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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Leierabend".Sius Laus" undLandwirtschaftliche Beilage-.

DieOdertzessische Zeitung" erscheint tilgIich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen 2, M frei ins Haus. Druck der Univ.-Buchdruckerei I. «. Koch lJnh.: Dr. C. Hitzeroth), Markt 21. Telephon SS.

Marburg

Montag. 3 März

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bet amtlichen und auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 60 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Zahlungen unter Rr. 6015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

48. J-Hrg.

1913.

Erstes Blatt.

Die Wehrvorlage und ih e Deckung.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt zu dem Einbringen der deutschen Heeresvorlage:

In der Oeffentlichkeit und der Presse zerbricht man sich die Köpfe darüber, warum die Regierung mit der Einbringung der Heeresvorlage zögert. Von einem Zögern kann aber gar nicht die Rede sein, die Vorlage ist eben noch nicht soweit, daß sie be­reits eingebracht werden könnte. Auch von einemVerpaffen der Gelegenheit" darf man nicht sprechen, denn der Entschluß, unsere Wehrkraft erneut zu verstärken, ist, wie an dieser Stelle bereit« Mitte Dezember angedeutet wurde, alsbald nach dem Umschwung der Verhältnisse im Südoste« Europas gefaßt worden. Wie das zu geschehen habe, be­durfte gründlich st er Erwägung, und zwar umsomehr, als es für uns nicht auf einen Bluff des Auslandes ankommt, sondern nach dem Ernst der Lage sich nur um den wohlüberlegten großzügigen Ausbau unserer Wehrmacht unter Ausnutzung des gesamten bisher brach liegenden Teiles des wehrkräftigen Volkes handeln konnte. Ueber- eilung wäre, wenn irgendwo, gerade hier schädlich gewesen. Die für die Durchführung dieser wie aller Maßnahmen auf dem Ge­biete des Heerwesens grundlegende Entscheidung fiel im Januar. Seit diesem Zeitpunkt sind die beteiligten Stellen der Reichs­regierung mit llebertragung der gefaßten Entschlüffe in die nun einmal notwendige Etat- und Eesetzesform mit Anspannung aller Kräfte beschäftigt, und wenn es gelingt, die Vorlage um die Mitte dieses Monats an den Bundesrat zu bringen, so ist das eine anzuerkennende Leistung, der aller­dings nur derjenige einzuschätzen in der Lage ist, der sie selbst ein­mal zu leisten gehabt hat. Wenn dann der Reichstag die Vorlage noch vor Pfingsten unter Dach bringt, so ist auch keine Zeit verloren) denn die geforderten Heeresverstär- kungsn können sämtlich frühestens am 1. Oktober 1913 durchgeführt werden. Rach Einführung der zweijährigen Dienstzeit ist ein anderer Zeitpunkt als der Herbst für die Durch­führung größerer Organisationsänderungen nicht möglich ohne eine bedenkliche Erschütterung des Cesamtorqanismus des Heeres und ohne Schädigung der sorgfältigen Ausbildung der bestehenden Truppenteile. Um die nötigen Vorbereitungen zu treffen, ist es allerdings erforderlich, daß die Heeresverwaltung spätestens um Pfingsten die.Vorlage zum Gesetz erhoben steht Wenn man aber befürchtet, daß die einer großen Heeresvorlage günstige Stimmung im Volk und Parlament abflauen könnte, so schätzen wir beide höher ein. Richt augenblickliche Stimmungen, sondern die tief eingewurzelte Ueberzeugung von der Notwendigkeit, unsere Rüstungen nachhaltig zu verstärken, wenn wir uns in der Welt fernerhin durchsetzen wollen, haben der nun in aller Kürze kommenden Vorlage den Boden im deutschen Volke bereitet, wie das seit fandet Zeit bei keiner Heeresvorlage der Fall gewesen ist. Daher ist die Ungeduld und die Erwartung im deutschen Volke auch erklärlich. Diese werde nicht enttäuscht werden."

