt des Besuches der Cumberländtschen Herrschaften am Hofe von Potsdam sind falsch. Der Besuch ist nunmehr auf die Tage unmittelbar nach Ostern festgesetzt worden.
— „Lebt der Herr Reichskanzler noch?" Ein niedliches „wahres Eefchichtchen" weiß das „Berliner Tageblatt" aus angeblich parlamentarischen Kreisen zu berichten: Auf einem Diner fragte man einen der bekanntesten liberalen Reichstagsabgeordneten, der im Reichstag bisweilen auf offiziellem Platze sitzt — ob er nicht auch einmal eine „kurze Anfrage" an die Reichsregierung richten wolle. Der humorbegabte Abgeordnete entgegnete: „Schon in der nächsten Sitzung beabsichtige ich dir Regierung zu interpellieren mit der Frage: „Lebt der Herr Reichskanzler noch? Wenn ja, was gedenkt er dagegen zu tun?" Hebet dieses Witzwort des wohlbeleibten Geheimrats soll man nicht nur tn den Kreisen seiner parlamentarischen Kollegen, sondern auch — rote da» Blatt versichert — an einer sehr hohen Stelle gelacht haben.
Titel Elekttizitätswerk schließt ab mit 206 100 <M. Während di« ersten Titel nur kurze Aussprachen herbeisührten, kam es betreff, dieser Sache zu einer lebhaften Auseinandersetzung. Der Referent bezeichne,« diese» Werk auch als ein Schmerzenskind. Es wurde angenommen, daß in diesem Jahre die Abnahme von Licht und Kraft nicht in v«r enormen Weise zunehmen würde, wie im letzten Jahre, weil doch nur hauptt sächlich Neubauten In Frage kommen könnten. Stadtv. Stroinsky frag, an, weshalb bei der Sttaßenbahn ein Preis von 4,5 4 zugrunde gelegt fei. Stadtv. Engel bemerkte hierzu, daß die Rechnung aller« dings nicht richtig sei: sie erkläre sich dadurch, daß man damals die nick, vollständige Beschäftigung usw. des Elektrizitätswerks ins Feld geführk hätte. Er fei immer schon der Meinung gewesen, daß diese Rechnung nicht sttmmt, und heute habe sich erwiesen, daß er im Recht gewesen sei. Stadtv. Stroinsky hielt diese Berechnung nicht für richtig, wenn (tat, 18 4, 4,5 4 ba ständen, rentiere die Straßenbahn ja eigentlich gar nicht, Stadtv. Prof. Leonhardt war der Meinung, daß es doch richtig sei, wen« man nur die durch die Straßenbahn entstehenden Mehrkosten berechnet Die R-chnung sei seiner Ansicht nach nicht falsch. Stadtv. Hering mein« kaufmännisch sei dies nicht richtig, denn die Leute glaubten auf Erunß dieser 4% Pfg.-Berechnung, daß sie die elettrische Energie ebenfalls billi ger bekommen könnten. Stadtv. Storck war ebenfalls dieser Ansicht, man möge den Etat nicht durch diese 4% 4 verschleiern. Stadtv. ProL Dr. Maurmann gab dem Stadtv. Engel recht: damals habe man gee sagt, daß da» Werk nicht völlig beschäftigt sei. Nach dem starken Ver, brauch für Licht und Kraft sei jetzt nichts mehr übrig. Es möge klipg und klar gesagt werden, wieviel Elektrizität und zu welchem Preis, erzeugt werden könnte. Stadtv. Tromm hielt die Berechnung kaust männisch für richttg. Auch da würde ein Posten mit dem anderen aus» geglichien. Stadtv. Schäfer wies darauf hin, daß die Elektrizitätsprei!» viel zu hoch feien. Die Eisenbahn zahle bedeutend weniger, wie di, Geschäftsleute, die ihre Motore bei Nacht abstellen müßten. Der Preis von 20 4 fei für die Geschäftsleute viel zu hoch. In Marburg lad« man alle» auf die Geschäftsleute. Man möge den Preis (für Krafts vorläufig auf 15 4 herabsetzen. Stadtv. Engel kann den Berechnungei« des Vorredners nicht beipflichten. Er ist jedoch damit einverstanden^ daß man Erbebungen betreffs der Herstellungskosten anstellen soll. El fügte hinzu: Wenn man gewußt hätte, was man heute wüßte, hätte matz die Sttaßenbahn nicht weiter bauen dürfen, sondern damit noch einig, Jahre warten müffe«. (Zwischenruf: Sehr richtig.) Dazu komme nutz noch die Weiterführung nach dem Markt, die ein erhöhtes Aufschnellen des Stromes herbeiführe. Stadtv. Stroinsky blieb bei der Ansicht stehen, daß der jetzige Verechnungsmodus nicht richtig sei. Es tön ne Niemand sagen, ob die Straßenbahn rentiere oder nicht. Beigeordnete» Schimpff meint, nachdem er direkt gefragt wird, ob die Straßenbobn rentiere, das richte sich ganz danach, wie man den Strom berechn^ (Heiterkeit.) Der Enderfolg sei schließlich derselbe. Stadtv. Poersch weist darauf hin, daß man gar nicht