Was die Deckungsfrage anbetrifft, so wird jetzt eine geradezu überraschende Formel bekannt, die die Regierung gefunden hat. Danach sollen die wegen ihrer Höhe ganz besonders ins Gewicht fallenden einmaligen Ko st en der Heeresvorlage durch eine einmalige Abgabe vom Vermögen gedeckt werden. In dieser Angelegenheit fand Samstag nachmittag auf Einladung des Reichskanzlers eine Besprechung der stimmenführenden Mit­glieder des Bundesrats statt. Die BerlinerB. Z. am Mittag" weiß ergänzend zu berichten, daß diese einmalige prozentuale Vermögensabgabe die Vermögen bis 20 000 oder 30 000 frei­lassen sollen. Daneben und neben der Reichsvermögenssteuer in der einen oder andern Form, auf der die Regierung vorläufig zu bestehen scheint, ist die Beseitigung der Steuerfrei­heit der Für st en in Aussicht genommen. (Notiz des Wölfischen Telegraphen-Büros: Zuverlässige Mitteilungen von amtlicher Seite liegen nicht vor, sind aber demnächst zu erwarten.) Dieser Ausweg ist neu und überraschend, aber durchaus sym­pathisch zu begrüßen. Es handelt sich um eine Art vonKriegs- steuer" ohne Krieg, ja recht eigentlich um den Krieg zu vermeiden, getragen von denen, die sie auch tragen können. Es wird von einer Berliner Korrespondenz berichtet: An einer bestimmten sehr hohen Stelle stehe man diesem Gedanken durchaus wohlwollend gegenüber. Es sei dort die Aeußerung gefallen:1813 war ein Opferjahr. Laffen wir es 1913 für jedermann auch sein, denn die Zeiten find heute kaum weniger ernst als vor hundert Jahren." Ueber die prozentuale Höhe der neuen Steuer verlautet noch nichts. Sie wird, wie es heißt, einen Betrag von 700 Millionen zu decken haben. Die Zustimmung der großen Bundesstaaten dazu sei schon gewonnen. Die Steuerfreiheit der Fürsten falle für diese einmalige Abgabe fort. Nach einer Meldung derKöln. Ztg." wird der Reichstag zur Lösung der Wehr- und Deckungsfrage zu einer Sommerfitzung zusammentreten, die vom 27. Mai bis zum Juli dauern soll. Inzwischen darf man auf die Haltung der Par­teien zu den eigenartigen Vorschlägen der Regierung gespannt fein. Daß ste auf linksliberaler Seite auf Schwierigkeiten stoßen, entnimmt man folgender Aeußerung derFrkf. Ztg.". Sie schreibt:

Es ist begreiflich, daß die Reichsregierung um Steuern für hi« Aufbringung solcher Summen etwas verlegen ist und nach einem Auswege aus dem Dilemma gesucht hat. Was man dabei »efundeu hat, ist allerdings mehr al» eigenartig. Ob diese Jubi­

läumssteuer indeffen in Reichstage überall eine ebensolche Be­geisterung finden wird, wie anscheinend im Bundesrat, das ist doch zu bezweifeln. Es wird für die Volkswirtschaft unter allen Umständen ein schwerer Stoß sein, wenn ihr mit einem Schlage, sei es so oder so, ein Kapital von einer Milliarde entzogen wird. Die Ankündigung der Regierung sagt ferner nichts über die Deckung der fortdauernden Ausgaben, die noch wichtiger ist. Soll die jetzt vorgeschlagene Maßnahme etwa ein Loskauf von der Verpflichtung sein, auch die dauernden Ausgaben nach der Leistungsfähigkeit der Steuerträger zu decken? Dann wäre die ganze Maßnahme eine Komödie schlimmster Art. Und schließlich muß doch gerade angesichts dieser stolz klingenden Ankündigung die Frage gestellt werden: Was ist denn geschehen, daß jetzt plötzlich derart phantastische Leistungen notwendig sein sollen, deren Deckung zu Maßnahmen zwingt, wie man sie sonst höchstens im Kriegsfall trifft? Es ist nicht wahr, daß das Ver­langen nach Rüstungen dieses Umfangs aus dem Volk heraus­gewachsen sei; es ist vielmehr ganz und gar von den Militärs und ihren alldeutschen Hinterleuten ausgegangen, wenngleich es nach­her gelungen sein mag, größere Kreise derart zu hypnotisieren, daß sie sich durch keine noch so hoch gegriffene Forderung mehr er­schrecken laffen. In dieser Lage würde die Regierung sich ein un­geheures Verdienst erwerben, wenn sie sich nicht einfach mitreißen ließe, sondern in dem weit verbreiteten Taumel zur Besinnung und Besonnenheit riefe!" Die Aeußerung ist in mehr als einer Hinsicht interessant. Die klare Einsicht, daß wir jetzt angesichts der Weltlage an die wirkliche Ausnutzung unserer Wehrkraft Heran­gehen müssen, ist nach derFranfi. Ztg." ein Taumel, genährt von denmit Recht so beliebten Chauvinisten". Der Hauptgrund scheint fteilich die Furcht vor einer bedeutenden Schatzung des mobilen Kapitals zu sein.

Gleichzeitig erklären sich jetzt die Genossen Frankreichs und Deutschlands gegen denRüstungswahnsinn". DerVorwärts" und das Blatt Jaurtzs, dieHumanit^", veröffentlichen ein gleich­lautendesManifest der französischen und deutschen Sozialdemo­kratie". Es heißt darin, daß die unaufhörlichen Rüstungen die Völker erschöpfen, zur Vernachlässigung der wichtigsten Kultur­aufgaben zwingen, Konflitte heraufbeschwören, die zu einer Kata­strophe führen. Man fordert Einführung einerVolkswehr" nur zur Verteidigung. Falls es trotz des sozialdemokratischen Wider­standes zu den neuen Rüstungen kommen sollte, so werde man da­für sorgen, daß die Lasten von den Reichen getragen werden. Die Sozialdemokratie in Deutschland und in Frankreich hat schon in der Vergangenheit durch ihre Haltung das perfide Doppelspiel der Chauvinisten (?) und Rüstungsintereffenten in beiden Ländern entlarvt, die in Frankreich die Begünstigung des Militarismus durch die deutsche Sozialdemokratie und in Deutschland die Be­günstigung des Militarismus durch die französischen Sozialisten dem Volke vorspiegeln. Die gemeinsame Bekämpfung des Chau­vinismus hüben und drüben, das gemeinsame Eintreten für ein friedliches und freundschaftliches Zusammengehen muß dieser dreisten Irreführung der Völker das Ende bereiten. Unterzeichnet ist das Manifest von den Vorständen der deutschen und der fran­zösischen Sozialdemokratie und von den deutschen und französischen sozialdemokratischen Abgeordneten. Man muß sie reden laffen! Daß eine Rüstungsanstrengung, wenn überhaupt eine, gerade jetzt nötig ist, zeigen doch wahrhaftig die Anstrengungen der anderen Völker.

Die französischen Rnstunqen.

In Frankreich arbeitet man mit Nachdruck an dem Weiterbau der Land- und Seestreitkräfte. Der Ministerrat trat bereits am Sonnabend unter dem Vorsitze des Präsidenten PoincarH zu­sammen, um mit der Prüfung der Vorschläge des Kriegsministers betreffend den Effettivstand der Armee zu beginnen. Am Montag und Dienstag sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Das Echo de Paris" will wissen, daß die Regierung warscheinlich schon in diesem Ministerrat die Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit beschließen werd». Kriegsminister Eftenne habe fick bereits der einmütigen Zustimmung seiner Kollegen zu dieser Vor­lage vergewissert. In den für Montag und Mittwoch anberaum« ten Ministerrats-Sitzungen werden die Finanzlasten des neuen Gesetzes erörtert werden, das dem Parlament noch vor den Oster­ferien in dringlicher Weise vorgelegt wird. Die Wiedereinführung der allgemeinen dreijährigen Dienstzeit würde nach derFrance Militärs" einen Friedensbestand von 660000 bis 680000 Mann ergeben. Diese Heeresvermehrung würde eine foforttge Ausgabe von 50 Millionen Franks und außerdem eine Erhöhung der Johresausgaben des Kriegsministeriums um 100 Millionen zur Folge haben. Wie erfolgreich übrigens in Frank­reich für die dreijährige Dienstzeit Sftmmung gemacht wird, be­zeugen verschiedene Nachrichten der Pariser Zeitungen aus den Provinzen. So wird, um nur eine herauszunehmen, aus Bor­deaux gemeldet, daß der Präfett des Gironde-Departements bei der Rekrutenaushebung in Candillac eine Ansprache an die Ge­stellungspflichtigen hielt. Er erttärte, daß die Verteidigung be<- Landes zweifellos die Wiedereinführung des dreijährigen Mi litärdienstes notwendig machen werde. Von 93 Rekruten hätten sich darauf 25 zu einem dreijährigen Dienst bei der Kavallerie ver­pflichtet. Doch nicht nur für die Verstärkung des Heeres agitiert man allenthalben eifrig, sondern auch für den Ausbau der See­macht. So wird gemeldet, daß der Marineminister gegenwärftg von seinem Generasstab verschiedene Maßnahmen zur Vermehrung der Mannschaftsbeftände der Kriegsflotte prüfen läßt. Da der Bedarf im Jahre 1918 nach Vollendung des gegenwärtigen Flot­tenprogramms den gegenwärtigen Bestand um mindesten» 20 000