wisse, wie hoch sich die Herstellungstz kosten der Kraft stellten. In anderen Städten sei die Herstellung billi, ger, Frankfurt gebe die Kraft zu 15 4 ab, ebenso Cassel. Stadtv, Prof. Bredt ist der Ansicht, daß die große Beunruhigung daher käme, weil die Kraft nicht reiche. Man habe damals gesagt, daß nur die llnj kosten in Betracht kämen und es sei gesagt worden, daß Strom genug vorhanden sei. Die Stadt habe alle Mittel aufgeboten, die Bahn weitet laufen zu laffen, weil man sonst angeblich keine Verwendung für der Strom hätte. Die Wahrheit würde wohl in der Mitte liegen. Ei glaube nicht, daß man sich für den kommenden Winter wegen den Nichtausreichen des Stromes Gedanken zu machen brauche. Stadtv Schäfer bestätigt, daß jetzt der Strom reiche und für den Winter feien ja Abhilfsmaßregeln getroffen. Stadtv. Prof. Leonbardt hebt nock hervor, daß die Berechnung mit 4l4 4 für denjenigen, ver richtig unten richtet fei, stimme. Zur Beunruhigung der Bürgerschaft liege fein An las vor. Stadtv. Storck meint, den früher gestellten Antrag Poersch, der Preis herabzufetzen, solle man der Kommission überweisen. Stadtv Zeitz ist auch der Ansicht, daß die Wetterführung der Bahn noch Zet gehabt hätte: man habe immer in den Zeitungen nur Einnahmen ge fefen, aber keine Ausgaben. Stadtv. Engel pflichtet dem bei, man hätt genau sagen sollen, was die Herstellung der Elektrizität kostet. Blei möge in Zukunft immer festgestellt werden. Dann könne man auch bei Herabsetzung des Preises eoent. näher treten. Beigeordneter Schimpfs sthlägt vor, dies in Zukunft zu machen. Stadtv. Poersch glaubt, daß dies« Herstellungskosten allerdings erst berechnet werden müßten, ehe man weiter« Schritte tun könne. Nach dieser längeren Aussprache wurde dez Etat genehmigt und dem Antrag feststellen zu laffen, was die Elektrizität kostet, ^ugestimmt.
Titel Straßenbahn schließt ab mit 105 000 <*. Es wurde angeregt, bis morgen» um 9 Uhr die Fahrpausen etwas zu verlängern. Stadtv Stroinsky beantragt Einführung von Abonnements: bann möge auch der erste Wagen zum Südbahnhof fünf Minuten früher abfahren, schon wegen der Kreisbahn. Beigeordneter Schimpff meint, mit den Abonnements sei es jetzt noch nichts, den onbeteii Fragen solle näher getreten werden. Stadtv. Pros. Dr. Maurmann fragt, weshalb die Einnahme» der Straßenbahn nicht mehr veröffentlicht würden? Beigeordnete Schimpff will dem Magistrat eine Vorlage machen. Mit den Ziffen habe man wohl nur die Frequenz der Bahn vor Augen fiihren wollen Stadtv. Storck hält es für bedenklich, morgens Wagen ausfallen zi laffen.
Titel Oberrealfchule. Der Etat schließt ab mit 113 500 JL
Titel Lyzeum. Der Etat schließt ab mit 75 400 ,M.
Titel Vorschule. Der (Etat schließt ab mit 10 539 Stadtv. Enge. hält die Vorschule aus sozialen Gründen für überflüffig. Die Stad müffe 1539 M. zu zahlen. Wer sein Kind in eine heftete Schule schicken wolle, möge auch bezahlen. Deshalb solle man das Schulgeld auf 110 «* erhöhen: was eigentlich noch zu wenig fei. Stadtv. Storck führt aus daß wenn diese Kinder in die Volksschule gingen, die Unkosten noch höhe» würden. Stadtv. Prof. Dr. Mautrnann trat für die Vorschule ein, 100 <* sei genug, schon im Interesse des Zuzuges. Auch Stadtv. Stroinski war dieser Ansicht. Stadtv. Poersch war für Erhöhung des Schulgeldes Seitens des Stadtverorbneten-Vorsiehers wurde mitgeteilt, daß dir Stadt für jeden Vorschüler 25 <K. für jeden Volksschüler 90 für jeden Lyzeumsschüler 128 M und für jeden Oberrealschüler 177 Zuschuß leiste. Stadtv. Hering erklärte sich gegen den Antrag, der dann abgelehnt wurde.
Bei Titel Volksschule, deren Etat mit 205 090 .« abschließt ?eran> latzte die Frage, ob ein Betrag für Knabenhandarbeiten eingestellt werden soll, eine rege Aussprache. Es wurde darauf 6tngeroie]en, daß aller sich höheren Berufen zuwende. e'.n Handwerk wollten nur noch wen-g, lernen. Der Betrag wurde schließlich ^strichen.
Die weiteren Titel 6eroetbfi6e Fortorldungsschule mit 786» -M. Fachschule mit 9850 Armenkast- mit 33250 .« Einnahme itnÜ 64 450 Jk Ausgabe, Waift-rhsusk«»? stt 6G00 die Hoipttalskr^er
Marburg
Dienstall, 4. März
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