Mann überschreiten dürfte und im ganzen 77 000 Mann betrage« werde, wobei namentlich die Bedürfnisse der großen Schlachtschiffe berücksichtigt werden sollen. U. a. soll das Rekrutierungsgesetz für die Marine, das auf dem zweijährigen Dienst beruht, entsprechend dem bevorstehenden Parlamentsbeschluß über die Erhöhung der Dienstzeit des Landheeres abgeändert werden. Ferner soll unter­sucht werden, ob alle gegenwärtig im Dienst stehenden Kriegs­schiffe jenen militärischen Wert besitzen, welche ihre Ausrüstung und ihren Mannschaftsbestand rechtfertigen.

Die Lage aus dem Balkan.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Die englische Regie­rung und die Botschafter der Mächte in London erhielten alle» Anschein nach durch die dortige Vertretung der Türkei hie Mit­teilung, nach der die Pforte bereit ist, die Vermittlung der Mächte zur Feststellung der Friedensbedingungen anzu- nehmen. Die nächste Aufgabe der europäischen Diplomatie ist, eine entsprechende Erklärung auch von den Balkan- regierungen zu erlangen. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt dazu in ihrer Wochenrundschau: Man wird mit Rücksicht auf den überall geltend gemachten Wunsch nach Wiederherstellung de» Friedens erwarten können, daß auch die Balkanregierungen sich den Großmächten anvertrauen. Gelingt es, europäische Friedens- verchandlungen endgültig in Fluß zu bringen, daß man sich von dieser gemeinsamen Arbeit der Diplomatie auch eine günst.ge Rück­wirkung auf die Lösung der von den Großmächten bisher noch nicht erledigten, ihre eigenen Interessen berührenden Fragen ver­sprechen.

Konstantiuop I, 2. März. Das nach Gallipoli entsandte 10. Armeekorps scheint vollständig oder zum größten Teil zurück- transportiert worden zu sein. Zehn Bosporusdampser haben Truppen in San Stefano ausgeschifst, andere Truppen wurden hier gelandet. Die Regierung beabsichtigt die Offiziere, denen Schuld an den Niederlagen bei Kirkiliffe und Lule Burgas bei« gemessen wird, vor ein Kriegsgericht zu stellen. Es heißt, auch der Kommandeur der Oftarmee Abdullah Pascha und der Komman­deur der Kavallerie, der Prinz Aziz Pascha würden sich zu verant­worten haben. Der heutige Ministerrat wird sich mit dieser An­gelegenheit beschäftigen.

Saloniki, 1. März. Ueber 300 Familien türttscher Offi­ziere trafen heute aus Monastir und llesküb hier ein. Sie be­finden sich in größtem Elend und wurden teils in Herbergen untergebracht, teils nach Konstanttnopel eingeschifft.

Konstantinopel, 1. Marz. Wie verlautet, sollen auf­rührerische Proklamationen in einer Griechen gehörigen Druckerei in Pera hergestellt worden sein. Der Druckereibesitzer und einig« Arbeiter wurden verhaftet, da die Aufrufe heftige Angriffe gegen die Regierung enthalten.

Bukarest, 1. März. Der bulgarische Gesandte am hiesigen Hofe erklärte dem hiesigen Berichterstatter derNeuen Freien Presse", daß die rumänisch-bulgarischen Schwierigkeiten wahr­scheinlich schon in den nächsten Tagen in Petersburg entschieden würden. Zu ernsthafter Beunruhigung läge kein Anlaß mehr vor.

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Der Besuch der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria ßnife in Gmunden.

Die Kaiserin, Prinzessin Vittoria Luise und Prinz Ernst August trafen mit dem Herzogspaar zu Braunschweig und Lüneburg, dem Eroßherzogspaar von Mecklenburg-Schwerin, dem Prinzen Maximilian von Baden und Gemahlin und den Prinzessinnen Friedrich und Olga zu Braunschweig und Lüneburg, die dem hohen Besuche bis Attnang entgegengefahren waren, um 3 Uhr 30 Minuten auf dem Emundener Bahnhof ein. Die Bevölkerung der Stadt, die seit jeher innigsten Anteil an dem Haus Eumberland genommen hat, hat ihre Freude an de» Einzug der Prinzessinbraut in das Haus ihres herzoglichen Schwieger­vaters und des Bräutigams durch eine prächtige Ausschmückung der Stadt sowie dadurch bewiesen, daß sie den hohen Gästen einen aufrich- tigen. und herzlichen Empfang bereitete. Auf dem abgesperrten Teil des Perrons, der von Gmunden mit einem Arrangement von Blatt­pflanzen und Blumen geschmückt war, hatten sich die Spitzen der Be­hörden sowie die Hofbeamten des Herzogs von Cumberland einge- fmrde«. Nach der Ankunft des Sonderzugs in Gmunden entstieg dem Salonwagen zunächst der Herzog von Cumberland sowie Eroßherzog von Mecklenburg-Schwerin und Prinz Max von Baden. Es folgte die Kaiserin, der der Herzog von Cumberland beim Verlassen des Wagens half. Sodann entstieg dem Wagen das Brautpaar. Hierauf folgten die übrigen hohen Gäste und sodann das Gefolge. Der Bürger­meister von Gmunden Dr. Krakowizer gab in einer kurzen Ansprache der Freude der Emundener Bevölkerung über den Besuch der Kaiserin und des hohen Brautpaares Ausdruck und übermittelte dir herzlichsten Glückwünsche der Bevölkerung. Die Kaiserin erwiderte mit einigen Worten herzlichen Dankes. Inzwischen stellte Prinz Ernst August seiner Braut die zum Empfang erschienenen Herren vor. Bürgermeister Ätafo» witzer überreichte der Prinzessin ein großes Bukett aus weißen Rosen, weißem Flieder und Maiglöckchen, mit rot-weißer Schleife, den Farben der Stadt Gmunden, und übermittelte die herzlichste Gratulation der Emundener Bevölkerung. Die Prinzessin dantte für den herzliche« Willkomm. Rach der Vorstellung der beiderseitigen Gefolge begaben sich die Herrschaften durch den Hofwartesalon zum Ausgange de» Stationsgebäudes, wo sie von dem Publikum mit stürmischen Hochrufe« begrüßt wurden. Im ersten Wagen, einem Landauer-Biererzug, nähme» der Hausmarschall, der Hofmarschall und der Kammervorsteher des Her­zogs von Cumberland Platz. In einem Sechser-Landauerzug, die Pferde reich geschirrt, die Kutscher mit pelzverbrämten roten Mänteln, folgte« im Fond die Kaiserin Auguste Viktoria, daneben die Herzogin Thyr« von Cumberland und gegenüber das Brautpaar. In Landauer Vierer» zögen folgten die übrigen Gäste. Den Schluß bildeten die Gefolge. Auf dem ganzen langen Wege, der über die Esplanade durch die Stadt ins Schloß führte, bildeten ein zahlreiches Publikum, Feuerwehr, Bete-( ranenvereine und Schulkinder Spalier, welche den Gästen allenthalb«'